LNP371 Der Kunde will es ohne Fehlstelle haben

Feedback — BND-Gesetz — Tutanota — Corona-Warn-App — RKI — Gesichtserkennung

Achtung Fanboy-Content. Wir outen uns als heimliche Merkelfans und schütteln stattdessen über ein paar Freunde den Kopf. Ansonsten Katastrophe wie immer: BND will alle ausspähen (geht gar nicht) und Gerichte zwingen verschlüsselnde E-Mail-Provider, ihre Kunden auszuspähen. Wir diskutieren landläufige Vorwürfe gegenüber der Corona-Warn-App und verstehen nicht, warum dem RKI nicht mehr Digitalkompetenz zugestanden wird. Dazu ein paar Spendenempfehlungen zum Jahresende.

Dauer: 1:32:58

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht. Man will ja nicht abgehört werden, nicht?
Linus Neumann
Ja klar ist für die, die Terrorfahndung und so machen nicht gut, wenn alles Ende zu Ende verschlüsselt wird, aber der Kunde will es eben ohne Fehlstelle haben hier.
Tim Pritlove
Logbuchnetzpolitik Nummer dreihunderteinundsiebzig vom sechsten zwölften zwanzig zwanzig. Nikolausi.
Linus Neumann
Zweiter Advent, Nikolaus, alles hier, geil. Mhm.
Tim Pritlove
Richtig ab hier. Und wir haben euch heute wieder richtig was in den Schuh gesteckt.
Linus Neumann
Ja, wir haben auch wieder nur Ruten dabei heute.
Tim Pritlove
War da irgendjemand umgezogen und äh gehört ein wenig.
Linus Neumann
Routen mit O U, wir sind doch. Weihnachts.
Tim Pritlove
So zu sagen, ja. Mit Ruth ähm wir haben Ruth und wir dürfen euch knechten. Schön, ne? Jetzt haben wir alle Nerdwitze schon äh durchgespielt. Ja und äh wir haben ja jetzt äh unsere Bundeskanzlerin Doppelzitiert eingangs. Und ich weiß nicht so recht, was ich mir draus machen soll, aber ich finde, ihre Kommentare sind immer irgendwie der Knaller. Also nicht immer, aber oft. Aber was wollte sie uns denn jetzt damit eigentlich sagen?
Linus Neumann
Der Kunde will es ohne Fehlstille haben.
Tim Pritlove
Ja, das stimmt. Ja.
Linus Neumann
Ausspielen unter das hat sie ja auch am eigenen erfahren, ne? Das hat sie auch dem amerikanischen Präsidenten mehrmals gesagt und äh insofern ist das ja relativ klar, Ja, Angela Merkel, meine Güte, was werde ich die vermissen? Also tatsächlich, ich finde auch in in letzter Zeit freue ich mich so ein bisschen, wie mir gucken ja öfter mal auch so Regierungserklärungen an und wieder so, also, Ich finde da eine eine ganz. Besondere Faszination. Ich meine, wir haben ja hier gerade im Lockprofil. Wir raten ja eigentlich jede Woche über den Scheiß, den diese Regierung macht, ne. Jetzt mal so auf einer rein persönlichen Ebene in dieser ganzen Pandemiegeschichte. Wenn die da so sitzt und du weißt, die ist halt irgendwie. Klüger als alle, die da sitzen, hat den hat die ganzen Heiopeis von Scheuer über Söder und wer nicht alles um die rum tanzt, ne. Und die sitzt da seelenruhig, macht ihre Raute, guckt sich das an und haut irgendwie haut denen ihre, Unsinn mit furztrockenen Kommentaren um die Ohren. Das ist ähm schon auf eine gewisse Weise faszinierend.
Tim Pritlove
Im Lockdown macht man ja wirklich die merkwürdigsten Sachen. Ich habe ernsthaft heute eine Stunde damit verbracht, mir ein altes Interview mit ihr anzuschauen aus dem Jahr neunzehnhunderteinundneunzig, als sie gerade Vizevorsitzende der CDU werden sollte, mit Günter Gaus, Das ist noch so ein richtiges, altschuliges äh Interview und, wenn du wenn du mit dem Wissen, wie sie welchen Weg sie danach gegangen ist, dieses Interview anschaust, so, da entdeckst du wirklich eine Menge, wieder so in gewisser Hinsicht, was man, sie war eigentlich schon also was ich sie äh hat versucht sie so ein bisschen einzunorden mit na ja also ob denn da die CDU jetzt ein Fehler macht und sie hätte doch irgendwie so wenig Erfahrung, ob denn das irgendwie äh ginge und so, und man merkt also schon in ihrer Mimik merkt man so, wie sie so das alles erstmal so ein, passiert, was was er da so zu sagen hat und man so, ja ich. Schaue mir halt erstmal alles an und nimmt übrigens auch viel Bezug auf ihre äh Physikervergangenheit und Wissenschaftlerische Tätigkeit. So, ja, man, alles an und wenn man sich da nicht so gut auskennt, dann hört man erstmal zu und guckt mal, was so alle so zu sagen haben und dann wird sich ja zeigen, ob man die richtigen Entscheidungen wählt oder nicht. Hab's jetzt so ein bisschen para frasiert so. Und äh so völlig absurd so. Du hörst natürlich so ihren Tonfall, der äh war natürlich damals schon der Gleiche, trotzdem blickst du da halt irgendwie in so ein Gesicht, was man locker dreißig Jahre jünger ist. Also das war schon irgendwie unwirklich, ne, aber man hat schon gemerkt. Ich will jetzt nicht das Wort berechnend verwenden, aber mir fällt gerade nichts anderes ein. Also sie hat so eine so eine Scanner-Natur, so dass sie halt wirklich erstmal. Eigentlich ist es die gute, alte äh Methode mit erstmal Schnauze halten und erstmal gucken, dass die anderen sich alle erstmal vergaloppieren und dann kann man immer noch das Richtige tun, so und das das das hat ja irgendwie hervorragend funktioniert, ne.
Linus Neumann
Ja, aber man muss jetzt auch also ne, wir haben genug unter dieser äh unter dieser Regierung auch gelitten, gerade im Netz politischen Bereich und so, ne, also das ist.
Tim Pritlove
Ja gut, ich rede aber jetzt nicht von ihr als die Regierung, sondern sozusagen.
Linus Neumann
Genau, aber das wollte ich nur nochmal betonen.
Tim Pritlove
Ganz klar.
Linus Neumann
Person ist die ungeschlagen also das ist so wenn jetzt auch noch politisch sauber wäre, würde man hier fast noch 'ne Amtszeit gönnen. Aber ja es ist wirklich irrsinnig und sie hat. Also diesen, diese Ruhe, die hätte ich auch gerne. Ich könnte diese Ruhe, ich kann die in meinen stärksten Momenten vielleicht mal für wenige Sekunden haben, aber spätestens, wenn ich irgendwie Horst Seehofer den ganzen Tag um mich rumtanzen hätte, dann würde ich irgendwann die Nerven verlieren, ja? Und das äh geschieht ihr nicht. Die denkt sich halt, die lehnt sich zurück und sagt, oh komm, du tanzt dich auch noch platt. Wobei, bei dem hat sie's nicht geschafft, ne, der.
Tim Pritlove
Na ja, das ist halt Kalkulation, das ist eben ihr Machtspiel. Das hat sie irgendwie ganz gut äh raus, ne? Aber in gewisser Hinsicht kann man ja auch nicht vorwerfen, dass sie sich nicht nicht klar, positioniert. Also es kam dann zum Beispiel auch so die Frage nach ja äh hier Wendezeit und irgendwie die ganzen demokratischen Bewegungen. Dann meinst du nur so, ja diese ganzen basisdemokratischen, Bewegungen soll es wäre ja nicht so ihr Ding, ne, so wie ja wie damals total so wie Demokratieaufbruch, was nicht alles. Ja die werden alle so unorganisiert, ne.
Linus Neumann
Ich kann mir vorstellen, Merkel so beim Plenum. Merkel beim Plenum.
Tim Pritlove
Bam. Macht echt nur so Festival und denkt sich so, Leute, ihr redet euch hier einerseits um Kopf und Kragen und zweitens kriegt ihr nix auf die Kette. Ja, ich hör mir lieber alles an, mach dann so meine Entscheidung und dann haue ich das raus und dann nächst. So und das da muss ich auch echt sagen, also wie hieß es früher so Chapeau-Kanzlerin.
Linus Neumann
Ja, aber Tim ist jetzt auch gut ekelig hier, ey. Wir machen jetzt.
Tim Pritlove
Irre wem ihre Gebührt. Ja.
Linus Neumann
Ja, das äh ist, ist so, wir wollen aber jetzt.
Tim Pritlove
Wir können sie ja erstmal loben und dann hauen wir wieder drauf. Ist auch ein.
Linus Neumann
Wie die Bild-Zeitung. Wir schreiben die jetzt hoch und dann schreiben wir die runter. Viele Leute waren bass erstaunt, dass die Tickets zur RC drei ausverkauft sind, wie der also ich meine, wenn es schon Tickets gibt, dann und die nix kosten, dann kann man, hätte man vielleicht, daran denken können, dass die potentiell, dass es daran liegt, dass die Begrenzungen haben, aber äh okay, ähm. Hätten wir auch wahrscheinlich dranschreiben können, um es nochmal klarer zu machen. Aber ja, die äh Tickets sind ausverkauft, aber es gab einige ähm, sagen wir mal, äh wie nennt man das? Verwirrung darüber, was jetzt überhaupt ein Ticket ist und wozu das berechtigt. Die wichtige Nachricht, die Streams werden offen sein, wie immer. Also auf jedem Chaos-Event gibt es, Ich glaube tatsächlich auf jedem Chaos-Event gibt es Livestreams und diese Streams sind öffentlich im im Free IP, ähm empfangbar ohne Werbeunterbrechung, und ähm das ist natürlich auch bei der Remote Kawas Experience wird das so sein. Ähm, wenn man allerdings in Workshops möchte oder eben quasi in den Communityteil, der jetzt die Begegnung unter den Leuten nachbilden soll und die Möglichkeiten bieten, die wenigen Möglichkeiten bieten soll, die uns geblieben sind. Um da reinzukommen, benötigt man eben ein Ticket. Und es gibt jetzt sicherlich einige Leute, für die das total wichtig ist, die unbedingt rein wollen und wahrscheinlich auch einige Leute, die denken, ach so, diesen Community, da brauche ich eigentlich gar nicht. Ähm, können dann zum Beispiel auch gerne ihr Ticket weitergeben, ja? Ähm wenn sie jetzt sagen, ich wollte eigentlich nur so ein bisschen Stream gucken, das könnt ihr ohne Ticket. Das wollte ich an dieser Stelle nur so sagen. Gleichzeitig ist die Orga so wie ich das höre, gerade äh bemüht. Zu gucken, ob man für diesen Community-Teil noch mehr Ressourcen schafft, um somit noch mehr Leute da, mit einem Ticket segnen zu können, aber da weiß ich nicht genau, wie wie das bei der Orga gerade aussieht. Das ist ja alles, Freiwilligenarbeit und äh ja auch harte Arbeit, denke ich, muss man sagen.
Tim Pritlove
Na, vielleicht sollten wir nochmal so kurz an andeuten, woraus sich dieser Event dann letztlich also speist, ne, also neben dem Content teil, der so ein bisschen versucht, die Fehlstelle zu ersetzen, die ein ausgefallener Kongressnummer so mit sich bringt, sodass eben bestimmte wichtige Themen einfach noch rübergebracht werden. Das ist so ein bisschen Content-Bespaßung, äh gibt so ein bisschen Hirnnahrung, wie man das eigentlich zum Ende des Jahres üblicherweise eben vom Kongress gewohnt ist, werden solche Vorträge aus, ja, im Kern zwei Quellen, also entweder, Weiß nicht ganz genau, wie es gehandhabt wird, inwieweit teilweise was voraufgezeichnet ist oder live gemacht wird. Ähm zusätzlich gibt's ja dann auch noch die Idee, zu haben, wo Bühnen sind, wo auch noch solche Vorträge stattfinden können, inwiefern die jetzt die verschärften Lockdown-Anordnungen überleben werden, wird sich zeigen.
Linus Neumann
Ja, die Bayern haben sich zum Beispiel gerade äh also Söder hat ja jetzt da nochmal Verschärfungen. Beschlossen und da kam jetzt grade 'ne Mail aus Bayern noch an die also sagten so ja wir können dann eben unsere Stage die wir geplant haben werden wir einfach nicht durchführen können.
Tim Pritlove
Ja, das kann auch noch andere Bundesländer treffen, also machen wir uns nichts vor, das ist alles andere als gesichert, So und nebenbei gibt es dann eben noch diese reine virtuelle Community Welt, in der sich halt einzelne Gruppen so ihrer äh, durch die man dann halt äh grafisch durchtigern kann, Leute treffen kann und dann werden halt auch so, oder kleine Workshop Videokonferenzen zusammengeschaltet und das ist halt das, was eben konkrete, lokale Ressourcen braucht. Und da der Club halt an der Stelle nicht sich irgendwie Computer bei Amazon kauft, wie ihr euch das wahrscheinlich vorstellen könnt versucht das eben einfach aus eigener Kraft, mit eigener Infrastruktur, mit offener Software und so weiter auf die Beine zu stellen, ist es eben in gewisser Hinsicht erforderlich, hier so ein äh Andrangsmanagement zu betreiben und dafür sind halt diese Tickets. Jetzt jeder, der so ein Ticket hat, dann auch diese Ressourcen, von denen man ausgegangen ist, so in Anspruch nehmen wird. Das sind Erfahrungswerte, die jetzt eben, erste Mal so in der Form überhaupt nur gewonnen werden können, deswegen ist das halt alles so ein bisschen über den Daumen gepeilt.
Linus Neumann
Heute hat die Orga noch so ein Blogpost gemacht von dem virtuellen Aufbau, wo sie äh sagen, also hier in dem, na also in dem Community teil, kann man äh Veranstaltungen, Workshops anbieten, mitgebrachte Projekte teasern, seine eigene Essenbly halt äh virtuell verwalten Räume anlegen, ja, Videochat und sonstige Sachen und sammeln, also wenn man jetzt da, ne, quasi bestimmte Aufgaben erfüllt oder so, dann kann man da halt ein Badge bekommen und dann hast du am Ende eben in deiner virtuellen RC drei World äh bestimmte Auszeichnungen gesammelt. Da sind auch einige Bilder. Einer, ja, zwei D Welt, die äh ganz spannend aussieht. Ja, dass man sich da offenbar, in einer 2D-Welt bewegen kann, die dann irgendwie ein bisschen äh. Offenbar in irgendwie in Videostreams oder sonstigen mündet. Das sieht auf jeden Fall mal ganz spannend aus, aber ich kann natürlich so viel verraten, da sitzen natürlich auch Leute, die jetzt gerade, ob dieses Großexperiment, was dann eben am siebenundzwanzigsten zwölften starten wird, natürlich auch so ein bisschen mit den Knien zittern, ob ob das alles. Eben auch hält. Alles genau, alles wird sich zeigen. Wir sind hier, was hinter dieser ganzen Sache, mit dieser RC drei steht, ist eben unter allen Einschränkungen, die es gibt. Trotzdem ein Community Event zu schaffen in dem Wissen. Dass das kein adäquater Ersatz für das sein wird, was wir normalerweise im Winter machen, sondern allenfalls eben. Das Beste auf Bäumen gegen die, Vernichtung der durch durch Krankheit und Einschränkungen und Sichttum und Pandemie, was äh uns irgendwie möglich ist mit Hilfe des Netzes, ne? Also je nachdem, womit man das eben vergleicht, wird man das eben sehr schön finden oder eben sehr äh enttäuschend finden Ich hatte ja, glaube ich, hier schon mal gesagt, wer das eben mit einem Kongress vergleichen wird, äh hat sich ein Rezept dazu geschaffen, äh wahrscheinlich sehr unglücklich zu sein. Und wer das mit ähm vielleicht sonstigen Zuhause sitzen, vergleicht wird hoffentlich eine interessante Welt finden, in der sich Austausch mit. Gleichgesinnten und interessierten Menschen ermöglichen wird, denn da haben wir wenigstens das kleine bisschen im im zwanzig zwanzig auch noch gehabt. Ich denke, das ist so die. Die Erwartungshaltung, die man mit der man daran gehen kann. Nun ja, Ach so, genau, Merch. Ich habe ja, ich habe ja, ich fühle mich ja immer wie Karl Lagerfeld, ne. Äh ich habe heute gar nicht mehr reingeschaut, aber ja, heute ist der sechste zwölfte, das heißt heute endet diese Phase mit dem. Wo wir also morgen wird quasi dann geordert und angefangen zu produzieren. Äh wir werden ein bisschen mehr bestellen, das heißt, in den nächsten Tagen wird's wahrscheinlich noch ein bisschen Reste in diesem Shop geben, aber der wird zeitnah geschlossen werden. Also wenn ihr da noch irgendwie Shirts haben wollt oder so, dann ist es jetzt einfach zu spät. Müsst ihr euch jetzt jetzt hingucken, jetzt gucken, ob's noch gibt in eure Größe. So, genug der der Dinge in eigener Sache. Nee, kommt noch mehr, ne?
Tim Pritlove
Ja, wir haben ja.
Linus Neumann
Wir haben letzte Sendung gar nicht erwähnt, dass äh der Verkehrshamster für uns von Max, Würde ich sagen, wird das ausgesprochen gezeichnet wurde. Den haben wir, habe ich aber dann noch direkt in die Sendung mit eingefügt in die. Also einige von euch haben den vielleicht im Podcast-Player gesehen. Ansonsten sei er nochmal ähm hier verlinkt. Und dann haben wir ein sehr ausführlichen und lesenswerten Kommentar bekommen von Matthäus Gordon zum Thema, YouTube-Universum. Ich muss ja tatsächlich zugeben, dass ich da nicht so drin ähm verkehre in dieser ganzen YouTube-Welt, Ich weiß aber, dass es sehr viele Menschen gibt für die im Prinzip YouTube die gleiche Hintergrundbeschallung ist, wie jetzt irgendwie Podcast, Radio oder nebenher laufender Fernseher, und die da sehr viel äh sehr viele Youtuber kennen.
Tim Pritlove
Ja, das ist nochmal so eine eigene Community, muss man auch sagen, so. Also YouTube viel benutzen tue ich auch, aber äh richtig in so eine, Welt da noch mit abzusteigen und die angesagten Shows so verfolgen, das äh erfordert noch mal so eine gewisse ähm innere Härte, die wir, glaube ich, so nicht aufbringen.
Linus Neumann
Ne, genau, aber hier Matthäus Gordon hat also da sehr viel zu geschrieben. Ich der Commentar ist wirklich lang, ist verlinkt, ich zitiere jetzt meinen Auszügen. Ähm hallo Herr Timm, ich stimme euch zu, dass Ken Jepsen ein Coronaleugner ist und man die Unruhestifter, die versuchen, die Krise für ihre Zwecke auszunutzen, irgendwie zügeln muss. Leider verlinkt ihr, News, ein neues Outlet der Annette KH-Näh-Stiftung, die früher Stahlsee-Mitarbeiterin war, Diese Aussage zitiere ich jetzt hier einfach nur, habe ich nicht geprüft, ich gebe das einfach nur mal weiter, ähm halte ich für, nicht nennenswert relevant, aber der nächste Punkt ist, ich hätte auffallen können, dass der Artikel sehr tendenziös ist. Würde ich jetzt zu anmerken, Kenny Japson hat macht auf mich auch den Eindruck, recht tendenziös zu sein. Aber ähm, Matthias Gordon klärt auf. Es wäre zum Beispiel erwähnt worden, dass der Empfänger der antisemitischen E-Mail, die ähm also hier dem Ken Jepsen vorgeworfen wird, Hendrik Broder war, der sehr ähnlich tickt wie Ken Jepsen, Klammern neu rechter Spinner, aber eben in der Israel-Lobby, hätten die Alarmglocken läuten können. Damit ist das Bild nicht so schwarz und weiß, wie es vielen Zuhörern erscheinen mag. Es gibt viel Grau. Jepsen hat viele Kritiker, israelischer Politik interviewt, die sich für die Rechte der Palästinenser einsetzen. Die rechtsradikale Regierung oder eben die Zionisten kritisieren, zum Beispiel Rolf Verleger, ehemaliges Mitglied des Zentralrats der Juden oder Evelyn Hecht-Galinski, Tochter eines Holocaust-Überlebenden. Er hat auch Professor Professor Moschel Suckermann, Zuckermann, interviewt. So, also. Israel Palästina Konflikt. Zum Glück sind wir Logbuch Netzpolitik und nicht Logbuch Konflikt. Insofern halte ich da jetzt komplett, jede Bewertung raus aber, Ich denke, es ist klar, dass ähm Henrik M Broder üblicherweise auch nicht ja, lauter äh arbeitet in, persönlichen Auseinandersetzung, auch wenn ich das auch das alles jetzt nicht verurteilen kann. Ich gebe das nur wieder. Aber ähm das finde ich eben auch spannend an dem Kommentar von äh Matthäus Gordon R, entwickelt das auch. Und sagt dann so, Kenn FM hat sich erst so richtig negativ verändert, seit Ende zwanzigneunzehn, was auch mit der Änderung des YouTube-Algorithmus zusammenhängen dürfte. Ich spekuliere Da haben sie gemerkt, dass sie vom Algorithmus belohnt werden, wenn sie, wie Trump-News auftreten und damit ihre Reichweite vervielfachen können. Weitere Auslastung. Diese negative Veränderung von KenFM wird von manchen langjährigen benutzt, um ihre alten Vorwürfe zu erneuern, die damals genauso wie heute nicht unbedingt zutreffend waren. Ich habe jedenfalls lange Jahre Interviews von angeschaut, weil ich durch die sehr interessant, durch diese sehr interessante Menschen kennenlernte. Dafür sah ich über seine persönlichen Schwächen hinweg. Niemand muss sich auf seine konfusen Reden anhören und meiner Meinung nach ist er ein sehr schlechter Redner. Man muss auch sehen, dass es bei ihm eine Entwicklung gab, die sich in den letzten Monaten erst zum schlechten beschleunigt hat. Weitere, springen wieder ein Teil. Insgesamt finde ich die Sperren in Ordnung und überfällig. Es hat nicht nur Jepsen getroffen, sondern auch eine Menge schlimmere Hetzer meist aus dem rechten Spektrum um AfD oder schlimmer, zum Beispiel, Hagenprell mit seinem grandiosen supersicheren Webprojekt Oliver Janich und so weiter. Das sind Internet-Battler, die von den Almosen ihrer Anhänger leben, die sich dafür belügen und betrügen lassen. Also wie gesagt, der Kommentar ist um einiges länger und klärter erklärt da relativ viel über eben unterschiedliche Youtuber, von denen, da muss ich dann auch ehrlich sagen, ähm, von einigen von denen habe ich nie gehört, ja, dass äh ich habe. Insofern klang dieser Kommentar für mich sehr äh informiert und aufgeklärt und offensichtlich mehr Ahnung von Ken Jepsen, als als ich sie habe. Das wollte ich deswegen wollte ich den hier mal so würdigen. Hast du dem noch was hinzuzufügen Tim?
Tim Pritlove
Also ich habe das äh alles nicht so in dem Maße verfolgt. Gut, ich meine, dass Leute so eine Entwicklung durchmachen, Ja, das kann man ja bei bei äh vielen sich in diesen Jahren so radikalisierenden Menschen äh feststellen. Ich habe auch so ein paar, ne, konkret fällt mir jetzt eine Person ein, mit der ich früher früher viel Zeit verbracht habe und irgendwie gut Freund war, so dann auch irgendwie so an diese Schwulblerszene und Schwubler Demos verloren. Die haben auch so eine Entwicklung durchgemacht so und.
Linus Neumann
Wirklich aktiv an die an diese äh Querdenker, an die Schiefdenkerdemos da.
Tim Pritlove
Anti-Corona-Demo so ein Pipapo und so das volle Programm, ne. Leute, die sich selber als in Anführungsstrichen unpolitisch bezeichnen, was im wesentlichen mit, Ich habe mich da nie so richtig mit beschäftigt und mir war's eigentlich auch immer egal, äh übersetzen würde, ja, und ich habe da eigentlich auch keine Ahnung, die sich aber dann sozusagen in diesem. Moment äh ja, ich würde sagen, einerseits von bestimmten Leuten so missbrauchen lassen, ja, aber andererseits das auch so mit ihrer. Vielleicht vorhandenen Grund esoterischen Denker und äh weißt du, so diese diese ganze Gemengelage ja ich, was kenne ich für.
Linus Neumann
Für Leute, ehemalige äh Waldorfschulfreundinnen. Meine Hippies ähm.
Tim Pritlove
Dreht oder was?
Linus Neumann
Sind sind äh Naturwissenschaftlerinnen.
Tim Pritlove
Die meisten meiner Hippies sind auch äh super. Aber halt nicht alle.
Linus Neumann
Okay, äh ich ich frage jetzt hier nicht in der Sendung von wem du denn sprichst.
Tim Pritlove
Nein, es ist ja auch völlig egal. Es geht ja nur dadrum ja, sone Leute machen so eine Entwicklung, ja? Und es gibt Leute, die sind da mehr so Opfer, Ja, weil die einfach dann einfach nicht diese intellektuelle Staminar haben, sich dagegen zu wehren und die werden dann einfach mitgerissen. Ich denke, das sieht man bei vielen da, ja, dass die einfach auch aus so einer Informationslehre, die vielleicht in ihrem Umfeld besteht, ja da so mitgerissen werden und dann in so einer verenden. Und es gibt halt auch welche, die es eigentlich besser wissen müssten und die dann vielleicht von YouTube Algorithmen und äh anderen äh Verlockungen einfach anfangen sich zu radikalisieren und und äh das so lange tun, bis sie selber dran glauben und dann einfach komplett durch die Decke gehen. Ich meine, auch dieser Attila Hildmann.
Linus Neumann
Auch ein Freund von dir?
Tim Pritlove
Nein, aber das ist dachte, es wäre dein Freund. Nee, aber ich ich kenne ja nicht, aber ich könnte mir vorstellen, vor zehn Jahren hätte man wahrscheinlich mit dem noch ein normales Gespräch führen können, vielleicht.
Linus Neumann
Habe ich vielleicht sogar.
Tim Pritlove
Aha, siehste mal, ist ein Freund von dir, ne? Wusste ich's doch. Deswegen, beziehst du dich eben auf ihn. So und aber der ist dann halt einfach auch irgendwann weggekippt. Also der macht einfach das Hirn dann auch einfach den den Schalter äh der Schalter wird dann umgelegt, dann war's das.
Linus Neumann
Ich muss dazu sagen, also, würde jetzt gerne, vor allem, weil ich ja weiß, dass potenziell auch Freunde von uns sich potenziell angesprochen fühlen könnten, wenn sie das jetzt hören. Möchte dazu noch sagen, es gibt. Hier eine sehr klare und das habe ich auch immer wieder betont, es gibt eine sehr klare Position, vieles an der in Anführungszeichen der Coronapolitik. Zu kritisieren. Was Förderung angeht, was bestimmt, was Sinn und Unsinn von Einschränkungen angeht, ne, gerade im im Bereich der Schule kann man, glaube ich, ne, wenn die jetzt mit Eltern sprichst oder mit Lehrerinnen, da kannst du über vieles dich ganz schön beschweren, ne? Muss ich ganz ehrlich sagen und da ähm nicht jede Person, die Kritik an den Einschränkungen übt. Ist aus automatisch eine schlechte Person oder eine dumme Person. Ähm ne und oder eine Schiefdenkerin oder Nazi oder sonst was. Es gibt aber natürlich eben diese eine Kurve, wo du dann, Ja, fernab von wissenschaftlicher Erkenntnis oder Ratio ähm, argumentierst und da bist du dann eben da bist du dann wirklich halt im Aus, ne? Und da da habe ich zum Glück ehrlich gesagt keine, Freundinnen und Freunde, die soweit draußen sind Das äh habe ich nicht. Habe durchaus Leute, die ja wahrscheinlich zu einzigen zu einzelnen Maßnahmen andere Meinungen haben als ich und die da auch äh vielleicht laute Meinungen zu haben, aber die würde ich immer noch im Rahmen des, diese Meinung kannst du haben, ansiedeln, ja? Ähm.
Tim Pritlove
Also man kann über Maß, man kann über alles, was passiert ist natürlich eine eine Meinung haben, solange man darüber auch noch äh halbwegs diskutieren kann, das ist ein ja, aber ich rede jetzt wirklich von diesem Vollextrem, also wirklich nur noch äh irgendwelche Parolen nachbrabbeln auf diese bekloppten äh äh Demos gehen an sich im Prinzip, damit Nazis gemeinsame Sache machen äh unterm Strich, ne. Wie diese eine hat mir das nicht hier auch irgendwie und dann gab's doch diese eine Frau, das haben wir hier kurz erwähnt, ne, die dann also wirklich noch so auf dieser Demo live interviewt wird, Ja, ich sehe aber hier keine Nazis so, während wirklich Liter League in dem Moment hinter ihr wirklich so einer mit mit den äh üblichen Nazi-Emblemen äh hinter ihr, von links nach rechts geht. So und das Das ist halt so ein bisschen ähm der Punkt, wo ich mir denke so, ja, nee, das muss ich jetzt auch nicht geil finden. Aber das Problem sind diese Leute, die eben dann auch für sich die Wahl treffen, zu führen So und da gehört einfach dazu und dann kann er früher noch so geile Interviews geführt haben. Ja, das das hilft dann äh auch nicht mehr. Man kann sie halt einfach nur mit dem bewerten, was sie jetzt gerade tun und das ist halt leider einfach. Nicht okay.
Linus Neumann
Aber genau das fand ich hier an dem Kommentar eben auch das äh Bemerkenswerte, dass dass das getan wird, ja? Und das ist das, deswegen habe ich mir diese Zeit genommen und das auch mal so lange Kommentare oder diskutieren wir eigentlich auch hier in der Regel nicht so so ausführlich, ne? Aber das fand ich mal ganz spannend. Ähm na ja, okay, kommen wir, kommen wir zur zur anderen Scheiße.
Tim Pritlove
Zum Ausspähen, was gar nicht geht.
Linus Neumann
Geht nicht.
Tim Pritlove
Also unter Freunden.
Linus Neumann
Das BND-Gesetz soll ja novelliert werden, ähm, Der aktuelle Status quo ist ja eben auch bekanntermaßen durch das Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig äh abgeurteilt worden, Lokbuchnetzpolitik berichtete und jetzt, müssen die eben das Ziel haben, mit einem neuen BND-Gesetz eben diese verfassungsgemäßheit wieder herzustellen. Und da wurde jetzt vor Kurzem. Der Referentenentwurf herabgereicht, ja und das ist sehr spannend. Ist hundertneununddreißig Seiten lang. Alte BND-Gesetz, was wir zwanzig sechzehn hatten, war ähm irgendwie, um einiges kürzer, ja? Oder zumindest nicht so so ausführlich, aber es wird jetzt eben vollständig neu geschrieben. Das Alte hat sechsunddreißig Paragraphen Davon sollen nur die ersten beiden Abschnitte bestehen bleiben, neunzehn bis zweiundsechzig werden neu gefasst. Paragraphen neunzehn bis zweiundsechzig, wenn äh neu gemacht, das heißt, ne, jetzt eine sehr viel umfassenderes, Gesetz. Und die Verbände haben also das ist ja dann so die Referentenentwürfe werden gerne mal den interessierten Verbänden zur äh Kommentierung vorgelegt. Da wird gesagt, könnt ihr jetzt irgendwie was machen. Und dann wurde eine Woche gegeben. Was dann natürlich auch von den Verbänden. Ähm nicht so grundiert wurde. Ähm. Und ich habe mir jetzt hier mich äh insbesondere ähm daran gehalten, an die an die Einschätzung von Eco. Und Eco muss man jetzt noch mal dazu sagen. Ecoverband der Internetwirtschaft ist das, glaube ich, ne, für ähm, wir hatten einen den Vertreter von Eco bei uns in der Logbuch Netzpolitik dreihundert oder was ist die dreihundert? So lange her, dass wir ein Live-Event gemacht haben. Mit Klaus Landefeld, ja. Ähm. Kann man eigentlich auch immer wieder äh nochmal empfehlen, diese Sendung und auch insbesondere das Interview mit Klaus, Internet, Titan, Netzpolitik, Titan und da äh glaube ich zu der Zeit hatten, sprachen wir auch mit ihm eben über diese Klage gegen das PND-Gesetz und so. Ich glaube, da war die noch nicht entschieden oder war die da schon entschieden? Ihr werdet die Antwort erfahren, wenn ihr die Sendung euch nochmal anhört. Okay, ähm. Also, ich möchte ein bisschen darauf eingehen, was also in der Ecostellungnahme äh kritisiert wird. Zuerst einmal, wird der der BND die soll die Rechte eingeräumt werden, Anbieter im Ausland hacken zu dürfen und sowohl bestands, Verkehrs- als auch Inhaltsdaten ohne Wissen der jeweiligen Betreiber zu erlangen. Das ist also wirklich die Lizenz zum Hecken von, Telekommunikations- und Telemedienanbietern. Also sowohl irgendwie Mobilfunknetze als auch Clouds wollen die Hecken dürfen im Ausland, relativ krasse Nummer. Und spätestens, wenn du das im Ausland machst, dann heißt es halt auch wirklich, du musst da hacken ne? Du kannst jetzt nicht irgendwie bei den Amerikanern sagen, ey Leute, ihr habt ja bei uns auch überall so diese Tabs dran. Vielleicht können wir auch können wir bei euch auch vielleicht wie sieht der aus so, ne? Können wir? Nee, da musst du da, musst du dich da reinhecken? Und da kritisiert Eco natürlich, ist ja auch eine alte und lange Leier, dafür musst du Schwachstellen haben, diese Schwachstellen musst du geheim halten und damit betreibst du einen Raubbau an der eigenen Infrastruktursicherheit, und du stehst eben in Konflikt mit anderen Staaten und äh den Grundrechten der Bürger. Ausspielen unter Freunden, geht ja eben auch gar nicht. Und dann sagen, kritisieren sie, da kommen natürlich jetzt in diesem Gesetz eine Reihe juristischer äh Hütchenspielertricks, wo dann irgendwie Einschränkungen bei den Inhalten gelten, aber nicht bei den Metadaten, und diese äh diese Einschränkungen werden aber äh relativ. Gut umgangen, weil sie eben sagen, diese Metadaten und viele andere Personen bezaubernde Daten werden eben hier normativ in diesem Gesetz als nicht personenbezogen deklariert. Obwohl sie es sind Zum Beispiel Verkehrs- und Metadaten von Telefonaten, E-Mails, Messenger, Nachrichten, Surfen, Online-Banking, Navigationsapplikationen, Hotelbuchungen und sagen eher so, wenn das jetzt nicht direkt beim Sender oder Empfänger abgefangen wird, gilt das nicht als menschliche Kommunikation mit Personenbezug, Ja, also die deklarieren sich da wieder ganz viel raus in den in den Definitionen haben sie da eben noch einiges versteckt. Ähm natürlich kennt der Eco das Bundesverfassungsgerichtsurteil sehr genau und da stand drin, sie verlangen, dass die Filterungen, also die, Filterung nach Suchbegriffen, Wissenschaft dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen. In dem Gesetz wird jetzt nur vorgeschrieben, dass sie dem Stand der Technik entsprechen müssen. Und das ist natürlich ein spannender Punkt, weil das heißt einfach nur du brauchst den modernsten, Wenn es aber heißt, es geht auch um Wissenschaft und nämlich eine wissenschaftliche Evaluation deiner Filter und der Wirksamkeit, dann hat das was ganz eine ganz andere Bedeutung. Dann gibt es eine gnädige Begrenzung, auf dreißig Prozent der weltweiten Verkehre früher in einem früheren Gesetzesentwurf waren das fünfzig Prozent und das klingt klingt ja direkt ähm, wie nennt man das? Moderat, ja? Aber wenn du dir halt mal überlegst, was bei diesen dreißig Prozent der Welt, ne, dann dann steckt der Knackpunkt im Nenner, äh dreißig Prozent der Welt, sind eben ein Vielfaches von der, von den Verkehren in ganz Deutschland. Und dann machen sie sich noch relativ viele Gedanken eben über die Kontrolle, was ja der entscheidende Punkt dieses BND-Gesetzes ist. Sie müssen sich damit dieses, dieses Kontrollregime, auferlegen und da machen sie auch einige Schritte in die richtige Richtung, aber dann sagen sie zum Beispiel bei den schriftlichen Anordnungen, die eben auch kontrolliert werden müssen, nicht die Suchbegriffe genannt werden, sondern nur, was die Maßnahme erreichen soll Wenn aber die Suchbegriffe nicht genannt werden, dann kannst du natürlich als unabhängiges Kontrollgremium nicht, diese Maßnahme beurteilen, weil eben Ziel, Also Sinn und Zielgenauigkeit nicht unabhängig beurteilt werden, ne? Wenn sie sagen, ja wir konzentrieren uns jetzt auf die Taliban, So, okay, sagst du, ja, nee, das ist okay. Und wenn die wenn die dir aber eventuell dann die Suchbegriffe dazu zeigen, ne. Und ein Suchbegriff ist Allah oder so, ne, dann kannst du halt sagen, okay, Leute, das könnt ihr so nicht machen. Da sammelt ihr zu viel. Und ähm, Ansonsten kritisieren sie dann noch, dass mehrere klare Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich von Übergangsfristenzweckbindung und so weiter, nicht äh berücksichtigt werden. Also. Eigentlich auch spannend, dass dann dass dann eben dieser dieser unabhängige Verband, den nochmal das die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts erklären muss. Das ist dann schon auch irgendwie ein schlechtes Zeugnis für das Handwerk, was hier in diesem. Gesetzesentwurf schlummert und ja, wie gesagt, die Verbände hatten eine Woche Zeit, Dazu Stellung zu nehmen und noch im Dezember soll dieser Gesetzesentwurf vom Bundeskabinett verabschiedet werden und auf den Weg gebracht werden. Das ist natürlich schon, relativ stark, wenn man sich überlegte, dass sie sagen, ein Drittel der weltweiten Kommunikation wollen wir abhören, wir wollen Mobilfunk und Internetanbieter weltweit hacken, wir treffen dann irgendwie keine, wirksame Unterscheidung mehr zwischen Inhaltsdaten, Bestandsdaten und Verkehrsdaten. Sammeln eben sehr, sehr viel durch die Konzentration auf einen Meterdaten. Ich habe das ja hier oft ähm, erklärt, dass Metadaten letztendlich sehr schnell sehr viel aussagekräftiger sind als konkrete Inhalte, weil sie sehr viel schneller, umfassender und genauer zu analysieren sind. Ne, Inhaltsanalyse ist schwer. Metadatenanalyse ist einfach, und ähm mit der Datenanalyse ist sehr viel weniger Daten, die du dafür brauchst, sodass sie da dann eben, wenn sie sagen, ja da erfassen wir nur die Metadaten, dass eben ungeschulte denken, ach ja, okay, da wird die Kommunikation nicht abgehört. In Wirklichkeit wird aber Unmengen an personenbezogenen Daten erfasst.
Tim Pritlove
Wer hat uns verraten?
Linus Neumann
Andre Meister schreibt in seiner Bewertung der Geheimdienst, kann die Verkehrsdaten ganzer Mobilfunk und Internetanbieter vollständig auf Vorrat speichern. Ähm. Wenn er Deutsche, Telefon und Gerätenummern als Klartext speichert. Ja, weil deutsche Daten natürlich unkenntlich gemacht werden müssen. Bundesregierung ist aber weit weitgehend einig mit ihrem Ding und äh wollen das dann jetzt eben auf den, auf den Weg bringen. Den Gesetzesentwurf im Volltext hat äh Netzkritik, Ork natürlich auch wieder äh veröffentlicht daraus zitiere ich auch gerade Andre. Und ja äh noch in noch in diesem Jahr wird das dann jetzt schnell durchs Kabinett und, weiter geprügelt, werden wir sehen, wohin da die Reise geht.
Tim Pritlove
Telefonnummer als Hashtag ist natürlich eine tolle Idee. Die haben ihre Telefonnummer nicht abgehört. Wir haben nur den Steck benutzt.
Linus Neumann
Vor allem muss man ja sagen, also ähm eine Telefonnummer zu haschen ist, nur bedingt sinnvoll. Es gibt relativ viele Telefonnummern, ne, das ist richtig, aber der Raum ist endlich und der wenn du da jetzt Telefonnummern hast, viel Spaß, das kannst du noch knacken, Also, ne, das kannst also diese Mühe kannst du dir geben, vor allem, wenn du den äh wenn du da jetzt wirklich ähm, Na, also es ist einfacher irgendwie, ne, das ist ja dann eben nur ähm zehn hoch und nicht irgendwie vierundsechzig. Hoch. Und ähm deswegen kannst du Telefonnummern hashtag wie du willst, das ist keine wirksame Methode.
Tim Pritlove
Ich wollte hier nicht hashtag so als Hashtag benutzen.
Linus Neumann
Kannst du auch machen.
Tim Pritlove
Nach ihrer, wir haben nicht nach ihrer Telefonnummer geschaut, wir haben nur nach dem Hashtag haben wir noch einen Lattenzaun davor. Ja. Lattenzaun vorm Kopf haben die.
Linus Neumann
Wir bleiben immer noch bei der Überwachung, da gibt es ein also wieder ein ein interessantes Gerichtsurteil um. Tutannothar, ist ein E-Mail-Anbieter mit äh Sitz in Hannover, die ähm ja sagen wir mal. E-Mail versuchen zeitgemäß zu machen. Wenn E-Mails zwischen ähm tut er Note ähm. Accounts ausgetauscht werden, werden die automatisch von denen Ende zu Ende verschlüsselt. Und auch kannst du dort halt aktivieren, dass die E-Mails bei denen auf dem Server verschlüsselt gespeichert sind, was eine sehr sinnvolle Maßnahme ist. Wenn du das mit jedem anderen E-Mail oder mit vielen anderen E-Mail-Anbietern vergleichst, ne? Es gibt relativ viele, die es inzwischen machen, Tutanothe oder es gibt einige, die es inzwischen machen. Tutanuther ist eben einer davon. Und jetzt will aber die Staatsanwaltschaft Zugriff auf ein E-Mail-Konto haben und Tutanotha hat gesagt, naja dafür müssten wir ja jetzt, also das geht ja so nicht, weil wir haben ja nun mal diese, ne? Die Leute äh geben ein Passwort an und Keys werden dann generiert und da kommen wir gar nicht dran. Also wir können nicht da dran und sie müssen. Um das zu ermöglichen, muss Tuta Notha quasi einen gezielten Angriff auf seine Kunden machen. Das hat äh toter Notar, der hat ihm gesagt, so der geht gar nicht, das können wir nicht machen, das wollen wir nicht. Und jetzt wurden sie aber erneut vom Gericht, dazu gezwungen, das zu tun. Die hatten schon mal, glaube ich, letztes Jahr Ärger, da haben wir auch äh meine ich darüber gesprochen.
Tim Pritlove
Glaube ich auch, ja.
Linus Neumann
Und ähm jetzt. Wird es, werden sie ihm gezwungen, eine Überwachungsmaßnahme für die neu eingehenden und verschlüsselten E-Mails. Bereits verschlüsselte Daten und ohne zu Ende zu Ende verschlüsselte E-Mails äh. Kann, tut der Notar nicht ähm entschlüsselt, geht einfach nicht, aber sie müssen eben ähm, Sie müssen, werden jetzt gerichtlich dazu gezwungen, das zu tun. Aktiv ihren eigenen Kunden oder ihre Kundin anzugreifen. Ich habe ja gesagt, es gibt noch andere E-Mail-Anbieter, die das tun. Ähm, Ich habe jetzt hier gerade den heißen Artikel dazu auf, die nennen die auch, zum Beispiel Proton-Mail, Posteo, Mailbox ORG bieten das als als Option an, dass du eben sagst, okay, ne, ich möchte, dass die Daten bei euch verschlüsselt werden und dann kannst du auch, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sagen und ich will. Also standardmäßig verschlüsseln, die den Kiel mit deinem Passwort und du kannst dann eben auch noch sagen, nee, ich will ein getrenntes Passwort für diesen Key haben. Weil ich euch damit nicht traue, was ihr da tut.
Tim Pritlove
Wann gibt man den ein? Also, an welcher Stelle entschlüsselt man das?
Linus Neumann
Du loggst, also, in der in der Basiseinstellung logst du dich ein und mit deinem Passwort wird dann der Key entschlüsselt, der zum Lesen der E-Mail gebaut wird. Ich habe mir die Architektur jetzt in diesen Fällen nicht grade noch mal angeschaut, aber üblicherweise ist das der Gestalt gelöst, dass der Key verschlüsselt auf dem Server liegt. Ja? Und der wird dir dann, wenn du dich, es sind ja immer so webbasierte Dinge. Das kannst du ja nicht umsetzen mit, mit iMap und SMTP und oder, oder so, ne? Sondern du, du bedienst diese äh Dinger aus einer eigenen App oder aus einem Webinterface und das Webinterface, Gib dir den verschlüsselten Verschlüsselungsschlüssel vom Server, und du gibst dann eben in dem Browserfenster den das Passwort ein, um diesen Schlüssel zu entschlüsseln.
Tim Pritlove
Okay, also die Entschlüsselung findet quasi im Browser auf meinem Computer statt.
Linus Neumann
Im Browserkontext bei dir, genau. Und das wären dann eben natürlich auch die. Entsprechenden Angriffspunkte, die in Java-Skript unterzumogeln, was das Passwort mopst, ähm in Zukunft eben diese Verschlüsselung mit einem zweiten Schlüssel zu machen und so weiter. Wir befinden uns hier genau in, dem Thema was die Krypto jetzt hier wieder angehen wollen, ne? Anbieter wird gezwungen. Gegen dich vorzugehen. Und genau das haben wir jetzt hier in einem, ähm in einem Strafverfahren durch einen Gerichts äh Urteil in Deutschland ohnehin schon. Ja, das ist nicht ist keine gute Entwicklung. Tut der Note äh wehrt sich natürlich auch da oder also können sich ja jetzt gar nicht mehr so dagegen wehren. Sie wurden jetzt dazu verurteilt, aber sie ähm. Sagen eben, dass das Urteil, der kommt jetzt diese kommt die juristische Komponente dich nicht so genau beurteilen kann, aber das Gericht sagt quasi Tutanotha ist ja ein Mitwirkender bei der Erbringung von Telekommunikationsdiensten, Auch wenn. Ein Telemediendienst ist und eben deswegen kein Telekommunikationsdienstbetreiber ist. Und aber das Gericht sagt eben ja, aber ihr wirkt ja daran mit und deswegen äh müsst ihr das jetzt auch machen. Naja, das E-Mail-Konto, was sie da im Zweifelsfall angreifen wollen, liest liest wahrscheinlich auch die Nachrichten und sieht, aha, okay, mein tut da Notekonto ist jetzt vielleicht nicht mehr sicher. Ich muss mir vielleicht ein anderes Konto suchen, ne.
Tim Pritlove
Das ist insofern jetzt rechtskräftig, als dass sie jetzt schon reagieren müssen und sie meinen, sie würden jetzt bitte Entwicklung der Überwachungsfunktion beginnen, so. Ähm aber trotzdem wird Beschwerde eingelegt gegen das Urteil. Genau.
Linus Neumann
Beschwerde ein, aber das hat keine aufschiebende Wirkung, ja. Tja. Nee, das ist also und es, ja, es geht wieder darum natürlich, also in diesem, das ist natürlich jetzt wahrscheinlich wieder irgend so ein Einzelfall, also wenn ich das. Richtig erinnere ist das eben eine kriminelle Person, die diesen, ja klar, die diesen ähm, In diesem E-Mail-Account benutzt und wenn ich das da muss ich jetzt sagen, das habe ich nur im Kopf, das steht hier nicht, aber ich glaube, dass die dass die irgendwelche Erpressung oder irgendwie so etwas macht, ja? Keine Ahnung. Ähm, dann denkst du dir in dem Einzelfall, na ja, das wäre schon gut, wenn das, wenn die Polizei irgendwie es schafft, dieser Person das Handwerk zu legen, aber wenn du dann eben denkst, so, naja, wenn, damit eben. Sicherheitsfeatures aktiv angegriffen werden, die eben die Kommunikationsinhalte dieses E-Mail-Kontos angehen, dann ist das eben ein gefährlicher Präzedenzfall. Und es wird eben leider, das muss man ja immer betonen, eben nicht bei diesen einzelnen Ausnahmen bleiben.
Tim Pritlove
Hier ist auch noch, ich bin mir gerade nicht sicher, hast du das schon erwähnt, also dass die meinen, die Überwachungsmaßnahme betrifft, nur neu eingehende Mails.
Linus Neumann
Genau, nur neu eingehen, also in der Retrograd können sie das nicht, das ist auch gut, aber ähm. Ja, sie müssen's jetzt halt für die neu eingehenden machen. Das ist trotzdem schlecht. Ja, es geht um einen Fall von Erpressung. Hat solche. Tja, ich halte das ehrlich gesagt für unwahrscheinlich also das Ziel der Ermittler soll ja sein, dass sie aus diesen E-Mails, Hinweise auf die Täter erlangen können, aber wenn die Täter dieses E-Mail-Konto nutzen, um mit ihren Opfern zu kommunizieren, dann wird da im Zweifelsfall auch kein Hinweis auf die Täter drin sein. Aber okay. Nun ja, dann wollte ich eigentlich nur noch mal zur Corona-Warn-App zurückkommen. Weil sich zu meinem großen Missfallen inzwischen ausführlich dieser Unsinn manifestiert hat. Die Corona-Warn-App funktionieren nicht wegen des Datenschutzes. Das wird, ehrlich gesagt, jetzt überall einfach, problemlos nachgeplappert von irgendwelchen Leuten, die wirklich keine Ahnung haben. Und wenn du die dann fragst und sagst, könntest du bitte, Oder könnten Sie bitte ein Beispiel nennen, wo die Corona-Warn-App nicht funktioniert. Wegen des Datenschutzes. Ja, oder spezifisch vor allem die Warnfunktion nicht funktioniert wegen des Datenschutzes. Können sie mir bitte ein Beispiel nennen? Dann bleiben die Personen dieses Beispiel schuldig. Die haben aber kein Problem damit, das weiter zu behaupten. Finde ich äh wirklich interessant. Niemand kennt ein Use, wo Datenschutz die Epidemieologische Wirkung dieser App behindert, Das heißt nicht, dass es mit der App nicht Probleme gibt. Wir haben da ja ausführlich drüber gesprochen, dass Leute Probleme haben durch die App auf ihr. Äh äh Testergebnis hingewiesen zu werden, dass es teilweise Probleme gibt. Wenn du irgendwie deinen zweiten Test hast und der erste noch da drin ist, dass die App dich nicht einen neuen Test einlesen lässt und so, ne, das Ding ist wirklich ähm nicht frei von Problemen. Aber Datenschutz ist kein Problem.
Tim Pritlove
Ja ähm Herr Lehrer, darf ich mich kurz melden? Ne. Erinnerst dich noch an unsere allererste Diskussion zu dem Thema mit der Corona-Warnapp? Da hatten wir irgendwie so als wir sozusagen diese diese Struktur einer möglichen App äh diskutiert haben, also die Grundidee und ähm da ging's ja auch um dieses, so, kann ich, herausfinden, wo ich jetzt einen Kontakt hatte, ne. Und das ist ja tatsächlich etwas, was aus Datenschutzgründen auch limitiert ist. Das ist, muss man sagen, nicht unbedingt nur wegen der Corona-Warn-App, sondern mittlerweile eben auch das durch das zugrunde liegende Framework, was eben viele solcher Informationen auch gar nicht erst heraus gibt, aber klar so diese ganzen Begegnungen, die man so hat, sodass man danach nicht weiß, wann es jetzt eigentlich wirklich war, also das äh das ist äh sicherlich etwas, was man debattieren kann, Großen und Ganzen gebe ich dir natürlich recht, sehe ich das genauso, dass die Grundfunktion auf gar keinen Fall dadurch eingeschränkt ist, aber man kann darüber diskutieren, ob man bestimmte Sachen äh lockerer handhaben sollte.
Linus Neumann
Genau diesen diesen Punkt, den du gerade sagst, hört man, Am meisten, wenn Leute sagen, ja, Datenschutzbehindert die App, wenn ich eine Warnung erhalten habe, steht da nicht, wo ich war, Leute, wenn ihr die Warnung erhalten habt, dann hat die App schon funktioniert und du hast eine Warnung bekommen. Das heißt, irgendwie zu sagen, die App funktioniert nicht, ist in, ab dem Moment, wo du eine Warnung hast, sowieso schon verkehrt. Das, also ne, das muss man halt mal ganz klar sagen. In dem Moment hast du die Warnung erhalten, per Definition funktioniert.
Tim Pritlove
Ja ich meine ja auch vorher sozusagen, wenn man eben noch nicht wirklich gewarnt wurde, dann diese ganzen Begegnungen hat und dann immer nicht einschränkt äh einschätzen kann, wo man die denn jetzt eigentlich gehabt hat.
Linus Neumann
Ich, also ne, das ist eine das ist eine ähm das ist eine ähm. Vielleicht feine Einschränkungen, aber das also der Ort, das habe ich auch immer argumentiert, der Ort ist. Für den Punkt. Du hattest eine Begegnung und insbesondere die roten Begegnungen unerheblich. Und er ist es erst recht bei den Grünenwarnungen. Ne, also man muss, ich finde, um das, ganz kurz, ganz kurz, um das Argument zu machen, die App funktioniere nicht, muss man die Funktion verstanden haben. Und die Funktion ist, sie warnt, und wenn du irgendetwas an diesen Warnungen, wenn dir etwas an den Warnungen nicht gefällt, finde ich das total in Ordnung, das Argument vorzubringen ähm die Warnungen sollten informativer sein oder sonst was. Ist völlig in Ordnung, kann man machen. Ich habe ja auch, ähm also es gibt eine ganze Menge, Dinge, die man an dieser App verbessern könnte, ne. Ich habe ja selber auch noch mal einen Beitrag auf Reise geschrieben und gesagt, hier Cluster-Erkennung und so, ne, all das, ne, aber zu also daraus abzuleiten, die App funktioniert nicht, wegen des Datenschutzes, ist eben nun mal leider falsch, kannst du so nicht sagen.
Tim Pritlove
Wollte ich damit auch gar nicht sagen, ne. Ich wollte nur sagen, es gibt, durchaus Bereiche, also dieses äh gerade in letzter Zeit so äh diese diese ähm wie heißt das? Ähm diese Begegnung Risikobegegnung, glaube ich, ist die Bezeichnung in der äh App, ja, die sozusagen noch nicht zu einer, Warnung mit hier du warst in der Nähe von äh jemanden, der sich also infiziert gemeldet hat für ein, Zeitraum und mit nennenswerter Nähe, ja? Das ist das eine, da hast du natürlich komplett recht Das andere wäre aber eine hilfreiche Information, wenn man zumindest mal einschätzen könnte, so, oh, ich war diese Woche einmal im Supermarkt und jetzt habe ich irgendwie drei Risiko, Begegnungen, die allerdings nicht mich jetzt gleich als, gehe mal zum Doktor äh einschätzen, Wäre schon hilfreich, wenn man so ein Gefühl dafür bekommt, äh bekommen würde, so an welchen Tagen man eigentlich überhaupt auf einmal Leuten begegnet ist, die sich später als infiziert gemeldet haben.
Linus Neumann
Absolut richtig, aber noch mal hat nicht also das ist wäre schon hilfreich, ist nicht übersetzbar in diese App funktioniert nicht. Das ist äh einfach eine eine Unsinnsbehauptung und wenn jetzt irgendwie diese Woche einen interessanten äh Austausch mit äh diesen Zeit-Podcast dann da, die das auch behauptet haben. Und ich dann gesagt habe, das ist leider nicht korrekt. Und dann haben die irgendwie noch behauptet, sie hätten das nicht gesagt. Wo du sagst, Leute hier ist ein Podcast. Tut mir leid, ich habe da Erfahrungen mit, was der einmal gesagt hast, kriegst du nicht mehr Fekt. Man musste dann schon zustehen. Und da haben sie irgendwie behauptet, ich würde Unwahrheiten behaupten. Und dann wollten sie irgendwie, wollten sie sagen, ja, funktionieren und warnen oder so wäre ja ein Unterschied. Und es ist wirklich so, es ist, ich finde es haarsträubend wie ja Leute halt einfach so was, nachplappern, der Datenschutz ist schuld, ne? Weil wir alle, und das muss wir das jetzt auch gar nicht, spezifisch auf diese Zeitpodcaster projizieren, weil das eben auch ganz viele andere machen. Und ganz viele andere machen das so ausführlich, dass es selbst bei den in der Regel sehr gut informierten und ähm auch ja nachdenklichen und sich Zeit nehmenden Zeit-Podcastern auch schon ja in im Prinzip als wahr übernommen wurde. Ja, dass sie das ja wiedergeben, als wäre das eben eine allgemeine Wahrheit, äh die man auch nicht mehr belegen muss. Und das empfinde ich dann doch äh recht äh beachtlich für eine, dann doch eben durch nichts zu belegende Äußerungen, dass die sich in Deutschland so, ausführlich hält, einfach nur weil ein paar Überwachungs äh Hardliner sagen, ja ich will bei den Leuten in der Wohnung kontrollieren und ich will hier, ich will das wie in Südkorea haben, da hat das mit der App funktioniert, obwohl die wo sie nicht checken, dass das einfach daran liegt, dass in den asiatischen Ländern die Leute ohnehin einfach verstehen, was Hygiene ist und das eben auch anwenden, na ja. Also, ich möchte nur nochmal betonen, diese App funktioniert und ähm, und zwar so gut wie es eben geht mit diesem Bluetooth Ding und zwanzig Millionen Nutzerinnen. Mit anderen Funktionen für die Clustererkennung und vierzig oder achtzig Millionen Nutzerinnen würde die durchaus besser funktionieren. Mit anderen Mechanismen für die Testergebnismitteilung würde die besser funktionieren, aber, in der Regel ist das nicht ein Problem dieses Mess und äh Warnkonzeptes und das bitte ich zu unterscheiden.
Tim Pritlove
Das tun wir jetzt auch.
Linus Neumann
Du ohnehin, du machst das ja, Tim.
Tim Pritlove
Ja. Gott sei Dank.
Linus Neumann
Ähm ich wollte nochmal, also warum ich das so ein bisschen ärgert ist, weil wir haben jetzt irgendwie lang genug Pandemie und ich ich finde, ich habe jetzt auch in letzter Zeit gemerkt, dass Pandemie ist ja auch was spannendes Also ich will man will ja auch darüber lernen, ne? Man will sich dann über Impfstoffe informieren. Man will wissen, was Messenger, RNA ist, man will, Ja, hier, ich höre dann immer, hier Pavel und dich an, wie ihr über die Zahlen redet und ne, man will das ja auch vielleicht so ein bisschen verstehen. Also habe ich gedacht, Aber vielleicht hebe ich Hege ich da auch den falschen Anspruch an die Leute.
Tim Pritlove
Ja, wir sind halt so äh immer alles wissen müssen, Nerds, das geht nicht unbedingt immer allen Leuten so. Manche sind auch glücklicher damit, wenn sie nicht alles wissen.
Linus Neumann
Und naja, die wissen das ja dann trotzdem.
Tim Pritlove
So
Linus Neumann
Na ja, ansonsten gibt's jetzt noch irgendwie, haben die haben hat irgendein Start-up es geschafft, die fantastischen vier für ihre App zu äh zu begeistern? Wo sie irgendwie die Daten verschlüsselt an das Gesundheitsamt speichern sollen. Ähm mir ist, ich habe ehrlich.
Tim Pritlove
Fantastischen vier.
Linus Neumann
Kennst du die? So eine Rappergruppe aus den Neunzigern.
Tim Pritlove
Die kenne ich aber, was hat das mit einer App zu tun.
Linus Neumann
Ja, wenn du eine Applaunch musst du ja irgendwie einen coolen Influencer haben in einer also die App kommt, glaube ich, aus Stuttgart und da haben sie eben.
Tim Pritlove
So verrückter beim Stuttgart.
Linus Neumann
Coolsten Stuttgarter, die es gibt.
Tim Pritlove
Oh Mann.
Linus Neumann
Haben sie die coolsten Schwaben, die sie finden können, genommen und äh da waren eben die fantastischen vier. So und dann ähm. Bin mir nicht ganz sicher also dass ich wurde von vielen journalistinnen gefragt ob ich diese App beurteilen kann und da habe ich halt gesagt die funktioniert nicht in Berlin kann ich nicht beurteilen. Aber wenn ich das richtig verstehe, geht das so also die soll, Prinzip eine datensparsame Ersatz für die Wirtschaft sein. Also die sagen, wir lösen das Problem Zettelwirtschaft. Und, jetzt muss man natürlich äh um die App fair zu beurteilen, eben sagen, ja, diese Zellwirtschaft ist ja auch eine ähm, gesetzliche Vorgabe. Ja, der die zu erfüllen. Ja auch nicht optional ist. Und die sagen eben, okay, hier, ne, wir machen das mit einem QR-Code und in diesem QR-Code sind im Prinzip. Deine Kontaktdaten verschlüsselt an den Schlüssel des Gesundheitsamtes. Und du hinterlegst jetzt an der Venue, ja, dem Restaurant oder der Konzert Fanta Vier-Konzert, dann gibst du denen diese verschlüsselten Daten und die können deine die können deine Daten quasi jetzt nichts entschlüsseln. Du kriegst keine Creepy Anrufe von der Dame am Einlass oder so, ne? Aber wenn die jetzt dann einen Corona-Fall haben, dann können die diese Daten dem Gesundheitsamt geben. Das Gesundheitsamt kann die entschlüsseln. Und das bekommt eben dann nur in dem Fall vor, wo sie diese Daten weitergeben müssen. Ich denke, das sollte man äh durchaus würdigen, dass das auch ein, potentiell sinnvolles Konzept sein kann. Und gleichzeitig liegen die Daten erstmal nur bei deinem Restaurant oder deiner Venue und da werden sie dann irgendwie nach ähm, vierzehn Tagen gelöscht. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass der Satz, die liegen nur bei deinem Restaurant nicht ganz der Wahrheit entspricht. Ich glaube, die liegen eher bei denen in der Cloud, aber das, ist jetzt nur eine Vermutung. Und ähm, sie werben eben damit, dass die Gesundheitsämter jetzt eben begeistert seien. Ich kann auch verstehen, dass die Gesundheitsämter begeistert sind, weil die sonst da irgendwie mit diesen Zellen liegen, ne? Ich hatte das ja hier auch schon alles, alle Probleme gewürdigt, Zettel nicht lesen, Lichtleserlich nicht ordentlich ausgefüllt. Äh Donald Duck war viel zu oft da Essen und so weiter und so fort, ne. Kann ich verstehen, dass die Gesundheitsämter da begeistert sind. Ich muss aber andererseits auch sagen, ganz ehrlich, Ich habe nicht den Eindruck, dass die Gesundheitsämter hier die entscheidenden. Die entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen. Die sind seit Monaten überfordert mit der Menge an Kontaktverfolgung, die sie durchführen müssen. Und die funktionieren de facto äh nicht, egal, ob sie da auf einem Zettel oder digital bekommen. Und ich glaube, dass die auch viel zu langsam sind und bei dieser gesamten Alarmierung geht es ja eigentlich eben darum, dass es schnell geht, und bei dieser schnellen ähm Alarmierung habe ich den Eindruck, ist die das Konzept, was die Corona-Warn-App anwendet, eben immer noch überlegen. Und da jetzt irgendwie schneller die Daten an das Gesundheitsamt Fax zu bekommen. Äh ich würde einfach sagen, das Gesundheitsamt ist da eher das Problem als die Lösung. So mein Eindruck. Ich weiß nicht, wie du das siehst.
Tim Pritlove
Mir fehlt da der konkrete Einblick um das äh abschließend beurteilen zu können. Ich meine ähm, ein bisschen einfach zu sagen, die sind das Problem Hauptproblem, denke ich, ist das Verhalten der Leute. Und äh das führt äh dazu, dass diese Infektionen stattfinden und es ist natürlich äh selbstverständlich, dass, es ab einem bestimmten Menge schwierig wird. So, ja, Gesundheitsamt ist nicht unbedingt jetzt dafür gebaut für so eine Pandemie. Man kann natürlich jetzt äh kritisieren, das werden wir jetzt auch gleich noch tun, dass die entsprechenden Stellen nicht äh ausreichend aufgebaut werden, Aber ist ja dann nochmal eine andere Aspekt der ganzen Geschichte. Also ich tue mich ein bisschen schwer mit so einem äh pauschalen Gesundheitsamt äh bashing. Ich bin mir sicher, da sitzen auch viele Leute, die ihr Bestes versuchen Nur das Ganze, Ja, also diese, ich meine, unsere permanente Klage ist, sagen wir mal, diese diese gesamtmentale, in Bezug auf Digitalisierung. Ja, das ist einfach diese da, da gibt's einfach keine Automatismen. Man man muss wirklich äh den Apparat unseres Staates noch zum Jagen tragen, So und das äh hätte man sich schon wünschen können, dass das mittlerweile einfach ähm. Vorbei ist, aber ist halt noch nicht vorbei. So, dauert einfach noch ein bisschen. Andere Länder haben sich da auch nicht gerade mit rumbekleckert. Meine Einschätzung zum Beispiel war, dass dieses. Notification System, was ja letzten Endes in Kalifornien umgesetzt wurde von Apple und Google, in den USA mit Begeisterung aufgenommen wird und dort umgesetzt wird. Ich habe noch nicht davon gehört, dass mir auch nur äh als Sechs-Staaten da in irgendeiner Form äh dran teilnehmen, Also innerhalb der USA äh geschweige denn, dass dass ich da jemals irgendwelche Erfolgsmeldungen gelesen hätte, Also offensichtlich. Sind da nochmal ganz andere Mechanismen äh äh kaputt, so, aber man kann jetzt Kalifornien, die das nicht unbedingt grade vorwerfen, dass sie irgendwie einen eingeschränkten Zugang zu Digitalisierung haben. Äh, Also es äh bleibt schwierig und es wäre auf jeden Fall gut, wenn der Gesundheitsapparat der Bundesrepublik Deutschland oder generell natürlich auch in Europa hier äh noch weiter den digitalen Weg voranschreitet, damit's vielleicht auch irgendwann nochmal besser werden kann. Aber, Das ist ja gar nicht so einfach, wie wir gleich im nächsten Punkt sehen werden.
Linus Neumann
Ja, ich würde noch ganz kurz anmerken, du hast natürlich Recht. Das war halt nicht in Ordnung, von mir zu sagen, dass Gesundheitsamt ist das Problem. Das ist äh nicht, das ist nicht adäquat und nicht zutreffend. Ich wollte zum Ausdruck bringen, ähm, die Idee, das über Gesundheitsämter regeln zu wollen und denen das funktioniert ab einer gewissen Anzahl eben nicht mehr. Und diese Anzahl haben wir im Moment, ne? Das heißt, wir wir, können uns nicht mehr und das sagen die Gesundheitsämter ja auch selber, ne, dass sie sagen, so, das Infektionsgeschehen ist so, umfassend und so viel, dass wir diese Arbeit, diese Kontaktverfolgung nicht mehr machen können. Die ist. Umso sinnvoller und umso effektiver je weniger Infektionsgeschehen du hast, weil du dann nah daran bist, ähm das vielleicht in den Griff zu bekommen, Wenn du irgendwann hier die, die Kettenreaktion im vollen Gange hast, bringt dir das eben nichts mehr, dann bist du, hast du genau das, was wir jetzt auch an den Zahlen sehen, ne, dann kannst du vielleicht mit der besten Möglichkeit, die zum stagnieren bringen, durch deine Arbeit als Gesundheitsamt, aber, Das eigentliche Ziel und das hast du auch ja gerade genau richtig gesagt. Das eigentliche Problem ist natürlich nicht das Gesundheitsamt, sondern das Virus. Und alles, was, die Verbreitung des Viruses ermöglicht. Da ist nicht in Ordnung von mir gewesen, da zu sagen, das Gesundheitsamt ist das Problem.
Tim Pritlove
Nochmal auf diese Datenschutzthese äh zurückzukommen. Diese Aussage impliziert ja irgendwie so ohne Datenschutz wäre es irgendwie viel besser geworden. Und das, bezweifele ich.
Linus Neumann
Ja ja.
Tim Pritlove
Noch noch viel mehr, ja? Also äh abgesehen davon, das haben wir ja hier in zahlreichen Sendungen schon thematisiert, dass ich der Meinung bin, dass, da bezweifle ich schon, dass überhaupt eine funktionierende technische Realisierung äh zustande gekommen wäre da habe ich wirklich meine Zweifel dran. Äh von der Sicherheit mal ganz abgesehen, ja, also Heckereien hätten da stattgefunden und dann hätten wir sicherlich nicht so Zahlen wie dreiundzwanzig Komma fünf Millionen Downloads der App, sondern vielleicht eher so zwei Millionen Downloads der App und dann hat sich das Thema eigentlich auch schon erledigt.
Linus Neumann
Ja, absolut. Okay, sagen wir mal, Also das was wäre denn jetzt so sich jetzt mal so das RKI anguckt und die Gesundheitsämter und dann hast du hier so eine App, ne? Was wäre denn eine sinnvolle Möglichkeit, jetzt so zwanzig zwanzig, wo würdest du denn beim RKI investieren?
Tim Pritlove
Teint, In der IT-Abteilung natürlich, weil wenn man sich so anschaut, wie sie damit zu kämpfen haben, Daten ordentlich zu verwalten, rauszuhauen, äh Übersichten zu liefern, Zugänge, einheitliche Standards und Formate. Da bedarf es einer gewissen äh, äh Pavel hat gerade im letzten UKW davon berichtet, dass äh noch eine Stunde darauf verwendet hat, irgendwie ähm die Daten nochmal richtig zusammen zu bürsten, weil ihnen, Landkreis in ihren Daten äh auf einmal aufgetaucht ist, denen es gar nicht gibt. Da gab's auch einmal einen Landkreis Aachen, der existiert nicht. Und ähm so eine Korken.
Linus Neumann
Könnte man ja einfach mal mehr Stellen beantragen.
Tim Pritlove
Einfach mehr Personal einstellen, das wäre schon mal ein Anfang.
Linus Neumann
Hat das RKI gemacht? Weißt du was, die haben gesagt, ja, wir hätten gerne achtundsechzig neue IT Stellen.
Tim Pritlove
Ich glaube, es waren achtundsechzig Stellen und davon war der Großteil IT. Das ist nicht in den Meldungen, die ich gelesen habe, nicht konkret quantifiziert worden.
Linus Neumann
Stimmt, der Satz ist nicht eindeutig, äh aber hier steht seit Jahren warnt der Personalrat des RKI die Politik, die Behörde braucht er dringend mehr IT-Spezialisten. Doch anstatt der beantragten achtundsechzig Stellen bekommt das Institut nun gerade einmal vier. Ja, kann man auf auf zwei Seiten. Auf jeden Fall, also ich denke achtundsechzig hätten die hätte man denen ruhig geben können, ja und. Ich kann mir jetzt nicht also wenn du sagst so, ey, willst du in der, willst du eine neue IT-Stelle im RKI haben, haben die jetzt gerade bekommen? Das eine. Äh gibt vier neue Stellen. Da kannst du dir aber auch sagen, so hui ui ui, da musst du aber ganz schön schnell deine IT machen. Also, ich meine, das ist gerade der die wichtigste Bude in Deutschland, in in dieser ganzen Pandemiebekämpfung, die haben ja auch ordentlich Daten. Und ich kann mir nicht vorstellen, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie man da auf vier neue Stellen kommen kann, Also selbst wenn die gesagt hätten, sie hätten gerne zehn, hätte ich gesagt, nimmer zur Sicherheit zwanzig. Du weißt ja nicht, was für Vögel da kommen und wir wollen ja auch nicht, dass ihr gestresst seid. Vielleicht wollt ihr auch einfach perming machen oder was auch immer, aber vier neue Stellen in einer Pandemie, wo du irgendwie grade, weiß nicht, wie viel Millionen für irgendeine App ausgegeben hast, da kann ich irgendwie nicht verstehen.
Tim Pritlove
Also das ist mir auch ein Rätsel und ich habe so ein bisschen das Gefühl, kann das sein, dass das eine Ente ist? Also das das kann doch nicht das kann doch nicht ihr Ernst sein. Also wir würden ja selber jetzt ohne ohne, dass ich mit diesem Apparat viel zu tun habe, mal so locker zehn Baustellen einfallen, wo mal dringend was besser gemacht werden müsste. Und in jeder dieser Baustelle kannst du mal locker zwei, drei Leute mindestens gebrauchen, damit du da irgendwie auch ein Team hast, was äh ein nennenswerter Zeit auch vorankommt, Und das muss ja auch jetzt keine Stellen für die Ewigkeit sein. Ich meine, könnte man ja zumindest mal für die nächsten zwei Jahre vielleicht mal erstmal. Schreiben und dann gucken wir mal, was bei rauskommt und Pipapo. So.
Linus Neumann
Also ich glaube nicht, dass das eine Ente ist, weil ob also auch wenn es von der Welt, beziehungsweise Welt am Sonntag ist, stehen da äh Namen, respektabler Journalisten dran an dieser Meldung und ähm. Ja, also ja genau, man man fragt sich dann schon, ob das irgendwie so ein. Erster, zweiter Adventswitz ist oder so, aber ähm ja, der allen. Der Obmann, der FDP-Bundestagsfraktion im äh Gesundheitsausschuss sagt, denke ich sehr treffend. Dafür kriegen wir jetzt die Quittung in der Pandemie, die so sind die Meldungen per Fax, telefonische Quarantänekontrolle, die CL-Wirtschaft mit dafür verantwortlich, Gesundheitsämtern schon bei vergleichsweise geringen Fallzahlen die Überlastung droht. Ja hier nochmal Entschuldigung an die Gesundheitsämter, wer mit dem Fax arbeitet. Wir wissen natürlich nicht, wie viele Fax Operator die stattdessen jetzt angestellt haben, ne, dass sie sagen so, vielleicht haben vielleicht haben die auch einfach kurz überlegt und haben gesagt, so IT, Ich habe doch gar kein AT. Machen wir das doch mal mit mit vier Stellen. Das reicht auch für eure fünf Gameboys, die da auf der Toilette liegen. Der Entwurf kam von der Bundesregierung und ist durch den Haushaltsausschuss gegangen.
Tim Pritlove
Ja, also wie gesagt, also vielleicht gibt's ja noch irgend so eine Geheiminformation mit einer äh es gibt aber einen anderen Pfad, über den wir die dann äh bestätigen und das läuft nicht über den Haushaltsausschuss und jetzt ist das sozusagen so berichtet worden. Sowas könnte ich mir fast noch vorstellen, weil ich kann mir einfach, ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass also ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Es ist einfach wirklich äh.
Linus Neumann
Kann ich mir aber die meisten Sachen, die wir hier erzielen nicht, ne, muss ich auch sagen.
Tim Pritlove
Ja gut, ich meine, da da schneidet man sich natürlich jetzt wirklich ins eigene äh Fleisch und ich meine, das ist äh einfach so offensichtlich, dass man hier auch. Daten und mit Datenverarbeitung, Statistik, Aufbereitung, wissenschaftlicher Aufbereitung äh aber eben auch mit dem Ausbilden von von APIs, Schnittstellen und so weiter, einfach eine Menge, ähm auch eine Menge Dritte mit ins Spiel bringen kann. Ja, die derzeit einfach da so stehen. Ich meine, hast ja schon erwähnt, so äh in UKW mit Pavel, der Pavel sitzt jetzt seit seit März da dran, sich diese Daten, vom RKI zu holen und es gibt einfach so viel, Low-Hanging Fruits, dass man sich halt einfach wundert, warum da eigentlich nichts passiert. Aber wenn ich dann halt höre, dass sie irgendwie äh, achtundsechzig oder wie viel auch immer konkret IT-Leute sie jetzt suchen und dann werden ihnen noch nicht mal, ich meine, warum beantragen sie die denn jetzt erst überhaupt.
Linus Neumann
Auch unklar, ne.
Tim Pritlove
Das äh wir sind im Dezember, ja, ich meine, die achtundsechzig Stellen, die hätten sie ja, was weiß ich, also im März, okay, meinetwegen, aber so Mai, spätestens Juni oder so, ja, da äh äh müsste dieser Bedarf ja dann eigentlich schon klar gewesen sein und dann ist noch mal ein halbes Jahr vergangen, liegt der Zettel irgendwie schon so lange im Eingangskorb. Ich habe, also es macht mich einfach ein bisschen wuschig.
Linus Neumann
Ja deutsch ist auf jeden Fall Deutschland.
Tim Pritlove
Ist wirklich nicht sehr digital, kann man nicht sagen.
Linus Neumann
Ich glaube auch, es könnte echt sein, dass vielleicht haben die per irgendwie Executive Order oder Notfalldekret ohnehin schon mehr IT bekommen und kriegen deswegen nur die vier, das wäre, Also da hast du schon Recht. Das wäre auf jeden Fall mal eine Hypothese, die man äh zur Ehrenrettung annehmen sollte. Allerdings wenn das so wäre, dann hätte sich ja vielleicht auch ein bisschen was an dieser Datenwirtschaft beim RKI inzwischen geändert und hat's ja nicht.
Tim Pritlove
Eben, also ich kann nur ein wenig den äh Kopf schütteln und ich kann mir aber auch vorstellen, dass jetzt hier noch ein passender Shitstorm aufzieht, der da vielleicht nochmal nachfasst.
Linus Neumann
Okay, äh es gibt äh schlechte Nachrichten aus der äh Gesichtserkennung. Ähm und zwar ich habe, darf ich mich noch vor zwei Wochen oder so lustig drüber gemacht? Da hat die Lufthansa irgendwie so. Gemeldet, jo. Wir bei uns gibt's jetzt hier bald, Facial-Check-In oder so, ne? Also du, dass du an dem Geld nicht mehr eine Bordkarte zeigen musst, sondern per Gesichtserkennung da reingelassen wirst. Ähm, so warum verzollert, ne, also welche Sekunde spart mir das, dass ich dann da im Finger stehe und auf den Flug warte? Völlig unklar, aber äh müssen natürlich irgendwie auch einen modernen Eindruck machen. Und äh haben jetzt gesagt, okay, wir machen hier jetzt Gesichtserkennung beim Einlass zum Flugzeug. Gut, macht und in dem Werbebild hatten sie Menschen abgebildet, der eine Mundschutz trug. Und ich habe mich noch darüber lustig gemacht und dachte mir so, Ja also das wird nicht so viel Spaß machen mit dem Mundschutz bei dem Gesichtserkennungssystem aber die hatten sogar tatsächlich in ihrer Meldung dann schon gesagt, ja, Mundschutz geht, das äh schafft das äh Gesichtserkennungssystem. Woraufhin ich mir dachte so, okay, wenn der mit Mundschutz noch funktioniert, dann funktioniert das wahrscheinlich auch mit einem anderen Gesicht. Ja, aber jetzt gibt's eine Untersuchung des Mist, äh äh National Institut of Standards and Technology die am einhundertzweiundfünfzig unterschiedliche Gesichtserkennungsalgorithmen geprüft. Und haben gesagt, die Besten, die am besten abgeschnitten haben, hatten nur noch eine Fehlerquote von fünf Prozent, selbst wenn siebzig Prozent des Gesichts mit einer Maske bedeckt ist. Jetzt frage ich mich immer noch, okay, was ist die Fehlerquote? Ist das jetzt die, dass er dich nicht erkannt hat und dir den Zugang verwehrt hat oder dass er dich. Erkannt hat. Obwohl du ein anderes Gesicht hattest, ne? Das müsst ihr eigentlich zwei Federquoten immer geben bei einem solchen Test. Ähm aber ähm ja. Ist auf jeden Fall eine sehr schlechte Nachricht, was das eben ja bedeutet für wie gut diese Gesichtserkennung wird. Mit gerecht.
Tim Pritlove
Ja, das ist äh dann wahrscheinlich auch gar keine Gesichtserkennung mehr im eiligen Sinne, sondern mehr ein ein Augen- und Augenbrauenerkennung also nicht im Sinne von Ihres Erkennung, sondern einfach, dass die Granularität ähm ausreicht. Ist die Frage, ob sich da jetzt um dreidimensional erfassende Systeme äh handelt, also die wirklich die das, das Gesicht, den Kopf quasi dreidimensional scannen.
Linus Neumann
Dreidimensional, ja, machen sie. Also bei der Lufthansa, bei diesem Algorithmus, den die bei den Algorithmen, die geprüft haben, weiß ich das nicht.
Tim Pritlove
Genauso, weil rein zweidimensional ist natürlich immer deutlich im Nachteil, man man kennt das ja, vielleicht äh bei den neueren iPhones, da ist ja im Prinzip auch so ein drei D Scanner mit drin, der halt auch noch ganz andere, Kriterien abklopft, ne? Also das ist nicht nur ein visueller Eindruck, sondern ähm eben durch diese, wie nennt man das, diese Lichtpunkte, die halt ausgesehen ist, so quasi so so Laser, die äh einerseits halt eine, äh eine Form berichten, andererseits auch in ihrer Streuung auch ein Material äh, zum Besten geben können. Also man kann Haut und Stoff und so was zum Beispiel unterscheiden, weil es das Licht anders streut und so eine Geschichten. Das ist schon alles ziemlich äh haarsträubend. Die Technik wird da äh sehr schnell sehr viel besser.
Linus Neumann
Deswegen an dieser Stelle nochmal darauf hingewiesen, es gibt das Bündnis Gesichtserkennung stoppen, äh Reclam your face EU mit der Petition eben diese Entwicklung und den Einsatz dieser Technologien zu stoppen, kritischer zu hinterfragen, und ähm denke, da kann man sich durchaus mal daran beteiligen und, ähm dort mitzeichnen, weil das wirklich eine ja Hochrisiko-Technologie für die Grundrechte ist, wenn sowas jetzt einfach massenhaft ausgerollt wird. So, damit sind wir langsam so am am Ende der Sendung, aber ich habe ähm mir ist aufgefallen, vielleicht so ein bisschen Themenfremd, aber. Ich habe ja hier äh äh immer mal wieder in der Sendung auch ein bisschen vor den psychischen Folgen von dieser ganzen, Einschränkungen, Social Distancing, Quarantäne, Isolation und so weiter, gewarnt und habe äh ja hier öfter mal gesagt, okay, gebt euch bitte, ne, denkt daran, irgendwie Aktivität aufzubauen, denkt daran, ähm aus irgendwie geregelte Tagesabläufe zu etablieren, um eben so seelische Gesundheit zu wahren, gerade hier in so einer Wintersituation, die ja ohnehin scheiße ist, ist dann halt noch so eine tödliche Pandemie und zu Hause in der Wohnung bleiben echt so risiko für für schlechte Laune. Und Schlimmeres. Und da ähm hat jetzt das Max Plank-Institut für Psychiatrie, haben die schon im März zwanzig zwanzig rausgegeben. Ich bin jetzt erst drüber gestolpert. Na ja, ähm sage ich trotzdem, verlinken wir das nochmal. Mir ist ist überhaupt nix Neues. Ähm aber es, beinhaltet so viele von den Empfehlungen die ich auch gemacht hatte ne? Macht das an geht an die frische Luft, bleibt zur, macht von mir aus irgendwelche Workouts zu Hause und ähm ja, das äh deckt sich mit den Empfehlungen, die ich ja auch schon so ein bisschen hatte, aber ähm sei hier nochmal. Äh empfohlen. Was kann ich tun? Aus dem Bett kommen, Tagesstruktur, positive Aktivitäten, Bewegungen, wie kann ich in Kontakt bleiben? Wie kann ich soziale Schwierigkeiten lösen? Ja und so weiter. Ist noch.
Tim Pritlove
Buch Netzpolitik hören.
Linus Neumann
Hören. Ja, wenn eins gegen Depression hilft, dann jawohl jede Woche schlechte Nachrichten, ne? Das ist Resilienz. So wird das aufgebaut.
Tim Pritlove
Wenn ihr psychisch durch die Pandemie kommt, wisst ihr schon warum? Hätt's uns mal nicht gegeben. Tanzen sähe es ganz anders aus.
Linus Neumann
So und dann haben wir noch ähm unsere Freunde von frag den Staat. Ähm haben einen Job äh anzubieten. Die suchen eine volljuristin. In achtzig bis hundert Prozent Stelle ab Februar zwanzig einundzwanzig. Für unseren Bereich der strategischen Klagen. Die strategischen Klagen von Frag den Stadt besprechen wir ja hier immer wieder. Ich glaube, das letzte Urteil, was wir da besprochen haben, war der äh dieses Urteil zum Glyphosat-Gutachten und äh da suchen sie also eine Volljuristin, um sie, in diesem Bereich zu verstärken und eben im Bereich der Informationsfreiheit ähm hier und der Informationsfreiheitsanfragen äh sich in der Regel eben. Gegen. Ja die Institutionen über das Recht, was wir eben durch das äh Informationsfreiheitsgesetz haben gegen störrische Institutionen durchzusetzen.
Tim Pritlove
Also ich weiß ja nicht, wie wie wie spannend oder unlangweilig so andere Jura-Jobs so sind, aber da ist bestimmt sehr unterhaltsam.
Linus Neumann
Da ist unterhaltsam, ich glaube also erstens ein Bereich der in dem man eine Expertise aufbauen kann, wo es wo sie noch nicht so viele haben und zweitens wurde eine Menge Spaß haben kannst und es immer die Richtigen trifft, ja? Das kannst du ja, wenn du in der Juristerei unterwegs bist du auch nicht immer von dir behaupten. Sie sagen, Weiterentwicklung unserer Strategie zur Durchsetzung der Informationsfreiheit in Deutschland und auf EU-Ebene, ja? Eigenständige, rechtliche Betreuung einer Vielzahl strategischer Informationsfreiheitsanfragen und Erarbeitung von Widersprüchen und Klagen im, Informationsfreiheitsrecht mitbezügen zu Grund- und Menschenrechten, zu Geheimnisschutz, Urheber und Datenschutzrecht, rechtliche Prüfung von Veröffentlichung und Kampagnen unter anderem anhand von Persönlichkeitsrechten. Auch sehr schön, finde ich auch sehr gut. Umfassende rechtliche Beratung des frag den Staatteams. Da sie also auch noch ordentlichen Bedarf, kann ich mir vorstellen, dass sie. Ja, da haben wir also umfassenden Bedarf rechtliche Prüfungen, Ausgestaltungen von LegalTec-Anwendungen, unter anderem für automatisierte Widersprüche und Klagen. Vorbereitung von Stellungnahmen im Rahmen von Gesetzgebungsprozessen. Wir kooperativ wie kooperieren mit vielen Gerichtsanwaltskanzleien und stehen im ständigen Austausch mit mit der juristischen Fachwelt, innerhalb des Teams arbeitest du eng mit dem Head of Legal sowie mit der frag den Stadtprojektleitung zusammen und bist gegebenenfalls, zuständig. Glaube ich, ist ein cooler Job für äh jemanden, die sich im Bereich der Juristerei, vor allem auch irgendwie so ein, ja, ein Profil aufbauen möchte. Ja und im neuen Themenfeld sich ja etablieren will. Ich glaube, das ist ein cooler Job. Hätte ich gar nicht gedacht, dass man, wenn man Jura studiert, so coole Jobs kriegen kann.
Tim Pritlove
Gesucht. Paragraphen Ninja.
Linus Neumann
Ja, okay, ist äh haben wir äh hier auch empfohlen und wer äh sich damit aus, wer einen Eindruck davon bekommen möchte, wer dann, Der Projektleiter ist ist Arne Semsrott, den hatten wir auch. War das auch in der LMP dreihundert? Nee. Auch dreihundert oder?
Tim Pritlove
Hatten wir da auch, ja. Ah, ich weiß es. Ja, ich komme jetzt auch langsam ein bisschen durcheinander. Ist auch alles schon so lange her. Das war damals, weißt du das alles noch Leute, so in so Räumen, ja. Damals dann ist's her.
Linus Neumann
Ich gucke mal, Arne Senf Logbuch. Ähm ja genau, LMP zweihundertsechsundfünfzig war das, äh zehntausend Leute auf eins Komma drei Stellen. Genau. Ist also auch nochmal empfohlen. Haben wir unsere alten Folgen noch mal empfohlen. Ist doch auch eine feine Sache. Und damit kommen wir, denke ich, zum zum Ende. Ist ja Weihnachten. Also nee, Nikolaus ist heute, ne? Hast du heute Nikolaus? Warst du der Nikolaus heute, Tim?
Tim Pritlove
Ich bin immer der Nikolaus. Mir gibt's jeden Morgen volle Schuhe.
Linus Neumann
Ähm.
Tim Pritlove
Im Podcastform.
Linus Neumann
Es ist ja Ende des Jahres und einige von euch müssen vielleicht noch zur Begradigung der Steuererklärung geldlos werden.
Tim Pritlove
Oder des Gewissens.
Linus Neumann
Genau, das ist ja beides, beides braucht regelmäßige Entlastung, ja und ähm da habe ich mir überlegt, man kann ja nochmal ein bisschen daran erinnern, wie äh wohin ihr spenden könnt. Damit es vielleicht in Logbuch Netzpolitik erstens weiterhin Nachrichten gibt und zweitens vielleicht auch mal mehr gute Nachrichten. Und da hätte ich jetzt spontan drei Organisationen auf der. Auf der Liste. Das ist einmal auf jeden Fall frag den Staat, haben wir ja gerade schon mal erwähnt und erwähnen wir ja hier sehr regelmäßig. Ist in den Shownotes verlinkt, Spendenmöglichkeiten an, fragt den Staat. Chronisch unterfinanziert und sehr wichtiges Projekt. Ähm. Dann denke ich auf jeden Fall an unsere Freundinnen und Freunde bei Netzpolitik Org, die jetzt ja auch am Ende des Jahres immer so ein bisschen Jimmy willsen.
Tim Pritlove
Hilfe.
Linus Neumann
Mit mit so einem großen Banner, was dann runterkommt, aber machen sie ja ganz nett, sagen, ja, wir finden die Banner auch scheiße. Nee, machen sie nicht mehr, steht da jetzt nicht mehr dran.
Tim Pritlove
Haben sie schon genug Geld?
Linus Neumann
Fehlt halt noch Geld um das Jahr. Auf die auf die auf die Null zu drücken, wo es hingehört. Schaffen sie in der Regel auch, weil es im Ende des Jahres einen größeren Spendenrun gibt und sagen natürlich auch, das was wir immer sagen, schön sind natürlich eben, Spenden, mit dem man kalkulieren kann, mit anderen Worten eine einmalige Großspende ist gut, eine dauerhafte, monatliche Großspende ist besser. Und ja, dann denke ich, kann man, kommt man in diesem Bereich nicht umhin nochmal auch für die Gesellschaft für Freiheitsrechte zu werben. Die ja in diesem Jahr war, wieder ich kann gar nicht sagen, wie viele Verfahren, die wieder angestrengt haben. Julia Reeder äh macht da jetzt eben ihre äh Resozialisierungsmaßnahmen nach dem äh sie, Europaparlamentsabgeordnete war und ähm.
Tim Pritlove
Die Gesellschaft eingeglie.
Linus Neumann
Langsam in die Gesellschaft integriert und war ja auch bei uns regelmäßig oder ist regelmäßig bei uns zu Gast und hat auch über ihr Projekt bei der GF ähm bei der GF hier uns Auskunft gegeben und das da denke ich, da ist das Geld auch ähm sicher und gewinnbringend, angelegt. Das wären jetzt so die, die mir spontan eingefallen wären.
Tim Pritlove
Oder heil uns.
Linus Neumann
Ja oder oder also wenn ihr wenn ihr da nichts hinschwimmt, so wir nehmen das auch, ne? Also bevor das Geld schlecht wird oder ihr davon wieder irgendeine Scheiße kauft, gebt das uns, dann kaufen wir davon Scheiße.
Tim Pritlove
Ja, also ich habe schon langsam wirklich ein schlechtes Gewissen. Ich habe schon schon lange nicht mehr so viel dieses Thema aufgebracht wie in den letzten Wochen, aber das halt einfach durch diese durch diesen Kontowechsel einfach dringend. Ähm haben auch schon, na ja gefühlt fünfundsiebzig Prozent schon getan, was eine bemerkenswerte äh Zahl äh finde, also ich hab's jetzt nicht genau ausgerechnet, aber so so in etwa und das heißt, es ist noch ein, gewisser Weg zu gehen, aber der wird auf jeden Fall mit äh gegangen, ne. Was äh, wo in den Spenden LNP drin steht, das geht sozusagen auch hier in das äh Projekt und wird geteilt und ja, das.
Linus Neumann
Nicht. So ist das nämlich.
Tim Pritlove
Mehr als nur LNP, ne.
Linus Neumann
Das ist auch richtig, genau. Ihr könnt also, wenn ihr an die Meta-Ebene spendet, unter LMP mit drin erwähnt, dann kriege ich einen bescheidenen, ein, ein Kickback von Tim. Wie heißt denn dieser Satz, den man bei Amazon äh dran schreiben muss? Bekomme ich eine Provision?
Tim Pritlove
Genau, ich habe hier so einen so einen großen Eimer mit so Beulchen und dann nehme ich immer so eine Schippe Beulchen und das kriegt er dann am Ende des Jahres zugeschickt. Also.
Linus Neumann
Filiate Spende. Ihr könnt an die Ayurveda Ebenen eine Affiliate-Spende machen. Kriegt einen eine kleine Provision. Ne und.
Tim Pritlove
Ist gar nicht so klar die Provision.
Linus Neumann
Nein, das ich mache doch nur Spaß. So und wenn ihr ähm. Nur an die Meterebene spendet, dann könnt ihr eben, also damit könnt ihr, wenn ihr nichts dranschreibt, dann geht's eben an Tim. Und äh genauso habe ich ja auch irgendwo so eine ähm Spendenmöglichkeiten angegeben und wenn ihr dahin spendet, geht's nur an mich. So haben wir das aufgeteilt. Und damit kommen wir eigentlich auch zu einem weiteren Punkt, weil es eben so viele Spendenmöglichkeit unterschiedliche Spendenmöglichkeiten gibt. Und ich ja nur Teile davon sehe. Ähm kommt es leider immer wieder zu äh Unregelmäßigkeiten und, Missverständnisse, wenn ich hier in der Sendung danke. Das Problem ist, ich denk ich danke natürlich nur für das was ich eben auch regelmäßig sofort sehe, und bei einigen Sachen ist das der Fall, bei anderen nicht und das heißt, es gibt eben auch für euch, die sagen, sie möchten uns unterstützen, eben kein qualifizierendes Merkmal, wofür euch gedankt wird und wofür nicht. Und äh dass es eben unfair und problematisch. Und ähm deswegen möchte ich ähm dass in Zukunft lieber persönlich per E-Mail machen. Und ähm wenn ihr dafür sorgt, dass ich von euch höre oder eure E-Mail-Adresse habe, dann, danke ich euch lieber persönlich als in der Sendung, weil ich da jetzt, glaube ich, zu oft das eben zu Missverständnissen geführt hat und das ist dann wirklich auch nicht die Art von ähm, Ungleichbehandlung oder undank, die ich irgendwie Leuten äh zeigen möchte. Deswegen, wenn ihr mir etwas mitteilen möchtet, denn oder wenn ihr, ja von mir hören möchtet, dann seht zu, dass sich eure E-Mail-Adresse oder eine Kontaktmöglichkeit habe und dann bedanke ich mich einfach direkt persönlich bei euch, ist vielleicht eh viel schöner.
Tim Pritlove
Ist immer ein bisschen schwierig, ne. Ich meine, ich könnte natürlich jetzt hier anfangen und irgendwie die Kontoauszüge vorlesen, aber das ist. Wollt ihr das hören? Ich weiß ja auch gar nicht, ob Leute das wollen, ähm und äh klar, es gibt so YouTube-Kanäle, die ballern dann halt irgendwie drei stumme Frames voll mit mit tausend Namen und Abspenden und so weiter. Hm.
Linus Neumann
Haben wir halt nicht.
Tim Pritlove
Wir sind euch schon dankbar. Das kann ich euch äh versichern. Sehr und ähm das äh ja, hat auch zu. Menge Material geführt in diesem Jahr und äh so geht es dann halt auch einfach weiter. Ja, weil es gibt keinen Grund, aufzuhören, ganz im Gegenteil. Wir fühlen uns sehr ermutigt und äh machen eine Menge Spaß dabei.
Linus Neumann
Es wäre ja schön, wenn wir einen Grund hätten, aufzuhören. Also der einzige Grund wäre, es passiert nichts mehr, ja, aber.
Tim Pritlove
Etwas weniger Wahnsinn, so ein pandemiefreies Jahr, in dem irgendwie. Keine Aufreger sind?
Linus Neumann
Wäre doch mal nicht schlecht.
Tim Pritlove
Da würden wir uns ja langweilen, dann bräuchten wir auch nochmal hier so einen psychischen Beratungsdokument irgendwie für Podcaster, die sich nicht mehr aufregen können.
Linus Neumann
Aber ich kann ja mal eins noch sagen, was äh ich was mich eigentlich, womit man mir eine sehr einfache, sehr große Freude machen kann. Und das ist tatsächlich, wenn ihr unseren Podcast weiterempfehlt, in eurem äh Freundes- und Bekanntinnenkreis, Bekanntenkreis, das ähm, fände ich sehr nett, wenn ihr uns neue Hörerinnen beschert. Hm wir haben ja hier einige, Faktoren, die uns da, sage ich mal, ein bisschen einschränken. Wir verzichten auf Spotify als Kanal. Wir verzichten auf Audible oder wie der andere da heißen. Das ähm, ist schon auch spürbar. Und ähm insofern würde ich mich freuen, wenn ihr den Leuten das Evangelium des richtigen Podcasts weiter. Dezentral, nein, dezentralen Podcasting. Das ist alles. Du hast einen Feed, den du abonnierst, das ist auch nicht zu viel verlangt, ja? Und das ähm das ist schön, wenn ihr dieses Evangelium weitertragt und uns empfehlt, damit macht ihr mir, eine äh besondere Freude und das äh ja, kann ich tatsächlich sagen, da das das äh wünsche ich mir sehr. Da freue ich mich sehr drüber.
Tim Pritlove
So, jetzt ist es aber auch genug und äh wir bedanken uns fürs Zuhören und äh wir hören uns aber auch nochmal dieses Jahr. Noch ist er nicht vorbei.
Linus Neumann
Noch ist er. Noch ist der Brand nicht gelöscht.
Tim Pritlove
Nee, das auch. Vielleicht auch dieses Jahr nicht.
Linus Neumann
So. Und ich danke, ich danke an dieser Stelle, das muss ich jetzt nochmal Dennis, Sabine, Jan, Mark Oliver und Paul, vielen herzlichen Dank.
Tim Pritlove
Die letzten können sich jetzt sozusagen glücklich schätzen, die letzten gewesen zu sein.
Linus Neumann
Ich denke, ich höre damit dieses Jahr auf. Ich werde mit Ende zwanzig zwanzig werde ich damit aufhören. Ich muss das hier auch ein paar bisschen öfter ankündigen, damit sie dann auch vielleicht auch alle verstanden haben.
Tim Pritlove
Oh, okay. Das heißt, wir machen jetzt diese schneiden diesen Spendenblock jetzt einfach die nächsten Sendungen einfach mit rein und täglich grüßt das Murmeltier. Hm, bis bald.
Linus Neumann
Ja, so. Bis dahin. Ciao, ciao.

Shownotes

Intro

RC3

Feedback

Pushie, der Verkehrshamster

Schwurbler und Hippies

BND-Gesetz

Tutanota

Corona-Warn-App und Datenschutz

RKI bekommt 4 von 68 beantragten IT-Stellen

Corona-kompatible Gesichtserkennung

Psychische Gesundheit bei Social Distancing und Isolation

fragdenstaat sucht Volljuristin

Spenden zum Jahresende

NGOs

LNP

Bonus Track

41 Gedanken zu „LNP371 Der Kunde will es ohne Fehlstelle haben

  1. Die Welt schreibt ja, „Damit stimmte der Parlamentsausschuss einem Entwurf der Bundesregierung zu“. Entsprechend kann man ja mal in den Entwurf der Bundesregierung schauen (Bt-Drs. 19/22600 [http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/226/1922600.pdf]): BMG EInzelplan 15 (Ab Seite 2293 im PDF) und dort dann Kapitel 1517 Robert Koch-Institut (Ab Seite 2486). Der Stellenplan des RKI ist ab Seite 2526:

    Beamte:
    Ist 1.6.2020: 73,2
    Soll 2020: 131
    Soll 2021: 135 (+4)

    Angestellte:
    Ist 1.6.2020: 243
    Soll 2020: 266,8
    Soll 2021: 271,5 (+4,7)

    Dann noch ein paar Einzelstellen:
    1 Stelle (+-0) Abordnung an das ECDC
    1 Stelle (+-0) Langfristig Beurlaubt (§§ 90, 92, 95 BBG, § 7 DBeglG, § 6 MuSchEltZV, § 24 GAD) (
    1 Stelle (+-0) AIDS und andere übertragbare Krankheiten

    Zentrum für Künstliche Intelligenz in der Public Health-Forschung
    Beamte:
    Ist 1.6.2020: 0
    Soll 2020: 0
    Soll 2021: 35 (+35)

    Arbeitnehmer:
    Ist 1.6.2020: 0
    Soll 2020: 0
    Soll 2021: 66 (+66)

    Insofern bekommt das RKI im Kernbereich 8,7 Stellen mehr. Aktuell sind bis zum Ende des Jahres aber auch noch 81,6 (57,8 + 23,8) Stellen unbesetzt, die jetzt besetzt werden können. Das heit das beim RKI aktuell 20 % der Stellen unbesetzt sind.

  2. Uff, die Antwort auf den teilvorgelesenen Kommentar von Matthäus Gordon schreib ich mal der Akualität wegen hier:

    Ken Jebsens wirre Mail über die „Erfinder des Holocausts“, die zu seiner Entlassung beim rbb geführt hatte, ging nicht etwa direkt an Hendryk M. Broder, sondern wurde diesem laut eigenen Aussagen vom eigentlichen Empfänger weitergeleitet. [1]
    Auch auffällig ist das Framing von Broder (a) und Amadeu-Antonio-Stiftung (b) als 2 entgegengesetzte, aber ebenso extreme Pole:
    Egal was man von Zionismus und insbesondere dem mittlerweile in die Neue Rechte abgedrifteten Broder hält, ist die Gleichsetzung des Bestrebens eines Staats für Jüd:innen (a) mit der rassistisch herbeifantasierten Zuschreibung negativer Eigenschaften gegenüber jüdischen Menschen allein auf Grund ihres Seins und ihrer Abstammung (b) eine unhaltbare rhetorische Figur.

    Kommen wir zur Amadeu-Antonio-Stiftung: Diese ist sicherlich nicht neutral, da sie als renommierte und langjährige Kämpferin und Expert:innensammlung zu Rassismus, Antisemitismus und Menschenhass für all diese Themen sicherlich sensibler und aufmerksamer ist als fachfremde Journalist:innen es wären. Das mindert IMHO ihre Einschätzungen über antisemitische Wurzeln und Figuren in Verschwürungserzählungen nicht, eher im Gegenteil.
    Und auch hier zeigt der Kommentarschreiber ein eindeutiges Framing, indem er die Amadeu-Antonio-Stiftung zuerst mit der langjährigen Vorsitzenden Kahane personifiziert.
    Die ist nämlich durch ihr langjähriges Engagement zu einer Hassfigur in rechtsradikalen und antisemitischen Kreisen geworden. Da sie außerdem auch noch Jüdin ist, kursieren auch zahlreiche eindeutig antisemitische Karikaturen von ihr. Auch stand sie auf diversen sog. „Todeslisten“ zB von Franko A. – und das sicherlich nicht wegen ihrer Stasi-Vergangenheit, über deren Aufarbeitung ich mir kein Urteil zutraue.
    Aus sozialwissenschaftlicher Sicht haben die Aussagen der Stiftung zu Antisemitismus auch nichts, wie vom Kommentarschreiber behauptet, mit einer Neudefinition durch die angebliche „Israellobby“ zu tun, denn Verschwörungserzählungen über eine jüdische Rothschild-Elite, die uns alle als Marionettenfäden in der Hand hielte, hat nichts mit Israel zu tun und pflegt ganz klar tradierte antisemitische Erzählungen.

    Zu guter Letzt Ken Jebsens Aussage, dass Jebsen erst seit 2019 besonders problematisch sei:
    Mein Eindruck, der auch durch Correctiv gestützt wird, ist dass Jebsen schon sehr lange den Zweifel nicht als Werkzeug zur Welterkenntnis nutzt und ihn dort wo es angebracht ist einsetzt, sondern ihn als Statussymbol vor sich her trägt und aus Prinzip einfach überall anwendet. Auch in früheren Videos aus 2014/15 kann da gerne mal die alleinige Tatsache, dass etwas der tradierten „Mainstream“ Erkenntnislage widerspricht, über ein ansonsten eher löchriges Faktenbett hinweghelfen.
    Auch war Jebsen bereits 2014 stark in die sog. „Mahnwachen für den Frieden“ [5] involviert, in der eine unangenehme Melange aus Friedensbewegten, Zinskritikern, Russlandfreunden und Verschwörungsideologen eine unangenehme Querfront bildeten, die letztendlich auch oftmals „die US-amerikanische FED“ und „das Ostküstenkapital“ als eigentliche Kriegsursachen zu identifizieren meinte und damit eindeutig strukturell antisemitisch ist.
    Und obwohl deutsche Gerichte sich mit der Bezeichnung „Antisemit“ für nach 1945 Geborene sehr schwer tun [2] [3], durften Jebsen und seine Äußerungen bereits 2015 als antisemitisch bezeichnet werden. [6] [7]

    In der Hoffnung, Matthäus Gordons nicht ganz unproblematischem Kommentar etwas entgegensetzen zu könne.

    Kein Fuß breit!

    [1] https://donotlink.it/mPYQeE (Vorsicht, mittlerweile der neuen Rechten zuzurechnen)
    [2] https://taz.de/Saenger-hat-mit-Klage-Erfolg/!5522483/
    [3] https://taz.de/Xavier-Naidoo-und-Antisemitismus/!5633133/
    [4] https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2016/12/30/das-boese-ist-immer-und-ueberall/
    [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Mahnwachen_f%C3%BCr_den_Frieden
    [6] https://rap.de/allgemein/53583-verschwoerungstheoretiker-ken-jebsen-verliert-vor-gericht-gegen-antilopen-gang/
    [7] https://blogs.taz.de/hausblog/taz-gewinnt-gegen-ken-jebsen/

  3. Hintergrund zum Stellen-Schaffen in Bundesbehörden

    Es geht im Folgenden um *Haushaltsplanstellen*, an denen sich das Unverständnis über die vier Stellen für das RKI entzündet. Ich arbeite für eine forschende Bundesbehörde, die auf derselben Hierarchieebene mit dem RKI angesiedelt, also direkt einem Bundesamt unterstellt ist. In meiner Behörde gab es im Zeitraum vor wenigen Jahren die sog. Personalbedarfsermittlung (PBE). Hierfür musste für die Dauer von zwei Jahren eine externe Firma engagiert werden (naja, „musste“), alle Mitarbeitenden hatten wirklich umfangreiche Fragebögen in Excel (natürlich!) auszufüllen und für ein Jahr tabellarisch abzubilden, welche Aufgaben der*die einzelne Mitarbeiter:in – von der WHK bis zur Institutsleitung – erfüllt und wieviel Zeit er*sie dafür braucht (in Stunden). Das Ergebnis war, dass umgerechnet 86 Vollzeitäquivalente, also 86 volle 40-Stunden-Stellen in den Bereichen Forschung und Verwaltung fehlen – ein Drittel Verwaltung, zwei Drittel Forschung. Dieses Ergebnis wurde dem übergeordneten Bundesamt vorgelegt und im Haushaltsausschuss des Bundestages besprochen. Schon vorher war über den Flurfunk klar, dass man eigentlich das Vierfache beantragen müßte, um einen signifikanten Teil der benötigten Planstellen für Daueraufgaben (wichtig!) zu bekommen. Das Ergebnis, das der Haushaltsausschuss des Bundestages meiner Behörde zubilligte, waren ebenfalls vier Stellen – alle in der Verwaltung. Ich spare mir an dieser Stelle einen Rant über die Sinnhaftigkeit eines FORSCHUNGSinstituts, das seinem Auftrag nicht satzungsgemäß nachgehen kann, weil die entsprechenden Stellen nicht geschaffen werden.
    Die Entscheidung des Haushaltsausschusses hat dann noch mal gut ein Dreivierteljahr auf sich warten lassen. Der PBE vorausgegangen waren lange und langwierige und wirklich sorgfältige „Begehungen“, sprich: Mitarbeitendenbefragungen und Begutachtung durch verschiedene Kommissionen wie etwa den Wissenschaftsrat und Prüfung durch den Bundesrechnungshof (turnusmäßig alle fünf Jahre) und so weiter. Am Ende konnte niemand mit dem Ergebnis zufrieden sein, nicht mal die Verwaltung mit den vier neuen Stellen. Was für eine Farce! Wieviel Geld da alleine für die externe Firma ausgegeben wurde, die die Fragebögen erstellt und ausgewertet hat und auf deren Ergebnis dann so gut wie nichts gegeben wurde… Hätte man sich einigermaßen komplett sparen können und von den Zehntausenden Euro lieber Wissenschaftler:innen beschäftigen. Großes Kopfschütteln bis heute.

    Ohne es zu wissen, kann ich mir vorstellen, dass beim RKI ein ähnlicher Prozess abgelaufen ist, möglicherweise in etwas beschleunigter Form.

    Davon losgelöst muss man sich aber schon fragen, wie Tim es ja auch angerissen hat, wieso beim RKI nicht zumindest schneller befristete Drittmittelstellen für zwei bis drei Jahre eingerichtet wurden. Hier hätten die zahlreichen industrienahen Stiftungen (beispielsweise Henkel, VW, Thyssen, die ja auch sonst Wissenschaft fördern, oder auf die DFG), die maßgeblich von der Arbeit des RKI profitieren, um ihren Laden am Laufen zu halten, spätestens einspringen können, wenn es nicht aus Bundesmitteln zu finanzieren ist, ein paar Stellen für besondere Aufgaben für einen kurzen Zeitraum zu schaffen. Gilt im Prinzip auch für die lokalen Gesundheitsämter. Mehr als peinlich.

    Aber wir sind ja hier im Deutschen.

    • „Davon losgelöst muss man sich aber schon fragen, wie Tim es ja auch angerissen hat, wieso beim RKI nicht zumindest schneller befristete Drittmittelstellen für zwei bis drei Jahre eingerichtet wurden.“
      Da muss man als ITler aber schon auf den Eintrag im Lebenslauf aus sein („habe Corona bekämpft“), um derzeit aus einem (in der Regel) unbefristeten Arbeitsverhältnis auszuscheiden und einen befristeten Vertrag beim RKI anzunehmen.

  4. „[…] diese Meinung kannste haben […]“

    Mit der Betonung auf „du“, okay. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Wenn Leute von meiner Meinung divergieren, sind sie doch recht schnell bei einer Meinung, die ich nicht haben will. :)

  5. Zum Lob an Angela Merkel: Ja, ich bin froh eine intelligente Kanzlerin zu haben und gerade in der aktuellen Lage bin ich froh um wissenschaftlichen Sachverstand. Ihr erwähntet aber auch den Eindruck, dass sie Dinge laufen lässt und erstmal die Alpha-Männchen machen lässt (meine zugespitzte Zusammenfassung, kein Zitat) das hat was gutes, aber es führt auch dazu dass sie scheinbar unpolitisch drüber steht und sich so jeder Debatte entzieht. Dies ist was zum Meme der „Alternativlosigkeit“ geführt hat und in der Folge zur AfD. Ich hätte mir gewünscht, dass sie öfters frühzeitig sichtbar eine Position einnimmt und die vertritt und erklärt und so auch eine Debatte ermöglicht. Wobei man ihr zugestehen muss, dass sie das wohl inzwischen etwas gelernt hat, siehe z.B. die Befragung im Parlament einmal im Quartal (kein Vergleich zu den britischen PMQs, wobei die wohl das extrem sind, wo Show über Inhalt steht)

    • Das ist ein sehr guter Kommentar.
      Merkel möge evtl. Sachverstand haben. Ich denke, es ist einfach nur Machtkalkül. Hört euch mal die Premierministerin von Neuseeland an.
      Und in diesem Zusammenhang stören mich auch Äußerungen die hier bzw. auf der Metaebene gefallen sind und die paraphrasiert so gehen: „Die aktuelle Lage ist so schlimm, weil die Leute sich nicht daran halten.“
      Das ist Schwarzmalerei und Beschimpfung der Bevölkerung.
      Es sind Politiker (und Druck gewisser Interessen sowie Druck gewisser Bevölkerungsteile), die zu der Situation geführt haben und weiter führt:
      „Experten in Europa und Ostasien setzten von Anfang an auf unterschiedliche Ansätze. Nach den Erfahrungen mit Sars im Jahr 2003 verfolgten die ostasiatischen Länder das «Unterdrückungsmodell». Nach dem gleichen Fahrplan strebte Australien auf Rat seiner grössten Universitäten hin danach, die Neuinfektionen möglichst vollständig zu unterbinden – mit Erfolg. In europäischen Staaten hingegen schien selbst die prinzipielle Möglichkeit der Virusausmerzung unvorstellbar oder zumindest unpraktisch. Stattdessen stellten Epidemiologinnen das bekannte «Influenzamodell», gemäss dem sich das Virus nicht stoppen lasse und letztlich eine langsame globale Durchseuchung akzeptiert werden müsse, als alternativlos dar.“
      https://www.nzz.ch/meinung/unterdrueckung-statt-ausmerzung-warum-den-europaeern-in-sachen-corona-das-lernen-von-ostasien-so-schwer-faellt-ld.1587172

      Daneben gibt es viele Entscheidungen in Deutschland, die uns zeigen, dass Ausmerzen bzw. Lastenausgleich nie das Ziel war. Es geht immer nur darum, das „Gesundheitssystem“ knapp an der Grenze zu halten.
      Und dann gleichzeitig gibt es die absurdesten Entscheidungen, siehe Mitarbeiterstellen beim RKI.
      Anstelle eine Krise auch wie eine Krise inklusive Krisenwirtschaft zu behandeln haben wir durchwurschteln á la Merkel.
      Ein Beispiel für gutes Krisenwirtschaft: Leute kommen in ein Hotel und verbringen dort die Quarantäne,
      Messegesellschaften (alle in Kurzarbeit) stellen ihren reichhaltigen Platz für Schulen oder Fitnessclubs zur Verfügung, etc.

  6. Hey ihr beiden, bei Tutanota blase ich ein bisschen ins gleiche Horn wie beim letzten Mal, als es um das Thema ging.

    Es ist in meinen Augen nämlich ein echt großer Unterschied, ob man einen Anbieter zwingt, eine E2E-Verschlüsselung aktiv zu schwächen/zerstören, oder ob man ihm nur verbietet, bereits auf dem Server liegen Klartext zu löschen.

    Hier ist es halt so, dass der Klartext auf dem Server vorliegt und damit Tutanota auch bekannt ist. Dann erst wird der Klartext für das jeweilige Postfach verschlüsselt und gelöscht.
    Und da setzt auch das Urteil an – es wird einfach gesagt: Ihr dürft die bei euch im Klartext eingehende/vorliegenden Mails für dieses Postfach nicht einfach so löschen.

    Das hat meiner Meinung nach nichts mit den Crypto Wars im Sinne von schwachen Algorithmen/Protokollen oder irgendwelchen Nachschlüsseln/Hintertüren oder so zu tun; sondern im Prinzip ist das einfach nur ein Quick Freeze.
    IMHO ist das hier weniger ein Skandal, sondern fällt eher unter normale Ermittlungsarbeit – oder übersehe ich da was grundsätzliches?

  7. Hier eine interessanter Hinweis zum Thema Reisebestimmungen aufgrund der Pandemie.
    Hier hat sich jemand die Arbeit gemacht, und mal hinter das digitale Einreiseformular des RKI geschaut:

    „The German Federal Ministry of Health and the Robert Koch-Institut operate a web form which you have to fill out when you enter Germany from a COVID-19 high-risk area.
    I had to submit my data, so I took a glimpse at what it does in the background. […]
    https://chaos.social/@vidister/105278032481271274
    […]
    „From what I can see the web portal looks pretty well engineered.
    Assuming they haven’t fucked up their cryptography and don’t store their private keys on the server, your data should be pretty safe.“
    https://chaos.social/@vidister/105278049605523384
    […]
    „Still, there’s the possibility of compromising the server and handing over altered JavaScript code or delivering different pubkeys, but well, we’re still using the web, so that’ll always be a threat.“
    https://chaos.social/@vidister/105278050518162464

  8. Hier eine Ergänzung zur Corona-Warn-App (CWA) aus anderer Richtung:

    Unser erneu(er)tes NEIN zur Corona-Warn-App
    https://schwarzerpfeil.de/2020/12/06/unser-erneuertes-nein-zur-corona-warn-app/

    Das Engagement der Organisationen wie CCC ist Klasse, denn dadurch wurde schlimmeres verhindert. Im Podcast sprecht ihr aber auch davon, dass es zentral auch nicht besser geworden wäre.
    Es ist aber immer noch der Versuch einer technokratischen Lösung für an gesundheitspolitisches und gesellschaftliches Problem.
    Denn wie wollt ihr gegen Gesichtserkennung vorgehen, wenn die Speicherung (a) dezentral, (b) verschlüsselt auf einem (c) System mit offenem Quellcode geschieht?

    • „Denn wie wollt ihr gegen Gesichtserkennung vorgehen, wenn die Speicherung (a) dezentral, (b) verschlüsselt auf einem (c) System mit offenem Quellcode geschieht?“

      So (ungefähr) funktioniert Gesichtserkennung zum Beispiel auf Android-Telefonen.
      Das Problem mag sein, dass damit der Respekt vor der Technik genommen wird, aber aus Überwachungserwägungen spricht da erstmal wenig gegen.

      Das nur, um kurz vor Augen zu führen dass dein Vergleich leider hinkt.

    • Es ist aber immer noch der Versuch einer technokratischen Lösung für an gesundheitspolitisches und gesellschaftliches Problem.

      Es ist eine technische Lösung. Masken tragen ist ein anderes Beispiel einer technischen Lösung.

    • Ich habe jetzt mal versucht, diesen Text zu lesen. Das ist schwierig, weil er einfach relativ viel Zeug drin steht das überhaupt nichts zur Sache tut, aber vermutlich Kompetenz signalisieren soll. Nach den technischen Aussagen und Begründungen des „NEINs“ muss man regelrecht suchen.

      Neben einigen ja nun doch wirklich nicht mit den technischen Tatsachen zu vereinbarenden Behauptungen, habe ich auch sonst den Eindruck, dass die Autoren sich in einer anderen Lebensrealität befinden. Zum Beispiel, wenn von Bluetooth geschrieben wird.

      Immer wenn es mal wirklich ans Eingemachte geht, bleibt ja nicht viel übrig außer „Ja, jedes Risiko ist weg, aber wir vertrauen nicht und es könnte in irgendeiner fernen düsteren Zukunft anders sein oder geändert werden. Und was wenn es gar nicht stimmt?!“

      Das ist schön und gut, aber dafür braucht man nicht so einen langen Text zu schreiben und so tun als gäbe es irgendein faktisches technisches Argument.

      Irgendwie erfreut mich der Gedanke, dass dieser Text jetzt wahrscheinlich in irgendwelchen Telegram-Gruppen geteilt wird :)

    • Der Artikel ist schon in einigen Teilen merkwürdig. Symptomatisch dafür auch:
      Die Autorin geht auf eine Schwachstelle im BT-Stack von Android 8/9-Devices ein und bringt das Argument, dass man sich mit einem BT-Wurm infizieren würde, wenn man die App nutzt. Gleichzeitig sagt die Autorin auch, dass heutzutage BT ein integraler Bestandteil von technischen Geräten ist.

      Für mich offenbart diese Schilderung gleich mehrere Probleme:
      1. Android 9 ist seit einem Jahr und drei Monaten obsolet. Wer kein Update fährt oder ein Gerät hat, was nicht mehr supportet wird, macht einen gewaltigen Fehler: denn er/sie hört offensichtlich kein Logbuch Netzpolitik.
      2. Wir haben eine Masse an Geräten, die nach kürzester Zeit keinen Support mehr erfährt. Wir brauchen endlich einen politischen Hebel, der analog zur Mindestgewährleistung auch softwareseitigen Support für Geräte erzwingt (Grüße gehen raus an Frank, Konstanze und Fefe)
      3. CVE-2020-0022 ist eine BT-Schwachstelle, keine CWA-Schwachstelle. Wenn BT (wie von der Autorin beschrieben) ein integraler Bestandteil von unseren Geräten ist, dann ist es im Zweifel auch egal, ob uns die Malware greift, weil wir über unser Headset Musik hören oder weil wir die CWA angeschaltet haben.

      Wie man aus der Problematik, dass die Leute Elektroschrott nutzen, schließen kann, dass das Problem die CWA ist, und nicht, dass die Leute nicht schauen (können), was sie sich ins Haus holen, bleibt mir absolut unverständlich.

      Im Dezember nutzen übrigens nur noch circa 21% der Nutzer überhaupt Android 8 oder 9 [1], von denen wiederum ein Teil gepatcht wurde.

      [1] https://www.googlewatchblog.de/2020/12/android11-googles-update-turbos-dezember/

      • In besonders in dieser Pandemie immer öfter anzutreffendes Phänomen. Leute finden im Intenet Zahlen, die sie dann völlig falsch interpretieren. Dein Link zeigt nach eigener Aussage den Anteil der Android-Nutzer verschiedener Plattformen bei den Lesern des dortigen Blogs an. Das ist ja wohl überhaupt nicht repräsentativ.

        Die echten Zahlen zu den verwendeten Android-Versionen gibt es an anderer Stelle:
        https://9to5google.com/2020/04/10/google-kills-android-distribution-numbers-web/

        Android 9 ist mitnichten obsolet. Mein schon etwas in die Jahre gekommenes Nokia 6 hat ein Android 9 mit aktuellerem Patchlevel als so manches Samsung-Phone da draußen.

  9. Danke für die Videoempfehlung. Unter den zahlreichen weiteren Interviews von Günter Gaus scheinen sich einige bedeutsame Zeitdokumente zu befinden, wie der Wikipedia-Eintrag erwarten lässt: https://de.wikipedia.org/wiki/Zur_Person Leider ist nur eine Minderzahl davon auf den einschlägigen Videoportalen zu finden, weshalb an dieser Stelle einmal mehr der Forderung nach öffentlicher Zugänglichmachung der Archive des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Nachdruck verliehen werden soll. Auch hier gilt euer Sendungstitel; der Kunde will es ohne Fehlstelle haben. Die Fehlstelle ist in dem Fall der unhaltbare Zustand, dass der Kunde (sprich Beitragszahler) ein nicht geringes Entgelt für die Produktion von Medieninhalten entrichtet, wobei ihm der freie Zugriff auf diese von ihm mitfinanzierten Inhalte jedoch verwehrt bleibt.

  10. Hallo.

    Ich hätte ja in dieser Folge damit gerechnet das Linus mal darauf eingeht das mitterweile ein komplett freies Kontakt Tracing unter Android möglich ist.
    https://www.heise.de/news/Corona-Warn-App-Quelloffene-Version-verfuegbar-bald-bei-F-Droid-4979962.html

    Aber vielleicht lag es daran das die APP bisher nur über ein RePo für F-Droid zu beziehen war.
    https://mastodon.technology/@IzzyOnDroid/105295218389783481
    Mittlerweile gibt es die freie Corona Tracing-APP inklusive freiem Framework auf F-Droid.
    https://f-droid.org/de/packages/de.corona.tracing/

    Vielleicht kann ja Linus in der kommenden Sendung doch noch mal einiges dazu sagen.

  11. Zur Frage Datenschutz vs. CWA:

    Ich hätte ein Beispiel, inwiefern der Datenschutz einer guten Funktion im Wege stehen kann, aber ich muss dazusagen, dass die gute Funktion eine eher indirekte ist.

    Ich habe viel Zeit, während der ich die App schon hatte, relativ isoliert verbracht, d.h. 0 Freunde getroffen, 4-5 von 7 Tagen die Woche nicht aus dem Haus gegangen, wenn aus dem Haus, dann nur zum Einkaufen (Fahrrad) wo ich nie auch nur annähernd 15 Minuten in der Nähe zu einem anderen Appnutzer in Folge verbracht habe. Ein Gruppentreffen pro Woche im Café, wo ich 1-3 andere Leute traf, aber die Person, die für das mindestens 1 steht, ist ein wenig „ich will nicht überwacht werden“-phobisch, eher amorph, da gehe ich fest davon aus, dass sie die App nicht hat. Ich meine damit, sie telefoniert nur mit dem Smartphone und benutzt weder ein Café-WLAN, noch Internet über Simkarte.

    Dennoch bekam ich ab irgendeinem Update im Spätsommer jede Woche die Meldung, es hätten 150-200 Kontaktüberprüfungen stattgefunden. Wo konnten die herkommen?

    Im Café 2 Leute über 2 Stunden sind 8 Viertelstunden oder 16 Kontakte, sehr großzügig gerechnet – keine Ahnung, ob die Tokenverwürflung so extrem arbeitet. Da die App nicht weiß, wann sich jemand von denen testen lässt und das Ergebnis veröffentlicht wird so ein einziger Kontakt wohl 7 oder 10 oder 14 Tage, immer wieder überprüft, und so komme ich auf (10 Tage) 160 Überprüfungen eines einzigen Caféaufenthalts mit 2 anderen Appnutzern über 2h.

    Oder schnallt die App, dass das jeweils nur ein Kontakt ist, weil der Token nicht so rasch geswappt wird? Das scheint mir plausibler, aber dann komme ich in 14 Tagen auf maximal 2×14=28 Überprüfungen, es waren aber knapp 200.

    Also nahm ich meinen Nachbarn in Verdacht.

    Wenn mir die App nun mitteilt, „Kontakt zu einem Meldefall am 1.12“, dann kann ich überprüfen, ob ich da überhaupt aus dem Haus war. Schlecht für meinen Nachbarn, dem ich so auf die Schliche komme aber gut für mich, denn ich kann die Warnung dann selbständig in den Wind schlagen. Vielleicht hatte der Nachbar aber ja auch Besuch oder reparierte das Smartphone eines Freundes an dem Tag.

    Man kann darüber streiten, ob dessen Recht auf Anonymität stärker wiegt, als mein Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung – immerhin muss ich ja mehrere Stunden Aufwand treiben, wenn ich mich wg. eines Fehlalarms testen lasse und belaste das Gesundheitssystem und die Probennahme soll teils schmerzbehaftet sein. Die Belastung ist natürlich nur relevant, wenn ein signifikanter Anteil an Warnungen an Leute geht, die mit mehr Informationen die Warnungen zurecht in den Wind schlagen könnten.

    Viele Wenns und Abers.

    Aber die Nutzer sind ja Humanoide, und wenn die mitdenken, kommen sie auf derartige Überlegungen, und eine Warnung, der sie misstrauen, weil sie annehmen, dass sie wahrscheinlich ein Fehlalarm ist, weil die Zahl der ermittelten Kontakte so unplausibel hoch ist, wird natürlich auch seltener befolgt – da müssen wir mein persönliches Verantwortungsgefühl und meine Opferbereitschaft gar nicht diskutieren.

    Aus dem Sicherheitsbereich kennt Ihr natürlich die Abwägung: Wenn ich die Wahl habe, ob ich 10 Verdachtsfälle zu viel oder 10 Verdachtsfälle zu wenig prüfe, dann lieber 10 zu viel als zu wenig.
    Aber je asymmetrischer das Verhältnis, (lieber einen zu wenig und dafür 100 zu viel testen? 1:1000?), desto berechtigter wird die Frage.

    • Die Antwort darauf ist relativ simpel und hat nichts mit Datenschutz, dafür aber mit unklaren Formulierungen zu tun:

      Ein Kontaktüberprüfung passiert nicht aus dem Grund, dass du irgend eine Person überhaupt nur getroffen bzw. ihre ausgesendeten keys empfangen hast, sondern automatisch mindestens 1x täglich.
      Das Senden, Empfangen & Spechern der Keys wird gar nicht durch die App selbst gemacht sondern von einer Hintergrundkomponente, die meist vom Betriebssystem gestellt wird. Dementsprechend muss die CWA App erst diese Komponente fragen, ob überhaupt Keys empfangen wurden und wenn ja ob diese mit einer Liste der als infektiös gemeldeten übereinstimmt. Egal ob dein Gerät in der Einöde in der Schublade lag oder 24/7 S-Bahn fuhr – die CWA kann das nicht unterscheiden und fragt daher regelmäßig bei der Betriebssystemkomponente nach.

      • Ups, abschließendes Fazit vergessen:
        Jeder dieser Nachfragevorgänge zählt dann als eine „Kontaktüberprüfung“, dieser Begriff ist offenbar missverständlich.
        Die Benachrichtigung kam zudem vermutlich nicht von der CWA, sondern von der Komponente im Hintergrund die dich stolz benachrichtigt hat, wie viele dieser Überprüfungsanfragen sie beantwortet hat.
        Warum auch immer dein Betriebssystemhersteller (Apple?) das für notwendig hielt… Auch die Formulierung geht daher auf deren Kappe.

        • Ich vermute, hinter dem Genöle über lästigen Datenschutz verbirgt sich vor allem das Problem peripherer Bürokratie, die sich infolge von „Datenschutz“ mehr oder weniger sinnvoll aufbaut. Auch bei der CWA führt das zu Fehlfunktionen: Wer beim Labor-Test der Übermittlung seiner Testdaten an RKI-Server nicht schriftlich zustimmt (95% der Leute können vrmtl. nicht einschätzen, was diese Aussage bedeutet und für Auswirkungen hat, daher wird wohl sehr häufig nicht zugestimmt, was legitim ist wenn man es nicht überblickt), dann ist die FUNKTION der App nicht mehr voll gegeben, weil der eigene Corona-Befund nicht mehr per vorher eingelesenem Barcode im Labor aufs eigene Gerät übertragen und andere Menschen warnen kann. Dass die Übertragung des Laborbefunds nicht funzt, sieht der Nutzer dann zwar in der App, aber er weiß nicht, warum. Dazu gibt es keine Info. So war es jedenfalls bisher, ob sich daran in den letzten Wochen was geändert hat, weiß ich nicht. Aber wenn das noch immer so ist, wäre es m.E. eine echte und relevante Dysfunktion der App aufgrund von äußerst hakelig umgesetzten Datenübermittlungseinwilligungsprozessen, die man durchaus im Ökosystem „Datenschutz“ ansiedeln darf.

          Da steckt vrmtl. das generelle Problem dahinter, dass digitale Selbstbestimmung derzeit mit den falschen Mitteln versucht wird, zu erreichen. Dem Nutzer wird mit Transparenzen und Häkchen setzen eine scheinbare Selbstbestimmung konstruiert, die entweder aufgrund mangelhafter Detailkenntnisse, oder aber mangels Alternativen (stimme zu oder tschüss) gar nicht real vorhanden ist und deshalb entweder zur genötigten Zustimmung oder aber zur Dysfunktion der App führt. Dieser Zustand bringt den Dateschutz an sich leider schnell in Verruf, so ist sicherlich auch die Haltung im ZEIT-Podcast zu erklären auf die Linus da offenbar stieß.

  12. Ein kleiner Einblick zur Kontaktnachverfolgung:
    Ich bin coronapostitv. Mich hat dann nach ein paar Tagen das Gesundheitsamt angerufen und mir nach einem vielleicht zweiminütigen Telefonat eine Mail geschickt. An diese sehr kurze Mail war ein Excel-Sheet angehängt. Ein schlecht formatiertes Excel-Sheet. Hier musste ich dann Name, Adresse, Geburtsdatum, Mailadresse, Telefonnummer, Art der Beziehung, Ort und Zeit des Kontakt, usw. aller meiner engen und nicht engen Kontakte der letzten Tage eintragen. Es gab nirgends ein Hinweis zum Datenschutz oder weitere Erklärungen. Dann musste ich meine Kontakte logo unverschlüsselt per Mail dem Gesundheitsamt wieder zurückschicken. Das ist schon sehr bitter alles. Ich finde selbstverständlich, dass meine paar Kontakte und ich in Isolation und Quarantäne sind, aber ein mies formatiertes, unkommentiertes, unverschlüsseltes Excel-Sheet führt bei mir erst Mal zu Schnappatmung und ich krieg Dank Corona seit Tagen eh schon schlecht Luft.

  13. Kurzer Hinweis bzgl. der Fehlerquote bei der Gesichtserkennung: die 5 Prozent waren hier die falsch negativen, wenn man die falsch positiven auf 0,001 Prozent fixiert (1 von 100.000). Im Bild, das bei netzpolitik.org zitiert wurde, ist das beschriftet mit „FNMR at FMR = 0.000010“ (false non-match rate und false match rate).

    Es besteht ein tradeoff zwischen falsch negativen und falsch positiven und letztere kann man immer auf 0 reduzieren, indem man alles ablehnt. Außerdem möchte man am liebsten eine einzelne Kennziffer für den Vergleich von Systemen. Daher ist es nicht ungewöhnlich, die falsch positiven auf einem „akzeptabel“ niedrigen Niveau zu fixieren und dann die falsch negativen zu vergleichen.

  14. Warum gibt es kein Preview?
    Da sind ja tausend Fehler drin.
    Hier die korrigierte Fassung, bitte die alte löschen, sofern möglich.

    Dass eine Hashfunktion, angewendet auf eine Telefonnummer leicht zurück gerechnet werden kann, haben schon auf dem 35C3 schon die erfolgreichen Teilnehmer der Winkekarten-Challenge der Telnet-Assembly gezeigt.
    Eine Teilaufgabe um die Katze zum Winken zu bekommen und damit ein “Telnet-Klartext Reden” T-Shirt zu gewinnen war es, aus einem gegebenen SHA256-Wert einer Telefonnummer diese zu berechnen.
    Das ist innerhalb von 3 Tagen über 40 Kongressbesuchern gelungen.
    In der Regel wurden dazu normale Notebooks verwendet.
    Hinweis: Der schlechteste Angriff wäre es, alle Nummern durchzugehen. Bei zehn signifikanten Ziffern (z.B: Berlin “30” + 8 Stellen) wären es 100 Giga-Hashes die man berechnen müsste. Es gibt aber nur 5202 Ortsnetze, man könnte hier also erheblich optimieren.
    Der 1000 Euro teure Bitcoin-Miner “Antminer R9” schafft 8.6 TH/s, kann also den gesamten Raum in einer Sekunde 86 Mal durchsuchen.
    Und selbst bei elf signifikanten Ziffern würde er den gesamten Suchraum 8 Mal pro Sekunde berechnen können.

  15. Moin,
    kurze Anmerkung zum BND-Gesetz und den E-Mail-Anbietern, speziell Mailbox.org: Mailbox.org bietet nur an, den Posteingang zu verschlüsseln. Dazu hinterlegt man den eigenen öffentlichen Schlüssel – logischerweise ist dazu kein Passwort nötig. Anschließend werden die Nachrichten einzeln an dich mit GPG verschlüsselt, als wären sie von Anfang an verschlüsselt gewesen. Allerdings gehen die E-Mails natürlich unverschlüsselt ein. Mailbox.org müsste im Grunde also nichts ändern.

    Viele Grüße und herzlichen Dank für diese unterhaltsame Folge. :-)

  16. Bei CWA und Datenschutz wird ja immer darüber gesprochen, was die App dem User anzeigt, aber für meinen Datenschutz ist doch eigentlich entscheident was die App sendet. Über das was andere mit den gesendeten Daten machen, hat der User ja kein Einfluss.
    Die App sendet ja Datenpakete an ihre Umgebung, und lädt die im Corona positiv Fall auf einen Server, wo sie andere herunterladen und vergleichen können. Es könnte sich also eigentlich jeder selbst eine App bauen die auch speichert wann sie die Pakete empfangen hat und wo man da war, und nach dem Abgleich hätte man dann die strittigen Daten.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?
    Und wenn das jeder andere theoretisch kann, sind die Daten eigentlich sowieso schon in der Welt, und sie in der offiziellen App anzuzeigen wäre nicht weniger Datenschutz sondern ein zusätzlicher Service.

    Viele Grüße
    Alex

  17. Das ginge nur, wenn wir uns alle bekennen und die Fragen automatisiert abrufbar für jeden bereitwillig und begeistert zur Verfügung stellen – aus lauter Freude, dass andere sich interessieren für einen… Nichts ist schlimmer als uninteressant sein … we are all agents of the BND. Wo immer wir uns gerade befinden.. Es lebe Avokadolf.

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