LNP015 B wie Blog, C wie Zukunft

Noch am Sonntag fürchteten wir uns vor einem Mangel an Inhalten für das fünfzehnte Logbuch. Glücklicherweise sprang die Regierungskoalition für uns in die Bresche, so dass wir auch diese Woche ein topaktuelles Reizthema bieten können.

Dauer: 01:03:30

avatar Linus Neumann Paypal Bitcoin Amazon Wishlist
avatar Tim Pritlove Paypal Bitcoin Amazon Wishlist

Ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage

Seit einigen Jahren schon besteht die Forderung einiger größerer Presseverlage, ihnen ein Leistungsschutzrecht für die veröffentlichten Werke einzuräumen. Anders als das Urheberrecht, das bei den Autoren liegt, soll mit diesem ein Recht der Verlage an den veröffentlichten Werken etabliert werden. Wir sprechen mit Phillipp Otto, der bei iRights.info und IGEL aktiv ist.

Googles neue Datenschutzrichtlinie

Seit dem ersten März gilt für alle Google-Dienste eine einheitliche Datenschutzvereinbarung, mit der viele Einschränkungen, die sich das Unternehmen zuvor auferlegt hatte, zu Grabe getragen werden. Während Google damit wirbt, dass “alles einfacher” würde, gibt es Internationale Kritik von Seiten der Verbraucherschützer.

Jugendmedienschutzstaatsvertrag

Nach dem Scheitern der Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags (JMStV) 2010 war klar, dass ein neuer Anlauf nicht allzu lang auf sich warten lassen würde. Einen ersten Schritt macht jetzt der Medienpolitische Expertenkreis der CDU, der in einem Positionspapier seine Lehren aus der Protestwelle 2010 ziehen möchte.

14 Gedanken zu “LNP015 B wie Blog, C wie Zukunft

  1. Pingback: logbuch netzpolitik: LSR for dummies | die Hörsuppe

  2. Pingback: Podcast mit Phillip Otto über das Leistungsschutzrecht › netzpolitik.org

  3. Pingback: Die Verleger bekommen das ersehnte Leistungsschutzrecht « … Kaffee bei mir?

  4. Sowas wie Crowdsourcing wäre schon ein Ansatz. Hier meine Überlegungen von der letzten 5min:

    Wiso nicht einen Banner/Butten/whatever wo der User sagen könne, wenn ich Kinder hätte wäre würde ich wollen das sie älter sind als 12 oder so. So gäbe es pro Webseite eine Art durchschnittsalter.

    Sperren können wir damit noch nicht aber immerhin wäre es eine soliede Grundlage.

    Diese Wertungen würden vorallem den Eltern helfen ihre Kinder zu kontrollieren. Als Nebeneffekt gäbe es eine Liste mit Webseiten die für ein Kind von Alter X sicher sind. Irgendwelche Filtersoftware könnte alles unter X als Whitelist oder alles über X und ohne X als Blacklist.

    Diese Sachen wären dann nur Empfehlung und keine Rechtlichen richtlinien.

    ————————

    Um darauf bassierend eine Software zu bauen könne man zB Firefox nehmen ein Add-On schreiben wo man verschiedene Einstellungen treffen kann.

  5. Danke!

    Ein paar technische Anmerkungen:
    Der neue Player läuft gut und sieht gut aus. Getestete Browser: Opera 11.61, Firefox 11.0 (Beta), Epiphany (ein Browser mit WebKit). Läuft wunderbar, besonders ohne Flash ;)

    btw: die „normalen“ Feeds funktionieren nicht mehr. Kannst du bitte darin noch einen Artikel „schalten“, dass die Leser auf den neuen Feed wechseln? Mein Reader hat nämlich die vergangenen 2-3 Sendungen nicht mehr angezeigt. Und ggf. den alten Feed auf einen der neuen Feeds weiterleiten? Und gibt es auch nen Feed ohne Feedburner (=Google = böse) ?

    • gilt übrigens für die anderen Podcasts der Metaebene genauso. Auch bei NSFW ist der Feed irgendwie nicht aktuell. Scheint aber mehr an meinem Reader (RSSOwl) zu liegen, als an dem Feed selbst…

  6. Es gibt Filtersoftware, aber wer soll die kaufen? Eltern, die so viel Umgang mit dem PC haben, dass sie Filtersoftware installieren können, gibt es nicht so viele. Und wenn, dann besitzen sie/ihre Kinder genug Medienkompetenz, um auch mit dubiosen Inhalten umgehen zu können. Warum sollten Eltern für so etwas Geld ausgeben?

    Mir ist bisher nur von Schulen bekannt, dass sie Filtersoftware einsetzen. Und dann wird generell auch solche Seiten wie netzpolitik.org blockiert – gegen die Meinungsfreiheit.

  7. Zum Leistungsschutzrecht: Ich sehe keine wirkliche Unklarheit, in welche Richtung es gehen wird, dafuer ist die Indizienlage meiner Meinung nach zu eindeutig:

    Da ja bekannter Massen niemand (zumindest in irgendwie bedrohlichem Ausmass) die Presseartikel kopiert, gibt es hier keinen Schwarzmarkt, den es durch das LSR und Schadenersatz und Abmahnungen etc trockenzulegen gilt, hier ist die Situation grundsaetzlich anders als bei Musik und Video (und vielleicht auch noch ebook). Genausowenig haben die Verleger irgendeinen Vorteil, wenn sie Blogs in weitem Umfang ausknocken, auch werden sie selber wissen, dass es nicht in ihrem Interesse ist, Google News abzuschalten. Daher werden sie eine Regelung anstreben, die all diese Dinge am Leben laesst (vielleicht mit Einschraenkungen, siehe unten).

    Das eigentliche Problem der Verleger ist, dass sich Print inzwischen den Werbekuchen mit dem Netz (und hier sind halt Google, Apple und Facebook als die big players und somit boesen Buben ausgemacht) teilen muessen. Daher werden sie eine “Loesung” anstreben, die hier Verluste wieder reinholen soll.

    Die Verleger haben auch kein Interesse daran, sich mit lauter kleine Bloggern (oder auch gegen Google) durch die Instanzen zu klagen ueber die Frage, welches Snippet und welche Ueberschrift noch frei zitiert werden duerfen, das ist denen auch viel zu aufwaendig.

    Aus all diesen Gruenden sehe ich kein anderes Szenario als eine zentrale Verwertungsgeselschaft (Verleger-Gema), in die auch nicht nach Verbrauch (zB pro zitierter Zeile), sondern in irgendeiner Form pauschal eingezahlt wird. Also eher auch GEZ als GEMA, etwa ein fester monatlicher Betrag pro internetfaehigem gewerblich genutzen Computer pro Monat oder meinetwegen pro Pageview (auf Server- oder Clientseite) oder meinetwegen auch pro Bandbreite, gerne auch noch mit einer einfachen Regelung fuer Kleinunternehmer (zB Blogger), sowas wie “mit 50Euro im Monat bist Du alle Sorgen los, solange du weniger als 10 Mitarbeiter hast und dein Jahresumsatz unter 1Mio ist.

    Was den Verlegern wichtig ist, dass da Google, Facebook und Apple einen grossen Betrag regelmaessig in die Kasse legen, der unter den Verlegern irgendwie verteilt wird und dann um so besser, wenn alle anderen (Klein)-Unternehmer auch noch etwas einzahlen. Aber bitte nicht kompliziert und ohne lange juristische Streiterein (daher eben pauschal und nicht nach Nutzung). Diese Ausgestaltung meine ich auch schon vor mehreren Monaten in den Publikationen der Verleger gelesen zu haben.

    Ich bin bereit, ziemlich viel zu wetten, dass das die Richtung ist, die kommen wird. Es wird halt de facto eine Internetsteuer erhoben, aber die Bedrohung der Meinungsfreiheit ist durch die Pauschalisierung auch abgemildert. Kost halt nur Geld.

  8. Hab mir gleich mal ein schickes icon für meinen blog gemacht. Mein Blog muss ja auch cdu konform sein ;) Sollten wir einfach alle machen um bissel zu trollen. Die großen Medienhäuser alle mit einem USK B Icon.

  9. Offtopic: Noch mal zum FIle-Format der Podcastfeeds…

    Ich habe im Seitenquelltext gesehen, dass ihr sowieso ogg-Dateien der einzelnen Folgen habt. Könntet ihr nicht einfach daraus auch noch ein Feed machen?
    Wäre ein schönes Zeichen, wenn ihr ein freies Format in jeder Hinsicht offensiv anbieten würdet.
    Danke für die interessanten Gespräche in jedem Fall!

  10. Pingback: Podcast-Blogroll 2 - Audio-Podcasts, ohne die du nicht mehr leben willst! | Webanhalter

  11. Pingback: Linksammlung KW 10/2012 | daburnas Logbuch

  12. Pingback: LNP028 Unavailable for illegal reasons | Logbuch:Netzpolitik

Add Comment Register

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>