LNP392 Szenetypische Ansprache

Maaßen — Allesdichtmachen — NSU 2.0 — Corona-Warn-App — Ausschuss Digitale Agenda — Luca App — EU-Impfpass — EU-Abmahnunwesen — Trump und Facebook — Signal und Instagram — Jobs

Zu Beginn blicken wir auf verschiedene Problembürger und widmen uns dann ein weiteres Mal der Digitaliiserung im Rahmen der Corona-Krise. Luca und Corona-Warn-App stehen nicht nur im Mittelpunkt, weil im Ausschuss Digitale Agenda im Bundestag darüber diskutiert wurde sondern auch weil die CWA-Entwicklung fortschreitet und sich langsam abzeichnet, dass die Bundesländer dieses kostenlose Angebot auch in ihre Corona-Strategie einbauen wollen.Einen Schwerpunkt setzen wir noch mal auf den EU-Impfpass, bei dem ja nun doch keine Blockchains zum Einsatz kommen sollen und erläutern sowohl die geplante Technik als auch die absehbaren Schwierigkeiten, dieses Projekt überhaupt erst mal mit validen Daten von bislang erfolgten Impfungen zu versorgen. Zum Schluß ein kurzer Blick in die USA und das EU-Abmahnunwesen und Signals pfiffige Aktion, um gegen zielgerichtete Werbung auf Instagram aufmerksam zu machen.

avatar
Linus Neumann
avatar
Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen, Tim.
Tim Pritlove
Pisa Studio ist rausgekommen, hat rausgefunden, dass fünfzig Prozent der Jugendlichen Fakten und Meinungen nicht unterscheiden können.
Linus Neumann
Meinst du vielleicht.
Tim Pritlove
Buchnetzpolitik Nummer dreihundertzweiundneunzig vom sechsten Mai zwanzigeinundzwanzig eurer Faktenbasis und eure Meinungsbastion in einem.
Linus Neumann
Bei uns ist es ja genau, bei uns ist es sind Meinungen und Fakten ja eins.
Tim Pritlove
Du meinst so, was unsere Meinung ist? Das ist einfach mal Fakt.
Linus Neumann
So
Tim Pritlove
Ja, das da, ja, so war das.
Linus Neumann
Wir machen, wir machen das für euch schon, wir klären das schon für euch, ja? Das machen wir vorher, das ist alles Arbeit, die wir euch, aber uns muss man auch nicht lesen, kann man aber, Tim wird ja nicht müde, zu betonen, dass die Transkriptionsfunktion immer besser wird.
Tim Pritlove
Das stimmt. Da wird fließt gerade noch viel äh Arbeit rein und bin auch ganz zuversichtlich, bald äh vielleicht nicht das ganze Archiv, aber auch zumindest weitgehend äh das Archiv hier, bekommen zu haben. Aber das ist wirklich interessant. Also die meinen also genau heißt es, weniger als die Hälfte der.
Linus Neumann
Weißt du, was das heißt.
Tim Pritlove
Zehnjährigen Schülerinnen und Schüler nicht mehr in der Lage, beim Lesen Fakten von Meinungen zu unterscheiden.
Linus Neumann
Und der ist doch super. Und weißt du, was das Problem ist, Tim? Ich meine, warum das mit der Hälfte so problematisch ist, ne? Die sind die die sind die Mehrheit dann. Das heißt, es wird Ideocrassy. Direkt mehrere Beispiele für.
Tim Pritlove
Ja, ich meine, ist der das überhaupt klar, dass wirklich die Hälfte der Leute einen IQ unter einhundert hat? Na.
Linus Neumann
Irrtum, das wird völlig klar. Weißt du auch, wieso? Okay, aber dann sollen wir das kurz noch erklären?
Tim Pritlove
Weiß nicht, muss man das erklären?
Linus Neumann
Ja, muss man kurz erklären. Ähm, Der der IQ ist ein äh normierter Wert. Es ist eigentlich eine Gausch äh Glockenkurve, hat also einen Mittelwert und eine Standardabweichung und normalerweise, wenn man solche Werte nimmt, also in der Statistik, wenn man sauber arbeitet, dann wenn man vereinheitlicht arbeitet, dann nimmt man einfach Z-Standardisierte Werte, also Mittelwert, null Standardabweichung eins. Und das heißt dass ähm quasi achtundsechzig Komma irgendwas Prozent quasi sich innerhalb der Standardabweichungen, um den Mittelwert bewegen. Und das ist quasi dann der Normbereich in Hass. In jeder äh in jeder Richtung nochmal fünfzehn Prozent, die dann quasi in die Extreme gehen. Und wenn du eine zstschneideisierte Werte hast, kannst du die umbauen auf äh jede andere Normierung und beim IQ, ist das ähm Mittelwert einhundert und Standardabweichungen fünfzehn und das hat man einfach so gemacht, damit man Eltern nicht erklären muss, dass das Kind einen negativen Intelligenzkonzerten hat. Ja, ist also rein kommunikativer. Hm? Und äh von fünfundachtzig bis hundertfünfzehn ist also einfach der Normalbereich und der ähm. Ja, die besonderen Bereiche, also starke äh äh starke Intelligenz oder besonders starke Intelligenzminderung, wären dann ebenso bei bei zwei Standardabweichungen äh setzt man die dann, üblicherweise an. Gibt's unterschiedliche äh Definitionen, aber ähm.
Tim Pritlove
Oder anders ausgedrückt, auch mit dem IQ von hundertzehn, kriegt man die Kurve noch nicht so richtig. Nee, aber da aber mit den Fakten und den Meinungen, das auseinanderzuhalten, das könnte da noch schwierig sein. Ich weiß jetzt nicht, ob das jetzt wirklich unbedingt was mit Intelligenz zu tun hat, weil ich denke, da gibt's auch noch diverse kulturelle Faktoren und letztlich sind wir wahrscheinlich auch alle daran schuld. Nicht durch das ganze äh mediale äh Gewitter und die Komplexität unserer Gesellschaft et cetera und äh die Qualität unserer Bildung. Und was nicht alles noch herangezogen werden kann. Irgendein Grund muss es ja haben.
Linus Neumann
Also ich würde mich jetzt zu spontan als Psychologe äh würde ich sagen, sicherlich wird es eine äh starke Korrelation mit dem IQ geben. Ähm bei der Fähigkeit oder der Kompetenzmeinungen von Fakten zu unterscheiden, würde aber grundsätzlich erstmal davon ausgehen, dass wie jeder andere Koalition auch, die nicht eins ist und das ist sicherlich auch Kinder mit überdurchschnittlichem IQ gibt diese Kompetenz nicht haben. Und äh Kinder mitunter durchschnittlichem IQ gibt, die diese Kompetenz nicht haben, Also ich glaube nicht, dass das äh dass der IQ wie alles ist es ist es sicherlich stark korreliert mit IQ aber nicht.
Tim Pritlove
Okay, wollte ich damit auch überhaupt nicht äh sagen. Sicherlich gibt's hier auch noch so eine Qualität der sozialen Kompetenz, beziehungsweise einfach der allgemeinen Bedingungen. Also ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, dass. Ganz gut dran sind.
Linus Neumann
Also wenn sie gut dran sind, haben sie es auf jeden Fall nicht bei uns gelernt. Das muss man.
Tim Pritlove
Wir sind nicht schuld! Dass das mal klar ist.
Linus Neumann
Ah ja. Okay, ein kleiner Exkurs in äh in die Idiokratie. Ähm, Ich denke, äh wir haben ja auch die ersten Anzeichen, die also es ist ja nicht unbedingt so, als wäre es bei Erwachsenen besser, ne. Das äh muss man ja auch dazu sagen. Ähm.
Tim Pritlove
Stimmt.
Linus Neumann
Und in in Südthüringen wurde jetzt Hans-Georg Maaßen als CDU-Bundeskandidat. Hingestellt. Wir hatten das ja hier schon davor gewarnt, dass dieses Risiko besteht.
Tim Pritlove
Also Kandidat für den Bundestag.
Linus Neumann
Ja Wurde zwanzig, äh der war von zwanzig zwölf bis zwanzig achtzehn Präsident des Bundesverfassungsschutzes äh ist wegen seiner Kontakte zur AfD und zur äh zu irgendwelchen nicht äh durch Fakt. Also ja genau, der hat auch Probleme mit der Unterscheidung von Fakten und Meinungen. Der hat sich ja damals irgendwie zu fremdenfeindlichen äh Ausschreitungen in Chemnitz äh äh sage ich mal faktenfremd und meinungsschwer geäußert, Und äh.
Tim Pritlove
Auch seitdem nicht wirklich das Maul gehalten. Man muss natürlich auch äh die CDU in Thüringen verstehen, sie sind ja gerade ihres Handelnbundeskandidaten Bundestagskandidaten verlustig geworden, weil der ja leider im Rahmen dieses Massenskandals irgendwie geflogen ist.
Linus Neumann
Ja. Die haben halt nur korrupte und rechtsradikal.
Tim Pritlove
Ist ja was anderes haben wir jetzt nicht. Country und Western sozusagen.
Linus Neumann
Unglaublich, es ist eine Katastrophe. Ich meine, dass dieser Mann wirklich, sage ich mal, nicht. Also, dass dieser Mann sich allenfalls noch so mit den spitzen Zehen auf dem Boden der Verfassung hält, ne? Das ist, glaube ich, äh hinlänglich bekannt. Und dass der wirklich. Also das ist ein ganz äh also.
Tim Pritlove
Der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes ist wirklich etwas. Das geht echt überhaupt nicht mehr. Immerhin ist der ein oder andere CDU ähm ein oder andere CDU-Mitglied in der Folge sogar auch ausgetreten, sowas finde ich ja dann doch ganz bemerkenswert auf jeden Fall, da hat die CDU definitiv Ja, ein ein mindestens ein Problem der CDU hat eine Menge Probleme, aber das ist, sagen wir mal, noch ein ein weiteres, was jetzt hinzugekommen ist.
Linus Neumann
Ich möchte nur erinnern, ich kann jetzt nicht sagen, in welcher Sendung, aber du findest das mit den Transkripten bestimmt heraus, dass ich es damals gesagt habe, dass dieser Mann wenn, dass er, wenn er jetzt da rausfliegt und sich und eine politische Zukunft sucht, dass der problematisch wird So, dass der in der, dass der früher oder später zur AfD überläuft, ähm wahrscheinlich geht er jetzt auf den CDU Ticket in Bundestag und wird sich dann ähm, Was weiß ich, weil irgendein Geflüchteter nicht abgeschoben äh wurde äh von der Fraktion trennen oder so. Das ist äh das ist ein. Da gibt's, glaube ich, keine keine Zweifel an an dessen äh politischer Heimat mehr. Das muss man, glaube ich, sagen. Zweifel der politischen Heimat sind auch bei alles dichtmachen inzwischen äh glaube ich beseitigt Tim, oder?
Tim Pritlove
Mach ganz so den Eindruck, dass äh die die Truppe beileibe nicht nur so äh bürgerlich ist, wie sie bisher immer getan hat, sondern, und, und, das ist auch alles nicht so ein zufälliges Konglomerat von Meinungsäußerungen war von irgendwie dahergelaufenen, unschuldigen Tatort äh Kommissaren, sondern dass das schon doch ein bisschen mehr Planung und Struktur hat, da sicherlich der eine oder der andere auch etwas überfahren wurde dort von den Kollegen, sich aber trotzdem mal alle fragen müssen, was eigentlich so ausschlaggebend ist für sie, um an so einer Aktion teilzunehmen in der andere ihnen die Texte vorgeben, die sie dann in Kameras einlesen, um sich irgendwie in so einer Situation zur politischen Gesamtsituation zu äußern, schon ein bisschen fragwürdig Aber noch sehr viel fragwürdiger sind halt die Leute, die dann offenbar dieses ganze Projekt angetrieben haben, denn da sind so diverse Artikel erschienen, die eine, ziemlich in die äh sowohl zu den Querdenkerischen Thesen als auch diesen dieser neuen Querdenker Partei, offen gelegt haben, äh wo man schon ein wenig ins Grübeln kommen könnte.
Linus Neumann
Du meinst die Basis, ne?
Tim Pritlove
Die Basis.
Linus Neumann
Da gibt's sehr schöne äh, sehr schöne Artikel auf äh Anon Leaks dot net, ja? Äh die haben ja seit einiger Zeit die Operation Tinnvoll, optinvoll laufen und äh setzen sich so mit diesen, ja äh Querdenkern und äh anderen ähm ja Freunden, die nicht ganz so sicher auf dem Boden der Verfassung stehen, auseinander und finden natürlich dort regelmäßig ähm, sage mal, ähm großzügige Serverkonfiguration und da ist bei der bei der Basis ja äh relativ viel, auch äh äh rausgekommen vor einigen Wochen. Ähm und ich denke, dass damit auch zum Beispiel es zu tun hat, dass man jetzt äh dass es jetzt Artikel zum Beispiel rüber gibt, dass Volker Bruch dort einen, Mitgliedsbeitrag Mitgliedsantrag gestellt hat und so man, das ist wirklich, es ist so schade. Es ist so schade. Kommen wir aber gleich nochmal zu, dass ich äh, wahrscheinlich die die Leute weiteres Wasser auf ihren Mühlen bekommen werden. Machen wir erstmal noch weiter mit dem äh Naziblock hier, bevor wir zum Corona-Blog kommen. Ähm der NSU zwei Punkt null, Absender soll jetzt der mutmaßliche äh Absender soll in Berlin festgenommen worden sein. Dass wir erinnern uns, dass das ging, seit, August zwanzig achtzehn muss das losgegangen sein, hätte ich jetzt auch ungefähr geschätzt, dass Menschen Drohschreiben bekamen, sehr viele Leute, viele Prominente, ähm Wir haben ja mit hier auch äh gesprochen, die solche Nachrichten bekommen hat. Und das war dann irgendwie, ähm. Ja immer irgendwelche Drohungen und äh quasi man die wurden unterschrieben als der NSU zwei Punkt null, natürlich bezogen auf hier Uwe Mundlos, wie hieß der andere Uwe? Uwe, oder?
Tim Pritlove
Ja ähm.
Linus Neumann
Beate Zschäpe, Uwe, Mundlos und Uwe, warum fällt mir da jetzt der Name nicht ein? Was ist mit B?
Tim Pritlove
Uwe, Burnhard.
Linus Neumann
Ja, so die diese ähm Nazimörderbande, die äh über viele Jahre hier in Deutschland Menschen getötet hat und ähm wo, lange Zeit äh diese, Mordopfer dann irgendwie von der deutschen Polizei verdächtigt wurden irgendwo, die müssen ja irgendwo in der organisierten Kriminalität da gewesen sein und äh irgendwann stellte sich raus, dass es eben eine, gab, die hier über Jahre gemordet hat. Ein ganz, ganz äh dunkles Kapitel. Und darauf bezog sich eben dieser Autor, in dem er seine Nachrichten mit NSU zwei Punkt null, unterschrieb. Ähm die anscheinend hat der also einhundertdreiunddreißig solcher, Drohschreiben versendet und einige wurden dann Trittbrettfahrern äh, zugeordnet, also hundertfünf Cent scheint jetzt eher geschickt zu haben an zweiunddreißig Personen und sechzig Institutionen. So und das Problem an dieser Sache, wie gesagt, das, ihr ihr erinnert euch wahrscheinlich an das Gespräch, dass Konstanz und ich mit geführt haben, war. Dass diese Adressen an die dort gesandt, an die das gesandt wurde, offenbar aus Polizei ähm Registern, ausgelesen wurden. Und es war immer irgendwie so ein Thema. Die Polizisten, die das dann gemacht haben, haben gesagt, ich war das nicht. Man hat sich immer Gedanken darüber gemacht, wie ist denn diese, wie sind denn diese Täter oder dieser Täter, an die Adressen gekommen? Und anscheinend, soll das jetzt so gewesen sein, dass der bei der Polizei angerufen hat. Sich von denen hat die Adressdaten geben lassen, irgendwie so so getan hat, als wäre ein Kollege oder so. Machst du mal eben hier, Feststellung von so und so und das hätte funktioniert. Es gibt jetzt an dieser Darstellung doch ähm, einige Zweifel, also einige zweifeln daran, dass das jetzt nur eine Person war, andere zweifeln daran, dass es jetzt wirklich so funktioniert sein soll, dass er. Einfach nur bei der Polizei angerufen hat, ähm kommt irgendwie ein bisschen äh kommt irgendwie so ein bisschen komisch alles.
Tim Pritlove
Bisschen komisch ist gut. Also ich meine, entweder hat da jemand bei der Polizei angerufen und zwar vielleicht auch immer dieselbe Person, die dann einfach die Adressen rausgerückt hat. Da würde ich ja dann glatt äh noch mit gehen, dann ist aber natürlich die Frage, wer war diese Person? Aber die Vorstellung, dass jetzt irgend so ein arbeitsloser äh Hobbynazi regelmäßig bei der Polizei anruft und die ihm dann einfach die Adressen irgendwelcher Prominenter, Oder sonst irgendwie ähm bekannter Personen diktieren. Das äh würde mich ja noch sehr viel mehr beunruhigen, weil das ist ja irgendwie alles völlig im Eimer.
Linus Neumann
Also ich bin auch äh nicht ganz überzeugt.
Tim Pritlove
Nee, das ist, glaube ich, noch nicht das Ende der Geschichte.
Linus Neumann
Es ist aber bisher auch nur eine These oder also eine Hypothese und die sollte sich jetzt bestätigen. Also werden wir mal, da bleiben wir auf jeden Fall dran und äh ich bin mal sehr sehr gespannt, wie das äh weitergeht. Die Story, er hätte typischen Behördensprech.
Tim Pritlove
Typischen Behörden spricht. Mhm. Woher kannte er denn? War er schon mal in der Behörde?
Linus Neumann
Deswegen also ich lass uns mal also das ist der Stand jetzt, diese diese Verhaftung soll heute stattgefunden haben, ich gehe mal davon aus, dass wenn ihr das hört. Ist schon neue Erkenntnisse gibt. Deswegen äh würde ich sagen, vertagen wir das mal auf die nächste Sendung und äh kommen.
Tim Pritlove
Wusste ich aber auch gerne, wie dieser Behördensprech funktioniert. Vielleicht können wir ja auch unsere Sendung noch ein bisschen effizienter in die Institutionen tragen, die Inhalte, wenn wir hier einfach auch mehr Behörden, sprich an den Tag legen.
Linus Neumann
Ich weiß nicht, wie wie Behörden sprechen.
Tim Pritlove
Na ja, ich bin da auch nicht sonderlich geübt, würde ich sagen, aber ist halt äh sicherlich einfach so eine Szene typische Ansprache.
Linus Neumann
Ich denke, ich denke, ich denke wahrscheinlich irgendwie so zu auf jeden Fall schon mal total gelangweilt.
Tim Pritlove
Ähm weiß ich nicht. Wie man halt so anruft, wenn man eben mehr von so einer Nebenstelle kommt. So, weißt du, so ein bisschen kollegial, so Frau Klingelbiel, kannst du kannst du mir mal, kannst du mir mal die Adressen raussuchen.
Linus Neumann
Ja, ich bin das wieder. Kannst du mir mal eben die Einreise von Ihnen.
Tim Pritlove
Ich habe die, ich brauche die, ich brauche dich immer für die Akte. Weißt du, so was.
Linus Neumann
Ich habe schon wieder. Nee, das ist ja in Frankfurt. Also du, lass uns, lass uns wirklich da jetzt nicht weiter drüber spekulieren. Ist auch eigentlich also ist ja auch tatsächlich nicht witzig, weil das ein riesiges Problem ist tatsächlich. Vielleicht um das noch kurz abzu äh grenzen. Diese Registerzugriffe, die sind für äh für die Polizeiarbeit ähm ja, zulässig. Die müssen das auch äh sehr, sehr regelmäßig machen. Sehr viel häufiger als man meint und in den meisten Fällen, eben auch äh ja berechtigt und ohne einen äh missbräuchlichen Hintergrund. Und ähm, Ich weiß, dass es da durchaus äh Arbeitsgruppen und Überlegungen und Pläne gibt, wie man, das hinkriegt, dass man eben quasi von vermutlich sehr vielen berechtigten Abfragen die wenigen unberechtigten Abfragen ähm ja, detektieren und filtern kann. Und was ja also da geht's ja dann los damit, dass diese IT-Systeme halt nur noch personalisiert zugreifbar sind Tatsächlich ist das ja im Moment eher so, dass es da halt einen Rechner gibt mit einem Passwort und das klebt halt mit einem Post-it dran und da kann jeder dran, ne, weil das eben einfach etwas ist, was die den laufenden im laufenden, am laufenden Band bei der Arbeit machen müssen, aus welchem Grund auch immer, haben wir auch nicht ganz eingeleuchtet, aber machen sie wohl.
Tim Pritlove
Ja, aber trotzdem kann man nicht ganz ausschließen, dass es hier auch so eine Social Engineering Komponente gegeben haben kann, dass einfach jemand quasi so von der Seite kommt und diese ganzen Terminal-Bediener von der Seite bedient hat. Ja, eben Stichwort Behördensprech äh einfach weiß, wie solche, ach kannst du mir mal schnell, weißt du, mal raussuchen und ich ich brauche grad mal und ich sitze gerade nicht am Rechner und so, weißt du? Das funktioniert ja auch ein Stück weit.
Linus Neumann
So wie ich mir das erkläre habe erklären lassen, ist das tatsächlich zum Beispiel so, dass die halt über Funk. Ähm oder äh über Telefon halt mal anrufen, weil sie diese Abfragen eben auf der Streife nicht machen können. Also das ist nicht, es ist wahrscheinlich nicht ausgeschlossen, aber es muss eben ausgeschlossen sein. Lass uns mal jetzt nicht weiter spekulieren. Ich bin mir relativ sicher, dass äh.
Tim Pritlove
Noch mehr Details rauskommen. Das wird noch Juicy. Auf jeden Fall.
Linus Neumann
Weißt du, irgend so ein Feigling, der ähm der hundertfünfzehn Drohmails verschickt, wenn der mal hier äh die ähm in unserer äh Merkel-Diktatur erstmal in den in den äh im Kerker liegt, dann winselt der doch sofort. Der singt doch jedes Lied. Da bin ich mir ganz sicher. Ja, wenn der hier erstmal die Merkel.
Tim Pritlove
Ja, schauen wir mal. So, Schluss hier mit äh Nazis.
Linus Neumann
Naziblock vorbei. Ähm kommen wir zum Corona-Blog. Es geht los mit ein bisschen Statistiken zur Corona-Warnefft. Da gab's ein Handelsblattartikel Ähm und da sind, wollte ich einfach mal nur so ein bisschen Nutzungsstatistiken wiedergeben, die weil wir da ja uns auch immer drüber geärgert haben, dass man so wenig ähm findet. Es gibt ja die Möglichkeit, Daten freizugeben für die Weiterentwicklung der App. Das machen inzwischen wohl sechs Komma fünf der siebenundzwanzig Millionen Nutzerinnen. Ähm. Und wenn jetzt quasi eine, Also wenn man im Durchschnitt schaut, wenn ein eine Nutzerin mit dem Virus infiziert ist und das meldet, erhalten im Schnitt sechs andere eine Hochrisikowarnung. Und das ist äh das fand ich einen sehr spannenden Wert, weil das zeigt, jetzt ist natürlich, also ich habe das ja hier schon oft gesagt, das Infektionsgeschehen ist nicht äh, deterministisch, sondern stochastisch und das heißt, es gibt einfach nicht eine einzige Situation, die man definieren kann, in der die Infektionswahrscheinlichkeit eins ist. Und deswegen ist so eine Warnung immer mit einem. Risiko behaftet äh falsch zu sein und äh mit einem Risiko behaftet äh und eine Nichtwarnung mit dem Risiko behaftet äh ebenfalls äh nicht nicht fälschlich nicht gewarnt zu haben. Ähm. Wenn so im Schnitt sechs eine Warnung erhalten und das DR-Wert ist immer, wie ist der so Tim? Bei. Irgendwo um eins rum, ne? Das heißt, das im Zweifelsfall, viele, die auch schon viele dieser Warnungen eben ähm ja. Ähm ja nicht richtig sind, ne, also die werden nicht alle jetzt auf eine Infektion deuten, aber es hält sich irgendwie halbwegs die Waage, ne. Ich hätte jetzt gedacht, du sagst, wer wieder R-Wert ist.
Tim Pritlove
Der aktuelle AirWert meinst du jetzt, wie wir.
Linus Neumann
Der höchste, den wir je hatten, ist, glaube ich, eins zwei und der niedrigste null sieben, oder?
Tim Pritlove
Ja null sieben ist Mindestwert die höchsten, weiß ich jetzt gerade nicht aus dem Kopf, kann ja aber kurz nachschlagen, ist auch immer die Frage welcher Wert herangezogen wird. Habe ich aber jetzt gerade nicht im historischen Rückblick.
Linus Neumann
Und ähm weil der derzeit täglich etwa viertausend Nutzerinnen, eine Corona-Infektion über die CWA melden, sind das ungefähr fünfundzwanzigtausend Hochrisiko und achtzigtausend hier äh Grüne Warnungen am Tag. Das ist schon ziemlich viel, ne? Ähm, schon insgesamt zweieinhalb Millionen Warnungen äh durch diese App. Ähm ausgegangen, Hätte ich jetzt nicht so geschätzt, vor allem weil ja alle immer so sagen, ja die äh die App funktioniert nicht, ich kriege keine Warnungen mehr und so, ne. Das äh fand ich schon, spannend.
Tim Pritlove
Das ist wirklich eine Menge, vor allem, wenn man mal bedenkt, so eine Warnung kann ja dann tatsächlich wirklich dazu führen, dass weitere Infektionen verhindert werden. So.
Linus Neumann
So und jetzt kommt nämlich der spannende, jetzt kommt nicht also kann und das äh darf man ja auch nicht vergessen, was du gerade sagst, ist ja der einzige Grund, warum man das macht. Man schickt die Warnung, damit die Leute, die gewarnt sind, ihre Kontakte reduzieren, sich testen lassen, ja? Und jetzt haben sie ähm. Das finde ich hier sehr spannend. Bei unter fünfzehntausend Nutzerinnen, die eine Hochrisikowarnung erhalten haben, haben sie mal eine Umfrage durchgeführt. Und von denen gaben zwei Drittel an, dass sie über die Warnung überrascht gewesen waren. Und die hätten ohne die war App womöglich nie vom Kontakt mit einer infizierten Person erfahren. Das ist auch sehr krass, ne? Also das heißt, zwei Drittel der Warnungen hätten sie nicht bekommen, weil wir ja hier auch oft gesagt haben, ja, häufig geht die Warnung vielleicht über WhatsApp äh raus oder so. Und wenn hier zwei Drittel der Leute die Warnung nicht haben, kommen sehen, dann deutet das darauf hin, dass das zum Beispiel eben die Situation abdeckt im, Personennahverkehr irgendwo ähm. Wo äh wo wo man eben auch diese Warnungen äh hinsenden möchte. Ja und dann über achtzig Prozent der gewarnten Nutzer ließen sich im Anschluss testen. Sehr gut, ne? Also haben das getan, haben, die Warnung ernst genommen, haben einen Test gemacht und dann bei sieben Prozent fiel der Test positiv aus.
Tim Pritlove
Die achtzig Prozent haben sie jetzt aus diesen fünfzehntausend, die sie befragt haben, ermittelt.
Linus Neumann
Also von den fünfzehntausend haben achtzig Prozent sich testen lassen. Jetzt ist natürlich wieder die Frage, wir ziehen sich die sieben Prozent auf die achtzig Prozent Teilmenge oder auf die äh fünfzehntausend Menge, das weiß ich nicht, aber sieben Prozent fiel der Test dann. Positiv aus, da im Schnitt sechs Warnungen verschickt werden, würde man eigentlich beinahe, würde man eigentlich eine höhere positiv, erwarten.
Tim Pritlove
Ich versuche das jetzt grad mal so ein bisschen hochzurechnen, wie viele Leute sozusagen dann durch die App gewarnt sind und sich dann positiv testen lassen. Ähm, und sich damit sozusagen aus dem Verkehr ziehen, ne, also wenn, haben wir jetzt ein bisschen zu wenig Zahlenmaterial, aber es wäre nochmal ganz interessant, das mal hochzurechnen, wie viele äh Infektionen quasi dadurch, indirekt verhindert werden. Das kann natürlich nur so eine theoretische Zahl sein, aber ist ja nicht ganz ohne Grundlage. Und wenn man dann mal berücksichtigt, dass, verhinderte Infektion im Prinzip den Staat tausend Euro spart im Schnitt kommt da ganz schön viel äh Geld zusammen.
Linus Neumann
Also das kannst du jetzt vereinfacht ausrechnen. Nehmen wir mal an, dass die sieben Prozent von den dass das sieben, diese sieben Prozent sich nur auf die achtzig Prozent beziehen, dann hast du achtzig Prozent von äh fünfzehntausend, Moment. Ähm.
Tim Pritlove
Das sind ja jetzt nur die, die befragt wurden, ne? Man würde ja dann davon ausgehen, dass sich das dann auf alles bezieht, was so Warnungen bekommt.
Linus Neumann
Ne, du kannst ja, also du kannst das natürlich extra polieren und du müsstest jetzt äh da ist das Beste ist, was du hast, kannst du jetzt halt extra polieren, auf die fünfundzwanzigtausend Hochrisikowarnungen, die am Tag rausgehen, Also es war noch nicht diese fünfzehntausend waren noch nicht mal das Warnungskontingent eines Tages.
Tim Pritlove
Ja, ich meine, das wären da so tausendzweihundertfünfzig Leute pro Tag, die gewarnt werden und sich positiv getestet werden.
Linus Neumann
Das ist schon, das ist schon amtlich.
Tim Pritlove
Mal tausend Euro gespart, die eine weitere Infektion verhindert haben. So hast du schon irgendwie zwölfeinhalb Millionen Euro pro Tag gespart.
Linus Neumann
Ja, also das war also ich fand diesen Bericht wirklich mal sehr äh spannend, weil, ne, kriege jeden Tag irgendwelche Mathegenies, die mit Prozenten dann da hantieren und sagen, die Corona-Warn-App hat uns alle in den Tod gestürzt und das funktioniert nicht oder so, ne? Da sind natürlich so, da da bin ich ja auch ein bisschen verärgert, dass sowas halt in so einem Handelsblattartikel irgendwie unter hinter der Paywall ist, die ich wo ich erstmal jemanden rauskratzen lassen muss, ne? Sonst hätten wir das schon früher gesprochen. Also sehr, sehr äh überraschend gute Ergebnisse trotz ja doch auch sehr starken Einschränkungen der App, ne? Auch das muss man ja sagen, wenn es nutzen hier eben offenbar nur siebenundzwanzig, Millionen Menschen. Das sind bei weitem nicht alle und das bedeutet alle, die nicht mitmachen können. Nicht dazu beitragen, dass die, dass Warnungen versendet werden und können auch keine Warnungen bekommen. Insofern würde die Effektivität dieser Warnung eben steigen, je mehr Leute, diese App nutzen. Ähm wir haben auch darüber gesprochen, dass es ähm eine. Angelegte Funktion in der Corona-Warn-App jetzt. Ja, das haben wir ja hier, glaube ich, äh zu Genüge behandelt. Und da gab es dann jetzt ein, finde ich, bemerkenswertes Interview mit Ulrich Kälber im Spiegel. Der eben sagt, okay, man muss der Corona-Warn-App jetzt die Fesseln abstreifen, wo sie auch diese Cluster und Check-in-Funktion hat ähm und die Fessel ist, dass sie derzeit nicht offiziell zur Kontakterfassung an Orten wie Restaurants eingesetzt werden kann. Und das ist ja genau der Punkt in den Infektionsschutzverordnungen oder Corona-Infektionsschutzverordnungen der Länder. So, jetzt hat das äh der Freistaat Sachsen tatsächlich ähm eine, ja, etwas sehr missverständlich formulierte nicht eindeutig formuliert, der muss sogar als Jurist als Nichtjurist sagen, ja das ist irgendwie schwer äh leicht missverständlich, dass aber sie wird jetzt offenbar so interpretiert, dass die sagen. Man kann in ein Restaurant gehen und damit der Corona-Warn-App einchecken. Und wenn man das nicht möchte, muss man eben seine Adresse dalassen. So, das ist jetzt mal, wurde von Ulrich Kälber auch mit so einem als äh als das ewig getwittert wurde, hat, Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kälber, so ein so ein Gift da drunter gehauen. Das fand ich auch schon, cool. Also ich bin ja inzwischen wieder ganz happy mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten in äh der Bundesrepublik Deutschland. Wir hatten da ja mal zwischenzeitlich ähm.
Tim Pritlove
Ein kleines Tief.
Linus Neumann
So ein Forsthof tief, ne, aber das äh, ähm Kälber ist da wirklich an der an der Sache dran, hat dem auch einen ganz ist äh so ein tech affiner Typ auch, der sich in die Dinge da reinfuchst und so ähm.
Tim Pritlove
Ja, der auch, sagen wir mal, eine Position hat. Also der, der da nicht einfach nur so rumlaviert und irgendwie so das das Minimum tut, sondern der sich einfach engagiert und und ja, diskutiert auch und offen ist auch für Diskussionen.
Linus Neumann
Eine ähnliche Position vertritt auch die äh Datenschutzkonferenz, ähm die sich da auch nochmal mit dem Thema des contact-Tracing auseinandergesetzt hat. Ja und Sachsen, wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Sachsen jetzt vorgeht. Sachsen ist aber, glaube ich, was Content angeht sowieso. Ähm, vermutlich irgendwie ganz zähen, der ich kann die Coronapolitik Sachsens äh höre ich eigentlich sonst nicht so viel Gutes drüber, aber ähm zumindest bei dem contact-Tracing haben sie sich auch kein, Luca andrehen lassen. Insofern, da scheinen irgendwie zumindest in dem Bereich äh fähige Leute zu setzen. Dann gab es ähm gestern eine. Fachgespräch im Bundestagsausschuss Digitale Agenda zum contact training. Jetzt muss ich ja gucken, ob ich alle Sachverständigen da noch auf die Reihe kriege. Also da war der Arne Schönboom. Das ist der. Chef vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, hat noch mal ein sehr äh positives ähm Fazit über die Corona-Warn-App gezogen. In dem habe ich, äh ich war auch einer der Sachverständigen, dort komme ich gleich zu äh Anne Schönbuben sagte, er hält es, sie ist eine der sichersten Apps im App Store. Und der hat ja vermutlich recht mit, weil, weil die halt einfach aufgrund ihrer Architektur kann da auch einfach gar nicht viel schiefgehen. Das hatte ich dann, ne, wegen der dezentralen Anonymen und sonstwas, ne, also allein die Restrisiken dieser Apps sind einfach so gering, alles eine ganze Menge anderer Sachen vorher um die Nase fliegt. Also BSI sehr positives Urteil.
Tim Pritlove
Bei Design einfach.
Linus Neumann
Genau, ne? Also Risiken von vorne herein gar nicht erst aufbauen, dann brauchst du sie auch nicht zu mitigieren und äh ja, war ganz, also war, war guter Dinge der und ebenso natürlich der Ulrich Kälber, der war ebenfalls dort als Bundesdatenschutzbeauftragter. Dann war der Martin Fassunge von SAP da. Das ist einer der leitenden Entwickler äh an der Corona, Warn-App. Ähm hat also so ein bisschen Auskunft gegeben über diese neue Funktionalität. Das fand ich sehr spannend. Der wurde dann gefragt, äh wie lange sie denn gebraucht haben. Um diese QR-Code-Check-Infunktion zu bauen. Ähm. Und seine Antwort war drei Wochen. Das verhalte ich für realistisch, weil. Ne. Hat er auch gesagt, fand ich, also muss man sagen. Dann hat er gesagt, ja klar, weil das war ja schon fertig gespeckt, Das gab's ja seit Oktober ähm im Internet. Konnte man sich ja die Spex durchlesen. Die haben ja hier ähm Michael Veal und so alle halt schon geliefert und das hat ja dann auch wirklich nochmal erwähnt, hat er gesagt, so da mussten wir ja, das mussten wir ja nur noch runterschreiben, so ungefähr und äh ja, warum ist diese Frage so spannend? Ja, weil sich damit eben auch ergibt, dass sie's, wenn sie den Auftrag November bekommen hätten. Eben auch im Dezember fertig gehabt hätten zum Einsatz im Januar. Danach gefragt, hat er irgendwie gesagt, ja im Februar hätten sie es fertig haben können, ne. Ähm. Weil da natürlich noch ein paar andere Sachen eine Rolle spielen, weil sie ja auch andere Dinge machen müssen, Erweiterung an der App, aber er hat relativ klar gesagt, diese Funktionalität hätte also ein paar Monate vorher da sein können, wenn sie, vorher beauftragt worden wäre, was ja auch meine Hauptkritik am, Ministerium für Gesundheit ist, nicht meine Hauptkritik an Jens Spahn, aber in dieser Angelegenheit meine Hauptkritik an ihren Spahn.
Tim Pritlove
Ja, überhaupt gab es ja so eine Phase, also ich weiß nicht, ob er sich dazu auch geäußert hat, aber das war so schwer mein Eindruck. Äh nach dem so die Kernfunktionalität am Start war, ist erstmal ja nicht so viel passiert äh Feature mäßig, ne? Klar, es wurde noch weiter dran gearbeitet, aber es war nicht mehr so der Fokus. Und jetzt in der letzten Zeit hat man ja gemerkt, dass sie wirklich Schlag auf Schlag wieder neue Features rausgehauen haben, Man hätte einfach diese Schlagzahl von vornherein eben hochhalten äh, müssen und dann hätte man auch sehr viel früher geahnt, wie wertvoll dieses Tool noch für viele andere Sachen sein äh kann, die ja jetzt teilweise kommen. Wir kommen ja noch dazu, Impfpass und so weiter, andere Funktionalitäten sind vorstellbar, dass so ein bisschen die verpasste Chance gewesen, man wusste gar nicht, was man da für ein, Edelstein sich mittlerweile herangezüchtet hat.
Linus Neumann
Henning Tillmann war da, D vierundsechzig. Ähm hat er allgemeine Statements abgegeben. Sagt der, Deutschland ist spät dran mit den Weiterentwicklungen der Corona-Warn-App. Damit hat er natürlich Recht. Ähm, er hat ein bisschen auch auf Probleme dieser QR-Code Geschichten angesprochen. Grundsätzlich, also nicht nur bei der Corona-Warn-App. Jetzt zum Beispiel ausloggen beim Verlassen einer Location. Ähm und äh die Corona-Warn macht das ja äh einfach so, dass man so eine, Typische Verweildauer angibt und dann macht läuft der Timer aus. Bei Luca wird das ja äh über GPS gemacht. Da ist man quasi über so ein GPS-Fans. Ähm Also da hat er auch so ein paar Problemchen hingewiesen, die äh die in beiden Systemen noch so existieren und hat auch, ne, das ist ja, auch eine Forderung von dir Tim gesagt so insgesamt muss die App einfach mal interessanter sein, zum Beispiel mehr Informationen zum, Pandemiegeschehen anzeigen. Auch das äh ja eine sinnvolle Forderung.
Tim Pritlove
Und die Lotterie, nicht zu vergessen.
Linus Neumann
Lotterie hat, glaube ich, keiner mehr gefordert, aber ja, du hast recht. Äh da wäre wenigstens mal ein bisschen Schwung in die Bude gekommen.
Tim Pritlove
Ja, also rechtlich bestimmt schwierig, aber einfach, ja. Vielleicht hätte ich ja auch gewonnen.
Linus Neumann
Dann war dort Bianca Kastel, Bianca Kastel, der Name ist hier vor Kurzem schon gefallen, die war ähm an der ähm Entdeckung von Luca Track beteiligt, ne? Und also dem Schlüssel Anhänger, bei dem man die Kontakthistorie Zugang zu Kontakthistorie mit im QR-Code hat. War aber jetzt dort in ihrer Funktion als äh für das Gesundheitsamt Bodensee Kreis tätige, Betreuerin im Bereich der IT und hat ein bisschen was darüber gesagt, ja was, was wollen wir überhaupt für Daten haben? Ne, also welche, was hilft einem Gesundheitsamt und was hilft einem Gesundheitsamt nicht? Ähm dass man sich nämlich eigentlich nicht im Tagesgeschäft mit den Gästelisten auseinandersetzt. Auch das hatte ich ja hier schon, versucht zu argumentieren, ähm dass das in der Regel nicht gemacht wird, weil das eben der größere Teil dieser Kontakte eben nicht, Relevant ist für das Infektionsgeschehen, ja? Da hat sie also noch dann auch bei der Luca App noch ein bisschen was zu Barrierefreiheit äh gesagt. Die Datenqualität ähm, ist nicht unbedingt an der Menge zu bemessen und so weiter. Wenn man jetzt mal guckt so für solche Leute hätte man dann so einen Henning Tillmann und ein Linus Neumann auch einfach mal ausladen können, um sich mehr auch mal einfach dieser Bedarfsträger anzuhören, die dann eben mal sagen so, so sieht das übrigens bei uns aus. Und da, da staut sich ja jetzt schon so in den, in den Berichten zu diesem Thema und in Interviews zu dem Thema jetzt schon langsam, der bei den Gesundheitsämtern entstandener Eindruck, dass die nämlich sagen so, wir waren irgendwie die letzten, die hier gefragt wurden. Uns hat keiner gefragt, ob wir eine, ob wir eine PP App haben wollen oder sowas, ne. Jetzt haben wir den Kram da und ja gut, die haben uns, wir haben schon noch ganz andere. Wir haben schon ganz andere Sachen äh hier ausgesessen, aber wer vielleicht ganz gut gewesen.
Tim Pritlove
Ja, das ist natürlich ein generelles Problem, ne. Da werden einfach Lösungen vorgeschlagen, ohne dass man ausreichend Konsultationen äh herstellt mit, den Entitäten, die letzten Endes, die dann umsetzen sollen. Ja, Anbindung an diese Gesundheitsämter und die Gesundheitsämter so, was? Habt ihr eine Meise? Geht mir weg.
Linus Neumann
So, dann war der Martin Schiersich da, das sollte wirklich der die äh Runde der bekannten Namen, also Martin Schiersig, ähm ja bekannt durch seine, Vorträge zu Gesundheitsdaten auf dem Kongress sicherlich auch ähm bekannt durch den. Vortrag über den äh Heck der Bundestagswahl zusammen mit Thorsten und mir und er war jetzt dort allerdings als Vertreter, des Innovationsverbunds öffentliche Gesundheit. Ähm.
Tim Pritlove
Er ist übrigens auch bekannt äh für seine Auftritte in Lokbuch-Netzpolitik zwohundertachtundzwanzig und dreihundertsechsunddreißig.
Linus Neumann
Eier. Kannst du auch noch direkt verlinken. So und der war dort als als ähm äh Vertreter des Innovationsverbunds öffentliche Gesundheit. Ich sage, also in dem Fall tatsächlich Vertreter des eigentlich geladenen, also die haben quasi gesagt also die hatten eigentlich jemand anderen geladen. Er hatte wegen der Zeit. Das ähm. Äh aus irgendwelchen Terminkollisionen eben diese Stellungnahme dann eben übernommen, hat das auch klar gesagt, dass er da jetzt quasi jemand anderes vertritt und die haben eine offene Schnittstelle namens Iris. Ähm die ermöglichen soll, dass mehrere Akteure an der Kontaktverfolgung mitwirken können ähm und das wäre also kein, wäre also ein offener Standard für die, letzte Meile ins äh Gesundheitsamt, bei der man darauf achten will, dass die Daten bedarfsgetrieben sind und nicht, einfach nur da reingeballert werden. Ja, äh das sind dann im Zweifelsfall, ne, die die die vernünftigen Positionen, die einfach überrollt wurden so, ne, muss man halt auch äh leider sagen. Und ähm dann war dort noch äh der CEO der Luca-App äh des Berliner State, Startups der Xenia Patrick Hennig ähm, sage jetzt einfach mal, ich lese jetzt einfach aus von Bundestag DE ab, was er gesagt hat. Der CEO der Luca-App des Berliner Startups betonte, dass sich die Firma bewusst sei, Datensicherheit und Datenschutz erfüllt sein müssen. Auch deshalb sei der Quellkurd ihres System offen gelegt um eine Weiterentwicklung der Software zu ermöglichen. Können sie ja machen. Der die Einsatzbereiche im Vergleich zu CWA seien unterschiedlich. Die Luca-App könne Gesundheitsämtern, gute Hinweise geben, um zum Beispiel ein Hygienekonzept eines Ortes zu überprüfen. Auch erste Daten aus Modellregionen wie Nordfriesland zeigten, dass die App funktionieren. Ähm, Also, viel Spaß, liebe Orte, ja, wenn wenn demnächst das Gesundheitsamt vorbeikommt und sagt, hör mal, wir haben ja schon den zweiten Luca-Vorfall bei euch. Wir wollen mal gucken, wie, wie das hier bei euch mit den Gläser spülen ist. Das dürfte die Locations jetzt auch nicht unbedingt weiter begeistern äh diese App zu nutzen. Aber klar, er hat äh äh auf die Probleme angesprochen natürlich immer eine äh Lösung, versprochen, was soll er auch anderes machen, würde ich den Mann jetzt auch überhaupt nicht vorwerfen, dass wenn man sagt, hier gab's ein Problem in deiner App, dass er dann sagt, das lösen wir jetzt. Ähm. Ich war auch da. Ich würde mich jetzt auch kurz äh einfach mal hier vom Bundestag DE ablesen. Ich ich mache auch einen Link in die zu dem Video von der Anhörung. Ähm, Kritik an der Luca-App äußerte auch Linus Neumann vom Chaos Computerclub, es betrübe ihn, dass über einundzwanzig Komma acht Millionen Euro für ein Jahreslizenz in einer zentralen Lösung ausgegeben wurden, bei der es immer wieder Sicherheitslücken wie etwa bei den Fake-Check-Ins und den sogenannten Schlüsselanhängern gebe. Entscheidend seien die Zielgerichtetheit und Effizienz, um auch die Gesundheitsämter zu entlasten, nicht zu belasten. Die Clusterfunktion der CWA sei überfällig, der Chaos-Computerclub habe diese bereits seit Oktober zwanzig zwanzig, gefordert. Ja, fühle ich mich halbwegs äh gut mit wiedergegeben und ähm ja, gibt ähm gibt ein Video von der von der Anhörung. Es war. Also es sind im Moment sehr viele Anhörungen. Und deswegen war quasi der Streaming-Dienst da äh da war, die waren irgendwie nicht voll besetzt. Und deswegen ist die, dieser Ausschuss Anhörung jetzt ernsthaft so ein Web-Ex-Mitschnitt. Habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Und zwar im im in der Kachel View, Und da sind ja irgendwie, weiß ich nicht, wie viele Leute im im Webxt drin, ne. Also das das ist der äh wirklich relativ äh peinlich, von der Qualität her, vor allem weil wenn jetzt eine Person spricht, dann bleibt das trotzdem in dieser und und man sieht dann halt einfach nur so so einen kleinen, einer von den Mosaiksteinchen bewegt sich mehr als die anderen.
Tim Pritlove
Ist wirklich das, was ich äh sehr bald überhaupt nicht mehr sehen möchte.
Linus Neumann
Keinen zumuten, kannst du.
Tim Pritlove
Es geht auf Dauer einfach.
Linus Neumann
Nein, das geht nicht. Das kann man nicht machen. Und äh das, das war auf jeden Fall ganz amüsant und und eine andere Sache war auch amüsant und da fragst du dich echt. Warum? Habe ich das heute nicht verstanden. Und zwar haben die sich da in diesem Ausschuss vorher offenbar kurzfristig. Darüber auseinandergesetzt, ob denn nun das Gesundheitsministerium angehört wird oder nicht. Wäre ja durchaus mal vielleicht spannend, wenn man sich über Clustererkennungsapp auseinandersetzt, äh mit mit Clustererkennungsapps auseinandersetzt und, dann muss SAP, da die die CWA erklären, die aber eigentlich ja das BMG in Auftrag gegeben hat, aber es hat sich offenbar eine, politische Partei dagegen gewehrt, dass das BMG eingeladen wird in diesen Ausschuss Digitale Agenda. Und das war offenbar die CDU oder die große Koalition Die haben gesagt, nee, wir wollen nicht, dass das Gesundheitsministerium angehört wird. In unserem Ausschuss zum Thema.
Tim Pritlove
Zu dem Thema gerade in der aktuellen Krise.
Linus Neumann
Und das hatte dann dass am Anfang der Sitzung, weil der Vertreter von BMG war eingewählt, der war ja nun mal geladen, der hatte sein Web Extra ja an. Und dann hat am Anfang von der Sitzung der Manuel Höferline gesagt, ja und dann haben wir hier noch den Herrn vom Gesundheitsamt Schröder oder so hieß der, wie auch immer, herzlich willkommen. Wir haben sie jetzt, wir laden sie jetzt wieder aus. Sie können gerne sitzen bleiben und zuhören. Ist ja eine öffentliche Anhörung. Aber an sie stellen wir heute keine Fragen.
Tim Pritlove
Also nicht gesundheitsamt, sondern vom.
Linus Neumann
Schöne Gesundheits. Ja okay, ich habe das dann trotzdem an, ist ja vielleicht interessant. Ja okay, tschüss. Also die FDP waren das doch, die haben auch die ganze Zeit Witze dadrüber gemacht und haben gesagt, so das wäre echt mal eine Frage, die man dem, Gesundheitsministerium stellen könnte, wenn wir die jetzt wenn die Koalition, die nicht ausgeladen hätte und es ist wirklich auch völlig unklar, warum die das getan haben, Also verstehe ich wirklich nicht.
Tim Pritlove
Verstehe ich auch nicht.
Linus Neumann
Na ja, das war das. Währenddessen geht das lustige Rumäkeln auf Luca echt weiter ja es gab jetzt das hab ich auch in dem Ausschuss nochmal erwähnt das Kollektiv. Die sind jetzt nicht unbedingt dafür bekannt, irgendwie die ganze Zeit mit krassen technischen Hacks aufzutreten, von denen gab es, gibt es jetzt die die Lucy App? Schöne, schöne Namensgebung, ist 'ne Webseite, gehst du drauf, kannst du. Mit einem QR-Code-Scanner, also es funktioniert ja wie die Luca-App und dann kannst du einen QR-Code scannen und dann kannst du dort eingeben, wen du einchecken möchtest. Dann hast du mehrere Sachen zur Auswahl. Ähm zum Beispiel fünfundzwanzig Max Mustermänner, alle Ministerpräsidentin, vier Popmusiker oder nur dich anonym. Und ähm. Was das Ding also demonstriert ist, ne, dass man in dieser Luca-App einfach hinschicken kann, was man möchte. Es liegt eben daran, dass die, Daten, die er dort eingecheckt werden, verschlüsselt sind. Das heißt, beim Check-In kann die keiner auf Echtheit prüfen. Und ähm wenn du jetzt in einer äh Loop in eine Luka Location gehst, wo Check-In Zwang herrscht, ja? Ähm, dann steht da jemand potentiell, also idealerweise steht da jemand und guckt an dem Backend, wo dieser Zähler hochzählt. Ähm und da sehen die dann einfach, ne, check mal ein und dann zählt geht in dem Backend einfach der Zähler hoch, eine Person, eine weitere Person eingecheckt. Und ähm, das ist quasi der Weg, wie die kontrollieren, dass du den Code auch wirklich gescannt hast oder kontrollieren sollen. Wenn du da jetzt halt Fake-Daten hinschickst, dann kommst du halt rein ohne deine Daten hinterlegt zu haben, dass er erstmal ein Problem. Zweitens, was das Ding demonstriert, wenn du hier halt fünfundzwanzig Leute eincheckst, ne? Oder du machst das mit einem QR-Code, den du irgendwo im Internet gefunden hast, dann kannst du halt irgendwo auf der Welt, In diesem Fall fünfundzwanzig Leute einchecken. Das ist ja jetzt nur eine Demo, die er quasi limitiert ist, ne? Du kannst natürlich auch hundert einchecken oder hunderttausend. Das ist ja auch genau das, wovor wir ähm. In dem CCC Statement schon gewarnt haben, ähm dass genau das möglich ist. Ähm. Was sie dazu noch gemacht haben, ist echt so ein ganz lustiges Video, Ich könnte mir vorstellen, dass wir das vielleicht am ans Ende dranschneiden, wenn Tim nicht noch ein viel geileres äh Auto hat für die Sendung. Ansonsten ist er auf jeden Fall verlinkt. Kann man sich mal angucken, ist wirklich sehr, sehr cool gemacht, genauso wie auch eben hier diese Lucy App. Und jetzt kommt, das war sehr spannende Diskussion, weil, Ich glaube, als jetzt gezeigt wurde, dass, ne, nicht nur irgendwelche Nerds wie wir, sagen, das geht, oder irgendwelche anderen Nerds äh hier, ne und hier in der Browserkonsole und so weiter und ich habe im im Gitlab geguckt und das geht und guck mal hier, ne, sondern wirklich einfach mal hier, eine Kommunikationsgerätegruppe sagt, hier, zack, bumm läuft, ne. Kriegen sogar wir hin und noch ein lustiges Video dazu machen, dann wird den Leuten halt langsam klar, du, das ist wirklich ein Problem, ne? Und warum ist das ein Problem? Erstens, weil du den Check-In umgehen kannst und zweitens, weil der ganze Datenmüll dann bei den Gesundheitsämtern landet, Jetzt hat sich Luca dafür eine Lösung überlegt. Ähm die dann auch ähm in Reaktion auf diese Peng-Aktion mitgeteilt wurde und diese Lösung sieht so aus. Die werden also jetzt die SMS-Tannen verifizierung von den Telefonnummern scharf schalten. So damit riskiert, würden sie ja eigentlich, wenn sie das, naiv machen, würden sie damit eben die Privatsphäre der Nutzerinnen opfern, weil dann ist eine hast du eben nicht mehr einen anonymen Account, sondern ein fest auf deine Telefonnummer. Ähm registrierten Account. Um das zu umgehen, machen sie jetzt folgendes. Gucken, ob du wirklich die die Telefonnummer verifiziert hast, Also die Gurkenserverseitig A, du hast uns den Code gesendet, den wir dir über SMS geschickt haben. Und was du dann als Antwort bekommst, ist deine Telefonnummer, aber signiert von denen. Also designieren dir deine Telefonnummer, und sagen, das ist eine verifizierte Telefonnummer. Und jetzt kommt der Trick, gar nicht so blöd, dann vergessen die deine Nummer aber wieder. Und du schreibst jetzt quasi in diesen verschlüsselten Blog, deine signierte Telefonnummer rein. Ja, also du checkst ein, ja, mit deiner Luca-App und dann schreibst du in dieses, in diese Datenfelder kommt deine signierte Telefonnummer Und wenn die jetzt dann nachher irgendwann mal die Daten abgreifen, dann werden die von der Betreiberin entschlüsselt, vom Gesundheitsamt entschlüsselt und dann können die sehen oder können die prüfen, sind die Telefonnummern, die sich hier befinden, signiert von uns und sagen dann, wenn da unsignierte Telefonnummern dabei sind, dann schmeißen wir die einfach raus. Um, hier, das Gesundheitsamt nicht mit Fakedaten zu belasten.
Tim Pritlove
Nicht mit Fake, Telefonnummern.
Linus Neumann
Genau Na ja und sie würden ja zumindest nicht mit fake genau. Und weil die Telefonnummer vermutlich das Wichtigste in diesem Kontext ist, ne, so sagen sie genau, wir wir belasten euch nicht mit äh fake Telefonnummern und im Zweifelsfall werden Leute, die ihre richtige Telefonnummer registriert haben, auch die richtigen anderen Daten richtig haben. Und wenn nicht, ist auch egal, weil wir rufen sie eh an Ne, dann gibt's wenigstens echte Telefonnummern. So, gar nicht so unelegante Lösungen für allerdings nur die Hälfte des Problems, denn was ja jetzt wieder passiert, was trotzdem noch geht, ist der Fake-Check-In, der sich nämlich mit irgendwelchen Mülldaten da reinkomme und äh es am Einlass so aussieht, als wäre alles äh richtig und in Ordnung und äh prima, Das heißt, diese Lucy App wird weiter funktionieren. Es wird nur nicht so sein, dass ähm das Gesundheitsamt diese Daten sich potenziell am Ende auch angucken muss und du damit das Gesundheitsamt nicht spamst. Das heißt, eigentlich sage ich mal das schlechte Gefühl, bei der Nutzung der Lucy App geht dann weg. Weil du nicht mehr das Gesundheitsamt spamt. Das andere Problem ist aber, die haben ja laut eigenen Angaben jetzt schon ein paar Millionen Nutzerinnen im Feld. Und da frage ich mich ja, was wollte er denn jetzt mit denen machen? Wollt ihr den jetzt irgendwie Nachricht schicken und sagen, übrigens wir müssen nochmal deine Telefonnummer verifizieren, wir hätten wir würden das gerne nochmal neu machen mit dir bei unserer anonymen App hier, die die Datenschutz und so weiter hat, das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sie das machen.
Tim Pritlove
Ach, ist schon, also.
Linus Neumann
Nähe, also und ich kann dir sagen, warum ich das warum ich das nicht glaube. Jeder weiß, also wenn du wenn du sowas machst, so alles, was irgendwie eine Nutzer. Interaktion verlangt und sonst funktioniert das nicht mehr oder so, ne? Führt gerne mal dazu, dass die Leute dann sagen, okay, dann eben nicht. WhatsApp ist gerade hier, am Rumrotieren, um den Leuten zu sagen, stimmt mal jetzt den neuen Benutzungsbedingungen, Zusatz funktioniert WhatsApp wieder nicht mehr, ne? Und für sowas nehmen die sich drei Monate Zeit, ja? Ähm die Leute irgendwie dazu zu bringen, äh einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Und das äh das macht man sehr ungerne. Insofern bin ich mal gespannt, ob Luca das wirklich macht, Ich vermute, sie werden's nicht ohne Not machen. Das wäre jetzt so mein Gefühl. Also, Zweifelsfall will ich einfach alle Neuen signieren, weil ich meine, diese Nachricht, diese Aussage, wenn die Telefonnummer nicht signiert ist, filtern wir euch wieder raus. Die klingt zwar erstmal schön, aber nicht, wenn alle deine Nutzer bisher keine signierten Telefonnummern haben, ne? Und die dürfen ja sich bei dieser Sache nicht einen einzigen Fehler leisten, und dann am Ende irgendjemanden nicht waren, der der tatsächlich, oder die tatsächlich sich legitim da eingecheckt hat. Also ich bin von der Lösung noch nicht so ganz überzeugt. Erstens bin ich nicht überzeugt, dass die, äh ähm dass das also erstens löst sie nur die Hälfte des Problems, weil man kommt trotzdem einfach noch rein, und das ist dir ja dann egal, ob das Gesundheitsamt die Fake-Daten hat oder nicht, ist ja eigentlich sogar besser, wenn du reinkommst, ohne dass das Gesundheitsamt mit deinen Daten, mit Fakedaten belästigt wird und ähm. Zweitens glaube ich halt nicht, dass sie das Feature so unbedingt ins Feld ausgerollt kriegen. Ja, das war so ein bisschen, dass die die die Woche in Luca ähm, denke, Sachsen, Sachsen hat einen guten äh Start gemacht. Ähm Datenschutzkonferenz hatten gute, Lanze gebrochen für die Corona-Warn-App. Ähm Ulrich Käber äh mit der äh mit der Empfehlung, dass man jetzt endlich auch in den Infektionsschutzverordnungen dieser digitalen Möglichkeit Rechnung trägt und nochmal, weil mich die, weil weil ich ja immer wieder gefragt werde, warum ich das gut finde, wenn man das anonym und dezentral und schnell macht. Ja weil es anonym und dezentral und schnell ist und das habe ich auch in diesem Ausschuss anfangs gesagt, man nimmt sich doch ein Problem. Und man schaut einfach, wie man das am allerschnellsten gelöst kriegt. Am elegantesten. Und zwar mit der, mit der zielgerichteten, passenden Lösung. Und mit natürlich kann man immer sagen, wir nehmen einfach eine zentrale Datenbank von allen, und lassen alle Leute live in unser Ding online einchecken und wenn die offline sind, geht's nicht und so weiter und so fort. Aber das ist dann eben nicht elegant am an dem äh an das, an dem Problem gearbeitet, weil solange die Benachrichtigung nachher durch Gesundheitsamt, stattfinden, was irgendwie mit diesen Daten dann arbeiten muss, was potenziell die Daten sortieren soll, ähm wird das halt einfach nur noch, langsamer. Und entscheidend ist eben, dass die Sache schneller geht und das schafft in dieser Echtzeit eben nur bisher die Corona-Warn-App und das sogar ohne, dass man irgendwelche Telefonnummern und persönlichen Daten angibt.
Tim Pritlove
Ja, jetzt muss ich zeigen, ob die Politik da auch noch den nächsten Schritt macht und es jetzt nicht nur in Sachsen so eine latent, zweideutige Meldung dazu gibt, wie man denen das jetzt vielleicht machen kann sondern dass äh wir jetzt vielleicht auch noch in einem mutigen Schritt einfach auch nochmal die Anerkennung bekommen, dass die staatlich gefördert und eingesetzte Corona-Warn-App mit ihrer Check-In-Funktion auch diesen Bedarf der Benachrichtigung abdecken kann und dann wäre schon mal eine ganze Menge geholfen. Mein Gott, Vor allem, wir haben jetzt echt nur noch zwei, drei Monate, die wir durchhalten müssen. Ähm was kann das Problem sein? Na ja.
Linus Neumann
Es gab übrigens, ach so, eine Sache wollte ich noch äh die kann ich vielleicht noch kurz erwähnen. Ähm weil ich glaube, dass da eine Frage falsch beantwortet wurde oder oder zumindest. Also das müsste man mal noch klären. Eine Frage, die sich Leute stellen, ist, was ist denn, wenn jetzt ein Restaurant hast, ne. Und äh hast du jetzt fünfzig Prozent Gäste, die haben äh ihre Adresse auf einen Zettel geschrieben und fünfzig Prozent Gäste, die haben. Mit der Corona-Warn-App eingecheckt. Und jetzt löst du aus und zwar eine. Corona-Warn-App Nutzerin löst aus, dann kriegt natürlich auch die Location die Warnung und dann weiß die Location einfach, alles klar, Ich gebe jetzt hier die anderen Gäste, die aufm Zettel geschrieben haben, gebe ich jetzt ans Gesundheitsamt, ne? Die müssen dann eben den langsameren Weg gehen. Was ist aber, andersrum läuft, wenn eine von diesen Zettel Leuten jetzt sagt, hier, Gesundheitsamt und dann sagen die, dann sagt das Gesundheitsamt, oh okay, wo waren sie denn? Ja da und da und dann merken die auf einmal, ah okay, hier wurde auch die Corona-Warn-App genutzt. Jetzt können wir dann schnell äh schnelle Auslösungen machen. Und da ist es tatsächlich so, Habe ich mir extra nochmal von der Cameta Thromkoso erklären lassen. Natürlich kann auch die Location auslösen, die Warnung, Ja? Sie muss nur natürlich irgendwie dazu befähigt werden, also der Prozess muss da sein, dass jetzt in dem Fall beispielsweise das Gesundheitsamt sagt, okay, hier hast du mal einen TAN, um bitte auszulösen, damit du die Location. Jetzt mal gerade die Location als Infektionsfall für diesen Zeitraum in der Corona-Warn-App alarmieren kannst, ne? Weil grundsätzlich kann ja jedes Mitglied, des Clusters, was diesen QR-Code gescannt hat, die Warnung auslösen, das geht ja. Und das äh stelle ich mir jetzt die Frage, also nach dem nach der also technisch ist es problemlos möglich. Ähm jetzt ist natürlich die Frage, ob die den Prozess dafür haben. Ähm und das klang gestern so, als hätten sie den noch nicht. Allerdings bin ich mir da irgendwie nicht sicher der Martin. Die Frage war so ein bisschen komisch gestellt und ob der Martin ich habe die Frage anfangs auch nicht verstanden, ob der Martin Fassungen die verstanden hat oder ob der die richtige Antwort gegeben hat. Ähm Auf jeden Fall technisch ist es möglich, sollte natürlich auch möglich sein, ne? Das ist ist natürlich entscheidend, dass die Location im Zweifelsfall eben auch dann die Warnung auslösen kann, wenn eine Nicht-Corona-Warnem-Nutzerin. Da war. Das äh ja, also technisch ist es in dem Konzept vorgesehen. Mir ist noch nicht ganz klar, ob wir in Deutschland den äh Prozess dafür haben.
Tim Pritlove
Genug Corona.
Linus Neumann
Genug Corona, nee, nee, nee. Wir machen noch weiter mit Corona. Jetzt jetzt kommt erst richtig Corona, Tim. Jetzt kommt erst richtig Corona. Jetzt kommt Impfpass.
Tim Pritlove
Impfpass, yes.
Linus Neumann
Das ist oh. Also wir haben ja hier schon bisschen über Impfpässe geredet. Die Sendung fünf Blockchains äh ist natürlich allen nochmal ans Herz gelegt. Die äh sich mit diesem Thema jetzt erst auseinandersetzen oder die Sendung nicht gehört haben oder sie vielleicht ein bisschen äh weiterempfehlen möchten. Wir haben damals oder ich habe damals gesagt, für genau dieser Anwendungsfall. Verteilt im Feld Offline Sachen testen. Will man eigentlich mit elektronischen Signaturen arbeiten? Etwas, was ich glaube, irgendwie durch dieses ganze Blockchain geballert, sind elektronische Signaturen so ähm. So in Vergessenheit geraten, dass sie weit unter ihrem sexy Missgrad gehandelt werden, muss man echt einfach mal sagen, also elektronische Signaturen sind eine ziemlich coole Sache oder nicht?
Tim Pritlove
Ja, es ist äh und das auch schon sehr lange so. Das ist halt eigentlich das Ding und sie werden mit Abstand noch nicht so viel genutzt, wie sie genutzt werden könnten. Und das ist halt jetzt auch hier wieder äh schnell der Fall gewesen, aber das könnte sich jetzt mit dem Impfpass ändern.
Linus Neumann
Genau, wir haben uns nämlich mal ein bisschen oder ich habe mir mal ein bisschen berichten lassen, was da so mit dem EU-Impfpass geplant ist. Die wollen ja jetzt einen einheitliches. Soll das ja, glaube ich, heißen. Ähm oder soll das nicht mehr Greensert heißen, soll es anders heißen, wie auch immer. Also wir wollen eine EU weiten ähm Impfpass, haben und zwar in digitaler Form.
Tim Pritlove
Wobei man dazu sagen muss, das ist auch wirklich langfristig geplant als einen Nachweis für alle Impfungen. Es geht hier nicht nur um Corona Das geht auch um Corona und vor allem erstmal primär natürlich um Corona, aber grundsätzlich ist das eben auch eine langfristige Strategie, wie man Impfungen an sich nachweisen kann.
Linus Neumann
Ich da würde ich jetzt vorsichtig erstmal widersprechen, weil es geht jetzt schon sehr konkret hier um äh Corona.
Tim Pritlove
Ja, es geht jetzt, das meine ich ja auch. Es geht jetzt erst mal um um Corona, aber das Ganze ist schon immer geplant gewesen als eine langfristige Digitalisierung des Impfnachweises.
Linus Neumann
Ja, aber also komm, das ist schon relativ klar, die wollen bis zum zwanzigsten Mai das Ding fertig verhandelt haben. Im Juni, im Plenum, im Juli, am laufen. Das geht jetzt nicht um eine grundsätzliche Impfnachweise, sondern es geht sehr genau um ein äh Corona.
Tim Pritlove
Ja, das ist das Ziel, aber es ist nicht darauf beschränkt.
Linus Neumann
Okay. Ähm. Sie haben sich entschieden, ein System zu bauen, was äh mit einer äh Publicy Infrastructure arbeitet, also mit äh das heißt also, man hat immer ein. Ähm man hat quasi müssen wir mal elektronische Signaturen eigentlich erklären, ne, ohne ohne eine elektronische Signatur zu erklären kriegt man das nicht hin. Ähm.
Tim Pritlove
Da muss man auch natürlich Public und Pravit Kiefer fahren noch mal kurz ansprechen.
Linus Neumann
Das müssen wir machen, ja. Okay, kriege ich hin. Ähm.
Tim Pritlove
Kryptographie. Das ist so eine Sache.
Linus Neumann
Die Kryptographie. Es gibt die symmetrische Kryptographie. Das wäre etwas, wo man sagt, der Schlüssel, wird quasi, ist beim Verschlüsseln und beim Entschlüsseln der Gleiche. Ja, das ist, so werden die meisten, Dinge verschlüsselt, wenn wir eine Festplatte habt, dann wird die mit wird die symmetrisch verschlüsselt, ne, das heißt, aller Datenstrom wird mit einem Key verschlüsselt und mit dem gleichen Key wird der auch wieder gelesen.
Tim Pritlove
Weil's für einen selbst ist. Man will das ja, man will ja auch selber wieder ran an die Daten. Deswegen vergibt man sich einmal dafür ein Passwort und das ist dann eben der Schlüssel, um's auch wieder auszupacken. So wie man's erwarten würde.
Linus Neumann
Wenn man aber die ganze Zeit symmetrisch verschlüsselt, hat man ein Problem, nämlich man man kann ja quasi über die Distanz, wenn man Initial eine Verbindung herstellt oder so, nicht diesen Schlüssel übertragen, und dieses Problem wurde sehr schön gelöst und viele andere Probleme durch eine der größten Erfindungen in der in der IT und in der IT-Sicherheit, nämlich. Asymmetrische Verschlüsselung. Und die müsst ihr euch vorstellen. Ich mache, fangen wir vereinfacht an, wie ein Vorhängeschloss. Ein Schlüssel. Das Vorhängeschloss gebe ich dem Tim. Der schreibt seine Nachricht, macht ihn mit dem Vorhängeschloss zu. Und in diesem Moment kann er die nicht mehr öffnen. Er weiß zwar, was da drin ist. Er hat's ja selber da rein geschrieben, aber er kriegt sie nicht mehr auf, weil ihm der Schlüssel fehlt, um dieses Vorhängeschloss, zu öffnen. Den habe nur ich.
Tim Pritlove
Für das nur du den Schlüssel hast, genau. Mhm.
Linus Neumann
Und das ist genau dieser Unterschied mit dem. Öffentlichen Schlüssel, der ist ein sehr verwirrendes, sehr verwirrender Begriff, weil öffentlicher Schlüssel, was heißt das, ne? Aber es äh es gibt den den öffentlichen Teil und wenn man an diesen öffentlichen Teil verschlüsselt, Dann kann man mit dem geheimen Schlüssel entschlüsseln. Und. So weit können wir die Leute immer noch folgen. Jetzt ist es so. Es ergibt sich ein neues Problem. Wenn der Tim jetzt irgendwie am anderen Ende des Planeten ist. Und ich möchte mit dem verschlüsselt kommunizieren und wir uns davor sorgen, dass zwischen uns etwas ist, was mithört und potenziell auch mit manipulieren kann. Dann hätten wir die Sorge, dass der, Tim mir zwar seinen Schluss, sein Schloss schickt, dass unterwegs aber von jemand anders ausgetauscht wird, ich das falsche Schloss nutze, die gleiche Person dann wieder quasi umschlüsselt und in der Mitte sitzt und mitschreibt.
Tim Pritlove
Also wie kann man sicherstellen, dass man auch das richtige Vorhängeschloss bekommen hat?
Linus Neumann
Genau, wie kann man sicherstellen, dass man auch das richtige Feuergeschloss bekommen hat? Und, Das ist die Sorge oder das ist das Problem, was Signaturen lösen können. Die können aber noch was ganz anderes lösen. Sie können nämlich zum Beispiel auch äh tatsächlich die rechtsverbindliche Signatur darstellen. Doch Fangen wir einfach an. Der Tim nimmt jetzt eine Nachricht an mich, schreibt mir etwas. Und ähm sagte hier hallo Linus, äh so und so und er möchte jetzt beweisen, dass er diese Nachricht geschickt hat. Jetzt macht er im Prinzip eine Verschlüsselungsoperation mit seinem. Secret key, also mit dem Schlüssel. Und diese Verschlüsselungsoperation kann ich nachher verifizieren anhand des öffentlichen Schlüssels. Also er kann mir quasi jetzt beweisen, oder ich kann prüfen, dass er eine Bitfolge signiert hat mit seinem Secret Key. Weil ich sein Publicy kenne. Und das klingt jetzt erst mal so ein bisschen äh ähm schwer nachvollziehbar, aber es hat eine äh es hat wirklich, wichtige Konsequenzen in in der IT-Sicherheit, diese Signatur, denn wenn der Tim eine Nachricht signiert. Mit seinen. Und schicke die an mich. Und an dieser Nachricht ändert sich auch nur ein Bit. Dann schlägt bei mir die Signaturprüfung mit seinem Publicy fehl. Und dadurch weiß ich, dass hier etwas verändert wurde. Der Tim hat nicht diese Nachricht signiert, die bei mir angekommen ist. Und. Ne, also es gibt Verschlüsselungen und es gibt Signatur. Verschlüsselung kommt bei diesen EU äh Passsystemen, bei diesen Impfpasssystemen eigentlich gar nicht zum Tragen. Es kommt eigentlich immer nur die Signatur zum Tragen. Denn. Jetzt pass auf. Nehmen wir einmal an, es gibt ein Schlüsselpaar, von dem ich wüsste, dass es einer Ärztin gehört. Und wenn diese Ärztin jetzt den Datensatz signiert. Tim wurde dann und dann mit dem und dem Impfstoff geimpft. Dann bräuchte ich ja nur den öffentlichen Schlüssel dieser Ärztin, um mit. Quasi prüfen zu können, dass diese Signatur von der Ärztin angebracht wurde. Ne? Weil man kann ja mit seinem Secret Key Sachen signieren. Also müsste, bräuchte ich den den öffentlichen Schlüssel der Ärztin und könnte sehen, aha, okay, das ist äh ein Impfausweis für Tim. Jetzt gibt's aber ein weiteres Problem. Es gibt viel zu viele Ärztinnen. Und woher weiß ich überhaupt, ob diese Ärztin eine echte Ärztin ist und berechtigt ist, Impfausweise auszustellen? Deswegen baut man jetzt da drüber einfach nochmal genau das Gleiche, also über den öffentlichen Schlüssel der Ärztin gibt es jetzt eine Signatur von einer höher liegenden Instanz, die sagt, diese Ärztin darf übrigens Impfausweise ausstellen. Und diese höher liegende Instanz kann jetzt zum Beispiel so etwas sein, wie ich spinne jetzt mal rum, ne. Das könnte jetzt, was weiß ich, das Land Berlin sein oder äh die Bundesrepublik Deutschland oder was weiß ich, ähm. Die das Gesundheitsamt von Berlin Mitte. Und die hätten dann auch wieder irgendeine Berechtigung und am Ende diese Berechtigungskette. Berechtigt eine Signatur auszustellen. Läuft dann irgendwann hoch, bis auf die äh auf ein Wurzelzertifikat oder mehrere Wurzelzertifikate, die dann zum Beispiel der Europäischen Union, oder ähm ihren sechzehn Mitgliedstaaten gehören, Das heißt, man würde, wenn man das Modell von oben schaut, wahrscheinlich am Ende ein EU-Impfpassschlüssel haben und der stellt erstmal äh für jeden Mitgliedsstaat eine äh, Autorität aus, die wiederum quasi das Recht, Impfausweise zu unterzeichnen, weitergeben darf. Und so hat man dann bei jedem einzelnen Impfnachweis eine Signaturkette, die sich nachprüfen lässt bis zu letztendlich. Der europäischen Union. Und zwar offline. Weitest gehend offline. Das ist das Geile daran.
Tim Pritlove
Genau. Darauf wollte ich auch gerade zu sprechen kommen. Also das ist eigentlich das das Wunder eigentlich dieser äh asymmetrischen Verschlüsselungstechnologie, die eben im Prinzip zwei äh Dinge äh ermöglicht, nämlich diese digitalen Unterschriften und eben auch so dieses Versenden von von verschlüsselten Nachrichten, Man kann sich das ja im richtigen Leben auch vorstellen, ja. Die oberste Behörde äh gründet eine unterliegende Behörde und stellt der ein Zertifikat auf, was dann da irgendwie an der Wand hängt. Und die hat dann wiederum ihre Nebenstellen und äh da hängt dann auch ein Zertifikat äh an der Wand, die immer wieder schön bestätigt mit Unterschriften vom Chef. Dass das schon so richtig passt. Und dann geht das halt immer so weiter, bis eben zu dieser Zulassung des äh der Ärztin, die äh dann eben der Patientin irgendwie diese Impfung verabreicht, Das Schöne ist, dass man in diesem in diesem digitalen Kettenmodell all diese ganzen miteinander verketteten Informationen in einem kleinen Stück, Datenblock zusammenfassen kann und extrem zuverlässig, überprüfen kann. Und das macht es eigentlich so elegant. Und wie du schon sagtest, das sind dann keine Online-Abfragen, wo dann so, oh, ich gucke mir das mal an, das muss ich jetzt mal überprüfen und jetzt muss ich mich hier zu Server XY und auch in dreißig Blockchains. Genau, ne? Das ist alles nicht nötig, weil sich das quasi automatisch einfach aus den Daten selbst heraus ergibt. Man kann es einfach ausrechnen, dass es stimmt. Und es gibt, immer noch so eine Onlinekomponente, mit der man dann sagen wir mal, irgend so ein, irgendeine Ärztin äh in dieser Kette ist dann auf einmal dafür bekannt geworden, Impfungen zertifiziert zu haben, die gar nicht stattgefunden haben, könnte eben deren Zertifikat zurückgerufen werden. Das ist dann tatsächlich eine Online verfügbare Information, wo man von Zeit zu Zeit mal nachfragt. So, hör mal, sind vielleicht irgendwelche Zertifikate, die da draußen herausgegeben wurden, ungültig geworden, dann merke ich mir das mal, Und dann kann man diese Information auch zwischenspeichern und wenn man dann eben auf so ein Zertifikat trifft, was eben mit so einer fragwürdigen äh Person in Zusammenhang steht, dann sieht man halt immer noch so, aber hier, ich habe vor einer Woche schon äh gehört, gilt nicht mehr, deswegen reicht das jetzt nicht mehr anerkennen.
Linus Neumann
Und das Schöne ist, das kannst du auf jeder Ebene dieser Hierarchie machen. Du könntest äh einzelne Impfausweise und äh ganze Länder.
Tim Pritlove
Das ganze Bundesgesundheitsministerium wird einfach dislabelt, genau. Wird ersetzt wegen Inkompetenz.
Linus Neumann
So und der Rest nach diesem ganzen CA, wenn man da, wenn man das jetzt mal als gegeben annimmt, ich Also ich weiß, dass es lange dauert, bis man das wirklich vollständig verstanden hat, aber also eine kryptographische Signatur hat eben den wunderschönen Teil, dass sie eben nicht fälschbar ist und dass sie ähm ne, sobald du auch nur ein Bit änderst, stimmt immer die Signatur nicht mehr, Ne, man kann die nicht einfach da drunter kopieren, sondern die ist letztendlich eine Prüfsumme über den Inhalt. Und jetzt würde man damit zum Beispiel folgendes machen, ähm, Und das ist auch hier vorgesehen. Sie wollen PCR-Test, Schnelltest, Genesung und Impfung. Als Datentypen haben. Und die sollen gleichgestellt sein in der Behandlung. Diejenigen, die die Zertifikate ausstellen, dürfen die nur so lange behalten, wie die Zertifikate gültig sind. Also falls du es verlierst, kannst du es im Rahmen der Gültigkeit noch zurückbekommen. Ähm. Und jetzt kommen natürlich so die Sachen, wir haben jetzt gerade gesagt, diese Zertifikate kannst du halt offline prüfen, was ein total wichtiger Skalierungsfrage ist, ne. Wenn du jetzt sagst, du machst den Deutschen Impfpass, ja? Und jedes Mal, wenn irgendein blöder Impfpass gescannt wird, muss, muss irgendein von, gefragt werden und in angeblich in der Blockchain nachgucken, was die ja dann natürlich nicht machen, ne? Wäre der viel zu intensiv, viel zu rechnen intensiv da jedes Mal eine Blockchain abzufragen. Dann kannst du eben ähm kannst du kannst du Info in Kleßen-Görne kannst du halt dann. Kannst du keine Impfzwang machen, ne? Und kein Ecken. So, dieses Problem lösen sie damit, ja? So, ähm genau. Jetzt sagen sie äh die, also wer auch immer jetzt quasi deinen Impfpass scannt. Darf, einfach nicht die Daten, die da stehen, aufbewahren und weiterverarbeiten. Wird einfach grundsätzlich verboten. Der wird nur, du darfst nur einmal äh checken. Das ist auch notwendig, denn wir haben ja in einer früheren Sendung schon gesagt, so dass wahrscheinlich würde ich da Geburtsdatum und was weiß ich, letzte, zig Ziffern der Personalausweisnummer rein tun. Da kam aber natürlich auch Einwände. Das potenziell ja auch Ausweise aus auslaufen. Ähm nach jetzigem Stand soll dieser EU-Impfpass deshalb Name und Geburtsdatum ähm die Daten über. Test, Schnelltest, äh Genesung oder Impfung, Ausstellungsdatum, also wann es wann dieses digitale Ding ausgestellt wurde, sowie ähm die, Daten, wann hier diese Impfungen und so weiter stattgefunden haben und wie lange die gültig sind. Ne, dass also dass dann da drin steht, Schnelltestform und dein guckt dann eben drauf und sieht, ah okay, ne. Das Zertifikat ist ähm, Das ist nur vierundzwanzig Stunden gültig, falls ein Schnelltest ist ähm oder in dem Fall einer Impfung ist das Zertifikat von mir aus vier Jahre gültig, aber den kann irgendwann weiß der halt, na ja, Impfung, die hat ja nur äh vier Monate gehalten. Äh insofern ist die jetzt quasi ist der Status, dass diese Person geimpft ist oder äh immun ist für mich schon wieder, nicht mehr relevant. Tim hat das gerade schon angesprochen, die Revocation, also die ungültigmachung, macht man mit sogenannten Revocation-List. Das sind im Prinzip einfach auch wieder nur signierte Listen von, Existierenden Zertifikaten, wo eine höher gesetzte Offeritie sagt übrigens, die sind nicht mehr gültig. Und das ist auch wieder nur eine signierte, Liste. So, das haben sie sich jetzt äh überlegt für die EU, und technisch macht das einen soliden Eindruck. Ich sage jetzt nochmal, ich rede jetzt hier nur von der Technik. Ich möchte von der gesellschaftlichen Komponente, bewusst nachher sprechen. Die großen Probleme sind jetzt erstmal weg, wie zum Beispiel, dass irgendwo eine zentrale Infrastruktur ist, die die ganze Zeit trackt man kann natürlich immer diese Daten aussehen. Es ist super einfach ein Impfpasscanner dann zu bauen, der die Daten, die da drin steht, speichert und einfach weiß, der und der war hier, ne? Das ist ein das ist ein Risiko, was hierbei eine Rolle spielt. Deswegen finde ich das natürlich auch sehr sinnvoll, dass die sofort sagen, das muss einfach verboten sein. So, weil es, weil es geht, wir können's einfach nur illegal machen, mehr geht nicht. Das muss ja dann auch in den Staaten umgesetzt werden und das heißt eben auch, dass jegliche privaten Ziele so etwas zu speichern, eben Strafe wert sind und die die Mitgliedstaaten das einfach auch nicht machen dürfen. Das scheint mir, schon ganz äh äh sinnvoll zu sein. Jetzt ist aber, kommen wir langsam in den Teil, was soll das denn machen? So und da diskutieren die jetzt natürlich auf der EU-Ebene. Reicht das für die komplette Schengen-Reise-Freiheit oder keiner in Einzelstaat noch etwas verhängen? Die Position der Kommission ist ungefähr. Wenn du irgendetwas noch einschränken willst an Reisefreiheit und das an irgendetwas binden willst, dann muss es an etwas sein, was in diesem. Zertifikat ist. Das Parlament will äh Schengen-Reisefreiheit haben und der Rat, vermutlich so drauf, dass die sagen, boah, wisst ihr, ey, wenn wenn wir auf einmal wissen, dass die französischen Antigentests mist sind, ne? Oder in, Tschechien eine neue Mutation ausbricht, dann wollen wir potenziell eben auch ja, an der an der äh Mitgliedsstaatengrenze äh diskriminieren können, ne? Oder zumachen können oder bestimmte Tests oder bestimmte Impfungen nicht akzeptieren. Und ähm vermutlich werden sie sich im Prinzip darauf einigen, dass man sagt, okay, du kannst deine eigenen Regeln machen, aber die müssen innerhalb des Staates die gleichen sein wie an den äh Schengengrenzen, dann diskutieren sie noch so ein bisschen, welche Impfungen man halt anerkennt, das wird natürlich auch ein Problem sein, äh weil ähm. Wie wir wissen, gibt es das Paul Ehrlich-Institut in Deutschland. Dann gibt's die EMA auf europäischer Ebene, dann gibt's irgendwie offenbar Ungarn impft schon mit Sputnik. Was aber jetzt auf was noch nicht immer zertifiziert ist, oder?
Tim Pritlove
Richtig. Und wahrscheinlich auch nicht wirt.
Linus Neumann
Und dann hättest du, jetzt hättest du also ein Problem, dass müssen sie sich jetzt eben auskäsen, was passiert, äh wenn jetzt die ganzen äh Ungarn die Sputnik geimpften Ungaren ähm nach Berlin kommen wollen. Ähm und hier sputnik, anerkentwert oder nicht anerkannt wird, ne? Über solche Sachen machen die sich natürlich dann auch noch Gedanken glücklicherweise, nicht die Gedanken, die wir uns machen müssen. Dann sagen sie die Diskriminierungsfreiheit zwischen Test, Genesung und Impfung schreiben sie fest. Also. Wenn du geimpft bist, muss das gleiche Level an Privileg mit, Test erreichbar sein. Das Problem ist aber natürlich, dass diese Tests ja Geld kosten potenziell. Und hm, daraus schließen sie dann zum Beispiel, wenn jetzt der Test eine Reiseauflage ist, dann muss der natürlich auch kostenlos sein. Das einzig Positive, was ich daran sehe ist, solange der Test kostenlos angeboten werden, muss, ich meine, ein Test ist ja fast so teuer wie eine Impfung, ne. Habe ich das richtig gehört bei euch in in UKW-Tim?
Tim Pritlove
Die kann man, ja, also es kommt jetzt ein bisschen darauf an, was man insgesamt alles noch zu den Kosten der Impfung mit dazuzählt. Also du hast natürlich die Kosten für die äh Dosis an sich, an den Hersteller, aber du musst ja auch noch die ganze Logistik dazudenken. Also sowohl bei den ausführenden äh Entitäten als eben auch das Versenden zu Stellenplanen und so weiter, also die Kosten für eine einzelne Impfung sind sicherlich auch nicht gering, das äh unterm Strich dann mehr ist als ein PCR-Test, kann ich nicht sagen. Ich, fast vermuten, das liegt so in etwa im gleichen Bereich. Vielleicht sind die PCR das billiger mittlerweile.
Linus Neumann
Also ich es ist ja immer so die Sache ist ja ich glaube natürlich ist ein PCR-Test billiger als eine Impfung ähm aber die Frage ist ja, was das BMG gerade dafür bezahlt und die haben oder was was die Berater von Jens Spahn gegoogelt haben, ne? Und äh die die Schnelltests werden ja gerade sehr fürstlich bezahlt. Deswegen schießen ja auch überall diese Schnelltesten aus dem Boden. Ähm, Auf jeden Fall ist es so, dass ein, also jemand, der einen Monat lang andauernd getestet wird, der reißt hier ein größeres Loch in die Tasche als jemand, der einmal geimpft wurde. Und das ist, was also hoffentlich heißt, dass es einen finanziellen Anreiz gibt, möglichst äh schnell die Leute durchzuimpfen. Ähm.
Tim Pritlove
Also gesellschaftlich ist es natürlich das Impfen auf jeden Fall das das Beste, weil Infektion ist äh mit Abstand das teuerste.
Linus Neumann
Genau. So, dann gab es jetzt eine längere Debatte darüber oder auch medialer Form und damit kommen wir jetzt langsam zu dem gesellschaftlichen Bereich. Das nämlich. Den Leuten aufgefallen ist, hm irgendwie impfen wir ja schon eine Zeit lang und irgendwie sind ja auch jetzt schon ein paar Leute geimpft. Ähm in Deutschland waren sie als das letzte Mal geguckt habe acht Prozent durchgeimpft, zwanzig Prozent Erstgeimpft oder so, ne, in dieser Region bewegt sich das.
Tim Pritlove
Wir haben jetzt dreißig Prozent äh Erstgeimpfte, acht Prozent Zweitkämpfte.
Linus Neumann
Okay und die haben alle einen relativ simplen Aufkleber in ihrem WHO-Impfpaß drin. Und jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie impfen, wie wie upgraden wir die denn jetzt? Auf unser Supersecure Digitalding. Und die Antwort ist natürlich, das wird euch im Zweifelsfall nicht gelingen. Ähm angeblich. Kann das immer nicht beurteilen, aber sagen wir mal so, irgendjemand wird sicherlich schon so einen Impfpass gefälscht haben, ob das jetzt so ein riesen Markt im Darknet ist, wie alle immer behaupten. Weiß ich nicht, kann ich nicht beurteilen, ist mir irgendwie also ne, das sind alles keine verifizierten Verkäufe. Ähm aber sagen wir mal, das Problem existiert, wie groß es ist, ist es eigentlich unerheblich zum jetzigen Zeitpunkt noch. Denn. So schön digital und unfälsch bei dieser äh Impfpass dann sein wird, werden, glaube ich, die gesellschaftlichen Probleme anderer sein. Erstens, ja, man kann ihn fälschen und zwar, weil man auf diesen sicheren, digitalen Impfpass im Moment, so wie es aussieht upgradet durch ein Stück Papier mit einem kleinen Aufkleber drauf. Und da halt diese Aufkleber niemals gebaut wurden, um fälschungssicher zu sein, ähm sind die halt auch sehr einfach zu, reproduzieren.
Tim Pritlove
Das ist noch nicht ganz so sicher, ob das so sein wird. Also ich weiß nicht, ob du da schon konkret was zu gelesen hast. Ich vermute allerdings, das als Ausweis, die Dinger. Zunächst einmal ein sind, bis man irgendwann an einem Punkt angekommen ist, wo man sagen kann, ab jetzt gilt eigentlich nur noch der digitale, weil jetzt müsste ja jeder einen haben.
Linus Neumann
Das ist der andere Punkt, also die Frage ist ja, warum baust du so ein digitales Ding? Und der einzige Grund ist, Der einzige Grund das zu tun ist, weil du viele und schnelle Checks erwartest. Und zwar über einen längeren Zeitraum. Das ist der einzige Grund, der gegen die. WHO Hefte äh spricht, ist, wenn man jetzt sagt, alles klar, du musst das Ding die ganze Zeit dabei haben und andauernd zeigen, dann fallen die halt innerhalb kürzester Zeit auseinander. Weil die einfach nicht für einen täglichen Einsatz gebaut sind.
Tim Pritlove
Nicht nur viele, sondern halt auch online unter Umständen.
Linus Neumann
Genau und und also online, ja online mag auch eine Rolle spielen, klar wird wird auch eine Rolle spielen Reisebuchung und so, also in diese Gespräche ist auch sind ist natürlich so die IATA äh und die WHO äh involviert, ne, also die Flug äh die sich um die Fluggeschichten auch kümmern, weil die natürlich auch daran interessiert sind, dass ihnen ein potenzielle. Die potentielle Auflage Impf oder Testnachweise zu prüfen, möglichst wenig in die in die existierenden Prozesse, reingrätscht. Aber letztendlich trotzdem, du baust das, damit es oft genutzt wird. Und von mir aus auch über die Distanz. Und. Ich stelle mir folgendes Szenario vor. Wie viel die Dinger tatsächlich gefälscht werden. Hängt einfach nur von einer Sache ab. Wie hoch ist der Druck, dass Leute, die fälschen wollen und der Druck ist eigentlich nur dadurch hoch. Wenn du den Leuten mit diesem Impfpass sehr viel größere Vorteile einräumst als ohne. Und sei der Nachteil nur, dass du, wenn du wenn du am Wochenende feiern gehen willst, jeden Morgen dir irgendeinen Stab in die Nase stecken lassen muss. Sei auch sei er auch kostenlos. Das ist das eine Ding. Ähm. Das wird also die Leute motivieren, den zu fälschen. Das andere ist, wenn das jetzt hier zum Beispiel an der Kneipe oder so eine Rolle spielt. Ja, gehen wir mal von den von so Situationen wie Fußballstadien oder Flug weg, wo du auch wirklich namentlich registriert bist, ne? Gehen wir mal zu wirklich einfachen Situationen, Einlasssituationen irgendwo, dem man Restaurant? Da steht dann eine Person am Einlass, die da wahrscheinlich für Mindestlohn steht. Und die wird für ihre acht Euro fünfzig die Stunde ähm auf so ein Display gucken und darauf achten, dass das da grün leuchtet. Und da Vietname stehen und ein Geburtsdatum und dann wird die vielleicht noch so sich die Mühe machen, darauf gucken, dass das vom Geburtsjahrzehnt ungefähr hinkommt. Und vielleicht auch, dass der Vorname irgendwie zur Geschlechtsidentität zu passen scheint, grob. Aber irgendeine ähm. Die diesen Job machen muss, wird sich dort nicht mit irgendjemandem anlegen oder irgendwie großartig Ausweise kontrollieren, ähm. Am Eingang von irgendeiner Kneipe. Da wird das Typische kommen, hör mal, Kalle, du weißt doch, ich ich habe ich habe dir doch gestern erzählt, dass sie mich heute wieder testen lasse. Außer du weißt doch, ich bin geimpft. Also, dass wir, ich glaube, der wird einfach nicht in der Form entforst werden wie die sich das vorstellen. Und deswegen glaube ich ähm. Tja, dass das viele Leute ganz einfach den den äh QR-Code von was weiß ich, von irgendjemand anders da dran halten und sagen, yo, ich bin das, ich habe meinen Ausweis nicht dabei. Ne? Also das ist das sind die Realweltumgehungen, die bei solchen Systemen stattfinden, werden. Wäre jetzt so meine Schätzung. Und da sind wir dann wirklich auch bei dem äh gesellschaftlichen Problem. Da kannst du mir jetzt gleich weiterhelfen, Tim, ich schätze das irgendwie so wann ist das August oder September? Sind fünfzig Prozent der Leute durchgeimpft und die anderen fünfzig nicht.
Tim Pritlove
In Deutschland, also durchgeimpft kann ich dir jetzt gerade, also meinst, im Sinne von Zweitimpfung abgeschlossen, Das dürfte äh frühestens ähm, Also wenn's richtig gut läuft, Ende Juli, im Laufe des Augusts dürften wir sowas wie fünfzig Prozent Zweidimpfung haben. Das ist jetzt so ein bisschen aus dem Bauch heraus gesagt, aber ich glaube, das ist äh ganz realistisch. Wenn's so läuft, wie es jetzt läuft. Vorbehaltlich von vielen Lieferzusagen, die eingehalten werden müssen und äh Impfstoffen, die noch zugelassen werden müssen und äh, politischen Problemen, die die das alles noch einschränkt, ne. Soll ja zum Beispiel noch mit dazustoßen, damit wird geplant, aber die kriegen derzeit nicht genug ähm Material ran, was die USA blockiert und so weiter. Also das sind alles so politische Schwierigkeiten, die noch überwunden werden müssen, aber wir werden jetzt bei den Erstimpfungen zumindest relativ schnell da sein, so eine Monate ungefähr.
Linus Neumann
So und das äh. Also, ich glaube, das wird, das wird relativ unangenehm. Ich glaube wirklich, dass die da äh also die die realistische, das realistische Ergebnis kann eigentlich nur entweder sein, du wirst richtig fett werden die Leute sich diese Dinger fälschen. Ähm. Oder es wird irgendwie das das Regime, das zu kontrollieren und aufrechtzuerhalten bricht einfach in sich zusammen. Und ich glaube, darauf steuern die hin. Dass das nämlich wirklich kontrolliert, nicht entforst wird, dieser Impf die Impfprivilegien, die man noch obendrauf kriegt und, das ist deswegen tragisch, weil das am Ende diejenigen, die Gesundheit kosten wird, die da draußen das Tralaffitti sehen, noch nicht geimpft sind und sich dann eben sich und andere in Gefahr bringen. Und dass wir trotzdem dann eine niedrige Inzidenz sein, weil fünfzig Prozent der Leute sind ja geimpft und die Ungeimpften werden dann halt, was weiß ich, aus ihrer Not ähm ja, sie potenziell ähm sehr ohne viel Aufwand die Kontrollen auch umgehen, weil sie sowieso nicht ernstzunehmend sind, weil sie eben von irgendwelchen Leuten gemacht werden, die sich auch überlegen, ob sie sich jetzt einen harten Tag bei der Arbeit machen oder nicht. Und das ist, glaube ich, das realistische Szenario was passieren wird, dass man sagt, ja ja, wir haben den Impfnachweis hier, gucken wir drauf mit den Tests und grün und blau und rot und haste nicht gesehen. Das System zwar digital komplett, dicht ist, aber eben für die Situation trotzdem nicht geschaffen ist. Und ähm dann wird's wahrscheinlich am Ende, ähm einfach nur dazu führen, dass dass dass es massiv umgangen wird, aber die, die es umgehen, tun's eben um nur mit der Konsequenz, sich selber zu schaden. Und da wird man dann sagen, ja, bist du halt selber schuld.
Tim Pritlove
Ja, also, Vielleicht sollte man nochmal so ein etwas konzentrierteren Blick auf die realistische Timeline von diesem Ganzen mal werfen. Äh weil wir haben ja verschiedene Systeme, die zusammen greifen müssen, damit man überhaupt erstmal an so einen Punkt kommen kann, äh dass man sagt, okay, jetzt haben wir einen äh Impfnachweis, jetzt kann der von Leuten auch benutzt werden, Und eigentlich kann der auch erst in dem Moment benutzt werden, wo auch alle, die Geimpft sind, eine Chance haben. Den auch wirklich benutzen zu können, ja? Kann ja jetzt nicht sein, dass man irgendwas nachweisen soll, aber die die Voraussetzungen für das Nachweisen ist noch gar nicht gegeben. Dann wird man immer natürlich äh argumentieren, naja gut, aber im im Zweifelsfall hast du halt den normalen Standard-WHO äh das Impfbuch, das reicht dann auch, ja? Solange das aber so ist, kann man auch sagen, existiert halt dieser digitale Impfpass eigentlich gar nicht Ja, weil wenn er nur, ist und so, aber man als alternativ auch immer noch den Rechtsanspruch hat mit dem gelben Buch zu wählen, ist das Ding im Prinzip hinfällig. Also letztlich ist der entscheidende Zeitpunkt der wo gesagt wird, okay äh alles ist jetzt am Start, Leute. Äh ab jetzt nur noch mit diesem Digitalen, Impfpass. Bloß das wird dann halt jedes Gericht stoppen, was äh eine Klage reinkriegt la äh Leute äh es haben noch nicht alle Leute die Möglichkeit, denen überhaupt ordnungsgemäß zum Einsatz zu bringen. Ihr könnt unmöglich irgendwelche Rechte davon abhängig machen, wenn ihr eben technisch noch überhaupt nicht die Voraussetzung dafür geschaffen hat, dass er auch wirklich so benutzt werden kann, wie er das gerne möchte, dass er benutzt wird, Und um an diesem Punkt überhaupt zu kommen, muss jetzt natürlich erstmal, Das Ding muss natürlich jetzt erstmal durchspezifiziert sein. Wir befinden uns jetzt gerade an einem Punkt, wenn ich das richtig sehe, sind die Diskussionen, die politischen Diskussionen im Parlament sind, die jetzt schon abgeschlossen oder sind die kurz davor abgeschlossen zu werden? Was ist dein Eindruck?
Linus Neumann
Auf EU-Ebene. Ähm die werden sollen dann eben zum Moment, ich hatte mir alles erklärt. Ich scrolle gerade wild durch meine Notizen ähm, Also zwanzigster Mai soll das fertig verhandelt sein. Das ist in vierzehn Tag.
Tim Pritlove
Gut, also sagen wir mal, ab Juni weiß man, was implementiert werden muss. Sicherlich wird an vielen technischen Dingen, die dann jetzt auch erforderlich sind, auch schon geschraubt. Aber was brauchen wir? Wir brauchen diese Zertifikatsinfrastruktur, von der wir gesprochen haben, Sowas ist sicherlich ein Teil hier und da schon in irgendeiner Form auch im Betrieb, aber es muss natürlich dann für diesen Zweck auch ganz konkret in dieser äh Ausformung muss es da sein. Es muss äh gekoppelt werden mit diesen ganzen Zertifikaten für alle, Alle Entitäten, die in irgendeiner Form Impfung bestätigen, muss es äh, muss es vorhanden sein. Jede Arztpraxis in Deutschland, jede Arztpraxis in Europa, jede muss über einen entsprechendes, signiertes Zertifikat ähm verfügen. Wir reden über. Zigtausende Arztpraxen überall in siebenundzwanzig Mitgliedsländern.
Linus Neumann
Na da würde ich kurz äh Einspruch erheben.
Tim Pritlove
Ja, mach mal.
Linus Neumann
Die werden also die werden im Zweifelsfall über irgendwelche äh Dienst Leister das abfackeln. Es wird nicht jede einzelne Arztpraxis eine Signatur Karte haben zum ähm Impfnachweise ausstellen, sondern das wird doch dann wieder so laufen, dass dann, was weiß ich, die kassenärztliche Vereinigung irgendwie so ein Service laufen hat oder irgendein Anbieter, dass das regelt. Der unterhält dann vielleicht sogar eine eigene äh ein eigenes Zertifikat für jede Praxis, aber der fackelt dann mal eben die die Signaturdinger da ab.
Tim Pritlove
Gut, dann stellt sich aber im Prinzip nämlich die nächste Frage, wenn es nicht an den Orten gemacht wird zum Zeitpunkt der Impfung, von den Leuten, die das tun. Von wem wird es dann gemacht? Auf Basis welcher Daten, zu welchem Zeitpunkt?
Linus Neumann
Kann ja nur der Impfausweis sein, der existierende.
Tim Pritlove
Ja, aber wenn der existierende Impfausweis mit all seiner Fälschbarkeit. Jetzt sozusagen die Grundlage ist, dann stellt sich natürlich die Frage, wer checkt denn dann in zwei Monaten fünfzig Millionen, gelbe Zettel in Deutschland Behörde, welche Entität blättert sich durch diesen Blätterwald? Teil einfach mal die Anzahl von Personen, die das dann sozusagen betrifft. Das ist jetzt aber im zurückhaltenden Fall, sind es nur die Zweitgeimpften, Plus die da halt irgendwie Johnson und Johnson gehabt haben. So, gut, dann sind es vielleicht nur dreißig Prozent der deutschen Bevölkerung. Aber es sind auch dreißig Prozent der europäischen Bevölkerung. Müssen jetzt alle irgendwo hingehen, wo sie sich das bestätigen lassen von jemanden, der das machen kann. Wer soll das sein? Die Filiale der Krankenkassen. Apotheken. Wo kriegen die dann ihr Zertifikat her? Haben die so viel Zeit? Teile einfach mal die Person, der Leute, solange wie das dauert plus technische Probleme. Einfach nur mal die die pure, Anzahl der Personen in Deutschland, die manuell, wo so ein Ding überprüft werden muss, wo du die Chargen nochmal überprüfen musst, wo du überprüfen musst, ob die, Signatur stimmt, das ist diese diese äh Ärztin gibt, die da äh eingetragen ist, nachgefragt werden. Dann sind die Zweitimpfung mal woanders statt. Also das ist halt alles nicht besonders perfekt äh dokumentiert, dann kannst du den Stempel nicht lesen und so weiter. Also dass dieser. Ausweis, wirklich die das Bootstrapping ist für den digitalen Ausweis, da habe ich einfach meine Zweifel. So wenn der das nicht ist, wollen wir jetzt einfach mal sagen, aus diesen Überlegungen heraus ist das einfach nicht leistbar und das würde ich, würde ich fast sagen, dass das nicht leistbar ist, dann, muss dann doch wiederum der eigentliche Impfort die Quelle sein. Was haben wir da für Orte? Wir haben das Impfzentrum oder die Impfzentren? Wir haben die Hausärzte, die beteiligt sind und dann haben wir noch so ein äh diese mobilen Teams. Deutsches Rotes Kreuz und so weiter, die äh in Altersheimen unterwegs waren und die haben halt alle in irgendeiner Form irgendeine Dokumentation, Was es aber nicht gibt, ist, Es gibt kein zentrales Impfregister. Das ist etwas, was wohl im Dezember vom Spahn angeregt wurde. Ich habe sowas gelesen wie das RKI wurde beauftragt, sowas mal zu entwickeln. Aber existieren tut es nicht. So, das heißt, alle Impfungen, die bisher abgelaufen sind, sind nicht zentral gespeichert. Sondern sie sind gespeichert in den digitalen Lösungen, die die Impfzentren benutzen. Da hast du hier irgendwie das Doktor Lip System für die Impfzentren in Berlin, dann hast du halt äh Eventim, was ist das, Ist auch die Frage, ist das jetzt mit dieser Terminplanungssoftware das gleiche oder sind das nochmal separate Systeme? Sind die an die Länderinfrastruktur äh angeboten? Also du kannst dir etwa vorstellen, dass du mindestens für jedes Bundesland schon mal eine separate Lösung hast, die in keiner Form direkt vergleichbar ist mit irgendeiner anderen Lösung und einem anderen und das betrifft jetzt erst mal nur die Impfzentren. Wo bisher ein Großteil der Impfung gemacht wurde, aber eben auch nicht alle. Was die mobilen Impf-Teams betrifft, habe ich gehört, das kann ich jetzt mit keinem Link bestätigen, aber das sind so Informationen, die mir zu mir gebrochen sind. Das ähm, da eigentlich fast überhaupt nicht ordentlich dokumentiert wurde. Also, dass dass die selbst dass da sozusagen überhaupt gar keine äh richtige Datenbasis gibt für all die Impfungen, die da durchgeführt wurden. Das heißt, da ist im besten Fall, im besten Fall ein Impfausweis, äh korrekt ausgefüllt worden. Und ich kenne auch viele Fälle, wo das nicht stattgefunden hat, auch in Impfzentren Sind teilweise nur irgendwelche A4-Blätter ausgedruckt worden. Das ist dann noch nicht mal dieser WHO äh Ausweis, in denen das eingetragen wurde. Und dann hast du noch einen komplizierteren Fall, nämlich die Hausärzte. Bei den Hausärzten ist es einfach so, die melden das auch nicht, sondern die melden nur am Tag der Impfung. Über so ein Onlinesystem bei der KV, also wenn ich KV sage, mache ich kassenärztliche Vereinigung, wo dann auch nochmal nochmal eine separate Bubble hier übrigens aufgeht mit Privatärzten, die ja derzeit noch gar nicht äh impfen und in Zukunft auch noch Betriebsärzte, die es demnächst noch dazukommen. Aber bleiben wir erstmal bei den normalen Hausärzten, die an die KV angeschlossen sind. Also die gesetzliche Krankenversicherung unterstützen. Am Ende des Tages lohnen die sich da ein und sagen wir haben so und so viele Leute mit diesem Impfstoff geimpft das erste Mal und so und so viele Leute mit diesem Impfstoff geimpft das zweite Mal. Rittern. Das ist die Information, die dazu führt, dass wir aufm Impf der Sport sehen, in etwa, was so passiert ist. Aber es geht nicht mit, hier sind diese Personen mit Name, Geburtsdatum, Alter, äh haste nicht gesehen, mit dem Impfstoff ist heute das erste oder zweite Mal geimpft worden. Diese Information, fließt er nicht. Die steht natürlich schon irgendwo, nämlich in der Regel in der Praxissoftware, dieser Hausärzte. Derer gibt es viele und keine Praxissoftware heutzutage hat ein wirkliches Impfmodul, Wo man mal eben anklickt mit okay äh erzeugt mal ein digitales Zertifikat mit unserem äh, Ärztezertifikat, wo in dem Moment ja im Prinzip der die Ärztin selber noch ihre Chipkarte immer rein, stecken müsste in dem Moment, wo dieses Zertifikat ausgeführt wird, um diese Signierung vorzunehmen, weil es ja letztlich die Ärztin ist, die das macht. Und äh diese Software existiert nicht. Es gibt noch nicht mal. Das jetzt an, ein bisschen anekdotische Evidenz, die ich hier habe. Ich habe halt mal so äh rumgefragt. Wir hatten auch im Clubhaus eine größere Diskussion, wo verschiedene Leute, die auch solche Systeme betreuen, auch programmieren und so weiter, die mehr oder weniger alle unisono gesagt haben, so eine Software, so ein Modul in diesem dieser ohnehin äh üblicherweise recht grauenhaften, Praxissoftware, die mir mal eben alle Impfungen anzeigt, gibt's nicht das ist im Prinzip nichts anderes als so ein Abrechnungsschlüssel in der einzelnen Patientenakte. Das heißt, du brauchst nur Funktion, die sagt, geh mal alle Patienten durch und guckt mal in der vollständigen Historie, ob da irgendwo dieser Schlüssel für Impfung ist und mit den anderen Mittagdaten und sammelt das mal ein und dann machst du daraus mal jetzt irgendwie eine Vorlage, um daraus dann Bike, digitale Zertifikate zu machen Und selbst wenn's das gäbe, ist dann die nächste Frage, wie kommt dieses digitale Zertifikat in die App, Wie kommt das zu diesen Personen? Wie soll das verschickt werden? Hat jeder Patient eine E-Mail-Adresse mit irgendwie Public Private Key Schlüssel kommen die dann alle vorbei mitm USB-Stick oder mit ihrer App und übertragen sich das dann per Bluetooth oder was? Also. Das ist ein Projekt. Das sehe ich nicht. Die einzige Möglichkeit, wie man tatsächlich im Prinzip alles machen könnte, ist, die Abrechnung, die letzten Endes über die Krankenkasse läuft, weil was natürlich die Ärzte auch machen, ist. Impfung abrechnen. Das ist jetzt wirklich die konkrete, auf die Patientenbezogene Abrechnung, weil die wollen ja auch Kohle dafür haben und tatsächlich gibt es diese Meldung, die geht dann auch an die KV. Da steht drin, Versicherungsnummer sowieso wurde eine Impfung gemacht mit den und den Mitarbeiterdaten. Oder kann nicht ausreichen für diese Zertifikat. Das kann ich nicht sicher sagen. Sagen wir mal, es reicht. Dann. Landet diese Information dort. Aber die landet auch nicht an dem Tag dort, sondern die Abrechnung in Deutschland ist quartalsweise. Das heißt, wer am ersten April geimpft wurde, wird Ende Juni dieser Datensatz an die KV übertragen. Das geht dann ins Rechenzentrum machen dann erstmal die Abrechnung für die Ärzte, das dauert dann auch in der Regel nochmal ein paar Wochen, dann geht diese Information natürlich an die Krankenkassen, die müssen das alles noch absegnen. Und erst dort bei der Krankenkasse gibt's diese Verbindung von, Versichertennummer, die die Ärzte gemeldet haben zu der tatsächlichen Patientin. Jetzt erst in diesem Moment. Vier oder fünf Monate nach der Zweitimpfung, landet bei einer Krankenkasse das erste Mal die Information, dieser Patient, mit dem und dem Geburtsdatum hat eine zweite Impfung erfahren. Wo ein digitales Zertifikat theoretisch erstellt werden könnte von dieser Krankenkasse, was dann aber immer noch nicht in deiner App ist, Mit anderen Worten, dieses Bootstrepping, alleine. Für die privilegierte, verhältnismäßig privilegierte Situation in Deutschland, die immer noch schlimm genug ist, dauert mindestens, halbes Jahr, wenn alles super funktioniert und all diese Systeme da sind und jede Praxissoftware vielleicht auch noch aktualisiert wurde, um es irgendwo hier bisschen besser zu machen. Das muss alles koordiniert werden, das muss alles irgendwie funktionieren. Ganz ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in diesem Jahr, wirklich mit so einem digitalen Coronaausweis in der EU rumfliegen, der uns irgendwie die Türen öffnet, den ich auch durch diesen gelben Lappen geöffnet werden kann, weil alles andere einfach. Praktisch ein Projekt ist für mindestens ein halbes Jahr.
Linus Neumann
Und ich sage nochmal dazu, ich glaube, also die haben jetzt heute ja wieder ich äh die ähm sogenannten äh Lockerungen für Geimpfte jetzt schon äh entschlossen Ja? Oder beschlossen.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Wo es um also wo es darum geht im Prinzip Geimpfte können sich dann in ungegrenzter Menge gemeinsam aufhalten.
Tim Pritlove
Das sind.
Linus Neumann
Sogar zwei Ungeimpfte dabei haben.
Tim Pritlove
Das sind alles Heilsversprechungen.
Linus Neumann
Keine Halsversprechen, das sind einfach nur Regelungen, die jetzt halt gelten. Gelten.
Tim Pritlove
Ja, dir aber keiner, ja, aber die keiner überprüfen kann, faktisch.
Linus Neumann
Das ist doch genau das Problem.
Tim Pritlove
Ja, das ist das Problem, deswegen sage ich es, es ist ein reiner Heilsversprechung. Es sind reine politische Signale, die sagen, alles wird gut. Ihr kriegt eure Grundrechte wieder.
Linus Neumann
Ja, also ich habe mit dem, ich habe ja gar nicht ein Problem. Damit, dass man dafür sorgt, dass viele Leute geimpft sind und wenn die Situation wieder normal ist, man dann auch ein normales gesellschaftliches Leben wieder ermöglicht, womit ich ein Problem habe, ist, dass ähm. Teilweise mit Leuten spreche, sehr interessant, ja? Äh die sagen, sie kennen eigentlich keine Ungeimpften mehr. Wo ich auch sage, ach, das ist ja na dann, Na dann, so hast du äh so ich auch gesagt, da hast du mal bitte auf diese Prozentzahlen hier geschaut so, ne? Dann kannst du ja mal sehen, äh ne we are one percent oder was, ne? Also es gibt halt einfach Unmengen an nicht geimpften Menschen und es wird auch noch sehr lange eine ganze Dicke Anzahl umgeimpfter Menschen geben. Und wenn wir, Klar, wir steuern jetzt schnell darauf zu mit dieser einen Million Impfung am Tag. Das ist eine eine ordentliche Rate, ne. Aber die reicht nicht aus, dass es hier nicht noch so zu richtig Reibungen kommt. Wenn du, hier massive Unterschiede zwischen den Geimpften und den Ungeimpften machst. Und das wird nicht passieren. Es also das wird nicht passieren können, weil da bricht die Zivilisation auseinander, Wenn die hier also es gibt ja auch dann natürlich, ne, die Apokalyptiker, die sich irgendwie vorstellen, hier rennen dann demnächst die, Polizisten mit den Maschinenpistolen und den Gasmasken durch die Gegend und scheuchen die Ungeimpften weg oder so. Das ist ja das ist ja auch Unsinn. Das ist ja auch. Und wir sehen ja vermutlich gerade jetzt schon irgendwie erste Impfeffekte, zumindest kann sich keiner erklären, warum gerade die Zahlen runtergehen. Mit anderen Worten diese nach all diesem, was was diese Gesellschaften jetzt mitgemacht haben, werden die größere ähm, Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften nicht mehr aushalten. Also das wird das wird das werden wir jetzt nicht auch noch mitmachen. Und das heißt, ähm letztendlich wird eine wird eine eine Lockerung für Geimpfte, entweder äh nur gewaltsam oder besondere Vorteile für geimpfte wird man nur gewaltsam äh aufrechterhalten können. Ähm über einen längeren Zeitraum. Und äh was die hier bauen, mit hier schnell Pipip Check und so weiter, das ist halt äh das ist. Steuert halt genau darauf hin. Und die Lockerungen steuern daraufhin. Also aber sie werden das nicht äh aufrecht erhalten können mit anderen Worten, werden sie einfach sagen, alles klar. Dann lasse jetzt hier locker genug machen. Ungeimpften, die Seuchen dann mal eben schnell durch. Das ist dann eben so. Das bisschen Long-Covid ist ja dann auch nach der Wahl im September.
Tim Pritlove
Ich meine äh die Motivation, eines solchen Impfnachweises kann ich ja irgendwie auch gut nachvollziehen. Aber es ist natürlich jetzt um kurzfristig das eigentliche Problem zu lösen, was so viel heißt, wie Reisen in Europa, ja? Beziehungsweise ein Reisen nach Europa, vielleicht auch das. Wird sich damit nur sehr begrenzt erschlagen lassen, mag meiner Meinung nach hier und da, irgendwann einmal so im Herbst, vielleicht zum Einsatz kommen.
Linus Neumann
Tim, ich sehe das, ich sehe das, ehrlich gesagt, ganz anders mit diesem also du hast jetzt schon gesagt, welche Probleme es gibt für diesen digitalen Impfpass, dass man den einfach bekommt. Und da rieche ich doch schon ein Geschäftsmodell. Und das wird dann ganz einfach dann kostet, digitale Impfausweis, den brauchst du ja im Zweifelsfall nur für für deine Reisen und sonst was, dann kostet der eben fünfunddreißig Euro. Du hast ja schon die scheiß Impfung kostenlos bekommen, du undankbares Arschloch, dann kannst du doch jetzt fünfunddreißig Euro mal eben fürn, für den digitalen Impfpass äh bezahlen, an, an die Deutsche Telekom. Ist doch in Ordnung. So das löst all diese Probleme.
Tim Pritlove
Ja, es hat wahrscheinlich schon auch ein bisschen was mit äh Geld zu tun, weil letzten Endes um um so einen digitalen Nachweis ähm machen zu können, muss so im Prinzip so einen mehrstufigen Prozess äh triggern, ja? Arzt muss es bescheinigen. Nochmal, dann nimmst du diesen Impfpass und dann gehst du zu irgendeinem Ort X und dort wird dir dann dieses digitale Ding machen.
Linus Neumann
Das macht die Post mit Post-Ident!
Tim Pritlove
Irgendso ein Quatsch auf jeden Fall. Aber dass sich das in Deutschland diese Trennung auch nicht durch, deswegen sage ich auch Heilsversprechen Ja, ich glaube, das ist einfach ein ein, ein, ein, ein politisches Argument zur Beruhigung der Leute, die irgendwie sagen, oh Gott, ich muss doch meine Grundrechte wiederbekommen, ich bin doch geimpft, Das ist sozusagen diese Gruppe, die sagt, jetzt habe ich ein Jahr lang die Füße stillgehalten, jetzt habe ich mich hier äh so jetzt jetzt bin ich sogar gechippt jetzt muss ich doch wieder ins Kino. Und für die gibt's jetzt dieses Heilsversprechen. Das Heilversprechen heißt der Impfpass. Blockchain und so weiter, ne. Dann ist ihnen aufgefallen ach gucke mal, digitaler Impffass, das hatten wir auf der EU-Ebene sowieso geplant, dann ziehen wir das jetzt auch jetzt mal schnell vor und dann machen wir hier unsere Green Card, damit können wir dann so bestimmte kritische äh Transaktionen von Menschen innerhalb von Europa damit irgendwie auch regeln So. Das wird jetzt alles angestritten aus den genannten Gründen wird's lange dauern, für den Sommer, um den es jetzt eigentlich politisch im Wesentlichen geht, wird das Ganze schon daran scheitern, dass die Leute einfach, die in Urlaub fahren, die haben Kinder. Kannst du nicht impfen vor, na ja, wenn wir Glück haben Juli, August, September, So, das heißt, du müsstest im Prinzip jetzt jeden Campingplatz sofort wieder dicht machen, Ja, wenn da irgendwie ja äh ja Camping schon, aber mit Kindern, nee, die Kinder müssen zu Hause bleiben. Ja, wie? Das funktioniert halt nicht.
Linus Neumann
Das meine ich, das wird einfach alles äh das wird alles in sich zusammenbrechen.
Tim Pritlove
Ja, na klar.
Linus Neumann
Und das ist das, das, das ist dann das Schöne äh Privileg der äh der Geimpften ist dann einfach, dass sie, wenn der ganze Mist zusammenbricht, dass sie eben diese vierte Welle äh überstehen und ein paar andere eben nicht, die nicht äh, nicht irgendwelche ansetzen konnten und so weiter.
Tim Pritlove
Die gute Nachricht ist, dass wir der vierten Welle wahrscheinlich entgehen werden. Und von daher schon irgendwie jetzt doch alles so ein bisschen halb gut wird. Nur dass der Preis, den wir dafür bezahlt haben, einerseits zu hoch ist, Was Kranke und Tote äh betrifft, aber halt auch, was wir an Geld bezahlt haben und später in irgendeiner Form dem Staat wieder zurückgeben müssen, wenn er's nicht hat. Und äh dass wir den ganzen, Quatsch, auch drei Monate früher hätten haben können, wenn wir einfach mal früh genug äh reagiert hätten, vielleicht sogar vier oder fünf Monate früher, aber die Diskussion müssen wir jetzt nicht auch noch aufmachen, darum geht's ja jetzt gar nicht. Wir haben jetzt einfach nur mal geschaut, okay, Impfpass, Was hat das für Implikationen? Ich sage, das hat eine Menge technische Implikationen. Allein das Bootstrepping und das Ausrollen wird dafür sorgen, dass das Ding, dieses Jahr sicherlich kein großes Thema wird. Es wird vielleicht hier und da ein kleines Thema, das muss, bei solchen Projekten, insbesondere im Gesundheitssystem wissen wir alle, wie langsam das da funktioniert. Wir haben hier so oft über äh Digitalisierung im Gesundheitsbereich diskutiert und ich muss sagen, von all den Digitalisierungsthemen, die wir hatten. Nirgendswo war es, so hanebüchen und haarsträubend und scheiße wie im Gesundheitsbereich. Also es das hat ja echt toppt ja sogar noch diesen ganzen Wahlkram. So und jetzt wollen die da irgendwie mal eben so einen totalen durch. Wir zertifizieren euch mal hier komplett äh äh durch und Pipi piep und meine App und irgendwie äh die Tore gehen auf. Das klappt ja doch selber nicht. Also, das ist schön, dass äh der ganze Bereich ist eine enorme Beschleunigung erfahren hat. Ich höre auch so bei den Leuten, die so in digitalen Gesundheitsthemen drin sind, noch nie so viel Musik drin war und dass jetzt auf einmal die Dinge rollen und das jetzt auf einmal richtig Bewegung reinkommen, weil es nicht nur darüber geredet wird, sondern alle auch irgendwie mal verstanden haben, wie wichtig das ist und deswegen kann ich mir durchaus vorstellen, dass wir hier. Über die nächsten na, ich sage mal, wir werden so über die nächsten zwei bis drei Jahre. Wir, glaube ich, mehrere kleinere Revolutionen sehen, welche Rolle Smartphones spielen, was Ausweise an sich betrifft, ja, bis hin zu Führerschein, Personalausweisen und so weiter, aber eben gerade auch Gesundheitsdaten nachweisen, äh, digital und übertragbar und ebenso ähm Privatsphäre schon wie's äh geht. Das ist ein riesen Markt. Apple ist da schon ganz lange hinterher. Der Rest wird äh dem sicherlich bald folgen. Und ähm, diese ganzen Bedürfnisse werden sich am Ende, ohnehin nur wieder mit den großen Anbietern gemeinsam lösen lassen, weil nur dann fließen diese Informationen auch so, wie sie fließen sollen. Aber das ist halt nichts für diesen Sommer, das ist auch. Wahrscheinlich nichts für diesen Herbst, aber es ist das Thema der nächsten zwei, drei Jahre und wenn wir Glück haben, können wir die nächste Pandemie, voll automatisiert irgendwie, gleich mit, Warn-Apps am Start und also für die, für die nächste Pandemie in fünf Jahren sind wir gut gerüstet. Das dauert dann nicht mehr so lange.
Linus Neumann
Also ich bin ich äh. Ich glaube, wir haben da einfach unterschiedliche Perspektiven drauf. Ich sehe, ehrlich gesagt, das wird einfach dann Geld kosten, den zu bekommen. Ich kann verstehen, dass du dass du davon, also das ist ein enormer logistischer Aufwand. Es war ja auch ein enormer logistischer Aufwand ähm ähm ein paar FFP zwei Masken an die Bevölkerung auszugeben. Das haben wir auch äh relativ einfach hinbekommen, den Apotheken einfach vorne und hinten Kohle dafür reingeschoben und, ging das so. Also ich ich sehe diese Probleme, die du da geschildert hast, aber ich glaube, da wird sich da wird sich einfach irgendein irgendein Dienstleister äh wird das dann einfach lösen. So, das äh und und von mir aus auch gegen Geld. Ähm, Viel mehr mache ich mir aber, also ich mache mir viel also die Fälschbarkeit wird einfach vorhanden sein und die Fälschbarkeit wird halt, Schwierig wird's vielleicht für Flugreisen oder so, ne? Das ist ja tatsächlich dann etwas, da wird das in der internationalen Reise, wenn jetzt was ich sagst, du willst in irgendein Land reisen, sagen wir mal, man könnte irgendwann so in irgendwie mal nach so Neuseeland oder so, ja, wo sie haben, wo die sicherlich keinen Bock haben, irgendwelche ähm. Irgendwelche Experimente zu machen oder mit du da irgendwie äh in das Land kannst. Da wird das dann natürlich eine Rolle spielen, äh so ein digitaler Impf, passt, ne? Ob der jetzt in in deinem in deinem Kneipen äh da sein oder im Club-Dasein eine Rolle spielt, äh in dieser Form weiß ich nicht. Aber gerade in diesem Bereich ist das völlig normal, den Leuten ein bisschen Geld für irgendein Dokument abzunehmen.
Tim Pritlove
Absolut, nee, da bin ich auch ganz äh deiner Meinung, das habe ich ja auch gesagt. Ich meine, wie viele Leute wollen nach Neuseeland? Also das ist so sagen wir mal eine überschaubare Größenordnung so, ne.
Linus Neumann
Richtig, genau. Dann nimmt man denen halt die Kohle ab und der der Rest wird, kann halt drauf verzichten. Ein bisschen wie ein internationaler Führerschein.
Tim Pritlove
Du musst wahrscheinlich selber noch dafür sorgen, dass du all diese ganzen Daten zusammentragen kannst. Das ist nur ein doppelt und dreifach lässt und dann gehst du irgendwohin, wo ein Stempel draufgemacht wird und dann kriegst du irgendwie da einen Download in deine App und dann dann war's das. Und dann verlierst du dein Telefon, schmeißt du dein Telefon ins Klo und dann musst du wieder von vorne anfangen.
Linus Neumann
Ja der ist mit dem Telefon ins Klo werfen, das machst du auch nur du andauernd, ich rege mich viel eher, ich will mich aufregen über die Ungleichheit in der Gesellschaft Tim. Und du regst dich hier über über Telefone auf die die du ins Klo wirfst?
Tim Pritlove
Ja, nee, ich sage ja nur, dass alles nicht so einfach.
Linus Neumann
Okay, das war der Corona-Blog. Hm.
Tim Pritlove
Aber wir sind noch lange nicht fertig.
Linus Neumann
Wir sind noch lange nicht fertig. Das äh aber wir machen's jetzt ein bisschen kürzer. Echter, ey, ich fühle mich hier die Gesellschaft aufregend, du mit irgendwelchen Computerproblemen, ja.
Tim Pritlove
Das ist diese Realität, von dem man immer redet.
Linus Neumann
Okay, äh die Realität hat übrigens auch. Den Ladefuchs eingeholt. Das äh ein Thema, was ich zumindest mal hier behandeln möchte. Ich hatte ja hier in der letzten Folge, glaube ich, schon erzählt, dass ich mit Malik Aziz gepodcastet hatte. Ähm einige Leute haben sich da auch schon so zurück, damit sie das in die Folge so gut gefallen hat. Vielen Dank dafür. Ähm. Malik macht unter anderem ist er beteiligt an der Entwicklung der App Ladefuchs. Und die App Ladefuchs löst ein Problem, was ich auch nicht wusste, dass es das gibt. Ähm du stehst quasi an einer ähm. Ladesäule.
Tim Pritlove
Wir reden von Elektroautos.
Linus Neumann
Genau, du hast einen Elektroauto. Also deswegen, genau, du hast einen Elektroauto und du musst ja mit dem mit dem Elektroauto potenziell an eine Ladesäule. Und diese Ladesäule ähm, Infrastruktur. Da gab's ja dann einmal, die haben die Leute, die haben gesagt, wir machen hier Ladesäulen, dann gab's welche, die haben gesagt, wir machen Bezahlsysteme dafür und offenbar ist es so, wenn du an so einer Ladesäule stehst, gibt es unterschiedliche Ladekarten, die dich mit denen du jeweils an dieser Ladesäule zu unterschiedlichen Preisen dann Strom tankst.
Tim Pritlove
Genau, weil es gibt natürlich den Betreiber der Ladesäule. Ja, äh der sozusagen das Ding gebaut hat und da, quasi Geld für äh haben möchte. Aber dann gibt es also verschiedene bezahl Netzwerke, weil du natürlich unmöglich mit jedem einzelnen Ladesäulen Betreiber, was auch teilweise irgendwelche, hier und da ist es irgendwie vom Land und Ikea und hast du nicht gesehen, ja? Du kannst nicht mit jedem so einen Vertrag haben, also möchtest du natürlich irgendwie möglichst viele Betreiber auf einmal abdecken und dann hat sich so über die Jahre verschiedene Netzwerkverbunde aufgetan, die aber auch alle miteinander in Konkurrenz stehen, alle völlig äh intransparente, Tarife haben, an der Ladesäule kostet es so viel, aber wenn du in dem verbunden bist, dann ist es ein bisschen billiger, aber nur nachts und tagsüber kostet es dann aber doppelt so viel in Abhängigkeit davon, wie viel Strom da rauskommt, weil wenn das nur eine kleine ist, dann ist es billig, aber wenn's eine große ist, dann ist es auf einmal teuer Hier zahlst du für einen Strom, da zahlst du für die Zeit, hier zahlst du auch noch wie lange du stehst und wenn du zu lange stehst, dann zahlst du nochmal so und so viel, es ist die totale Katastrophe. Keiner blickt durch.
Linus Neumann
Ich kann dir eins sagen, das wird sich auch einfach nicht durchsetzen mit diesem Elektro. Mein Diesel, mein Diesel. Kann ich tausend, tausend Kilometer kann ich fahren ohne mit einer Ladekarte an irgendeiner Säule zu stehen. So und jetzt kommst du.
Tim Pritlove
Schlafzimmer laden.
Linus Neumann
Ja, die, dafür sind die auch so klein, dass sie ins Schlafzimmer passen, so kleine Autos fahre ich doch gar nicht.
Tim Pritlove
Dein Schlafzimmer ist einfach zu klein.
Linus Neumann
Schlafzimmer, jetzt größer als deins, Alter. Außerdem hat mein Auto ein Schlafzimmer.
Tim Pritlove
Ja aber wenn ich das Auto rausfahre ist es größer.
Linus Neumann
Also, genau, es gibt dieses Problem, was du gerade geschildert hast. Und das führt natürlich unter den Elektromobilisten. Zu äh der Herausforderung, dass die ihr wahrscheinlich irgendwie so ein Federmäppchen haben, wo sie ihre fünfhundert Ladekarten drin haben und dann stehen die an der an der Ladesäule und müssen gucken, äh müssen jetzt die richtige Entscheidung treffen. Und das, äh hat mir da erklärt, mitunter hm wirklich halt irgendwie sowas wie äh zwei, dreihundert Prozent, wohl in Extremfällen ausmachen, die du mehr oder weniger zahlst. Ne? Zwischen der teuersten und der billigsten Anbieterin. Und ähm dafür haben die eine App gemacht, die heißt äh Ladefuchs. Und der Ladefuchs zeigt dir mit einem Finger wischen, welche Ladekarte du an die Ladesäule halten musst, um den günstigsten Preis für dein E-Auto zu bekommen.
Tim Pritlove
Genau, in der Abwägung der eigenen Mitgliedschaften, wo du gerade bist und um was für eine Ladesäule es sich wahrscheinlich handelt.
Linus Neumann
Genau und dann sagst du, ich habe hier die Karte, ich habe die diese Generatorkarte, wie wie auch immer, so. Haben sie eine App gebaut? Klingt nach einem äh ja, was wahrscheinlich den den Elektromobilisten für Elektromobilisten sehr interessant ist. Gleichzeitig ein Problem löst, was natürlich irgendwie ja, blöd und ärgerlich ist, ähm. Und das haben die wohl äh nebenher gemacht, weil der Bastian Wölfle, der da auch dran beteiligt ist, ist äh hauptberuflich woanders angestellt. Malik macht auch was anderes, haben sie sich eine haben sie eine App gebaut?
Tim Pritlove
Genau, dazu muss man sagen, das ist auch so ein bisschen so diese Bubble rund um den äh Grüße an dieser Stelle äh von uns. Die ähm sind halt einfach alles begeisterte Elektromobilisten und das auch schon lange, fahren natürlich selber, kennen diese Probleme und haben für die Community einfach mal eine kostenlose App gebaut. Kein Businessmodell dahinter.
Linus Neumann
Die denen Geld spart. So, fertig, ne?
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Und ähm dann haben sie wohl äh. Irgendwie sich ein neues Logo gemacht, der hat Malek ja gemacht, der ist ja der Designer da. So einen lustigen Fuchs, ne und irgendwie haben hat ihn dann ihr. Fuchs so gut gefallen. Dass sie sich gesagt haben, wie sehr der denn aus, wenn man den jetzt plottet und oder als großen Aufkleber ausdruckt und auf ein Auto kleben. Und dann haben sie sich ein ähm schönes Foto eines Weißen Tesla Model drei, rausgesucht auf der Google-Bildersuche und das haben sie von einer Webseite mit dem Namen Auto Filou Punkt AT gefunden. Sehen wir so eine Webseite, da sind Auto, werde ich da jetzt draufklicke, sind irgendwelche Autotests und so, ne? Und da haben sie jetzt dieses Bild von einem Testa Molle drei genommen. Und haben irgendwie auf die Seite oder so ihr Fuchslogo gemacht und haben das mal eben auf äh Twitter Twitter geworfen. Genau, Autofilow ist ein Autoblock aus Österreich. Drei Jungs, die Lust an Autos haben, haben YouTube-Kanal sechshundert Abonnenten nicht großartig äh übertrieben, ne. Also auch eine kleine, 'ne kleine Gruppe, also haben sie sogar die URL, von deren Blog, Auto Filou mit in das Foto genommen. Und ne, haben gesagt, hier das Bild haben wir von Outifilur hier und haben das mit dem Ladefuchs Twitter Account getwittert dieses Bild, Dieser Ladefuchs Twitter-Account hat sechshundert, siebenhundertsechsundachtzig Follower. Das ist jetzt nicht der absolute Irrsinn, ne? Das ist jetzt wirklich nicht ähm. Nicht besonders äh viel. Ne, für eine, für eine App und so. Ja und dann bekam sie Post aus Österreich von einer Kanzlei Steinmeier und aus Wien. Und die äh gesagt haben, sie hätten auf ihrer Seite gemeint, war wahrscheinlich dann eben dieser Twitter-Account. Ähm. Diese das Bild, die Bildrechte verletzt und es uns war, nämlich die Bildrechte von Autofilou Punkt AT, die dieses Foto gemacht hat und die Rechte an diesem Wute von diesem Testa-Modell drei hatten. Und mit dieser Abmahnung wird ein Honorar verlangt für das Foto von zweihundertzweiundvierzig Euro. Ähm außerdem Anwaltsgebühren plus Steuern in Höhe von eintausendzweihundertachtundzwanzig Euro zweiundvierzig und man soll eine äh Unterlassungserklärung, veröffentlichen. Jetzt ist natürlich so die Frage, wie wenn das Honorar für die Leute, die da abmahnen, das also diese Autofilo-Leute, die kriegen zweihundertzweiundvierzig Euro und diese Anwaltskanzlei eintausendzweihundert äh achtundzwanzig. Sie löschen also den Tweet. Und ähm setzen sich mit einer Anwältin auseinander. Beate Hubrig und ähm. Die stellt fest, dass diese Kanzlei Steinmeier und hier den Streitwert des Unterlassungsanspruchs auf dreiundvierzigtausendzweihundert Euro gesetzt hat. Und. Jetzt kommt dieser Fall vors Handelsgericht. Weil sie dann, also sie man schickt ja dann 'ne modifizierte Unterlassungserklärung, ne? Ohne Schuldnerkenntnis und so weiter und, diese Steinmeier und klagen dann vom Handelsgericht in Wien mit einem Streitwert von fünfunddreißigtausend Euro. Weil sie sich außergerichtlich äh nicht geeinigt haben. Das Problem ist, sie brauchen jetzt also die Beklagten brauchen jetzt einen Rechtsanwalt in Wien, weil die Deutsch ihre deutsche Anwältin. Natürlich in äh Österreich nichts kann. Und äh sie finden heraus, dass es mehr oder weniger aussichtslos ist, sich gegen diese Klage zu wehren. Ähm insbesondere sei es mit dem EU-Recht vereinbart, vereinbar, dass eben. Außerhalb von Deutschland wegen einer Urheberrechtsverletzung verklagt werden kann. Und ähm. Ja, das macht eben dieses Gericht in Wien und. Sie werden am Ende zu einem äh zu einer Summe von dreitausendvierhundertachtundvierzig Euro verklagt. Verfahrenskosten läppern sich und outifilu Punkt AT bekommt weiterhin genau nur die zwei Euro äh die zweihundertzweiundvierzig Euro und die Kohle. Streicht hier, ne, diese ganze Kohle streicht mit äh Gerichtskosten und so weiter. Äh dann die Gegenseite ein. Natürlich hätten die sich gewünscht, dass Autifilo AT den einfach eine Rechnung über fünfhundert Euro geschickt hätte und sie hätten die einfach bezahlt. Ähm. Hohe Streitwert ist natürlich äh übel und die Abmahnkanzlei hat sich jetzt daran gesund gestoßen, dass diese Autofilow-Leute, ja, sage ich mal. Sagten, na ja okay, wir wollen zweihundert Euro haben, die haben unser Bild äh verwendet. Jetzt ist die Frage, was was ähm, folgert man daraus. Da lese ich jetzt einfach mal aus deren Gastbeitrag auf Netzboutique org vor. Durch die Inanspruchnahme eines Anwalts sind astronomische Gebühren entstanden, die mit der Urheberrechtsverletzung in keinem Zusammenhang mehr stehen, ne? Also hier mehrere tausend Euro für zweihundertzweiundvierzig Euro tatsächlich in Anspruch. Auch wenn es an unserem Fall nichts mehr ändern wird, fordern wir. Das Ende des Abmahnwesens und konkret. Erstens, Abmahnungen dürfen nur zwischen Unternehmen einer gewissen Größe ausgesprochen werden. Zweitens, es muss eine Schlichtungsstelle vor Urheberrechtsverletzungen eingerichtet werden. Für die man keine Anwältin braucht. Drittens, Streitwerte müssen gedeckelt sein. Der Streitwert muss tatsächlich abhängig davon sein, wie hoch das wirtschaftliche Interesse der Rechteinhaberin wirklich ist. Dazu sollten, anders als heute, vorgetragen werden müssen. Viertens, solche Auseinandersetzungen gehören nicht vor ein Handelsgericht, ja, Sie haben dann am Ende noch tatsächlich mit dem Fotografen alles geklärt. Der ist auch äh wohl, traurig, dass sie jetzt irgendwie da anderen Enthusiasten so einen Ärger äh eingebrockt haben. Aber es ist natürlich auch klar, dass eine Kanzlei, die mehrere tausend Euro einstreicht, sie für dich zweihundertvierzig äh erstreitet, dir nicht unbedingt sagt, dass das für sie um. Um einen entscheidenden Faktor äh größeres äh finanzielles Interessen finde ich schon ziemlich übel.
Tim Pritlove
Potenziell damit auch hier ihrem Ruf nochmal mehr schadet als irgendwie. Die zweihundert Euro vielleicht gebracht hätten.
Linus Neumann
Also das ist ja der Kanzlei sowieso egal. Ich meine, Kanzleien leben ja von ihrem schlechten Ruf und der die Webseite hier äh ja. Keine Ahnung, die werden, ich glaube, die haben jetzt auch nicht so viel Freude an ihren ähm zweihundert Euro. Das Schöne ist tatsächlich, sie haben ja ähm. Eine kostenlose App für diese Elektrofahrer-Community. Sie haben darüber natürlich äh in ihrem Podcast äh sicherlich gesprochen, sie haben da auf Netzpolitik Org ein ähm Artikel drüber geschrieben und sie haben, das ist ja dann doch auch immer sehr schön, schon vor zwei Tagen getwittert, die Community hat es geschafft. Soeben haben wir die Prozesskosten nach Österreich überwiesen und konnten das vollständig aus euren Spenden bestreiten. Eine große Last ist uns von den Schultern gefallen, danke dafür.
Tim Pritlove
Community Roles.
Linus Neumann
Community ist äh für dich da. Das ist äh schön. Man kann auch schöne Pullis mit dem Ladefuchs kaufen. Ähm ich äh habe kein Elektroauto. Ja, aber diese Abmahnerei, wirklich, also ich habe mich jetzt schon so lange hier aufgeregt über alles Mögliche. Wir können jetzt ja auch noch über Abmahnungen aufregen. Aber das ist halt wirklich ein äh Geschäft, ja, ein einfach ein Geschäftsmodell und das hat nichts mehr mit mit Recht oder Unrecht oder sowas zu tun, sondern es ist einfach nur noch äh eine Abzocke von diesen, Kanzleien, die sich darauf spezialisiert haben. Und die treiben seit Jahrzehnten ihr Unwesen. Und übrigens habe ich das gar nicht mehr so auf dem Schirm gehabt, aber hat mir kürzlich noch jemand erzählt. Smudo und die fantastischen vier, die haben auch ordentlich abgemahnt in Deutschland und das könnte auch so ein bisschen erklären, Warum, vielleicht sich am Ende Smudo für eine Sicherheit versprechende App ähm gar nicht als die allerbeste Werbefigur herausgestellt hat, weil also es scheint so zu sein, dass es da echt noch so ein paar Silberrücken gibt, ja, die vor zwanzig Jahren mal bei Napster oder so irgendwie, blödes äh Lied von Fanta vier runtergeladen haben und dafür empfindlich zur Kasse gebeten wurden die das bis heute noch nicht so ganz vergessen haben. Und ich glaube, ganz ehrlich, so eine von so einer schönen Abmahnkanzlei, ne derart ähm erleichtert zu werden fürn fürn Alltagsgeschehen. Ich glaube, das würde ich auch mein Leben lang nicht vergessen.
Tim Pritlove
Ja, das kann sich alles hinten raus sehr negativ auswirken.
Linus Neumann
Man sieht sich immer zweimal im Leben. Na ja.
Tim Pritlove
Sin.
Linus Neumann
Ähm, Trump bleibt bei Facebook gebannt, hat äh deren ähm Oversideboard äh gesagt, ja, das ist ja quasi das Oversideboard ist ja so der der Weg oder der der Der Ansatz von Facebook irgendwie seiner äh internationalen Macht irgendwie Rechnung zu tragen und den Anstrich einer, legitimiertheit zu geben oder einer Kontrolle zu geben es gibt da jetzt 'n Artikel den verlinken wir mal hier von Thomas Rudel war das glaube ich auf Netzpolitik org der sich eben auch damit auseinandersetzt, dass. Selbst wenn man das jetzt schön findet, dass der Trump da wegbleibt es eben trotzdem ein gesellschaftliches Problem bleibt wenn Facebook sich quasi da, board hat Facebook sicher auch selber ausgesucht, ne? Das ist ja trotzdem nicht irgendwie gewählt worden von den Weltbürgerinnen oder sowas. Und äh das bleibt eben von der Prozedur her trotzdem ein Problem. Wenngleich ist hier, ähm wahrscheinlich jetzt das Problem sich jetzt erstmal als Lösung verkleidet. Ähm.
Tim Pritlove
Könnte auf jeden Fall schwierig werden äh weiter Kohle einzusammeln, wenn man nicht mehr bei Facebook äh.
Linus Neumann
Ja, das scheint äh ne, auch das, ja, ähm schade für ihn.
Tim Pritlove
Wie soll er jetzt die Rechnung von von den Anwälten von Rudi Juliani bezahlen? Naja, das würde er wahrscheinlich eh nicht tun.
Linus Neumann
Nee. Juliani hat's ja auch um den steht die Sonne auch nicht mehr so gut, ne?
Tim Pritlove
Nee, es könnte teuer werden, wenn erstmal die Anwälte kommen.
Linus Neumann
Also schauen wir mal, wie's da weitergeht. Ähm wir wollen jetzt ein bisschen hier durchkommen durch die Themen. Es gibt so ein Blogpost von äh Signal Signal haben gerade einen Lauf äh erstmal dieser und die haben dann. Quasi sich angeschickt äh Instagram-Werbung zu schalten und ähm. Damit mal die Zielgruppen äh gerichtete Werbung ähm so ein bisschen ähm zu präsentieren. Und zwar haben sie im Prinzip äh Werbung geschaltet, ich lese jetzt mal vor. Pilates Instructor and you Cartoon crazy. LGBTQ Adoption. Das ist natürlich ein echt schöner äh schöner äh Hack, ja, einfach mal.
Tim Pritlove
Das ist grandios, das ist einfach, ich feier das. Also das ist die das, dass man da da, dass da noch keiner vorher drauf gekommen ist, dafür muss man sich eigentlich auf Kopf schlagen, ne. Also wirklich genau diese Selektoren, die quasi den Werbetreibenden angeboten werden direkt mehr oder weniger ungefiltert ins Gesicht der Tagedroup, der zu zu werfen, um wirklich mal ganz zweifelsfrei klar zu machen und vor allem das ist ja auch wirklich geil. Du musst ja mal diesen Satz mal so, ne? Also Beruf klar definiert. Ne? Gut, wir wissen jetzt nicht, ob das wirklich auch immer gestimmt hat, aber. Gehe mal davon aus, ein gewisses Matching wird schon äh gegeben haben, mindestens ist es eine eine starke Annahme, also selbst wenn's nicht zutrifft, geht's ja dann unter Umständen auch also auch wenn's nicht zutrifft, kann's schlimm sein. In den Open Relationship. Ja. Ja, da ist halt grade keine, keine Freundin. Ja.
Linus Neumann
Netim, das heißt es nicht.
Tim Pritlove
Naja, keine feste Open Relationship, was auch immer.
Linus Neumann
Okay.
Tim Pritlove
Na ja So, wir wissen, wo du bist. Okay, das ist einfach, ne? Aber dieses your internatural skincare. Ja, also wir wissen wirklich genau, wie deine Hautcreme äh riecht. Aber das Geilste ist wirklich, Also du bist wirklich so ein Fan, aber wir wissen sogar auch, wie lange schon. Das.
Linus Neumann
Ist schon sehr äh sehr gut gemacht, allerdings äh hat nicht geklappt, weil ihr wurde ähm gesperrt. Und. Jetzt muss man zur Geschichte schon noch mit dazu erzählen, dass ähm Facebook sagt ähm, es wäre hier, das wäre eher so ein Publicitys dann von Signal und ähm bestimmte, also bestimmte Regeln, warum sie den gesperrt haben, ist nicht wegen, weil Signal da so Facebook vorführt, sondern weil äh die Werberichtlinien von Facebook es nicht erlauben, auf medizinische Probleme oder sexuell alle Orientierungen anzuspielen. Und das hätte Signal wissen müssen. Jetzt ist natürlich wieder die Frage, warum erlaubt es dir denn dann, das so genau zu tageten.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Und tatsächlich ist es jetzt so, also da da steht es jetzt eben Aussage gegen Aussage, ich weiß aber, wer bisher häufiger wahre Aussagen getroffen hat, Und da würde ich jetzt schon glauben, dass äh dass es bei dass es bei Signal dass sie das schon gemacht haben, vor allem weil's ja überhaupt nichts kostet, dass äh das, zu machen, ja? Also dieser äh ich glaube da eher die die Aussage von von Signal als die Aussage von Facebook. Na. Und äh dann sagt der Facebook-Sprecher noch, ja die Sperrung wäre die die eine Sperrung, die man da sieht, die wäre wegen Zahlungsproblemen stattgefunden oder so. Also na ja, ich äh lasse das mal so, selbst wenn. Also die Idee von Signal war ziemlich geil und das hätte man viel früher mal drauf kommen müssen und äh schöne Sache. Völlig in Ordnung und nochmal ja, Signal zu benutzen ist äh gehört zum guten Ton. Damit würde ich sagen, sind wir mal durch für heute.
Tim Pritlove
Wirklich schon.
Linus Neumann
Ja, ich denke. Wir sind jetzt mal durch. Ich hab gerne die die restlichen Themen die wir jetzt noch haben vielleicht in die nächste Sendung nehmen. Weil wie lange nehmen wir jetzt schon auf?
Tim Pritlove
Zweieinhalb Stunden.
Linus Neumann
Ja, das äh der hört da eh keiner mehr zu. Können wir besser für die nächste Folge.
Tim Pritlove
Auch mal richtig alles rauslassen.
Linus Neumann
Ja, jetzt können wir endlich mal alles erzählen, was wir sonst nie sagen. Nein, ich möchte noch eine Stellenausschreibung kurz äh erwähnen und zwar. Von, EpiCenter Works. Ähm Epicenterworks setzt sich übrigens auch mit diesem ganzen Themenbereich Impfpass auseinander. Das ist eigentlich die einzige NGO, sich da grade in dem Feld äh betätigt und guckt, dass da kein Unsinn passiert. Ähm. Die Thomas kennt ihr, weil er öfter bei uns seit Jahren, regelmäßig in der Sendung ist und es eben diese österreichische NGO, die in diesem sehr kleinen Land äh sehr wichtige Arbeit macht und eben auch immer wieder in Richtung EU-Ebene. Und ähm. Es ist eine als Verein organisierte Nichtregierungsorganisation, die Äquivistant zu allen politischen Parteien und frei vom Einfluss von Unternehmen. Für die Erhaltung von Grund und Freiheitsrechten. Eintritt, sie suchen jetzt eine Verstärkung im Policy-Bereich und zwar eine Juristin mit hoher Grundrechtsaffinität sowie Interesse an Gesellschaftspolitik für eine unbefristete, Vollzeitanstellung. Der Job ist also Policy Advisor, ähm Englisch, also männlich, weiblich, divers gesucht gemeinsame Lösungsfindung zu den relevanten gesetzgeberischen Fragen im digitalen Zeitalter, Verfassen von Positionen und Stellungnahmen im nationalen und europäischen Gesetzgebungsprozess aufbereiten von juristischen Texten für die Webseite des Vereins, Interviews, Vorträge vor Publikum und Paneldiskussionen, Verhandlungen mit politischen Entscheiderinnen zu den Themen des Vereins, Koordinierung mit anderen NGOs. Konzeption und Durchführung strategischer Klagen auf nationaler und europäischer. Ebene. Wenn euch das anspricht und ihr Interesse an Netzpolitik habt. Gute Deutsche und Englischkenntnisse und äh ausgezeichnete Kenntnisse im Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Polizeirecht und Versammlungsrecht, Strafrecht. Dann ähm könnt ihr euch doch mal dort bewerben. Einen schönen Gruß bestellen, denn äh steigert das sicherlich auch eure Chancen. Ähm eingeladen zu werden zum Vorstellungsgespräch, sage ich jetzt einfach mal so.
Tim Pritlove
Na ja, wenn du meinst, ja doch, klar.
Linus Neumann
Thomas hat gesagt, wir sollen wir sollen die Stellenanzeige hier bewerben. Dann wird er ja wohl, wenn sich da jetzt jemand meldet, wird er ja dann nicht sagen, ach nee.
Tim Pritlove
Genau, aber da müssen wir natürlich auch noch einen Coupon-Code ausgeben und wenn die dann äh wirklich genommen werden, wollen wir natürlich dann auch entsprechend entschädigt werden von, na, Spendenanteil und so. Das Gewerbe Podcast. Ihr wisst es, gerade die kostenlosen. Sind die schlimmsten.
Linus Neumann
Die kostenlosen. So, ich bin durch Tim, ich kann nicht mehr. Dann hören wir jetzt auf ciao ciao.
Tim Pritlove
Dann hören wir auf. Tschüss, bis bald, Leute.

Shownotes

Prolog

Maaßen ist CDU-Kandidat in Thüringen

Allesdichtmachen

NSU 2.0

Corona-Warn-App

Contact Tracing im Ausschuss Digitale Agenda

Aufzeichnung

Schwachstellen Luca App

Impfpass

“Fälschbarkeit”

Zwei-Impfklassen-gesellschaft

EU-Abmahnunwesen

Trump bleibt von Facebook gebannt

Zielgruppengerichtete Werbung

Jobs

Bonus Track

84 Gedanken zu „LNP392 Szenetypische Ansprache

  1. Bzgl des Impfpasses: Kann das Problem des nachträglichen akkreditierens nicht evtl über Antikörper-test gelöst werden? Die Differenzierung zw. Geimpft oder Genesen ist ja bzgl des Infektionsschutzes unwichtig oder?
    Habe nur mal in nem Drosten-podcast gehört, dass diese derzeit noch sehr ungenau sind. Aber hier ist ja schon das von euch beschriebene Geschäftsmodell. Also nichts was sich nicht noch ändern könnte.

    Lg

  2. #idiocracy: Ich weiß nich, ob ihr das mitbekommen habt, aber wir leben in einem Land, in dem relativ kontinuierlich die CDU in die Regierung gewählt wird…
    Das bestätigt auch der Text zur Meldung, der sagt, dass Erwachsene genausoschlecht abschneiden. (Und dass das deutsche Abschneiden überdurchschnittlich ist.)
    Das eigentliche Fazit der Meldung für mich ist: Es geht bergauf! (Die Kids lernen besser dazu als wir. – Und gehen jetzt schon wegen Klima auf die Straße, nicht 5G-Nano-Chips.)

    • Die Meldung hat mich auch gleich misstrauisch gemacht, so kontextbefreit ist so eine Zahl immer als gut oder als Schlecht darstellbar.
      Hier sieht man wieder wie schwer es ist zwischen Fakten und Meinung zu unterscheiden: 50% können es nicht=Fakt
      50%KÖNNEN ES NICHT OH GOTT DAS IST SCHLIMM!!! =Meinung…
      Auch interessant, ich glaube die Erde ist flach. Meinung oder Faktenbehauptung?

      • na, der Unterschied zwischen Fakt und Meinung ist, ob man es überprüfen kann. Ob man Wahr/Falsch herausfinden kann. Wenn du sagst, die Erde sei flach, das kann man einfach prüfen, indem zum Beispiel einmal drumherum fliegt. Also ist das ein (falscher) Fakt.

        Wenn ich dagegen behaupte, dass Trump viel tollerer sei als Joe Biden, kann man nicht Wahr/Falsch zuordnen, weil „toller“ gar nicht ordentlich definiert ist. Also ist das eine Meinung. Oder wenn jemand behauptet, NoCovid würde nicht funktionieren – das kann man ohne ausprobieren nicht wissen, und Ausprobieren ist mit der deutschen Bevölkerung nicht zu machen, also kann man es nicht prüfen. Ist also eine Meinung.

  3. Was spricht dagegen, dass geimpfte nochmal bei ihrem Hausarzt oder meinetwegen auch in ihrem Bürgerbüro (kommunale Verwaltung, Rathaus) vorbeischauen? Dort den gelben Impfpass (oder was auch immer sie als Zettel noch so im Impfzentrum bekommen haben) vorzeigen, und dann ein signiertes Zertifikat für die SmartCard, HandyApp oder was auch immer abholen? Das kann man unabhängig von irgendeiner ranzigen Praxissoftware machen. Einfach SAP/Telekom/xyz im CWA Stil eine einheitliche Windows-App für jede Praxis oder jede kommunale Verwaltung basteln lassen. Mit dem richtigen Management (jaja ich weiß) muss das nicht sooo lange dauern, wie es Tim beschreibt.

    Wobei die Praxis des impfenden Hausarzts das ja gerne auch abkürzen kann. Wenn der Patient aufschlägt guckt man einfach kurz in die Akte ob man ihn geimpft hat und gut ist. Da muss man doch keine Query über die gesamte Datenbank für alle Patienten mit dem entsprechenden Abrechnungsschlüssel machen.

    • Schön, wollte genau das gleiche schreiben, sehr zuvorkommend von dir :)
      Und wenn eben alle Stellen die Impfen ein Zertifikat bekommen und nur diese Stellen nachträglich das Zertifikat nur für nur genau ihre Impflinge ausgeben, löst man das Fälschungsproblem mit dem gelben WHO Pass auch weitgehend würde ich sagen. (Die wissen ja wie ihre Stempel aussehen und wen sie wann geimpft haben.)

      Meinetwegen können die auch einfach das ausstellen von Impfzertifikaten in die CWA einbauen. Dann muss die Hausärtzt*in da eben einmal ihr keypair reinkopieren. (Bzw. am besten die CWA kann das auch gleich generieren und die Hausärtzt*in schickt dann ihren public key einfach einmal ans Landes Gesundheitsamt) Alle anderen haben ja eh keine zertifizierten keypairs.

      • Nochmal ergänzend:
        Ich stimme Tims Fazit voll zu das ich nicht glaube das die EU und unsere BuReg das noch in diesem Jahr hinbekommt. Aber ich glaube, wenn man alles einfach in die CWA kippen würde, inklusive dem Ausstellen für die Hausärtzt*innen dann, wäre es möglich.

  4. Bezüglich Signatur und digitale Unterschriften.
    Neben der Analogie des Schlüssel und Schloss für die Verschlüsselung biete sich das Bild des Siegels an für die Signatur. Das Abbild des Siegel ist allen bekannt, anbringen kann man das Siegel nur mit dem Siegelstempel.

    Die chain of trust sieht man beim Notar. Notare versiegeln ihre Urkunden. Öffentlich zugänglich ist die Information, ob jemand vom Staat als Notar eingesetzt / berufen worden ist.

  5. Äh, vielleicht ist das so ein Filosofenproblem, aber mir, mit multipler Uniabschlussstörung ist nicht so klar, wie Meinungen und Fakten einfach voneinander zu unterscheiden sind. Dass das irgendwie ganz unproblematisch möglich wäre, und dann „du hast Pisa bestanden“ prämiert werden kann, finde ich jedenfalls nicht sehr einleuchtend.

    Speziell denke ich an Aussagen der Form „dadurch wird das Wachstum um 3% steigen“ und „dadurch wird der CO2-Ausstoß um 3% steigen“, oder die Frage was die Entscheidung bei der Armutsberechnung $1.25 als Schwellenwert anzulegen (ich sage: is damit die Armutsreduktion schöngerechnet werden kann) mit dem „Faktenstatus“ der resultierenden Armutsstatistik macht.

  6. Hi Linus und Tim,

    Euren Zahlenspielen zur CWA konnte ich nicht ganz folgen, daher habe ich versucht, das nochmal zusammenzutragen:

    * 3000 Warnungen täglich
    * 80% davon machen einen PCR-Test –> 2400 Tests
    * 7% davon sind positiv –> 168 positive Tests
    * nur 2/3 davon waren überraschend –> 112 positive Tests, die nur durch die CWA ermöglicht wurden
    * Bei R=1.0 sind das auch 112 vermiedene direkte Infektionen.
    * 1000 € Kosten pro Infektion –> 112.000 € Ersparnis pro Tag –> ~3,3 Millionen Euro pro Monat im Gesundheitswesen eingespart.

    Nach dieser Rechnung bräuchte die CWA rund 2 Jahre, um die investierten 80 Millionen Euro zu amortisieren.

    ABER: Woher kommen die 1000 € pro Infektion?
    Ich nehme an, das ist ein Schätzwert für die Behandlung eines Erkrankten.
    Nachdem jeder Infizierte aber zu weiteren Infektionen führt, sind das wohl eher 1000 € pro Woche (oder so ähnlich).
    Der wahre Nutzen des Contact Tracing liegt eben genau in der Unterbrechung dieser Infektionsketten.

    Ohne weitere Datenbasis würde ich jetzt aus dem Bauch heraus von 10 k€ Ersparnis pro zusätzlicher Unterbrechung einer Infektionskette ausgehen.
    Damit hätte sich die CWA rein finanziell schon in 2,5 Monaten amortisiert.
    Und wir haben immer noch keinerlei weitere Folgekosten durch die Pandemie-Folgen eingerechnet, die vermutlich noch um mindestens eine Größenordnung höher liegen!

    Jetzt könnte man als Gutmensch natürlich auch noch anfangen, den Wert von Menschenleben und Gesundheit einzupreisen… ;-)

    • Exakt. Allein der Verdienstausfall durch zwei Wochen Quarantäne für die Person und 2-3 Kontaktpersonen dürfte den Wert von 1000 Euro um ein Vielfaches übersteigen, selbst wenn man Rentner und Kinder einrechnet.

  7. Fakten/Meinungen

    Hi,
    Fakten und Meinungen zu unterscheiden ist hauptsächlich eine Lernfrage.

    Es ist wie Äpfel und Birnen unterscheiden: entweder jemand sagt Dir: guck, das ist ein Apfel, so fühlt er sich an, so sieht er aus, so beißt er sich und so schmeckt er. Und das ist eine Birne. Und Äpfel wir Birnen haben eine große Bandbreite im Geschmack aber es gibt unterschiede. Achte darauf.

    So muss ein Mensch auch lernen, Fakten, Interpreationen derselben und Meinungen als Apfel Birnen und Banane im Diskussionsobstsalat zu unterscheinden. Also so

    Beispiel Erderhitzung

    Fakten: die globale Durchschnittstemperatur steigt. Der CO2-Gehalt steigt. Menschen gewinnen Energie, indem sie gespeicherten Kohlenstoff verbrennen und dabei CO2 erzeugen und es der Atmosphäre hinzu. CO2-Moleküle absorbieren Licht und strahlen Wärme ab (arg verkürzt).

    Interpretation: Das zusätzliche CO2 ist Ursache für den Anstieg der Temperaturen. Das zusätzliche CO2 wird von Menschen gemacht. Menschen machen den Klimawandel.

    Das ist die wissenschaftliche Mehrheitsinterpretation. Dagegen steht dann vielleicht eine Minderheit, die versucht die Fakten anders zu interpretieren, in Frage zu stellen oder andere Fakten hinzuzufügen.

    Meinung: Wir sollten echt aufhören, CO2 in die Atmosphäre zu blasen. Andere Meinung: Ist doch egal, wird schon gut gehen.

    Diese drei Stufen zu unterscheiden ist keine Frage des IQ. Wenn man das nicht beigebracht und vorgemacht bekommt, lernt man es nicht. Auch nicht mit IQ 115+. Wenn man es beigebracht bekommt, kann man das auch mit IQ 85-

    Grüß und vielen Dank für euren tollen Obstsalat

  8. Meine Meinung zum Thema zentrale Impfmeldestelle:
    Ich finde es gut, dass es keine zentrale Impfmeldestelle oder Datenbank gibt in der alle von Tim angesprochenen Daten liegen (Name, Geburtsdatum, Impfort, Datum der Impfung etc.) Ich fände es wäre auch gegen alle Datenschutzregeln etwas derartiges einzuführen oder zu fordern. Auch in der Pandemie. Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass Ihr so etwas befürworten würdet.
    Möglicherweise gibt es ausgefuchste technische Lösungen, die dann am Ende keine dieser Daten tatsächlich speichert, sondern nur Hashes oder so. Allerdings ist es halt leider zu spät da jetzt darüber nachzudenken. Naja, am Ende habt ihr mit den ganzen daraus abgeleiteten Konsequenzen zum Enforcement und der gesellschaftlichen Folgen von Impferleichterungen absolut recht.

  9. Moin zusammen,
    wieder eine fantastische Sendung – Danke!
    Randbemerkung – nicht zum Inhalt – (wahrscheinlich wisst ihr es ja aber eh schon): seit dem Apple Podcast Update werden (eure) sorgfältig geklöppelten Shownotes nicht mehr angezeigt, nur noch Kapitelmarker (für die ich euch super-sehr-total danke!!!). Noch nicht mal mehr ein Link zur Sendungswebseite erlaubt Apple jetzt – gar nicht gut!
    Da werde ich mich nun doch mal nach einer neuen App umsehen müssen.
    Schade, die convenience des Hand-off zwischen Geräten ist schon wirklich praktisch.
    Habt ihr vielleicht eine Empfehlung?
    Haltet durch – die Impfung kommt ganz bald!
    LG
    Anne

      • Halloo :)

        Kudos, great podcast!

        Etwas offtopic, aber:
        Ich lebe den Luxus, kein Smartphone zu benötigen, kann man evtl. einen Podcatcher für Linux, der „chapters“ unterstützt empfehlen?

        Ich werd und werd nicht fündig (oder halt keine Kapitelmarken)..

        • Ich benutze mpv. Das kann Kapitel, in der Standardeinstellung mit Bild hoch / Bild runter. Das ist nicht total großartig implementiert und es ist ohne Feedreader drumherum auch noch kein Podcatcher, aber funktioniert erstmal

  10. CWA-Kontaktwarnung:

    Der *durchschnittliche* Melder einer Infektion warnt 6 Hochrisiko-Kontakte? Basierend auf der Verbreitung der App heißt das, der durchschnittliche Melder hatte in zwei Wochen 18 Hochrisiko-Kontakte. (Ich multipliziere ganz grob mit 3 und ignoriere eine ungleichmäßige Verbreitung der App in der Bevölkerung.)

    Das kann man positiv und negativ sehen:
    Negativ ist, dass diese Leute so viele Kontakte haben, was auch der Grund sein dürfte, warum sie sich infiziert haben.
    Positiv ist, dass das scheinbar die Anzahl der Kontakte ist, die es braucht, um eine Infektion zu verbreiten – rein statistisch. Wer darunter liegt, ist also „gut dabei“.

  11. Frage an Linus bzw. jemanden, der/die sich schon mal durch die Specs der Impfpass-PKI gewühlt hat:
    Ist das Signieren der Impf- und Testzertifikate darin auch als offline vorgesehen oder müssen die Signaturgeber (Ärzte, Testzentren) eine vertrauenswürdige Zeitquelle nutzen (d.h. online signieren)? Im ersten Fall würden sich ja zu den „Realweltumgehungen“ noch ein paar niederschwelligere Mißbrauchsmöglichkeiten gesellen (bspw. vordatierte, negative Schnelltests oder rückdatierte Erstimpfungen), die a) nicht die kriminelle Energie einer physischen Urkundenfälschung („Impfpass-Sticker-Bastelei“) erfordern und b) auch realistischerweise nicht über Revocations gemanaget werden könnten.

    Wahrscheinlich wären Probleme dieser Art zwar auch nicht übermäßig praxisrelevant, aber die diesbzgl. getroffene Abwägung würde mich trotzdem interessieren. Angesichts der ausstellungsberechtigten Stellen schiene sich der „Offline-Vorteil“ für Signaturgeber hier doch ziemlich in Grenzen zu halten, oder übersehe ich da was?

  12. Ich bin eigentlich keine Sekunde davon ausgegangen, dass ich irgendwann in diesem Jahr einen Impfnachweis durch die Gegend tragen werde – also außer, wenn ich von der Impfung komme. Die müssen erstmal die Priorisierung aufheben, dann lasse ich mich impfen, dann dauert es nochmal seine Zeit vermutlich bis zur Zeitimpfung in jedem Fall den Zeitraum ab der letzten Impfung. Das ist ja Monate hin. Bis dahin werden wir mit den Impfungen die Inzidenz weiter drücken, vermutlich – vorausgesetzt die Politik trifft nicht wieder eine Fehleinscheidung – mit einem gewissen Maßnahmenniveau abgesichert, sowas wie Maskenpflicht und keine Großveranstaltungen. Bei niedriger Inzidenz fallen Eintrittsbarrieren vermutlich einfach weg. Zum Beispiel, wenn die bezahlten Schnelltests pro Woche fast nur noch Falschpositive „finden“, überlegt sich der Bund und die Krankenkassen vielleicht auch nochmal, ob man diesen Kosten dauerhaft die für den negativen Kontrolltest hinterher werfen möchte.

    Was die Dokumentation angeht:

    Zunächst vielleicht mal die mobilen Impfteams: Ich weiß nicht, wie relevant deren Impflinge bei dieser Frage sind, denn die haben ja vorallem immobile Personen geimpft und einen vorzeigbaren Nachweis der Impfung werden viele von denen nicht benötigen. Aber die Impfteams sind an die Impfzentren angeschlossen und ich vermute diese wissen für welche Personen sie die Leute dorthin schicken, so dass die Dokumentation vor Ort gar nicht mehr so aufwendig sein muss.

    Dafür welche Angaben die Impfzentren erheben müssen, habe ich mir hier mal als Beispiel die Datenschutzinformation für Berlin rausgesucht: https://service.berlin.de/corona/schutzimpfung_datenschutzinformation_20201224.pdf Dem kann man entnehmen, dass nach der Impfung immer noch „Daten der Dokumentation der Impfungen“ aufgehoben und bis zu 10 Jahre gespeichert werden (S. 3). Dann kann man sich mal ansehen, was alles an pseudonymisierten Daten an das Robert-Koch-Institut übermittelt wird (S. 4), das ist eingeschlossen der Bedarf für das Paul-Ehrlich-Institut. Da es offenbar Datensätze von Einzelpersonen sind, würde ich vermuten, dass die im vollen Datensatz mit Personenkennung digitalisiert aufgehoben und dann nur für die Übermittlung pseudonymisiert werden. Dafür ist das Deutsches Rotes Kreuz Sozialwerk Berlin und die Bundeswehr zuständig. :)

    Bei den Arztpraxen stimmt es natürlich, dass die zentralisierte Erfassung nur über die Abrechnung durch die Krankenkassen funktioniert und damit einiger Zeitverzögerung unterliegt. Die sind dann dafür zuständig dem Robert-Koch-Institut die zusätzlichen Daten zu melden, die die Ärzte zur Reduzierung ihres Aufwands nicht erheben müssen. Ich weiß aber nicht, ob eine vorgezogene Datenausleitung, wenn es denn gebraucht würde, da völlig ausgeschlossen ist.

    Aber es gibt ja eine Impfbescheinigung, unabhängig vom Impfbuch, die jeder in die Hand gedrückt bekommen sollte. Die ganze Überlegung dazu, wo die Daten bisher elektronisch erfasst wurden, ergibt nur Sinn, wenn man dieses Dokument nicht für ausreichend hält. Aber warum soll es gegenüber den Behörden oder dem Anbieter eines elektronischen Nachweis als Beleg einer Impfung nicht ausreichen? Nur weil der Zettel gefälscht werden kann? Da gibt es viele Dokumente.

  13. Linus erwähnte in einem Nebensatz, dass niemand weiß, warum die Neuinfektionen gerade zurückgehen. Mir scheint das recht klar: Es ist das Zusammenwirken der Kontakteinschränkung in der Bevölkerung (aufgrund der Reaktion auf das Infektionsgeschehen aber auch erneuerter Maßnahme der Länder, die „Bundesnotbremse“ hat vorallem als Signal funktioniert), die Sättigung an Infektionen (die sich im Netzwerk derjenigen, die nicht mitmachen, nach einer Weile einstellt), die jahreszeitlichen Veränderungen (die die Epidemie leichter kontrollierbar machen) und natürlich der kumulierten aufgebauten Immunität in der Bevölkerung.

    Wir haben mit dem Ausbruch im Herbst/Winter und Frühjahr allein zweieinhalb (bis Anfang April) bzw. drei Millionen (bis Anfang Mai) bekannte Infektionen hinzubekommen. Da gibt es einen Faktor zur wahren Zahl von Infizierten. Ich denke der ist gar nicht mal so hoch – jetzt vermutlich höher als um den Jahreswechsel -, aber z.B. Faktor 2.5 wäre ja schon über 7% (Anfang April) bzw. 9% (Anfang Mai) der Bevölkerung. Und dann haben wir die Geimpften: 5% Vollgeimpfte, 5% Erstgeimpfte (Anfang April) bzw. 8% Vollgeimpfte, 20% Erstgeimpfte (Anfang Mai). Der Grad an Immunität unterscheidet sich natürlich zwischen diesen Teilgruppen. Von denen Genesenen haben nicht alle aber viele immer noch einen gewissen Schutz, wenn sie nicht gestorben sind. (Beginn des Ausbruchs im Herbst liegt etwa ein halbes Jahr zurück). Auch die Erstgeimpften haben zumindestens einen gewissen Schutz. Mit dieser groben Abschätzung haben wir in dem Monat seit Ostern irgendeinen Grad an zusätzlicher Bevölkerungsimmunität von 17 auf 37% gehoben. Und die damit verbundene geringere Infektiösität ist bei dem Niveau an Maßnahmen wohl ausreichend, um die Reproduktionszahl zu drücken.

    Man kann hoffen, dass die Immunität in der Bevölkerung von hier nur noch weiter steigt und zusammen mit dem, was an Kontakteinschränkung und Maßnahmen dazugekommen ist – selbst wenn es recht bald wieder fallengelassen wird – den jetzigen Ausbruch über den Mai beendet.

  14. Noch was ganz anderes: Ich finde es eigentlich sehr anspruchsvoll zwischen Fakt und Meinung zu unterscheiden. Zumal ja viele glauben, ein Fakt gibt die Wirklichkeit wieder und gilt allgemein. Also habe ich mal in die Quelle des Artikels für diese Angabe geschaut und sofort schwere Zweifel am Ergebnis entdeckt. Die Information stammt aus der OECD-Studie „21st Century Reader – Developing Literacy Skills in a Digital World“:

    https://read.oecd.org/10.1787/a83d84cb-en?format=pdf

    Wenn ich das Richtige gefunden habe, ist der Wert auf Seite 44 (PDF: 46) in Grafik 2.4 ablesbar. In der Metrik „Percentage correct in the reading item of distinguishing facts from opinions“ liegt Deutschland knapp unter dem OECD-Schnitt von 47%. – Warum auch nicht. – Aber! Die USA liegen am höchsten von allen teilnehmenden Ländern bei um die 70%. Ich weiß, das sind Teenager in den USA und deren Lehrer haben sich seit Trump vielleicht so richtig reingehängt, aber, tut mir leid, ich kann mir das nicht vorstellen.

    In jedem Fall die Messung scheint auf einer einzigen Aufgabe zu basieren: Frage 3 in der Einheit CR551 Rapa Nui in PISA 2018, die Kennziffer ist CR551Q06:

    https://www.oecd-ilibrary.org/sites/098bab1a-en/index.html?itemId=/content/component/098bab1a-en#s138

    Es ist zugegeben nichts besonders schwierig zu verstehen, worauf diese Aufgabe hinauswill.

    • Je länger ich über die Aufgabe (Rapa Nui, Question 3) nachdenke, desto weniger teile ich die Meinung der Autoren, man könne hier zu jedem der fünf Sätze allein auf Grund der in der Aufgabe gegebenen Informationen eine definitive Zuordnung von Tatsache v. Meinung vornehmen: „The correct answers are: Fact, Opinion, Fact, Fact, Opinion.“ (p. 42) Und: „If students got fewer than 4 rows correct, they recieved no credit“ (ebenda).

      These: Die Herausforderung für die Schüler besteht hier eher darin, herauszufinden, was von ihnen erwartet wird und dann dieser Erwartung zu entsprechen, ohne allzuviel darüber zu reflektieren.

      Und hat eigentlich jemand von euch verstanden, wie der angegebene Prozentwert „Equated P+“ (Fig. 2.5) zustande kommt? Bitte keine Spekulationen, sondern Verweise auf den Methodenteil, vermutlich irdendwo hier:

      https://www.oecd.org/pisa/data/pisa2018technicalreport/

      Im übrigen sagen die Autoren selbst: „Again, this is just an item and not a full-scaled construct to assess students’ capacity to distinguish between fact and opinion. Yet, these results may reflect differences in curriculum across countries as well as different practices and out-of-school experiences. Learning how to distinguish facts from opinions in school likely helps improve PISA reading scores. It is also likely to help students benefit more fully from online resources while reducing online risk.“ (p. 45)

      May, likely, likely … Ich übersetz das mal so: We have a strong opinion that learning to distinguish facts from opinions in school would help a lot. The numbers we have don’t support our opinion, but at least they don’t contradict
      it either. :)

      Deutschlandfunk so: „In Deutschland sind nur weniger als die Hälfte der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in der Lage, beim Lesen Fakten von Meinungen zu unterscheiden.“ Fakt oder Meinung? Discuss.

    • ad, vielen Dank für die Detektivarbeit!

      Ich denke, die meisten Menschen verstehen unter ‚fact’/’Fakt’/’Tatsache‘ eine wahre (oder beweisbare) Aussage. In der PISA-Aufgabe wird ‚fact‘ – entgegen dem üblichen Sprachgebrauch – eher im Sinne von ‚Tatsachenbehauptung‘ (‚factual claim‘) oder eventuell Tatsachenfeststellung‘ (’statement of fact‘) verwendet; von den Schülern wird erwartet, Aussagen als „fact“ einzustufen, ohne eine Möglichkeit zur Bewertung von Wahrheitsgehalt, Glaubwürdigkeit, Plausibilität etc. zu haben.

      Vielleicht ist das Pädagogen- oder Philosophenjargon, und die Testergebnisse spiegeln weniger das Textverständnis als die Jargon-Vertrautheit wider; und die ist stark durch die jeweiligen Lehrpläne und Sprachen geprägt?

      Ironisch finde ich, dass Studienautoren, Journalisten und Podcaster die Fähigkeit anderer bewerten, Fakten und Meinungen zu unterscheiden und dabei selber Fakten und (Tatsachen-)Behauptungen (mit unbekanntem Wahrheitsgehalt) gleichsetzen.

  15. Als gebürtiger Südthüringer finde ich den Beitrag zu HG Maaßen sehr schade: „Wir ham‘ halt nur Korrupte und Rechtsradikale.“
    Ihr tut nämlich so als sei das ein Witz, obwohl es die Wahrheit ist.

  16. Bzgl des Impfpasses: Linus hat ja das Stichwort PostIdent fallen lassen. Ich tippe darauf, dass es auf sowas hinauslaufen wird. Derjenige, der so einen digitalen Impfausweis haben will, gibt alle Daten selbst auf einer Webseite ein: Name, Geburtsdatum,-ort, Datum der 1. und 2. Impfung, Impfstoff und welches Impfzentrum/welche Praxis. Dann wird ein Ausdruck erstellt, wo alle Daten in Klartext zu lesen sind plus eines vorläufigen QR-Codes.
    Am Postschalter kann dann jemand diese Angaben gegen den Personalausweis und gelben Impfheft checken und durch scannen des QR-Code die Richtigkeit der Angaben bestätigen. (signieren)
    Das wären dann Abläufe, wie sie ja schon mal bei DeMail aus der Taufe gehoben wurden und da das so eine Erfolgsstory war (Achtung Ironie), ist doch die Wahrscheinlichkeit groß, dass das wieder so gelöst wird …

  17. Hallo Linus, Hallo Tim, danke für die neue Folge!

    Zum Thema digitaler Impfausweis: eigentlich könnte man in Deutschland ja den Elektronischen Heilberufsausweis verwenden, den die meisten Ärzte bereits haben sollten. Damit können die Ärzte schon jetzt digitale Signaturen erzeugen. Man müsste dann nur noch die Zertifikate der ausgebenden „Vertrauensdiensteanbieter“ mit dem Impf-Zertifikat signieren. Damit sind aus meiner Sicht die Ärzte dafür prädestiniert, den digitalen Impfausweis auszustellen.

    Das Problem mit der Integration in die Praxis-Verwaltungs-Systemen sehe ich allerdings auch. Aber für diese spezielle Anwendung könnte man auch eine separate „Impf-Signatur-Software“ verwenden und das nicht in das PVS einbauen. Dann müsste man es nicht 50 mal entwickeln, sondern im besten Fall nur ein mal.

    Zum Thema KV: normalerweise kann man aus den Gebührenziffern nicht so ganz genau ableiten, was tatsächlich gemacht wurde. In diesem speziellen Fall gibt es aber extra Pseudoziffern, die sowohl den Impfstoff als auch Erst- und Zweitimpfung unterscheiden (https://www.kbv.de/media/sp/COVID-19-Impfung_U_bersicht_Abrechnung.pdf). D.h. die KVen könnten tatsächlich wissen, wer welchen Impfstatus hat, allerdings erst nach Ablauf des Quartals und auch nur für die Menschen, die bei den Hausärzten geimpft wurden und auch nicht für privat, sondern nur für die gesetzlich Versicherten. Da fallen so viele durchs Raster, dass sich der Weg wohl nicht lohnt.

  18. Hallo,
    zum digitalen Impfpass. Ich habe Euch so verstanden, dass Ihr einen digitalen Nachweis als Ersatz für den aus Papier für möglich haltet. Daran zu glauben fällt mir schwer.
    In unser aller Bubble mag jede Person ein Smartphone besitzen. In Teilen der Gesellschaft ist das aber nicht der Fall. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gerichte in Europa zustimmen, wenn die Ausübung von Grundrechten am Besitz eines Smartphones hängt. Neben den angesprochenen Problemen sehe ich daher als weitere Schwierigkeit, dass man auch eine Lösung auf Papier braucht.
    VG und vielen Dank,
    Thomas

    • Genau diese Gedanken bzgl. Zwang zum Smartphone habe ich auch gehabt. Heutzutage wäre es ja dann sogar so, dass die Bundesbürgerinnen von Staats wegen zur Nutzung einer Google- oder Apple-Datenschleuder gezwungen wären. Im privaten Bereich mag man ja die Augen verdrehen, wenn jemand sich weigert, ein Smartphone zu nutzen – eine solche Nutzung aber staatlich zu verlangen, halte ich für nicht rechtssicher. Ließe sich denn eine bEU-Bevölkerungsweite Digitalgerätstruktur ohne Android oder iOS aufbauen? Ich denke nicht. Klar, man kann Lineage oder so nehmen, aber dann hat man wieder Probleme, die App auf sein Phone zu kriegen – [App,Play]Store is‘ ja dann nicht mehr…Massentauglich wäre das nicht.

      Na klar, da kann der Staat sagen „Dann verzichte halt auf einen digitalen Impfnachweis. Nimm den gelben Lappen stattdessen.“ Womit wir wieder bei Tims Argument wären, dass der digitale Nachweis an sich dann obsolet ist, da sich jeder seinen WHO-Impfpass selbst zusammenfälschen kann.

      Es geht ja hier nicht um eine optionale Komponente, wie bei CWA, sondern um ein für das Leben wichtiges Dokument, wie beim Personalausweis oder die KK-Chipkarte…Oder wäre so eine PKI-Karte die Lösung dafür?

    • Der digitale Impfpass ist eigentlich nur ein (digital) signiertes Stück Text. Das kann ich in einem QR-Code darstellen, den ich dann auf einem Blatt Papier ausdrucken oder auf meinem Smartphone speichern kann.
      Fluggesellschaften machen das schon ewig.

    • Hallo Linus,
      die Möglichkeit einen QR-Code zu drucken hatte ich bei meinem Kommentar verdrängt, sorry dafür.
      Dass im von Euch besprochenen Konzept der WHO Impfpass gültig bleibt, habe ich nicht so verstanden, da Ihr auch eine fälschungssichere Überführung des Impfpasses in die digitale Welt diskutiert habt. Vielen Dank für die Klarstellung in LNP394.
      VG!

  19. Hallo Tim, hallo Linus,

    wieder einmal ein super Podcast, Danke!

    Eine kurze Randbemerkung zum Thema CrowdNotifier und der Anhörung zur Check-In Funktion im Bundestag. Wie Linus fand ich die Aussage von Martin Fassunge etwas irritierend, dass er die Frage von Tabea Rößner, nach einer Brücke von der digitalen Welt in die Analoge bei der Check-In Funktion, nicht verstanden hatte. Wenn man die Spec. liest (https://github.com/CrowdNotifier/documents/blob/main/CrowdNotifier%20-%20White%20Paper.pdf, ich hoffe das ist die richtige), kommt man zu dem Schluss, dass die Integration von Nicht-CoronaWarnApp Usern elementarer Bestandteil des Konzeptes ist. Da Herr Fassunge im anderen Kontext erwähnte, dass CrowdNotifier die Vorlage für die Implementierung der Check-In Funktion ist und ich unterstelle, dass er die Spec. gelesen hat, muss man sagen, dass die Kommunikation zwischen Tabea Rößner, Martin Fassunge und Ulrich Kelber in diesem Punkt sehr merkwürdig war. Zumindest hätte man erwarten können, dass Martin Fassunge kurz erklärt, dass und warum diese Funktion nicht implementiert wurde.

  20. Hallo Linus, hallo Tim,

    zum Thema Effizienz der CWA gibt es mittlerweile Zahlen zu den durchgeführten Abstrichen/Arztgesprächen aufgrund einer CWA Warnung:

    GOP 02402 Abrechnungen [1]:
    2. Quartal 2020: 987
    3. Quartal 2020: 40.484

    „Nach der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App kann die Gebührenordnungsposition 02402 auch abgerechnet werden, wenn nur ein Gespräch und kein Abstrich erfolgt.“ [2]

    Quellen:
    [1] https://fragdenstaat.de/anfrage/statistiken-zur-gebuhrenordnungsposition-gop-02402-fur-abstrich-nach-warnhinweis-per-corona-warn-app/
    [2] https://www.kbv.de/html/1150_46766.php

    Viele Grüße
    Michael

  21. Kleine Korrektur: Tim hat auf der Annahme, dass 1250 Menschen durch die Corona Warn-App pro Tag von ihrer Infektion erfahren und jede weitere Infektion die Allgemeinheit so 1000 Euro kostet eine Ersparnis von 12,5 Millionen Euro am Tag ausgerechnet. Ich bin jetzt auch kein Mathegenie aber 1250 mal 1000 sind natürlich 1,25 Millionen und nicht 12,5 Millionen.

    Außerdem müsste man in diesem Zusammenhang nochmal betonen, dass diese 1250 entdeckten Infektionen natürlich immernoch dasselbe Geld kosten und man sich durch die Warnung aber im Zweifelsfall die ungefähr eine weitere Infektion spart, die ein unwissend Corona-positiver Mensch durchschnittlich durch Ansteckung verursacht, von daher ist die Rechnung grundsätzlich als grobe Zahlenspielerei akzeptabel.

    Viele Grüße aus Dresden,
    macht weiter so (außer beim Kopfrechnen, aber das kann ja im live-modus mal passieren),
    Nils

    • Ja, stimme zu.

      Noch ein möglicher Fehler versteckt sich in den Zahlen durch doppelten Selection Bias:

      1.) Es konnten nur Leute befragt werden, die Datensharing angeschaltet haben. ggf. vertrauen diese Leute der CWA mehr und sind eher bereit sich testen zu lassen, wenn die CWA ihnen eine Warnung sendet.

      2.) Es haben sicher nur ein Teil der Leute bei der Umfrage unter den 15.000 Hochrisikokontakten mitgemacht. Wahrscheinlich sind diejenigen, die nach der Benachrichtigung durch die CWA tatsächlich Corona hatten, eher bereit an Verbesserungen der App mitzumachen und ihre positive Erfahrung zu teilen („mich hat die CWA gewarnt“)

      Ich könnte mir vorstellen, dass dies bis zu Faktor 2 ausmacht (die CWA steht nach dieser Art der Datenerhebung doppelt so gut da, wie sie über alle Nutzer gesehen wirklich ist). Das ist natürlich immer noch ziemlich gut, wenn 500-1000 Infizierte durch die CWA mehr überhaupt oder früher von ihrer Infektion erfahren und damit ggf. weniger Leute selber anstecken.

      Man würde sich wünschen, es würde weiterhin mehr Werbung für die CWA gemacht. Sie wird auch mit Impfungen wahrscheinlich wichtig bleiben.

      • Da kann ich nur zustimmen, das ist sehr bedauerlich. Natürlich ist die App schon ein Erfolg, dass Menschen gewarnt werden aber es hätte mit einfachen Mitteln besser laufen können. Derzeit melden ca. 20% der positiv getesteten ihr Ergebnis an 30%, die die App installiert haben. Somit werden 20% * 30% = 6% gewarnt. Wären die Zahlen doppelt so hoch, also 40% melden ihr positives Testergebnis an 60% App-Nutzer, wären es schon 24%, also eine Vervierfachung. Aus meiner Sicht wurde bei der Entwicklung der CoronaWarnApp ein zu großer Schwerpunkt auf die Technik gelegt und zu wenig, bis gar nicht auf Marketing und Usability, genau das (und vermutlich das einzige) was man bei der Luca App richtig gemacht hat. Wesentliche Features, die die App interessant für den Nutzer machen fehlen bei der CoronaWarnApp und seit dem Sommer 2020 interessiert sich weder RKI noch das Gesundheitsministerium oder auch irgendwelche Virologen dafür. Dazu kommen viele irreführende Meldungen, dass z.B. die Datenschutzeinschränkungen die Wirkung der CoronaWarnApp einschränken würden. Sehr schade, vor allem, weil ich denke, dass wir die CoronaWarnApp noch brauchen werden, denn die Wirkung einer Impfung hält nicht ewig auch die einer überstandenen Infektion nicht. Je länger die Impfung oder Infektion her ist, umso infektiöser kann jemand wieder werden.

  22. Zum Thema Luca App und dem Plan die Telefonnummer zu signieren. Ich weiß nicht ob ich das Konzept falsch verstanden habe. Kann ich nicht rein theoretisch dann eine Telefonnummer, bei der ich Zugang zu dem Luca PIN habe, mir von Luca signieren lassen und dann überall verteilen? Z.B. das die Luci App einfach eine Verifikation für eine Telefonnummer durchführen und diese dann in allen Check-in Daten benutzt?

    Grüße
    Cornelius

  23. Zum Thema Luca app,

    einen Tag nach lnp389 gab es vom Landesdatenschutzbeauftragten BaWü im Podcast „Datenfreiheit!“ eine Folge[*1] zur Kritik an der Luca app.
    (Spoiler: Die app kommt zu gut davon oder ich habs verkehrt aufgefasst.)

    Vielleicht wäre er als Gast für ein lnp special interessant?

    Gruß
    Alexander

    [*1] Datenfreiheit!: Luca App in der Kritik https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/podcast-download/16278/luca-app-in-der-kritik.mp3

  24. Hallo Linus, hallo Tim,

    allgemein zur Umsetzung einer zertifikatsbasierten Lösung des digitalen Impfpasses möchte ich anmerken, dass ich im Rahmen einer dienstlichen Schulung darauf aufmerksam gemacht wurde, was das (Sicherheits)Management in einer Root CA (Behörde/Dienstleister/Entität) für ein praktischer Aufwand ist. In LNP385 über die fümpf Blockchains hattest Du, Linus, gesagt, diese CA-basierte Impfpasslösung würde „noppes“ kosten. Leider kann ich jetzt keine Quelle ad hoc liefern, jedoch muss man sich nur vor Augen führen, wieviel Cybercrime es heutzutage gibt und welche Sicherheitsvorkehrungen von Seiten einer RootCA getroffen werden müssen, um einen Leak ihres eigenen PrivKeys absolut auszuschließen oder das Einschleusen falscher Zertifikate durch Hacker zu verhindern. Genau so müssen die hieriarchisch tiefer stehenden Intermediaries ebenso sicherstellen, dass sie nicht kompromittiert werden – da verweise ich nochmal auf die geballten digitalen Kompetenzen, die im Schnitt in Politik und Wirtschaft bspw. in Deutschland vorherrschen. (Aber nicht gleich wieder weinen, Tim! Es wird besser, hoffen wir alle…). Du selbst, Tim, verweist ja in dieser Ausgabe hier auf die vielen Anforderungen, die beim praktischen Ausrollen des digitalen Impfpasses anstehen und noch teilweise ungelöst sind.
    Rein algorithmisch mag also die Herangehensweise mit den Zertifkaten recht simpel und beherrschbar klingen, da gelöstes Problem. Genauso muss man dann aber auch analysieren, wie sicher dieses Konzept gegen den Druck des Besch#*&ens seitens der Bevölkerung ist, wie Du, Linus, es bzgl. der Zertifikatsprüfung am Kneipeneingang so anschaulich dargestellt hast. Sobald ausreichend Kapital oder kriminelle Energie bereit steht (Geschäftsmodell Bitcoin oder Bares gegen digitale Impfnachweise), wird es dann haarig.

  25. Sehr gute Folge. Was den digitalen Impfpass angeht war ich auch schon die ganze Zeit skeptisch ob das so klappt. Jetzt wo Ihr das Füllhorn an Problemen dargelegt habt noch mehr als vorher.
    Amüsiert hat mich der Gedanke, dass man den ganzen hazzel mit dem Nachweis überhaupt nur hat weil in den Impfstoffen eben keine Chips enthalten sind. Vielleicht könnte man für die nächste Pandemie darüber doch nochmal nachdenken

  26. Könnte man nicht die bereits vorhandenen Identitätsausweise – Personalausweis und Reisepass – so pimpen, dass man damit auch seinen Impfschutz belegen kann?

    So ein Impfausweis muss ja auch die Identität des Besitzers belegen, dass machen die amtlichen Ausweise schon kostenlos frei Haus. Sonst könnte ich mich als Ungeimpfter mit dem Impfausweis meines geimpften Onkels in das Cafe setzen und alle anstecken.

    Zweitens muss man laut Passgesetz einen der beiden immer mit sich führen, wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt.

    Personalausweis und Reisepass sind zwar schon gechippt, aber die verbauten Chips können den Impfstatus vermutlich nicht speichern und wiedergeben. Das kann man natürlich mit etwas Vorlaufzeit – sagen wir mal ab 1. Januar 2022 für alle dann neu ausgegebenen Ausweise ändern.

    Für die alten Ausweise könnte man Aufkleber mit RFID-Chips verwenden. Wenn ich meinen Wohnort ändere, dann kommt auf den jetzigen Perso ja auch nur ein neuer Adressaufkleber. Bewährte Technik also. Der Reisepass hat zig Seiten für VISA, da findet auch der Impfchip locker noch Platz.

    Wer keinE deutscheR StaatsbürgerIn ist, hat in der Regel einen Reisepass oder einen Identitätsausweis von als Pass-Ersatz. Da gilt dasselbe wie oben.

    Am Flughafen-Checkin muss man eh seinen Ausweis vorlegen, somit macht das keinen zusätzlichen Aufwand. Und in der Kneipe muss der Wirt sich auch überzeugen, dass ich ich bin und nicht den QR-Code von Tim oder Linus auf den Tresen gelegt habe.

    Wenn der Impfschutz abgelaufen ist, bekommt man mit der Impfung einen neuen Einkleber für den Ausweis und der gepimpte Perso bzw. Pass wird einfach mit den neuen Daten geflasht.

    Wär das nicht am Einfachsten, weil im Grunde alles „eh da“ ist?

  27. Zum Thema Impfmodul bei der Hausärztin mit Impfausweis fürs Handy

    ImpfdocNE ist ein Praxissoftware-übergreifendes (Java-)Impfmodul für sehr viele Hersteller, dessen Entwicklung schon vor der Pandemie begann und wohl noch Fahrt aufgenommen hat (https://www.gzim.de/index.php/edv-werkstatt/impfdoc-ne). Wir hatten das für unsere Praxissoftware (von CGM, die sonst eigentlich ziemlich Müll ist) ca. eine Woche vor der ersten IMpfung (kostenlos vom Hersteller, die sich sonst jeden Mausklick teuer bezahlen lassen) aufgesetzt und es funktionierte (anders als der Rest unserer Software) intuitiv und relativ gut aus dem Stand. Ich weiß nicht viel über den Hintergrund des Herstellers („Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin mbH“) und leider gibts das Programm nicht stand-alone, aber es macht mich etwas optimistischer als Tim und Linus bzgl. des time-frames eines digitalen Ausweises.

    In diesem Programm wird von uns jede Impfung mit Datum und Chargennummer dokumentiert und lässt sich auf die Handy-app (ImpfPassDE) des Patienten übertragen.. (in einem Prozess bei dem der Patient den Praxis QR-Code scannen und uns anschliessend mit einer Pin die Berechtigung gibt..) nur werden wohl der Großteil in unserer ländlichen Praxis geimpften Patienten (wir impfen noch immer fast nur Patienten ü65) davon aus Mangel an entsprechendem Endgeräten nicht davon Gebrauch machen und beim Friseur doch den gelben Lappen aus der Plastikhülle ziehen. Es lassen sich auch extern durchgeführte Impfungen bestätigen aber das hab ich alles noch nicht ausprobiert (wollte das Wochenende/die Beschlüsse abwarten).

    Ich mach‘ seit Monaten fast täglich PCR Abstriche, untersuche infizierte Patienten und habe seit Beginn das Handy mit der CWA in der Hosentasche und bin erst 2x gewarnt worden! Die Leute installieren nur die app, wenn ich Ihnen erzähle, dass sie das PCR-Ergebnis schneller bekommen (das ist seit Monaten der Teaser), Das mit digitalen Lösungen ist hier auf dem Land einfach nochmal um Größenordnungen langsamer.. Zusätzlich kommt noch das Problem der Grenzregion – viele Personen aus der Schweiz kaufen hier ein, gehen zum Friseur etc..oder umgekehrt pendeln zur Arbeit rüber. Bin gespannt bis wann dann der Impfausweis grenzüberschreitend (auch für außerhalb der EU, eben mit der Schweiz) funktioniert.. das hat mit der CWA schon ewig gedauert.

    Viele Grüße, Christian

    • Danke für den Hinweis. Aber wenn ich das richtig sehe, kann man damit auch nur neue Impfungen berücksichtigen. Wir sprachen ja vor allem über die Probleme bei der Überführung bisheriger Impfungen.

      • Auch extern durchgeführte Impfungen lassen sich genauso wie die selbst durchgeführten in ImpfDocNE dokumentieren, was enorm bei dem komplexer werdenden Impfumfeld hilft (ganz unabhängig von COVID19, welche Impfstoffe sich kombinieren lassen für welche Vorerkrankungen, welche kann man subkutan geben, wann wird bei wem aufgefrischt etc etc..).

        Es bleiben aber trotzdem viele Fragen, wie

        – wer wird die vielen Impfungen aus dem Impfzentrum nachträglich digital dokumentieren? – die Hausärzte sicher nur in Einzelfällen (und bei den nicht-fälschungssicheren Aufklebern wohl auch nur, wenn es gut nachvollziehbar ist). Sonst müssten wir wieder einen Mitarbeiter Vollzeit dafür abbestellen, wie es bereits aufgrund der Organisation für die Impfungen teilweise notwendig war (Pat. anrufen, Erst-und Zweittermine koordinieren, Aufklärungsbögen besorgen und archivieren etc.. gerade bei den älteren Patienten kann man nicht gleich nachdem sie sagen, sie wurden schon geimpft, wieder auflegen). Das müsste aber eigentlich intelligenter über den in den Impfzentren vorliegenden Krankenkassennachweis gehen, eigentlich..
        – was ist mit den vielen Praxen, die eine andere Software zur Dokumentation nutzen und somit nicht die app nutzen? In unserem letzten Qualizirkel waren wir die einzige Praxis von ca. 10, die überhaupt von der Lösung wussten. Auch hier müssten Impfungen nachträglich eingepflegt werden.
        – uvm…

        Ähnlich wie du schon erwähnt hast wird es, falls es zur breit eingesetzen digitalen Lösung kommen soll, nur direkt über die Krankenkassen gehen müssen, nehme ich an. Die strenge quartalsweise Übermittlung und damit Verzögerung, die du ebenfalls erwähnt hast, wäre aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig. Man könnte ohne Weiteres den Krankenkassen auch in kürzeren Intervallen eben nur die relevanten, weil mit der Impfung assoziierten, Abrechnungsnummern (wöchentlich?) übermitteln.. wenn der Wille und die Implementierung auf der Krankenkassenseite etabliert wäre – das wird aberr aufgrund der bisherigen Erfahrung von jahrelangem Stillstand nichts..

  28. Hallo Ihr Beiden,

    ich höre mir regelmäßig Euren Podcast an – aus fachlicher Sicht (sofern es um Fachliches geht) finde ich ihn sehr gut, thematisch immer am Ball, fundierte nachvollziehbare Erklärungen und schnelle Reaktion auf aktuelle Entwicklungen. Danke dafür.

    Allerdings hat mich Eure Suada zum Thema ‚Intelligenzquotient‘ erschreckt – was habt Ihr denn für ein Menschenbild? Ihr wähnt Euch offenbar auf der Seite der ‚intelligenteren 50%‘ und macht Euch über diejenigen lustig, die weniger IQ haben? Abgesehen davon, dass Ihr die gleich in einen Topf schmeisst mit Nazis und dergleichen. Find‘ ich fragwürdig.

    Ich würde mich freuen, wenn Ihr ALLE Menschen zunächst einmal respektvoll behandelt und über sie bzw. mit ihnen entsprechend kommuniziert.

    Denkt mal darüber nach, ein bisschen weniger ‚abgehoben‘ und ‚von oben herab‘ zu sprechen – dann würde ich Euch nicht nur wegen der fachlichen Inhalte gern hören.

    Respektvolle Grüße

  29. CWA Warnauslösung

    Gemäß folgender Artikel ist es tatsächlich so, dass bei einer Auslösung über das Gesundheitsamt einer „analogen Zettelperson“ aktuell keine Warnung über die CAW möglich ist:

    https://www.golem.de/news/kontaktnachverfolgung-entwickler-pruefen-bessere-warnung-von-corona-app-nutzern-2105-156334.html

    https://www.golem.de/news/kontaktnachverfolgung-warum-die-cluster-erkennung-der-corona-app-wenig-bringt-2104-155442.html

    Man muss allerdings anmerken, dass die Artikel des Autors sich fast immer so lesen, als ob er Anteile an der Luca-App hätte. Insbesondere folgender Artikel. Da phantasiert er sich einen Fall herbei, der das ganze System CWA-System trollen soll.. Naja, aber nichtsdestotrotz sollte es wirklich möglich sein, dass der Eventverantalter auch die Möglichkeit haben sollte eine Warnung auszulösen, wenn das Gesundheitsamt ihn kontaktiert.
    https://www.golem.de/news/kontaktnachverfolgung-corona-warn-app-laesst-sich-leichter-trollen-als-die-luca-app-2105-156186.html

    • Zur Lösung des Problems gibt es einen konstruktiven Vorschlag auf der CoronaWarnApp github Seite. Dabei schickt der Veranstalter, wenn die Kontaktlisten vom Gesundheitsamt von ihm angefordert werden, den QR Code der Veranstaltung mit an das Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt bekommt ein Werkzeug (WEB-Service o.ä, welches zu entwickeln ist) mit dem es anhand des QR Codes und den eingetragenen Start- und Endedaten des infizierten Teilnehmers aus der Liste eine Warnung an alle Teilnehmer der Veranstaltung auslösen kann, so als ob er selbst eingecheckt hätte. Damit wird der Veranstalter entlastet und der zusätzliche Aufwand beim Gesundheitsamt ist gering, verglichen damit Telefonlisten durchzutelefonieren.

    • Das Problem der Fake Check-Ins gibt es auch bei der CWA, richtig. Es hat aber nur in dem Fall Auswirkungen, wenn derjenige, der sich falsch eingecheckt hat positiv ist und die Warnung über die CWA auslöst. In dem umgekehrten Fall wird er er fälschlicherweise gewarnt, ist aber selbst Schuld. Bei der Luca App gibt es zusätzlich das Problem, dass man andere einchecken kann, was viel gravierender ist.
      Es wäre auch gut, wenn man die Veranstalter mehr informiert, wofür ein Check-In überhaupt sinnvoll ist. Wie hier im Podcast schon diskutiert sicher nicht im Zoo und auch nicht für das Freibad, was ich vor kurzem gesehen habe. Auch in einem riesigen Baumarkt mit 5-10m Deckenhöhe halte ich es nicht für sinnvoll am Eingang einen Check-In aufzuhängen.

  30. zum Problem der Migration von analogen Impfpässen auf den digitalen:

    Ich weiß, es mag schwer zu akzeptieren sein. Wir könnten einfach alle analogen Impfnachweise akzeptieren und in einen digitalen Ausweis transferieren. Natürlich haben wir dann das Risiko von Fälschungen, aber dieses Risiko besteht mit der aktuellen Regelung ebenfalls – mit dem Unterschied, dass der analogen Impfnachweis momentan nicht viel bringt.

    Ziel einer besseren Lösung kann es nur sein, ab dem Zeitpunkt ihres Einsatzes sicherer zu sein. Dass importierte Altdaten weniger zuverlässig sind, ist ein bekanntes Problem jeder Systemumstellung.

    Das ist übrigens wieder einmal ein Thema, bei dem die Politik vollkommen geschlafen hat. Seit der Existenz von Impfungen ist klar, dass ein einigermaßen zuverlässiger Impfnachweis erforderlich sein wird, spätestens für Auslandsreisen.
    Das Feature könnte seit letztem Herbst in der CWA vorhanden sein; und dann hätten wir (gemäß Tims Timeline) auch kaum Impfungen ohne digitalen Ausweis durchgeführt.

    • Das Feature könnte seit letztem Herbst in der CWA vorhanden sein; und dann hätten wir (gemäß Tims Timeline) auch kaum Impfungen ohne digitalen Ausweis durchgeführt.

      Da die allermeisten Menschen in Deutschland die Anwendung nicht nutzen und ein guter Teil nicht die technischen Voraussetzungen dazu hat, wäre das nicht wirklich eine Lösung oder?

      Wie gesagt meine Vermutung ist mit der Datenerhebung in den Impfzentren, vielleicht ein wenig abhängig von der jeweiligen Qualität der Arbeit vor Ort, könnte man die Prüfung der Impfbescheinigung anhand elektronischer Aufzeichnungen vermutlich führen. Das Problem ist, dass man an vergleichbare Daten von den Hausarztpraxen nur zeitverzögert herankommt. Das ist der Kompromiss, den man für deren Einbindung geschlossen hat.

      Das mit der Zuverlässigkeit der elektronischen Lösung würde ich allerdings ganz allgemein in Frage stellen. Spätestens wenn in zehntausenden Arztpraxen die Möglichkeit existiert, einen elektronischen Eintrag zum Nachweis einer Impfung vorzunehmen, ist die Fälschungssicherheit nicht mehr gewährleistet.

  31. Mich würde mal ganz allgemein interessieren, ist meine Wahrnehmung da falsch oder gab es hier widersprüchliche Botschaften bzw. einen nachträglichen Sinneswandel von den Unterstützern des dezentralen Ansatzes für die „Corona-Warn-App“? Ursprünglich wurde doch gesagt, das ist eine Einzelanwendung und man braucht auch die Sicherheit, dass sie nicht hinterher lauter neue Funktionen hinzugefügt bekommt. Die ausbleibende Weiterentwicklung über längere Zeit, würde dazu passen, dass das verinnerlicht wurde. Forderungen wie, dass sie mehr Informationen bieten sollte, kamen meine ich dann später. Schließlich was jetzt so die Erkenntnis ist, dass sie offensichtlich die Plattform für alle Epidemie-bezogenen Dienstleistungen sein sollte, scheint mir dann wirklich im Widerspruch zu dem zu stehen, was in meiner Erinnerung am Anfang zumindestens auch zu den Forderungen gehörte.

  32. Der Abschnitt mit dem Impfausweis finde ich war zu lokal gedacht. Selbst wenn in der EU das alles klappen würden. Was bringt mir das auf allen anderen Kontinenten bei der Einreise. Und wie gehen wir mit den restlichen 9 Milliarden Menschen um die sich nicht nach unserem System ausweisen können. Und wenn jetzt ein Mutante kommt und das ganze Impfen war umsonst?

    • Naja, hier geht es ja zunächst einmal um einen Nachweis innerhalb der EU und 99% der Bewegungen in diesem Jahr dürften sich auch in dem Bereich abspielen. Was die „Mutanten“ betrifft (genauer: Varianten), da ist es halt wichtig, dass der Eintrag spezifisch ist. Mit der Kombination Impfstoff/Chargennummer weiß man ja genau, um was für eine Version welches Impfstoffs es sich gehandelt hat und kann dann in Abhängigkeit davon entsprechende Entscheidungen und Ausschlüsse vornehmen.

      • Oh, da erwartet man aber viel Expertenwissen des impfpasskontrollierenden Personals, anhand der Chargennummer und des Impfstoffs minutiös genau entscheiden zu können, ob Immunität besteht. Am Kneipeneingang…

  33. Hallo Tim, hallo Linus,
    das war wieder eine super Sendung…vielen Dank.

    Dass sich Sachsen mal als Vorreiter im positiven Sinne hervortut und mit der Änderung der Corona-Schutz-Verordnung die Corona-Warn-App zur Kontaktverfolgung erlaubt, fühlt sich als leidgeplagte Dresdner nur im ersten Moment gut an.

    Denn beispielsweise die Landeshauptstadt Dresden hat mit finanzieller Unterstützung die App Pass4All eingeführt. Leider steht dieses Vorgehen nicht im landes- und bundesweiten Fokus wie die Luca-App.

    Am 17. März veröffentliche die Landeshauptstadt Dresden eine Pressemeldung mit dem Titel „Stadt unterstützt digitale Nachverfolgung und Testerfassung – OB Hilbert: „Pass4All ist Teil unserer langfristigen Öffnungsstrategie“ (https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2021/03/pm_044.php). Aus dieser geht u.a. hervor, dass aus dem städtischen Haushalt durch das Amt für Wirtschaftsförderung 50.000 EUR für Pass4All zur Verfügung gestellt werden.

    Dabei sehen wir bei Pass4All nahezu alle Kritikpunkte erfüllt, wie sie an der Luca-App durch die über 70 führende deutsche IT-Sicherheitsforscherinnen und -forscher formuliert wurden.

    „Stilblüten“ treibt das sog. „Factsheet Datenschutz und Datensicherheit“ (https://www.pass4all.de/wp-content/uploads/2021/03/pass4all_factsheet_datenschutz_datensicherheit.pdf) von pass4all. Darin heißt es u.a.: „Zusätzlich: Vier-Augen-Prinzip durch Zerlegung des privaten Schlüssels. Einen Schlüsselteil erhält der jeweilige Betreiber, einen zweiten Teil wird für das Gesundheitsamt verwahrt. Dadurch ist es weder den Betreibern noch pass4all einem anderen Dritten technisch möglich, die Daten zu entschlüsseln. Dies geschieht erst durch Zusammenführung der Schlüsselteile beim Gesundheitsamt.“

    Und auch nach der neuen Corona-Schutz-Verordnung setzt die Stadtverwaltung nicht auf die CWA. Vielmehr sollen nun alle Besucher:Innen der städtischen Bibliothek Pass4All nutzen (https://www.bibo-dresden.de/de/aktuelles/2021/Einchecken-mit-pass4all.php).

    Viele Grüße aus dem schönen Dresden,
    M&M

  34. 50% der Kinder können irgendetwas nicht. Das ist schlimm, schlimmer ist, daß im Jahre 25 (+-) der Internetzeitrechnung es technikaffine Menschen gibt, die nicht wissen, daß man wegen Bilderklau abgemahnt werden kann. Mein Mitleid hält sich in Grenzen, auch wenn ich Malik schätze (durch seine Beiträge im Cleanelectric podcast konnte man etwas lernen). Richtig und unterstützenswert finde ich das Vorgehen gegen diese Abmahnpraxis. Es sollte eine Art Warnschuss geben müssen, bevor Anwälte eingeschaltet werden.
    Eure Darstellung der Elektroautoladesitiation teile ich nicht.
    Ich habe nur eine Ladekarte, und diese nutze ich selten. In den meisten Fällen fahre ich an die Ladesäule, stecke an und das Auto läd.
    Daheim läd das Auto PV Strom. Nur für den Notfall habe ich eine Ladekarte. Fast hätte ich gelogen, für das osteuropaische Ausland habe ich zusätzlich einen Ladechip.
    Diesen aktiven Beitrag zum Umweltschutz (u.a. E-Auto und PV auf dem Dach) kann ich nur leisten, weil ich früher die Schule freitags nicht geschwänzt habe und weil Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft in diesem Land noch belohnt werden. Leider gibt es immer lauter werdende Bewegungen, die dem entgegenwirken.

  35. Hallo Ihr lieben!

    Zum Thema QR Check-in bei der CWA: da wir im Sachsen sind und ich die Nachrichten bezüglich Zulassung derer als valider Mittel zur Kontaktnachverfolgung sehr gut fand, habe ich kürzlich versucht, die Nutzung der App als Kontaktnachverfolgung in nötige Präsenzveranstatungen an der Universität vorzuschlagen. Da man nicht davon ausgehen kann, dass alle Studierende die App nutzen, habe ich bei der CWA-Hotline angerufen um genau die Frage, die Linus im Podcast stellte, nachzugehen. Dort wurde mir gesagt, es sei derzeit nicht möglich als Veranstalter*in eine Medlung für Teilnehmende zu triggern. Ich hoffe sehr, dass sich das bald ändern wird, denn sonst ist es meiner Meinung nach kaum praktisch umsetzbar, die App effektiv zur Kontaktnachverfolgung in Veranstaltungen zu nutzen.

    Liebe Grüße und tausend Dank für das tolle Podcast!

  36. Zum Problem des Datenschutzes beim digitalen Impfpass:
    Ein Impfnachweis muss natürlich personengebunden sein. Eine zweckfremde Speicherung (z.B. für Gästelisten oder Bewegungsprofile) müsse schlicht verboten werden, war euer Fazit.
    Ich sehe noch folgende technische Möglichkeiten, die Zweckentfremdung zumindest zu erschweren:
    Die personenbezogenen Daten (Name, Geburtsdatum) sind nicht im maschinenlesbaren Teil, z.B. also einem QR-Code, des Impfpasses gespeichert. Sie werden vom Inhaber erst stichprobenartig auf Nachfrage in der App aufgeklappt. Gleichwohl sind sie durch die digitale Signatur mit abgedeckt – wer die Signatur inklusive persönlicher Daten prüfen möchte, muss Name und Geburtsdatum aber selbst abtippen.

    Daraus ergibt sich ein gewisser manueller Aufwand, die persönlichen Daten zu erlangen, der eine Massenerhebung schlicht unattraktiv macht.

    Um Bewegungsprofile zu erschweren, wird jede Impfung nicht mit einem einzelnen digitalen Zertifikat bestätigt, sondern mit 100 oder 1.000 Zertifikaten, die sich durch einen randomisierten Salt alle unterscheiden. Die Impfpass-App zeigt dann zufallsgesteuert immer irgendein Zertifikat an, sodass ein Verifier mich nicht ohne weiteres bei jedem Kontakt wiedererkennt.

    Im Detail habe ich das hier gebloggt: https://blog.pixelistik.de/impfnachweis-app-design/

  37. Hallo,
    nach Deiner Meldung zu den Möglichkeiten der CWA hier in Sachsen habe ich den QR-Code für die nächste Orgelandacht in unserer Dorfkirche erstellt. Danke für den Hinweis in den immer wieder hörenswerten Folgen des Podcastes.
    Vielen Dank

  38. Tolle Folge. Daumen Hoch.

    Ich finde die Möglichkeit Eigenschaften oder Berechtigungen datensparsam und rechtssicher zu übertragen total spannend.
    Man stelle sich vor analog zum Impfausweis könnte man zusätzlich zu der Eigenschaft „ist geimpft‘ auch Eigenschaften wie ‚darf Kfz führen“ „ist über 16 Jahre“ oder „hat einen Angelschein“ übertragen. Bisher muss man dabei immer den Personalausweis zeigen. Dieser gibt ja immer für einen Vorgang auch unbenötigte Informationen wie Adresse oder Geburtsdatum wieder.
    Mit digitalen Zertifikaten könnte man wirklich nur die benötigte Eigenschaft übertragen.
    Ich bin, wie Tim auch sagte, echt gespannt was da in den kommenden Jahren noch so kommt.
    Bitte EU vergeigt das nicht.

  39. Hallo.
    Ich habe da eine Frage an die IT-Security Experten:
    Könnte man mit der Infrastruktur vom Impfpass nicht jedem EU-Bürger ein zertifiziertes PGP-Schlüsselpaar zur freien Benutzung zur Verfügung stellen?
    Eine EU weit standardisierte App zum Managen von statlch beglaubigte Keys scheint mir ein riesiger Schritt hin zu sicheren digitalen Behördengängen zu sein.
    Oder habe ich irgendwo einen Denkfehler.

  40. Hi Tim,
    Hi Linus,

    will euch diesen Mitschnitt des Ausschusses für Kommunikationstechnologie und Datenschutz vom 15.4.2021 nicht vorenthalten:
    https://www.youtube.com/watch?v=8UFwlF5Zga8&t=405s
    Besonders positiv hervorzuheben ist Maja „Datenschutz ist kein Nice-To-Have“ Smoltczyk, Datenschutzbeauftrage Berlin

    Statements zu Luca, Teams und Zoom in Schulen gibt es auch. Neben den üblichen Wie-können-wir-nur-ohne-Microsoft-überleben-Abgeordneten bin ich doch durchaus optimistisch, dass die Problematik zumindest erkannt wurde und langsame Schritte in die richtige Richtung unternommen werden.

    Sehr negativ aus meinen Augen ist der Sprecher der BVG, dem es in Pandemiezeiten egal ist mit welchen digitalen Mitteln Schüler beschult werden. Fragt mich nicht warum der zu Schule ein Statement abgegeben hat (ca. Minute 28ff) und auch die BVG als kritischere Infrastruktur betrachtet als Schulen.

    Ansonsten weiter so. Hab diesen Podcast erst dieses Jahr entdeckt, aber seitdem bin ich dabei und hab schon gut mitlachen und mich mitärgern können.

  41. Übrigens, auch Leute ohne Krankenversicherung werden geimpft. So viel zu der Datenrückverfolgung via Krankenkasse.
    Die sind wahrscheinlich dann wieder die Gelackmeierten.

  42. Moin,

    die Behauptung, ein elektronischer Impfausweis führe zur Spaltung der Gesellschaft, halte ich für schlichten Blödsinn.

    Zum einen geht es hier nur um eine Übergangsphase bis flächendeckend geimpft ist. Vielleicht irgendwie bis September oder spätestens Oktober so, wenn ich das richtig sehe. Danach ist der elektronische Impfausweis im Grunde nur eine banale Vereinfachung – man muss nicht mehr im gelben WHO-Heft herumsuchen, sondern kann den Status flugs präsentieren. Das gelbe WHO-Heft bleibt aber maßgeblich, und auch der Perso bleibt maßgeblich. Was in der Realität wohl heißt, man zeigt einen Nachweis mit signiertem QR vor und das ist es dann, alles andere dauert zu lange.

    Dann ist doch gar nicht so, dass die Gesellschaft verlässlich in zwei Gruppen teilen lässt, nämlich die Impfausweisinhaber und die Nichtinhaber. Das ist im Gegenteil ein buntes Durcheinander. Mein familiäres Umfeld als Beispiel: Ich bin erstgeimpft, wohl Ende Juli dann mit Ausweis. Einer meiner Söhne (bei der freiwilligen Feuerwehr) ist erstgeimpft, wohl Ende Juni mit Ausweis (anderer Impfstoff). Der andere Sohne ist nicht geimpft, geht auch nicht zur Schule und wird kaum vor September mit der Erstimpfung rechnen können. Meine Freundin ist nicht geimpft. Deren Söhne sind Diabetiker, beide erstgeimpft und wohl Mitte Juni mit Ausweis. Das ist ein so buntes Durcheinander, dass eine Urlaubsplanung oder auch nur ein gemeinsamer Restaurantbesuch auf Basis des Impfstatus sowieso unmöglich ist. Das wird in den meisten Familien kaum anders sein. Im Zweifel kommt es schlicht auf den Letztgeimpften an. Der aber bekommt seinen Impfausweis dann, wenn es ohnehin egal ist, nämlich wenn eh flächendeckend geimpft ist und niemand mehr nach einem Nachweis fragt. Vielleicht bei Flugreisen, aber da hatte man in der Vergangenheit schon immer den WHO-Ausweis dabei (ich jedenfalls) und beim Checkin ist auch selten soviel Zeitdruck, dass ein elektronischer Nachweis eine nennenswerte Beschleunigung liefern würde.

    Mein Fazit: Die Sorge, dass der elektronische Impfausweise die Gesellschaft spaltet, ist unbegründet.

  43. Hier in Frankreich wurde ich schon erstgeimpft und da gab es einfach einen QR-Code auf der Bestätigung, den konnte ich mit der staatlichen „Alle-gegen-Corona“-App einscannen und habe das jetzt in der App falls jemand fragt. (Ja, das ist die App, die nicht die Apple-Google-Api nutzt…)

  44. Ich erlaube mir mal, die Diskussion aus dem Grab zu heben um Eure prophetischen Fähigkeiten zu loben:

    Tim schätzt aus dem Bauch, dass Ende Juli 50% der Bevölkerung vollständig geimpft sind. Stand 23.7. sind laut Corona Warn App (sic!) 49.1% geimpft – passt ;-)

    Die gelben Impfpässe gelten parallel zu den elektronischen Zertifikaten weiterhin gültig – Passt.

    Die Zertifikate bekam man bis vor Kurzem in der Apotheke nach Vorlage des Impfpasses. – Passt

    Bis vor Kurzem deshalb, weil das eine Zertifikat, das ALLE Apotheken verwenden leicht mit betrügerischer Absicht zu erhalten war. Das eine Zertifikat kann natürlich auch nicht ungültig gemacht werden, weil dann auch die legitimen Impfnachweise ungültig würden. Folglich, die Zertifikate an die Apotheken zu liefern ist die Herausforderung an der man scheitert – passt.

    Mein Zertifikat habe ich übrigens problemlos und ziemlich fälschungssicher mit der Impfung von meiner Ärztin bekommen. – die gute Nachricht ;-)

Schreibe einen Kommentar zu Eric Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.