LNP036 Unbegrenzt [1]

Netzneutralität — Digitale Demenz — Anonymous — GEMA PR-Offensive

Diese Ausgabe wurde nicht im Studio aufgenommen und kämpfte mit ein paar technischen Schwierigkeiten, die ggf. ein wenig den gewohnten Schwung vermissen lassen. Dafür gab es genug Aufreger in dieser Woche, denen wir uns ausführlich widmen konnten.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen. Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen, guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Ist ja gar nicht morgen.
Linus Neumann
Du verrätst das immer, ne? Ich hätte das ja jetzt eiskalt durchgehalten, einfach so zu tun, als hätten wir das morgens.
Tim Pritlove
Ah das nehmen die heute uns doch nicht ab. Wir klingen nicht so, als wäre es morgen.
Linus Neumann
Äh echter äh klingt man anders, also äh weiß ich nicht.
Tim Pritlove
Klar, also deine Stimme, die sonst immer so diesen äh äh schönen Schlafzimmerton hat, so, ja, die ist jetzt schon viel äh so Quirki, ne? Jetzt kommst du schon so ein bisschen mehr wie so ein Clown rüber, finde ich.
Linus Neumann
Boah also Thema eins so so machen wir das. Clown.
Tim Pritlove
Netz klauen, du. Jetzt jetzt Podcast, dass du nicht mehr mit mir, was?
Linus Neumann
Hier geht's um ernste Sachen. Das alles Internet.
Tim Pritlove
Weiß. Deswegen muss man ja auch mit Humor einsteigen, damit man danach nicht weint.
Linus Neumann
Mit dem Clown, mit Linus, dem Clown.
Tim Pritlove
Genau, So, jetzt haben wir äh ein bisschen unsere äh Sendung verschieben müssen, denn äh ich bin ein wenig auf Reisen diese Woche und jetzt passt's gerade mal. Aber wir sitzen halt heute mal nicht im Studio zusammen, sondern, machen das über das, dieses Internet, von dem man ja immer mehr hört.
Linus Neumann
Kein guter Einstieg für das nächste Thema. Das nächste Thema, nee, das nächste Thema ist ein Werbeblog, Wir möchten die Nutzer darauf hinweisen, dass äh es sich jetzt lohnen wird, bei äh Telekom einen besonderen Tarif zu wählen, nämlich Spotify mit mit eingebaut hat. Und das ist ja ganz toll, weil ähm Millionen Musikfans aus aller Welt haben sich ja bereits davon überzeugt, dass Spotify ein neuer, aufregender Weg ist, Musik zu genießen, zu entdecken und zu teilen, Sie erkunden dabei eine der größten Musiksammlungen überhaupt. Mit der deutschen Telekom als Partner hat Spotify jetzt die Möglichkeit, einen noch größeren Kundenstamm in Deutschland zu erreichen.
Tim Pritlove
Durch den Arzt rufen.
Linus Neumann
Die exklusive Kooperation mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr stellt für die Telekom einen weiteren Schritt. Im Zuge ihrer innovativen Partnerinnenstrategie da. Das erste war ein Zitat des äh Spotify äh Sprechers, Managers, Global General Manager Distribution in Partnership, Gerrit Meier, und der letzte Spruch war irgendwie von einem äh Telekom äh Spezialisten, wobei Spezialist und Telekom. Also einer von der Telekom. Was haben sie gemacht? Sie haben bei der bei der IFA bekannt gegeben, dass sie eine Art Mobilfunktarif mit integriertem Spotify-Premium Account anbieten wollen. Für dreißig Euro ab Oktober zwanzig zwölf. Und ähm Spotify kennen wir ja, ist dieser dieser Musikstreaming Dienst, der äh wenn man also kostenlos ist momentan einem ermöglicht, äh Musik zu hören und wenn man einen Premium-Account hat, kann man das auch auf seinem Mobiltelefon tun. Und ich glaube heute diesen Premium-Account ist, außerdem inbegriffen, dass man irgendwie, glaube ich, sogar mehrere tausend Lieder zu temporären offline Nutzung auf sein Mobiltelefon knallen kann. Und, in dieser Partnerschaft mit der Telekom ist es dann jetzt möglich, Musik zu streamen über das Telekom äh drei G-Netz. Ohne äh das wohl, ohne dass das dabei anfallende Datenvolumen von dem Datenvolumen, dass man beim Tarif inklusive hat, abgezogen.
Tim Pritlove
Ah, verstehe.
Linus Neumann
Das heißt, man hat quasi sein Datenvolumen von, was ist das? Vielleicht irgendwie fünfhundert MB bei so einem dreißig Euro Vertrag, viel mehr wird das nicht sein. Äh vielleicht auch nur zweihundert, aber äh wenn man sich mit Spotify verbindet, dann wird das abgezogen von diesem Tarif, von diesem Volumen. Das heißt, ich kann so viel Spotify hören, über mein äh Telekom3-G-Netz, wie ich möchte.
Tim Pritlove
Toll. Man kriegt sozusagen was geschenkt.
Linus Neumann
Ja, kostet, glaube ich, äh wird dann als auch eingeführt werden für weitere äh Online-Tarife bei der also für andere Telekom-Tarife als so eine Option von zehn Euro, aber das kostet der Spotify-Premium-Account glaube ich ohnehin. Also Spotify jetzt bei der Telekom wunderbar toll, geht nicht vom Datenvolumen ab. Schöne Sache. Das ist genau das, wovor wir immer gewarnt haben.
Tim Pritlove
In puncto Netzneutralität.
Linus Neumann
In Punkto Netzneutralität, denn was wir da jetzt sehen, ist also, dass äh äh der Traff, also wir haben ja. Es wird ja jetzt noch nicht von einer Bevorzugung von Traffic gesprochen, aber ähm die, dass diese damit einhergehen wird, ist ist ja relativ wahrscheinlich, äh wenn Telekom diesen Service vernünftig äh anbieten möchte. Aber es heißt eben auch, dass ein, Datenpaket, was von Spotify kommt, für meine Abrechnung, eine andere Bedeutung hat als ein Datenpaket, was von einem anderen Server kommt oder von einem anderen Anbieter und im spannendsten Fall sogar von einem anderen Anbieter, der den gleichen Dienst anbietet, Nämlich zum Beispiel die Metaebene über Instacast. Da könnt ihr ja auch per Livestreaming die Podcasts hören. Und in dem Fall wird das dann von eurem, geht das von eurem Volumen ab. Und die Meterebene ist gegenüber Spotify, in diesem Fall jetzt so als einfaches Beispiel benachteiligt. Das heißt, wir haben eine total, also eine, wunderbare Ausgangssituation zur Bildung von äh Monopolen und Kartellen, wenn sobald wir so etwas als Nutzer dulden, weil natürlich die, Ich weiß jetzt nicht genau, wie's bei Telekom und Spotify ist, wer sich da ähm, wie viel für diese Dienstleistung bezahlen lässt oder wie die meinen, sich die das Geld teilen zu können, was dabei rumkommt. Ähm also ich, muss jetzt gerade überlegen, hat jetzt die Spotify, hat jetzt die Telekom, Spotify gekauft oder Spotify, die Telekom.
Tim Pritlove
Tja, man nennt das eine Partnerschaft.
Linus Neumann
Genau, es ist also Partnerin. Wahrscheinlich machen die einfach äh Hälfte, Hälfte.
Tim Pritlove
So irgendeine Beteiligungsmodell wird's da sicherlich geben so, ne? Das ist äh nicht unerheblich, keine Ahnung, wer da die größeren Konzessionen machen muss, aber in gewisser Hinsicht zahlt ja die Telekom den Traffic, bisschen runterbricht auf auf die tatsächliche das tatsächliche Versprechen und du kaufst quasi also ich kann ja mal hier, ich weiß nicht, ich will jetzt hier nicht unbedingt den äh, Teufelsanwalt spielen, aber nur um mal so ein bisschen zu äh rumzustochern, wie man das noch so sehen könnte. Also zunächst einmal handelt es sich aus meiner, um so eine Art zusätzliche Benutzer äh Entschuldigung Dienst beschränkte Flatrate. Also ich kaufe quasi nochmal zu meiner sogenannten Flatrate eine richtige Flatrate, darf die aber eben nur mit einem Anbieter nutzen.
Linus Neumann
So kannst du es aussehen, ja. Also es ist sogar noch viel besser, so wie du es jetzt sagst, ist nämlich heiß, also klingt's eigentlich noch asozialer, weil du hast eine Flatrate nur für einen Anbieter und das rechtliche Internet ist abgeschnitten.
Tim Pritlove
Ja, na gut, das ist nicht abgeschnitten.
Linus Neumann
Du hast, du hast, du hast Spotify und, und, und ein bisschen Restinternet. Ja, genau, du hast ein bisschen Restinternet.
Tim Pritlove
Bist du sicher, dass da keine zusätzliche Limitierung drin ist und bei Spotify? Also ich meine, was ist jetzt, wenn ich wirklich äh vierundzwanzig sieben Spotify empfange.
Linus Neumann
Da gibt's sicherlich nochmal irgendeine Einschränkung, aber in dieser Pressemitteilung auf der Telekom Homepage steht äh ganz klar so viel, wie sie wollen oder äh keine weitere Begrenzung äh äh inklusive und so weiter. Ähm. Ich ich schaue gerade mal ganz kurz. Zwar ohne dass die Online-Nutzung äh des Spotify-Streamingdienstes gegen das im Tarif enthalte, eine Datenvolumen gerechnet wird. Sicherlich haben die irgendwo eine kleine Begrenzung auf äh so und so viel Stunden oder so.
Tim Pritlove
Ja, ist halt immer die Frage, ob's unbegrenzt ist oder unbegrenzt eins mit so einer kleinen Eins, unten als Fußnote, wo drauf steht, na ja, also ihr wisst schon, wie wir das meinen.
Linus Neumann
Aber ich will, ich will jetzt nicht, das wird schon so, na ja, sie wissen, sie wissen schon, äh äh Einschränkungen geben. Aber ähm, Also ich möchte, wie gesagt, nochmal betonen, das ist wirklich, also das ist das Ende dessen, was eben Internet ausmacht, ne. Die Idee, Internet war, dass das alle da irgendwie ihren Kram hin und her schicken können, dass es unabhängig davon ist, äh wo ich das hinschicke, oder nicht, es gab noch nie so einen Tarif, mit Akustikkopplern eingewählt, da war es egal wo wir damit hinge äh geballert haben mit Modems war es egal, da haben wir wir haben Minutentarife gehabt, und ähm wir haben Flatrates gehabt und wir haben Volumentarife gehabt. Das waren immer die Sachen und es war immer Internet, was da am anderen Ende rauskam. Und es gab jetzt erst, gibt jetzt seit Kurzem, diese Ideen, dass man sagt, ja, du hast hier äh Volumentarif, aber das und das und das darfst du selber machen, Und da, wie gesagt, was also passieren wird, ist natürlich, dass jetzt weitere Anbieter, die solche Musikstreaming-Dienste machen und es gab ja welche vor Spotify und es wird auch welche nach Spotify geben. Ähm dass ich sie jetzt namentlich äh gar nicht korrekt benennen kann, zeigt schon, äh welche äh Kraft dieser auf dem Markt entwickeln konnten. Ähm, Aber es an mit Spotify, wenn sich das durchsetzt, die an denen wird eben keiner mehr vorbeikommen. Und was wir in Zukunft wahrscheinlich sehen werden, also ich denke, was so die die äh die End, Vision ist, die natürlich Firmen äh im Moment haben. Ist sowas wie, dass du ein ähm. Eine diese Basisinternetversorgung an, von mir aus, Facebook, Spotify, äh Gmail und solchen Scherzen bekommst. Und für alles.
Tim Pritlove
Hier Internet, inklusive Flatrate für Twitter und Facebook.
Linus Neumann
Genau, Twitter, Facebook so die so die Dienste die du so die großen Dienste die sind da schon drin und dann wird dir gesagt da pass mal auf das hast du hier das ist schon mit drin in deinem Tarif da musst du gar nicht mehr für extra bezahlen. Wenn du jetzt auch noch richtiges also den Rest des Internets haben möchtest, dann müssten wir jetzt natürlich nochmal hier äh nochmal einen Zehner äh monatlich, die Folge dessen wird natürlich sein, dass äh Nutzer sagen, naja okay, dann verzichte ich halt dadrauf, ja. Und dann äh habe ich habe, solange ich meinen.
Tim Pritlove
Dem Motto, ich brauche ja nur Facebook.
Linus Neumann
Solange ich mein Facebook habe, ist alles gut und ähm das ist natürlich eine relativ düstere Prognose für die Freiheit des Internets, wenn man sich da mal so anschaut, dass sich ohnehin gerade alles in Richtung dieser ähm beschnittenen Mobilgeräte, iPhone, iPad, ähm. Wie heißen die anderen Android und so bewegt, dann haben wir da irgendwie von diesem, von diesem spannenden, freien Durcheinander äh innovativen Meinungsfreiheit äh dezentral, Internet irgendwann, nur noch relativ wenig über, nämlich etwas, was äh an Fernsehen erinnert, ja. Und wo es wo es man sich dann irgendwann auch einkaufen muss. Ja ähnlich wie bei den Fernsehkanälen, wenn ich sage, ich möchte aber jetzt hier einen Fernsehkanal haben, da muss ich mir erstmal irgendwie da 'ne Frequenz auf so 'n Satelliten kaufen oder so, ne? Um um irgendwie die Fernseh senden zu können. In dem Fall macht das ja sogar noch Sinn, weil es irgendwie 'ne begrenzte. Begrenzte Ressorts äh begrenzte Anzahl an an Frequenzen auf diesem Satelliten gibt, auf denen ich senden kann. Aber im Internet, das war ja das mal das Revolutionäre am Internet, dass genau das eben nicht der Fall ist. Man sollte also solche Sachen keinesfalls äh keinesfalls äh solchen Geschäftsmodellen auch noch recht geben. Weil das äh für uns alle von Nachteil sein wird, ganz offensichtlich.
Tim Pritlove
Gut, wir wir prangern das an und äh finde es nicht gut.
Linus Neumann
Ich warne da entschieden vor ich sehe ich prangere das nicht nur an, ich ich glaube, das ist der Dammbruch, das ist äh das ist unser das ist der ist das Ende vom Internet, das Ende des Internets.
Tim Pritlove
Gott, das hat jetzt schon angefangen. Hm.
Linus Neumann
Ja, so schnell geht das. So, jetzt, jetzt.
Tim Pritlove
Jetzt. Ja, okay, ich will's gar nicht lächerliche treiben. Ähm die Frage ist, wie man dem. Wie man dem jetzt begegnet. Begegnet dem denn schon irgendjemand? Hast du schon von irgendeinem, gibt's schon die erste schon die ersten Buttons und Demo-Aufrufe?
Linus Neumann
Na ja, es gibt äh glaube ich ein paar äh Zeitungsartikel und eine äh Pressemitteilung von äh digitale Gesellschaft, ja. Ähm. Das Problem, was wir hier sehen, ist eben auch, dass also es es war ja eigentlich. Ich schaue gerade, ob ich den finde. Ne, mal gucken. Also das das das Problem äh bei diesen Sachen ist ja, dass. Oder es war klar, dass Netzneutralität uns als Service ähm vorgestellt werden würde. Äh also die die Netzneutralitätsdebatte wird ja schon seit längerem geführt und es war irgendwie ganz klar, dass man uns das am Ende, dass man uns kommen würde mit den der Netznetralitätsverletzung als Dienst. Also im Vergleich zu, wir sperren Skype, wir sperren wir drosseln, betreuen so viel Gig, wir machen, wir verbieten dieses, wir verbieten dieses. War klar, dass man über die Zusatzdienste kommen würde. Da habe ich schon vor zwei Jahren mit Leuten von verschiedenen Organisationen in der in der US-Botschaft drüber diskutiert, dass sie meinten, ja, aber die Zusatzdienste und das ist doch alles ganz toll und da wäre man doch beknackt, wenn man da nicht, also die haben auch relativ offen geredet, deswegen sage ich jetzt nicht, wer das war. Dann sagte, da wäre ich doch bescheuert, wenn ähm wenn ich das Geld, was ich dafür nehmen kann, nicht abschöpfen würde, ja? Und es war relativ klar so diese diese Zusatzdienste, dass das jetzt das Spannende ist, ja und man irgendwie mal, dass man darüber nachdenkt, ob man nicht vielleicht ähm den Internetzugang insofern beschränkt, dass eben dass man YouTube HD Videos oder so, dass man die einfach mal selektiv drosselt und sagt, dafür muss aber extra bezahlen. Und da hast du eben, dann kannst du die Hände aufhalten gegenüber YouTube und gegenüber den Nutzern. Und während die Nutzer sturmlaufen, ist natürlich diese diese Idee. Ähm dann die, die Inhalte, Anbieter, äh mit denen sich irgendwie zu einigen, und dann eben, ja, irgendwie so eine Art mächtiges, mächtige Clique zu bilden, die irgendwie dafür sorgt, dass dieses Internet jetzt erstmal, ne, alles, was die Leute da haben wollen, das ist erstmal in unserer Hand. Und da kommt uns auch so schnell kein Nächster hinterher und konkuriert und das war die große Sorge und das ist jetzt äh sehen wir jetzt im Moment an allen Ecken und Enden unter anderem auch bei der Telekom und Spotify und deswegen ist das. Es ist eine gefährliche Entwicklung, der mir im Moment wenig einfällt, als ähm so etwas zu verbieten, wie es auch in äh den Niederlanden ähm vor einiger Zeit geschehen ist.
Tim Pritlove
Ja, eine gefährliche Entwicklung scheint ja auch das äh Internet als solches äh äh zu sein. Äh da äh entstehen diverse Bedrohungsszenarien und das hört sich dann in etwa so an.
Linus Neumann
Ja und insofern, wie gesagt, vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht, wenn das äh Internet dann bald weg ist. Äh wenn man sich das so anhört, ja, also vielleicht, vielleicht ist da alles gar nicht so alles richtig, was die.
Tim Pritlove
Ja, wir sollten's kurz äh aufklären, äh worum es sich hierbei gehandelt hat.
Linus Neumann
Das war Günther Jauch. Am vergangenen Sonntag in seiner Sendung mit dem Titel Hilfe macht das Internet uns dumm oder so.
Tim Pritlove
Ja im Rahmen dieser äh wöchentlichen SadoMaso Sendung, mit dem sich die Deutsche Gesellschaft äh immer wieder hingibt.
Linus Neumann
Ja, diese Falle nach dem Tatort, ja, das.
Tim Pritlove
Dieser Sonntagabendslot äh scheint ja eher so eine Art Selbstsüchtigungsprogramm zu sein.
Linus Neumann
Ich finde das also, es ist irgendwie so wie so ein man hat den Tatort gesehen und danach kommt halt dieses äh komplett dieses Ding wie so ein wie so ein Verkehrsunfall. Und du kannst du kannst sie den Blick nicht abwenden, ja? Und dann fängst du an, irgendwann so nach paar Minuten fang dann fängt an der, der, der, äh, die Kommentiererei bei Twitter an. Und dass er auch, äh, diesen Sonntag eben der Fall gewesen, Da war zu Gast, der der Hirnforscher Manfred Spitzer, der ein äh Buch geschrieben hat mit dem äh digitale Demenz und das ist wohl auch äh seit einiger Zeit ähm ganz gut ähm in den in den ähm in den Medien und er schreibt da drin äh also ich habe das jetzt, glaube ich, das da mal so einen Klappentext oder so beschreibt die digitale Demenz aus allen Teufelskreis aus Kontrollverlust fortschreitenden geistigen und körperlichen Verfall, sozialem Abstieg, vereinsamung, Stress und Depression, Und das schränkt die Lebensqualität ein und führt zu einem um einige Jahre früheren Tod.
Tim Pritlove
Ja, jetzt müsste man eigentlich Katrin passig anrufen und äh sie nochmal zur Rezitation ihres Vortrags über Technikfolgenabschätzungs äh Kritik ermuntern, Ja, das ist halt so der Beitrag. Ich meine, ich wundere mich, dass der jetzt erst kommt. Es ist klingt so ein bisschen nach neunzehnhundertsiebenundneunzig, äh wenn du mich fragst, ne.
Linus Neumann
Ich also versuchen wir das mal. Ähm ich bin ja vom Fach, Also versuchen wir uns mal kurz da so ein bisschen Gedanken zuzumachen. Was äh was ist.
Tim Pritlove
Bist du denn?
Linus Neumann
Ich bin Psychologe.
Tim Pritlove
So so.
Linus Neumann
Und habe äh mich auch mit äh mit bildgebenden Verfahren und solchen Scherzen äh auseinandergesetzt und Intelligenzforschung und solchen Dingen. Also was was er sagt, ist äh, was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, macht jetzt eine Maschine und deswegen wird wird unser ähm Gehirndumm, ja? Und äh verändert sich auch. Also er ist er ist immer derjenige, der sagt, wir können die Veränderung am Gehirn messen. Das ist so Manfred Spitzer. Und was da immer so und das stimmt auch. Also was so Beispiele, klassische Beispiele, die dann alle immer zitieren, ist so, Taxifahrer äh erfolgreiche Taxifahrer in New York, eine der eine der ersten ähm Studien uralt, die haben einen größeren Hippo-Campus. Nepocampus ist eine Hirnstruktur, die dabei gefordert wird, wenn man ähm sage ich mal im Hirn eine eine Repräsentation von einer Landkarte macht. Kannst du auch bei Ratten, Ratten trainierst du irgendwie stundenlang im äh äh oder wochenlang in in so ähm in äh in Labyrinthen, dann wachsen deren Hippokampi. Weil diese Hirnstruktur ähm notwendigerweise, da sehr gefordert wird und deswegen wächst, anderes klassisches Beispiel sind zum Beispiel äh Geiger. Ja, Geiger haben größere Cortex-Regionen, die ihre Hände abbilden, äh weil sie irgendwie mit den Händen da äh an dem Instrument rumfucht, und ähm oder Gitarristen Pianisten, ja. Ähm Leute, die sehr viele Genauigkeit in den Händen brauchen, haben entsprechend da größere äh ähm Stärker repräsentierte ähm Regionen auf dem Coortex. Oder jemand, der äh zum Beispiel einen Finger verliert. Du hast dann auf dem Cortex die Repräsentation der der fünf äh Finger der der rechten Hand. Und wenn dann einer fehlt. Dann eignen sich die benachbarten hier in der Region diese nicht mehr benötigten oder nicht mehr aktiven Teile des Hirnes an. Ist übrigens eine Hypothese, woher der Phantomschmerz kommt, den äh Menschen, erfahren, wenn ähm nach Amputationen, ja, dass das eine Fehl äh Interpretation der äh, ist die, die stattfindet, wenn der Rest des Hirnes anfängt, sich die nicht, genutzten Regionen anzueignen. Und das ist äh genau das, was ich entgegensetzen würde. Also natürlich werden wir für bestimmte äh Aufgaben, bestimmte immer mehr Aufgaben werden einfach mit dem Computer gelöst, ja? Und ähm das ist ja auch schon das das Argument irgendwie, warum man Kindern in der Schule keine Taschenrechner äh geben will, weil dann verlernen die das Kopfrechnen, ja. Ist natürlich ein relativ ähm. Also man sollte Kindern in der ersten Klasse natürlich keinen Taschenrechner geben. Aber ähm sage ich mal, wenn sie dann, wenn man möchte, dass sie Integralrechnungen äh machen oder dass sie, sich mit Fragestellungen der Relativitätstheorie und Quantenphysik auseinandersetzen. Da war ich dann in den, in der Schule schon ganz froh, dass ich einen Taschenrechner hatte, damit ich mich auf das Wesentliche konzentrieren könnte. Also mein Gegenargument an der Stelle wäre, ja, die Ressourcen für ähm höhere Abstraktionsfordernde Aufgaben werden frei. Und wenn sie nicht genutzt werden, und das Gehirn gar nicht mehr genutzt wird, dann verblöden wir, ja? Ist also auch, wenn wir uns die ganze Zeit vor Fernseher setzen oder so. Da würden theoretisch auch Ressourcen frei werden. Nee, da werden echt keine Ressourcen frei. Das ist umgekehrt. Also äh bleiben wir bei dem Beispiel mit dem bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Taschenrechner. Wenn wir Kindern ab der ersten Klasse in Taschenrechner geben würden würde ihnen das mathematische Verständnis mangeln. Also was sagt jetzt ein nach vorne blickender hier? Forscher in Anbetracht dieser Befundlage. Wir müssen eigentlich anfangen den Also mehr, mehr in Bildung äh äh investieren, aber das sagt sowieso jeder. Ähm, und dafür sorgen, dass die, dass die Menschen es schaffen mit diesen Geräten, die in so viel abnehmen können, sich nicht darauf auszuruhen, sondern sie zu programmieren, kreativ zu nutzen und ähm quasi dann äh sich dadurch ähm ermächtigen lassen durch durch diese durch diese Geräte. Ja, also, programmieren, lernt äh die Nutzung von Programmen und äh schafft mit diesen Geräten etwas, ja? Und dann äh denke ich, dass das Gegenteil der Fall ist, als dass da Menschen mit Hilfe des Computers verdummen. Er außerdem sagt ist, dass digitale Medien süchtig machen, also sie werden äh seelisch abhängig von von Facebook und Twitter, Das würde ich auch sagen, das ist auch nicht wirklich überraschend, wenn die Personen irgendwie sich, ihre sozialen Kontakte in in diese sozialen Netzwerke bewegen, ja? Man ist halt auch süchtig nach äh sozialem Kontakt Und wenn wir unsere Welt dahin verlagern, dass wir irgendwie mehr zu Hause rumsitzen vor Rechnern oder mehr mit irgendwelchen Smartphones arbeiten ähm und darüber auch unsere sozialen Beziehungen stattfinden, dann ist das nur normal, dass die, dass man davon, dass man da eine, dass es einen dort hinzieht. Zum Beispiel, ich kenne das in Rechner ohne Internet. Also, vor zehn Jahren, als oder vor, ja, vor zwölf Jahren oder so als ich noch keine Flatrate hatte, konnte ich mit dem Rechner ohne Internet etwas anfangen. Und dann habe ich den irgendwann habe ich den dann eingewählt und dann wurde der verbunden mit dem Internet. Heutzutage geht das nicht mehr, weiß ich überhaupt nicht, was ich mit dem Rechner soll. Ähm also das ist klar, das sind Bezugsgruppen, das sind soziale Beziehungen, die da stattfinden, ist relativ normal, dass man da eine seelische Abhängigkeit in Anführungszeichen, entwickelt, dem Körper schaden, weil ja klar, wir sitzen, in schlechten Positionen vor irgendwelchen Geräten. Aber die Entwicklung ist ja gerade dahin, dass wir irgendwie unsere Smartphones haben. Ich glaube, die äh schaden eher weniger dem Körper. Dann sagt er noch irgendwas mit Nervenzellen sterben ab und nachwachsende Zellen überleben nicht. Das wäre also genau dieser Fall, was ich gerade angesprochen hatte, neuronale Plastizität. Ähm, wenn wir unser Hirn nicht fordern, dann ist das tatsächlich der Fall, ja? Also der die entscheidende Gegenmaßnahme hier ist, dass man eben sein Hirn fordert und äh spannende Dinge macht. Und was ansonsten noch erwähnt ist und da bin ich, muss ich leider sagen, da gebe ich wahrscheinlich so größtenteils recht, dass die Lernfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit so bei Kindern und Jugendlichen irgendwie ähm im Moment ähm Auffälligkeiten zeigt. Und ähm das ist, glaube ich, echt ein Befund, den man ähm erstmal so, also die ganzen Befunde oder dieser Befund ist auf jeden Fall valide. Und äh dass man so merkt, dass die Leute, dass wir mehr Lese-, Aufmerksamkeitsstörungen äh feststellen, ähm, Schlafstörungen, Depressionen, okay, würde ich jetzt soweit nicht gehen, aber so, dass die Aufmerksamkeit sich verändert, ähm ist auf jeden Fall eine Tatsache. Und ist auch scheint immer schwieriger zu sein äh für. Für Kinder irgendwie oder für für Jugendliche so sich längere Zeit mit mit einer Sache zu beschäftigen. Das da würde ich ihm erstmal so Recht geben, dass das so ist. Die Frage ist.
Tim Pritlove
Liegt das im Internet.
Linus Neumann
Ob das unbedingt am Internet liegt oder nicht an der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung und ähm wenn es an der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung liegt, ob das nicht eventuell wir einfach in einer Welt leben, in der man, mit kürzeren Konzentrationsspannen in der kürzere Konzentration spannen eben den den evolutionären Vorteil bieten.
Tim Pritlove
Also ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, dass diese hektischen Schrei äh äh Talkshows am Sonntagabend auch nicht ganz unerheblich dazu beitragen können. Auch wenn es vielleicht jetzt nicht unbedingt das ist, was die kleinen äh konsumieren, aber was der Geier.
Linus Neumann
Und ähm also bei diesem.
Tim Pritlove
Meine Aufmerksamkeitsspanne ist auf jeden Fall wird dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen.
Linus Neumann
Solchen Sendungen. Ja, ja, meine auch, also wie gesagt, diese dieser Befund, der ist so da, wir wir haben eine Zunahme an solchen äh Problemen, Aber das kann natürlich auch daran liegen, dass äh man äh die einfach grade im Moment äh den Trend hat, die die die niedriger niedrigerschwellig zu diagnostizieren. Ähm das heißt, hier ist keine, hier ist die, keinerlei Kausalität nachgewiesen. Ja, das kann ich also auch mitm das kann das korreliert auch mit dem Klimawandel, ja? Der Klimawandel ist auch in den letzten zwanzig Jahren irgendwie in die Gänge gekommen und das kann ich also auch kann ich also auch damit korrelieren, ja. Da ist also haben wir, und wir haben keinerlei Ahnung woran das liegt. Wie gesagt, kann einfach daran liegen, dass es gerade modern ist, äh solche Sachen zu diagnostizieren, ja? Also da ist keinerlei keinerlei Kausalität. Nachgewiesen. So viel, so viel dazu. Und ansonsten ähm ja, glaube ich, dass äh dass es, ich weiß nicht mehr, wer den Tweet gesetzt hat, aber irgendjemand twitterte ähm Internetmachdom. Sagen sie im Fernsehen, ähm ich glaube, viel mehr reden wir eigentlich zu dem Thema, auch nicht sagen, es.
Tim Pritlove
Nee. Ja, es sei denn, man hört Podcasts, dann äh kann man das auch gleich wieder etwas kompensieren.
Linus Neumann
Da gehe ich mal von aus.
Tim Pritlove
Ja, was ist denn sonst noch passiert? Äh das böse Internet hat wieder zugeschlagen und seine hässliche Fratze äh äh gezeigt.
Linus Neumann
Ja, das war irgendwie so ein, also ich muss sagen, diese Meldung habe ich so gar nicht so bis heute nicht so ganz verstanden, was das sollte. Also in Nonne ist hat eine. Liste veröffentlicht.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Der ist der seine Buchstaben Zahlenkombination, die jedes iOS-Device äh eindeutig, kennzeichnet. Davon hat das Gerät sicherlich mehrere, nämlich auch noch eine MAC-Adresse und eine E-Mail. Die sollten auch ähm, einzigartig sein und wahrscheinlich wird's aus einem von den beiden oder aus beiden zusammen wird wahrscheinlich irgendwie dieser generiert und. Den kann man sich auch anzeigen lassen, steht dann in iTunes und das der definiert der der identifiziert quasi dieses iPhone als dieses iPhone. Und das wurde in alten iOS-Versionen zur Identifikation des Gerätes genutzt. Also.
Tim Pritlove
Auch noch in der aktuellen, also ist ja iOS fünf äh aktuell und dort äh gibt es nach wie vor die Möglichkeit für Applikationen das zu erfragen. Es ist allerdings seit einiger Zeit deprecated, das heißt Apple hat kündigt, dass sie diese Funktionalität zurückziehen werden. Und es werden auch mittlerweile keine Applikationen mehr neu äh durch den Upstore gelassen, auch keine Updates, denen halt nachgewiesen werden kann und Apple kann das ja feststellen, dass sie diese Funktion benutzen und sie wird höchstwahrscheinlich im nächsten Release auch schon wieder rausfliegen.
Linus Neumann
Ich dachte, es wäre schon äh wäre schon rausgeflogen. Also es gab damals den, das war so im Rahmen dieses ähm Skandal ist, ne, wo es irgendwie diese soziale Netzwerk gab, äh was die Adressdaten abgeschnorchelt hat und dann waren auf war auf einmal das Thema User Privacy ganz groß und kurz darauf äh kündigte Apple dann an, so genau das ist der Prekaded und wir wollen nicht mehr, dass ihr das macht und äh, ultimativ werden wir solche Apps dann irgendwann mal rausschmeißen.
Tim Pritlove
Das äh ist auch einfach äh ist auch sinnvoll. Also.
Linus Neumann
Ja, ich glaube, für die Developarty das.
Tim Pritlove
Temporären Identitäten äh äh gearbeitet werden, so für Sachen wie Push Motivations, also wenn ein Programm quasi einem äh einem iPhone, dessen Benutzer äh, dass das mal wollte und erlaubt hat, äh eine Nachricht zuschicken müssen, so nach dem Motto hier äh ein Ereignis für dich liegt vor, ja, was weiß ich Bundesliga, ein Tor ist gefallen, dann muss ja dieses Backend in der Lage sein, dein Telefon zu adressieren, eindeutig genau dieses eine. Und äh Dafür gibt es dann aber eben also auch natürlich eine ID, die aber nicht identisch ist mit dieser ähm.
Linus Neumann
CF
Tim Pritlove
Sondern die sozusagen nochmal eine andere ID ist, die eben für einen bestimmten Gültigkeitszeitraum auf dieses Telefon zeigt und die, Backend sicherstellen muss, dass es sich auch immer wieder die aktuelle neue Version davon holt, äh die dann eben äh äh gilt, um auch weiterhin was dahin schicken zu können.
Linus Neumann
Genau. So, jetzt, jetzt hatten wir den.
Tim Pritlove
Damit ist dann sozusagen kein Trekking möglich. Also das ist so eine Designentscheidung, äh die wurde halt da mal am Anfang äh äh getroffen. Jetzt sind halt diese Listen da aufgekommen. Es ist nichts, also ich habe zumindest bisher noch nichts schlüssiges gehört, woher die wirklich gekommen sind.
Linus Neumann
Das Spannende, also diese Listen, so eine Liste konnte sich eben jeder kann sich theoretisch jeder erstellen, der so eine ähm iOS App hat.
Tim Pritlove
Technisch betrachtet, genau, ja. Mittlerweile ist es sozusagen wenn es bekannt würde, würde das eben zur äh Entfernung dieser Software führen.
Linus Neumann
So und jetzt ähm kam Antisek, so eine äh Hackergruppe aus dem äh Northeims Kreis und meinten, ja, wir haben irgendwie einen vom FBI gehackt und der hatte zwölf Millionen Judi-IDs auf seiner Festplatte und wir veröffentlichen jetzt hier schon mal eine Millionen davon. Und, haben also eigentlich es einfach mal so aufn Busch gehauen, ja? Und ähm jetzt ist halt die Frage, also das FBI sagte dann, äh ja, nee, äh ist nicht von uns, wir haben keine Ahnung, wovon ihr redet. Apple sagte, wir haben dem FBI keine äh UD IDs gegeben, und Fefe schrieb dann noch, dass sie, äh, weil das FBI ähm, viel, viel Argumentation war irgendwie so, weil das FBI ähm behauptet, dass sie nicht vom FBI sind, muss es ja vom FBI sein.
Tim Pritlove
Klar.
Linus Neumann
So, wenn sie's leugnen, wenn sie's leugnen, dann muss es ja muss es wahr sein. Also, okay, also mal, keine Ahnung. Die Frage ist, Ach so und dann gab's eine sehr schöne Geschichte, diesen Adrian von der wollte dann unbedingt mit Enormes irgendwie ein Interview führen und dann sagte, sagten sie ihm im im im IAC-Kanal ja, wir reden erst wieder mit Gorka Wenn du ähm einen Tag lang auf der Startseite bist mit einem an und einem Schuh auf dem Kopf. Woraufhin der dann einen Tag ähm auf der Gorka Startseite im äh also in so einem komischen rosa Kleid war und sich so einen großen äh Sportschuh auf dem Kopf gehalten. Ja, also ich meine, größer kann man sich auch ja, Entschuldigung, ich habe, wenn im Tütü, ja.
Tim Pritlove
Sehr hübsch. Warum wollten sie nicht mit ihm reden? Das habe ich nicht ganz verstanden.
Linus Neumann
Weil die den irgendwie nicht mehr mögen. Die mochten den schon länger nicht mehr, stand dann da, also irgendjemand irgendjemand dem äh Nonnen ist IRC, oder mochte Adrian die äh die mögen die Gorke aber ohnehin nicht. Die haben die sowieso schon mal vor ein paar Jahren, haben die denen äh da die komplette Bude auseinander genommen, wenn ich mich äh korrekt entsinne. Ähm also die, die verarschen dann noch irgendwie diesen Gorka und ehrlich gesagt kommt mir dieser Kram so ein bisschen vor, als würden die da äh alle möglichen Leute äh, verarschen. Also dass dem FBI in die Schuhe schieben und was nicht alles äh mein die Frage, die für mich ungeklärt ist, was was kann man mit dieser Liste anfangen? Also mir fällt nichts ein, was ich damit sollte. Also in diesem Fall sind dann noch die Namen der die Benennung der iPads dabei, das ist nochmal ein bisschen mehr Datenschutzverletzung sage ich mal, der der die Weißnahme, aber so wirklich weiß nicht, was ich mit dieser Liste so. Ich habe sie natürlich runtergeladen, aber ich weiß nicht, was ich damit soll. Ja, also okay, wenn irgendjemand zwölf Millionen Judi-IDis gesammelt hat, dann oder sagen wir mal in dem Fall eine Million, dann muss eine sehr, entweder eine sehr erfolgreiche App gewesen sein. Ähm aber also auch das FBI wüsste ich jetzt nicht, was die damit wollen würden. Ist mir irgendwie unklar. Vielleicht kann es das jemand in den Kommentaren mal ähm mal mitteilen.
Tim Pritlove
Ja, also ich meine, so theoretisch kann man dann halt irgendwie auch über andere Datenbanken, die diese IDs äh gesammelt haben, dann halt irgendwas rauskriegen, aber äh was so der praktische Nutzen davon sein soll, erschließt sich mir ehrlich gesagt auch noch nicht so richtig. Apple im Titel und so und schon.
Linus Neumann
Apple, FBI und Enorm ist, Alter, da geht's rund.
Tim Pritlove
Ja, also was allerdings sozusagen dieses Anonymus-Kollektiv jetzt so treibt generell, das erschließt sich mir auch in zunehmendem Maße äh nicht mehr so recht.
Linus Neumann
Ähm neben mir auch nicht so wirklich. Also wir werden mal sehen. Also aber was heißt auch dieses enormes Kollektiv? Lassen vielleicht äh gehen wir da jetzt erstmal nicht so.
Tim Pritlove
Ja, also genau, also ich äh hatte vielleicht das nur noch so äh, als Anhang schon als irgendwie jetzt was anderes äh äh passiert, weil sich wieder auch irgendjemand anderes als äh Anonymus ausgegeben hat, äh hier diese diese Didos-Attacke gegen äh Telecomics, was auch so den Eindruck macht, als ob da sozusagen niemand dahinter steht, der sich der bis vor kurzem noch halbwegs als Anonymus hätte gelten dürfen, so, ja. Habe ich einfach nur festgestellt, ähm dass. Einfach diese Marke, ja, dieses dieser einfach schon extrem äh äh verwässert ist, weil einfach alle, und jeder irgendwie äh sich diese Marke auf die Stirn kleben und einfach, sehr, sehr, sehr schwierig wird da noch irgendwas sinnvolles drunter zu unternehmen, weil man einfach davon ausgehen muss, dass es immer noch die entsprechende Anzahl Lonis gibt, die dann eben ihre bekloppte Aktion des Tages äh unter derselben Flagge segeln lassen, ne.
Linus Neumann
Ja, also das ist aber was anderes, musst du ja nicht äh was anderes steht ja nicht zu erwarten, ähm wenn du ein enormes machst, ja, wo wo jeder äh sagen kann, wir sind wir sind alle, wir sind dabei, ne, insofern ja diese Dedosattacke auf Telekomics habe ich ohnehin nicht verstanden. Und ähm also ich habe weder verstanden, was die sollte, noch warum man sich darüber ärgern sollte. Ähm also Dedos-Attacken auf die Gefahr, dass ich nicht wiederhole vielleicht für die äh weniger genau wenn wir in Tech Team kommen, sollen wir immer den Hörern erklären, worum's geht, also eine Dedos-Attacke äh besteht darin, dass man ein ein Server mit so vielen Anfragen oder so vielen Daten überflutet, dass dieser, nicht mehr Herr wird und aufhört zu antworten. Ähm. Das kann man auf verschiedene elegante Weisen machen ähm, teilweise eben vielleicht auch durch durch elegantere Weisen, die dazu führen, dass der Rechner dann halt sehr viel CPU-Leistung verbraucht. Also, aber letztendlich äh passiert nichts, außer, dass die Kiste nicht mehr nicht mehr antwortet.
Tim Pritlove
Na ja, es gibt einen äh interessanten Aspekt dabei, ne. Also durch, den du dort äh erzeugst ähm.
Linus Neumann
Schaffst du Kosten.
Tim Pritlove
Führt das dann in je nachdem wie die Tarifierung so ist dazu, dass einfach äh unglaubliche Traffickosten entstehen.
Linus Neumann
Hast du selber aber genauso.
Tim Pritlove
Ja gut, aber wenn das jemand macht, der auf die Traffickosten scheißen kann oder der aus irgendwelchen Gründen einfach sehr viel mehr äh, Ich meine, es sind ja viele, die auf einen gehen, ja? Und wenn wenn viele im Rahmen äh ihres Traffics, was sie sich leisten können, auf einen einschlagen, dessen Traffic wiederum dadurch so hoch geht, dass äh dass das einfach alle Limits sprengt. Und das war in diesem Fall übrigens so, ja? Also das, isch, große äh äh Beträge aufgelaufen wären, wären.
Linus Neumann
Wenn der Provider nicht.
Tim Pritlove
Äh nicht gesagt. Hier äh macht euch keine Sorgen, ist alles prima, ne? Aber ansonsten hätte sich das äh locker im fünfstelligen Bereich bewegt.
Linus Neumann
Ja, ist mir alles bekannt. Äh, das war auch eine ganze Menge. Also, das war wenn ich, wenn man den Aussagen aus dem Umfeld von Telekom nichts glauben kann, waren das sieben Gigabit pro Server, die da reingeflogen sind. Also, das ist eine.
Tim Pritlove
Ja, genau.
Linus Neumann
Unvorstellbar, ja? Also ähm das ist echt ja. Also ich frage mich, wie die da überhaupt angekommen sein sollen, ja, also keine Ahnung. Also das war jetzt wurde mir da so so berichtet, genau also es gibt diese Kostenfrage, du kannst aber auch einfach die Kiste ausmachen und dann hat sich das erledigt. Also ich verstehe nicht, was ähm der Reiz einer Dedosattacke sein soll. Verstehe ich einfach nicht.
Tim Pritlove
Ja, ist schwierig zu ergründen.
Linus Neumann
Ist mir völlig, völlig, völlig, äh, völlig unklar, was das, was das soll. Ähm hat also irgendwie stattgefunden und war auch wieder eine tolle Aktion, wo irgendjemand enormes dran geschrieben hat, wobei sich die Anzeichen verdichteten, dass das kein typischer Enormesfall war, weil ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass die auf sieben Gigabitisekunde kommen können und ähm zweitens waren auch an dem Text irgendwelche äh Sachen etwas auffällig. Aber ist mir ehrlich gesagt also. Weiß ich nicht, was was es soll und ähm, wird immer unergründlicher, was was irgendwie bei äh Nornen bis so für Sachen stattfinden oder unter dem Label äh Nonne ist. Ich bin mir aber auch sicher, dass es da irgendwie noch einen einen aufrechten Kern gibt, die irgendwie, viele auf dieses Label geben und denen das irgendwie sehr wichtig ist und die sich wahrscheinlich auch selber sehr ärgern, äh wenn durch so komische Aktionen ähm ihre Identifikationsmarke da in den in den Dreck gezogen.
Tim Pritlove
Absolut. Na ja. Bleiben wir bei den äh nitzpolitisch äh relevanteren äh äh Themenlagen. Also wurde mal wieder demonstriert ein bisschen, ne?
Linus Neumann
Ja, es wurde, äh es wurde demonstriert gegen die GEMA, ähm das war sehr äh sehr spannend, ähm es geht jetzt, es gehen wieder um um unsere Clubs, ne, um die um die äh, Gebühren ja erhöht werden sollen. Und als wir da vor einigen Folgen drüber gesprochen haben war das ja so äh dass ich irgendwie ein bisschen auch äh negativ oder berechtigende Kommentare bekommen habe, was also diese neue Tarifreform angeht und Und es ist wirklich mein, man blickt da kaum noch durch. Also es geht um die Tarifreform der GEMA für die öffentliche Aufführung. Und die ist auf jeden Fall so und jetzt sagen wir mal, lassen sie mal den Faktor weg, dass es auf jeden Fall, Betreiber sehr, sehr viel teurer wird. Ähm unabhängig äh davon ähm, wie viel. Aber auch und auch auf jeden Fall signifikant teurer. Ich glaube, das sind das sind Dinge, auf die man sich einigen kann. Das bestätigt sogar äh die GEMA und die Clubs haben natürlich dann jetzt mobilisiert und gesagt, hier äh äh draufhauen, ne? Und wir wollen jetzt eine Demo machen, da haben sie in Berlin und in Hamburg und in Frankfurt und und wo nicht überall. Haben sie ihre Demos angekündigt und veranstaltet und die haben jetzt also am Donnerstag, glaube ich, äh stattgefunden. Donnerstag, den, sechsten September und am Montag den dritten September ging also irgendwie eine eine E-Mail von GEMA-Information, ähm an. Gemer Minus Newsletter at XMR drei Punkt com. War da war die Absenderadresse. Und es ging wohl an ähm. An an E-Mail an E-Mail an E-Mail-Adressen von Mitgliedern der GEMA, und da drin wurde angekündigt liebe Mitglieder sicherlich haben sie mitbekommen, dass die Clubs irgendwie in Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart demonstrieren können, und ähm. Das Hauptaktionsbündnis Kultur retten DE will uns hier irgendwie Ärger machen und wir müssen uns irgendwie dagegen wehren. Aber macht euch keine Sorgen. Äh wir äh wir wehren uns dagegen. Und dann stand halt dieser schöne, dieser schöne Satz drin. Wie agieren wir? Ein rechtliches Vorgehen der GEMA ist, auch wenn wir vor den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird, aufgrund des grundsätzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich. Ja, ja, geh mal. Schade, ne? Schade. Aber, ja, geh mal nicht geschlagen. Sie möchte, Unser Ziel ist es, die Diskussion zu versachlichen, ja? Wir bereiten uns kommunikativ sowie medial darauf vor, im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in allen Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch rein. Die Dynamik in den Social Media Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig Posts und Tweets kommentiert, um die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.
Tim Pritlove
Steuert, sehr schön.
Linus Neumann
Lancierte Medienberichte. Ich werde wahnsinnig, also.
Tim Pritlove
Die Nerven liegen äh zunehmend lang, habe ich so den Eindruck, ne?
Linus Neumann
Dann schreiben sie, da unsere Datenbank aktuell leider nur dreiunddreißigtausend E-Mail-Adressen umfasst, bitte ich sie, diese E-Mail und dieses an all jene weiterzuleiten, die diese Informationen womöglich nicht erreicht haben, schrieb ähm. Name steht da jetzt nicht, äh die Direktorin Marketing und die Leitung für Kommunikation für PR, der GEMA, der Generaldirektion aus München.
Tim Pritlove
Und fand das dann jetzt auch auch statt.
Linus Neumann
An dreiunddreißigtausend E-Mail-Adressen haben sie das geschickt und äh ja wurde dann natürlich weitergeleitet, erreichte innerhalb kürzester Zeit irgendwie Piratenpartei letzte Politik. Netzpolitik, org, alle haben über diese äh äh über diese E-Mail berichtet. Und dann standen die Demos statt, aber ähm erstaunlicherweise fand diese Social Media Offensive der GEMA offensichtlich nicht statt. Denn es gab einen Artikel von Markus am nächsten Tag auf Netzpolitik org, wo gefragt wurde, wo war der Gamer Dialog während der Proteste? Äh Twitter null, Facebook, null. Ja, also haben sie offensichtlich sich mit dieser an den kleinen Kreis von dreiunddreißigtausend I Personen geschickt, E-Mail, in der sie ihre PR-Strategie verraten haben, ähm offensichtlich jetzt auch wieder mal kein großartigen Gefallen getan.
Tim Pritlove
Teint. Und warst du auf einer der Demos? Ich bin äh rein zufällig in in Frankfurt eine reingelaufen. Es war so ein bisschen so.
Linus Neumann
Äh berichte mal.
Tim Pritlove
Kleine war das so.
Linus Neumann
Ja, irgendwie in Berlin schrieb man auch davon. Ich war da ja nicht nur du reist, sondern auch ich ich war nicht in Deutschland und konnte daher äh keine GEMA-Demo äh besuchen. Also diese E-Mail kann ich nur nochmal empfehlen, echt witzig. Äh kann sich dann, man kann nur mit dem Kopf schütteln, Was ich dann noch gelesen habe an dem Tag, äh habe ich in der, ich glaube, in der Süddeutsch müsste die Süddeutsche gewesen sein. Ähm gelesen haben sie so ein so ein Gamer äh äh so ein GEMA-Klinkenputzer mal einen Tag begleitet, ja. Und sind mit dem irgendwie ähm. Sind mit dem irgendwie äh klingeln gegangen, ne und wo der dann so berichtete er dann so, dass also jemand, der in äh Läden, äh Kneipen und so weiter reingeht und schnell irgendwie äh zur Decke schaut, ob der Lautsprecher hängen und äh dann irgendwie den Leuten den GEMA-Info, schreiben, da lässt, dass die CD-Player, die sie da haben, die müssen sie anmelden und so. Ähm so einer. Und der ähm berichtete dann also, Der sagte das natürlich die also selbst er gab zu, dass die Gebühren steigen, aber sie würden also nicht so enorm steigen, wie man sich das, wie man sich das einbildet und hat dann da auch wieder argumentiert. Und dann hat er aber natürlich auch besorgte Anrufe von von seinen Schäfchen bekommen, die er da, von denen er das Geld eintreibt und so war ein ganz interessanter Artikel, müsste man mal schauen, ob der vielleicht online ist, Ja also es geht auf jeden Fall weiter und ähm ich sag mal zumindest sollte man. So sehr ich natürlich gegen äh die also man sollte bei dieser Sache berücksichtigen, dass, eventuell vielleicht die GEMA die Erhöhung dieser Gebühren nicht unbedingt so völlig daneben ist. Tatsache, wie die Gamer sie nachher verteilt. Das ist nämlich das sehr viel größere Problem. Also wenn wenn dieses Geld tatsächlich bei den bei den Urhebern in einer gerechten ähm in einer gerechten Verteilung ankommen würde, wäre das sicherlich eine sehr sinnvolle Angelegenheit, aber ähm da gab's einen Beitrag, den ich jetzt auch einmal verlinke, weil's ein sehr schöner Audiobeitrag, in dem zum Beispiel die Erhebung der wie die GEMA erhebt, wie wie sie das Geld ausschüttet, erfasst wird. Und die haben irgendwie so ein paar Blackboxen in Deutschland verteilt, die pro Woche in irgendwelchen Clubs mal eine Stunde mitschneiden und dann wird das von Hand abgehört von von, von jungen Jugendlichen, die wissen, was das ist. Und die dann ähm quasi diese paar Stunden Musik, die die GEMA deutschlandweit pro Woche aufzeichnet, mal durchhören und dann entstehen daraus Listen. Also und dann wird's irgendwie so quer verteilt. Also wie gesagt, die Erhöhung ist sicherlich nicht ganz so groß das Problem wie die internen Verteilungsstrukturen der GEMA selber und der Anteil an diesen Gebühren, die sie selber verzehrt. Das ist sicherlich das sehr viel größere Problem, als die Erhöhung der Gebühren für die Clubs. Und man sollte sich da also, zumindest ein bisschen skeptisch sein, wenn man merkt, dass wie was für ein großes Mobilisierungspotenzial diese Clubs da ähm erreichen können.
Tim Pritlove
Ja, mehr wissen wir glaube ich nicht zu zu sagen, ne.
Linus Neumann
Nee, nicht wirklich. Also nur ich eine kurze Anekdote. Es gab in Berlin ähm oder es gibt ja in Berlin immer noch die Bewegung gegen die, gegen den Umbau der der Ufer des Uferbereiches in in Friedrichshain und Kreuzberg das Spreeufers ja.
Tim Pritlove
Mediaspray, media-Spree.
Linus Neumann
Media Spray, das Media Spree-Projekt äh will dort äh irgendwie ganz viele tolle fancy Sachen errichten und äh Hochhäuser und so weiter. Und da ging es um, den Zugang zum Spreeufer und zwar war dann gab's ein Bürgerbegehren und so was dafür gekämpft hat, dass auch wenn da irgendwas bebaut wird irgendwie fünfzig Meter breiter Uferstreifen ähm allen Personen zur Verfügung stehen muss, frei und so weiter. Und eine der Hauptmobilisierenden Gruppen oder Institutionen dagegen war die BA fünfundzwanzig ein Club am Spreeufer und das war bis zu der Punkt. Und das war zu diesem Zeitpunkt die einzige Einrichtung auf diesem Streifen, die den Zugang zur Spree, nicht allen zur Verfügung stellt, sondern gegen Gebühr von äh gegen Eintrittskosten von irgendwie zehn bis zwölf Euro, das ist die einzige Wahren stimmt nicht, es gab auch zu dem Zeitpunkt auch gegenüber noch so 'n Club, führte also zu diesem skurrilen Moment, dass sie dass die Ba fünfundzwanzig die Eintritt für Zugang zum Spreewufer nehmen äh unter dem Motto Spreeufer für alle irgendwie zu einer Demo aufruft. Insofern sollte man vielleicht auch die Clubs, die da mobilisieren, ein bisschen skeptisch betrachten. Weil die natürlich auch kapitalistische Interessen haben und so weiter. Alles klar, so viel so viel zu dem Thema, wir warten ab. Ähm und ich glaube, wir können jetzt zum Epilog kommen.
Tim Pritlove
Ja, der Epilog äh was äh gilt es denn hier zu beleuchten? Also bei Netzpolitik org. Scheinen ein wenig so ein Brainstorming-Modus eingesetzt zu haben. Es gibt eine Umfrage.
Linus Neumann
Frage. Hm.
Tim Pritlove
Äh wo quasi Feedback ähm eingefordert wird, um. Die Plattform irgendwie besser zu machen und auch so ein bisschen die Fragestellung, wie man sich äh vielleicht auch künftig finanziell tragen soll.
Linus Neumann
Und ich glaube, es geht, also ich habe da ein bisschen an der Umfrage äh beteiligt, beziehungsweise habe da mein Feedback zu geben. Es geht auch so ein bisschen darum, überhaupt mal die Leserschaft kennenzulernen. Ja, sie sind so Fragen dann so, liest du Kommentare und so, Wie alt bist du und so? Überhaupt mal so 'ne Idee zu haben wer liest überhaupt Netzpolitik Org, ähm kann ich also nur drum bitten, da mal dran teilzunehmen. Ähm wird sicherlich helfen, dabei helfen, die die Plattform vielleicht irgendwie ein bisschen zielgruppengerechter äh aufzustellen oder so.
Tim Pritlove
Ja, genau. Wir äh unterstützen das.
Linus Neumann
Und dann äh finden in der nächsten Woche in Berlin, einige und wir machen ja eigentlich selten Veranstaltungshinweise, aber in diesem Fall mache ich das jetzt einfach mal Es gibt die netzpolitische Sware zur europäischen Bürgerrechtsbewegung am vierzehnten neunten, ausgerichtet von den Grünen in der Heinrich-Böll-Stiftung, das müsste abends sein. Und das ist im Anschluss an die Konferenz Netzregeln, die die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit dem Bitcom ausrichtet am selbigen Tage und diese Veranstaltung hat den Titel Transparenz und Vertrauen No Limits. Ja, also Bitcom, der große deutsche Branchenverband in diesem Bereich zusammen mit den Heinrich Böll-Leuten äh und da hängen natürlich dann auch wieder ein paar grüne Politiker mit drin, die sich dann mit dem Thema auseinandersetzen, sowohl die netzpolitische als auch die äh Netzregelnkonferenz sind Veranstaltungen, die ich irgendwie eigentlich immer ganz gerne besuche, die echt immer ganz interessant sind. Ebenso wie die am darauffolgenden Tag stattfindende Konferenznetz für alle, die die Partei, die Linke, zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausrichtet. Ähm da war ich, letztes Jahr mal auch zu Gast bei der Konferenz als da ging's ums Thema ein bisschen drüber unterhalten mit Konstanze kurz und, ähm Anne Roth. Und äh dieses Jahr wird hier aber an einem anderen Ort stattfinden und ich, denke, dass auch das eine oder das das insgesamt äh sowohl der Freitag als auch der Samstag da äh für Netzpolitisch interessierte durchaus ähm. Eine Reise zu diesen Orten oder zu den Streams, die sicherlich von beiden Veranstaltungen auch angeboten werden, wert sein dürfte.
Tim Pritlove
Genau. Das ist ähm wiederum tagsüber, das geht um elf Uhr los und die andere Veranstaltung gegen ist halt die Suarie, also am Abend, neunzehn Uhr dreißig.
Linus Neumann
Das wäre jetzt der Freitag, genau. Und der Samstag, wann geht's am, das Netz für alle, am Samstag, am.
Tim Pritlove
Um elf.
Linus Neumann
Ach so, warte mal. Und die ist aber doch am.
Tim Pritlove
Neunzehn Uhr dreißig, vierzehnten September.
Linus Neumann
Genau, das ist aber ein Tag davor. Und die Netzregeln ist.
Tim Pritlove
Und dann kann man gleich am nächsten Morgen weitermachen sozusagen. Also.
Linus Neumann
Genau, also man geht, man geht Netzregeln, Suare.
Tim Pritlove
Nicht genug kriegen kann. Kann jetzt außer unserem Podcast sich auch noch hier als Dauergast äh auf diesen Veranstaltungen einklinken, zumindest wenn man in Berlin ist.
Linus Neumann
Genau oder wenn man nach Berlin reisen möchte.
Tim Pritlove
Gut. Linus.
Linus Neumann
Damit wären wir beim beim Ende angelangt, glaube ich.
Tim Pritlove
Werden wir, genau, heute müssen wir uns mal ein bisschen knapp machen. Ähm und äh ja, nächste Woche finden wir wieder einen Termin.
Linus Neumann
Nächste Woche finden wir ein schöner Unternehmen.
Tim Pritlove
Genau. Wir sagen tschüss.
Linus Neumann
Auf Wiederhören.

Shownotes

Telekom und Spotify beerdigen endgültig die Netzneutralität

Bei T-mobile gibt es jetzt einen Tarif mit eingebauter Spotify-Flatrate.

Digitale Demenz und wir werden alle sterben

Manfred Spitzer redet bei Günther Jauch irgendwas von digitaler Demenz und hat wohl auch ein Buch darüber geschrieben.

  • Keine Links, weil war im Fernsehen drinne gewesen.

Anonymous veröffentlicht iOS device UDIDs und DDosSt Telecomix

Unter dem Label Antisec erschien ein Datensatz, von dem behauptet wurde, er wäre dem FBI gestohlen worden. Außerdem wurden die Server der Gruppe Telecomix angegriffen.

GEMA PR-Offensive gegen Tarifreform-Demos

Die GEMA informierte in einer Email an über 33.000 Mitglieder über ihre Strategie im Umgang mit den in vielen Städten stattfindenden Demos gegen die Tarifreform.

Epilog

Unsere Freunde und Kollegen bei netzpolitik.org führen eine Leserbefragung durch und am nächsten Wochenende sind ein paar Netzpolitik-Veranstaltungen in Berlin.

34 Gedanken zu „LNP036 Unbegrenzt [1]

  1. Offensichtlich ist es vielen in diesem Land nicht wirklich klar, wie gravierend das vom M.Spitzer beschriebenes Problem wirklich ist. Erst wenn man die Betroffene kennenlernt, sieht man was gemeint ist. Es scheint mir, als wären viele Menschen nicht nur des Lesens und Schreibens schwach, sondern haben auch das zuhören verlernt.

    • Es gibt ohne Zweifel viele fürchterliche Zustände, in die Menschen sich bringen oder geraten können. Die Frage ist, ob sie eine Häufigkeit und ein Ausmaß erreichen, das die Sache zum gesellschaftlich relevanten Problem erhebt.

    • Die Aufhebung der Netzneutralität findet im Prinzip in mehreren Stufen statt.

      1a. Sperren bestimmter Dienste oder Protokolle: Wird seit Jaaahren schon gemacht. T-Mobile-Beispiel: Skype, VOIP.

      1b. Bevorzugung eigener Dienste, wenn der Provider auch Content-Anbieter ist. Schwieriger nachzuweisen, aber sicherlich lässen sich 1&1 oder Telekom für ihre hauseigenen TV-Streamer nicht die Bandbreite von anderen wegnehmen.

      2. Bevorzugung (Priorisierung) bestimmter Dienste anderer Anbieter gegen Gebühr und Benachteilugung derer Konkurrenten: mein Vimeo ruckelt, weil die Nachbarschaft bevorzugtes Youtube schaut.

      3. Dienste fremder Anbieter als aus dem Internetangebot herausgelöster Zusatzdienst.

      Bei der dritten Stufe haben wir noch nicht einmal mehr ein 2-Klassen-Internet, sondern 2 verschiedenene paketvermittelte Angebote.

      Den Dammbruch stellt also das Partnering da, einen solchen Fall gab es in Deutschland meines Wissen bisher (öffentlich bekannt und beworben) noch nicht.

    • Ich finde die Kritik am Telekom-Spotify-Bundle übersensibel.

      Es ist ein Zusatzangebot (welches mir zusätzliches Volumen schenkt und mein sonstiges Package unangetastet lässt).

      Solange das Basis Paket mit der Aufschrift „Internet“ auch weiterhin Internet enthält (und nicht jetzt ohne Spotify Zugang daherkommt), ist das für mich ein (attraktives) Zusatzangebot. Die Ausgrenzung von VoIP-Diensten aus Basispaketen ist dagegen wirklich Neutraltätsthema.

      Generell bin aber auch mehr ein Verfechter von Transparenz, d.h. der Verbraucher muss genau sehen, was ein „Internet“-Package genau leistet. Dass sich verschiedene Angebote herausbilden wird man nicht verhindern können.

      Und vielleicht auch nicht wollen: Denn Wettbewerb ist für mich eine wichtige Voraussetzung, dass der Kunde eine Chance hat, dass Angebote für ihn und nicht gegen ihn entstehen.

      Übrigens ist T-Entertain vermutlich genauso einzustufen, denn TV über IP wird meinen Datenvertrag volumentechnisch auch nicht berühren (irgendeine Deckelung gibt es da ja auch, oder irre ich da?).

      Thomas

      • Und vielleicht auch nicht wollen: Denn Wettbewerb ist für mich eine wichtige Voraussetzung, dass der Kunde eine Chance hat, dass Angebote für ihn und nicht gegen ihn entstehen.

        Wettbewerb findet doch immer nur zu Beginn der Herausbildung eines Marktes statt, bis sich die Sieger des Wettbewerbs herauskristallisieren und ihre Position zementieren. Der Telekom/Spotify-Deal ist das perfekte Beispiel dafür.

        Wer also an den Wettbewerb als Korrektiv des Marktes glauben möchte, der sollte insbesondere gegen jede Verletzung der Netzneutralität sein, und sich nicht davon blenden lassen, dass etwas als Zusatzdienst bezeichnet wird.

        • Dann stimmt doch ale mit Geldbeutel ab: Bucht Spotify, aber bitte ohne den freien Traffic! Dann werden die das schon spüren, die Gauner.

          Aber mal im Ernst: Die Provider sind schon eine „schwierige“ Mespoche, keine Frage. Und dass sie möglichst viel Geld scheffeln wollen ist auch allen bekannt. Aber nicht jeder Schritt hat nur zum Ziel, irgendetwas künstlich schlechter zu machen, um den Kunden dann den Normalzustand für Extra-Geld zu verkaufen. Manchmal schaffen die es vielleicht auch, Angebote zu schaffen, die für alle Beteiligten ein Gewinn sind.

          Und parallel dazu würde ich mir wünschen, dass unser Verbraucherschutz mal für eine vernünftige „Auszeichnungspflicht“ bei Providerangeboten sorgt. Das heisst, Kategorien schaffen, die klar beschrieben, was der Dienst enthält und was nicht. Und dafür eine Mindestzeichengröße und einen Mindestkontrast festlegen („4 Punkt hellgrau auf weiss“ geht halt nicht).

          VG Thomas

  2. Hallo,
    gute Sendung wie immer blablabla. Nur zum Thema GEMA muss ich jetzt mal etwas rumtrollen, bzw. mal eine abweichende Meinung äußern, weil ich allmählich nicht mehr verstehe, warum das eigentlich alle so aufregt. Linus sagt in dieser Ausgabe selbst, dass das Prinzip „eine Vereinigung kümmert sich um das Eintreiben der Tantiemen“ für Künstler eigentlich eine nachvollziehbare Idee ist, nur die Verteilung dieser Gelder INNERHALB der GEMA sei doch sehr ungerecht und änderungswürdig. Das kann ich nicht beurteilen, ich bin nicht bei der GEMA. Aber wenn diese Ungerechtigkeit das eigentliche Problem ist, oder auch die angeblich zu hohen Forderungen für kleine Klubs (kann ich auch nicht beurteilen, ich betreibe keinen kleinen Klub), warum ist das Thema für Menschen, die sich für Netzpolitik interessieren, dann so relevant? Müssen so viele von diesen Menschen unter den schlechten Verteilungsstrukturen leiden? Ich will niemanden belehren, jeder kann sich aufregen, worüber er will, mich hat einfach nur so ein Interview mit einem dieser armen Kleinkünstlerwürstchen nachdenklich gemacht, die bei euch so gern in Schutz genommen werden vor den gierigen GEMA-Bossen. Der hat erzählt, dass er wirklich froh ist, bei der GEMA zu sein, weil er sonst seinen Traum (Filmmusik komponieren) nicht leben könnte. Und jetzt bitte twittern, dass ich ein Troll bin oder von der GEMA bezahlt.
    Hier dieses Interview, der Interviewer ist übigens auch ziemlich Anti-GEMA, müsste also den meisten gefallen…

    medien.wdr.de/radio/redezeit/wdr5_redezeit_20120803.mp3

  3. So, alle LNP immer brav gehört, war immer alles super xD, deshalb war ich auch Feedbackfaul.
    Jetzt muss ich mal…

    Zum Thema Günther Jauch – „wie son Verkehrsunfall“ da stimm ich mal lachend (und weinend) zu…

    Manfred Spitzer … Ich begrüße dass ihr euch darin versucht differenziert auf das Thema einzugehen.
    Aufgrund eurer Ausführungen macht es aber Stark den Eindruck als hättet Ihr das Buch nicht gelesen, und euch nicht mit anderen Veröffentlichungen von Ihm beschäftigt.

    Ich denke dass man Herrn Spitzer durchaus vorwerfen kann, dass er händeringend mit dem ganzen Zaun winkt. Das Ergebnis dieser „missionarischen Holzhammerkommunikation“ (wie ich Sie gerade selbst auch betreibe xD) kann man leider in allen Medien sehen.
    Es gibt schön viele Aufreger und Wellen, auf denen die Quote schön surfen kann. Nur wird leider das Thema verfehlt.

    Herr Spitzer verteufelt die Medien nicht in derart wie es derzeit fast überall dargestellt wird.
    Er schreibt in seinem aktuellen Buch selbst, dass er viel mit Computern arbeitet und durchaus auch mehrere Stunden am Tag Medien nutzt.

    Er schreibt aber eben auch, dass es kritische Arten von Mediennutzung gibt, welche gerade im Alter bis 17 Jahre zu fatalen Folgen führen kann.

    Meine persönliche, vereinfachte Ultra-Kurzfassung zu diesem Thema die bestimmt hinten und vorne nicht stimmt:
    Es gibt einen Bereich des Hirns, welcher für die Vernetzung des Rest zuständig ist. Dort wachsen lebenslang Hirnzellen und sorgen dafür, dass der Rest des Hirns für die aktuellen Aufgaben bestmöglich genutzt werden.
    Der Rest des Hirns ist nach der Geburt gespickt mit Nervenzellen, welche wenn Sie nicht stimuliert werden absterben, und auch nicht neu gebildet werden.
    Diese Stimulation ist bei den derzeitigen Bildschirmmedien (Computer/Fernseher) sehr einseitig. (Es gibt halt keine Gerüche, keinen Geschmack, keine Motorischen Herausforderungen (mit seltenen Ausnahmen) keinen Wechsel zwischen warum und kalt, kein fühlen von Texturen, soziale Interaktion ist ebenfalls in vielen Ebenen beschnitten…
    Sprich bei exzessiver, falscher Mediennutzung im Alter bis 17 sterben viele Hirnzellen unwiederbringlich ab. Hier hinkt dann auch der Vergleich mit den „freiwerdenden Kapazitäten“…

    Ein ausgiebigeres auseinandersetzen mit dem Thema lohnt sich hier wirklich, gerade für alle die die Kinder haben :)
    Wer nicht lesen möchte kann sich auch die Vorträge von Manfred Spitzer und/oder Gerald Hüther anschauen.

    Besonders cool wäre es natürlich wenn Tim sich in den Zug setzt und eine CRE mit Manfred Spitzer und eine mit Gerald Hüther macht :D

    Ein dickes Lob noch am Ende, LNP ist seit ich drüber gestolpert bin mein wöchentliches Podcast-Highlight…
    Vielen Dank für diese und andere großartige Podcast-Reihen

    David

    • Ich würde dir an keiner Stelle widersprechen – und genau deshalb muss ich deiner Aussage

      Sprich bei exzessiver, falscher Mediennutzung im Alter bis 17 sterben viele Hirnzellen unwiederbringlich ab. Hier hinkt dann auch der Vergleich mit den „freiwerdenden Kapazitäten“…

      widersprechen ;-)
      Der Vergleich hinkt nicht, sofern das Gehirn gefordert wird und Fähigkeiten aufbaut. Die Kapazitäten des Hirns sind beschränkt und selbst die tollste Fähigkeit geht zu Lasten anderer, für dieses Individuum weniger wichtiger Fähigkeiten.
      Insofern würden viele Argumentieren: Wenn die Gesellschaft sich in diese Richtung wandelt, wofür brauche ich dann

      Wechsel zwischen warum und kalt, Fühlen von Texturen, soziale Interaktion, die nicht in vielen Ebenen beschnitten

      ist? Die Anforderungen meiner Umwelt sind eben andere.
      Jegliche Wertung halte ich in dem Zusammenhang für – aus wissenschaftlicher Perspektive – nicht angemessen, sondern für allenfalls ästhetischen Erwägungen geschuldet.

      All dies sei gesagt unter der Prämisse, dass das Hirn weiterhin ein ausreichendes Stimulationsniveau hat und kreativ arbeitet.

      • Und der Vergleich hinkt doch xD …
        Ich denke du begehst bei deinen zunächst schlüssig erscheinenden Argumenten einen Kategorienfehler. Dies werde ich nicht für dich und andere die sich mit dem Thema nicht auseinander gesetzt haben kurz und immer noch zutreffend wiederzugeben können.
        Deshalb rate ich jedem sich mal mit der Literatur und/oder den Vorträgen (Manfred Spitzer und eine mit Gerald Hüther) auseinanderzusetzen…

        Warum dass was du sagt Linus so nicht stimmt versuche ich dann nochmal aus meiner Erinnerung zu begründen… (leider habe ich nat. die Quellen nicht im Kopf, diese sind aber in besagter Literatur genannt …)

        *Wer viele Multitasking betreibt kann dies schlechter wie jemand der dies nicht häufig tut. Außerdem trainiert man sich dabei noch eine Aufmerksamkeitsstörung an.
        Die häufige Nutzung vieler Medien gleichzeitig ist also nicht gerade günstig… (und eben auch eine der von mir genannten falschen Nutzung)

        * Ich erinnere mich an eine Studie die einen Zusammenhang zwischen mathematischen Fähigkeiten und Fingerübungen im Kleinkindalter aufgezeigt hat. (Wenig mit den Fingern gemacht => Tendenziell weniger Mathematische Fähigkeiten)
        Es gibt also offensichtlich Denkfähigkeiten die das Gehirn nur dann bereit stellen kann, wenn andere Fähigkeiten trainiert wurden. (und diese könne auch anderer Natur sein wie z.B. Motorik)
        Hierbei spielt gerade in genannten Altersbereich das Zusammentreffen möglichst vieler sensorischer Inputs eine Rolle und derzeit ist halt außer hören und sehen nicht viel bei den derzeitigen Medien drin. (Deshalb hatte ich mich auf andere Sinne bezogen, und hier scheitert auch deine „Prämisse“ mit dem „ausreichenden Stimulationsnevau“)
        Kommen diese nicht, wird besagtes absterben von Hirnzellen eben nicht verhindert…
        Anderes Beispiel hierzu:
        Kinder die seit Geburt eine Krankheit am Auge hatten welche erst zu spät erkannt und behandelt wurde (im Alter von 4 Jahren oder so) können danach nie wieder richtig sehen lernen.

        * Das was du im Bezug auf beschränkte Kapazitäten des Gehirns schreibst ist so nach meinem Verständnis nicht richtig. Das kann man sich nicht wie bei einem Computer vorstellen Beschränkungen unterliegen hier ganz anderen Gesetzmäßigkeiten…
        Hier erinnere ich mich gerade schmunzelnd an CRE195 wo Tim fragt wie viele funktionelle Bereiche man unterscheiden kann und später wird klar, dass ein Bereich im Gehirn an vielen verschiedenen Funktionen teilnehmen kann und dass es nicht eine kleinste Einheit gibt, die für irgendwas zuständig ist…
        Hier merkt man beim zuhören wie „Tims vorgeprägter Verstand“ versucht ein (in meinen Augen technisches) Denkmodell auf das Gehirn zu übertragen und John-Dylan Haynes mehrfach verbal abwinkt und signalisiert, dass man das so wie gefragt gar nicht beantworten kann. (genau hier passiert zunächst eben auch ein Kategorienfehler)

        Kapazitäten für manche Aufgaben müssen im Gehirn also erst durch andere Aufgaben geschaffen worden sein, sonst wird man das nie gut erlernen können.

        Schlusswort :)
        Wir driften schon wieder ein bisschen weg vom Kernthema.
        In meinen Augen sieht Manfred Spitzer der sich seit vielen Jahren auch therapeutisch mit dem Thema beschäftigt eine große Gefahr bei falscher (und derzeit leider auch häufig schon so auftretender) Mediennutzung.
        Dies hat er vielleicht auch auf Grund des durchaus steigenden Gefahrenpotentials mit der „missionarischen Holzhammerkommunikation“ zu vermitteln versucht.
        Dies hat so viele Leute vor den Kopf gestoßen, dass in meinen Augen das wirkliche Thema verfehlt wird. Die benötigte Aufklärung wird deshalb möglicherweise nicht stattfinden.
        Ich glaube hätte ich mich nicht schon vorher mit Veröffentlichungen von Herrn Spitzer beschäftigt wäre auch Ich jetzt möglicherweise so verprellt, dass weder das Buch „Digitale Demenz“ oder andere Bücher/Vorträge von Ihm bei mir noch Gehör finden würden
        Moderne Medien werden von Ihm eben nicht verteufelt, sondern es gibt wie bei jeder Technik auch bei diesen Gefahren.
        Ich glaube das Potential für viel und bevölkerungsweit gestreutes Leid ist definitiv vorhanden.
        Aufklärung ist hier dringend nötig. Deshalb sollte sich jeder auch mal mit den aktuellen Erkenntnissen beschäftigen.

        Viele Grüsse,
        David

        • Hallo David,

          sorry, das wird mir jetzt ein bisschen zu müßig, da für mich nicht erkennbar ist, was du überhaupt von mir willst.

          Neuronale Plastizität ist ein notwendiger Anpassungsmechanismus an die Herausforderungen, die unsere Umgebung an uns stellt, bzw. die wir uns aussuchen.

          Folgende Aussage sind daher nicht haltbar:

          Die häufige Nutzung vieler Medien gleichzeitig ist also nicht gerade günstig… (und eben auch eine der von mir genannten falschen Nutzung)

          Dem Rest deiner Aussagen habe ich nie widersprochen.

          • Hallo Linus,
            ich kann verstehen, dass es dir wie du sagst „müßig“ wird. Es tut mir leid, dass die Kommentare so lang waren, aber ich hatte leider keine Zeit dies kurz zu fassen.

            Was ich von dir will… habe ich zuvor im Schlusswort zuvor zusammengefasst.

            Auch nach eurem Beitrag hätte ich wohl keine Lust gehabt das Buch zu lesen…
            Dabei lohnt es sich, darauf wollte ich dich und andere hinweisen.

            Ich freue mich schon auf die nächste Folge!
            Nochmals Vielen Dank für LNP, David

    • Es bieten sich mehre Möglichkeiten an, für am naheliegendsten halte ich, dass jene router, die für die einzelnen Nutzer ohnehin die Trafficnutzung überwachen, um sie nach Ablauf des Volumens zu drosseln, die Spotify-IPs bei bestimmten Verträgen nicht mit einfließen lassen.

      Also wenn du es schaffst, deinen Traffic durch die Spotify-Server zu tunneln, kannst du evtl. tatsächlich unlimited Internet haben.

      Den Fall, dass du immer über VPN surfst, wird Telekom vermutlich im kleingedruckten abhandeln.

      Das als Vermutung.

  4. Zum Thema GEMA vs Clubs:

    Auch wenn ich mich hier sicher nicht den Apologeten spielen will und Dir auch keine böse Absicht unterstellen (dass du auch kein Freund der GEMA bist war ja zu hören), finde ich Deine Warnung vor der Mobilisierungsmacht der Clubs und ihrer „auch kapitalistischen Interessen“ geht aus zweierlei Gründen ein wenig ins Leere, Linus:

    1. Wenn man sich die Teilnehmerzahl und vor allem -zusammensetzung bei den beiden Berliner Demos, an denen ich teilgenommen habe, so anschaut, dann scheint die „Mobilisierungsmacht“ der Clubs wohl doch eher bei den eigenen Mitarbeitern und unmittelbar (v.a. finanziell) Beteiligten, also hauptsächlich Promotern und zu einem geringeren Grad Künstlern und DJs zu ziehen. Dazu kommen die Parteien und einschlägigen Initiativen (die ja größtenteils an der Organisation beteiligt waren), sowie allgemeine Gentrifizierungsgegner, die ein im weitesten Sinne anderweitiges Interesse an der Sache haben. Teilnehmer, die in keine der genannten Gruppen fallen, die also im engeren Sinne mobilisiert wurden – ich schätze mal Du hattest dabei auch hauptsächlich die der Clubgänger im Kopf – hielten sich meiner Einschätzung nach sehr in Grenzen (wie die Teilnehmerzahl ohnehin gefühlt auch gemessen an der Zahl der Leute, die sich in den Berliner Clubs so rumtreiben).
    Kurz: ich weiß nicht vor welcher Mobilisierungsmacht Du hier eigentlich warnst, die die Massen scheinbar blind vereinnahmt.

    2. Die „auch kapitalistischen Interessen“ der Clubs (bzw. Clubbetreiber): Ich stütze mich hier zwar in erster Linie auf die Aussage von Beteiligten, aber der Großteil der (zumindest der Berliner) Clubs wird wohl nicht des Geldes wegen betrieben, sondern tatsächlich aus einem ernsthaften Interesse an der jeweiligen Subkultur um nicht zu sagen Leidenschaft; schon allein deswegen weil es sich aus „kapitalistischem Interesse“ schlicht nicht lohnt – wie das nunmal bei Kultur außerhalb des Mainstreams so ist. Ich würde mal unterstellen, dass die Überschüsse, sofern sie denn erwirtschaftet werden, eher in die Bookings und in den Club selbst als in das neue Auto vom Chef gesteckt werden.
    Case in point Berghain: Wohl einer der (vermutlich auch finanziell) erfolgreichsten (und am stärksten von der Reform betroffenen) Clubs in Berlin musste wegen der GEMA-Reform, wie Du sicherlich weißt, auf eine Erweiterung des Angebotes in vermutlich noch unprofitablere Bereiche der „ernsten“ Kultur verzichten. Das sieht nicht gerade nach cash out aus. (s. http://www.fr-online.de/kultur/berghain-dies-waere-ihr-klub-gewesen,1472786,16885032.html)
    Kurz: die kapitalistischen Interessen – die man nicht gut finden muss – sind bei den Clubs den kulturellen Interessen – die man vermutlich eher gut findet – relativ klar untergeordnet (und das quasi notwendigerweise). Und auch wenn die Schließung bei den meisten Clubs wohl nicht bevorsteht, wird sich die Tariferhöhung wohl nicht in erster Linie auf dem Konto der Inhaber, sondern eher in den Line-ups und der breiten Zugänglichkeit niederschlagen.

    Ach ja, ironischerweise gibt es die Bar25 nach allem was man weiß wegen Mediaspree nicht mehr.

    • Verzeih, dass ich da jetzt nicht in aller Breite drauf antworte, denn ich habe meine Position ja im Podcast und hier schon einmal erläutert.

      keine böse Absicht unterstellen (dass du auch kein Freund der GEMA bist war ja zu hören)

      Die Tarifreform haben wir hier bereits ausführlich besprochen.

      Kurz: ich weiß nicht vor welcher Mobilisierungsmacht Du hier eigentlich warnst, die die Massen scheinbar blind vereinnahmt.

      Ich warne vor überhaupt nichts. Ich weise kritisch darauf hin, dass es „den Clubs“ gelingt, Menschen in einer Angelegenheit auf die Straße zu bringen, die zunächst einmal allein das Geschäftsmodell der Clubs betrifft. Ich demonstriere grundsätzlich nicht für den Erhalt anderer Leute Geschäftsmodelle: Weder, wenn es um die GEMA geht, noch um die Clubs. Ich demonstriere aber mit Leidenschaft für den Erhalt der sog. Berliner „Subkultur“ (die inzwischen weit davon entfernt ist, so bezeichnet werden zu können).

      musste wegen der GEMA-Reform, wie Du sicherlich weißt, auf eine Erweiterung des Angebotes in vermutlich noch unprofitablere Bereiche der „ernsten“ Kultur verzichten. Das sieht nicht gerade nach cash out aus.

      Schon mal die Schauermärchen von Zahnärzten gehört, wenn bei Ihnen wieder irgendwas gestrichen werden soll?

      Die Klage ist das Lied des Kaufmanns.

      PS: Bitte LNP030 hören, falls du nun mein Gewissen in Frage stellst.

  5. Pingback: Links 9/02 | aehm

  6. Ich kann doch schon seit 2 oder 3 Jahren bei E-Plus und O2 (bei den anderen bin ich mir nicht sicher) kostenlos auf m.facebook.com surfen wenn ich eigentlich keinen Datentarif habe. Das wurde im Internet immer als Mehrwert für den Nutzer gesehen. Wie ist jetzt der Spotify-Tarif bei der Telekom anders?

    • Es ist in der Tat genau so übel, ich hatte es nur schon gar nicht mehr auf dem Schirm.

      Einziger Unterschied ist, dass

      1. Facebook keinen besonders nennenswerten Traffic erzeugt, und hier eher als Anfix-Angebot dient.

      2. Facebook dann, wenn man einen „richtigen“ Tarif hat, nicht mehr von der Berechnung ausgenommen wird.

      Vermutlich wird es aber auch kaum genutzt, weil doch alle auf die App setzen, oder?

  7. irgendwas ist kaputt. es kann aber sein das es ein problem meines computers ist. Das Problem ist, dass wenn ich pausiere und dann wieder auf play drücke spielt es nicht weiter sondern spielt eine gefühlte halbe sekunde als loop ungefähr so wie es früher bei schallplatten mit kratzer war.
    lg. niklas

  8. Pingback: LNP037 Rohrkrepierer des Jahres | Logbuch:Netzpolitik

  9. Pingback: MM001 – Oben ist die Bombe gefährlicher | Married Men Podcast

  10. Noch ein kleiner Nachtrag zu Telekom und Spotify:
    Im Spreeblick Podcast 328 ( http://www.spreeblick.com/2013/03/14/podcast-328-interview-mit-stefan-zilch-von-spotify/ ) vom 14.03.2013 spricht Johnny Haeusler mit Stefan Zilch von Spotify Deutschland. Kurz geht es auch um den Pakt mit der Telekom, ab Minute 36:00.
    Die Position von Spotify ist, dass das Sache der Telekom sei, außerdem würden ja auch andere Streamingdienstleister bereits mit anderen Telcos reden.
    mp3 unter http://spreeblick.com/podcast/spreeblick328.mp3

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