LNP162 Einseitige Freistellung

Netzsperren — Urheberrecht — Barbie — Kabel-Drossel — Netzneutralität und Hetzner — Nicholas Merrill

Nachdem offenbar das Pulver für neue Katastrophen in den letzten Wochen vorerst verschossen wurde, beschäftigen wir uns in dieser Folge mehr um die Folgedebatten und spürbaren Auswirkungen. Und wir erläutern, warum der Kauf eines elektronischen Kinderspielzeugs heutzutage vielleicht eine nicht so gute Idee ist.

Dauer: 1:22:18

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Netzsperren

Internetvergütung

Barbie und Vtech

Vodafone Kabeldrossel

Netzneutralität: Hetzner Double Paid Traffic

National Security Letter

Podcast-Empfehlungen


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

64 Gedanken zu “LNP162 Einseitige Freistellung

  1. Am Anfang der Sendung sprecht ihr das Thema Remix der Titelmusik an. Logbuch Netzpolitik ist eines meiner Lieblings-Podcasts. Daher würde ich gerne als Dankeschön einen Remix machen, mir schwebt was Richtung 8bit Elektro-Polka vor. Gibts die Titelmusik im Original unter entspr. Lizenz irgendwo zum download?

    • ich bin grad dabei mit einigen Seiten zu Hetzner zu wechseln. Interessante Info.
      Dann wirds auf den Seiten wohl demnächst zwischen 19 und 22 Uhr nen Banner für Telekom-Kunden geben, mit dem Hinweis, dass die lahmarschige Verbindung der Telekom anzulasten ist :)

      • Genau solche nahe liegenden Ideen wären einen Versuch wert. Dazu sollten betroffene Firmen mal aufrufen und das je nach Fall selber machen. Dachte auch schon an Boykott von Besuchern auf Spieleseiten durch den Anbieter, natürlich zeitlich befristet und mit Hinweis warum. Dies würde auch vorbeugend wirken, da man ja nicht weiß weit die ihre Erpressungspolitik ausweiten wollen.
        Zudem sollten alle Anbieter die im Netz Verträge mit Kunden abschließen einen Klausel einfügen nach der Kunden die beim falschen Provider sind eben genau so schikaniert werden dürfen z.B. Sperre zu bestimmten Zeiten, mit dem Hinweis: Falscher Provider. Wenn man bei der Anmeldung darauf hinweist, sollte man selbst bei vertraglich vereinbarten Leistungen damit durchkommen.

        “Sehr geehrter Besucher, falls diese Seite etwas langsam lädt, liegt dies am Fehlverhalten Ihres Internet-Anbieters (Telekom). Bitte suchen Sie sich baldmöglichst eine Alternative. ”

        “Sehr geehrter Besucher, unser Angebot ist heute für Kunden der Telekom nur eingeschränkt verfügbar. Grund dafür ist das Verhalten ihres Internet-Anbieters gegenüber Inhalte-Anbietern im Netz. Bitte suchen Sie sich möglichst bald eine Alternative. “

  2. Was soll ich sagen, diese Urheberkonferenz hat mich voll überzeugt. Ich habe der Anonymität abgeschworen und mir eine Identität (ein “nym”) zugelegt. Die Kuh musste dran glauben und es fühlt sich gleich viel besser an. Ich kann das jedem nur empfehlen.

    • Auf den morgendlichen Zweitblick könnte man das wie ein Identitätsmörder-Statement fehllesen. ^_^; Ich meinte natürlich unzweideutig die “heilige Kuh”. Äh. The internet made me do it. Also lieber wieder zurück in die Anonymität.

  3. Schade, dass ihr das Thema Urheberrecht oft so einseitig betrachtet. Natürlich gibt es in der Rechtswissenschaft Professoren im Bereich des Urheberrechts und ähnlichen Rechtsgebieten. Auch lassen sich „die Urheberrechtler“ nicht ausschließlich mit Interessenvertretern großer Verwerter gleichsetzen. Selbstverständlich gibt es auch im Bereich des Urheberrechts eine lebhafte und durchaus kritische (juristische) Debatte über alle möglichen Feinheiten dieses Rechtsgebiets (siehe z. B. auch das neulich von euch erwähnte IPkat Blog).

    Unabhängig vom Sinn oder Unsinn des Urheberrechts ermöglicht doch auch gerade die Einräumung des Urheberrechts an den Urheber (und gerade nicht die Verwerter), dass diese entscheiden können, wie sie ihre Werke zugänglich machen möchten. Natürlich herrscht ein wirtschaftlicher Druck, der den Gitarristen an der Ecke, den Illustrator oder Autor oft dazu bringt, seine Rechte in Buyout-Verträgen an Labels und Verlage zu übertragen. Das ist aber nur eine Spielart. Die freie Zugänglichmachung oder kostenlose Nutzung unter bestimmten Bedingungen (wie z. B. die Vergabe standardisierter Creative Commons Lizenzen) ist doch ebenso möglich. Sogar das Lizenzmodell der Open Software Foundation nutzt das Urheberrecht, um Software frei zu halten. Letztlich kann also jeder Urheber entscheiden, was er oder sie mit dem Verwertungsrecht anstellt.

    Aus diesem Grund finde ich die Gleichsetzung der Kritik an der teils dreisten Ausdehnung bzw. Nutzung des Urheberrechts und dem Urheberrecht als solchen problematisch. Wenn man in Reaktion auf die so genannte „Content Mafia“ das Urheberrecht gänzlich abschaffen würde, so würde die Macht der großen Konzerne zumindest gegenüber den Kreativen mit gewisser Wahrscheinlichkeit noch gesteigert werden. Heute kann der Gitarrist Warner verklagen, wenn sein Song, den er im Netz zur nichtkommerziellen Verbreitung zur Verfügung stellt, plötzlich als neuer Justin Biber Song released wird. Ohne Urheberrecht wäre das kein Problem und die großen Player kämen sogar völlig ohne Vergütung an verwertbaren Content. Auch könnten Softwarehersteller sich am Open Source Pool bedienen ohne etwas zurückgeben zu müssen. In Verbindung mit der Monetarisierung über Streamingdienste oder geschlossene Software as a Service Angebote sicher auch ganz lukrativ.

    Letztlich verstehe eure Positionen, würde mir aber über eine – von Zeit zu Zeit – etwas differenziertere Betrachtung des Themas freuen. :-)

    • Die “Open Software Foundation” war wohl eher nicht gemeint. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es die seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr.

    • Letztlich verstehe eure Positionen, würde mir aber über eine – von Zeit zu Zeit – etwas differenziertere Betrachtung des Themas freuen. :-)

      Wir hätten da LNP150 mit Julia Reda im Angebot.

      Ansonsten möchte ich schon betonen, dass ich mit keinem Wort irgendeine Kritik am Urheberrecht geäußert habe, sondern konkret an der Verwertungsindustrie(!)

  4. Ziemlich frustriert musste ich beim Hören dieser Sendung feststellen, dass wieder einmal Personen, die entweder inkompetent oder böswillig sein müssen, das Vermummungsverbot als Scheinargument gegen Anonymität genutzt haben. Ich weiß nicht, ob Logbuch Netzpolitik schon einmal darüber aufgeklärt hat, denn dieses Scheinargument wird leider immer wieder gegen Freiheitsrechte insbesondere mit Internetbezug in Stellung gebracht. Ich würde mich freuen, wenn Logbuch Netzpolitik bei der nächsten Gelegenheit Aufklärungsarbeit leisten und das in Deutschland geltende Vermummungsverbot kurz erläutern könntet. Denn:

    Es gibt in Deutschland kein generelles Vermummungsverbot. Ansonsten hätten bspw. Motorradfahrer und Wintersportler ernsthafte strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten. Es gibt es einzig und allein ein Vermummungsverbot in § 17 Absatz 2 des Versammlungsgesetzes [1]. Vergleiche auch den Wikipedia-Artikel [2] zum Thema. In diesem Land ist es nur verboten, sich bei “öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel, Aufzügen oder sonstigen öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel oder auf dem Weg dorthin” in einer Art und Weise zu kleiden, die die Identitätsfeststellung verhindern könnte. Es sollte dagegen völlig legal sein, außerhalb einer Veranstaltung oder Demonstration vollständig vermummt durch die Fußgängerzone oder das Brandenburger Tor zu laufen.

    Haftungsausschluss: Ich bin kein Jurist.

    [1] https://dejure.org/gesetze/VersG/17a.html
    [2] https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Vermummungsverbot&oldid=148460039#Deutschland

  5. Super Sendung Jungs! Bitte macht weiter so, es ist wirklich nett euch zuzuhören.

    @Linus in der Sendung hast Du eine Studie/Untersuchung referenziert die zeigt dass die Phillips Glühlampen bis zu 60 MB an Daten täglich versenden. Kannst Du bitte hierzu noch einen Link nachreichen.

    Vielen Dank

  6. Linus, Tim…wieder mal eine tolle Sendung. Danke!

    @Linus kannst du deine kleine Heimautomatisierung nochmal irgendwo umreißen, vlt. im gesprochenen Wort oder schriftlich?
    Mich würde besonders der Teil mit dem Thermostat sowie die Steuerung interessieren? Also kein großer Abriss, nur was du für einen Thermostat verwendet hast.
    Und den Link den Andy in seinem Kommentar ansprach mit den Philips Hue Lampen + das mit dem Heizthermostat würden mich auch interessieren.

    Danke Vorab ;)!

    • “nur was du für einen Thermostat verwendet hast.”
      Falls Linus deinen Beitrag übersehen sollte, kann ich eventuell lösen: In seinem oben verlinkten Amazon-Wunschzettel ist das “EQ3 HomeMatic Funk Wandthermostat 132030”.

      Bei Github findet man ein bisschen was zu HomeMatic und dieser 30C3-Vortrag scheint auch relevant: “Attacking HomeMatic” https://www.youtube.com/watch?v=KlRLW4jJWgc

        • Gerne!
          Manchmal ist es echt gruselig wie viel man über die Leute, die die Podcasts machen, weiß, nachdem man ihnen so viele Stunden beim Reden zugehört hat – und dass obwohl z.B. Linus ja (verständlicherweise) sehr darauf achtet, nichts persönliches kund zu tun. Fühlt sich fast ein bisschen schmutzig an. :D Das ist wahrscheinlich das, was Tim mit “Personal Media” meint.^^

  7. Hinweis: die geplante Drossel bei Kabel Deutschland bezog sich bei den 10 GB auf den Gesamttraffic. D.h. 10 GB irgendwomit am Tag verbraten –> “Filesharing”-Drossel aktiv.

    D.h. z.B. nachmittags ein paar HD-Episoden auf Netflix streamen, abends dann noch schnell z.B. ein neues Android-Image (z.B. 200 MB) von einem OCH laden, das der Entwickler dort abgelegt hat, weil er keinen eigenen Server betreiben will –> Arschkarte.

    • Ich hab’s wiederum so verstanden, dass die Drosselung nur Filesharing-Dienste betrifft, das heißt man hätte weiterhin “normal surfen” können.

      Aber hat sich jetzt eh schon wieder erledigt:
      “Es handelte sich hierbei um ein Pilotprojekt. Je nach Ergebnis war geplant, dieses im Kabelgebiet weiter auszurollen oder nicht. Die bisherigen Ergebnisse des Tests bewegen uns dazu, die Maßnahme nicht fortzuführen. Damit entfallen zugleich auch sämtliche Beschränkungen für Filesharing-Dienste – sowohl die ab einem Verbrauch von 10 Gigabyte als auch die bereits seit längerem bestehenden ab einem Verbrauch von 60 Gigabyte.”
      http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/vodafone-kabel-deutschland-drosselung-fuer-filesharing-gekippt-a-1065949.html

      • Ist auch richtig. Verlangsamt werden sollen nur sogenannte “Filesharing”-Dienste. Jedoch wird auch “normales Surfen” bei den 10 GB mitgerechnet. D.h. sobald man 10 GB zusammen hat (beliebiger Traffic) wird die Drossel aktiv, die dann nur “Filesharing” ausbremsen soll.

  8. Wegen dem Urheberrecht, da gefiel mir das Interview vom Böhmermann ganz gut (https://www.youtube.com/watch?v=fgevJ-mJZFs) Er argumentiert da (IMHO) ganz vernünftig, wie “das Business” auch sehr schnell die neuen Medien (hier youtube) infiltriert hat. Genau das sprecht ihr ja auch an, dass die Verwerter lediglich ihre alten Modelle auf neue Kanäle ausweiten, anstatt die Modelle auch mal in Frage zu stellen…

  9. Das ist erneut eine tolle Folge. Vielen Dank dafür!
    Zwei Anmerkungen bzw. ggfs. Korrekturen:
    – Der große Tier-1 Provider, den ihr “Level-7” genannt habt, ist das nicht in Wirklichkeit “Level-3”? https://en.m.wikipedia.org/wiki/Level_3_Communications
    – Der neue winzige 5$ Computer, der das IoT befeuern könnte, ist nicht wie von Tim angenommen ein Arduino sondern der neue Raspberry Pi Zero: https://www.raspberrypi.org/products/pi-zero/

    • Hallo Christian,

      danke für den Hinweis, du hast natürlich in beiden Fällen Recht.
      Ich hatte in den letzten Tagen öfters mit Init7 zu tun und habe wohl ein bisschen die Primzahlen jongliert…

      Linus

  10. Man sollte vielleicht schon bei der Diskussion um Urheberrechte und Geschäftsmodelle im Hinterkopf haben, dass spotify zu wesentlichen Teilen den Labels gehört und deren Gewinne (auch wegen mikroskopischer Ausschüttung an die Musiker) eben bei den Labels verbleiben.

    Und fallsjeman jenseits der heisemeldung wirklich an der Meinung von Renate künast interessiert ist, kann sie hier nachlesen: https://blog.gruene-bundestag.de/2015/12/anonymitaet-im-netz-und-strafverfolgung-von-hatespeech-denken-ohne-zu-schlachten/ triggerwarnung: es kommen keine Kühe zu leide.

  11. Ich erinnere mich sehr vage daran das Tor so eine Methode nutzt, entweder um Nutzer hinter https-Verbindungen zu verstecken die scheinbar zu google.com etc. führen, sich dann aber mit anderen Seiten verbindet, oder so etwas nutzt damit man sich immer per https mit Seiten verbindet und der Outproxy nichts mehr sieht. Es ging auf jeden Fall darum sich mit einer Seite verschlüsselt zu verbinden, und dann mit dieser Verbindung weiter zu surfen.

    Könnte man das nicht auch nutzen um diese Bevorzugung bestimmter Dienste zu umgehen?

    • Du meinst sicherlich Cupcake von Griffin Boyce:
      https://github.com/glamrock/cupcake

      Könnte man das nicht auch nutzen um diese Bevorzugung bestimmter Dienste zu umgehen?

      Man kann immer tunneln, um Blockaden und Einschränlungen zu umgehen. Die große Mehrheit der Nutzer tut es aber nicht, daher ist es so wichtig, dagegen zu kämpfen, dass Einschränkungen überhaupt passieren.

  12. Hallo
    Warum wird denn überhaupt gedrosselt? Kostet die Übertragung von Bits mehr als die vom Fernsehen?

    Ich meine es wird ja auch nicht nach 1 Stunde HD-TV schauen auf SD umgeschaltet.

  13. Aus eigener Erfahrung zu Kabel/Vodafone:
    Mega.co.nz wurde bei mir gedrosselt auf 10kb/s – sonst hatte ich weiterhin die volle Power.
    Google Drive z.B. Machte keine Probleme.
    Werde mich auf jeden Fall nochmal mit denen auseinander setzen.

  14. @Linus: Du hast leider eine etwas zu verkürzte Sicht auf die Arbeit von Labels. Nicht nur das herstellen und verteilen von Tonträgern, sondern auch die ganze Medienarbeit, Tourplanung, Rechteverwertung etc. wird von ihnen erledigt oder in Zusammenarbeit mit externen Firmen koordiniert. Um diesen Rattenschwanz an Arbeit zu erledigen, müssten Musiker/Bands eigene Mitarbeiter engagieren. Denn Musiker wollen und müssen sich aufs Musik machen konzentrieren und nicht auf Büroarbeit.

    Darüber hinaus geben Label, wie andere Marken auch, Leuten Orientierung. Blue Note, Mute, 4AD, Aggro Berlin – Leute wissen ungefähr was sie dort erwartet. Diese Filterung und im Idealfall auch Reputation, die durch ein Label ensteht, kann für Musiker/innen sehr wohl von Vorteil sein.

    • Wollte ich auch gerade schreiben. Ausserdem sollten Musiker auch die Möglichkeit haben, einfach gute Musik zu machen und nicht gleichzeitig auch noch Experten in Sachen Internet und Marketing zu sein. Einige Musiker wissen nicht mal wie man ein Telefon bedient, machen trotzdem gute Musik, muss es auch geben.

    • Nicht nur das herstellen und verteilen von Tonträgern, sondern auch die ganze Medienarbeit, Tourplanung, Rechteverwertung etc. wird von ihnen erledigt oder in Zusammenarbeit mit externen Firmen koordiniert.

      Das klingt für mich nach klassischer Dienstleistung.
      Die Künstlerin sucht sich einen Dienstleister und kann ihn bei Unzufriedenheit wechseln.

      Labels jedoch haben das Verhältnis umgekehrt: Der Künstler als Dienstleister ggü dem Label, langfristig daran gebunden.

      • Richtig, Label sind Dienstleister. Sie sind aber gleichzeitig auch Investoren, die Geld in die Karriereförderung ihrer Artists stecken müssen. Dadurch entsteht die ungleiche Verhandlungsposition, die Künstler nicht zu normalen Auftraggebern, sondern zu Bittstellern werden lässt. Und ja, Label haben das oft genug für fiese Deals missbraucht.

        Wenn die Bedingungen nicht stimmen, kann man andere Label anfragen oder versuchen alles alleine zu koordinieren und zu finanzieren. Das Künstler/innen trotz dieser Wahlfreiheit bereit sind auch beschissene Verträge zu akzeptieren, zeigt meiner Meinung nach, das die Arbeit und der Einfluss von Labels nicht so einfach zu ersetzen sind.

  15. @Tim: Magst Du vielleicht nochmal schauen, ob Du die Einbindung von Google Fonts und jQuery über die Google API’s auf Deinen Podcast-Seiten nicht vielleicht ändern kannst? Das wird ja weder viel Traffic kosten, noch die Performance der Seite sonderlich negativ beeinflussen.

    • Tja, war mir auch nicht bekannt diese Eigenschaft. Sieht so aus, als ob das WordPress mittlerweile standardmäßig mitbringt (Reblogging-Feature “Press This”). So auf die Schnelle nix gefunden, wo man das konfigurieren kann.

  16. Leider reicht dieser Kommentarkasten nicht, um halbswegs klarzustellen, wieviele Unwahrheiten, Halbwahrheiten und Viertelwahrheiten in dem Abschnitt Urheberrechtskonferenz stecken. Ist Eure Blase wirklich schon so dick, dass ihr da nicht mehr herauskommt und teilweise Eurem Hass (eigenartige Wortwahl wie “beschissen” usw.) freien Lauf lassen müsst?
    Ist es wirklich ein Markenzeichen von Bloggern, dass sie nach Hörensagen sich Urteile erlauben? Die Präsentation von Spindler kann man im Netz abrufen, demnächst auch den Audiomitschnitt seiner Rede.
    Ich empfehle bevor man seinen kleinen Podcast Shitstorm produziert, sich beides anzusehen/anzuhören und sich nicht einzig auf die Berichterstattung eines Heise Journalisten verlässt. Möglicherweise wird die Position von Spindler dann besser verstanden und der Zusammenhang, in dem er das gesagt hat auch etwas klarer.
    Ihr bestätigt bis dahin die menschliche Wahrnehmungsregel: Der Mensch sieht nur das, was er sehen will.

    • Nun, bisher gibt es keine andere Berichterstattung und Du hast ja substantiell hier auch nichts weiteres beigetragen. Was ist denn so un-, halb und viertelwahr Deiner Meinung nach? Für zumindest ein Beispiel sollte der Kommentarkasten ja reichen.

      • Doch es gibt Berichterstattung.
        Wahrscheinlich war mein Hinweis nicht deutlich genug.
        Die Spindler Präsentationen gibt es hier, jedenfalls einige:
        http://zukunftskonferenz-urheberrecht.de/de/rueckblick
        Die bitte gern mal studieren und dann in sich gehen, ob es Herrn Spindler um Abmahnungen gegen Endverbraucher ging. Mal sehen ob die Kollisionen im TMG von euch erkannt werden, die Spindler thematisiert. Ich bin gespannt.

        Und ich will nur mal nur wenige Themen herausnehmen.
        In dem Podcast werden die Rechteinhaber ja für zu blöd erklärt, das Geld anzunehmen, dass ihnen die Konsumenten entgegenwerfen. Ein Beispiel war Youtube und die GEMA.
        Nun, die GEMA hat Kontrahierungszwang. Wenn ich morgen einen Musikstreamingdienst eröffne, dann muss mir die GEMA das von ihr verwaltete Repertoire lizenzieren. Ich bekomme dafür einen Tarif genannt. Dieser Tarif gilt für alle gleich, es ist also egal ob Spotify oder Deezer oder Youtube anfragt. Die Tarife werden von der Aufsichtsbehörde (DPMA) genehmigt und vorher überprüft.
        Es gibt keine Abweichung davon, denn wie soll das denn auch gehen? Jeder bezahlt nach Tarif und wenn das Monetarisierungsmodel von Youtube das Geschäftsrisiko auf die Urheber abwälzen möchte, dann funktioniert das nicht. Es ist das Youtube Risiko und nicht das Risiko der Urheber. Und genau an diesem Punkt gibt die Kollision.
        Die GEMA muss so handeln, ihre Aufsichtsbehörde schreibt es ihr genauso vor.

        Würde Youtube hier genauso bezahlen wie vergleichbare Dienste, dann wäre alles gut.

        Zu den Labels ist hier schon geschrieben worden.
        Meines Wissens nach macht der haptische Markt 80% des Anteils beim Umsatz der Musikwirtschaft aus.
        Wenn man diese Zahl kennt (kann man herausfinden, gibt offizielle Zahlen im Netz) und dann noch mal über die Passage im Podcast reflektiert, dann kommt man schon ins Staunen.

        Immerhin, dass alte Gatekeeper (Label) durch neue (Apple usw.) ersetzt worden sind, wenigstens die Erkenntnis scheint ja vorhanden zu sein.

        Dass Spotify ein schwedisches Startup ist und kein US Unternehmen, gemach. Aber, dass die ach so doofen unnützen Label Anteilseigner an genau diesem Dienst sind, scheint nicht bekannt zu sein, oder?

        Reicht das erstmal?

        • Danke für die Informationen. Die Slides von Spindler finde ich in der Form wenig aussagekräftig, da müsste man schon den O-Ton dazu haben. Was die Rolle von Labels angeht sehe ich das auch etwas differenzierter als Linus das formuliert hat. Das Thema wurde hier in den Kommentaren ja auch schon mehrfach angesprochen.

          Die Grundkritik richtet sich hier an einen “Alles muss verfolgt/unterbunden werden”-Ansatz von einer Gruppe, die in den letzten Jahren sich sehr durch aktive Kriminalisierungskampagnen (File Sharing) und dem Durchsetzen sinnfreier Gesetze (Leistungsschutzrecht) hervorgetan hat und bei dem die die Konsequenzen für die Freiheiten im Netz wenig zur Sprache kommen. Hier ist sicherlich mehr Dialog erforderlich, die Fronten sind aber leider verhärtet (sicherlich auf beiden Seiten, was nicht gut ist).

          • Äh, meine Front ist nicht verhärtet. Ich vermute auch weniger Verhärtung als mangelndes Wissen als Grund für bestimmte Haltung.
            Um auf den Fall der Konferenz zu kommen: Man nehme das Statement eines Heise Journalisten, der als Urheberhasser bereits einen Namen hat und das greift man dann auf, reichere etwas an, weil man in der gleichen Blase hängt und Urheber per se nur mit dem Begriff Abmahung in Zusammenhang bringt und schon entsteht so ein Podcast. Zusammenfassung: Die Urheber sind doch alle zu blöd das Geld aufzusammeln. Hier noch ergänzt um die Note, die Urheber wollen die Welt/das Internet kontrollieren.
            Sie wollen eh alle nur abmahnen.

            Sorry, das hat Spindler nicht gesagt und gemeint, vielleicht geht es aus den Folien auch nicht klar genug hervor.

            Bevor ich als Podcaster allerdings so große Töne spuken würde, wäre ein klein wenig Recherche angebracht gewesen. So ist es Hörensagen. Das scheint aber gerade sehr en vogue zu sein. Selbst ein Richter wie Buermeyer nimmt den Heise Artikel unkritisch als Basis für die Warnung die Gefährdung der Demokratie sei da. Die Art und Weise wie das nun gelaufen ist, das ist das Ende von Diskurs.

            In diesem Sinne, sprecht doch mal besser mit Urhebern oder Leuten, die auch einen anderen Blick haben und nicht über sie. Und wenn ihr über sie sprecht, dann besser etwas respektvoller. Man spürt bei dem Kollegen förmlich die Faust in der Tasche und die schwer errungene Zurückhaltung. Ab und an hat der ganze andere Formulierungen im Kopf muss sich aber dann doch zurückhalten. Hin und wieder blitzt es dann doch durch: siehe Wortwahl “beschissen” und “hoffentlich werdet ihr alle weggespült”. Sorry, aber das ist der pure Hass und keine verhärtete Front. Hass ist aber kein guter Ratgeber. Es sei denn, man will keinen Diskurs.

            • kleiner Nachtrag, da ich nicht so bewandert bin, wer denn nun welche Größe in der Netzwelt ist.
              Ich kannte Linus Neumann bis heute nicht. Eine Recherche und ich stelle fest, er ist Diplom Psychologe!
              Und vor dem Hintergrund wundere ich mich über den Rant sogar noch etwas mehr. Vielleicht schätze ich Psychologen aber auch einfach falsch ein und die brauchen ab und an einen Ausgleich, um mal richtig wütend zu werden und Dampf abzulassen. Gern auch öffentlich.
              Verstehen kann ich es trotzdem nicht und finde es auch ausgesprochen schade, wenn so schlecht recherchiert wird wie in diesem Fall. Das Thema hätte etwas besseres verdient.

                • Ich glaube kaum, dass mir Julia Reda hilft.

                  Wahrscheinlich bin ich nur maximal 10% so bewandert wie die beiden Kommentatoren in Technikdingen. Aber eine Abgeordnete die es nicht einmal schafft ein Team um sich zu scharren, das eine saubere Sessionübergabe in WordPress hinbekommt, da muss ich echt schlucken. So geschehen im Frühjahr 2015, als jeder auf Ihrer Seite:
                  1.. die Mailanschrift des vor ihm postenden im Kommentarfeld sehen konnte und
                  2. was viel besser ist, jeder konnte im Namen des Vorposter etwas schreiben. Das ist auch so geschehen. Ich habe mir damals Screenshots gemacht, weil ich es mir bis heute nicht erklären kann, wie stümperhaft das umgesetzt war. So von wegen Technik und die ganzen ewiggestrigen Beistzstandswahrer, die alle keine Ahnung davon haben. Von Datenschutz mal ganz zu schweigen.

                  Zum anderen: Sie kennt nicht einmal die Geschichte ihrer Partei. Das ist im Grunde eigentlich auch nicht schlimm, nur sollte man dann nicht die inhaftierten Protagonisten öffentlich beweinen. Nach dem Motto Gefängnis ist wie Urheberrecht, oder war es umgekehrt?
                  Die Geschichte der Partei und die Geschichte der gleichnamigen Tauschbörse sind eng miteinander verknüpft. Das mag Julia Reda nicht hören, wer ihr das sagt, der will ja nur sie persönlich bashen. Dabei sind die Fakten durchaus bekannt und hoch interessant.
                  Es ist und war immer ein Wirtschaftsunternehmen. Und für die Umsätze, die da gefahren werden, kann man auch mal 1 oder 2 Jahre in Gefängnis gehen, das Geschäft läuft ja weiter. Das Geld wird eh auf die Seychellen überweisen, denn bei zu versteuernden Einnahmen ist Teilen (mit dem Staat) dann doch nicht mehr so cool. Kann man aber auch verstehen in so einem bösen Steuerland wie Schweden.
                  Ich glaube, wir hätten eine bessere Diksussion, wenn wir offen über Geld sprechen. Mit den Piraten bzw. Julia Reda kann man das nicht. Die glaubt die Story immer noch.

                  Sorry, das ist eigentlich eine andere Diskussion.
                  Vielleicht kommt in den nächsten Podcasts ja tatsächlich mal eine Sendung, wo dein Kollege keinen Wutanfall mit Schnappatmung bekommt, wenn er das Wort Urheber hört. Das würde mich sehr freuen. Viel Glück dabei.

                  • So viel zu Deiner Bereitschaft, Dich auf Argumente einzulassen.

                    Was Deine sonstigen Auslassungen betrifft bleibt mir nur zu sagen: Bevor ich als Kommentartor so große Töne spucken würde, wäre ein klein wenig Recherche angebracht gewesen.

                    • Ich werde mir den Podcast sicherlich mal anhören. Wenn Zeit dazu ist.
                      Einen Tiel der Argumente kenne ich allerdings, die Seite von ihr besuche ich hin und wieder. Es täte mich doch sehr überraschen, wenn sie in dem Podcast eine andere Sicht darlegen würde.
                      Aber, wir werden ja sehen/hören.

                      Was war jetzt besonders groß gespuckt?
                      Dieses Ereignis aus dem Frühjahr ist belegt.

                      Ich würde eine Debatte um Urheberrecht mal ganz ohne Abmahnung, böse Label, dumme Vermarktungswirtschaft oder Leistungsschutz für Presseverlage auch von technikaffinen Menschen wünschen. Oder bleibt dann nicht mehr genügend übrig? Es gäbe m. E. genug.
                      Vielleicht kommt das ja mal irgendwann.

  17. Zum Thema Hetzner: und hoffentlich geben das die Kunden von Hetzner dann auch an ihre Kunden weiter. Und zwar transparent in Form von “im preis dieses Produkts sind 50ct Wegezoll ihres Providers enthalten”
    Die Telekom kann solche faxen ja nur machen, weil ihre DSL-Kunden davon nichts mitbekommen.

  18. Linuas Neumann,

    mit dem was du über die Musikwirtschaft NICHT weisst, kann man Bibliotheken füllen. Deinen Kenntnisstand als Halbwissen zu bezeichnen, wäre noch euphemistisch.

    Darüber hinaus hier mal der Kommentar zur geschlachteten Anonymitätskuh, ausnahmsweise mal von jemandem der bei der Spindler-Präsi auch dabei war:

    http://www.boersenblatt.net/artikel-netzanonymitaet.1062472.html

    Jetzt könnt ihr euch mit diesem Wissen nochmnal euren Podcast zu dem Thema anhören. Da bleibt nicht mehr viel übrig….

    SH

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