LNP377 Zauberlehrling Reloaded

Feedback — Messenger — Clubhouse — Digitalversagen Deutschland — Cookie-Banner — OpenTechFund

Heute mal ein eher kurzes Update mit recht viel Feedback. Wir reden über den aktuellen Straßenfeger Clubhouse und was dort noch in bezug auf den Datenschutz problematisch ist, was es für Messenger-Alternativen gibt, warum Cookie-Banner so nerven und bringen Euch die brandheiße News, dass es mit der Digitalisierung in Deutschland schleppend voran geht. Und auch noch eine gute Nachricht.

Dauer: 1:08:03

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Pulinos, ich will jetzt auch endlich mal was sagen.
Linus Neumann
Ja, ich kann nicht gleich hochziehen oder hast du überhaupt schon inweit, ich weiß nicht, hast du ein iPhone.
Aux
Tim Pritlove
Logbuch, Netzpolitik Nummer dreihundertsiebenundsiebzig, wir schreiben Freitag den zweiundzwanzigsten Januar zweitausendeinundzwanzig, neue Präsidenten, neue Perspektiven immer noch Pandemie und ganz viel Audioprobleme bei dem Versuch uns hier irgendwie remote zu verbinden.
Linus Neumann
Das ist wirklich frustrierend ähm mit diesem Internet.
Tim Pritlove
Das funktioniert einfach nicht, oder? Das kann man auch einfach mal abschalten.
Linus Neumann
Ja, manchmal denke ich, es wäre vielleicht besser gewesen, wäre mit dem Mist gar nicht erst angefangen, aber das sind die dunklen Stunden. Eines Daseins.
Tim Pritlove
Das lässt sich jetzt leider nicht mehr zurückdrehen. Da müssen wir ja jetzt durch. Wir müssen wir müssen mit dem Netz leben, so wie wir es haben, dass das gerade in Deutschland nicht besonders einfach ist, dass äh wenn wir im Laufe der Sendung dann auch nochmal behandeln. Tja.
Linus Neumann
Also wie gesagt, wir werden im Laufe der Sendung noch lernen, dass noch nicht entschieden ist, ob sich das hier mit diesem Netz dauerhaft in Deutschland durchsetzt, etabliert oder nicht, ne? Das äh ist durchaus noch äh hier Neuland.
Tim Pritlove
Ist auch die Frage, ob es jetzt überhaupt noch Podcasthörer gibt, weil irgendwie Gefühl sind ja jetzt alle gerade im Clubhaus.
Linus Neumann
Oh ja. Äh da kommen wir dann auch gleich zu, das werden wir nicht vermeiden können, aber wir möchten kurz vorher einmal über unser Feedback sprechen, wieder viel Feedback zur letzten Sendung, herzlichen Dank. Es waren eine Reihe an Korrekturen dabei, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte und zwar ähm habe ich in der letzten Sendung so sinngemäß gesagt, der Grund warum die USA mit Wahlpersonen wählen, lege daran, dass die, dass es ja ein Flächenstart ist oder ein äh dass die Vereinigten Staaten ja Flächenstaaten sind und man irgendwie zusammenkommen muss, das ist aber äh nicht richtig diese Vermutung. Da wurde ich unter anderem korrigiert von Stefan und Wilbert. Stefan sagt. Da hier die Wahlmänner hinterfragt wurden, der historische Grund war, dass sich die Föderalstaaten nicht auf eine gemeinsame Art der Präsidentenwahl einigen konnten. Die einen wollten Volksabstimmung mit Mehrheitswahlrecht, die anderen Staaten verhältniswahlrecht, andere Staaten, dass die Föderalstaaten Regierung den Präsidenten bestimmt. Also unterschiedliche Staaten werden vereinigt und haben unterschiedliche Vorstellungen, wie denn der Präsident gewählt wird. Und deswegen haben sie sich dann, hat man sich dann das europäische Kurfürstensystem. In Klammern gewillkürte Monarchie als Vorbild genommen. So konnte jeder Föderalstaat komplett selber bestimmen wie sich seine Stimmen verteilen, Und es gibt trotzdem eine gemeinsame Wahl. Das ist also der Grund für dieses äh Wahlpersonenrecht.
Tim Pritlove
Okay, das wusste ich auch noch nicht.
Linus Neumann
Und äh dann sagte Wilbert dazu noch ergänzend noch der Hinweis, dass sich die Wahlfrauen und Männer, die zusammen das sogenannte Electric College bilden, nicht, im Capitol in Washington DC treffen, sondern Mitte Dezember gleichzeitig aber jeweils in ihrem Staat zusammentreten. Also alles, was ich da gesagt habe, ist falsch. Ähm über äh die Historie und den Ablauf dieses äh Wahlvorganges äh korrekt war aber ähm das am sechsten, Januar Leute randaliert haben. Den Teil habe ich richtig.
Tim Pritlove
Grad noch die Kurve gekriegt, Mensch.
Linus Neumann
Dann haben wir darüber gesprochen, dass äh Trump ja auf den sozialen Netzwerken gesperrt wird und da gab es auch, denke ich, zwei wichtige, Ergänzungen ähm einmal von Jo, äh der kommentierte, Ein Aspekt, den man in der Debatte um die Twitter-Sperre und so weiter auch beachten muss, auch wenn die Bewertung, schwer fällt ohne total zynisch zu werden. Trump wurde von Twitter gesperrt am Tag nachdem die Demokraten die Mehrheit im Senat gewonnen hatten. Also da, jetzt nicht mehr die Republikaner mit ihrer Interpretation von Free Speech, glücklich zu halten sind, sondern eben die andere Seite. Auch wenn sich Jack Dorsi jetzt mit denen gut stellt, bleibt er eventuell von Regulierung, die manche Demokraten schon angekündigt haben. Verschont oder. Also wenn und wenn Jack Dorsi sich mit denen jetzt gut stellt, bleibt der eventuell von äh Regulierung verschont. Na ja, also das ist auf jeden Fall der Zeitpunkt. Sehr unglücklich gewählt und da kommentiert auch Obstsalat etwas, was wir in der letzten Sendung wirklich haben zu kurz kommen lassen. Wir haben nämlich relativ ausführlich von Sonderregelungen in diesem Fall für Staatsoberhörter gesprochen. Aber ähm korrekt merkt Obstsalat. An Donald Trump hat ja nicht erst als Präsident angefangen gegen die Community Richtlinien von Twitter zu verstoßen. Vor, sondern er hat das auch schon getan, bevor er Präsident der USA war, konsequenterweise so Obstsalat weiter, hätte man ihm bereits zu diesem Zeitpunkt den Account sperren können, ohne das Risiko einzugehen, der Öffentlichkeit, Äußerung von besonderer zeitgeschichtlicher Bedeutung vorzuenthalten Aber Twitter hat sich lieber, über seine eigenen Richtlinien hinweggesetzt, da Trump früher als Demagoge in Erscheinung trat und damit versprach, tankerweise Klicks zu generieren. Das ist, denke ich, hier sehr wichtig. Ähm, zur festzuhalten, ähm das potenziell, Twitter und die. Aufmerksamkeit, die Journalistinnen auf Twitter haben, durchaus eine signifikante Rolle gespielt haben kann, dabei, dass Donald Trump. Präsident wurde. Und ja, das haben wir ähm. Etwas, äh das haben wir äh unterbeleuchtet, insbesondere in der Würdigung von Twitters Rechtfertigung des eigenen Handelns. Ja, dann kommt zuletzt noch ein Hörer, der einen weiteren Aspekt, den haben wir in anderen Sendungen sehr häufig diskutiert, aber hier auch nicht, da geht's ein bisschen also um soziale Medien generell, also hier um die Frage Pala äh Twittersperrung und so weiter. Alle besprechen das Ganze immer so, als würden diese Hassgruppenrechte Spinner, Trump Anhänger AfD-Anhänger und so weiter sich von ganz alleine finden und zusammentun. Ihr nennt selbst den Gedankengang, das sei einfach ein Nebeneffekt, davon, dass sich jetzt eben jeder mit jedem vernetzen kann. Der Dialog wird oft so geführt, als seien die populären sozialen Plattformen flach. Und chronologisch und als ob jeder dort. Eigene Hand navigiert, aber das ist schlichtweg falsch. Facebook und YouTube, Algorithmen, Boosten, bewusst und gewollt, seit Jahren immer den Content, der von Facebook und YouTube, gewünscht wird, dass es aktuell meistens der Content, der die meisten Gemüter erhitzt. Timelines sind schon seit Jahren nicht mehr chronologisch, man bekommt auch hier Content aufgezogen. Ja, wichtiger Punkt ähm ein bisschen zu kurz dargestellt, aber das auch völlig normal in einem Kommentar. Deswegen will ich das kurz ergänzen, warum tun die das, ne? Also es ist ja nicht unbedingt so. Dass Facebook Twitter, YouTube, äh, sich zum Ziel gesetzt haben, lasst uns die Welt äh ähm spalten und Konflikte ähm irgendwie. Eskalieren, aber dass sie natürlich das Geschäftsinteresse haben, dass Leute möglichst viel auf dieser, Seite sind und das funktioniert eben äh dann, wenn die Inhalte aufregend sind, Engagement versprechen und das wiederum funktioniert besonders gut, wenn sie irgendwie polemisierend sind. Ähm mit anderen Worten, die Algorithmen, die bei denen, ja Sagen wir mal ganz unschuldig kapitalistisch motiviert sind, ja? Führen dann eben zu katastrophalen sozialen Effekten und zu einer Vergiftung des Diskurses. Ähm. Alles wichtige Ergänzungen, die hier eben von Obstsalat, Einhörer und Jo noch kamen, um die Breite dieser Diskussion nochmal äh mehr zu zeigen. Dennoch würde ich anmerken, dass es trotzdem auch diese Diskussion gibt, ne, freie Rede und so weiter und die Diskussion oder das Phänomen, dass sich eben gezielte, kleinere Netzwerke, mit ähm konkreten politischen Ausrichtungen, wie jetzt hier eben Geb und Pala ähm auch. Etablieren und aufbauen. Ja, also das sind ähm zwei Verbundene, aber nicht, vollständig gleiche Probleme.
Tim Pritlove
Ja, ist auf jeden Fall ein bisschen, Zauberlehrling reloaded, also dieser Algorithmen äh haben ihn sozusagen businessmäßig vielleicht geholfen, aber sie haben halt einfach spezifisch dieses Problem stark verstärkt Das das diese ganze Content Geschichte und was Leute eigentlich als relevant ansehen vollständig aus der Hand äh geglitten ist. So, also auf einmal hat sich die die Relevanz quasi selbst verstärkt ohne wirklich jemals relevant gewesen zu sein und. Darunter leidet man und ich denke, dass dieses Problem aber auch erst so richtig in den letzten Jahren verstanden worden ist von allen Und das äh ja, das mit Trump sozusagen an der Stelle der größte anzunehmende Unfall war.
Linus Neumann
Ich finde das lustig, dass du das Zauberlehrling reloaded nennst, ist nicht äh der gesamte Kapitalismus im Prinzip, nur der Zauberlehrling. Also, das ist jetzt nicht so, als wäre das in anderen Bereichen anders.
Tim Pritlove
Ja, weiß nicht.
Linus Neumann
Ich habe das so, also mir wurde es als Kind so beigebrach.
Tim Pritlove
Also, da könnte da machst du jetzt ein Fass auf, äh das passt nicht in unseren Zeit Plan heute, ne? Und es passt natürlich auch insofern nicht, als dass es jetzt nicht hier vorher irgendwie einen Meister äh gegeben hat, der das irgendwie äh in gewisser Hinsicht im Griff gehabt hat, aber so dieses äh so von einem Werkzeug äh auf einmal, also in dem Fall den eigenen magischen Kräften überzeugt gewesen zu sein, das doch schon irgendwie hinzubekommen und das so nach dem Motto was kann schon schief gehen So ja könntest du grad mal so die komplette Demokratie sprengen und so, Das haben sie halt wahrscheinlich auch so in der Form nicht gesehen. Facebook scheint's irgendwie von außen betrachtet, immer noch so ein bisschen im Gehalt zu sein. Und ähm na ja den anderen ähm Netzen sowie Pala und so weiter äh eher noch ganz recht diese ganze Mehmdynamik, so das hätte man schon auch in gewisser Hinsicht sehen können, dieses selbstverstärkende, kulturelle Element, Vorher war es halt nur Spaß und jetzt ist halt so ein bisschen gefährlich geworden.
Linus Neumann
Nicht gefährlich geworden ist äh die Wikipedia. Wir haben ihr ja zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen. Äh letztes Mal gratuliert und bei diesem äh bei dieser Gelegenheit ein paar äh Änderungswünsche kurz diktiert. Äh die wurden alle umgesetzt. Ähm finde ich sehr schön. Ich hatte ja gesagt, möchte bitte in der Wikipedia nicht weiter als Netzaktivist äh stehen, weil das die ganze Zeit abgeschrieben wird und ich überall dann irgendwie als Netzaktivist vorgestellt werde. Deswegen wurde das wurde jetzt die Wikipedia geändert, ja. Äh da steht jetzt Ines Neumann, ist Hackerberater für IT-Sicherheit und einer entsprechendes Chaos-Computerclubs, der Diplom-Psychologe lebt und arbeitet in Berlin. Bla, bla, bla, bla, bla, noch ein paar Sätze und dann. Bekanntheit erlangt er durch seine frühere Autorenschaft beim Blocknetzpolitik Org durch sein Engagement und Auftritte im Umfeld des CC, sowie den seit zweitausendelf gemeinsam mit dem Printoff betriebenen Podcast Logbuch Netzpolitik. Wo er sich zum Teil aktivistisch engagiert. Dennoch versteht er sich nicht als Netzaktivist Also finde ich äh gut getreut, aber tatsächlich kann ich sagen, danke, ähm, reicht, weil äh die Leute schreiben eh immer nur so die ersten beiden oder die ersten drei Sätze ab und da das jetzt irgendwie so im vierten ist, passt mir das äh so sehr gut, finde ich, finde ich spitze, vielen herzlichen Dank. Das Bild wurde auch getauscht gegen ein viel cooleres, ja? Also von das wurde gemacht bei der Politik hier das ist Netzpolitik Konferenz, ich glaub neunundneunzig nee neunundneunzig zwanzig neunzehn. Fühlt sich an wie neunundneunzig, aber war tatsächlich zwanzig neunzehn. Äh ich bin, ich bin rundum zufrieden. Ähm Wikipedia Spitze. Bei dir wurden auch Änderungen gemacht, Tim, oder?
Tim Pritlove
Ich bin kein Eventmanager mehr. Hurra! Aber äh vermisse noch Verweise auf meine besondere Attraktivität und Intelligenz, aber das kann ja noch kommen.
Linus Neumann
Nee, also sehr schön äh hat funktioniert äh und vielen Dank für diese und vielen Dank nochmal, für diese großartige Wikipedia, wo man ja auch noch sehr viel interessantere, Personen und Fakten nachschlagen kann als Netzaktivisten und Eventmanager.
Tim Pritlove
Ja und sollte es noch wichtige Informationen zu uns geben, die der Welt mitgeteilt werden, werden wir das dann nach ihren späteren Sendungen nachdikieren.
Linus Neumann
Ich hätte da ein paar Ideen, was man da noch reinschreiben könnte.
Tim Pritlove
Ich auch, aber das machen wir später.
Linus Neumann
Wir hatten über die ähm übrigens auch nicht abreißende Welle an Messenger wechseln gesprochen. Und die finde ich sehr ähm. Also ich finde das ja erstmal sehr positiv, wenn nun äh offenbar eine Abkehr von WhatsApp Momentum gewinnt, ja? Ähm Signal hat glaube ich inzwischen die Nutzerbasis verfünffacht. Ich muss dazu sagen, dass offenbar Signal, wohl noch gar nicht so verbreitet war, wie ich dachte, ja und es gibt natürlich dann auch direkt ähm. Viele die sich zu Wort melden mit anderen Messengerkonzepten, also zum Beispiel sagen ja aber die Server sind nicht Open Source und die Bilds sind nicht reproduzierbar ne und da kann ich eigentlich nur sagen also, Leute, schaut euch bitte auch mal an, woher wir kommen, ne? Wir reden hier von einer Bewegung von Leuten, die ähm bis vor Kurzem. Völlig problemfrei WhatsApp genutzt haben, ja? Und wenn die sich jetzt davon wegbewegen und eine, Ende zu Ende verschlüsselten Messenger nutzen, der von einer gemeinnützigen Stiftung bereitgestellt wird, dann ist das ein riesiger Schritt, ja? Und der ist super gut, das heißt nicht, dass äh Repreducial Bills nicht wichtig sind, aber. Glaube auch, dass der größere Teil dieser Leute nicht mit äh äh reproduzierbar gebauten Betriebssystemen irgendwie unterwegs sind. Insofern äh wir müssen eben leider äh die Probleme einen Schritt. Nach dem anderen lösen und da ist dann dieser Schritt schon ein sehr wichtiger, nichtsdestotrotz. Soll man natürlich auch andere äh ordentliche Chatalternativen hier nicht äh. Äh äh ja unerwähnt lassen. Insbesondere sind da so von den dezentraleren Ansätzen auf jeden Fall Delta Chat und Matrix noch zu erwähnen, die auch in den Kommentaren erwähnt wurden und das ist äh. Bei Delta Chat, das ist im Prinzip interessant, dass sie sie sagen einfach okay, wir wir nutzen als Basis, ne, als als Transport, Protokoll ganz einfach E-Mail. Und da drauf machen wir eine Verschlüsselung und bauen quasi, ne? Wir wir schicken uns per E-Mail Data-Chat-Nachrichten und stellen die in einer App, so da als wie sie eben im, in einem Chatsystem wären, das denke ich, kann man so. Also es gibt gute Argumente das so zu machen, das hat sich auch in vielen Ländern und auch so in aktivistischen Communitys wegen dieser Dezentralität. Sehr gut durchgesetzt. Ähm. Hat ja zum Beispiel auch den Vorteil, dass es jetzt gar nicht mehr so eine zentrale Anlaufstelle gibt, die man irgendwie stören könnte. Ja, also oder die überlastet werden könnte. Das ist also äh eine schöne Idee und ähm, ähnlich äh ist ähm Matrix ähm auch von einer Non-Profit, entwickelt und da geht es eben auch darum, dass du dir quasi eigene Server unterhalten kannst. Das sind alles auch sehr schöne Systeme, wo es sich lohnt, mal ähm reinzuschauen. Und ähm. Das denke ich kann man auf jeden Fall auch als den nächsten Schritt sehen, aber ich denke ein erster Schritt ist erstmal seine Kommunikation und seine Netzwerke potenziell eben. Aus dem Profitinteresse herauszuziehen, wie ich das letzte Mal auch schon gesagt hatte so. Ich bin fühle mich einfach wohler bei einem Dienstleister dessen Ziel, es ist mir diesen Messenger bereitzustellen als bei einem Dienstleister, das Ziel ist es anderen Leuten äh mich als Werbesubjekt, anzudrehen und natürlich ist dann der letzte Schritt, der hier klar, natürlich auch erwähnt wird und angefordert wird. Zu sagen, ich ich habe die Infrastruktur einfach selber in der Hand. Gibt überhaupt gar keinen Grund, mir die von dritten äh bereitstellen zu lassen. Aber diese. Man muss eben sagen, dass auch diese dezentralen Systeme ja Masterdon ähm. Was gab, was gibt's da noch für für Klassiker so die. So oft die so dezentrale Ansätze haben. Also nehmen wir mal E-Mail und Masterdon als Beispiele, Grundsätzlich kann da jede Person ihr eigenes System betreiben, aber es entstehen auch dort leider so etwas unselige, Zentralisierungstendenzen, ne, dass dann alle sagen, oh ich will aber bei dem E-Mail-Provider sein oder bei dem Mastodon Server, der irgendwie gerade der heiße Shit ist und, dann kommt, da hat man auf einmal alle dann doch wieder bei Chaos Punkt Social, ne? Und bei. So als also als Beispiel, das ist eben leider auch in den dezentralen Systemen, so gewisse Zentralisierungs Tendenzen jeweils gib.
Tim Pritlove
Auf jeden Fall stehen diese ganzen Messenger äh extrem im Mittelpunkt und Single hat es auch äh erstmalig so in die Topcharts geschafft und war halt für einige Zeit, für, ein, zwei Wochen glaube ich so auch auf Number one oder zumindest so mit Zoom, so in dem Bereich. Und was sonst alles noch so in in Quarantänesituationen, an nützlichen Tools derzeit angeboten wird.
Linus Neumann
Alter kann ich noch, ich will noch ein kurz ein Feedback zu Signal sagen, ganz kurz, das haben wir auch getwittert, das kam nur nicht über die Kommentare, hat sich jemand bei uns beschwert und sagte, hättet ihr meine letzten NMP-Folge Signal nicht Signal empfohlen? Das hat voll den Pulleffek ausgelöst und die ganzen Flüchtlinge von WhatsApp wollen rüber. Deswegen ist signal jetzt ständig down, das Boot ist voll, wir brauchen hier eine Obergrenze, Ja also tatsächlich war Signal überlastet und äh wir haben natürlich ganz souverän geantwortet mit wir schaffen das. Ja und da denke ich da muss hier die Solidarität einfach auch mal im Vordergrund stehen.
Tim Pritlove
Ja, aber der Spaß war dann auch schnell wieder vorbei mit Signal auf Platz eins, denn äh dort hat's jetzt eine andere App hingeschafft, die jetzt äh alle vollständig entzweit. Äh Clubhaus ist auf einmal das Gespräch der Woche und ähm nicht ganz so Unrecht.
Linus Neumann
Ja, möchtest du erklären, was es ist.
Tim Pritlove
Kann ich mal, kann ich.
Linus Neumann
Diejenigen, die noch nicht in diesen exklusiven Club eingeladen wurden.
Tim Pritlove
Genau, also erstmal, was ist Clubhaus, Clubhaus ist äh zunächst einmal eine App für iOS, das heißt, es läuft auf dem iPhone und es läuft auf dem iPad, dass die beiden Möglichkeiten teilzunehmen, derzeit eine andere Möglichkeit gibt's nicht Ähm da ist auch nichts im Web und da wird auch meiner Meinung nach nie was im Web sein, so wie die äh App funktioniert, ist es glaube ich auch. Gar nicht so ohne Weiteres äh äh denkbar. Angeblich wird an einer Anroid-Version gearbeitet, wann die rauskommt. Kann ich nicht beurteilen, ist zunächst einmal auch egal. Was macht jetzt das System? Das Ganze ist im Prinzip ein Online Voic. Raumsystem. So, das heißt, man äh hat äh einen Account, man hat so ein Follower-Modell, man kann Leuten folgen, man wird von anderen Leuten gefolgt und auf der Basis dieses sozialen Grafen werden einem Räume, die existieren, angeboten und man kann dort hineinwechseln und dann erstmal zuhören. Äh jeder Raum ist so gestaltet, dass es dort eine Bühne gibt, auf der man, mitsprechen kann. Oder man befindet sich einfach im Teilnehmerraum in der Audience und dann kann man halt entweder die Hand heben und sagen, hier nimmt mich doch mal bitte auf die Bühne und einen Moderator kann einen hochholen. Oder man wird angesprochen von den Moderatoren und eingeladen, dort diese Bühne zu betreten, dann wandert das eigene Icon nach oben, das ist dieses äh, hochziehen, was ich so ein bisschen als Sprachgebrauch etabliert hat und dann kann man halt jederzeit mit anderen Leuten sprechen. Und man muss sagen. Das funktioniert, doch ausgesprochen gut. Die Welle, die jetzt äh über Deutschland hereingebrochen ist, wurde so vor anderthalb Wochen ausgelöst als ähm Leute, die aus, anderen Gründen da schon Account haben, sich ein bisschen rumgeschaut haben irgendwie strategisch über ihren Podcast inweits verteilt haben und Hörer aufgefordert haben, die dann doch strategisch unter anderen Hörern zu verteilen. Na ja und dann war dann irgendwann so dieser Tippingpoint erreicht, wo es dann einfach mit R gleich zwei äh voll exponentiell äh abging, uns dann, klassische Twitter äh Social Digitalblase, Journalisten, Politiker und viele andere Gruppen auch noch erwischt hat Und dann war natürlich dann irgendwann dieser Tippingpoint erreicht, wo einfach niemand mehr über irgendetwas anderes redete. Ich bin dann auch dazu gestoßen, habe. In der letzten Woche extrem viel Zeit damit verbracht, muss ich sagen und bin ziemlich begeistert, dass es äh funktioniert wirklich ausgesprochen gut und ich habe an sehr vielen interessanten Gesprächsrunden äh teilgenommen und das bringt. Wirklich auf Ideen. Das ist natürlich Clubhaus. Spaltet so ein bisschen die Gemüter, weil natürlich auf der einen Seite sich dann eben die Android-Welt erstmal ausgeschlossen fühlt. Klar, natürlich, äh genauso wie das andersrum auch wäre, wenn es jetzt auf Android erstmal nur eine App gebe, äh die auf Eyways nicht verfügbar ist, da kann ich jetzt relativ wenig dran ändern, ist halt so. Und ähm andererseits äh sind sie natürlich dann vor allem auch darüber aufgefallen dass sie ja durch dieses Inwide-Modell, also offiziell versteht sich diese App noch in Beta-Modus und verteilt nicht einfach freie Accounts, sondern man kommt halt nur rein, wenn man eben so ein, Inweit hat. Und technisch ist es halt so gelöst, dass äh ein Inwide quasi. Als Schlüssel eine Telefonnummer benutzt und das bedeutet wiederum die App möchte gerne um die Inwights, die wenn du einen Account hast, ähm hast du erstmal zwei. Äh und um die ausspielen zu können, fragt die App nach Zugriff auf dem Adressbuch auf dem Telefon.
Linus Neumann
Ja, das geht überhaupt nicht. Sorry. Also ich ich will mal kurz zumindest, also es gibt ein, Also man kann verstehen, warum die gewillt sind, das an die Telefonnummer zu binden. Ja? Ähm ich habe den Eindruck, so von der von der Experience dort, ja, wenn du dich da anmeldest, sagen sie auch übrigens, hier verwendet man Klarnamen, Ja? Und wir registrieren dich auf deine Telefonnummer. Ähm ich vermute, dass die bemüht sind, von vorne herein sagen wir mal ein bisschen eine eine Kultur versuchen zu etablieren, dass die Leute sich dort benehmen ja? Ähm ob das jetzt tatsächlich daran liegt, es gibt ja relativ viel Forschung, die sagt, das ist eigentlich unerheblich, ob du unter Klarnamen agierst oder nicht, wenn man sich den ganzen Hass bei Facebook, Versus Twitter anschaut, gibt's da keinen großartigen Unterschied, ja? Aber die das binden an eine Telefonnummer. Ist natürlich, relativ effiziente Methode zum Beispiel viele Fake-Accounts zu verhindern, ja? Ähm zum Beispiel Leute äh Leute. Ja ein Signal zu geben, dass sie, dass es potentiell Was kostet, wenn man hier gesperrt wird und sich neu anmelden möchte und so, ja? Also das, das sind alles Überlegungen und das kann man von mir aus auch so machen, ist ja deren System, deren Regeln. Aber wenn ich ähm, über Telefonnummern einlade, ja, dann erwarte ich eigentlich zum Beispiel spätestens, dass die mir ermöglichende Telefonnummer einzugeben, das tun sie aber nicht. So, ich habe jetzt da diese zwei Inwights und kann sagen, OK ich möchte die verteilen, dann sagt er OK gib mir dein komplettes Adressbuch. So finde ich inakzeptabel. Und da hab ich übrigens auch direkt ein Feature Request an Apple. Wenn du nämlich in so eine App gehst, die ähm auf deine Fotos zugreifen möchte, ja? Dann kannst du. Von iOS-Aussagen, welchen Zugriff du gibst und du kannst dann zum Beispiel sagen, ja, ich gebe dir Zugriff auf die Fotos, aber nur auf folgendes Album. Ja, du kannst also jetzt zum Beispiel sagen, was weiß ich, du hast irgendeine App, in dem wir ich nehme jetzt WhatsApp, weiß aber nicht genau, was bei, also müsste bei WhatsApp genauso funktionieren wie bei jeder anderen und dann sagst du ja, okay, der darf auf meine Fotos zugreifen, aber nur auf ein spezifisches Album. Und in dieses Album legst du dann die Bilder rein, die Mames, die du über WhatsApp verschicken willst. Ja? Ähm und sperrst somit die aus vom Vollzug auf deine äh auf alle. Und das Gleiche wäre eigentlich schön, wenn, IOS das Betrieb von Betriebssystemebene aus äh auch machen würde für Kontak. Dass man nämlich sagt, aha, du hast hier eine Klapphaus-App, die möchte Zugriff auf deine Kontakte haben, möchtest du deinen Vollzug geben, Oder möchtest du vielleicht einfach nur eine Kontaktgruppe geben, wo nur drei Leute drin sind? Nämlich die drei, die du jetzt vielleicht auch zu Klapphaus einladen möchtest. Was jetzt hier passiert ist, ist bei mir war das zum Beispiel so, ich habe ähm. Habe mich dann da einfach mal angemeldet und dann war ich in so einer Warteschlange, ne? Also ich hatte gar keinen Inweit, ich habe einfach nur einen Nutzernamen reserviert, dann kam irgendwie so eine viertel Stunde später so, ja hier ähm Johnny Häusler hat dich reingelassen, Johnny Häusler von Spreeblick äh und Republika-Gründer, ne? Habe ich mich natürlich sehr gefreut, habe mich auch bedankt, aber konnte daran natürlich auch erkennen, alles klar, Johnny Heuster hat offenbar sein äh ne, diesen Adresskontaktabgleich da gemacht und, irgendeine Magie ist passiert, dass wahrscheinlich so spekuliere ich, dadurch, dass ich mich da mit dieser Telefonnummer angemeldet habe, bei ihm dann erschienen, hier, guck mal. Der Linus, der der ja unter deinen Kontakten ist, der möchte diese App nutzen, willst du dem in einen von deinen Inweits opfern oder nicht? Und der Johnny war so freundlich, das zu tun. Ich wiederum, habe aber Kontakte in meinem Adressbuch und zwar nicht wenige, wo ich weiß, dass die das als schweren Vertrauens äh als schwere Vertrauensverletzung sehen würden, würde ich ihre Telefonnummern an diesen Dienst melden samt Namen. Und deswegen kann ich das gar nicht machen. Also alle, die mich jetzt nach Inweits angebettelt haben, musste ich leider vertrösten. Deswegen würde ich mir eben wünschen. Auf iOS-Ebene hier diese Telefon und Kontaktfreigabe auch ähm, ja regulierbar, steuerbar durch die Nutzerin wird und nicht so 'ne alles oder nichts Funktionalität ist.
Tim Pritlove
Dazu muss man nochmal sagen das was dir dazu Teil wurde hat bei ihm noch nicht mal ein Inweit verbraucht. Der Inweit ist nur erforderlich quasi um neue Telefonnummern äh zu aktivieren.
Linus Neumann
Hätte ich mich ja gar nicht bedanken müssen. Das heißt. Von Johnny war hier gar nicht.
Tim Pritlove
Nee, die war nicht besonders groß. Es ist einfach im laufenden Betrieb äh durfte da so eine Meldung gekommen sein. Ach ja, hier, Linus ist da, äh willst du den mit reinholen? Ja, zack, bumm, so. Das kann man halt so.
Linus Neumann
Dann entdanke ich, dann äh danke ich.
Tim Pritlove
Genau und äh danke, ne, wieso immerhin hat er sein Adressbuch hochgeladen und damit war dann sozusagen die Information schon mal da, das heißt, du warst dann und das ist jetzt auch der problematische Punkt, äh denn. Clubhaus in dem Moment, wo sie äh es auf Zugriff äh fragt. Äh weist nicht darauf hin, dass das jetzt alles komplett ausgelesen und hochgeladen wird So und an der Stelle haben die halt ein echtes Problem Und äh die Debatte ist allerdings jetzt auch schon angekommen. Das muss man jetzt mal auch gleich dazu sagen, ne? Also es gibt schon die Ankündigung und Ankündigung heißt in diesem Fall es gibt da so ein wöchentliches Clubhausmeeting mit den Entwicklern an dem man dann auch teilnehmen kann, ja? Ist alles so, Audio, alles Rieltham und es wird vor allem alles nicht äh aufgezeichnet, sage ich gleich nochmal was dazu. Ähm wo, wohl, ich hab's jetzt nicht selber, war da jetzt nicht selber dabei, das ist jetzt ein bisschen hörensagen, aber im Prinzip ist die Aussage, dass sie das ändern werden, denn damit bekommen sie natürlich auch enorm äh Ärger, so wie WhatsApp damit auch schon Ärger bekommen hat eigentlich alle. Ähm, ich habe ehrlich gesagt nicht so richtig den Überblick, ob's denn überhaupt derzeit noch eine App äh gibt, die das so wirklich so konsequent ohne Weiteres äh macht. Bei Telegram war das ja auch so. Auch Signal fragt ja nach Telefonnummern und manched über Telefonnummern, aber die laden halt nicht das ganze Adressbuch irgendwo hoch.
Linus Neumann
Nee, die matchen vor allem auch mit geheschten Telefonnummern. Also die laden nicht das Adress.
Tim Pritlove
Ja klar, also es ist sozusagen die, die Frage ist, was machst du jetzt? Äh ich hätte ja gar kein Problem damit, wenn sie auf das Adressbuch Zugriff erlangen in der App, ja? Und dann sagen OK jetzt wählt den mal jemanden aus, den würdest du gerne einladen, so A, Hesch und so weiter und dann wenn sich jemand mit dieser Telefonnummer anmeldet, die auf diesen Hashpass, dann, also es wäre durchaus, machbar gewesen, das auch anders zu lösen, aber das haben sie halt nicht getan, ne. Inwiefern das jetzt von denen so gedankenlos war oder ach mal gucken vielleicht merkt's keiner oder stört ja sowieso niemanden und das wird schon irgendwie funktionieren. Kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist, dass es da zu Recht derzeit eine Menge Diskussionen drum gibt. Ich rechne auch damit, dass sie jetzt gerade durch diese neu gewonnene Popularität in Deutschland, da sehr schnell handeln müssen, weil das natürlich auch alles datenschutzrelevante äh Dinge sind und da wird's sicherlich nicht dauern, bis da äh losgeklagt wird.
Linus Neumann
Ich spekuliere jetzt mal, ja? Ich glaube, dass das Grund, dass es einfach verboten ist, was sie tun, Ähm wie gesagt, ich bin keine Anwältin, aber ähm es gibt ja schon die Urteile zu diesen, wir haben das hier vor längerer Zeit auch schon Lokbuch Netzkritik damals immer diskutiert, die sogenannten Freundefinder, ja? Das waren ja dann, also das war so, du meldest dich bei, ich glaube, LinkedIn hat das gemacht, Facebook hat's auf jeden Fall gemacht, du meldest dich dort an. Und der sagt, ey jo voll geil, du bist ja jetzt hier bei äh auf LinkedIn und so, ne? Dein Leben wird jetzt besser sein und ähm am besten wird dein Leben vor allem, wenn du jetzt äh alle deine Freunde hierhin einletzt, damit du hier Kontakte hast und nicht in diesem sozialen Netzwerk alleine bist, Gib doch mal ganz kurz Zugriff auf deine Adressbuch frei, dann schicken wir mal an dein komplettes Adressbuch äh ein Hinweis, dass du jetzt hier bist. Dann können die Leute dir folgen und die die äh was sie gemacht haben ist die Leute auf deren Namen, LinkedIn-Accounts oder Facebook Accounts registriert waren. Die haben sie dann automatisch quasi in der App gesagt, ey jo, der ist jetzt da, willst du dem folgen, net? Ein Freund. Was weiß ich so und so ist jetzt bei LinkedIn hier klicken, um um zu gratulieren oder was auch immer, ne? Und bei denen, die nicht bei LinkedIn waren, haben sie dann halt eine Mail hingeschrieben und haben gesagt, ey. Dein Freund XY ist bei LinkedIn, du verpasst hier wirklich was, klick hier um Teil unseres Netzes zu werden. Und das ist natürlich also ein Missbrauch von persönlichen Daten für Werbezwecke, das ist ähm das Bereitstellen dieser unwissenden Person von personenbezogenen Daten dritter für deine Plattform und das ist sinnvoll und richtig, das verboten ist und verboten gehört, ja? Und ähm. Da sehe ich eigentlich überhaupt gar keinen Diskussionsrahmen. Da braucht man auch kein Taunheu für und ich gehe davon aus, dass das, so juristisch nicht haltbar ist. Wie gesagt, ich bin aber kein, kein Anwalt und keine Richterin, aber ich sehe keinen Unterschied zu diesen Freundefinderfunktionen, die ich die in Deutschland dann, mit äh mühseligen Verfahren, aber eben einschlägigen Urteilen dann eben auch verboten wurden. Und da sehe ich hier keinen Unterschied.
Tim Pritlove
Ich auch nicht. Also das wird sicherlich kommen. Insofern kann man sich auch durchaus mal, davon von dieser Diskussion befreit dann mal anschauen was diese App jetzt selber ermöglicht und kann nur sagen, also es gibt da gerade viel halb drum, aber der Hype ist auch berechtigt, also da ist halt wirklich äh was zu holen. Ich finde, das ist eine extrem angenehme, Kommunikationskultur und ja wir wollen ja da auch mal ein bisschen experimentieren, ob man da ein paar Feedbackrunden organisieren kann und werden das so in den nächsten Tagen auch tun.
Linus Neumann
Das wäre jetzt ehrlich gesagt sinnvoll das hier auch anzukündigen, Tim. Wenn ich da mal freundlich anmerken darf, dass wir gerade einen Termin vereinbart haben, äh für die Nachbesprechung dieser Runde in Zusammenkunft äh mit der äh Lokbuchnetzpolitik Einhornstandarte und zwar am Sonntag. Den ähm weil vierundzwanzigsten Januar um einundzwanzig Uhr Members Only im Klapphaus. Und ja also ich würde also ich bin gespannt ja ich glaube dass das tatsächlich für Podcasts und auch so für. Podcast-Community, Feedback und so eine Möglichkeit ist, hier von diesen. Von diesem hierarchischen Modell wegzukommen. Ja es gibt ja ein Eik, also ein allgemeines Ungleichgewicht, wenn jetzt jemand einen Kommentar. Zu einer Episode Lokbuchnetzpolitik schreibt. Und zwar ist dieses Ungleichgewicht darin erstens, ne? Die Person hat nur schreiben, wird bei Weitem nicht so von so vielen rezipiert wie der Podcast. Ähm zweitens, es ist irgendwie mehr oder weniger nichts an Tim oder mir überhaupt diesen Kommentar in der Sendung vorzulesen. Und zweitens, wenn wir es tun, können wir den auch nach Lust und Laune kürzen, was wir auch regelmäßig tun, ja und haben dann so viel Zeit, wie wir haben möch. Um darauf zu antworten. Während die Person das wiederum nicht mehr kann, ne? Also es ist total ähm äh unfair. Wir haben das ja hier vor äh einiger Zeit mal versucht dem zu begegnen durch eine, Telefonnummer mit einem Anrufbeantworter, um euch die Möglichkeit zu geben, da ähm, eine eine Botschaft zu hinterlassen. Das hat sich vermutlich deshalb nicht so durchgesetzt, weil, es eben Anrufbeantworter ist, der live aufzeichnet und ich habe gesehen, dass andere da mehr glaube ich bessere Ergebnisse hatten mit WhatsApp Sprachnachrichten, die wir aus. Anlässen und Gründen, die wir nicht erläutern brauchen, äh eben nicht in der Lage sind, anzunehmen und auch äh hier nicht machen würden. Und jetzt sehe ich, glaube ich, mit diesem Klapphaus, das kann wirklich der Weg sein zu sagen OK die Inhalte der Sendung können. Ja auf ein auf Augenhöhe in einer Community besprochen werden und auch im Dialog besprochen werden. Und das denke ich, macht dieses System dann doch. Enorm interessant und äh gibt dem tatsächlich ein Potential, ähm kann auch sein, dass ich mich da täusche. Aber äh ich glaube, dass wir hier hoffentlich eine Möglichkeit haben äh in den, in den direkteren Dialog zu treten und, ich hoffe ebenfalls, dass sich also diese Inweitsituation ist natürlich relativ durchschaubares Marketing, ja? Also künstlich fuck, ist immer eine gute Idee äh auf sich aufmerksam zu machen. Da kann man sich drüber aufregen, das kann man aber auch ein bisschen gelassen sehen, ne? Früher oder später werden schon alle bei Klapphaus sein. Äh die da sein möchten, weil Klapphaus hat mehr davon, wenn ihr dort seid, als wenn ihr nicht dort seid. Diese Inweit-Situation finde ich absolut inakzeptabel und ich werde da deswegen auch mal garantiert niemanden in Weiten, solange so lange das erfordert, dass sich noch andere Personenkontakte mit dieser Plattform teile, die äh von diesem Vorgang komplett unbehelligt sind und auch bleiben wollen.
Tim Pritlove
Gibt natürlich auch noch einen anderen Aspekt als jetzt nur das Marketing, ne? Äh man könnte jetzt noch argumentieren, das hat auch was mit Skalierungsfaktoren zu tun und man hat schon gesehen, dass das System in den letzten Tagen unter dem Ansturm der Deutschen auch äh äh ganz schön ins Flattern kam, zwischendurch, aber im Großen und Ganzen noch gut funktioniert hat, aber es gab zumindest schon. Ja, das war so, also das äh innerhalb einer Woche ist die deutsche Community zur drittgrößten Community in in Klapphaus aufgestiegen und mich würde es nicht wundern, wenn sie äh da sogar noch den ein oder anderen Platz nimmt. Also, okay, wird nicht größer als die USA kommen die Community, aber vielleicht größer als die britische, ich weiß es nicht. Ähm was, Ja, jetzt sozusagen gleich auf der Hand liegt, ist natürlich auch eben die Frage und das greift ja dann auch gleich wieder in die Diskussion, die wir so um Trump und Twitter und so weiter auch hatten. Was ist, wenn jetzt, hier die Trolle übernehmen. Was ist, wenn jetzt sozusagen Kommunikation reinkommt, die eben jetzt nicht so diese Blümchenwiesen, Kommunikation ist, wie sie jetzt derzeit stattfindet. Man hat äh derzeit sehr angenehme Gespräche mit Leuten, die ähm Erfahrung haben, es sind halt sehr viele Leute, die schon seit äh einem Jahrzehnt im Prinzip teilweise auch online unterwegs sind und die einfach eine Kommunikationskultur drauf haben, die jetzt irgendwie nicht ja nicht besonders schlicht ist, ne? Aber gesehen davon, dass auch wirklich viele Moderatoren unterwegs sind und sich hier ausprobieren und äh Rhetoriktrainer und keine Ahnung, wer da noch äh alles unterwegs ist, auch sehr viele Podcaster, und trotzdem muss eben dieses System treu resistent werden. Es muss in gewisser Hinsicht hier auch äh Widerstandskraft entwickeln und tatsächlich gibt es im System auch schon so eine Funktion, die basiert eben auch teilweise auf diesem Invitation System, das heißt in dem Moment, wo man sagt, ah, hier den muss der Dritt aber hier total frei, den muss ich jetzt mal melden dann kann es sein, ich hab das noch nicht in Aktion gesehen, aber so wird es von den Regeln kolportiert, dann kann es eben sein, dass die Person, die hier auch eingeladen hat unter Umständen auch gleich mitbestraft wird. Also so dieser soziale Graf kann jetzt hier sozusagen auch gleich noch so ein Bestrafungs äh Graf sein Wie sich das ausspielt, ob das schon mal groß zum Einsatz gekommen ist, weiß ich alles derzeit noch nicht. Aber das sind auf jeden Fall interessante Überlegungen, die dann auch wieder nochmal ganz andere Implikationen haben können im Positiven vielleicht, wie auch im äh Negativen. Also es ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Experiment, das zu begleiten, noch ganz spannend sein wird. Ähm, Wer jetzt der Meinung ist, auch äh daran will ich eh nicht teilnehmen, aber wäre toll, dieselbe Funktionalität zu haben und wir haben doch Mumble und so. Klar, es gibt so Open Source ähm Lösungen oder es gibt auch Discod-Server, wo natürlich eine Audiokommunikation auch möglich ist, aber so wie Twitter dieses Followermodell in diese Welt gebracht hat und das irgendwie so, als man das das erste Mal gesehen hat, gleich gedacht hat, so oh Ja klar natürlich so, so wird ganz viel in Zukunft funktionieren glaube ich wird dieses Stagemodell, was hier bei Klapphaus äh implementiert worden ist, auch ganz schnell in diese Audiokonferenzgeschichte mit eingehen, weil das ist einfach auch so, wenn man das einmal gesehen hat, denkt man sich so, ja, klar, warum nicht gleich so. Also es funktioniert einfach so gut dass äh dass das sozusagen im Prinzip jetzt schon der Goldstandard ist.
Linus Neumann
Ja okay, aber ähm ich würde an dieser Stelle jetzt vielleicht auch darum bitten, dass wir äh dass du weitere Lobpreisungen der Goldstandards äh in die Freakshow verschiebst.
Tim Pritlove
Ja, gut, aber ich meine, ist halt so.
Linus Neumann
Ist halt.
Tim Pritlove
Ist halt.
Linus Neumann
Wir sind aber hier nicht da um zu loben, sondern wir sind hier um zu tadeln und deswegen würde ich jetzt gerne.
Tim Pritlove
Auf Deutschland einschlagen.
Linus Neumann
Auf Deutschland einschlagen, ja? Also nur um mal hier dabei zu sein, wie gesagt, merkt euch, wenn ihr möchtet, äh kommt ihr am. Sonntag, den vierundzwanzigsten Januar um einundzwanzig Uhr. Zum Treffen der Lokbuchnetzpolitik Einhornstandard auf Klapphaus äh mein Accountname zum folgen ist dort Linuzifair, wie auch übrigens bei Twitter und dein Accountname Tim ist wahrscheinlich Tim Prittloff in einem Wort, oder? Wunderbar, wir freuen uns auf euch. Bitte keine Inwights betteln, ähm solange IOS kein Feature hat. Äh mein Adressbuch vor solchen Apps zu verstecken, werde ich das nicht freigeben.
Tim Pritlove
Ja und auch keine bitte auch keine irgendwie Exklusionsdebatten. Wir, testen da jetzt einfach mal äh aus, äh gucken einfach mal, was geht. Vielleicht geht ja auch nichts und äh das müssen wir auch tun. Das ist im Prinzip wie so ein Hörertreffen irgendwo, und äh da kann auch nicht jeder dran teilnehmen.
Linus Neumann
Ja, also ich, wie gesagt, ich glaube, das ist ein ein Phänomen jetzt, was Marketing und Wachstum vereint, ähm aber ja, das wird sich mittelfristig sicherlich. In in Wohlgefallen aufgelöst haben. Hoffentlich alle Probleme, einmal dieses Inwight-Ding und sicher hoffentlich auch dieses Adressbuch Ding. Kommen wir zum zum zu Deutschland. Ähm, ich bin enttäuscht von was heißt enttäuscht von Deutschland, mein ganzes Leben enttäuscht von Deutschland, also aber ich bin ernüchtert, ja? Man hat ja ähm zwischenzeitlich so für, es gab so einen kurzen, Sommer, wo man fast dachte, ey geil, wir sind wieder wer, ja? Wir können, wir können eine Pandemie bekämpfen, wir können äh. Corona Warnapp bauen ohne die Demokratie und die Grundrechte und irgendwie über Bord zu werfen. Wir können. Im, wir können PCR-Tests entwickeln und wir haben Aussicht darauf, dass wir vielleicht sogar eine eine Infrastruktur aufstellen. All das hat sich natürlich inzwischen tatsächlich sehr in in wohlgefallen aufgelöst. Was man sieht, ist ja auch ein ein Fortwährendes. Gebächde des Datenschutzes, ja? Der Datenschutz wird jetzt wieder für alles verantwortlich gemacht und man muss einfach sagen, es ist es ist immer wieder. Wirklich bedauerlich, dass es. Tatsächlich auch von denen getan wird, die sagen wir mal für die für das Ausmaß des Versagens eben auch verantwortlich sind. Ähm ein schönes Beispiel ist, es gibt eine. Open Source Software mit dem Namen Sormas. Und diese Open Source Software. Dazu geeignet, den Prozess der ähm Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter digital zu stützen. Sorma steht für. Survions, Outbreak, Respons Management and Analyse System, ja, Surviens in dieser Stelle ist diese medizinische Servience. Ähm ich weiß, dass es da Anfang äh der am Anfang der Pandemie noch ganz viele gab, äh die irgendwo gesehen haben, boah, das RKI macht Sivayens. Oh, jetzt wissen wir, dass die Demokratie abgeschafft wird. Nee, also es ist ein. Epidemiologischer Begriff, ja? Die die Überwachung des Infektionsgeschehens, der hier gemeint ist und ähm. Diese Software gibt es glaube ich auch schon länger, ja? Es gibt auch das Dämis, das deutsche elektronische Melde- und Informationssystem für den Informationsschutz, das vom Robert Koch Institut bereitgestellt wurde und Sormas finde ich das richtig verstehe vom Helmoltzentrum für Infektionsforschung. Und ähm tja jetzt ist es so. Der hat eine Bundes, ich glaube eine Bundes nee, der Pale Moment, wer hat hier angefragt? So, also Maria Klein, Schmank, Deutschen Bundestages hat angefragt und geantwortet hat der parlamentarische Staatssekretär Thomas Gebhard, der der. Offenbar ebenfalls Mitglied des Deutschen Bundestages ist und parlamentarischer Staatssekretär beim. Bundesministerium für Gesundheit und der antwortet Sormas war zum einunddreißigsten September zwanzig zwanzig in einhundertelf Gesundheitsämtern eingerichtet und betriebsbereit. Ja? Und jetzt um diesen Wert zu beurteilen, muss man natürlich wissen, ja wie viele Gesundheitsämter haben wir denn in Deutschland. Und das sind dreihundertsiebzig. Also nur ein Drittel oder weniger als ein Drittel der Gesundheitsämter in Deutschland, benutzt überhaupt eine digitale Lösung für das, was sie da tun, was ohnehin ja ein relativ langsamer, Prozess ist, ja? Die Bundesregierung hatte die Gesundheitsämter im Gesundheitsämter im November zwanzig zwanzig aufgefordert, die Software zu installieren, wo man sich auch fragt, warum haben die die Idee es im November gehabt, ja. Ähm dieses Sommers gibt's glaube ich schon länger und das wurde irgendwie für zur Kontrolle von Ebola, glaube ich ursprünglich entwickelt, das heißt das hatten wir alles schon, ja? Aber bis zum Ende des ersten Pandemiejahres ist es nicht gelungen, dass bei mehr als ein Drittel der Gesundheitsämter zu installieren. Das, meine Damen und Herren, sind Digitalisierungsversäumnisse, das sind die Sachen, die uns jetzt gerade Probleme machen, ja?
Tim Pritlove
Wenn man's äh kurz hinzufügen, also soweit ich das mitbekommen habe, den Plan Somas einzuführen, gab's schon länger, der war aber ursprünglich eben für glaube ich für zwanzig einundzwanzig irgendwann im Laufe oder vielleicht zwanzig zweiundzwanzig war der Abschluss dieser Einführung vorgesehen und man hat versucht das jetzt quasi wegen der Panemie zu beschleunigen, dass, hat aber wohl noch nicht so richtig funktioniert.
Linus Neumann
Dem ist äh wird tatsächlich bei allen dreihundertfünfundsiebzig Gesundheitsämtern ähm eingesetzt zum Befang von. Meldungen, ja? Und die äh Labore haben sind verpflichtet, darüber zu melden. Ähm. So, jetzt kommt also ich halte ja ohnehin, das habe ich ja auch schon oft genug gesagt, diese manuelle Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter bei. Jetzigen Institenz sein, auch wenn sie gerade ein bisschen sinken für letztendlich ähm ja. Ein also vergebene Liebesmüh, das wird keinen Effekt haben. Bei der Eindämmung der Pandemie, weil die eben viel zu langsam sind und total überlastet sind mit dieser Aufgabe. Ja, das ist ja genau in dieser schnellen Meldung, schnelle Warnung, das ist ja das, was die Corona Warn-App machen soll, übrigens auch nichts anderes, äh auch wenn das immer von vielen so behauptet wird. Und die Gesundheitsämter sind so überlastet, dass sie ja, Ähm mit mit also mitunter war das äh ich glaube als erstes haben sie dann da die Bundeswehrsoldaten hingeschickt. Die dann da irgendwie mit ihrer sozialen Kompetenz äh die die Kontaktnachverfolgung am Telefon irgendwie durchführen oder so muss man sich das vorstellen. Und jetzt sagen sie inzwischen. Das mögen doch bitte die Studierenden in den Semesterferien machen. Also auch hier zeigt sich, das kann doch nicht, kann doch nicht wahr sein. Ja, also da muss man sich ja nicht wundern, also wenn wenn wir solche Ansätze machen Ein Wildwuchs habende bei diesen wenn ähm einhundert L fahren das jetzt, glaube ich, ne oder etwas über hundert Gesundheitsämter, diese Digitalösung, diese einheitliche Standardlösung verwenden. Dann stellt sich die Frage, was machen die anderen zwei Drittel Das heißt, die haben irgendwelche Individualösungen und äh wir haben das ja hier auch schon in unseren Kommentaren gehört mit irgendwelchen Excel-Tabellen und so, ne. Das, das heißt, da musst du dich nicht wundern, wenn die das nicht. Nicht hinbekommen, ja? Und, Studierende sollen für die bevorstehenden Semesterferien von Mitte Februar bis Mitte April gewonnen werden. Das ist echt eine nachhaltige Idee. Ja, das ist eine gute Idee, wenn wir wissen, von Februar bis äh April können wir auf auf Studierende setzen, Also du fragst, du fragst dich doch wirklich, was bei denen los ist, ne. Ähm. Wildwuchs an Einzellösungen und das ist wir haben bald wir haben bald ein Jahr Pandemie, ne? Und das ist wirklich zum Heulen. Braucht man sich über diese ganzen Bildungslösungen gar nicht äh auszutauschen. Es ist äh wirklich eine eine Katastrophe.
Tim Pritlove
Ich weiß jetzt nicht genau, wo du die Zahl von dreihundertfünfundsiebzig äh Gesundheitsämtern hast.
Linus Neumann
Steht in dieser Antwort drin, also das äh steht weiter unten in dem Brief, den den der jetzt hier von dem, Bundesinnenministerium an die Anfragen begingen. Ich hab den gerade nicht mehr offen, deswegen Frau Schmeick war das ja glaub ich und da steht drin dreihundertfünfundsiebzig Gesundheitsämter. Kann auch sein, dass der also würde mich nicht wundern, wenn die Zahl nicht korrekt ist.
Tim Pritlove
Es sind meines Wissens über vierhundert, weil ich meine, wir haben auch vierhundertdreißig äh äh Landkreise, da mag's sein, dass das ein oder andere Gesundheitsamt dann doch für einen mehr zuständig ist, aber äh soweit ich das sehe, sind's mehr als vierhundert. Egal. Das sind viele.
Linus Neumann
Musstest du denen mal Bescheid sagen? Vielleicht kannst du herausfinden, welche.
Tim Pritlove
Vielleicht kennen die, vielleicht kennen die ja gar nicht alle. Ja, wir konnten das nicht überall installieren, weil wir nicht wussten, welche es gibt. Stand nicht in der Wikipedia genau drin.
Linus Neumann
So, dann haben wir, da werden wir uns hoffentlich bald in, in, in einer Sendung auch nochmal diesem ganzen digitalen Lern. Äh Problemen äh widmen. Auch da sehen wir ja, wir haben's ja hier auch schon mal ab und zu kürzt so ein bisschen aufblitzen lassen, dass das ja auch äh immer nur auch zwanzig einundzwanzig noch ein ernsthaftes Problem ist, den digitalen Unterricht irgendwie zu regeln Und das ist ja also du fragst dich ernsthaft, wie dass da nicht alle sitzen und sich und und gemeinsam mit mit Hochdruck an den Lösungen arbeiten, sondern jetzt seit einem dreiviertel Jahr irgendwie äh engagiert. Schwarzer Peter spielen, das ist doch wirklich äh, zum Heulen oder nicht.
Tim Pritlove
Ja es ist glaube ich nicht nur ein Problem was man jetzt so auf die ähm auf die Regierung allein schieben kann, sondern ich glaube schon, dass wir auch so ein strukturelles, gesellschaftliches äh kollektives Problem haben, dass einfach diese Akzeptanz solcher Systeme irgendwo auch. Nicht nicht da ist und äh das sichert jetzt vielleicht langsam ein. Ich merke das ja so ein bisschen jetzt, wo die Schulen mal wieder richtig zu sind. Jetzt müssen halt wirklich mal digitale Systeme benutzt werden und im Gegensatz zu März letzten Jahres sind sie jetzt eben auch schon äh äh vorhanden, zumindest in Teilen und man merkt langsam, wie bei den Lehrern, aber auch bei den Eltern so Widerstände aufbrechen Das ist einfach so ein, so ein Moment der Akzeptanz auch begonnen hat und dass man sieht so, ah ja, okay, es hat ja dann doch Vorteile und wenn man sich ein bisschen drum kümmert, dann versteht man das auch. Also. Das ist glaube ich ein Prozess, der durch die ganze Gesellschaft geht und am Ende natürlich dann äh auch oben ankommen muss und entsprechend geleitet werden muss. Also ich bin Verhalten optimistisch, aber wenn man halt jetzt hier sich den Index äh Redines äh vor Digital Life Logan Learning anschaut, der sich mal äh die Situation in der EU angeschaut hat. So, da ist es halt Deutschland einfach letzter. So. Also wir sind wirklich Platz siebenundzwanzig äh äh was sozusagen.
Linus Neumann
Das hätte ich ja nicht gedacht, Tim.
Tim Pritlove
Nein, es kommt überraschend jetzt für dich. Ja, sorry, ja. So ist es leider.
Linus Neumann
Ey. Obwohl wir doch gerade äh so erst jetzt wir haben doch jetzt einen Computerraum auch in der Schule. Kann doch nicht sein, echt ja? Das de.
Tim Pritlove
Du bist witzig.
Linus Neumann
Irre. Hätte ich jetzt nicht gedacht, das müsst ihr, also das wird das könnte, also um das das hieße ja, es gäbe seit wahrscheinlich zwei Jahrzehnten massive Versäumnisse tim.
Tim Pritlove
Ja das könnte könnte natürlich tatsächlich sein, Man mag's nicht glauben, aber äh es ist äh wirklich äh nahezu legen, ne? Also gut, ich meine, das ist jetzt hier eine Studie, die ich äh zitiere, die sich das irgendwie anschaut, das ist jetzt kein internationales Ranking, aber äh da ist halt wirklich mal genau geschaut werden äh worden, in welchen Ländern läuft's denn halt gut Und wo läuft's denn halt nicht so gut und wenig überraschend sind halt die äh nordischen starten, also die baltischen und Finnland vor allem ganz weit vorne äh Island ist auch ganz falsch, weil es geht auch über die EU hinaus. Äh Island ist auch ganz weit vorne und Italien nimmt halt den vorletzten Platz ein. Und Deutschland nimmt den allerletzten Platz ein. So, während halt Holland irgendwie auf Platz zwei ist, also es ist ein kulturelles, Problem meiner Meinung nach und was genau an unserer Kultur kaputt ist in der Hinsicht, das das sollten wir uns vielleicht alle mal selber fragen.
Linus Neumann
Ja, dann haben wir ich würde sagen. Ja, die gute Nachricht kommt als allerletztes, also bleiben sie uns gewogen. Ähm ich habe in letzter Zeit, ähm ab und an mal äh ein ein Browser benutzt, bei dem ich ähm. Entweder keinen Cookie-Banner-Blogger hatte oder einen, Browser benutzt, wo der Cookie-Banner-Blocker gewissermaßen kaputt war, also dass das, der guckt, dass Cookie-Banner nicht einfach vollständig weg war, sondern es wurde zwar nicht angezeigt, aber so diese diese über ähm Überlegung der Seite, sodass ich sie nicht nutzen konnte, blieb da, ja? Und dadurch bin ich mal wieder ein bisschen mehr auf Cookie-Banner, aufmerksam geworden, die ich normalerweise sehr erfolgreich aussortiere. Und ich muss sagen, was da passiert, ist ja ähm. Eine schwerwiegende Frechheit. Da werden ja alle Tricks genutzt, die also wirklich auch seit Jahrzehnten bekannt sind, um die Nutzerinnen dazu zu bringen, erst A alle Cookies zuzulassen. Und B, alle Cookies zuzulassen, selbst wenn sie das nicht möchten. Ja, also der Klassiker ist äh hallo, wir brauchen ihre Zustimmung, riesiger Knopf, Zustimmung. Kleiner, grauer Knopf, ne, bei Sonnenlicht gar nicht zu erkennen bewegt sich so weg von der Maus, ja wo draufsteht, ich möchte individuelle Einstellungen vornehmen und wenn du auf individuelle Einstellungen vornimmst, gehe gehst, ja, dann werden dir da dir kannst du da sorgfältig deine individuellen Einstimmungen nehmen und dann ist da drunter wieder der Knopf, so alle zulassen. Ein ganz kleiner grauer Knopf so mit dieser diese individuellen Einstellungen speichern bis zu meinem nächsten Besuch so ungefähr, ja? Also.
Tim Pritlove
Den siehst du aber erst, wenn du ganz weit nach unten runter gescrollt hast, ans Ende dieser Liste und da meistens auch noch, wenn du dann noch auf den zweiten Tab gehst, weil es bei.
Linus Neumann
Also asozial und durchschaubar und gemein und wirklich glaube ich ehrlich gesagt also mit meinem Verständnis. Nicht zu, also mit meinem rechtlichen Verständnis nicht zu vereinbaren, aber wie gesagt, mein rechtliches Verständnis ist auch nicht geschult. Ich bin mir relativ sicher, dass das wie diese Cookie-Banner gebaut werden, ähm sagen wir mal, eine eine. Sehr geschick, gemacht wurde von Psychologinnen und Juristinnen, um es gerade noch legal zu halten und trotzdem sagen wir mal die Konversionsrate, dass am Ende alle aus Versehen auf alle zulassen klicken. Ungefähr bei neunundneunzig Komma neun Prozent zu halten. Also es ist wirklich ein absoluter Missstand. Immerhin äh sah hat das jetzt. Justizministerium äh ja zumindest bei dem Missstand anerkannt, aber da gibt's auch eine sehr ähm. Also die die Meldung ist auch, ne, der der also ich habe die bei High so online hier mal rausgesucht. Äh, Justizministerium will Cookie Benno umgestalten, gut, ja? Nach dem Willen eines Spitzenbeamten soll das aus dem Justizministerium soll das ablehnen der unbeliebten Cookies für Nutzer einfacher werden, also da gibt's eine äh Willensbekundung eines Spitzenbeamten und zwar. Staatssekretärs, ja? Christian Kastrup. So, der sagt, da muss was, da muss sich was tun. Da wurde gefragt, na ja okay, wie sieht's denn aus, wann kommt denn das Gesetz, ja? Sind aber keine neuen Gesetze geplant. Ähm und ähm äh jetzt ist natürlich die Frage, wie sich das Ministerium diesem Problem widmen möchte, ja? Man setzt also auf den Aufbau eines Kompetenzzentrums für Verhaltenswissenschaftliche Verbraucherforschung, Darin sollen den Angaben zufolge Psychologen und Ökonomen gemeinsam arbeiten. Ja Spoiler Alert, genau das haben die Unternehmen und das ist das Ergebnis davon, ja? Ähm aber okay, man sagt äh Vorgaben könnten also dann über die, die Richtlinie der EU kommen und die wird ja derzeit verhandelt. Also man man äh möchte, eventuell das Ganze nicht auf Deutschlandebene, sondern auf EU-Ebene lösen. Das klingt sinnvoll, weil wenn ich mich nicht täusche, kommen diese Cookie-Banner auch von EU-Vorgaben. Und ja, es, also es wäre wirklich schön, das mal zu lösen. Ja, das ist wirklich auch so eine, so eine absolute Frechheit, was was man da sieht.
Tim Pritlove
Ja, also erstmal. Technisches Stichwort ist hier Dark Pattern, ja? Also diese Vorgehensweise, das solltet ihr euch vielleicht mal nachlesen, Dark pettern, das sind sozusagen eben genau diese etablierten äh Methoden einen dazu zu bringen, das zu tun, was man eigentlich nicht tun will und das ist weit verbreitet nicht nur bei diesen Cookies und meiner Meinung nach. Einfach dieses ganze Anzeigen von Cookies, das ist etwas, was auf einer technischen Ebene gelöst werden muss, das heißt, an meiner Meinung nach ist hier einfach auch, äh Wedreiz C gefragt, hier technische Lösungen zu liefern, dass man halt einfach Einstellungen machen kann in seinem Browser und sagen kann, ich will das einfach nicht, egal auf welcher Seite man geht, dann ist es halt erstmal aus, aber wenn es eben wirklich eine funktionale Wichtigkeit, dann kann man das dann auch explizit freischalten und dann ist das aber Teil der Browser-Interaktion mit der Webseite und nicht ein Teil der Userinteraktion der, des Inhalts der Webseite mit mir und nur so äh wird es für alle in irgendeiner Form äh nett werden, weil das verhindert ja auch viele andere äh Sachen, ja? Also.
Linus Neumann
Das ist übrigens äh gut, äh ich will da nochmal ganz kurz was. Also gesetzlich ist das ja schon so, dass man sagt, okay, also einen für die Funktion notwendigen Cookie Ja, beispielsweise ne, du hast eine Login-Seite. Jemand sagt, ich logge mich hier ein, ja. Diesen Cookie, für den brauchst du keine Genehmigung, weil der ist für die Funktion notwendig. Du kannst Funktion anbieten, ohne einen Cookie zu setzen, ja? Und der, das ist ja ein Erstanbieter, Cookies für diese Funktion notwendig, brauchst du überhaupt gar keine ähm. Überhaupt gar keine Einwilligung für, wenn ich das richtig verstehe, ja? Und. Für Drittanbieter Cookies, also Nutzerverhalten äh Analyse und sonstige Scherze, Werbung und sowas. Dafür die darfst du nicht ohne Einwilligung machen, ja? Und. Da fängt dieses Darkpatter nämlich schon an, dass die so tun, als bräuchten sie deine Einwilligung. Das ist nämlich, das steht als allererstes groß auf diesen Dingern drauf. Wir benötigen ihre Zustimmung. Nein, benötigt ihr nicht. Benötigt ihr nicht. Ich bin auf diese Seite gegangen und ich habe bereits zugestimmt, dass ich diese Seite benutzen möchte, ja? Und äh ich ich brauche keine Zustimmung, ein für die Funktion notwendigen, Cookie hier äh zu setzen. Aber das ist ja auch nicht das, worum's denen geht. Das sind ja dann eben hier diese Liste mit Tracking und so weiter, dass du zustimmen sollst, unnötige Cookies zu akzeptieren. Und ähm da sind ja genau diese kommen diese Dark Patans zum Einsatz, dass sie eine vollständig. Falsche Situation nahegelegt wird und dass deine Handlungsoption dir auch maximal verzehrt äh dargestellt werden. Und gleichzeitig ist ja wie so eine, ja, fast wie so eine ähm. Verschwörung anmutet, dass alle das machen, sodass sich, ne, das ist ja auch, ich hatte das in dem Vortrag hier eine Hacken auch nochmal behandelt, ne? Wenn du darauf trainiert bist, hundertachtzigtausend Mal bei jeder Webseite auf diesen Knopf zu drücken. Hast du ja dann auch diese Situation, dass auf einmal alle sich darüber beschweren und sagen, ja, also die EU-Gesetzgebung mit den Cookie-Bändern, das ist ja weltfremd, man kann ja keine Webseite mehr besuchen oder äh hier diese Einstimmung zu haben, weil, weil genau. Also ne, das Gegenteil ist der Fall. Du kannst keine Webseite mehr ähm besuchen, die nicht etwas macht, was zustimmungspflichtig ist, weil es so asozial ist, ja? Und äh oh, oh, ich könnte mich schon lange drüber aufregen. Ähm, ich hoffe, dass dass der. Staatssekretär Castrop uns hier ähm befreit. So und dann haben wir zum Abschluss eine gute Nachricht Tim. Ich äh ich würde gerne das Jingle hören.
Aux
Linus Neumann
Die gute Nachricht ist, Donald Trump äh hat äh das weiße Haus verlassen, äh hat sich irgendwie zum Golfen fliegen lassen ihr alle habt euch gefreut, Tränen gelacht und so weiter. Es gab eine äh ja äh eine lustige Inorgiration mit war dann doch über die Gäste überrascht, ne? Also irgendwie Jennifer Lopez und Lady Gaga ja? Waren äh da habe ich also erst hätte ich nicht gedacht, dass also die haben sich offenbar sehr viel Mühe gegeben ähm. Ja diesen von dem Alter von Joe Beiden nochmal abzulenken, ja? Und dann. Dann gab's noch eine Poetin, die jetzt äh sehr bekannt geworden ist, äh weil alle sehr äh angetan waren von äh Menda Gorman. Ja, es war sehr schön, aber ähm ich denke, so, Das Internet hat dann den Preis ähm, Sanders gegeben, der äh mit seinen Handschuhen da irgendwie in einer besonders guten Pose saß und jetzt gerade äh in ungefähr jedes historische Bild reingephotoshoppt wird. Also Birdie Sanders ist hier der bleibt der, Der Präsident der Herzen. Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist ähm beiden hat ja dann direkt, ich weiß nicht, sieben oder acht Erlasse da irgendwie direkt unterzeichnet, die das Team schon vorbereitet hatte. Und eine Sache, die äh stattgefunden hat, direkt am einundzwanzigsten Januar ist das der Michael Pack von Voice of America. Seinen Rücktritt eingereicht hat eben auf das Drängen. Der beiden Administrationen, ne, also mit anderen Worten, ne? Du sagst den Leuten, wir feuern dich, wenn du jetzt nicht zurücktrittst, so gehe in Würde, das hat er dann, also in Würde. Das hat er gemacht und Michael Peck war derjenige, der das Ziel hatte. Ähm den Open Tech Fund hier ähm kaputt zu machen. Ähm und da sehr möglichst vieles getan hat, um da auf der, bürokratischen Ebene den Open Tech Pfand kaputt zu machen, Open Tech fand eben das äh ich hatte das in der Sendung damals erwähnt das Förderprojekt für ähm. Tools, die im weitesten Sinne Dezentralität äh Zensurumgehung. Und oder Überwachungsumgehung fördern, ähm berühmte Projekte aus dem Bereich sind, dass äh Torprojekt äh Signal, Ähm Delta-Chat hat übrigens, glaube ich, auch wahrscheinlich vom OTF eine Förderung bekommen. Äh und eine Reihe anderer äh kleinerer Projekte wie was weiß ich Uni. Und. Ey, schaut euch die Liste an, viele wichtige Projekte, Open Source in diesem Bereich wurden vom Open Tech Fund gefördert. Ich selbst hab auch in zwei Projekten gefördert, die da. Gearbeitet, die da gefördert wurden, das habe ich ja hier zur Transparenz nochmal angegeben. Und es sieht so aus, ja, dass jetzt zwar noch einige, ja bürokratische Hürden im Weg sind, aber dass der Open Tech Fund relativ zeitnah wieder so operieren kann wie er wollte und dieser Angriff der Trump-Administration, der ja hier auf diese komische YouTube-Call-in-Show von Steve Bennon zurückgeht, wo Namen genannt wurden bänden sich Notizen gemacht hat und Libbilu dann irgendwie eine Woche später gefeuert wurde. Ähm das ist jetzt scheint abgewandt zu sein. Der Drops ist noch nicht gelutscht, aber dieses Problem äh wird sich hoffentlich bald wieder lösen. Das entbindet natürlich uns nicht von dem Missstand, dass wir ein ähnliches Förderprojekt selbstverständlich, von diesem Ausmaß auch in Deutschland benötigen. Aber das war, das war äh hiermit die gute Nachricht und äh wir haben ja gesagt, wir müssen uns ein bisschen kurz fassen, das tun wir hiermit. Ich erinnere nochmal an unsere Club Clubhausexperiment am Sonntag um. Einundzwanzig Uhr und ich kann mir vorstellen, dass wir das vielleicht jetzt so die nächsten Wochen mehrmals. Versuchen werden, vielleicht kann man sich den Termin dann schon mal, wenn ihr jetzt diese Sendung erst nach Sonntag hört, könnt ihr euch wahrscheinlich darauf vorbereiten, dass wir es nächsten Sonntag äh nochmal versuchen werden.
Tim Pritlove
Dann war's das von uns für diese Woche und äh feiert noch schön, was auch immer ihr zu feiern habt.
Linus Neumann
Vor allem viel.
Tim Pritlove
Und dann sehen wir uns.
Linus Neumann
Weißt du, was die jetzt rausgefunden haben, Tim? Die finden ja alles raus, ne? Jetzt haben sie rausgefunden, dass die Deutschen die Corona-Einschränkungen zunehmend belastend finden.
Tim Pritlove
Ernsthaft? Hochtopft. Krass. Das ist äh das äh kommt jetzt ein bisschen, das schockiert mich jetzt ein bisschen.
Linus Neumann
Die kriegen alles raus.
Tim Pritlove
Alles raus, das stimmt. Aber wir kriegen ja auch alles raus.
Linus Neumann
Alles raus.
Tim Pritlove
Ist die Balance wieder gewahrt?
Linus Neumann
Das ist sie.
Tim Pritlove
Legt euch wieder hin Leute und schlaft noch schön äh wir hören uns nächste Woche wieder. Bis bald.
Linus Neumann
Bis bald, ciao ciao.

Shownotes

Feedback

Wahlpersonen USA

Trump-Sperre

Wikipedia-Diktat

Deltachat, Matrix, Signal, Threema

Clubhouse

Digitalversagen Deutschland

Sormas fpr Studierende

Deutschland letzter bei Digitaler Bildung

Missstand Cookie-Banner

OpenTechFund

130 Gedanken zu „LNP377 Zauberlehrling Reloaded

  1. Hallo Linus,
    an der Formulierung in deinem Wikipedia-Artikel bin ich weder vollständig schuldig noch unschuldig… :D
    Dass du dich nicht als Netzaktivist verstehst, hast du in der letzten Folge relativ deutlich gezeigt. Mich würde jetzt aber interessieren, wie du deine Aktivitäten im CCC, hier mit LNP oder z.B. als Sachverständiger im Bundestag bezeichnest, wenn nicht als teilweise aktivistisch.

    Der Podcast dreht sich sehr oft um die objektive Einschätzung von technischen und netzpolitischen Themen aus Sicht von Menschen, die viel davon verstehen. Es gibt allerdings auch Elemente (z.B. Pledge 2019), die in gewisser Hinsicht (netz-)politische Ziele fördert – zumindest aus meiner Sicht ausnahmslos im Sinne unserer freien Gesellschaft, ich finde das also sehr gut.
    Wenn ich jetzt die Definition von Aktivismus auf Wikipedia heranziehe („Als Aktivist (von lateinisch activus „tätig, aktiv“) wird eine Person bezeichnet, die mit besonderen Leistungen, mit Aktivismus, bestimmte Ziele fördert. Oft sind diese im weitesten Sinn politischer Art und stammen insbesondere aus den Bereichen der Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik sowie der Bürger- und Menschenrechte“ [1]), dann betrachte ich deine Tätigkeiten aus Sicht des Außenstehenden schon als teilweise aktivistisch – denn die Leistung (Talks, LNP, Sachverständigenberufungen, TV-Interviews) ist ja ohne Frage besonders.

    Ansonsten verbleibe ich mit lieben Grüßen und hoffe, dass du auch weiterhin teilweise aktivistisch tätig wirst, obwohl du dich nicht als Aktivist verstehst! :)

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Aktivist

    • Da würd Ich Linus aber eher einen Lobbyisten als einen Aktivisten nennen..

      Wikipedia paste:
      Lobbyismus, Lobbying oder Lobbyarbeit ist eine aus dem Englischen (lobbying) übernommene Bezeichnung für eine Form der Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft, bei der einzelne Personen[1] oder Interessengruppen („Lobbys“) – vor allem durch die Pflege persönlicher Verbindungen – die Exekutive, die Legislative und andere offizielle Stellen zu beeinflussen versuchen.[2][3] Außerdem wirkt Lobbying auf die öffentliche Meinung durch Öffentlichkeitsarbeit ein.

      • vor allem durch die Pflege persönlicher Verbindungen – die Exekutive, die Legislative und andere offizielle Stellen

        Tatsächlich habe ich da nicht annähernd genug persönliche Beziehungen, um als Lobbyist zählen zu können.

  2. Bezüglich Adressbuch-Zugriff: Telefon-Betriebssysteme könnten es auch so machen, dass die App garkeinen Zugriff auf das Adressbuch bekommt, sondern die App einen Betriebssystem-Dialog aufrufen kann, wo der User nur einen gewissen Kontakt auswählen kann, und die App dann wirklich auch nur die Daten dieses einem Kontakts bekommt. Bzw auch mit Häkchenliste für mehrere Kontakte.

  3. Zu „Mithilfe im Gesundheitsamt“: Wenn die Gesundheitsämter es wollten, könnten die vermutlich mit Alamierungszeit innerhalb von wenigen Stunden 80K THW-Helfer haben, sie müssten es halt nur bezahlen wollen, THW-Helfer werden von Ihrem Arbeitgeber weiter bezahlt und der holt sich das Geld dann beim THW zurück und das THW schreibt dann eine Rechnung an die anfordernde Stelle. Einige Gesundheitsämter haben das wohl auch schon gemacht z.B. Meißen und Bochum (https://www.thw.de/SharedDocs/Meldungen/DE/Einsaetze/national/2020/corona/meldung_060_corona_einsatz_1111.html?noMobile=1).

          • Es gibt inzwischen auch mehrere funktionale iOS Clients, so ists nicht! Übrigens sind viele XMPP-Clients inzwischen Tante-Emma-konform, weshalb ich das Problem angeblich fehlender Niederschwelligkeit nicht verstehe. Einen Client und Server selber auswählen zu müssen, kann ja nun nicht das Problem sein, das ist jetzt nicht so viel anders wie 1999, als sich Tante Emma eine Email-Adresse anlegte…

            • Ist bspw. „Monal“ mittlerweile schon soweit das es problemlos nutzbar ist?
              Was MacOS betrifft so ärgert sich mein einziger Apple User immer noch über psi+ und dem nicht abstellbaren herum hüpfenden „Incoming-Message“-Programmsymbol und fehlender permanenter Gruppenchatzugehörigkeit.

              Einen Client und Server auszuwählen ist leider in der Tat ein Problem und eine Hürde, denn mittlerweile scheint im allgemeinen nicht einmal mehr bekannt zu sein (Generationen übergreifend) das eine „app“ ungleich „Messenger“ bedeutet.
              Das Wissen um Multi-Protokolclients oder das ein „Messenger“ eine freie Clientwahl haben kann, ist einfach nicht mehr im Basiswissen vorhanden.
              Heute ist ein Messenger gleichzusetzen mit einer einzigen App und die heißt dann auch ebenso.
              Daher muss man dort schon unterstützen und das „kleinklein“ direkt weglassen, das interessiert den „normalo“-User eh nicht….

        • Also dann doch Whatsapp sachste ;-P

          Ne, scherz bei Seite, die Niedrigschwelligkeit ist bei dem Client mittlerweile gegeben. Selbst Gajim, am Desktop, ist mittlerweile sehr anwenderfreudlich geworden.

          Soll heißen, wenn es nicht-IT-affine Personen aus der Älteren-Generation (55/60+) alleine hinbekommen, einen Account zu erstellen, ohne das man helfen muss, dann würde ich es als niedrigschwellig klassifizieren.

          Wo der Account erstellt werden soll, da gibt man zuvor eine Auswahl DSGVO-Konformer Server an…oder eben den eigenen. ;-)

          Ersteres von dir genannte, ja, ist nicht unheimlich verbreitet…aber da kann man ja dran arbeiten. Und ja, das ist anstrengend, man muss gebetsmühlenartig immer wieder und wieder im Umfeld bohren, bis es Fortschritte gibt. Ist aber machbar.

          grüße und danke für den tollen Podcast!

  4. Hallo, zum Thema cookies:
    wenn die ‚Funktion‘ einer Seite die ist das sie werben und tracken soll dann lügen die doch garnicht mit dem Satz ‚zur Funktion der Seite notwendige cookies‘. ;)
    LG

    • Schöner Kommentar :)
      Aber im Ernst: Bereits jetzt stolpere ich immer öfter über Websites die mir sagen, ich solle meinen AdBlocker abschalten, weil sie sich sonst nicht finanzieren könnten. Mal unabhängig von dem Wahrheitsgehalt dieser Aussage, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass diese Krümelmonster ähnlich argumentieren werden. „Bitte Gib uns deine Daten, sonst müssen wir verhungern“.

  5. Thema Clubhouse (halb ernst gemeint, halb überzogen polemisch, aber wirklich nicht böse gemeint):

    Mich wundert ja wie ihr bei Nutzung dieser App, ob der kreischenden kognitiven Dissonanz, überhaupt etwas verstehen könnt! :D

    Sorry aber gerade bei der Stelle warum ihr Sprachnachrichten per WhatsApp natürlich _nicht_ als geeignete Austausch- und Kommentarmöglichkeit zu diesem Podcast seht, aber dann jetzt Clubhouse dafür nutzen wollt, musste ich einmal kurz laut auflachen.

    Den ersten Teil der Sendung bringt ihr damit zu, die massenhafte Abwanderung von WhatsApp Nutzer*innen zu Messengern zu begrüßen, deren Geschäftsmodel es ist, ihnen einen Messenger bereitzustellen und nicht möglichst viele Daten über sie zu Profilen zusammenzufassen.

    Im nächsten Teil werden dann Lobpreisungen auf das nächste große Ding™ am Social Network Himmel gesungen, bei dem komplett unklar ist wie es sich eigentlich finanziert und es eigentlich klar ist, dass sich hier das nächste Monster aus dem Schlamm erhebt um in Zukunft unsere Demokratien zu gefährden.
    Ich mein das Ding mit dieser Hype Maschine ist doch auch vollkommen durchschaubar. Hier geht es nicht um organisches Wachstum und Community Building, sondern darum eine bestimmte Growth Rate KPI und daily user Zahlen zu erreichen um sich dann möglichst bald dem Exit widmen zu können und für viel Kohle an FB oder Twitter verkauft zu werden.

    Generell finde ich das Konzept der App ja auch mega gut!
    Ist halt Spontan Podcast mit Anfassen…aber gerade von Tim hätte ich eigentlich erwartet, dass da ein bisschen kritischere Töne angeschlagen werden, von wegen Podcastkultur, offen, keine Zentralisierung, bliblablub.

    Ansonsten hätt ich jetzt gern nochmal erklärt warum das Hosten von exklusiv Podcasts auf Spotify oder Audible ein Problem darstellt, aber das etablieren eines Ökosystems von Meta- und Community-Features rund um einen Podcast auf Clubhouse nicht.

    Lieben Gruß,
    ein salty Android User ;)

    • Sorry aber gerade bei der Stelle warum ihr Sprachnachrichten per WhatsApp natürlich _nicht_ als geeignete Austausch- und Kommentarmöglichkeit zu diesem Podcast seht, aber dann jetzt Clubhouse dafür nutzen wollt, musste ich einmal kurz laut auflachen.

      Sprachnachrichten in Messenger und die Audio-Echtzeit-Kommunikation in Clubhouse sind funktionell etwas vollkommen anderes.

      Im nächsten Teil werden dann Lobpreisungen auf das nächste große Ding™ am Social Network Himmel gesungen, bei dem komplett unklar ist wie es sich eigentlich finanziert und es eigentlich klar ist, dass sich hier das nächste Monster aus dem Schlamm erhebt um in Zukunft unsere Demokratien zu gefährden.

      Wie es sich finanziert ist für die Diskussion auch unerheblich. Und ob es unsere Demokratie fördert oder gefährdet lässt sich derzeit nicht abschätzen. Kann beides oder nichts davon eintreten.

      Wir schauen es uns eben an und daran finde ich jetzt auch nichts falsch. Die erste Diagnose lautet: hier passiert gerade etwas sehr Interessantes. Ob am Ende Clubhouse zum Platzhirschen mutiert oder nicht ist derzeit noch unklar. Aber diese Form der Kommunikation is here to stay.

      Ansonsten hätt ich jetzt gern nochmal erklärt warum das Hosten von exklusiv Podcasts auf Spotify oder Audible ein Problem darstellt, aber das etablieren eines Ökosystems von Meta- und Community-Features rund um einen Podcast auf Clubhouse nicht.

      Ah, weil wir eine Gesprächsrunde einberufen ziehen wir ein „Ökosystem“ auf. Verstehe. Noch weitere Superlative im Angebot? Ich verstehe nicht ganz, woher die Verletzlichkeit herkommt, aber vielleicht schaust Du Dir das erst mal an, bevor Du mit weiteren unangemessenen Vergleichen daher kommst.

      • > Ich verstehe nicht ganz, woher die Verletzlichkeit herkommt, aber vielleicht schaust Du Dir das erst mal an, bevor Du mit weiteren unangemessenen Vergleichen daher kommst.

        Hier sind wir meiner Meinung nach am Kern des Problems angelangt: als Android-User ist „erst mal anschauen“ leichter gesagt als getan ;)

  6. Moin Linus, kannst Du einen cookie-banner-blocker (für Firefox) empfehlen? Ich sehe ledigliche eine Auswahl mit minimalen Downloadzahlen und fragwürdiger Vertrauenswürdigkeit …

    cheers, Nico

    • Naja, ich finde du machst es dir mit deiner laxen Antwort etwas einfach.

      Ihr seid Multiplikatoren. Ihr habt das Thema Netzpolitik im Namen und Datenschutz kommt als Thena bei euch recht häufig vor. Jetzt ist die Situation, dass da ein neuer Service am Start ist, auf den ihr große Lust habt. Und was macht ihr? Ihr benutzt das Ding und ruft dazu auf, es euch gleichzutun.

      Bedenkliche Datenschutzaspekte werden beiseite geräumt: Die App ist hält geil. Für mich ist das mindestens im Kontext von Logbuch Netzpolitik unverständlich.

      • Bedenkliche Datenschutzaspekte werden beiseite geräumt: Die App ist hält geil. Für mich ist das mindestens im Kontext von Logbuch Netzpolitik unverständlich.

        Ähm, ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, mich ausführlich darüber ausgelassen zu haben, dass das nicht nur absolut nicht geht, sondern in meinen Augen sogar illegal ist.
        Ich habe auch gesagt, dass ich es keinesfalls nutze.

        „Beiseite räumen“ kommt mir da ziemlich fehlinterpretiert vor.

        • > Ähm, ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, mich ausführlich darüber ausgelassen zu haben, dass das nicht nur absolut nicht geht, sondern in meinen Augen sogar illegal ist.
          > Ich habe auch gesagt, dass ich es keinesfalls nutze.
          >
          > “Beiseite räumen” kommt mir da ziemlich fehlinterpretiert vor.

          Okay, das war ein wenig überspitzt und hart formuliert.

          Was ich sagen wollte: Ja, du hast die fehlenden Datenschutzaspekte, insbesondere die elementare Einbindung des persönlichen Adressbuchs, gewürdigt. Doch nun kommt aber das hier: am Ende des Clubhouse-Kapitels ruft ihr zu einem Hörertreffen eben bei Clubhouse auf. Um es wieder überspitzt zu formulieren: Datenschutz wird von Clubhouse mit den Füßen getreten, dennoch wollen wir uns eben dort mit euch treffen. Kommt vorbei.

          Das war für mich dann überraschend.

          Im Kern geht es doch darum, wie wichtig Datenschutzaspekte wahrgenommen werden und wie sehr sie unser Handeln beinflussen sollen. Es geht um die Abwägung von Datenschutz und persönlicher Einschränkung, dem Verzicht auf dei Möhre, die einem vor die Nase gehängt wird. Der Umgang mit Clubhouse hat nun gezeigt, dass auch ein Logbuch Netzpolitik durchaus stark kritikwürdige Datenschutzaspekte willens ist zu tolerieren. Und das aus für nicht jeden nachvollziehbaren Gründen.

    • Würde mich auch interessieren, wie ich die Cookie-Banner wegbekomme. Scheinbar hat Linus ja einen guten Weg gefunden, wenn er jetzt erst so überrascht ist, wie nervig die Dinger sind. Hat jemand andere Empfehlungen außer ein Add-On das irgendwie nicht wirklich vertrauenserweckend wirkt?

      • Mein Adblocker hat die Funktion „Filter annoyances.“
        In der Liste sind primär Cookie-Banner, Spendenaufrufe und ähnliches.
        Funktioniert in letzter Zeit nicht mehr sooo gut und hat in einigen Fällen das Problem, dass zwar das Banner weg ist, die komplette Seite aber noch „ausgegraut“ – daher kann ich das nicht ohne Einschränkungen empfehlen…
        Es handelt sich um 1Blocker für Safari und iOS Safari.

        • In der Tat ist das in letzter Zeit schrecklich frustrierend geworden. Da hat man dann zwar kein Banner mehr, kann aber trotzdem nicht die Seite sehen. Bin inzwischen dazu übergegangen die Banner nicht mehr zu blocken. Klicke dann auf „alles akzeptieren“ und ublock + umatrix machen dann ihre Arbeit. Entspricht vom Verhalten ja eigentlich dem, was vor dem Banner-Wahnsinn auch der Fall war.

          Grüße
          Paul P.

  7. Danke, dass Ihr das mit den Cookies mal aufgefriffen habt…

    Was ich etwas schräg finde ist, dass Heise da einerseits so einen Artikel schreibt, andererseits aber genau den gleichen Schei** bei sich auf der Homepage macht…

    lg,
    Dave

    • Bei Heise kann ich das noch verstehen, immerhin müssen die sich finanzieren.
      Was mich viel mehr aufregt, sind Seiten, die einen bezahlten Dienst anbieten und mich trotzdem mit so etwas nerven.

      • Nunja,ich finaziere Heise über die c’t seit der ersten Ausgabe fast ununterbrochen mit einem Abo. Mich nerven die Cookies gewaltig und ich kann nichts daran ändern.

  8. Hallo,
    zum Thema mit der Digitalisierung der Gesundheitsämter möchte ich etwas beitragen.

    Linus hat ja angemerkt, dass es mit der derzeitigen Geschwindigkeit, kaum Auswirkung auf die Pandemie hat, was die Gesundheitsämter da machen. Die Digitalisierung ist dabei eine mögliche Lösungskomponente.

    Leider gibt es noch mehr Aspekte. Ich möchte das mal beschreiben.

    Vorneweg muss man sich jedoch eine Sache klar machen: Das besondere an Covid ist, dass die Infizierten schon 2 Tage vor der Erkrankung infektiös sind. Das ist ja mittlerweile fast Allgemeingut. Was nicht so präsent ist, ist, dass es etwa 4-5 Tage dauert, bis ein frisch Angesteckter selbst wieder ansteckend wird. Das ist das sog. serielle Intervall.

    Wenn ich mich also anstecke, dann laufe ich min. bis zum Tag der ersten Symptome 2 Tage ansteckend herum, wenn mich kein Scout des Gesundheitsamtes ermittelt und in Quarantäne steckt. D.h. aber auch, dass, wenn ich selbst symptomatisch werde, es nur noch 2 Tage dauern darf, um meine Kontakte in Quarantäne zu schicken, damit die Kette unterbrochen wird.

    Dafür werden 6 Phasen durchlaufen:
    Ich muss checken, dass ich einen Test brauche.
    Ich muss einen Test bekommen.
    Ich muss das Ergebnis bekommen.
    Das Gesundheitsamt muss das Ergebnis bekommen.
    Die Scouts müssen Kontakte ermitteln.
    Kontakte müssen in Quarantäne (und getestet werden).
    Eine Menge Holz für 2 Tage.

    Bei Punkt 1 ist digital nicht viel zu machen. Auch ein Schnupfen kann eine Covid-Erkrankung sein. Daher sollte die Aufklärung sein: Geht im Zeifel zum Testen.
    Punkt 2 geht raus an die Ärzte und Teststationen: Testet die Leute, egal wie banal die Symptome sind.
    Bei Punkt 3 kommt die Warn-App ins Spiel: Sie übermittelt das Ergebnis aktiv an den Infizierten. Kein gelegentlicher Abruf von einer Webseite, kein Warten auf den Anruf vom Hausarzt. Das wird zu wenig kommuniziert, dass da ein paar Stunden viel ausmachen können. Nicht für den Getesteten, aber für seine Angesteckten, bzw. deren durch Quarantäne verhinderte Opfer. Das gibt einemm beim ersten Durchdenken einen Knoten ins Gehirn. Vielleicht wird auch deswegen nicht schnell genug gearbeitet.
    Punkt 4. Offiziell sind die Gesundheitsämter ab 10.1. verpflichtend ans DEMIS angeschlossen und das sei digital. De facto, sind aber die Infizierten, die von uns angeleitet wurden, ihre Kontakte ans Gesundheitsamt zu melden, vielfach abgeprallt, weil das GA ihr Ergebnis noch nicht registriert hatte. Es scheint, dass die DEMIS-Meldungen einfach in einem übervollen Emailpostfach landen und nicht in spezieller Nachverfolgungssoftware o.ä.
    „Datum: 12. Januar 2021 um 08:XX:00 MEZ
    An: ‚A P‘

    Sehr geehrter Herr P,

    vielen Dank für die Übermittlung Ihres positiven Befundergebnisses.
    Da uns die Befunde von manchen Teststationen erst mit Verzögerung erreichen, bitten wir Sie, uns Ihr positives Testergebnis an diese E-Mail-Adresse zu übermitteln, sobald Ihnen dieses schriftlich vorliegt.

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung und gute Besserung.

    Mit freundlichen Grüßen

    X.Y.
    Sachbearbeiterin
    amtsärztl. Leistungen“
    Vorher startet aber kein Contact Tracing!

    Dann muss der Erkrankte erreicht werden, um dessen Kontake ermitteln zu können. Da gibt es leider euch eine Tisch-auf-Kopf-Geschichte dazu.
    Den GA liegen zwar die Meldedaten vor, aber regelhaft keine Telefonnummern. Da hat man sich was Cleveres ausgedacht und hat auf den Laborscheinen ein Feld für die Mobilfunknummern geschaffen. Diese wurden aber in einem Drittel der Fälle nicht eingetragen, weil das Feld für die Telefonnummer optisch eng mit der Einverständniserklärung für die Warn-App verknüpft ist (
    https://www.kbv.de/media/sp/Ansichtsexemplar_Muster10C.pdf).
    Ärztinnen haben also häufig absichtlich keine Nummer angegeben, weil sie annahmen, sie würde für die App benötigt. Hatte der Proband keine App, gab es auch keine Telefonnummer für’s GA. Da hat die App, bzw. das digitale Analphabetentum vermutlich einen Beitrag zum Unterhalt der Pandemie geliefert, welcher natürlich schwer zu beziffern ist. In der Regel werden fehlende Telefonnummern dann bei den Hausärztinnen erfragt. Da kann man sich vorstellen, dass dies mindestens wieder einige Stunden dauert bis sie dann vorliegen.
    In vielen GA-Bezirken ist jetzt eine recht bauernschlaue Regelung in Kraft:
    Positiv (Es gilt immer noch nur die langsame PCR!) Gestete sollen ihre Kontakte selbst informieren und in Quarantäne schicken. Unter Anleitung durch Hausärztinnen gelingt dies erstaunlich gut. Zusätzlich sollten die Kontakte sich noch so schnell wie möglich testen lassen, um festzustellen, ob sie bereits auch als Virenquelle unterwegs waren oder (noch) nicht.

    Das R setzt sich also zusammen aus den Lockdownregeln und der Effizienz des Contact Tracings. Das ist derzeit noch am schnellsten, wenn die Positiven selbst ihre Kontakte quarantänisieren und zum Testen schicken. Das funktioniert vermutlich schon digital: Über WhatsApp. ;-)

    • Guter Beitrag! Ich würde gerne vorschlagen Schritt 2 erweitern um,
      „… und übermittelt den (ausschließlich positiven) Befund an die Community mit deren Werkzeugen (CWA). Natürlich nur im Auftrag und mit Einverständnis, des zu Testenden“…

      Einen entsprechenden Token ist sicherlich durch die App erzeugbar oder existiert bereits.

    • Hier sind einige Begriffe und Zahlen leicht durcheinander gekommen – an der grundsätzlichen Einordnung ändert das aber nichts:

      – Die Zeit von der eigenen Ansteckung bis zum selbst ansteckend werden bezeichnet man als Latenz. Studien schwanken zwischen 2,5 und 4 Tagen, das RKI nimmt einen Wert von 3 Tagen an.

      – Das serielle Intervall bezeichnet nicht den Zeitraum zwischen eigener Ansteckung und eigener Infektiosität, sondern den Zeitraum zwischen Symptombeginn des primär Infizierten und Symptombeginn bei der von diesem angesteckten Person. Studien nennen hier Werte zwischen 4 und 7, das RKI nimmt 4 Tage an.

  9. Clubhouse:
    Ich bin enttäuscht, wenn es um Audio Feedback/Kommunikation mit Hörerinnen gehen würde hätte man dafür auch ab 2001 Teamspeak oder spätestens ab 2015 Discord nehmen können.

    • Wenn man das hätte machen können, warum hat es dann keiner gemacht? Ich kann mich nicht erinnern, dass das irgendjemand schon mal gewünscht oder auch nur aufgebracht hätte.

      Das Clubhouse-Modell unterscheidet sich schon signifikant von reinen Audiokonferenzen durch das UI der App und die Art der Moderation. Und natürlich auch die Dynamik des Social Networks.

      • Es hat wohl niemand gemacht, weil keiner den Bedarf dafür hatte. Aber die Technik ist seit weit über 10 Jahren da. Bei Mumble/Teamspeak (und bestimmt auch Discord) kann man doch auch mehrere Räume erstellen und Zutrittsbeschränkungen vergeben und andere Leute im Raum muten/unmuten.

        Daher verstehe ich den Hype um Clubhouse momentan nicht so recht. Vor allem scheint dieser Hype nur in einer bestimmten Blase stattzufinden, denn wenn ich nicht den WRINT Realitätsabgleich und euch hören würde, hätte ich davon noch nichts erfahren.

        Wie andere hier, finde ich es auch etwas merkwürdig, dass ihr jetzt genau dort ein Nutzertreffen macht. Linus betreibt doch sogar einen eigenen jitsi-Server. Dort kann man ja auch ohne Kamera ein Meeting abhalten und zwar ohne Datenschutzbedenken und Barrieren wie iPhone/iPad-Zwang.

        • Ich stimme, zu. Habe mich aus FOMO nach dieser episode auch erstmal angemeldet. Bereue es aber inzwischen, dass ich meine Nummer angegeben habe und auf diesen simplen Trick reingefallen bin.

          Nach euren genannten Absichten sollte, wie Stefan schon gesagt hat, ein Jitsi-Call zum selben Ergebnis führen. (UX von Clubhouse kann ich nicht beurteilen, aber macht das wirklich den Unterschied?) Ich finde es vollkommen verständlich wenn ihr die Welle reiten wollt, jedoch hat es mich tatsächlich etwas verstimmt wie sehr, insbesondere Tim, die APP trotz Datenschutzbedenken angepriesen hat und so auch mich in den Sog bekam.

          Aber vllt es einfach ein Berghain 4.0 und man muss einmal drinnen gewesen sein, um dazuzugehören und es einen leicht fällt über negative Aspekte hinwegzusehen.

        • Kann nur voll und ganz zustimmen, ich bin selbst aufgrund dieser Folge auf diesen, und ich kann es nicht anders nennen, Werbemüll hereingefallen.
          Nach kurzem anschauen erscheint mir Clubhouse nichts anderes als ein System für Follower- und Werbeblasen um Prominentere Personen herum (was mit dieser Folge ja auch nur ein wenig bestätigt wird). Inklusive massiver Datenschutzbedenken natürlich, ich denke man muss nicht weit voraus denken um zu sehen dass dieser Aspekt schlimmere Züge annehmen wird, wie immer. Kein anständiges Finanzierungsmodell (das sich am Nutzer orientiert) und for profit sind eben heutzutage eine Mischung die eine recht überschaubare Anzahl an Folgeszenarien mit sich bringt.

          Ich hätte es besser wissen müssen, darum kann ich mich hier nicht von der Schuld lösen, aber ich bin trotzdem enttäuscht darüber wie hier die Werbung für einen solchen Dienst auf einmal aufgefahren wird. Vor allem weil ihr sonst IMMER riesigen Wert darauf legt hier Empfehlungen oder Werbung zu vermeiden, wird diese Regel ausgerechnet für einen fadenscheinigen Dienst gebrochen, der wirklich nichts neues bietet, so sehr sich Tim auch von der Werbekampagne blenden lässt.
          Linus war ein bisschen zurückhaltender, fairerweise, aber um insgesamt von euch beiden den Status „Empfehlung“ zu erreichen hätte ja quasi nur noch das entsprechende Verb in eurer Faszination mit diesem alten Hut gefehlt.

          • Von einer Werbekampagne von Clubhouse weiß ich nichts. Vielleicht kannst du mir da eine Quelle nennen. Dementsprechend konnte sie mich auch nicht „blenden“.

            Du magst deine Wahrnehmung dieses Dienstes haben, mit meiner deckt sie sich derzeit nicht. Übrigens auch nicht, was die Refinanzierungsmodelle betrifft.

            Wir legen übrigens nicht „Wert darauf, Werbung zu vermeiden“, wir machen keine. Allerdings sagen wir was wir gut finden oder nicht und nur weil sich das nicht mit Deiner Meinung deckt ist das ja keine Anlass uns hier irgendein verwerfliches Treiben vorzuwerfen. Etwas mehr Selbstreflektion würde ich mir von Dir schon wünschen.

          • Die beiden sind ja Apple-Fans, Tim vielleicht sogar Fanboy? ;-)
            Vielleicht ist es ja das elitäre Gefühl, bei einer iOS only-App mit Einladungs-Zwang dabei sein zu dürfen?

      • Minkorrekt nutzt es jetzt schon einige Zeit und da tummeln sich wohl ~1.500 Leute (haben die Beiden letzte Folge erwähnt).
        Ich wage mal die steile These, dass es bisher keiner gemacht hat weil dieses „Discord“ (Teamspeak etc.) ja nur was für Gamer ist. Damit haben sich die relevanten Personen die Dienste schlichtweg nicht angeguckt.

        Oder ganz konkret: solange z.B. die Metaeben, als großer Multiplikator, nicht mal sagt „hey Leute hier ist jetzt ein Discord Server mit Channels für LNP, Forschergeist,…ich freue mich über rege Teilnahme“ passiert da eben nix.

        Dann lieber auf einen Zug aufspringen, der sich zunächst sogar nur im Apple Universum bewegt, weil es gerade der neue heiße Scheiß ist.

        Womit ich jetzt nicht sagen will, dass andere Dienste ggf. besser sind was Sicherheit oder Datenschutz angeht, oder ich schon jahrelang Bedarf für so etwas gehabt hätte. Nein ich hätte es sogar eher verstanden wenn ihr gesagt hättet „braucht kein Mensch“ (in die Richtung gingen Holgi+Tobi in einer der letzten Wrint Folgen). Ich beziehe mich rein auf die Kritik der Vorredner bzgl. wenn Bedarf zum Austausch u. Talks, dann hätte man dass auch schon vorher haben können inkl. Moderation usw.

        Und klar spricht auch nix dagegen sich neue Sachen anzugucken und darüber zu reden, aber die Berichterstattung war mir hier auch insgesamt zu positiv, abgesehen von „das will meine Kontakte auslesen“.

        PS:
        Da ich keine Apple Geräte besitze, kann ich mir Clubhouse nicht angucken und mir darüber auch keinen Vergleich mit Discord ziehen was geht und was nicht geht.

        • Nachtrag:
          Sollte heißen „Minkorrekt nutzt Discord“. Ist noch nicht so lange her, ich meine ~3-4 Monate, seit sie auch mit Twitch angefangen haben (auch wieder so eine Gaming Sachen ;) )

          Und wenn sich da wirklich so viele HörerInnen tummeln, dann war ggf. doch Bedarf da, aber es braucht eben die „Podcast Prominzenz“ (nicht böse gemeint) um so etwas anzustoßen.

      • Ich höre regelmäßig den NICE.TO.MEAT.YOU Podcast der SizzleBrothers (Grillkanal auf Youtube, inzwischen auch regelmäßiger Livestream auf Twitch), die haben seit nem Jahr(?) einen Community-Discord, in dem sie auch aktiv sind.

        Wird also schon gemacht und wird auch gut angenommen, nur in einer anderen Bubble.

      • Also ich bin Android-Nutzer, und kann Clubhouse daher nicht wirklich einschätzen, aber laut eurer Darstellung aus dieser Folge kann ich an Clubhouse nichts fundamental neues erkennen. Das Panelists-attendees-Modell mit dem ‚auf die Bühne holen‘ kenne ich seit Jahren von Zoom-Webinaren…

  10. Ist ja nicht bös gemeint, aber am Anfang des Clubhouse-Kapitels beschwert ihr euch (völlig zurecht) über den katastrophalen Datenschutz und über die bewusste Ausgrenzung von Benutzergruppen (= Nicht-iOS-Leute) und dann wird am Sonntag eine Clubhouse-Runde angekündigt?

    Bin da eher wenig begeistert davon. Gibt es dann zukünftig auch Transkriptionen von den Clubhouse-Sitzungen

    • Ist ja nicht bös gemeint, aber am Anfang des Clubhouse-Kapitels beschwert ihr euch (völlig zurecht) über den katastrophalen Datenschutz und über die bewusste Ausgrenzung von Benutzergruppen (= Nicht-iOS-Leute) und dann wird am Sonntag eine Clubhouse-Runde angekündigt?

      Das eine hat ja auch mit dem anderen nichts zu tun. Wir beschweren uns ja auch über Twitter und andere Netze und benutzen sie. Man kann ja etwas kritisieren und trotzdem die nützlichen Aspekte wahrnehmen.

      Bin da eher wenig begeistert davon. Gibt es dann zukünftig auch Transkriptionen von den Clubhouse-Sitzungen

      Nein. Aufnahmen und Transkriptionen sind durch die Terms of Service untersagt und das finde ich eigentlich auch ganz gut so.

      Vergleiche die Feedbackrunden auf Clubhouse mit Treffen in einer Bar. Da würde man dann auch nicht aufzeichnen oder transkribieren. Und wenn ich das tun würde würde ich dann sicherlich auch nicht das Feedback erhalten, was ich mich erwünsche.

      • Noch eine Ergänzung: für mich sieht Clubhouse wie die „Muster“ Gated Community schlechthin aus. Und erinnert mich unweigerlich an das Motto des 32C3.

        Jetzt musst du aber schon eingestehen, dass letztens doch aufgezeichnet und transkribiert wurde: vgl. die Sache mit Ramelow und Springer.

        • Ich muss hier gar nichts eingestehen, weil ich nicht gesagt habe, dass es technisch nicht möglich wäre, sondern dass die Nutzungsbedingungen es nur erlauben, wenn von allen Teilnehmern eine Erlaubnis vorliegt.

          Dass Menschen Informationen aus Gesprächen weitertragen ist nun keine besondere Nachricht.

  11. Cookie-Banner:

    Ich bin da ganz bei Tim; hier muss eine technische Lösung her. Ich halte es sowieso für einen Tropfen auf den heißen Stein, dass die Verpflichtungen zur Einwilligung so stark auf Cookies gehen. Immerhin ist das diejenige Technologie, bei der sich der Nutzer am einfachsten der Nachverfolgung entziehen kann.

    Third-Party-Cookies sollten (per Default) in allen Browsern deaktiviert sein.
    Eigene Cookies sollten sich (per Default) regelmäßig löschen, Ausnahmen lassen sich per Whitelist managen.

    • Ich finde die Browser müssten mehr von Addons wie Cookie Auto Delete einbauen.

      Kekse grundsätzlich verweigern.
      FirstParty Cookies verweigern mit gezielter Freigabe für Login.
      Temporär freischalten wenn der „die Seite geht nicht “ Knopf geklickt wird (gibt immer noch so dusselige Entwickler)
      FirstParty Isolation für alle.
      Schönes Fenster mit „diese Cookies haben wir“ „du hast diese Seite zuletzt am so und sovielten direkt besucht“ „hier im Cookie steht“
      Mit „white“ und „black list“ und Lösch option.
      Da muss dem Nutzer mehr Macht gegeben werden.

        • Also ich würd Apple nicht as Datenschutz-Desaster bezeichnen. Das könnte ich ja nur, wenn ich wüsste, was sie tun – im Gegensatz zu dem, was sie behaupten.

          Da ich aber nur minimale Ahnung von Code habe, wäre ich gar nicht in der Lage zu verstehen, was Safari so macht, selbst wenn ich den source code in die Finger bekäme.

          Wenn ich also Deinem link zu den Fakten folge, sehe ich nicht viele… the verge sagt, dass Apple sagt, dass sie keine third-party-cookies mehr zulassen.

          Jetzt frage ich mich allerdings, wie weit mir das wirklich helfen würde? Als ich vor Jahren durchgelesen habe, was der tor browser so über tracking erzählt, sind cookies bei weitem nicht das einzige Problem.

          • Nur weil es mehrere Probleme gibt, soll Apple nicht eines davon lösen?

            Das gleiche gilt übrigens für den Tor Browser: der verschleiert meine IP und „löst“ damit eines der geringsten Probleme, die ich habe.

  12. @Linus: Vielen Dank für den Verweis auf die Freakshow für Tim, gerne öffters auch bei Lobpreisungskampanien für Appel und Bashing-Kaskaden gegen alles != Appel .

    Danke für den Tollen Podcast!

  13. Die bisher beste Cookie-Banner-Lösung habe ich bei geizhals.de gesehen: Wenn im Browser „Do Not Track“ aktiviert ist werden hier automatisch nur die technisch notwendigen Cookies gesetzt (zumindest laut der Anzeige welche kurz eingeblendet wird). Das ist ja ungefähr so eine Implementierung wie sie im Podcast vorgeschlagen wurde.

  14. Zu den Cookies:

    Ich finde es ja in Safari mit dem Private Browsing am besten gelöst: jeder Tab hat seine eigenen Cookies und kann nicht auf die des nächsten Tabs zugreifen. Dadurch muss ich zwar endlos Cookiebanner wegklicken und mich bei jedem Neustart immer wieder einloggen, was natürlich etwas nervt, aber es hält mich fit darin, immer wieder den nächsten perfiden Manipulationstrick zu erkennen.

    Wenn Firefox Cookies per Tab hätte (was wohl erst kommt, wenn sie für jeden Tab einen neuen Prozess starten?) dann würde ich FF benutzen.

    Liege ich damit völlig daneben, oder ist das eigentlich das Verhalten, was der Browser haben sollte?

    Liebe Grüße
    Hans

    • Firefox hat Container. Ob die auf Prozesse abbilden weiß ich nicht, aber mit denen kann ich im selben Browserfenster eine Webseite in verschiedenen Tabs öffnen und mit verschiedenen Accounts gleichzeitig eingeloggt sein. :)

      • Nur in neuen Fesntern. Wenn ich im gleichen Fenster in FF einen weiteren Tab aufmache, dann bekommt der den Cookie auch wieder und ich bin schon eingeloggt.

        Meiner Erfahrung nach ist Safari der einzige Browser, der Tabs und Fenster komplett voneinander isoliert hat.

    • Und das scheint ja auch durchaus gewollt zu sein, Android bleibt eine Arme-Leute-Plattform, dort gibt es keine Influencer und Politiker die für einen Hype interessant sind.
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass es technische Gründe gibt, die ein Portieren der App auf Android innert ein paar Tagen verhindern würden.

      • Das hat mit Arme-Leute nichts zu tun. Wer Wert auf Datenschutz legt nutzt kein iOS, und ist damit einfach nicht Zielpublikum von Clubhouse.

        • Stimmt, das von Google bereitgestellte Android trackt bekanntlich gar nichts, wie ein Blick ins Google-Dashboard jederzeit beweist.

  15. Weiß einer ob clubhouse über einen Emulator/VM lauffähig ist? Das Konzept klingt durchaus interessant, ich habe aber keine Lust mir extra dafür ein iOs Gerät zuzulegen. Außerdem zieht das dem ganzen zumindest ein wenig den Zahn der Exklusivität für die „privilegierte Oberschicht“.

    (Auch wenn natürlich hinreichend viele günstige Gebrauchtgeräte auf dem Markt sind und defakto Apple auch denen zu Verfügung steht die sich den Euro mehr für den Markennamen [und den produktspezifischen Vorteilen] nicht leisten könnten. Soll kein Apple bashing sein)

  16. Ich teile die Entschätzung, dass die Exclusivität von Clubhouse (bzgl. iOS und „Invites“) nur temporär ist teile ich.
    Allerdings halte ich diese – in einem speziellen Bereich – auch kurzfristig für hochproblematisch. Mir fällt auf das viele, hautpsächlich konservative und „liberale“ Politiker sind unter den ersten Nutzern der Plattform.
    Die mit diesen stattfindenden Diskussionen werden als „Bürgernähe“ im PR-Sinn verkauft, faktisch ist es jedoch das exakte Gegenteil. Es findet eine Diskussion zwichen den Politikern und einer „gefühlten Elite“ statt, die sich aus Apple-Nutzerschaft und Invitees konstituiert. Vor dem Hintergrund, dass gerade in der aktuellen Pandemiesituation von verschiedenen der Grad des Parlamentarismus kritisiert wird, halte ich dies für eine gravierende Fehlentwicklung. Es entsteht der Eindruck eines „Lobbyismus ohne Lobbyisten“ bei dem nur einige wenige Einfluss auf Parlamentarier nehmen können. Politiker sollten sich die frage gefallen lassen, ob eine solche Öffentlichkeitsarbeit für demokratische Prozesse sinnvoll ist.

  17. Mir is klar dass die Telefonnummer gegen Spam und Missbrauch schützen soll, aber gibt es da nicht alternative Methoden für?

    Ich finde es schade wenn viele Communities sich auf Netzwerke zurückziehen an denen man ohne seine Mobilfunknummer (das wertvollste privateste Gut was man momentan hat in gewisser Weise) preiszugeben nicht mitmachen kann.
    Telegramm und Signal und teilweise auch diese furchbar zentralen Discordserver die überall aus dem Boden sprießen.
    Bei Threema funktioniert es auch ohne.

  18. Telefonnummern gehasht hochzuladen ist mMn. nur marginal besser als diese im Klartext hochzuladen. Aufgrund des doch sehr begrenzten Mobilnummernraumes ist es idR. (je nach Hashverfahren) kein besonders großer Aufwand, einmal alle Nummern durchzuhashen und sich so eine Tabelle zum Nachschlagen zu erstellen. Wenn man vom Schema 01{5,6,7}x xxxxxxxx ausgeht, gibt es nur etwa 3.000.000.000 mögliche deutsche Nummern.

    Fun Fact: Im Zuge des Ansturms auf Signal und der Ankündigung Elon Musks, dies zukünftig benutzen zu wollen, ist die Aktie der Signal Advance Inc. in Rekordtempo um ein Vielfaches gestiegen. Dumm nur, dass diese nichts mit dem Messenger zu tun hat – tolle Algorithmen haben die da an der Börse. Quelle: https://www.privacy-handbuch.de/blog.htm [Überschrift: Ralley an der Börse für Signal Advance Inc. (12. Jan. 2021)]

    Liebe Grüße

    • Wenn man vom Schema 01{5,6,7}x xxxxxxxx ausgeht, gibt es nur etwa 3.000.000.000 mögliche deutsche Nummern.

      Man macht das so, dass die Clients nur die Hälfte des des Hashes an den Server geben. Die eigentliche Auswahl findet dann clientseitig statt. So kann man dieses gegenseitige Matching machen, ohne dass man die kompetten Kontakte hat. So macht es zum Beispiel *tadaa* Signal.

      • Danke für die Aufklärung. Die Frage, wie Hashing bei einem derart limitierten Zahlenraum ausreichenden Schutz bieten soll. Was mir aber weiterhin nicht klar ist: Wenn ich nur die Hälfte des Hashs übertrage, kann ich doch weiterhin einen Wörterbuchangriff fahren. Die einzige Chance, dass der nicht mehr funktioniert, bestünde meiner Einschätzung nach darin, dass ich so viel wegschneide, dass innerhalb des Adressraums Hashkollisionen auftreten. Damit steigt dann aber auch die Gefahr eines „Fehlalarms“, dass zwei Signal-Telefonnummern sich gegenseitig kennen, tatsächlich aber nicht.

        • Das hab ich wohl nicht ausreichend gut erklärt. Das ganze Verfahren funktioniert auch ohne Hash, stelle dir einfach statt dem Hash die komplette Telefonnummer vor.
          Sowohl Server als auch Client kennen die vollständigen Nummer.
          Der Client nennt dem Server aber die letzten paar Ziffern. Der Server antwortet mit allen Nummern, die so enden.
          Der Client wiederum wählt sich dann die korrekte aus und macht die notification an die Nutzerin.
          Ergebnis: der Server weiß nicht, welche die richtige Nummer war und ob sie überhaupt dabei war.

    • Ihr seid auf jeden Fall ganz toll und vielen vielen Dank dafür, dass ihr den Podcast macht!
      Laune ist auf jeden Fall wieder besser … Einhörner und so <3

  19. Hi ihr beiden Schlawiner,

    auf den Anstoß hier habe ich mir mal Delta Chat angeschaut und finde es eine coole Idee, vor allem da man selbst den Messenger nicht braucht und auch über sein eigenes E-Mail Konto zu komunizieren.

    Ein Problem und großen Nachteil an der App sehe ich darin, dass dort die fälschliche Annahme getroffen wird, dass E-Mail ein Echtzeitmedium ist. Das Protokoll sieht das selbst aber nicht so und eine E-Mail kann je nach Server und gerade bei Infrastrukturproblemen auch mal ein paar Minuten, Stunden oder Tage rumlümmeln und dann erst zugestellt wird. Ein echter Garant für Missverständnisse aufgrund von verzögerten Antworten.

    Außerdem ist es natürlich immer nicht so cool seine Nachrichten über zufällige Server rund um die Welt zu schicken, die alle jemandem anderen gehören.

    • Ich finde die Idee großartig. Im Gegensatz zu Threema oder Signal ist man nicht auf einen Anbieter angewiesen sondern kann (fast) jeden E-Mail-Provider nehmen oder selbst E-Mail aufsetzen. Die Kommunikationspartner benötigen nicht einmal den Client sondern erhalten die Nachrichten unverschlüsselt im E-Mail-Postfach und sobald die App verwendet wird, gibt es PGP, ohne dass die User was einrichten müssen.

      Alle Nachteile von E-Mail tritt man sich natürlich auch mit ein, aber E-Mail hat nunmal fast alle. Dafür bekommt man auch alle Vorteile von Mail: dezentral, föderiert und weit verbreitet.

      Leider schlagen die Notifications auf iOS noch fehl, aber das sind Kinderkrankheiten.

      • Verschlüsselte Gruppenchats werden dann allerdngs schwierig oder? Also nennt mich gestrig, uncool oder was ihr wollt, aber ich sehe wenn ich nach vorn blicke, weiterhin XMPP.

  20. Thema Clubhouse:
    Was (mir) gefehlt hat, war eine (bessere) Beschreibung was Clubhouse ist und was es besonders macht.

    Tim scheint ja begeistert zu sein, leider wird für Leute, die Clubhouse nicht kennen nicht so deutlich warum eigentlich. Wie funktioniert das Moderationskonzept und warum geht da so gut?

    Da würde ich mir noch eine Nachlieferung wünschen, vielleicht auch noch einen Bericht, wie die Feedbackrunde lief.

    Danke für den Podcast!

  21. Je mehr ihr von Clubhouse erzählt habt desto schlimmer klang das ganze.
    Hat schon jemand einen timer aufgesetzt um die Zeit bis zum Verkauf an Facebook oder Tencent zu messen? (Oder eine beliebige andere dubiose Firma)

    Sehr seltsam von euch erst Gründe gegen diese app aufgezählt zu bekommen um gleich daraufhin zu hören wie ihr Werbung dafür macht…

      • Habe ich das mit der Feedback-Runde auf Clubhouse geträumt? Nur weil ihr im Gegensatz zu einigen Influencern hoffentlich kein Geld dafür bekommt, bleibt es trotzdem Werbung.

        • Wenn ich ein Treffen in einer Kneipe ankündige ist das eine Ankündigung eines Treffens und keine „Werbung“ für einen Veranstaltungsort. Wenn Du mir alternative Orte vorschlagen würdest, wäre es ja auch keine Werbung für die Orte.

          Wir können jetzt natürlich noch stundenlang Haarspalterei betreiben, ob wir jetzt von „Werbung“ im Sinne von Empfehlung oder „Werbung“ im Sinne von bezahlter Dienstleistung reden (letztere ist es, die wir hier im Podcast ausgeschlossen haben), aber das bringt uns glaube ich auch nicht weiter.

          • Das ist aber halt kein Treffen in einer Kneipe mit einer Handvoll Kumpels.

            Wenn sich jemand mit einer so immensen Reichweite wie ihr für eine Plattform entscheidet, dann ist das Werbung für diese Plattform. Das sieht man ja alleine an den „Wer hat eine Einladung?“ Fragen auf die Ankündigung, z.B. bei Twitter. Genau so funktioniert Werbung. Jemand sagt, da gibts was Tolles, und alle anderen wollen auch hin.

            • Kannst Du solange behaupten wie Du willst, ich sehe es anders.

              Ich will einfach mit einem neuen Medium experimentieren, was für mich eine interessante Spielart und Perspektive andeutet und da brauche ich keine Erlaubnis für. Und ich mache das auch, selbst wenn die Reichweite durch Plattformunterstützung und Invitation-Hürde noch beschränkt ist.

              Ich finde die Attitüde, ich müsste mich da jetzt aus irgendwelchen grundlegenden Erwägungen in meinem Spieltrieb beschränken, etwas absurd. Ich schreibe Dir ja auch nicht vor, womit Du experimentierst. Woher nimmst Du also das Recht, es bei mir zu tun?

              Ansonsten haben wir keine „immense Reichweite“. Ich glaube, ihr überschätzt da unsere mediale Bedeutung massiv.

              • Tim, ich glaube mich zu erinnern, dass du/ihr fefe mal vorgeworfen habt mit seiner Reichweite keine Verantwortung zu übernehmen. Sicherlich ist durch diese Kommentare kein re-lnp.de nötig. Mein Punkt bleibt jedoch mit jeder Hörerin steigt aus meiner Sicht die Verantwortung. Wenn dem nicht so sei kann sich jeder Herausreden das es ja nicht sein Problem sei wenn ihm zugehört/gesehen wird. Daher finde ich das du deine Rolle etwas zu klein siehst, denn für viele bist du noch der Podcastpapst, wenn auch leider ohne GimmeOnlinePreis.

                In meiner Erinnerung hast du die Beziehung zu den Hörerinnen immer als sehr direkt und intim gesehen, schliesslich gehen ja auch die Spenden eher an dich als Person als an das Projekt.
                Ich denke keine Hörerin möchte dir den spass und die Flashbacks bei Clubhouse nehmen aber wenn sie durch Spezialangebote (Audio Feedback) in die App „gelockt“ werden entsteht ein ggf. unangenehmer Druck wenn einem deine Aussagen etwas bedeuten und man ihnen gerne folgen würde.

                Mich erinnert das ganze sehr an app.net. Duch dich haben viele davon mitbekommen und sind wenn auch nur teilweise von Twitter umgezogen. Aber das ganze fand in einem erheblichen
                Teil durch dich statt. Der Unterschied war jedoch das es dort nie Bonusmaterial zu Podcasts gab. Podcasts sind aus meiner Sicht jedoch genau das was viele Menschen an dir schätzen und teilweise schon über Jahrzehnte von dir alle paar Tage konsumieren.
                Mit Clubhouse ist aus meiner Sicht das erste mal digitales Material (als abgrenzung zu einem Kneipentreffen) direkt podcastbezogen vorhanden welches nicht für alle verfügbar, nicht zeitsouverän und unter fragwürdigen Nutzungsbedingungen entsteht.

                Kurzum:
                Tim und Linus, ich höre euch wirklich gerne zu, ihr macht das seit Jahren super und dafür vielen Dank! Darum finde ich es schade das ihr euch jetzt tweilweise bewust mir gegenüber entzieht. Ich möchte euch zuhören und kann es nicht.
                <3

      • Ihr habt den Signal-Alternativen nicht einmal 2 Minuten Sendezeit gewidmet, das war eine schnelle Aufzählung plus ganz kuze Erwähnungen im Rest der Sendung.

        Dafür aber ausschweifend und länglich über Clubhouse gesprochen. Hinzu kommt die Ankündigung, dass Tim darauf in der Freakshow _noch_ ausführlicher eingehen will.

        Das kommt Werbung extrem nahe. Und wenn es quakt wie eine Ente …

        • Ertappt. Wir haben fett kassiert und heimlich für Signal geworben, weil wir dachten das merkt keiner.
          Dass ich das Vorgehen von Clubhouse als eindeutig illegal bezeichnet habe, war wahrscheinlich auch Werbung?

          • Ich verstehe nicht, wieso plötzlich ein Strohmann herhalten muss. (https://de.wikipedia.org/wiki/Strohmann-Argument)

            Das habt ihr gar nicht nötig.

            Niemand hat behauptet, ihr würdet die Werbung für Geld machen.

            Aber ihr habt Clubhouse unglaublich viel mehr Aufmerksamkeit zugewendet als Signal und den anderen Messangern, und das wirkt wie Werbung, und das empfinden zumindest in diesem Thread schon einmal 3 Hörer:innen als unangemessen.

            Alternativvorschlag:

            Lasst Clubhouse links liegen, Tim hat es offensichtlich mehr bereits als gut genug getestet. Ruft stattdessen dazu auf, diese Features in anderen freien Messengern oder Platformen nachzurüsten, und belohnt den ersten, der das bietet, mit einem kostenlosen Beta-Test a.k.a. virtuellen Hörer:innen-Treffen.

  22. Moin,

    Termine, Termine, Termine … endlich auch online, der „17. Deutscher IT-Sicherheitskongress“ :-P
    –> https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Termine/DE/2021/IT-Sicherheitskongress_2021.html
    „Die Teilnahme am Kongress ist in diesem Jahr kostenlos.“

    Also, k.a. ob das wen interessiert, aber bei dieser coolen Community hier ist es wohl nicht die falsche Adresse ;-)
    Im schlimmsten Fall sich mit Bullshit-Bingo vorbereiten ^.^

    LG und weiter so :)

  23. Hallo zusammen,
    Schulen sind nicht geschlossen. Es ist nur die Verpflichtung zum Präsenzunterricht aufgehoben.
    D.h. Eltern entscheiden, ob ihre Kinder zur Schule gehen oder nicht.
    Stichwort: Notbetreuung.
    Dieses Angebot nehmen an unserer Schule ca. 10 % der Schüler*innen war. Von freiwilligen Treffen vieler Lehrer*innen (statt VK) fang ich jetzt nicht an zu berichten.

  24. Hallo Ihr Beiden,

    ich bin seit Jahren treuer Hörer eures tollen Podcasts. Außerdem habe ich beruflich viel mit Audiosoftware zu tun.
    Ich stimme Tim zu, dass das Audio + Bühne + Follower Model von Clubhouse innovativ ist und ein neue Form der Kommunikation zulässt. Ist interessant und bietet neu Interaktionsmöglichkeite. Gerade in einer Zeit, in der alle zuhause hocken.

    Allerdings finde ich es ziemlich problematisch, wie ihr, trotz aller aufgezählten Probleme, die Plattform durch eure Nutzung unterstützt und andere Leute ermutigt dort ebenfalls ihre Adressbücher hochzuladen… (schon klar das man es nicht „muss“, aber wenn das niemand macht, funktioniert die Plattform nicht, von daher ist man angehalten es zu tun).

    Der Kontrast zwischen dem ersten Thema (Abwanderung von Whatsapp) und dem Aufzählen der doch recht gravierenden Problem (Datensammelwut, ausschließen von 80% der mobil Nutzerinnen, etc.) und im nächsten Atemzug ein Bewerben eines Angebots auf der ebend kritisierten Plattform finde ich schon krass. Die Aussage das Whatsapp Sprachnachrichten „for obvious reasons“ nicht ok sein, aber Clubhouse unproblematisch ist, wirkt doch sehr heuchlerisch.

    Der Vergleich mit einem Hörertreffen in einer Bar hinkt meiner Meinung nach gewaltig. Wenn ich echt will, kann ich mich in einen Zug setzten und in eine andere Stadt fahren um dabei zu sein. Das Einzig was mich davon abhalten kann sind Zeit und Geld. Bei Clubhouse sind die Faktoren: ich muss ein Mobilplatform verwenden, welche sich dadurch auszeichnet extrem teuer zu sein. Außerdem gibt es eine Reihe an guten „moralischen“ Gründen sie nicht zu verwenden (closed source, begrenzte Konfigurationsmöglichkeiten, Abhängigkeit von den Moralvorstellungen und der Willkür eines US Konzerns, etc.). Zu guter Letzt muss ich noch in der richtigen Ingroup sein. Bzw. muss mein Kontakt im hochgeladenen Adressbuch einer Person sein.

    Alles in allem finde ich es ziemlich enttäuschen das ihr da mitmacht.

    Pseudonym

    • Bei Clubhouse sind die Faktoren: ich muss ein Mobilplatform verwenden, welche sich dadurch auszeichnet extrem teuer zu sein.

      Ich bin mir sehr sicher, dass das Unternehmen nicht auf die Android-Zielgruppe verzichten wird.
      Das ist also ein temporäres Problem und darauf haben wir auch klar verwiesen. Es wird einfach nicht so sein, dass Android-User dauerhaft „ausgeschlossen“ bleiben, weil das in niemandes Interesse ist.

      Außerdem gibt es eine Reihe an guten “moralischen” Gründen sie nicht zu verwenden (closed source, begrenzte Konfigurationsmöglichkeiten, Abhängigkeit von den Moralvorstellungen und der Willkür eines US Konzerns, etc.).

      Nunja. So weitgreifend, wie du diese Faktoren definiert hast, werden sie vermutlich auf mehrere Apps auf dem durchschnittlichen Android-Phone zutreffen, oder nicht?

      Zu guter Letzt muss ich noch in der richtigen Ingroup sein. Bzw. muss mein Kontakt im hochgeladenen Adressbuch einer Person sein.

      Dass das ein Problem ist, haben wir ausführlich behandelt. Das ist aber vor allem deshlab ein Problem, weil deine Nummer recht wahrscheinlich eh schon dort – ohne deine Einverständnis – von $irgendwem hochgeladen wurde – und nicht, weil du dadurch ausgeschlossen wärst, weil es noch niemand gemacht hätte.

  25. Also ich habe als Android-Nutzer kein Problem mit Clubhouse, selbst wenn es großartig bleibt und kein Android Client kommt.

    Das Internet wird in Zukunft fragmentiert und damit muss man sich halt abfinden. Manche Grenzen ziehen Staaten, manche Grenzen ziehen die großen Technikfirmen, manche Grenzen ziehen die Nutzer selbst.

    Der Kampf dagegen ist einfach nicht gewinnbar, also sollten wir darauf keine Energie verschwenden. Und offensichtlich ist ja die Mehrheit mit der Fragmentierung glücklich. Selbst mit dem krassen TikTok Verbot in Indien haben die Leute gelernt, zu leben.

    Tim hat schon recht, dass wir keine Ausschlussdebatten brauchen. Das Ding ist durch.

    Ich fände es ja tatsächlich witzig, wenn es ein andere App gäbe, die Clubhouse auf Android zuvor kommt. An dem Vergleich zwischen beiden Apps könnten sich Soziologiedoktoranden ein paar Jahre lang abarbeiten.

  26. Bezüglich der Cookie-Banner finde ich es sehr schade, dass ihr die Chance versäumt habt, einmal mehr Werbung für NOYB zu machen, die das Thema selbstverständlich längst auf ihrem Schirm haben:

    https://noyb.eu/en/project/cookie-banners

    Ich würde mir wünschen, und wenn ihr generell den Aktivitäten von NOYB in eurer Berichterstattung mehr Aufmerksamkeit schenken würdet. Ich habe den Eindruck, dass NOYB generell ein blinder Fleck in eurer Berichterstattung ist, und ihr nicht viel mehr von NOYB auf dem Schirm habt als die Aktionen, die auch in der Wikipedia stehen. ( https://en.wikipedia.org/wiki/NOYB )

    Ich finde, damit tut ihr der hervorragenden Arbeit von NOYB Unrecht.

      • Genau das meinte ich! Ihr würdigt lediglich die Facebook- und die Safe-Harbour-Klage von NOYB, also das, was jeder in der Wikipedia findet, und was sowieso schon großen Presserummel erfuhr.

        Wieso würdigt ihr nicht die vielen anderen (kleineren) Erfolgt von NOYB? Die bieten so viel Stoff, da könntet ihr quasi in jeder zweiten Sendung NOYB erwähnen.

        Ich hoffe, ich täusche mich, aber da ihr so lange nichts mehr über NOYB berichtet habt, beschleicht mich der Eindruck, dass ihr bzgl. NOYB gar nicht auf dem aktuellen Stand seid.

          • Ich begreife es nicht. Was soll denn diese Feindseligkeit, was soll dieses schnippische Kommentar? Was soll diese schnelle Reaktion, ohne den Kontext gelesen zu haben?

            Das Wichtige, das euch entgangen ist, war doch genau mein Eingangs-Statement in der Diskussion:

            Cookie-Banner!

            Ihr behandelt das Thema Cookie-Banner, mutmaßt über mögliche juristische Konsequenzen und Interpretationen, und überseht vollkommen, dass NOYB das längst auf dem Schirm hat und ihre Juristen in Stellung bringt:

            https://noyb.eu/en/project/cookie-banners

  27. Ich denke nicht, dass man Verhaltenspsychologen braucht, um eine einfache klare Regel für Cookie-Banner zu finden. Im Gegenteil, die Regel muss einfach und klar sein. Zum Beispiel so:

    Die Option, nur notwendige Cookies zuzulassen, muss genauso gestaltet sein, wie die Option, alle Cookies zu akzeptieren.

    (Eventuell könnte man über eine Variante wie „muss _mindestens_ genauso _präsent_ gestaltet sein“ diskutieren, aber das war’s dann auch.)

  28. Bei den Cookie-Bannern gibt es noch das Thema „Berechtigtes Interesse“, was man bei manchen Seiten (vgl zb. den TechCrunch Link zu LNP377) angezeigt bekommt und anscheinend (oder scheinbar?) deaktivieren kann. Ich versteh nicht recht, was das dann bedeutet, z.B. „Lieber Nutzer, wir haben ein berechtigtes Interesse und nehmen zur Kenntnis das du das anders siehst, aber wir setzen das Cookie trotzdem“? Oder bedeutet das „Oh, lieber Nutzer, stimmt, ja jetzt wo du das deaktivierst haben wir kein berechtigtes Interesse mehr und verzichten auf das Cookie.“?

  29. Adressbuch hinterrücks und ohne consent absaugen – das war für mich vor einigen Jahren der Grund mich von Whatsapp zu verabschieden. …Den Nutzern Privatsphäre absprechen, Verletzung informationeller Selbstbestimmung, Überheblichkeit ggü Gesetzgebern, heimliche und undurchsichtige Machenschaften und Täuschungsmanöver –> das sind die Erfolgsrezepte der Überwachungskapitalisten-Geister, die wir doch abzuschütteln versuchen – oder etwa nicht? Mit denen würde ich nicht in die Kiste steigen…

    • Linus hat in der Sendung sogar die Vermutung geäußert, das Vorgehen von Clubhouse sei illegal.

      Von daher ist es für mich umso weniger verständlich, wieso sich Tim mit diesem Hörer:innen-Treffen und Fanboy-Gebaren die Sendung so dominieren konnte.

      Fand ich jedenfalls unangebracht.

      Ich möchte daher ebenfalls davon abraten, diesen Weg weiterzugehen.

  30. Wie beurteilt ihr die Möglichkeit, dass ClubHouse gerade ganz viele Stimmsamples von Menschen sammelt? Egal, weil Alexa und die ganzen anderen Sprachassistenten das eh schon machen?

    Ich werde genau aus diesem Grund einen großen Bogen um Clubhouse machen, wie auch um alle Sprachassistenten.

  31. Zum Thema Software in Gesundheitsämter gibt es hier einen Twitter-Thread aus Meißen https://twitter.com/gerissener_maik/status/1354080185797271562 Das klingt, als wäre man ohne Sormas ganz zufrieden.

    Offenbar ist Sormas in einigen Bereichen zwar ganz nett, aber sehr weit davon entfernt, grundlegende Prozesse des Infektionsschutzes im Gesundheitsamt abzubilden. Ein Gesundheitsamt kann gar nicht ausschließlich mit Sormas arbeiten sondern würde immer noch weiter Software benötigen, um den Meldeprozess zum RKI abzubilden.

    Irgendwie widerspricht dieser Bericht so ziemlich allen Pressetexten, die es bisher zu diesem Thema gab.

  32. Hi Tim und Linus,
    hier mal kein Feedabck, aber vielleicht passend für eine Meldung in Logbuch Netzpolitik.
    Ich melde mich hier, da Folgendes es bisher nicht in die deutschen Medien geschafft hat (oder ich die Meldungen nicht gesehen habe).

    In den Niederlanden wurden Millionen Datensätze von Personen gestohlen, die sich einem Corona-Test unterzogen haben.
    Die Datensätze umfassen Name, Adresse, Telefonnummer/E-Mail, Bürgerservicenummer, Geschlecht und Geburtsdatum sowie Testergebnisse.
    (siehe https://autoriteitpersoonsgegevens.nl/nl/nieuws/ap-eist-opheldering-van-ggd und
    https://nos.nl/artikel/2366244-waarschuwingen-na-ggd-datadiefstal-wees-extra-alert.html, zur Übersetzung empfehle ich https://www.deepl.com/translator oder den Übersetzer eurer Wahl)
    Wie es scheint, so ist das Problem seit Monaten bekannt, es wurde auch gewarnt aber ignoriert (https://nos.nl/artikel/2366341-lek-in-ggd-systeem-al-driekwart-jaar-aanwezig.html)

    Zusammengefasst kann man sagen, es ist schlecht, wenn zu viele Menschen (die zum Teil erst im Nachhinein ein Führungszeugnis vorlegen mussten) Zugriff auf (sensible) Daten haben und Warnungen ignoriert werden. Ihr könnt davon ja sicher ein Lied singen
    Mir als Betroffenem bleibt nur die Empfehlung der Niederländischen Datenschutzbehörde darauf zu achten, ob Abonnements, Bankkonten oder ähnliches auf meinen Namen abgeschlossen werden.
    Wie ich das schaffen soll bleibt offen.

    Es grüßt ein treuer Hörer

      • +1

        Außerdem scheint die Nutzung von Clubhouse die persönliche Integrität zu beschädigen, Bodo Ramelow hat vom „Merkelchen“ gesprochen und enthüllte selbst, dass er gerne mal Candy Crush zockt während Andere was wichtiges zu sagen haben… und schon kommt der shitstorm…. wobei jetzt dahingestellt sei ob das Ramelows Problem ist oder die Psychologie die hinter Clubhouse steckt oder Derer, die im Clubhouse-Kanal drinsitzen mit denen man nicht gerechnet hatte und die Bedeutung eines Clubhouse-Formats das offiziell „Trash und Feuilleton“ heißt, mal eben schnell umdeuten…

  33. Frage zu Clubhouse (wahrscheinlich an Linus): Ist es richtig, dass das System auf Agora aufbaut? Das wird von den Zerforschern behauptet. Wenn das stimmt, hätte das gleich mehrere Fragen beantwortet:
    1) Es wird einen Android-Client geben.
    2) Man kann bequem und gezielt Mitschnitte anfertigen, auch als dritte Partei.
    3) Ich werde einen großen Bogen darum machen.

    Aber eine Frage bleibt: Was soll man von einem Medium halten, dass solche Geburtsfehler mitbringt? Sollte man mit diesem technischen Verständnis seinen Freundinnen da nicht lieber von der Nutzung auch abraten?

  34. Hier noch ein super Beispiel für Cookie-Banner: zeit.de
    Da gibt es die grüne Option „mit Werbung“, da hat man dann das Gesamtpaket an Cookies das jeden Datencraken glücklich macht. Die einzige andere Option ist: „Jetzt abonnieren“. Heißt man hat gar keine Möglichkeit als Nicht-Abonnent an den Cookies vorbeizukommen, denn in den Privacy Einstellungen finden sich nur Hinweise, was alles mit den Daten gemacht wird, aber keine Option diese auszuschalten.

    Das ist das bisher krasseste Cookie-Banner das mit untergekommen ist. Noch schlimmer als die wo man jeden der über hundert Anbieter einzeln von grün auf grau stellen muss.

    • Die Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE hat vor kurzem ihre Seite aufgepeppt und auch ein neues Cookie-Banner. (https://www.howoge.de)
      Die erste Option im Banner ist blau unterlegt und heißt „Uns ist Datenschutz wichtig.“ die zweite Option ist grau hinterlegt und heißt „Uns ist Datenschutz wichtig.“
      Aber man muss es ihnen hochhalten, wer den richtigen Button erwischt, muss nicht mehr die Optionen abwählen.

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