US-Sanktionen — Ausspähen unter Freunden — Digital Independence Day — 39C3 — Termine
Das neue Jahr legt gleich richtig los und wir sinnieren zu Beginn, was das jetzt schon wieder alles soll. Danach berichten wir von den scharfen Maßnahmen, die die US-Regierung ergreift, um auch in Deutschland kritische Organisationen mundtot zu machen, in dem Terrorsperrlisten des internationalen Bankensystems mißbraucht werden. Dann stellen wir Euch die Idee des Digital Independence Day vor und gehen eine längere Liste von Vorträgen des 39C3 durch, die für Euch interessant sein könnte.
Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.
Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.
Transkript
Shownotes
Prolog
- DIE ZEIT: Russland: Medwedew könnte sich Entführung von Bundeskanzler Merz vorstellen
- www.spiegel.de: Dmitrij Medwedew: Bundesregierung reagiert scharf auf Spruch über Entführung von Friedrich Merz
US-Sanktionen gegen Europa
HateAid
- HateAid: Einreiseverbot gegen Geschäftsführerinnen von HateAid
- Wikipedia (de): Anna-Lena von Hodenberg
- Wikipedia (de): HateAid
Rote Hilfe
- taz.de: Alle Konten gekündigt: Rote Hilfe droht das finanzielle Aus
- Rote Hilfe: Kontokündigung wegen Antifa: Banken vollstrecken US-Politik in Deutschland
- ndr.de: Wegen Trump? Banken kündigen Konten der “Roten Hilfe”
- www.gls.de: Stellungnahme Kontokündigungen
- www.gls.de: Aus der Bank: Im Dialog bleiben
Ausspähen unter Freunden geht gar nicht
- DIE ZEIT: Bundesregierung: Merkel: “Ausspähen unter Freunden geht gar nicht”
- DIE ZEIT: Spionage: BND hörte jahrelang US-Präsident Barack Obama ab
- genialokal.de: Das erwachsene Land
#DIDit #DUTgemacht
- www.ccc.de: CCC | CCC unterstützt den monatlichen Digital Independence Day
- heise online: 39C3: „Digital Independence Day“ gegen Tech-Monopole
- heise online: 39C3: Digital Independence Day – CCC-Sprecher über Weg raus aus Big Tech
- www.tagesspiegel.de: Hacker-Treffen: Chaos Computer Club regt „digitalen Unabhängigkeitstag“ an
- tagesschau.de: tagesthemen 23:30 Uhr
- tagesschau.de: CCC-Kongress in Hamburg: Wege in die digitale Unabhängigkeit
- tagesschau.de: tagesschau 20:00 Uhr
39C3
- media.ccc.de: A post-American, enshittification-resistant internet
- media.ccc.de: The Heartbreak Machine: Nazis in the Echo Chamber
- www.golem.de: Golem.de: IT-News für Profis
- media.ccc.de: Die Känguru-Rebellion: Digital Independence Day
- media.ccc.de: All my Deutschlandtickets gone: Fraud at an industrial scale
- media.ccc.de: CCC-Jahresrückblick
- media.ccc.de: To sign or not to sign: Practical vulnerabilities in GPG & friends
- media.ccc.de: Gegenmacht – Best of Informationsfreiheit
- media.ccc.de: Zentrum für Politische Schönheit:
- media.ccc.de: Hacking washing machines
- media.ccc.de: FeTAp 611 unplugged
- media.ccc.de: PRÜF
- media.ccc.de: Pwn2Roll: Who Needs a 595€ Remote When You Have wheelchair.py?
- media.ccc.de: Schlechte Karten – IT-Sicherheit im Jahr null der ePA für alle
- media.ccc.de: Current Drone Wars
- media.ccc.de: AI Agent, AI Spy
- media.ccc.de: Chatkontrolle
- media.ccc.de: Watch Your Kids: Inside a Children’s Smartwatch
- media.ccc.de: 10 years of Dieselgate
- media.ccc.de: Wer hat Angst vor dem Neutralitätsgebot?
Termine
Jugend hackt: Projektstipendium
- Jugend hackt: Projektstipendium: Long Term Support
DID Terminkalender
- termine.di.day: Der Smarte Gemeinschaftskalender
Kurzer Kommentar zu Linus „Auftritt“ bei Meredith Whittaker beim 39C3.
Es hat sich für mich sehr befremdlich angefühlt, dass nachdem der Herald den Talk angekündigt hat, Linus das Mikrofon genommen hat, nur um zu sagen: „Meine einzige Aufhabe ist es, dass ihr den kompletten Weg der zwei Vortragenden auf die Bühne applaudiert.“ Und das wars.
Fand ich irgendwie unnötig. Ich weiß, dass ihr nen guten Kontakt habt. Aber dann hätte man ja den Herald komplett ersetzen können. Fühlte sich so an als ob das „coolste Kid vom CCC“ unbedingt auch noch was sagen wollte, weil die Vortragenden so wichtig sind. Irgendwie hat es sich ein kleines bisschen wie eine Ego-Show angefühlt.
Kann verstehen, dass mutmaßlich der Herald dann nach dem Vortrag keinen Bock mehr hatte die Abmoderation zu machen.
Es ist doch gerade so schön, dass die Ankündigungen quasi jede Person machen kann, egal wie bekannt die Vortragende Person ist. Das zeigt ein Gegenmodell zu dem was wir in der normalen Welt erleben.
Der Vortrag war auf jeden Fall trotzdem sehr gut und sehr wichtig!
Sonst wie immer vielen Dank für die neue Sendung!
Jetzt war der Kommentar doch länger. Sorry dafür.
Tja, gewisse Persönlichkeitsakzentuierungen kommen selbst in den besten Familien vor. Wie heisst es so schön: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ Gerade mit der Selbstdarstellerei ist das so eine Sache, darüber sind schon manche gestolpert. Julian Assange hätte sich einigen Diskomfort ersparen können, wenn er heimlich, still und leise sein Wikileaks betrieben hätte, ohne dafür öffentliche Anerkennung zu suchen. Letztlich wäre Zurückhaltung gute Opsec – und auch guter Stil – gewesen, während der aufmerksamkeitsheischende Auftritt mehrere Jahre Kerker nach sich gezogen hat.
Ja, Leute, also das geht mir nimmer so!
Linus Neumann, ein ganz toller Typ!
Er sieht richtig gut aus.
Er ist richtig wichtig.
Er ist vor allem auch witzig.
Er ist auch noch so jung geblieben, aber er will nicht mehr in die Schule gehen!
Er macht das halt schon etwas länger, aber er ist trotzdem einfach die bessere Wahl.
Er hat wenigstens Ahnung, was er sagen soll.
Eloquent wäre untertrieben.
Warum redet er über seinen Ski-urlaub?
Jetzt wäre der Kommentar doch noch etwas länger gewesen, wenn nicht Zurückhaltung die bessere Wahl gewesen wäre.
Die Idee mit dem Digital Independance Day finde ich super. Seit Jahren warte ich aber vergeblich darauf, dass der Signal-Messenger barrierefrei wird und das helle Design wirklich einheitlich hell einstellbar ist: Alle Nachrichten als dunkler Text auf hellem Hintergrund. Leider ist es mir bisher noch nicht gelungen, den Signal-Entwicklern verständlich zu machen, dass hier leider die Barrierefreiheit = Einstellbarkeit & Wahlfreiheit nicht gewährleistet wird. Die Rückmeldungen waren bisher nur, dass keine Bugs dahingehend feststellbar seien. Frage: Welche Möglichkeiten habe ich als Einzelperson oder hat die Community, solche Veränderungen anzustoßen? Bei allem, was barrierefrei ist, bin ich sofort zum Wechseln bereit.
Das mit der Barrierefreiheit ist ein guter Punkt. Aber ich kann dich zumindest dahingehend bruhigen, das die meisten Messenger nicht nur nicht barrierefrei sind, sondern ihre Nutzeroberflächen nahezu vollständig verständnisfrei sind. Oft ist unklar, wie, wo oder wann man wozu welche Einstellung machen kann oder eben nicht.
Der Hinweis mit der Tabelle für logins um einen Überblick für seine accounts zu bekommen, geht auch noch besser und nachhaltiger. Einfach ein keepass file anlegen und bei der Gelegenheit die Passwörter und hinterlege mailadresse auf die Reihe bekommen.
Das ist unglaublich schön für das gewissen einfach alle Accounts zu kennen und im Griff zu haben. Keepass ist dafür der Perfekte Ort Tabelle sollte die zweite Wahl sein.
Das versetzt einen sogar irgendwann in die Lage guten Gewissens die sunnygirl82@hotmail.com Adresse irgendwann los zu werden. Geht das nämlich nicht nur um die postalische Adresse wenn man umzieht.
Grundsätzlich halte ich den Digital Independence Day für eine gute und wichtige Initiative. Dass das CCC hier unterstützend wirkt, ist ausdrücklich positiv hervorzuheben.
Kritisch sehe ich jedoch, dass Tim und Linus ihre eigene Lebensrealität stark verallgemeinern – nach dem Prinzip: „Wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch.“
Gerade beim Thema WhatsApp ist diese Perspektive aus meiner Sicht zu kurz gedacht. Eltern mit Kindern, die in Sport-, Musik- oder anderen Vereinen aktiv sind, sind auf Gruppenkommunikation angewiesen. Informationen zu Terminen, Orten oder kurzfristigen Änderungen werden nahezu ausschließlich über bestehende WhatsApp-Gruppen verbreitet.
Solche Gruppen, in denen sich viele Eltern kaum kennen, geschlossen zu einem anderen Messenger zu bewegen, ist in der Praxis kaum umsetzbar.
Diese Lebensrealität betrifft viele Familien – auch wenn das in der Sendung nur wenig berücksichtigt wurde.
Es sagt sich leichter als es ist, aber da muss man dann standhaft bleiben! Im Zweifel bekommt man eben keine Informationen oder verlässt die Gruppe und sucht sich eine andere. Ein für viele ungewöhnlicher Gedanke, aber es lohnt sich.
Ja, super. Hab ich vor Jahren mal getestet. Konsequenz: Freundeskreis halbiert, Großteil der Familie wesentlich weniger Kontakt.
Habs dann wieder gelassen und biete jetzt viele Kommunikationsmöglichkeiten an, auch WhatsApp für die, deren Kontakt mir wichtig ist.
Aber wer mag kann natürlich auch standhaft bleiben und seine sozialen Kontakte minimieren. Hat man auch viel mehr Zeit sich um seine Technik zu kümmern.
Ich würde Linus an dieser Stelle auch widersprechen: Er ist nicht der schwierigste Fall, um Leute auf andere Plattformen zu ziehen, sonst der leichteste:
Linus ist bekannt, viel gefragt von Journalisten, kann sich (vermutlich) aufgrund seiner Bekanntheit seine Kunden aussuchen. Klar kann er den Kommunikationskanal vorgeben.
Die schwierigen Fälle sind aber das genaue Gegenteil: Menschen mit eher wenig sozialem Anschluss, die aktiv dafür arbeiten müssen, nicht abhängt und vergessen zu werden. Das wird deutlich schwieriger, wenn man die Kontaktaufnahme dadurch erschwert, dass man Standardwege nicht bedient. Dann ist man nämlich immer davon abhängig, dass das soziale Umfeld den Extra-Aufwand macht, einen separat zu kontaktieren.
Der Grund, warum wir Menschen zu WhatsApp bekommen haben, war wie von euch gesagt die Kostenersparnis ggü. der SMS, zusätzlich noch die weiteren Features (Gruppen, Bilder). Da war es eben deutlich leichter die Leute auf die Plattform zu bekommen als heute, wenn man mit abstrakten Werten wie digitaler Souveränität argumentiert.
Ich kam hier her, um einen ähnlichen Kommentar zu machen.
Gleichzeitig sehe ich hier eben immer noch die Links zu Twitter, Amazon und einen Linuzifer bei LinkedIn posten.
Als letztes frage ich mich, wie Ihr Euren AppleID Account ablösen werdet.
Gerade von Whatsapp wegzukommen wäre wünschenswert aber ist extrem schwierig. Stand heute bedeutet kein Whatsapp: Weniger Teilhabe in Vereinsgruppen, in Elterngruppen etc. Spontan aus meiner Lebensrealität: Weniger Sex weil die Hookups von der Dating App wieder nur Whatsapp haben. Kein Sex mit Nutzern von Meta Produkten kann man versuchen aber naja.
Genau deswegen ist die Regelmäßigkeit (jeden Montag) vermutlich eine gute Idee.
Ich muss Wojtek hier voll und ganz zustimmen. Familien haben derzeit praktisch keine Change ohne Whatsapp zu leben. Ich kann mir den „Luxus“ auf Whatsapp zu verzichten leisten, weil meine Frau in allen Kindergarten-, Klassen-, Kindergeburtstags-, Schwimmkurs- und was weis ich nicht noch in was für Gruppen ist. Wenn man beim Elternabend vorschlägt mal einen anderen Messenger zu verwenden wird man gleich als Nestbeschmutzer schief angeschaut. Klar, wenn man seine Kinder zu Außenseitern machen will, kann man das schon machen – aber das ist nicht mein Lebensziel.
Trotzdem freue ich mich sehr über den DID – ich hoffe er bringt solche Themen vielleicht auch durch Menschen wie Marc-Uwe in einer breiteren Masse auf die Agenda.
Sehr schöne Podcast-Folge wieder, danke dafür.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welcher Naivität viele Menschen durchs Leben gehen. Mit etwas Fantasie – zumal inzwischen ohnehin viele Konventionen über Bord gegangen sind – ist es doch gar nicht so schwer, sich vorzustellen, auf welchem Weg ein US-Präsident Grönland sogar ziemlich legal, etwa per Volksabstimmung, bekommen könnte. Die konkrete „Anleitung“ spare ich mir lieber, falls da noch niemand darauf gekommen ist. Währenddessen fällt unseren Politikern und deren Wählern oft nicht viel mehr als Empörung ein – oder hilflose Drohungen nach dem Motto: „Ich zähle jetzt bis drei und dann …“
Wenn CHN TWN bekommt und RF die UKR, wer sollte sich bei einer Übernahme von GRL durch die USA ernsthaft dagegenstellen? Das wäre letztlich ein imperialer Deal. Übrigens stand CAN wohl auch noch auf der Wunschliste.
Sehr amüsant fand ich auch eure Wiederentdeckung der Sanktionslisten. Ich meine, dazu schon in einer früheren Folge kommentiert zu haben. Kurz zusammengefasst: Wer kontrolliert eigentlich die Rechtmäßigkeit der Einträge? Und die fehlende Fantasie hindert „uns“ offenbar auch daran, – offiziell, versehentlich oder nach einem Hack – einmal die AfD, Firmen von Orbán oder andere moralisch fragwürdige Organisationen oder Unternehmen einzutragen. Diese Listen werden nicht täglich gepflegt, und Prüfungen passieren meist erst, wenn sich jemand beschwert. Es sind zwar nur Nadelstiche, aber Micro$oft auf einer solchen Liste wäre, wenn auch kurz, bemerkenswert.
Vielleicht noch ein Gedanke aus meiner Kernkompetenz Informatik: In der Softwareentwicklung wie auch in der Systemadministration bzw. -konfiguration sollte man sich immer möglichst vollständig überlegen, was Software oder Konfiguration nicht tun sollen. Das ist in der Regel deutlich mehr als das, was sie tun sollen – und genau diesen Teil sparen sich viele. Schaut man sich die Root Causes der meisten Probleme mit digitalen Systemen an, wurde dieser Grundsatz meist nicht konsequent genug berücksichtigt.
Macht weiter so – besonders euer Engagement im CCC Umfeld ist vorbildlich.
@Linus auch wenn Framework coole Hardware macht, unterstützen sie Verschwörungstheoretiker, Faschisten, Rassisten und andersartiges rechten Abschaum.
https://thelibre.news/lets-talk-about-dhh/
https://sgued.fr/blog/framework-omarchy/
Sehr schade, aber ich denke es ist sinnvoll, das im Hinterkopf zu behalten.