LNP036 Unbegrenzt [1]

Netzneutralität — Digitale Demenz — Anonymous — GEMA PR-Offensive

Diese Ausgabe wurde nicht im Studio aufgenommen und kämpfte mit ein paar technischen Schwierigkeiten, die ggf. ein wenig den gewohnten Schwung vermissen lassen. Dafür gab es genug Aufreger in dieser Woche, denen wir uns ausführlich widmen konnten.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen. Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen, guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Ist ja gar nicht morgen.
Linus Neumann
Du verrätst das immer, ne? Ich hätte das ja jetzt eiskalt durchgehalten, einfach so zu tun, als hätten wir das morgens.
Tim Pritlove
Ah das nehmen die heute uns doch nicht ab. Wir klingen nicht so, als wäre es morgen.
Linus Neumann
Äh echter äh klingt man anders, also äh weiß ich nicht.
Tim Pritlove
Klar, also deine Stimme, die sonst immer so diesen äh äh schönen Schlafzimmerton hat, so, ja, die ist jetzt schon viel äh so Quirki, ne? Jetzt kommst du schon so ein bisschen mehr wie so ein Clown rüber, finde ich.
Linus Neumann
Boah also Thema eins so so machen wir das. Clown.
Tim Pritlove
Netz klauen, du. Jetzt jetzt Podcast, dass du nicht mehr mit mir, was?
Linus Neumann
Hier geht's um ernste Sachen. Das alles Internet.
Tim Pritlove
Weiß. Deswegen muss man ja auch mit Humor einsteigen, damit man danach nicht weint.
Linus Neumann
Mit dem Clown, mit Linus, dem Clown.
Tim Pritlove
Genau, So, jetzt haben wir äh ein bisschen unsere äh Sendung verschieben müssen, denn äh ich bin ein wenig auf Reisen diese Woche und jetzt passt's gerade mal. Aber wir sitzen halt heute mal nicht im Studio zusammen, sondern, machen das über das, dieses Internet, von dem man ja immer mehr hört.
Linus Neumann
Kein guter Einstieg für das nächste Thema. Das nächste Thema, nee, das nächste Thema ist ein Werbeblog, Wir möchten die Nutzer darauf hinweisen, dass äh es sich jetzt lohnen wird, bei äh Telekom einen besonderen Tarif zu wählen, nämlich Spotify mit mit eingebaut hat. Und das ist ja ganz toll, weil ähm Millionen Musikfans aus aller Welt haben sich ja bereits davon überzeugt, dass Spotify ein neuer, aufregender Weg ist, Musik zu genießen, zu entdecken und zu teilen, Sie erkunden dabei eine der größten Musiksammlungen überhaupt. Mit der deutschen Telekom als Partner hat Spotify jetzt die Möglichkeit, einen noch größeren Kundenstamm in Deutschland zu erreichen.
Tim Pritlove
Durch den Arzt rufen.
Linus Neumann
Die exklusive Kooperation mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr stellt für die Telekom einen weiteren Schritt. Im Zuge ihrer innovativen Partnerinnenstrategie da. Das erste war ein Zitat des äh Spotify äh Sprechers, Managers, Global General Manager Distribution in Partnership, Gerrit Meier, und der letzte Spruch war irgendwie von einem äh Telekom äh Spezialisten, wobei Spezialist und Telekom. Also einer von der Telekom. Was haben sie gemacht? Sie haben bei der bei der IFA bekannt gegeben, dass sie eine Art Mobilfunktarif mit integriertem Spotify-Premium Account anbieten wollen. Für dreißig Euro ab Oktober zwanzig zwölf. Und ähm Spotify kennen wir ja, ist dieser dieser Musikstreaming Dienst, der äh wenn man also kostenlos ist momentan einem ermöglicht, äh Musik zu hören und wenn man einen Premium-Account hat, kann man das auch auf seinem Mobiltelefon tun. Und ich glaube heute diesen Premium-Account ist, außerdem inbegriffen, dass man irgendwie, glaube ich, sogar mehrere tausend Lieder zu temporären offline Nutzung auf sein Mobiltelefon knallen kann. Und, in dieser Partnerschaft mit der Telekom ist es dann jetzt möglich, Musik zu streamen über das Telekom äh drei G-Netz. Ohne äh das wohl, ohne dass das dabei anfallende Datenvolumen von dem Datenvolumen, dass man beim Tarif inklusive hat, abgezogen.
Tim Pritlove
Ah, verstehe.
Linus Neumann
Das heißt, man hat quasi sein Datenvolumen von, was ist das? Vielleicht irgendwie fünfhundert MB bei so einem dreißig Euro Vertrag, viel mehr wird das nicht sein. Äh vielleicht auch nur zweihundert, aber äh wenn man sich mit Spotify verbindet, dann wird das abgezogen von diesem Tarif, von diesem Volumen. Das heißt, ich kann so viel Spotify hören, über mein äh Telekom3-G-Netz, wie ich möchte.
Tim Pritlove
Toll. Man kriegt sozusagen was geschenkt.
Linus Neumann
Ja, kostet, glaube ich, äh wird dann als auch eingeführt werden für weitere äh Online-Tarife bei der also für andere Telekom-Tarife als so eine Option von zehn Euro, aber das kostet der Spotify-Premium-Account glaube ich ohnehin. Also Spotify jetzt bei der Telekom wunderbar toll, geht nicht vom Datenvolumen ab. Schöne Sache. Das ist genau das, wovor wir immer gewarnt haben.
Tim Pritlove
In puncto Netzneutralität.
Linus Neumann
In Punkto Netzneutralität, denn was wir da jetzt sehen, ist also, dass äh äh der Traff, also wir haben ja. Es wird ja jetzt noch nicht von einer Bevorzugung von Traffic gesprochen, aber ähm die, dass diese damit einhergehen wird, ist ist ja relativ wahrscheinlich, äh wenn Telekom diesen Service vernünftig äh anbieten möchte. Aber es heißt eben auch, dass ein, Datenpaket, was von Spotify kommt, für meine Abrechnung, eine andere Bedeutung hat als ein Datenpaket, was von einem anderen Server kommt oder von einem anderen Anbieter und im spannendsten Fall sogar von einem anderen Anbieter, der den gleichen Dienst anbietet, Nämlich zum Beispiel die Metaebene über Instacast. Da könnt ihr ja auch per Livestreaming die Podcasts hören. Und in dem Fall wird das dann von eurem, geht das von eurem Volumen ab. Und die Meterebene ist gegenüber Spotify, in diesem Fall jetzt so als einfaches Beispiel benachteiligt. Das heißt, wir haben eine total, also eine, wunderbare Ausgangssituation zur Bildung von äh Monopolen und Kartellen, wenn sobald wir so etwas als Nutzer dulden, weil natürlich die, Ich weiß jetzt nicht genau, wie's bei Telekom und Spotify ist, wer sich da ähm, wie viel für diese Dienstleistung bezahlen lässt oder wie die meinen, sich die das Geld teilen zu können, was dabei rumkommt. Ähm also ich, muss jetzt gerade überlegen, hat jetzt die Spotify, hat jetzt die Telekom, Spotify gekauft oder Spotify, die Telekom.
Tim Pritlove
Tja, man nennt das eine Partnerschaft.
Linus Neumann
Genau, es ist also Partnerin. Wahrscheinlich machen die einfach äh Hälfte, Hälfte.
Tim Pritlove
So irgendeine Beteiligungsmodell wird's da sicherlich geben so, ne? Das ist äh nicht unerheblich, keine Ahnung, wer da die größeren Konzessionen machen muss, aber in gewisser Hinsicht zahlt ja die Telekom den Traffic, bisschen runterbricht auf auf die tatsächliche das tatsächliche Versprechen und du kaufst quasi also ich kann ja mal hier, ich weiß nicht, ich will jetzt hier nicht unbedingt den äh, Teufelsanwalt spielen, aber nur um mal so ein bisschen zu äh rumzustochern, wie man das noch so sehen könnte. Also zunächst einmal handelt es sich aus meiner, um so eine Art zusätzliche Benutzer äh Entschuldigung Dienst beschränkte Flatrate. Also ich kaufe quasi nochmal zu meiner sogenannten Flatrate eine richtige Flatrate, darf die aber eben nur mit einem Anbieter nutzen.
Linus Neumann
So kannst du es aussehen, ja. Also es ist sogar noch viel besser, so wie du es jetzt sagst, ist nämlich heiß, also klingt's eigentlich noch asozialer, weil du hast eine Flatrate nur für einen Anbieter und das rechtliche Internet ist abgeschnitten.
Tim Pritlove
Ja, na gut, das ist nicht abgeschnitten.
Linus Neumann
Du hast, du hast, du hast Spotify und, und, und ein bisschen Restinternet. Ja, genau, du hast ein bisschen Restinternet.
Tim Pritlove
Bist du sicher, dass da keine zusätzliche Limitierung drin ist und bei Spotify? Also ich meine, was ist jetzt, wenn ich wirklich äh vierundzwanzig sieben Spotify empfange.
Linus Neumann
Da gibt's sicherlich nochmal irgendeine Einschränkung, aber in dieser Pressemitteilung auf der Telekom Homepage steht äh ganz klar so viel, wie sie wollen oder äh keine weitere Begrenzung äh äh inklusive und so weiter. Ähm. Ich ich schaue gerade mal ganz kurz. Zwar ohne dass die Online-Nutzung äh des Spotify-Streamingdienstes gegen das im Tarif enthalte, eine Datenvolumen gerechnet wird. Sicherlich haben die irgendwo eine kleine Begrenzung auf äh so und so viel Stunden oder so.
Tim Pritlove
Ja, ist halt immer die Frage, ob's unbegrenzt ist oder unbegrenzt eins mit so einer kleinen Eins, unten als Fußnote, wo drauf steht, na ja, also ihr wisst schon, wie wir das meinen.
Linus Neumann
Aber ich will, ich will jetzt nicht, das wird schon so, na ja, sie wissen, sie wissen schon, äh äh Einschränkungen geben. Aber ähm, Also ich möchte, wie gesagt, nochmal betonen, das ist wirklich, also das ist das Ende dessen, was eben Internet ausmacht, ne. Die Idee, Internet war, dass das alle da irgendwie ihren Kram hin und her schicken können, dass es unabhängig davon ist, äh wo ich das hinschicke, oder nicht, es gab noch nie so einen Tarif, mit Akustikkopplern eingewählt, da war es egal wo wir damit hinge äh geballert haben mit Modems war es egal, da haben wir wir haben Minutentarife gehabt, und ähm wir haben Flatrates gehabt und wir haben Volumentarife gehabt. Das waren immer die Sachen und es war immer Internet, was da am anderen Ende rauskam. Und es gab jetzt erst, gibt jetzt seit Kurzem, diese Ideen, dass man sagt, ja, du hast hier äh Volumentarif, aber das und das und das darfst du selber machen, Und da, wie gesagt, was also passieren wird, ist natürlich, dass jetzt weitere Anbieter, die solche Musikstreaming-Dienste machen und es gab ja welche vor Spotify und es wird auch welche nach Spotify geben. Ähm dass ich sie jetzt namentlich äh gar nicht korrekt benennen kann, zeigt schon, äh welche äh Kraft dieser auf dem Markt entwickeln konnten. Ähm, Aber es an mit Spotify, wenn sich das durchsetzt, die an denen wird eben keiner mehr vorbeikommen. Und was wir in Zukunft wahrscheinlich sehen werden, also ich denke, was so die die äh die End, Vision ist, die natürlich Firmen äh im Moment haben. Ist sowas wie, dass du ein ähm. Eine diese Basisinternetversorgung an, von mir aus, Facebook, Spotify, äh Gmail und solchen Scherzen bekommst. Und für alles.
Tim Pritlove
Hier Internet, inklusive Flatrate für Twitter und Facebook.
Linus Neumann
Genau, Twitter, Facebook so die so die Dienste die du so die großen Dienste die sind da schon drin und dann wird dir gesagt da pass mal auf das hast du hier das ist schon mit drin in deinem Tarif da musst du gar nicht mehr für extra bezahlen. Wenn du jetzt auch noch richtiges also den Rest des Internets haben möchtest, dann müssten wir jetzt natürlich nochmal hier äh nochmal einen Zehner äh monatlich, die Folge dessen wird natürlich sein, dass äh Nutzer sagen, naja okay, dann verzichte ich halt dadrauf, ja. Und dann äh habe ich habe, solange ich meinen.
Tim Pritlove
Dem Motto, ich brauche ja nur Facebook.
Linus Neumann
Solange ich mein Facebook habe, ist alles gut und ähm das ist natürlich eine relativ düstere Prognose für die Freiheit des Internets, wenn man sich da mal so anschaut, dass sich ohnehin gerade alles in Richtung dieser ähm beschnittenen Mobilgeräte, iPhone, iPad, ähm. Wie heißen die anderen Android und so bewegt, dann haben wir da irgendwie von diesem, von diesem spannenden, freien Durcheinander äh innovativen Meinungsfreiheit äh dezentral, Internet irgendwann, nur noch relativ wenig über, nämlich etwas, was äh an Fernsehen erinnert, ja. Und wo es wo es man sich dann irgendwann auch einkaufen muss. Ja ähnlich wie bei den Fernsehkanälen, wenn ich sage, ich möchte aber jetzt hier einen Fernsehkanal haben, da muss ich mir erstmal irgendwie da 'ne Frequenz auf so 'n Satelliten kaufen oder so, ne? Um um irgendwie die Fernseh senden zu können. In dem Fall macht das ja sogar noch Sinn, weil es irgendwie 'ne begrenzte. Begrenzte Ressorts äh begrenzte Anzahl an an Frequenzen auf diesem Satelliten gibt, auf denen ich senden kann. Aber im Internet, das war ja das mal das Revolutionäre am Internet, dass genau das eben nicht der Fall ist. Man sollte also solche Sachen keinesfalls äh keinesfalls äh solchen Geschäftsmodellen auch noch recht geben. Weil das äh für uns alle von Nachteil sein wird, ganz offensichtlich.
Tim Pritlove
Gut, wir wir prangern das an und äh finde es nicht gut.
Linus Neumann
Ich warne da entschieden vor ich sehe ich prangere das nicht nur an, ich ich glaube, das ist der Dammbruch, das ist äh das ist unser das ist der ist das Ende vom Internet, das Ende des Internets.
Tim Pritlove
Gott, das hat jetzt schon angefangen. Hm.
Linus Neumann
Ja, so schnell geht das. So, jetzt, jetzt.
Tim Pritlove
Jetzt. Ja, okay, ich will's gar nicht lächerliche treiben. Ähm die Frage ist, wie man dem. Wie man dem jetzt begegnet. Begegnet dem denn schon irgendjemand? Hast du schon von irgendeinem, gibt's schon die erste schon die ersten Buttons und Demo-Aufrufe?
Linus Neumann
Na ja, es gibt äh glaube ich ein paar äh Zeitungsartikel und eine äh Pressemitteilung von äh digitale Gesellschaft, ja. Ähm. Das Problem, was wir hier sehen, ist eben auch, dass also es es war ja eigentlich. Ich schaue gerade, ob ich den finde. Ne, mal gucken. Also das das das Problem äh bei diesen Sachen ist ja, dass. Oder es war klar, dass Netzneutralität uns als Service ähm vorgestellt werden würde. Äh also die die Netzneutralitätsdebatte wird ja schon seit längerem geführt und es war irgendwie ganz klar, dass man uns das am Ende, dass man uns kommen würde mit den der Netznetralitätsverletzung als Dienst. Also im Vergleich zu, wir sperren Skype, wir sperren wir drosseln, betreuen so viel Gig, wir machen, wir verbieten dieses, wir verbieten dieses. War klar, dass man über die Zusatzdienste kommen würde. Da habe ich schon vor zwei Jahren mit Leuten von verschiedenen Organisationen in der in der US-Botschaft drüber diskutiert, dass sie meinten, ja, aber die Zusatzdienste und das ist doch alles ganz toll und da wäre man doch beknackt, wenn man da nicht, also die haben auch relativ offen geredet, deswegen sage ich jetzt nicht, wer das war. Dann sagte, da wäre ich doch bescheuert, wenn ähm wenn ich das Geld, was ich dafür nehmen kann, nicht abschöpfen würde, ja? Und es war relativ klar so diese diese Zusatzdienste, dass das jetzt das Spannende ist, ja und man irgendwie mal, dass man darüber nachdenkt, ob man nicht vielleicht ähm den Internetzugang insofern beschränkt, dass eben dass man YouTube HD Videos oder so, dass man die einfach mal selektiv drosselt und sagt, dafür muss aber extra bezahlen. Und da hast du eben, dann kannst du die Hände aufhalten gegenüber YouTube und gegenüber den Nutzern. Und während die Nutzer sturmlaufen, ist natürlich diese diese Idee. Ähm dann die, die Inhalte, Anbieter, äh mit denen sich irgendwie zu einigen, und dann eben, ja, irgendwie so eine Art mächtiges, mächtige Clique zu bilden, die irgendwie dafür sorgt, dass dieses Internet jetzt erstmal, ne, alles, was die Leute da haben wollen, das ist erstmal in unserer Hand. Und da kommt uns auch so schnell kein Nächster hinterher und konkuriert und das war die große Sorge und das ist jetzt äh sehen wir jetzt im Moment an allen Ecken und Enden unter anderem auch bei der Telekom und Spotify und deswegen ist das. Es ist eine gefährliche Entwicklung, der mir im Moment wenig einfällt, als ähm so etwas zu verbieten, wie es auch in äh den Niederlanden ähm vor einiger Zeit geschehen ist.
Tim Pritlove
Ja, eine gefährliche Entwicklung scheint ja auch das äh Internet als solches äh äh zu sein. Äh da äh entstehen diverse Bedrohungsszenarien und das hört sich dann in etwa so an.
Linus Neumann
Ja und insofern, wie gesagt, vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht, wenn das äh Internet dann bald weg ist. Äh wenn man sich das so anhört, ja, also vielleicht, vielleicht ist da alles gar nicht so alles richtig, was die.
Tim Pritlove
Ja, wir sollten's kurz äh aufklären, äh worum es sich hierbei gehandelt hat.
Linus Neumann
Das war Günther Jauch. Am vergangenen Sonntag in seiner Sendung mit dem Titel Hilfe macht das Internet uns dumm oder so.
Tim Pritlove
Ja im Rahmen dieser äh wöchentlichen SadoMaso Sendung, mit dem sich die Deutsche Gesellschaft äh immer wieder hingibt.
Linus Neumann
Ja, diese Falle nach dem Tatort, ja, das.
Tim Pritlove
Dieser Sonntagabendslot äh scheint ja eher so eine Art Selbstsüchtigungsprogramm zu sein.
Linus Neumann
Ich finde das also, es ist irgendwie so wie so ein man hat den Tatort gesehen und danach kommt halt dieses äh komplett dieses Ding wie so ein wie so ein Verkehrsunfall. Und du kannst du kannst sie den Blick nicht abwenden, ja? Und dann fängst du an, irgendwann so nach paar Minuten fang dann fängt an der, der, der, äh, die Kommentiererei bei Twitter an. Und dass er auch, äh, diesen Sonntag eben der Fall gewesen, Da war zu Gast, der der Hirnforscher Manfred Spitzer, der ein äh Buch geschrieben hat mit dem äh digitale Demenz und das ist wohl auch äh seit einiger Zeit ähm ganz gut ähm in den in den ähm in den Medien und er schreibt da drin äh also ich habe das jetzt, glaube ich, das da mal so einen Klappentext oder so beschreibt die digitale Demenz aus allen Teufelskreis aus Kontrollverlust fortschreitenden geistigen und körperlichen Verfall, sozialem Abstieg, vereinsamung, Stress und Depression, Und das schränkt die Lebensqualität ein und führt zu einem um einige Jahre früheren Tod.
Tim Pritlove
Ja, jetzt müsste man eigentlich Katrin passig anrufen und äh sie nochmal zur Rezitation ihres Vortrags über Technikfolgenabschätzungs äh Kritik ermuntern, Ja, das ist halt so der Beitrag. Ich meine, ich wundere mich, dass der jetzt erst kommt. Es ist klingt so ein bisschen nach neunzehnhundertsiebenundneunzig, äh wenn du mich fragst, ne.
Linus Neumann
Ich also versuchen wir das mal. Ähm ich bin ja vom Fach, Also versuchen wir uns mal kurz da so ein bisschen Gedanken zuzumachen. Was äh was ist.
Tim Pritlove
Bist du denn?
Linus Neumann
Ich bin Psychologe.
Tim Pritlove
So so.
Linus Neumann
Und habe äh mich auch mit äh mit bildgebenden Verfahren und solchen Scherzen äh auseinandergesetzt und Intelligenzforschung und solchen Dingen. Also was was er sagt, ist äh, was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, macht jetzt eine Maschine und deswegen wird wird unser ähm Gehirndumm, ja? Und äh verändert sich auch. Also er ist er ist immer derjenige, der sagt, wir können die Veränderung am Gehirn messen. Das ist so Manfred Spitzer. Und was da immer so und das stimmt auch. Also was so Beispiele, klassische Beispiele, die dann alle immer zitieren, ist so, Taxifahrer äh erfolgreiche Taxifahrer in New York, eine der eine der ersten ähm Studien uralt, die haben einen größeren Hippo-Campus. Nepocampus ist eine Hirnstruktur, die dabei gefordert wird, wenn man ähm sage ich mal im Hirn eine eine Repräsentation von einer Landkarte macht. Kannst du auch bei Ratten, Ratten trainierst du irgendwie stundenlang im äh äh oder wochenlang in in so ähm in äh in Labyrinthen, dann wachsen deren Hippokampi. Weil diese Hirnstruktur ähm notwendigerweise, da sehr gefordert wird und deswegen wächst, anderes klassisches Beispiel sind zum Beispiel äh Geiger. Ja, Geiger haben größere Cortex-Regionen, die ihre Hände abbilden, äh weil sie irgendwie mit den Händen da äh an dem Instrument rumfucht, und ähm oder Gitarristen Pianisten, ja. Ähm Leute, die sehr viele Genauigkeit in den Händen brauchen, haben entsprechend da größere äh ähm Stärker repräsentierte ähm Regionen auf dem Coortex. Oder jemand, der äh zum Beispiel einen Finger verliert. Du hast dann auf dem Cortex die Repräsentation der der fünf äh Finger der der rechten Hand. Und wenn dann einer fehlt. Dann eignen sich die benachbarten hier in der Region diese nicht mehr benötigten oder nicht mehr aktiven Teile des Hirnes an. Ist übrigens eine Hypothese, woher der Phantomschmerz kommt, den äh Menschen, erfahren, wenn ähm nach Amputationen, ja, dass das eine Fehl äh Interpretation der äh, ist die, die stattfindet, wenn der Rest des Hirnes anfängt, sich die nicht, genutzten Regionen anzueignen. Und das ist äh genau das, was ich entgegensetzen würde. Also natürlich werden wir für bestimmte äh Aufgaben, bestimmte immer mehr Aufgaben werden einfach mit dem Computer gelöst, ja? Und ähm das ist ja auch schon das das Argument irgendwie, warum man Kindern in der Schule keine Taschenrechner äh geben will, weil dann verlernen die das Kopfrechnen, ja. Ist natürlich ein relativ ähm. Also man sollte Kindern in der ersten Klasse natürlich keinen Taschenrechner geben. Aber ähm sage ich mal, wenn sie dann, wenn man möchte, dass sie Integralrechnungen äh machen oder dass sie, sich mit Fragestellungen der Relativitätstheorie und Quantenphysik auseinandersetzen. Da war ich dann in den, in der Schule schon ganz froh, dass ich einen Taschenrechner hatte, damit ich mich auf das Wesentliche konzentrieren könnte. Also mein Gegenargument an der Stelle wäre, ja, die Ressourcen für ähm höhere Abstraktionsfordernde Aufgaben werden frei. Und wenn sie nicht genutzt werden, und das Gehirn gar nicht mehr genutzt wird, dann verblöden wir, ja? Ist also auch, wenn wir uns die ganze Zeit vor Fernseher setzen oder so. Da würden theoretisch auch Ressourcen frei werden. Nee, da werden echt keine Ressourcen frei. Das ist umgekehrt. Also äh bleiben wir bei dem Beispiel mit dem bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Taschenrechner. Wenn wir Kindern ab der ersten Klasse in Taschenrechner geben würden würde ihnen das mathematische Verständnis mangeln. Also was sagt jetzt ein nach vorne blickender hier? Forscher in Anbetracht dieser Befundlage. Wir müssen eigentlich anfangen den Also mehr, mehr in Bildung äh äh investieren, aber das sagt sowieso jeder. Ähm, und dafür sorgen, dass die, dass die Menschen es schaffen mit diesen Geräten, die in so viel abnehmen können, sich nicht darauf auszuruhen, sondern sie zu programmieren, kreativ zu nutzen und ähm quasi dann äh sich dadurch ähm ermächtigen lassen durch durch diese durch diese Geräte. Ja, also, programmieren, lernt äh die Nutzung von Programmen und äh schafft mit diesen Geräten etwas, ja? Und dann äh denke ich, dass das Gegenteil der Fall ist, als dass da Menschen mit Hilfe des Computers verdummen. Er außerdem sagt ist, dass digitale Medien süchtig machen, also sie werden äh seelisch abhängig von von Facebook und Twitter, Das würde ich auch sagen, das ist auch nicht wirklich überraschend, wenn die Personen irgendwie sich, ihre sozialen Kontakte in in diese sozialen Netzwerke bewegen, ja? Man ist halt auch süchtig nach äh sozialem Kontakt Und wenn wir unsere Welt dahin verlagern, dass wir irgendwie mehr zu Hause rumsitzen vor Rechnern oder mehr mit irgendwelchen Smartphones arbeiten ähm und darüber auch unsere sozialen Beziehungen stattfinden, dann ist das nur normal, dass die, dass man davon, dass man da eine, dass es einen dort hinzieht. Zum Beispiel, ich kenne das in Rechner ohne Internet. Also, vor zehn Jahren, als oder vor, ja, vor zwölf Jahren oder so als ich noch keine Flatrate hatte, konnte ich mit dem Rechner ohne Internet etwas anfangen. Und dann habe ich den irgendwann habe ich den dann eingewählt und dann wurde der verbunden mit dem Internet. Heutzutage geht das nicht mehr, weiß ich überhaupt nicht, was ich mit dem Rechner soll. Ähm also das ist klar, das sind Bezugsgruppen, das sind soziale Beziehungen, die da stattfinden, ist relativ normal, dass man da eine seelische Abhängigkeit in Anführungszeichen, entwickelt, dem Körper schaden, weil ja klar, wir sitzen, in schlechten Positionen vor irgendwelchen Geräten. Aber die Entwicklung ist ja gerade dahin, dass wir irgendwie unsere Smartphones haben. Ich glaube, die äh schaden eher weniger dem Körper. Dann sagt er noch irgendwas mit Nervenzellen sterben ab und nachwachsende Zellen überleben nicht. Das wäre also genau dieser Fall, was ich gerade angesprochen hatte, neuronale Plastizität. Ähm, wenn wir unser Hirn nicht fordern, dann ist das tatsächlich der Fall, ja? Also der die entscheidende Gegenmaßnahme hier ist, dass man eben sein Hirn fordert und äh spannende Dinge macht. Und was ansonsten noch erwähnt ist und da bin ich, muss ich leider sagen, da gebe ich wahrscheinlich so größtenteils recht, dass die Lernfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit so bei Kindern und Jugendlichen irgendwie ähm im Moment ähm Auffälligkeiten zeigt. Und ähm das ist, glaube ich, echt ein Befund, den man ähm erstmal so, also die ganzen Befunde oder dieser Befund ist auf jeden Fall valide. Und äh dass man so merkt, dass die Leute, dass wir mehr Lese-, Aufmerksamkeitsstörungen äh feststellen, ähm, Schlafstörungen, Depressionen, okay, würde ich jetzt soweit nicht gehen, aber so, dass die Aufmerksamkeit sich verändert, ähm ist auf jeden Fall eine Tatsache. Und ist auch scheint immer schwieriger zu sein äh für. Für Kinder irgendwie oder für für Jugendliche so sich längere Zeit mit mit einer Sache zu beschäftigen. Das da würde ich ihm erstmal so Recht geben, dass das so ist. Die Frage ist.
Tim Pritlove
Liegt das im Internet.
Linus Neumann
Ob das unbedingt am Internet liegt oder nicht an der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung und ähm wenn es an der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung liegt, ob das nicht eventuell wir einfach in einer Welt leben, in der man, mit kürzeren Konzentrationsspannen in der kürzere Konzentration spannen eben den den evolutionären Vorteil bieten.
Tim Pritlove
Also ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, dass diese hektischen Schrei äh äh Talkshows am Sonntagabend auch nicht ganz unerheblich dazu beitragen können. Auch wenn es vielleicht jetzt nicht unbedingt das ist, was die kleinen äh konsumieren, aber was der Geier.
Linus Neumann
Und ähm also bei diesem.
Tim Pritlove
Meine Aufmerksamkeitsspanne ist auf jeden Fall wird dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen.
Linus Neumann
Solchen Sendungen. Ja, ja, meine auch, also wie gesagt, diese dieser Befund, der ist so da, wir wir haben eine Zunahme an solchen äh Problemen, Aber das kann natürlich auch daran liegen, dass äh man äh die einfach grade im Moment äh den Trend hat, die die die niedriger niedrigerschwellig zu diagnostizieren. Ähm das heißt, hier ist keine, hier ist die, keinerlei Kausalität nachgewiesen. Ja, das kann ich also auch mitm das kann das korreliert auch mit dem Klimawandel, ja? Der Klimawandel ist auch in den letzten zwanzig Jahren irgendwie in die Gänge gekommen und das kann ich also auch kann ich also auch damit korrelieren, ja. Da ist also haben wir, und wir haben keinerlei Ahnung woran das liegt. Wie gesagt, kann einfach daran liegen, dass es gerade modern ist, äh solche Sachen zu diagnostizieren, ja? Also da ist keinerlei keinerlei Kausalität. Nachgewiesen. So viel, so viel dazu. Und ansonsten ähm ja, glaube ich, dass äh dass es, ich weiß nicht mehr, wer den Tweet gesetzt hat, aber irgendjemand twitterte ähm Internetmachdom. Sagen sie im Fernsehen, ähm ich glaube, viel mehr reden wir eigentlich zu dem Thema, auch nicht sagen, es.
Tim Pritlove
Nee. Ja, es sei denn, man hört Podcasts, dann äh kann man das auch gleich wieder etwas kompensieren.
Linus Neumann
Da gehe ich mal von aus.
Tim Pritlove
Ja, was ist denn sonst noch passiert? Äh das böse Internet hat wieder zugeschlagen und seine hässliche Fratze äh äh gezeigt.
Linus Neumann
Ja, das war irgendwie so ein, also ich muss sagen, diese Meldung habe ich so gar nicht so bis heute nicht so ganz verstanden, was das sollte. Also in Nonne ist hat eine. Liste veröffentlicht.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Der ist der seine Buchstaben Zahlenkombination, die jedes iOS-Device äh eindeutig, kennzeichnet. Davon hat das Gerät sicherlich mehrere, nämlich auch noch eine MAC-Adresse und eine E-Mail. Die sollten auch ähm, einzigartig sein und wahrscheinlich wird's aus einem von den beiden oder aus beiden zusammen wird wahrscheinlich irgendwie dieser generiert und. Den kann man sich auch anzeigen lassen, steht dann in iTunes und das der definiert der der identifiziert quasi dieses iPhone als dieses iPhone. Und das wurde in alten iOS-Versionen zur Identifikation des Gerätes genutzt. Also.
Tim Pritlove
Auch noch in der aktuellen, also ist ja iOS fünf äh aktuell und dort äh gibt es nach wie vor die Möglichkeit für Applikationen das zu erfragen. Es ist allerdings seit einiger Zeit deprecated, das heißt Apple hat kündigt, dass sie diese Funktionalität zurückziehen werden. Und es werden auch mittlerweile keine Applikationen mehr neu äh durch den Upstore gelassen, auch keine Updates, denen halt nachgewiesen werden kann und Apple kann das ja feststellen, dass sie diese Funktion benutzen und sie wird höchstwahrscheinlich im nächsten Release auch schon wieder rausfliegen.
Linus Neumann
Ich dachte, es wäre schon äh wäre schon rausgeflogen. Also es gab damals den, das war so im Rahmen dieses ähm Skandal ist, ne, wo es irgendwie diese soziale Netzwerk gab, äh was die Adressdaten abgeschnorchelt hat und dann waren auf war auf einmal das Thema User Privacy ganz groß und kurz darauf äh kündigte Apple dann an, so genau das ist der Prekaded und wir wollen nicht mehr, dass ihr das macht und äh, ultimativ werden wir solche Apps dann irgendwann mal rausschmeißen.
Tim Pritlove
Das äh ist auch einfach äh ist auch sinnvoll. Also.
Linus Neumann
Ja, ich glaube, für die Developarty das.
Tim Pritlove
Temporären Identitäten äh äh gearbeitet werden, so für Sachen wie Push Motivations, also wenn ein Programm quasi einem äh einem iPhone, dessen Benutzer äh, dass das mal wollte und erlaubt hat, äh eine Nachricht zuschicken müssen, so nach dem Motto hier äh ein Ereignis für dich liegt vor, ja, was weiß ich Bundesliga, ein Tor ist gefallen, dann muss ja dieses Backend in der Lage sein, dein Telefon zu adressieren, eindeutig genau dieses eine. Und äh Dafür gibt es dann aber eben also auch natürlich eine ID, die aber nicht identisch ist mit dieser ähm.
Linus Neumann
CF
Tim Pritlove
Sondern die sozusagen nochmal eine andere ID ist, die eben für einen bestimmten Gültigkeitszeitraum auf dieses Telefon zeigt und die, Backend sicherstellen muss, dass es sich auch immer wieder die aktuelle neue Version davon holt, äh die dann eben äh äh gilt, um auch weiterhin was dahin schicken zu können.
Linus Neumann
Genau. So, jetzt, jetzt hatten wir den.
Tim Pritlove
Damit ist dann sozusagen kein Trekking möglich. Also das ist so eine Designentscheidung, äh die wurde halt da mal am Anfang äh äh getroffen. Jetzt sind halt diese Listen da aufgekommen. Es ist nichts, also ich habe zumindest bisher noch nichts schlüssiges gehört, woher die wirklich gekommen sind.
Linus Neumann
Das Spannende, also diese Listen, so eine Liste konnte sich eben jeder kann sich theoretisch jeder erstellen, der so eine ähm iOS App hat.
Tim Pritlove
Technisch betrachtet, genau, ja. Mittlerweile ist es sozusagen wenn es bekannt würde, würde das eben zur äh Entfernung dieser Software führen.
Linus Neumann
So und jetzt ähm kam Antisek, so eine äh Hackergruppe aus dem äh Northeims Kreis und meinten, ja, wir haben irgendwie einen vom FBI gehackt und der hatte zwölf Millionen Judi-IDs auf seiner Festplatte und wir veröffentlichen jetzt hier schon mal eine Millionen davon. Und, haben also eigentlich es einfach mal so aufn Busch gehauen, ja? Und ähm jetzt ist halt die Frage, also das FBI sagte dann, äh ja, nee, äh ist nicht von uns, wir haben keine Ahnung, wovon ihr redet. Apple sagte, wir haben dem FBI keine äh UD IDs gegeben, und Fefe schrieb dann noch, dass sie, äh, weil das FBI ähm, viel, viel Argumentation war irgendwie so, weil das FBI ähm behauptet, dass sie nicht vom FBI sind, muss es ja vom FBI sein.
Tim Pritlove
Klar.
Linus Neumann
So, wenn sie's leugnen, wenn sie's leugnen, dann muss es ja muss es wahr sein. Also, okay, also mal, keine Ahnung. Die Frage ist, Ach so und dann gab's eine sehr schöne Geschichte, diesen Adrian von der wollte dann unbedingt mit Enormes irgendwie ein Interview führen und dann sagte, sagten sie ihm im im im IAC-Kanal ja, wir reden erst wieder mit Gorka Wenn du ähm einen Tag lang auf der Startseite bist mit einem an und einem Schuh auf dem Kopf. Woraufhin der dann einen Tag ähm auf der Gorka Startseite im äh also in so einem komischen rosa Kleid war und sich so einen großen äh Sportschuh auf dem Kopf gehalten. Ja, also ich meine, größer kann man sich auch ja, Entschuldigung, ich habe, wenn im Tütü, ja.
Tim Pritlove
Sehr hübsch. Warum wollten sie nicht mit ihm reden? Das habe ich nicht ganz verstanden.
Linus Neumann
Weil die den irgendwie nicht mehr mögen. Die mochten den schon länger nicht mehr, stand dann da, also irgendjemand irgendjemand dem äh Nonnen ist IRC, oder mochte Adrian die äh die mögen die Gorke aber ohnehin nicht. Die haben die sowieso schon mal vor ein paar Jahren, haben die denen äh da die komplette Bude auseinander genommen, wenn ich mich äh korrekt entsinne. Ähm also die, die verarschen dann noch irgendwie diesen Gorka und ehrlich gesagt kommt mir dieser Kram so ein bisschen vor, als würden die da äh alle möglichen Leute äh, verarschen. Also dass dem FBI in die Schuhe schieben und was nicht alles äh mein die Frage, die für mich ungeklärt ist, was was kann man mit dieser Liste anfangen? Also mir fällt nichts ein, was ich damit sollte. Also in diesem Fall sind dann noch die Namen der die Benennung der iPads dabei, das ist nochmal ein bisschen mehr Datenschutzverletzung sage ich mal, der der die Weißnahme, aber so wirklich weiß nicht, was ich mit dieser Liste so. Ich habe sie natürlich runtergeladen, aber ich weiß nicht, was ich damit soll. Ja, also okay, wenn irgendjemand zwölf Millionen Judi-IDis gesammelt hat, dann oder sagen wir mal in dem Fall eine Million, dann muss eine sehr, entweder eine sehr erfolgreiche App gewesen sein. Ähm aber also auch das FBI wüsste ich jetzt nicht, was die damit wollen würden. Ist mir irgendwie unklar. Vielleicht kann es das jemand in den Kommentaren mal ähm mal mitteilen.
Tim Pritlove
Ja, also ich meine, so theoretisch kann man dann halt irgendwie auch über andere Datenbanken, die diese IDs äh gesammelt haben, dann halt irgendwas rauskriegen, aber äh was so der praktische Nutzen davon sein soll, erschließt sich mir ehrlich gesagt auch noch nicht so richtig. Apple im Titel und so und schon.
Linus Neumann
Apple, FBI und Enorm ist, Alter, da geht's rund.
Tim Pritlove
Ja, also was allerdings sozusagen dieses Anonymus-Kollektiv jetzt so treibt generell, das erschließt sich mir auch in zunehmendem Maße äh nicht mehr so recht.
Linus Neumann
Ähm neben mir auch nicht so wirklich. Also wir werden mal sehen. Also aber was heißt auch dieses enormes Kollektiv? Lassen vielleicht äh gehen wir da jetzt erstmal nicht so.
Tim Pritlove
Ja, also genau, also ich äh hatte vielleicht das nur noch so äh, als Anhang schon als irgendwie jetzt was anderes äh äh passiert, weil sich wieder auch irgendjemand anderes als äh Anonymus ausgegeben hat, äh hier diese diese Didos-Attacke gegen äh Telecomics, was auch so den Eindruck macht, als ob da sozusagen niemand dahinter steht, der sich der bis vor kurzem noch halbwegs als Anonymus hätte gelten dürfen, so, ja. Habe ich einfach nur festgestellt, ähm dass. Einfach diese Marke, ja, dieses dieser einfach schon extrem äh äh verwässert ist, weil einfach alle, und jeder irgendwie äh sich diese Marke auf die Stirn kleben und einfach, sehr, sehr, sehr schwierig wird da noch irgendwas sinnvolles drunter zu unternehmen, weil man einfach davon ausgehen muss, dass es immer noch die entsprechende Anzahl Lonis gibt, die dann eben ihre bekloppte Aktion des Tages äh unter derselben Flagge segeln lassen, ne.
Linus Neumann
Ja, also das ist aber was anderes, musst du ja nicht äh was anderes steht ja nicht zu erwarten, ähm wenn du ein enormes machst, ja, wo wo jeder äh sagen kann, wir sind wir sind alle, wir sind dabei, ne, insofern ja diese Dedosattacke auf Telekomics habe ich ohnehin nicht verstanden. Und ähm also ich habe weder verstanden, was die sollte, noch warum man sich darüber ärgern sollte. Ähm also Dedos-Attacken auf die Gefahr, dass ich nicht wiederhole vielleicht für die äh weniger genau wenn wir in Tech Team kommen, sollen wir immer den Hörern erklären, worum's geht, also eine Dedos-Attacke äh besteht darin, dass man ein ein Server mit so vielen Anfragen oder so vielen Daten überflutet, dass dieser, nicht mehr Herr wird und aufhört zu antworten. Ähm. Das kann man auf verschiedene elegante Weisen machen ähm, teilweise eben vielleicht auch durch durch elegantere Weisen, die dazu führen, dass der Rechner dann halt sehr viel CPU-Leistung verbraucht. Also, aber letztendlich äh passiert nichts, außer, dass die Kiste nicht mehr nicht mehr antwortet.
Tim Pritlove
Na ja, es gibt einen äh interessanten Aspekt dabei, ne. Also durch, den du dort äh erzeugst ähm.
Linus Neumann
Schaffst du Kosten.
Tim Pritlove
Führt das dann in je nachdem wie die Tarifierung so ist dazu, dass einfach äh unglaubliche Traffickosten entstehen.
Linus Neumann
Hast du selber aber genauso.
Tim Pritlove
Ja gut, aber wenn das jemand macht, der auf die Traffickosten scheißen kann oder der aus irgendwelchen Gründen einfach sehr viel mehr äh, Ich meine, es sind ja viele, die auf einen gehen, ja? Und wenn wenn viele im Rahmen äh ihres Traffics, was sie sich leisten können, auf einen einschlagen, dessen Traffic wiederum dadurch so hoch geht, dass äh dass das einfach alle Limits sprengt. Und das war in diesem Fall übrigens so, ja? Also das, isch, große äh äh Beträge aufgelaufen wären, wären.
Linus Neumann
Wenn der Provider nicht.
Tim Pritlove
Äh nicht gesagt. Hier äh macht euch keine Sorgen, ist alles prima, ne? Aber ansonsten hätte sich das äh locker im fünfstelligen Bereich bewegt.
Linus Neumann
Ja, ist mir alles bekannt. Äh, das war auch eine ganze Menge. Also, das war wenn ich, wenn man den Aussagen aus dem Umfeld von Telekom nichts glauben kann, waren das sieben Gigabit pro Server, die da reingeflogen sind. Also, das ist eine.
Tim Pritlove
Ja, genau.
Linus Neumann
Unvorstellbar, ja? Also ähm das ist echt ja. Also ich frage mich, wie die da überhaupt angekommen sein sollen, ja, also keine Ahnung. Also das war jetzt wurde mir da so so berichtet, genau also es gibt diese Kostenfrage, du kannst aber auch einfach die Kiste ausmachen und dann hat sich das erledigt. Also ich verstehe nicht, was ähm der Reiz einer Dedosattacke sein soll. Verstehe ich einfach nicht.
Tim Pritlove
Ja, ist schwierig zu ergründen.
Linus Neumann
Ist mir völlig, völlig, völlig, äh, völlig unklar, was das, was das soll. Ähm hat also irgendwie stattgefunden und war auch wieder eine tolle Aktion, wo irgendjemand enormes dran geschrieben hat, wobei sich die Anzeichen verdichteten, dass das kein typischer Enormesfall war, weil ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass die auf sieben Gigabitisekunde kommen können und ähm zweitens waren auch an dem Text irgendwelche äh Sachen etwas auffällig. Aber ist mir ehrlich gesagt also. Weiß ich nicht, was was es soll und ähm, wird immer unergründlicher, was was irgendwie bei äh Nornen bis so für Sachen stattfinden oder unter dem Label äh Nonne ist. Ich bin mir aber auch sicher, dass es da irgendwie noch einen einen aufrechten Kern gibt, die irgendwie, viele auf dieses Label geben und denen das irgendwie sehr wichtig ist und die sich wahrscheinlich auch selber sehr ärgern, äh wenn durch so komische Aktionen ähm ihre Identifikationsmarke da in den in den Dreck gezogen.
Tim Pritlove
Absolut. Na ja. Bleiben wir bei den äh nitzpolitisch äh relevanteren äh äh Themenlagen. Also wurde mal wieder demonstriert ein bisschen, ne?
Linus Neumann
Ja, es wurde, äh es wurde demonstriert gegen die GEMA, ähm das war sehr äh sehr spannend, ähm es geht jetzt, es gehen wieder um um unsere Clubs, ne, um die um die äh, Gebühren ja erhöht werden sollen. Und als wir da vor einigen Folgen drüber gesprochen haben war das ja so äh dass ich irgendwie ein bisschen auch äh negativ oder berechtigende Kommentare bekommen habe, was also diese neue Tarifreform angeht und Und es ist wirklich mein, man blickt da kaum noch durch. Also es geht um die Tarifreform der GEMA für die öffentliche Aufführung. Und die ist auf jeden Fall so und jetzt sagen wir mal, lassen sie mal den Faktor weg, dass es auf jeden Fall, Betreiber sehr, sehr viel teurer wird. Ähm unabhängig äh davon ähm, wie viel. Aber auch und auch auf jeden Fall signifikant teurer. Ich glaube, das sind das sind Dinge, auf die man sich einigen kann. Das bestätigt sogar äh die GEMA und die Clubs haben natürlich dann jetzt mobilisiert und gesagt, hier äh äh draufhauen, ne? Und wir wollen jetzt eine Demo machen, da haben sie in Berlin und in Hamburg und in Frankfurt und und wo nicht überall. Haben sie ihre Demos angekündigt und veranstaltet und die haben jetzt also am Donnerstag, glaube ich, äh stattgefunden. Donnerstag, den, sechsten September und am Montag den dritten September ging also irgendwie eine eine E-Mail von GEMA-Information, ähm an. Gemer Minus Newsletter at XMR drei Punkt com. War da war die Absenderadresse. Und es ging wohl an ähm. An an E-Mail an E-Mail an E-Mail-Adressen von Mitgliedern der GEMA, und da drin wurde angekündigt liebe Mitglieder sicherlich haben sie mitbekommen, dass die Clubs irgendwie in Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart demonstrieren können, und ähm. Das Hauptaktionsbündnis Kultur retten DE will uns hier irgendwie Ärger machen und wir müssen uns irgendwie dagegen wehren. Aber macht euch keine Sorgen. Äh wir äh wir wehren uns dagegen. Und dann stand halt dieser schöne, dieser schöne Satz drin. Wie agieren wir? Ein rechtliches Vorgehen der GEMA ist, auch wenn wir vor den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird, aufgrund des grundsätzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich. Ja, ja, geh mal. Schade, ne? Schade. Aber, ja, geh mal nicht geschlagen. Sie möchte, Unser Ziel ist es, die Diskussion zu versachlichen, ja? Wir bereiten uns kommunikativ sowie medial darauf vor, im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in allen Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch rein. Die Dynamik in den Social Media Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig Posts und Tweets kommentiert, um die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.
Tim Pritlove
Steuert, sehr schön.
Linus Neumann
Lancierte Medienberichte. Ich werde wahnsinnig, also.
Tim Pritlove
Die Nerven liegen äh zunehmend lang, habe ich so den Eindruck, ne?
Linus Neumann
Dann schreiben sie, da unsere Datenbank aktuell leider nur dreiunddreißigtausend E-Mail-Adressen umfasst, bitte ich sie, diese E-Mail und dieses an all jene weiterzuleiten, die diese Informationen womöglich nicht erreicht haben, schrieb ähm. Name steht da jetzt nicht, äh die Direktorin Marketing und die Leitung für Kommunikation für PR, der GEMA, der Generaldirektion aus München.
Tim Pritlove
Und fand das dann jetzt auch auch statt.
Linus Neumann
An dreiunddreißigtausend E-Mail-Adressen haben sie das geschickt und äh ja wurde dann natürlich weitergeleitet, erreichte innerhalb kürzester Zeit irgendwie Piratenpartei letzte Politik. Netzpolitik, org, alle haben über diese äh äh über diese E-Mail berichtet. Und dann standen die Demos statt, aber ähm erstaunlicherweise fand diese Social Media Offensive der GEMA offensichtlich nicht statt. Denn es gab einen Artikel von Markus am nächsten Tag auf Netzpolitik org, wo gefragt wurde, wo war der Gamer Dialog während der Proteste? Äh Twitter null, Facebook, null. Ja, also haben sie offensichtlich sich mit dieser an den kleinen Kreis von dreiunddreißigtausend I Personen geschickt, E-Mail, in der sie ihre PR-Strategie verraten haben, ähm offensichtlich jetzt auch wieder mal kein großartigen Gefallen getan.
Tim Pritlove
Teint. Und warst du auf einer der Demos? Ich bin äh rein zufällig in in Frankfurt eine reingelaufen. Es war so ein bisschen so.
Linus Neumann
Äh berichte mal.
Tim Pritlove
Kleine war das so.
Linus Neumann
Ja, irgendwie in Berlin schrieb man auch davon. Ich war da ja nicht nur du reist, sondern auch ich ich war nicht in Deutschland und konnte daher äh keine GEMA-Demo äh besuchen. Also diese E-Mail kann ich nur nochmal empfehlen, echt witzig. Äh kann sich dann, man kann nur mit dem Kopf schütteln, Was ich dann noch gelesen habe an dem Tag, äh habe ich in der, ich glaube, in der Süddeutsch müsste die Süddeutsche gewesen sein. Ähm gelesen haben sie so ein so ein Gamer äh äh so ein GEMA-Klinkenputzer mal einen Tag begleitet, ja. Und sind mit dem irgendwie ähm. Sind mit dem irgendwie äh klingeln gegangen, ne und wo der dann so berichtete er dann so, dass also jemand, der in äh Läden, äh Kneipen und so weiter reingeht und schnell irgendwie äh zur Decke schaut, ob der Lautsprecher hängen und äh dann irgendwie den Leuten den GEMA-Info, schreiben, da lässt, dass die CD-Player, die sie da haben, die müssen sie anmelden und so. Ähm so einer. Und der ähm berichtete dann also, Der sagte das natürlich die also selbst er gab zu, dass die Gebühren steigen, aber sie würden also nicht so enorm steigen, wie man sich das, wie man sich das einbildet und hat dann da auch wieder argumentiert. Und dann hat er aber natürlich auch besorgte Anrufe von von seinen Schäfchen bekommen, die er da, von denen er das Geld eintreibt und so war ein ganz interessanter Artikel, müsste man mal schauen, ob der vielleicht online ist, Ja also es geht auf jeden Fall weiter und ähm ich sag mal zumindest sollte man. So sehr ich natürlich gegen äh die also man sollte bei dieser Sache berücksichtigen, dass, eventuell vielleicht die GEMA die Erhöhung dieser Gebühren nicht unbedingt so völlig daneben ist. Tatsache, wie die Gamer sie nachher verteilt. Das ist nämlich das sehr viel größere Problem. Also wenn wenn dieses Geld tatsächlich bei den bei den Urhebern in einer gerechten ähm in einer gerechten Verteilung ankommen würde, wäre das sicherlich eine sehr sinnvolle Angelegenheit, aber ähm da gab's einen Beitrag, den ich jetzt auch einmal verlinke, weil's ein sehr schöner Audiobeitrag, in dem zum Beispiel die Erhebung der wie die GEMA erhebt, wie wie sie das Geld ausschüttet, erfasst wird. Und die haben irgendwie so ein paar Blackboxen in Deutschland verteilt, die pro Woche in irgendwelchen Clubs mal eine Stunde mitschneiden und dann wird das von Hand abgehört von von, von jungen Jugendlichen, die wissen, was das ist. Und die dann ähm quasi diese paar Stunden Musik, die die GEMA deutschlandweit pro Woche aufzeichnet, mal durchhören und dann entstehen daraus Listen. Also und dann wird's irgendwie so quer verteilt. Also wie gesagt, die Erhöhung ist sicherlich nicht ganz so groß das Problem wie die internen Verteilungsstrukturen der GEMA selber und der Anteil an diesen Gebühren, die sie selber verzehrt. Das ist sicherlich das sehr viel größere Problem, als die Erhöhung der Gebühren für die Clubs. Und man sollte sich da also, zumindest ein bisschen skeptisch sein, wenn man merkt, dass wie was für ein großes Mobilisierungspotenzial diese Clubs da ähm erreichen können.
Tim Pritlove
Ja, mehr wissen wir glaube ich nicht zu zu sagen, ne.
Linus Neumann
Nee, nicht wirklich. Also nur ich eine kurze Anekdote. Es gab in Berlin ähm oder es gibt ja in Berlin immer noch die Bewegung gegen die, gegen den Umbau der der Ufer des Uferbereiches in in Friedrichshain und Kreuzberg das Spreeufers ja.
Tim Pritlove
Mediaspray, media-Spree.
Linus Neumann
Media Spray, das Media Spree-Projekt äh will dort äh irgendwie ganz viele tolle fancy Sachen errichten und äh Hochhäuser und so weiter. Und da ging es um, den Zugang zum Spreeufer und zwar war dann gab's ein Bürgerbegehren und so was dafür gekämpft hat, dass auch wenn da irgendwas bebaut wird irgendwie fünfzig Meter breiter Uferstreifen ähm allen Personen zur Verfügung stehen muss, frei und so weiter. Und eine der Hauptmobilisierenden Gruppen oder Institutionen dagegen war die BA fünfundzwanzig ein Club am Spreeufer und das war bis zu der Punkt. Und das war zu diesem Zeitpunkt die einzige Einrichtung auf diesem Streifen, die den Zugang zur Spree, nicht allen zur Verfügung stellt, sondern gegen Gebühr von äh gegen Eintrittskosten von irgendwie zehn bis zwölf Euro, das ist die einzige Wahren stimmt nicht, es gab auch zu dem Zeitpunkt auch gegenüber noch so 'n Club, führte also zu diesem skurrilen Moment, dass sie dass die Ba fünfundzwanzig die Eintritt für Zugang zum Spreewufer nehmen äh unter dem Motto Spreeufer für alle irgendwie zu einer Demo aufruft. Insofern sollte man vielleicht auch die Clubs, die da mobilisieren, ein bisschen skeptisch betrachten. Weil die natürlich auch kapitalistische Interessen haben und so weiter. Alles klar, so viel so viel zu dem Thema, wir warten ab. Ähm und ich glaube, wir können jetzt zum Epilog kommen.
Tim Pritlove
Ja, der Epilog äh was äh gilt es denn hier zu beleuchten? Also bei Netzpolitik org. Scheinen ein wenig so ein Brainstorming-Modus eingesetzt zu haben. Es gibt eine Umfrage.
Linus Neumann
Frage. Hm.
Tim Pritlove
Äh wo quasi Feedback ähm eingefordert wird, um. Die Plattform irgendwie besser zu machen und auch so ein bisschen die Fragestellung, wie man sich äh vielleicht auch künftig finanziell tragen soll.
Linus Neumann
Und ich glaube, es geht, also ich habe da ein bisschen an der Umfrage äh beteiligt, beziehungsweise habe da mein Feedback zu geben. Es geht auch so ein bisschen darum, überhaupt mal die Leserschaft kennenzulernen. Ja, sie sind so Fragen dann so, liest du Kommentare und so, Wie alt bist du und so? Überhaupt mal so 'ne Idee zu haben wer liest überhaupt Netzpolitik Org, ähm kann ich also nur drum bitten, da mal dran teilzunehmen. Ähm wird sicherlich helfen, dabei helfen, die die Plattform vielleicht irgendwie ein bisschen zielgruppengerechter äh aufzustellen oder so.
Tim Pritlove
Ja, genau. Wir äh unterstützen das.
Linus Neumann
Und dann äh finden in der nächsten Woche in Berlin, einige und wir machen ja eigentlich selten Veranstaltungshinweise, aber in diesem Fall mache ich das jetzt einfach mal Es gibt die netzpolitische Sware zur europäischen Bürgerrechtsbewegung am vierzehnten neunten, ausgerichtet von den Grünen in der Heinrich-Böll-Stiftung, das müsste abends sein. Und das ist im Anschluss an die Konferenz Netzregeln, die die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit dem Bitcom ausrichtet am selbigen Tage und diese Veranstaltung hat den Titel Transparenz und Vertrauen No Limits. Ja, also Bitcom, der große deutsche Branchenverband in diesem Bereich zusammen mit den Heinrich Böll-Leuten äh und da hängen natürlich dann auch wieder ein paar grüne Politiker mit drin, die sich dann mit dem Thema auseinandersetzen, sowohl die netzpolitische als auch die äh Netzregelnkonferenz sind Veranstaltungen, die ich irgendwie eigentlich immer ganz gerne besuche, die echt immer ganz interessant sind. Ebenso wie die am darauffolgenden Tag stattfindende Konferenznetz für alle, die die Partei, die Linke, zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausrichtet. Ähm da war ich, letztes Jahr mal auch zu Gast bei der Konferenz als da ging's ums Thema ein bisschen drüber unterhalten mit Konstanze kurz und, ähm Anne Roth. Und äh dieses Jahr wird hier aber an einem anderen Ort stattfinden und ich, denke, dass auch das eine oder das das insgesamt äh sowohl der Freitag als auch der Samstag da äh für Netzpolitisch interessierte durchaus ähm. Eine Reise zu diesen Orten oder zu den Streams, die sicherlich von beiden Veranstaltungen auch angeboten werden, wert sein dürfte.
Tim Pritlove
Genau. Das ist ähm wiederum tagsüber, das geht um elf Uhr los und die andere Veranstaltung gegen ist halt die Suarie, also am Abend, neunzehn Uhr dreißig.
Linus Neumann
Das wäre jetzt der Freitag, genau. Und der Samstag, wann geht's am, das Netz für alle, am Samstag, am.
Tim Pritlove
Um elf.
Linus Neumann
Ach so, warte mal. Und die ist aber doch am.
Tim Pritlove
Neunzehn Uhr dreißig, vierzehnten September.
Linus Neumann
Genau, das ist aber ein Tag davor. Und die Netzregeln ist.
Tim Pritlove
Und dann kann man gleich am nächsten Morgen weitermachen sozusagen. Also.
Linus Neumann
Genau, also man geht, man geht Netzregeln, Suare.
Tim Pritlove
Nicht genug kriegen kann. Kann jetzt außer unserem Podcast sich auch noch hier als Dauergast äh auf diesen Veranstaltungen einklinken, zumindest wenn man in Berlin ist.
Linus Neumann
Genau oder wenn man nach Berlin reisen möchte.
Tim Pritlove
Gut. Linus.
Linus Neumann
Damit wären wir beim beim Ende angelangt, glaube ich.
Tim Pritlove
Werden wir, genau, heute müssen wir uns mal ein bisschen knapp machen. Ähm und äh ja, nächste Woche finden wir wieder einen Termin.
Linus Neumann
Nächste Woche finden wir ein schöner Unternehmen.
Tim Pritlove
Genau. Wir sagen tschüss.
Linus Neumann
Auf Wiederhören.

Shownotes

Telekom und Spotify beerdigen endgültig die Netzneutralität

Bei T-mobile gibt es jetzt einen Tarif mit eingebauter Spotify-Flatrate.

Digitale Demenz und wir werden alle sterben

Manfred Spitzer redet bei Günther Jauch irgendwas von digitaler Demenz und hat wohl auch ein Buch darüber geschrieben.

  • Keine Links, weil war im Fernsehen drinne gewesen.

Anonymous veröffentlicht iOS device UDIDs und DDosSt Telecomix

Unter dem Label Antisec erschien ein Datensatz, von dem behauptet wurde, er wäre dem FBI gestohlen worden. Außerdem wurden die Server der Gruppe Telecomix angegriffen.

GEMA PR-Offensive gegen Tarifreform-Demos

Die GEMA informierte in einer Email an über 33.000 Mitglieder über ihre Strategie im Umgang mit den in vielen Städten stattfindenden Demos gegen die Tarifreform.

Epilog

Unsere Freunde und Kollegen bei netzpolitik.org führen eine Leserbefragung durch und am nächsten Wochenende sind ein paar Netzpolitik-Veranstaltungen in Berlin.

LNP024 Episches Mäandern

Die heutige Themenauswahl lädt zum Verweilen ein – und so eröffnen wir zu jedem Thema die Metaebene, um uns dann in ihr zu verlieren.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Ja, mal gar nicht so einfach die notwendige Seriösität in die Stimme zu bekommen, um zu sagen, guten Morgen, Dinos.
Linus Neumann
Guten Morgen, Tim.
Tim Pritlove
Da sind wir wieder. Vierundzwanzigste Ausgabe von Logbuch Netzpolitik, mehr oder weniger pünktlich, was auch immer. Der Stichtag eigentlich ist, das wissen wir ja auch nicht so genau.
Linus Neumann
Ja wir haben gestern einfach beide verpennt. Ja.
Tim Pritlove
Ja, ist auch gut, ne? Ja. Traf sich ganz gut. War ja auch Vatertag.
Linus Neumann
Ja, ich war froh, dass du auch nicht konntest. Das, dass ich nicht ähm das vergeigt habe. Wir haben doch kurz überlegt, ob ich dir da noch einen Vorwurf geben soll. Tim, ich habe da gestanden und geregnet oder so.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Deswegen eine Freitagaufgenommene Folge.
Tim Pritlove
Genau. Die Vorwürfe können wir ja dann in andere Richtungen äh werfen. Ich habe so den Eindruck gehabt, die Woche hat da eine Menge äh Vorwürfe hervorgebracht. Nicht unbedingt, die wir jetzt aussprechen können, aber die anderen Leute, so äh Dritten ausgesprochen haben.
Linus Neumann
Ja, Logbuch Netzpolitik hatte ja berichtet, dass ähm. Diese Kampagne wir sind die Urheber äh wo sich wo dann eben Leute unterzeichnet und sagten, hier muss jetzt irgendwie äh Urheberrecht und so, und ähm daraufhin erschien, Dot com ist irgendwie so eine Seite, wo man einfach Text Fragmente oder Texte gut, Zur Verteilung bringen kann. Eigentlich mal, ich glaube sowas war eigentlich mal beliebt, damit man nicht in ihr C-Kanälen so lange Sachen reinschreibt, sondern einfach nur so einen kleinen Link mit seinem Code, der dann irgendwie, wurstig ist, da reinschreiben kann, dann kommt jemand anders im ISC repariert den und man bombt irgendwie nicht den, C-Kanal voll mit irgendwie seitenweise Code. Und das hat sich aber, weil es ja über Web zugreifbar ist und dadurch halt ganz gut über Tor äh und für auch für minderbemittelte Hacker äh leicht anonymisiert äh zugänglich ist. Irgendwie so zu so einem ähm enormen ähm.
Tim Pritlove
Das ist so ein Instant-League. So, das ist so. Du willst was liegen, packst du auf Pace bin und fertig, dann gibt's da eine URL und dann steht da Text und.
Linus Neumann
Und dort erschien eine Liste mit Adressen, und zwar Adressen Jena Personen, die diese wir sind die Urheberkampagne initiiert äh getragen oder mitgezeichnet haben, also irgendwie der ähm, Der Typ, der die Domain registriert hat, Matthias Landwehr, äh dann ähm Charlotte Rosch oder was auch immer und irgendwie irgendwie so Adressen. Und ähm das konnte man sich natürlich kurz überlegen, also es sind ja Prominente, ne und äh dann stand irgendwie drei stand irgendwie als Kommentar drunter also Dogs die Vokabel hatten wir glaube ich schon mal als es um, unsere Freunde gingen von.
Tim Pritlove
Wie schreibst du das? Und dann.
Linus Neumann
Oder die null X. Wenn du wenn du wenn du ganz krass bist, falls das mit D null X. Also ähm das das das entdecke das covern einer, eines Pseudonyms eigentlich. Also jemanden, der wie hießen die denn? Jetzt fällt's mir nicht mehr ein, diese diese ähm Hackergruppe, die da hochgenommen wurden. Ich die lange Verschwörungstheorie ausgefaltet und so, die die wurden ja quasi gedoxt. Also sie waren quasi Pseudonym und dann wurden sie ähm. End äh also enttarnt. Und äh das macht also jetzt enormes mit diesen Urhebern, die sowieso irgendwie der ganzen Welt bekannt sind mit ihrem Namen und veröffentlichte also eine Adresse, mit der eine Liste, mit deren Adressen, So, jetzt kann man sich natürlich sagen, okay, ähm was soll das? Und vor allem, was ist da jetzt, was ist da jetzt Hackertum dran? Also was was ist das überhaupt, was haben die gemacht? Haben die irgendwie einen, wo er haben die diese Adressen, ja? Stellt sich raus, sind alles öffentlich zugängliche Sachen. Da ist also irgendjemand hingegangen und hat angefangen, einfach mal äh Hues abfragen, bei der DNIC zu machen. Wem gehört denn zum Beispiel die Domain? Ähm, was weiß ich, ein Telefonbuch zu gucken oder so, aber es waren quasi öffentliche Daten. Das heißt, äh nur die wurden in dieser Stelle einfach nur zusammengetragen, ja. Ähm ist ja auch so, dass jetzt im Prinzip ist es ja schon allgemein bekannt, wo so bestimmte Personen wohnen. Ist jetzt nicht unbedingt so ein großes Geheimnis, ja. Ähm, und dann haben sie diese Liste tauchte eben auf. Und man könnte also jetzt sagen und das war auch meine erste, mein erster Gedanke dazu, so meine Güte, wie lahm, Ja, also ist ja nichts besonderes dabei, irgendwie äh bei einer Domain halt zu gucken, wer da wohnt. Äh wer wer die registriert hat und entsprechend sind diese Adressen im Zweifelsfall auch nicht wirklich die Privatadressen, sondern irgendwie da, wo halt die GmbH.
Tim Pritlove
Also ich meine, es ist klar, dass das jetzt alles aus Ruhe ist Rekords kam.
Linus Neumann
Ähm ja, also gehe ich so von aus, auch wie die formuliert sind. Also es sind auch immer gleich aufgezeichnet. Es ist eine Homepage und ein Wikipedia, einen Tag und so. Also, es ist nicht irgendwie, besonders schwer, das herauszufinden. Ich meine, die Leute haben ja auch meistens ein Impressum. Und gerade, wenn das kleinere Urheber sind, sind ja jetzt auch viele beide jetzt nicht irgendwie Charlotte Rosch heißen oder so. Die haben natürlich einfach ein Impressum auf ihrer Website. Müssen sie ja haben. So, also da musst du noch nicht mal ein gucken, so wenn die sich halbwegs ans Gesetz halten, haben die einen Impressum. Also, ja? Weil jetzt wirklich keine besonders keine keine krassen Geheimnisse herauszufinden, wo jemand wohnt. Kann man bei mir auch rausfinden, steht auf meiner Website. Ähm, So, diese Liste wurde jetzt also veröffentlicht. Man könnte also sagen, okay, was für ein Kinderkram, ne, was für einen Quatsch. Man könnte aber natürlich auch sagen. Wie dämlich kann man eigentlich sein, diesen Urhebern, so ein Sahnetörtchen zu schenken, um die Kritiker wiederum, dieses dieses Aufrufes, zu kritisieren, ja? Und dann kam also äh meldete sich sofort Ansgar Hefeling, uns ja noch bekannt mit seiner Kampfankündigung gegen die Netzgemeinde, ja, Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren, äh schloss ich zusammen mit ähm, stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Günther Krings und veröffentlichte dann irgendwie einen Texte. Solche Anprangerungen und Einschüchterungsversuche kannten wir bisher vor allem von total deren Regimen. Mit dieser mit dieser Maske, mit dieser Aktion hat die enorme Gruppe ihre politische Maske vom Gesicht gerissen und fordern, fordern, sehr geil.
Tim Pritlove
Und.
Linus Neumann
Ähm äh fordern, die Netzgemeinde soll sich von der Normis distanzieren. Also das ist wirklich so.
Tim Pritlove
Oh Gott.
Linus Neumann
Äh ähm da muss man sich jetzt von distanzieren. Also die Netzgemeinde ist ungefähr genauso klar definiert wie.
Tim Pritlove
Du bist gar nicht.
Linus Neumann
Eine sollen sich jetzt davon distanzieren und und Pipapo, ne, In der Tat hat das eigentlich so gut wie jeder gemacht und also jeder, der sich dazu geäußert hat, hat gesagt, das ist eine dämliche Aktion, ist aber muss es eben ins äh rechte Licht rücken, dass das jetzt alles andere als ein ähm, als ein Verbrechen ist, eine Liste von Adressen zusammenzutragen, die öffentlich erhältlich ist, ja? Ähm, Das ist natürlich sehr ungünstig, das zu verbinden mit einer Drohung, dass man das weitermacht. Und ähm natürlich irgendwie, dass ein Einschüchterungsversuch ist, Ich meine, das ist einfach dieses, äh, ich weiß, wo du wohnst. Ja, äh, natürlich darf, ist es keine Bedrohung zu bekennen, sich dazu zu bekennen, dass man weiß, wo der andere wohnt. Aber es, es schwingt einen natürlich sehr klar mit, dass man irgendwie eventuell dann auch, mal hinkommt. Auch das ist nicht verboten, aber also ähm ne, es ist einfach eine eine dumme Drohung, ja.
Tim Pritlove
Ja, das ist vor allem auch so ein Neonazi-Style irgendwie so völlig scheiß.
Linus Neumann
Totaler Scheiß, ja. Aber muss sich halt überlegen, der hat wahrscheinlich einfach irgendeinen Teenager äh mal einen Nachmittag gegoogelt, ja. Verlage, die Verlage und zwar irgendwie, was war das? Und Blessing, DuMont, Goldmann, BTB, ja, davon. Äh haben auch eine PM dann rausgegeben, ähm ein sogenanntes Internetkollektiv versucht Schriftsteller, Fotografen, Künstler, Musiker und Wissenschaftler einzuschüchtern und durch Veröffentlichung privater Daten gezielt unter Druck zu setzen, das ist der vorläufige vorläufige Höhepunkt von beispiellosen, kunstfeindlichen Beleidigungen und Beschimpfungen aus der Deckung des Internets. Helge Malchow, Kiepenheuer und sagt sei angesichts des Jargons der Unmenschlichkeit, der sich im Internet schwallartig über Autorenkünstler, Intellektuelle und Verwerter ergieße, zutiefst erschüttert und an dunkle Zeiten erinnert.
Tim Pritlove
Oh
Linus Neumann
Stimmung gegen Künstler erzeugt, eine derartige Kulturfeindlichkeit habe er im Laufe seiner Karriere noch nicht erlebt. So, also liebe liebe Teenager von. Da könnt ihr mal sehen, ähm was ihr mit einer unbedachten Aktion für einen Scheiß baut. Also jeder, der sich das zwei Minuten anguckt, weiß, dass das totaler Quatsch ist. Und das wussten auch diese fünfzehn Verlage, die dann da eine Aktion draus gemacht haben.
Tim Pritlove
Da bin ich mir nicht so sicher, aber selbst wenn sie es gewusst haben, hat es sie nicht davon abgehalten, das zu machen.
Linus Neumann
Sagen wir mal, wenn ich jetzt irgendwie in so einem Verlag wäre und ich hätte irgendwie jemanden mit der PR betraut, der aus dem Ding nicht irgendwie eine Bombe zündet, den hätte ich sofort entlassen.
Tim Pritlove
Na klar. Na ja, absolut, absolut.
Linus Neumann
Und da ähm.
Tim Pritlove
Es ist, es ist wirklich, also man. Wenn meine Muskeln das vertragen würden in hätte ich einfach die ganze Woche nur mit Kopfschütteln verbracht so, ja, aber das, das, das, das äh ist einfach zu viel für den menschlichen Körper. So viel, so viel kann man gar nicht im Kopf.
Linus Neumann
Ja, ich habe einen großen Teil der Tischkante inzwischen durch.
Tim Pritlove
Einen der besseren Kommentare zu dieser Gesamtsituation. Wobei, ach du hast ja hier auch noch Alba Freude, hast du auch noch notiert, ne? Das geht so in die Richtung.
Linus Neumann
Ja, das waren, das geht so in die Richtung. Das ging also, Alba hatte dann so einen, so einen Artikel geschrieben, so Urheberverletzten, selbst das Urheberrecht. Der hat sich also irgendwie dann mal die Seiten von diesen Leuten auch angeschaut, also.
Tim Pritlove
Auch schon wieder so eine klassische Replik ist, ne, mittlerweile.
Linus Neumann
Fehl Impressum fehlt, entweder ganz oder enthält nicht alle Pflichtangaben, teilweise sind die E-Mail-Adresse nicht mehr gültig. Und ähm.
Tim Pritlove
Mit diesen Volltexten und so.
Linus Neumann
Ja genau, ein, ein.
Tim Pritlove
Veröffentlichen und so.
Linus Neumann
Genau, einen Menschen namens Thomas veröffentlicht irgendwie auf seiner Seite Volltexte von Rezensionen seiner Bücher. Ähm irgendwie von tatz, fatz Süddeutsche und Interviews, in denen er erwähnt wurde, beispielsweise, Beispielsweise irgendwie eins mit Angela Merkel oder so. Ja, also der sammelt quasi aus den ganzen Medien und trägt das da zusammen.
Tim Pritlove
Ja, ist aber ein sehr interessanter äh äh Punkt, weil da geht's halt auch um. Ähm, es gab da noch einen Artikel auf Zeit online, den ich äh auch getwittert hatte, der gefiel mir einfach super, nicht nur vom Inhalt her, allein schon vom Titel, weil der irgendwie der Titel bringt, schon alles rüber, Lassen Sie mich durch, ich bin Urheber. Ich habe mich weggeworfen.
Linus Neumann
Ja, das war, das war echt.
Tim Pritlove
Bringt dann einfach auch diese ganze äh äh Bigoterie da auch wirklich ganz gut auf den Punkt. Vor allem dadurch, dass er irgendwie sagt, naja hier ihr beklagt euch die ganze Zeit über, das böse Internet und das schnelle Kopieren von Informationen, seid aber irgendwie alle bei bei Facebook so, ja? Und ich zitiere mal kurz hier, ich habe nicht nachgefragt, weil ich weiß, was ich als Antwort bekommen werde Ja, aber man kann sich dem nicht verschließen. Facebook nutzen nun mal viele Menschen und dort können sie, können wir sie erreichen. Wir wissen, dass das alles nicht okay ist, aber was will man machen, so machen das doch alle so. Im nächsten Absatz, wie wollen solch inkonsequente Autoren einem Schüler vermitteln, dass er dadurch herunterladen einer MP3 Datei Böses getan hat, wenn der antwortet, ja, aber ich wollte nur ganz schnell diesen Song haben. Ich weiß, dass es nicht ganz okay, aber was will man machen, so machen, ist doch alle, weißt du? Und das ist. Das ist einfach, man kommt so nicht weiter. Ich meine, ich bin in gewisser Hinsicht froh, dass dass diese Debatte als solche überhaupt auf der Agenda steht. Das hatten wir ja letzte Woche auch schon äh äh betont, aber der Stil hat sich jetzt in den letzten sieben Tagen noch nicht nennenswert verbessert.
Linus Neumann
Nee. Also äh vielleicht an der Stelle noch, es vielleicht so der leichte, der kleine Hinweis an an die enorme Leute. Äh ich hatte ja auch schon meine mein meine dollen fünf Minuten mit enorm ist, als sie damals bei den Weeken.
Tim Pritlove
Beziehungsweise an jeden, der der Meinung ist, sich äh nennen zu müssen, ja. In irgendeinem Kontext, ja, also.
Linus Neumann
Irgendwelche Knallköpfe haben wir auf jeden Fall dann bei mir zu Hause angerufen und haben mich irgendwie bedroht. Und zwar, weil ich ähm, Ja, ja, klar. Weil ich, die waren aber auch nicht ganz so schlau, also ich habe dann irgendwie auch rausgefunden, wer das war. Ähm na äh egal. Das sind ja alles jetzt ist auch egal. Ist ja nur killefit. Da ging's um diese ähm Massendedosserei von ähm Visa und Mastercard als Reaktion auf die äh Bezahlsperre gegen Wiki Leaks Und ähm da da gab's ja dann die große Debatte. Die wurde ja auch, sage ich mal, in den intellektuelleren Teilen der Bevölkerung geführt Ob das jetzt eine Sitzblockade ist, ja und ähm legitime Meinungsäußerung und so weiter oder ob das ein Angriff in auf die Funktionalität und Integrität von Computersystem ist. Lange Diskussion braucht man hier gar nicht zu entfalten. Das Entscheidende ist. Dass es weltweit als Hackerangriffe dargestellt wurde und damit man sich nicht ähm Sympathien geschaffen hat, und das ist etwas, wonach eine Aktion grade eine politische Aktion in der in demokratischen Staaten sich äh richten sollte, ja, auf ihre Wirkung und diese, Einfach, sage ich mal, so eine hohle Drohung. Ich weiß, wo du wohnst. Das ist kein elegantes äh politisches Handeln. Und es gab beim äh Kongress des Chaos-Computerclub einen Vortrag, der mit dem Titel Politik Hacken, wo auch an die äh Hörer sehr klar appelliert wurde und äh auch an enormem ist die Dinge mit mehr Humor und ein bisschen mehr Eleganz zu machen, also beispielsweise auch so eine Seite, wenn man dann die Facement macht, das kann man auch streckenweise sehr viel humorvoller machen, als das als das äh teilweise stattfindet. Den Vortrag kann ich da also äh Aktivisten, denen noch so ein bisschen der Eindruck fehlt, so mal wirklich wieder die, nach vorne zu bringen, ja? Weil da sind inzwischen keine Lives mehr so. Lalz äh haben die anderen, weil also Liles haben jetzt hier die äh Verlage, weil sie, weil sie irgendwie sich als äh in einer kulturfeindlichen Zeit vom Internet angegriffen.
Tim Pritlove
Sich ins Fäuschen.
Linus Neumann
Es ist aber auch ganz witzig. Also die, diese Ironie ähm natürlich dann auch jetzt wieder irgendwelche Leute laut wurden, so aus der aus der Anonymität des Internets wird geschossen, ne? Das heißt, dann haben wir, dann kommt bald wieder irgendwie so, es kann nicht sein, dass irgendwie jemand, im Internet hier Leute anprangern kann, da müssen wir alle demnächst den so durch ein Kartenlesegerät ziehen, bevor wir ins Internet dürfen oder so, ne. Äh solche Forderungen sind ja dann auch immer wieder dabei das also quasi so diese anonyme haben Personen öffentlichen Interesses, entanonymisiert deswegen dürfen anonyme nicht mehr anonym sein. Also das ist auf so vielen Ebenen falsch, dass man es nicht so wirklich äh. Wirklich äh also da geht halt einfach da tiltet man halt irgendwann.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
Also mal wirklich ein bisschen mehr wieder in Kampagne und Außenwirkungen denken. Äh würde wahrscheinlich dieser Urheberrechtssache äh. Schaden, ja? Da wirklich mal sein äh Management irgendwie ein bisschen zu beachten. Aber.
Tim Pritlove
Achten sie auf ihre Management. Ja.
Linus Neumann
Reputationsmanagement ähm, Da gab's die kleine Meldung, also hat jetzt eigentlich mit Reputation gar nichts zu tun. Ähm aber irgendwie müssen wir.
Tim Pritlove
Leitung, ja.
Linus Neumann
Ja, wir brauchen das ja irgendwie überleiten. Das BKA gab bekannt, es sei sich nicht in der Lage, den Bundestrojaner zu äh programmieren. Vor allem nicht unter den Vorgaben, die da jetzt irgendwie. Gesetzlich bestehen Und äh da wurde natürlich dann auch viel drüber gelacht, weil sie ja offensichtlich auch noch nicht mal vorher in der Lage waren, sich denen von einer Firma zu kaufen, die in der Lage ist, ein halbwegs vernünftiges Myware zu schreiben. Ähm Da muss man aber auch mal irgendwie erklären, was das bedeutet, wenn ich also wirklich so einen Bundestrojaner bauen möchte, heißt, ich muss wirklich ähm. Haben ne? Also ich muss einen richtig guten, richtig guten Trojaner schreiben und ähm ich brauche vor allem die Connections, um überhaupt solche zu bekommen, ja? Also die muss man sich ja ähm kaufen, und ähm da braucht man also eine gewisse Szene Verankerung und äh muss also auf dem auf dem Markt der Blackheads einkaufen und ähm, Das ist natürlich, das ist wahrscheinlich etwas, was das BKA tatsächlich nicht leisten kann. Und das machen dann Firmen wie Gamma, die mit ihrer Software Finn Fischer, das ist, glaube ich, so der größte äh staatlich eingesetzte Trojaner, den sie also in alle möglichen Länder verkaufen, auch nach Deutschland inzwischen. Ähm. Wo sich jemand quasi eine eine Firma darauf spezialisiert hat, diese Explods von Leuten eben zu kaufen ähm und da irgendwie eine Software draus zu basteln, die irgendwie sich ordentlich dafür eignet, ähm ja. Die Bürger angreifen, ne.
Tim Pritlove
Es ist wirklich so absurd, dass dass der Staat irgendwie mit dem BKA und dem BSI zwei Organisationen unterhält, deren Ziele zumindest mit bestimmten Themenfeldern diametral entgegensteht, also auf der einen Seite versucht das BSI die Rechner äh der Leute möglichst sicher zu halten, damit ihnen irgendwie nichts Böses passiert und keine Wirtschaftsspionage passiert oder was nicht noch alles, ja? Und zwei Räume weiter äh sitzt dann irgendjemand, der sich diebisch freut, dass äh das BSI für irgendwas noch nicht gewarnt hat, dass man das jetzt noch benutzen kann, um irgendwie dieselben Organisationen auszuhören. Also es ist, abzuhören. Das ist wirklich absurd und ähm das kann eigentlich gar nicht angehen, ne? Zumal es auch für mich hoch fragwürdig ist, ob man überhaupt dem Staat erlauben darf. Also ich meine, wie schätzt du diese Blackhead-Szene ein? Ich meine, im Prinzip.
Linus Neumann
Ist das der.
Tim Pritlove
Ist das ja kriminelles Handeln. Oder.
Linus Neumann
Zu verkaufen.
Tim Pritlove
Na ja, kann man das so sagen? Also.
Linus Neumann
Also Explods haben Werte. So, das, also, ich, ich, ich will ich will's auch jetzt hier, was ich persönlich zum vom Bundestrainer halte, ich wollte jetzt nur mal so sagen, warum warum scheiterst das BKA daran, ne? Also das ja, jetzt habe ich ja, glaube ich, klar gemacht. Wenn ich, wenn du einen Explode hast für für ein bestimmtes, für eine bestimmte Plattform, bestimmte ähm, sagen wir mal äh so ein iOS Explode oder was so. Wenn er es wenn er sich wirklich zu Drive bei äh eignet, ja? Ähm das kannst du für sehr, sehr viel Geld verkaufen.
Tim Pritlove
Größenordnung.
Linus Neumann
Hm ich würde schätzen, je nachdem an wen und wie wie mächtig dein Explode ist, wahrscheinlich irgendwas zwischen sechzigtausend und einer viertel Million. So, das sind so die die groben Zahlen, die man so liest. Es gab ich glaube, Andre Meister hatte auf Netzpolitik org einen äh längeren Artikel dazu vor kurzer Zeit. Den suche ich noch mal raus, wo es also, um diesen Markt ging. Hm. Den Markt gibt es ja. Und du kannst ähm enorm schön damit Geld verdienen als Fackel.
Tim Pritlove
Ja. Muss man einen Ton ausschalten, sonst sind wieder alles.
Linus Neumann
Aber meiner, meiner ist raus. Meiner ist aus, ich habe geguckt. Ich glaube, das sind deine E-Mails, die da gerade ankommen. Oder?
Tim Pritlove
Sicher? Das kann auch sein. Entschuldigung.
Linus Neumann
Also gibt es gibt auf jeden Fall diesen Export-Markt und da sind, nicht unbedingt wirklich jetzt starten so aktiv, also wahrscheinlich auch staatliche Geheimdienste, aber es gibt eben auch eine privatwirtschaftliche Firmen und da ist eben Finn Fischer äh, ganz klar zu benennen, die Software von von Gamma, die also wirklich sagt, hier ähm. Oder sonst was oder das machen wir. Und die sind da stolz und zufrieden drauf. Und die gehen regelmäßig shoppen, in der Explod-Szene, um das Ding irgendwie zu pflegen. Und das ist natürlich auch so, man könnte das eigentlich ähm. Man könnte das ja fast ähm, ökonomisch rechtfertigen, warum sollte jeder Staat seine eigene äh Überwachungssoftware haben, wenn man einfach das outsourcen kann, einen Profianbieter, der halt dafür sorgt, dass das alles ähm, Ja, die machen das so aus einer Hand, die haben irgendwie IT-influsion training Programm, äh ein taktisches Portfolio und dann diese Remote Monitoring Solutions und so. Die haben das einfach, die haben da den.
Tim Pritlove
Zu meiner gewagten These, dass das ja also vielleicht war ich da jetzt etwas vorschnell in der Bewertung, aber äh diese, Märkte, die sind schon, sagen wir mal, kritisch. Ja, weil wir wissen auch alle, wer da einkauft und wer das größte Interesse hat, das sind halt Leute, die Bot Netze betreiben wollen, et cetera PP oder dunkle Ziele haben. Außerdem sind dann eben auch noch die Staaten unterwegs, wenn das für sie irgendwie brauchbar ist und ähm, im Zweifelsfall, zumindest in manchen Ländern dann auch äh ganz brauchbares Budget, um da äh konkurrieren zu können. Das heißt, da wird einfach ein Marktwert geschaffen, entweder durch die Nachfrage äh von, Staaten, die gerne Überwachung betreiben werden wollen oder von Kriminellen, die gerne äh Leute ausnehmen wollen. So und diesen Markt zu bedienen, daran teilzunehmen und damit diesen Markt als solchen auch so zu gestatten, halte ich zumindest für diskussions.
Linus Neumann
Ist absolut verwerflich. Ganz klar. Also es ist ein ich also es ist ganz klar absolut nicht in Ordnung das zu tun, Bin ich also ist auch etwas, was ich nie machen würde und wo man sich selbstverständlich auch in eine Situation bringt, dass man in Deutschland in, sage ich mal, der, der. Der vorherrschenden Hackerszene sich nicht mehr blicken äh zu lassen braucht, ja, wenn man irgendwie ernsthaft mal einen mächtigen Exploit ähm an Gamma zum Beispiel verkauft.
Tim Pritlove
Ja gut, dabei ist es so ein bisschen wie mit dem Drogenhandel, ja, da die Nachfrage besteht so und solange die Nachfrage da ist, wird's das Angebot immer geben. Jetzt die Frage, kann man das irgendwie legalisieren? Ne, also kann man das Ganze auf auf Beine stellen, wo man sagt, äh es gibt hier auch einen definierten ähm Weg. Ich meine, derzeit ist das nicht in dem eigentlichen Sinne verboten, ne. Also das ist halt jetzt wirklich auch die Frage, weil du kannst sowas natürlich auch als Dienstleistung verkaufen, was es ja in gewisser Hinsicht auch ist. Und natürlich sagen diese Security-Resucher auch, na ja, ich investiere da viel Zeit und Arbeit und Energie und Wissen vor allem, ja? Und das ist eine eine hohe Kunst, sowas zu finden und, im Prinzip ist ja das Aufdecken von Sicherheitslücken auch ein Heeresziel. Was kann ich aber dafür, wenn der Betriebssystemhersteller, der in dem Moment betroffen ist oder äh Anwendungsentwickler äh in dem Moment nicht bereit oder in der Lage ist, mir meine Kosten zu decken. Ja.
Linus Neumann
Das ist, also das ist ja, das ist.
Tim Pritlove
Argumentation.
Linus Neumann
Das ist auch ein großes Problem. Also du kennst diese äh ach ja, wie heißen die denn, dass ähm, irgendwas mit oder so die das sind auch so Verkäufer, und die gehen halt zum Beispiel diesen die sind echt, die sind richtig dreckig drauf, die gehen zu diesen ähm es gibt doch dann immer diese Browser Challenges, wo dann irgendwie Google sich hinstellt und sagt, hier ähm, Sechzigtausend Dollar auf den Tisch des Hauses, wenn ihr irgendwie einen äh Codex Secution Explode in der aktuellen Chrome-Version findet. Und äh also quasi wirklich, dass dass dann etwas wäre, was wo man durch den Besuch einer Webseite wirklich den Computer letztendlich komplett äh besitzen kann.
Tim Pritlove
Mhm. Wollte zumindest in Teilen.
Linus Neumann
Sondern loben die irgendwie sechzigtausend Dollar aus und aber, wenn man die sechzigtausend Dollar kriegt, dann natürlich auch nur dann, wenn man äh dann dazu beiträgt, äh, also zu verdeutlichen, wo der Back ist und dafür zu sorgen, dass das dass Google ihn dann fixen kann, ja? Oder beziehungsweise, dass das Deft-Team für Chrome. Und wuppen sind so Leute, die gehen dahin. V UPN. Die gehen dahin, nehmen an dem Wettbewerb teil, zeigen, dass sie's können und, Sagen aber dann nicht, wo die Lücke ist und verzichten auf die Sechzigtausend und nehmen quasi die Aufmerksamkeit dieser dieser Wettbewerbe Dieser Wettbewerbe, dass dann auf dem Explode-Markt klar ist, ey, bei wuppen, wenn wir irgendwie demnächst mal einen Drive bei Explor äh zum Verteilen unserer äh unserer Software brauchen, äh unserer. Äh dann können wir uns bei melden. Die haben dann einen schönen Explode für Chrome. So und so sind die drauf. Und die sagen, was sollen wir mit diesen sechzigtausend? Ähm wir möchten ganz gerne lieber die viertel Millionen haben. Und hier in dem Artikel von Andre, da ja, guck mal hier, iOS ähm, hunderttausend, ja, bis eine Viertelmillion geht das hoch, Eiweiß Exportser, Microsoft Word, fünfzigtausend bis hunderttausend Dollar, Da kriegst du richtig Kohle für. Firefox oder Safari, sechzigtausend bis hundertfünfzigtausend. Chrome oder Internetcom oder Internetsperre achtzigtausend bis zweihunderttausend Dollar.
Tim Pritlove
Ja, da ist schon ganz schön was zu holen, ne? Na ja gut, also wir waren ja eigentlich beim BKA, und ähm dem problematischen Bereich, äh ja, wenn man jetzt, auf Basis von Sicherheitslückenüberwachung organisieren will, dass man da immer wieder Nachschub braucht, ja, was eigentlich heißt, die müssten irgendwie Unmengen an Geld ausgeben und bezweifeln, dass sie das überhaupt sich so leisten, können dürfen.
Linus Neumann
Du willst ja auch nicht, dass dein genau, also Legitimität.
Tim Pritlove
Und Legalität auch.
Linus Neumann
Also das sind beides denke ich, Fragen, wo's ähm ziemlich klar ist, dass das sehr, sehr, sehr, zu sehen ist und ein sehr enorm krassen Eingriff in die Privatsphäre darstellt, wenn ich den Computer überwache. Also wenn ich mir vorstellen will, dass das jemand bei mir äh machen würde, ähm würde ich, wenn ich also sehr, sehr.
Tim Pritlove
Ja und vor allem, ich meine, jetzt gibt es ja dieses vor ein paar Jahren erkämpfte Grundrecht auf Integrität der äh eigenen Infrastruktur, dem widerspricht das ja eigentlich auch grundsätzlich.
Linus Neumann
Ja. Ähm das ist ja auch die die lange Debatte um den Staatstrianer äh gewesen. Haben wir die eigentlich hier bei uns so richtig behandelt? Nicht so wirklich, ne?
Tim Pritlove
Es ist noch ein bisschen vor unserer Zeit äh gewesen, eigentlich greifen wir das das erste Mal wirklich ähm richtig auf. Also Trojaner hatten wir zwar hier und da mal, aber ich kann mich jetzt gerade nicht erinnern, dass wir da.
Linus Neumann
Also die.
Tim Pritlove
Rückblick schon mal getan haben oder haben wir.
Linus Neumann
Das Problem war ja irgendwie so, dass sie sagen, okay, wenn wenn der Nutzer oder wenn das Überwachungssubjekt äh vernünftig Ende zu Ende verschlüsselt Also sagen wir mal seine E-Mails vernünftig mit ähm GPG äh verschlüsselt und sich einfach mal ähm Security-technisch, korrekt verhält, dann habe ich ja durch keine, denkbare Maßnahme, Zugriff auf diese Kommunikation, Es sei denn, ich schaue mir diese Kommunikation an der Quelle an. Und deswegen kam ja auch dieser Name Quellen-TKÜ zustande. Das heißt, ich muss also ähm, Wenn ich den, wenn ich die die E-Mail-Verschlüsselung beispielsweise nicht knacken kann, dann muss ich einen Trojaner auf dem Rechner haben, der Screenshots macht in dem Moment, wo die Person die E-Mail anschaut. Ähm oder äh irgendwie den den Entschlüssigungsprozess irgendwie so behindert, dass äh dass ich dass ich irgendwie an diese Daten komme. Ähnlich ist es bei Skype, äh Skype sind also auch äh verschlüsselte Verbindungen, die auch noch laufen, die ähm so ist das Verständnis nicht ernst nicht so besonders gut abgehört werden können, ja? Ähm. Da. Auch da gab es dann eben diesen Staatstrojaner, der gezielt darauf, also ein Audiodevice aufmachte, um eben Skype-Verbindungen mitzuhören. Auch da wieder an der Quelle, ähm die Kritik an diesem äh Staatstrojaner war dann eben, dass er sehr viel, oder theoretisch die Möglichkeit hatte, sehr viel mehr als das zu machen, ja. Also diese Screenshot-Anfertigungen, die gingen natürlich die ganze Zeit und da konnte man natürlich dann auch äh private äh Informationen mit abgreifen und ähm er hatte, das wurde damals vom CCC kritisiert, diese eine Nachladefunktion. Das heißt, man konnte ähm. Im Prinzip beliebigen Code auf diesen Rechner ziehen äh äh oder schieben und dort ausführen lassen. Es ist im Prinzip, denke ich mal, bei einer Myware, in erster Linie eine i ein Ansatz um sie upzudaten, ja? Also ich möchte äh möglichst äh wenn meine Malwahl sich weiterentwickelt hat. Ähm ich sagen wir mal, entweder neuere Funktionen drin habe oder ähm sie insofern verändere, dass sie nicht mehr detektiert wird von äh bestimmten Programmen, die sie vielleicht irgendwann mal enttarnt haben. Ich möchte meine Myware updaten können, als jemand, der ähm Myware irgendwo deployd. Und diese Funktion ähm ermöglicht es natürlich auch ähm beispielsweise ähm. Beweise auf diesem Rechner zu pflanzen. Also ich könnte ja, ob ich da jetzt hinschicke, okay, update mal deine oder ähm Speicher mal in Ordner so und so, belastendes Dokument A, ähm ist technisch nicht zu trennen, was äh den CCC dann eben dazu bewogen hat zu sagen, diese Maßnahme ähm kann eigentlich nicht vor Gericht ähm, aufrechterhalten werden, weil sie eben zu einer, eine Manipulation nicht ausschließt, sondern ganz klar ermöglicht. Das war so Kurzzusammenfassung, die Diskussion um den ähm Staatstrojaner. Ähm noch dazu war ja irgendwie ganz besonders schlecht äh geschrieben und so weiter gab's äh große, große Häme über den über die Qualität des Discodes oder so. Das jetzt irgendwie kurzzusammenfassung, äh Staatstrojaner und äh. Im Moment ist sind eben die Bemühungen da irgendwie einen weiteren, finden, der sich an bestimmte Vorgaben, die es da auch schon vom Bundesverfassungsgericht gibt, hält.
Tim Pritlove
Ja, ich habe kurz nochmal nachgeschlagen. Also wir hatten Staatstrujaner äh, In der vierzehnten Ausgabe, kurz als Thema, als um diesen Leak des entsprechenden Datenschutzberichts ging. Ja, aber ich denke, jetzt haben wir zu diesem Thema auch genug gesagt. Äh macht alles nicht so den Eindruck, als ob das BKA da nennenswerte Fortschritte erzielt mit diesem Projekt.
Linus Neumann
Ich bin mir relativ sicher, dass sie einfach Finn Fischer nehmen werden, fertig. Und dann ähm hast du es auf jeden Fall mit Profis zu tun.
Tim Pritlove
Okay. Aber das Problem bleibt.
Linus Neumann
Das äh rechtliche Problem, der Legitimität, Legalität und so weiter, das bleibt auf jeden Fall bestehen und ich glaube, da haben wir ja auch durchblicken lassen, wieder unsere Einschätzung zu ist. Nicht, dass ich jetzt hier nachher als der äh Exploit-Handelslegitimierer irgendwie in die Geschichte eingehen. Also da bin ich sehr großer Gegner von.
Tim Pritlove
Gut. Was haben wir noch? Google.
Linus Neumann
Google, ja, interessante, also interessante äh Wendungen eher philosophischer Natur. Ähm, Was, also wie ist damit umzugehen, wenn jetzt so eine Suchmaschine, wie Google, sagen wir mal, die Suchergebnisse manipuliert, können, also beispielsweise ich, wenn ich jetzt bei Google, ich kann es mal ausprobieren, ich gehe jetzt bei Google hin und gebe Mail ein, dann wird im Zweifelsfall mir Google Mail angeboten. Und ähm. Man könnte jetzt natürlich unterstellen, dass Google mir deshalb Google Mail anbietet, weil das eben ihr Angebot ist und sie möchten, dass sich dieses nutze.
Tim Pritlove
Also bei mir kommt tatsächlich Yahoo als erstes Ergebnis.
Linus Neumann
Was bist du denn für einer? Was hast du denn.
Tim Pritlove
Ich? Na, was hat das mit mir zu tun? Google hat mir das gesagt.
Linus Neumann
Google sagt dir, äh Yahoo.
Tim Pritlove
Und das erste ist ein. Das Zweite ist.
Linus Neumann
Du weißt ja, dass die weißt, du weißt ja, dass die individualisiert werden, ne? Bei mir.
Tim Pritlove
Ja ja also du führst das jetzt auf mich zurück.
Linus Neumann
Ich würde sagen, die denken sich der Tim, wenn der schicken wir zu jahu.
Tim Pritlove
Das mag der bestimmt.
Linus Neumann
Das macht ja bestimmt, das ist bunt.
Tim Pritlove
Tja, na ja, weiß nicht. Wenn ich ausgeloggt bin, kriege ich immer noch äh.
Linus Neumann
Das gibt's ja nicht. Ich bin.
Tim Pritlove
Herr Geier, ob man sich da überhaupt auslogen kann oder ob man das nur nicht angezeigt bekommt.
Linus Neumann
Problem äh oder Frage ist klar.
Tim Pritlove
Aber darum geht's ja jetzt erstmal nicht. Also es sind verschiedene Mailanbieter hier durchaus vertreten, aber wir wissen alle, dass insbesondere diese Google Plus Integration schon, extrem gewichteten Suchergebnissen geführt haben, die von Google natürlich dann vor allem als Erleichterung, et cetera gepriesen wurden.
Linus Neumann
So und jetzt haben wir also die die Frage also eigentlich 'ne kartellrechtliche Frage so ein bisschen darf Google das ja? Oder oder was ist überhaupt 'ne Suchmaschine? So, weil ich denke mal, man muss einfach ganz klar sagen, Google ist irgendwie eine private Firma, die da, einen Dienst anbietet, der sich Suchmaschine nennt und der sagt, ich finde für dich die Daten. So, wenn die sagen, okay, ähm wir bieten natürlich unsere Dienste da bevorzugt an. Dann äh sehe ich da wenig Handhabe, die man dagegen hat, und so veröffentlichte Google jetzt eine Studie mit dem Ergebnis, ähm. Dass sie sagen, diese Manipulation von Suchmaschinenergebnissen oder der gezielte die gezielte Veränderung dieser Suchmaschinenergebnisse äh sei von dem ersten Inment von der Meinungsfreiheit gedeckt. Sie berufen sich auf die auf die Meinungsfreiheit bei der, bei dem, was sie dir als Suchergebnis liefern. Und ich sehe da ehrlich gesagt.
Tim Pritlove
Wessen Meinung ist jetzt an der Stelle frei? Ihre Meinung, was haben Sie, was haben Sie denn für eine Meinung zu meinem So.
Linus Neumann
Dass das Google Mail für dich das das Passende ist. Aber die Frage ist, was ist es denn sonst? Was was bietet Google dir denn an? Also das ähm.
Tim Pritlove
Wer hat denn da jetzt eine Meinungsfreiheit? Die Firma, der Computer?
Linus Neumann
Nee, hat die Firma. Also so verstehe ich das jetzt.
Tim Pritlove
Gibt's jetzt Meinungsfreiheit auch für Firmen oder war das nicht irgendwie für Menschen?
Linus Neumann
Haben Firmen keine Meinungsfreiheit?
Tim Pritlove
Interessante Frage, aber. Eine juristische Person, ich meine in Amerika haben juristische Personen auch Eigentum, von daher könnte man sagen, dass ich mittlerweile sämtliche Menschenrechte auch auf Firmen erstrecken, weiß ich nicht wie weit man das so treiben kann. Finde ich allerdings ein interessantes. Phänomene, natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass man auch als Organisation und damit äh Gruppe von Menschen äh äh die Menschen, Rechte für sich in Anspruch nehmen kann, aber ich habe keine Ahnung, was äh jetzt ein Jurist, wie sehr ein Jurist die Hände zusammenschlagen würde über seinem Kopf oder vor seinem Bauch.
Linus Neumann
Also in Deutschland ähm wie es in Deutschland wäre, gibt's einen Artikel auf Telemedicus. Ähm. Lass uns mal, lass uns vielleicht mal irgendwie davon weggehen, ob diese Firma ist oder nicht, die Frage ist, ähm die haben natürlich irgendwie einen Algorithmus, der der irgendwie nach ihrem, Dafür halten die Relevanz bestimmt. Und an einigen Stellen manipulieren sie den von mir aus, ja? Äh oder auch nicht. Ich meine, sie manipulieren ja zum Beispiel die die nehmen ja auch viele Seiten nicht auf, ja. Könnte man.
Tim Pritlove
Was heißt manipulieren? Ihr Algorithmus drückt ja ohnehin eine Präferenz.
Linus Neumann
Genau, also die können, also ich denke, dass das ja eigentlich auch nicht manipul, man kann nicht von Manipulation sprechen.
Tim Pritlove
Es gibt ja nicht die Wahrheit, sondern es gibt halt ihre Interpretation der Realität und die war schon immer irgendwie so, wie ihr Code sagt, wie es ist.
Linus Neumann
Genau und wenn nicht woanders bessere Suchergebnisse bekomme, dann gehe ich zu einer anderen Suchmaschine. Kriege ich aber im Moment nicht. Also irgendwas machen sie ja richtig. Also diese Frage der Manipulation ähm ist halt wirklich ganz, 'ne ganz ganz schwer da zu greifen und ich denke nicht dass man irgendeine rechtliche Handhaber hat Google irgendwie zu etwas zu verdammen wie ihr dürft eure Suchergebnisse nicht manipulieren. Also weil weil aber die Frage ist, wirklich, was ist, was ist das das Versprechen einer Suchmaschine, was ist die Dienstleistung, die die anbieten? Und ähm. Früher gab's ja so das war, glaube ich, ja, die das so betrieben haben, diese Web-Verzeichnisse, ne? Die haben ja nicht so richtig eine Suchmaschine betrieben, die haben weniger gecrollt, sondern echt gehofft, dass Nutzer da in Verzeichnissen oder auch eigene Angestellte, in Verzeichnissen des Internet kategorisieren oder so, ne. Das heißt, auch da war nicht, war in keiner Form irgendwie die Rede, dass es da irgendeinen neutralen Algorithmus gibt, den diese ähm den diese Firma dazu Nutzung bereitstellt. Fand ich auf jeden Fall eine eine ganz interessante äh Diskussion, gibt's mal ein paar ähm. Paar Links dazu und ähm, Also man, es, es zeigt sich natürlich in dieser Forderung, dass die nicht manipulieren dürfen, zeigt sich natürlich die Ohnmacht gegenüber einer, einem Privatanbieter, der letztendlich 'n sehr großen Einfluss auf die komplette, Informationsinterpretation und Zusammenstellung der Menschheit hat, weil einfach, weiß ich nicht, neunzig Prozent der Menschen halt Google nutzen, wenn Google dann entscheidet, was weiß ich, Thema äh oder äh das ist Treffer Nummer elf zu dem Thema, dann nehmt den halt keiner mehr wahr, Treffer Nummer eins alle wahrnehmen, ne? Und das äh also das ist ein sehr spannendes, äh sehr spannende Thematik, die ich da sehe. Aber ich denke, dass man da nichts dagegen machen kann, äh weil's halt ein privater Anbieter ja eine Webseite und du hast null Anspruch darauf, dass da überhaupt irgendwas zurückkommt. Wäre jetzt so meine meine Interpretation, was nicht unbedingt heißt, dass ich das gut finde, dass es so ist. Ich sehe schon das Thema interessiert dich nicht so.
Tim Pritlove
Ja, ich habe da äh kann er jetzt gerade nicht so habe da gerade nicht so viele Neuronenverbindungen, äh wenn ich darüber nachdenke. Also es ist ist eine ungelöstes ähm Problem und es ist wirklich die Frage, inwieweit äh. Ist da überhaupt eine Neutralität geben kann in den Ergebnissen, ja? Und wie, ich meine, es ist ja auch nicht so, dass der Algorithmus ähm, Publiziert wäre.
Linus Neumann
Na gut, dann werden sie sich verhüten. Ja klar.
Tim Pritlove
Na ja eben, da werden sie sich verhüten, weil das ist ja ihr Betriebsgeheimnis, das ist ja der eigentliche Wert, dessen, was sie tun und deswegen, wenn sie das eben äh nicht so weit aus posaunen, außer eben den grundlegenden, zu den grundlegenden verwendeten Patenten, Patchrank et cetera, äh äh was ja mittlerweile beileibe nicht mehr Das einzige Element ist, sondern das ist eine eine Vielzahl von von Algorithmen, Vorgehensweisen, die eben das ausmachen, was äh diesen Google Suchindex bestimmen und, da das eben nicht offengelegt ist, gibt es in dem Sinne eigentlich auch überhaupt gar keine überprüfbare Wahrheit, ja, sozusagen, also man könnte ja auch sagen, es ist eigentlich egal, was ihr macht, Aber ihr dokumentiert, wie ihr es macht, ja, Also in irgendeiner Form nachvollziehbarer Art und Weise eures Algorithmusses und dann äh sagt ihr einfach nur. Scheißegal, was wir rausgeben. Wir sagen euch zumindest, auf welcher Basis das passiert und zwar konkreter als bisher. Ich weiß, denkt nicht, dass das eine irgendeine Chance hat, diese Initiative, das äh so durchzusetzen. Ich sage nur, erst dann könnte man eben wirklich sagen, oh hier böses Google, ihr tut nicht das, was ihr sagt. Ja, weil derzeit sagen sie nur, wir haben da irgendeinen Algorithmus und das ist unsere Interpretation des Webs äh EDIT. So und ob das nun Meinungsfreiheit ist oder so finde ich an der Stelle eigentlich auch vollkommen irrelevant.
Linus Neumann
Frage stellt sich eigentlich nicht. So äh in in den USA ist es halt immer sehr wichtig, da wird das halt sehr, sehr hochgehalten, dieses Argument, ne? Und äh also ist halt irgendwie so der heilige Gral und äh wer auf den schwört, ähm, Ist halt einfach, dass du, da weiß jeder, das ist.
Tim Pritlove
Sie ziehen diese Karte eigentlich nur, damit sie ihnen keiner auf die Finger klopft.
Linus Neumann
Interessant ist eben, sie geben damit, sie geben damit aber im Prinzip zu, dass sie manipulieren, ja? Sofern, also wie gesagt, dieses dieser Begriff Manipulation ist eigentlich schon.
Tim Pritlove
Frei, also genau, weil dann dann das würde ja voraussetzen, dass es irgendeine Wahrheit in Suchergebnissen gibt und wenn's die gäbe, dann könnten ja alle diese Suchergebnisse liefern. Ja, also dann dann bräuchte man ja nur auf Wahrheit Punkt com äh äh gehen und sich äh äh die Wahrheit einfach runterladen und aufm Browser anzeigen, aber so einfach ist es nun mal nicht, ne. Die Wahrheit ist dann eben auch äh eher so eine Sache und tatsächlich ist es eben auch wirklich so eine Interpretationsfreiheit, ne.
Linus Neumann
Also bei noch ein kleines Beispiel fällt mir so anekdotisch zum Abschluss ein, das war doch irgendwie letztes letzte Woche dieses Thema, wenn man am iPhone vier Siri gefragt hat, was das ähm, Bestes Smartphone der Welt ist? Dann hat Siri ähm die greifen sehr stark auf Wolfram Alpha zurück, Suchmaschine der man Fragen stellen kann, die dann tatsächlich sich bemüht, Antworten zu finden. Und man man fragte also das iPhone Siri, sag mal, was ist denn das beste Smartphone der Welt? Und dann sagte Siri, das Nokia Loomi anneut hat. Weil bei Wolfram Eifer halt irgendwie die Information gespeichert hatte, dass Nokia Lumia neunhundert ist, hat das beste Smartphone der Welt. Und jetzt äh hat dann äh Apple irgendwie Siri manipuliert, dass Siri auf diese Frage jetzt antwortet so, die Frage stellst du doch nicht echt? Suchmaschinenergebnismanipulation, ja? Ja, das fand ich auf jeden Fall ganz äh fand ich geil.
Tim Pritlove
Alpha meint, dass es Lunia das Beste sei, das äh kriege ich aber schon wieder ganz andere Ergebnisse. Ähm sehr interessant.
Linus Neumann
Ähm also, Wahrscheinlich haben sie es bei Wolfram Eifer angerufen, hat gesagt, ey, ihr habt da irgendwie einen Fehler bei euch im Algorithmus, der sagt irgendwie, der gibt die falsche Antwort. Äh aber gab's auf jeden Fall irgendwie überall, äh war überall in den Medien.
Tim Pritlove
Naja, das ist natürlich toll, ne? Ich meine, Wolfram Alpha ist äh hier eigentlich auch nochmal ein, ein Thema für sich, ne? Derzeit ist hier äh auf Platz eins das HTC Trophy Mobile Phone Black bereisen, weil es ich weiß ja nicht.
Linus Neumann
Ja, die müssen da auch noch ein bisschen optimieren.
Tim Pritlove
Schon lustig, ne? Wolfram Alpha, oh Mann, ja. Gut, äh wenn man das Thema beenden erstmal, was haben wir denn? Wir sind haben müssen nochmal nach Holland äh.
Linus Neumann
Wir müssen nochmal nach Holland zurück und zwar äh gab es dann auch einen Kommentar zu der letzten Sendung, dass ich ja gesagt habe, mit dem holländischen Netzneutralitätsgesetz, dass man sich dann solche Sperren wie Pirate Bay oder so eigentlich von der Backe putzen könnte. Diese Äußerungen meinerseits ähm kollidierte zeitlich sehr genau damit, dass äh es in Holland wieder eine ein Gerichtsurteil gehabt, was die zehn größten Provider dazu zwingt, den Zugang zu Pirate zu verhindern. Ähm jetzt ist es natürlich die Frage, erstens gibt's von diesem Netzneutralitätsgesetz nicht die ähm die endgültige Fassung. Zweitens sind natürlich Dinge, die als illegal, identifiziert sind, seien sie es jetzt oder nicht, äh aber das ist ja dann liegt ja dann im Auge der Gerichte. Äh grundsätzlich natürlich davon ausgeschlossen, ähm blockiert zu werden. Ja, also ähm insofern wahrscheinlich eine etwas sehr äh boldes Statement von meiner Seite, was ich so nicht halten kann. Es scheint also so zu sein, dass in Holland im Moment im äh wirklich eine Sperre von The Pirate Bay, angeordnet wird von Gerichten und auch durchgesetzt wird. Sondern zwanzig Domains, die irgendwie dann noch irgendwie oder irgendwie darauf irgendwie verlinken oder sonst was. Und die ISP ist kriegen äh sonst sehr empfindliche Strafen. Viertel Millionen Euro, wenn sie's irgendwie nicht irgendwie innerhalb kürzester Zeit umsetzen und so weiter. Also da muss ich also eventuell so ein bisschen zurückrudern. Wir müssen jetzt mal schauen, was ist, wenn dieses Gesetz wirklich in seiner letzten Ausformulierung ist, ob es dann wirklich eine Handhaber gibt. Als illegal bezeichnete oder als illegal identifizierte Seiten zugänglich machen zu müssen. Ich denke nicht, dass man dieses Netz neutralitätsgesetz in Holland ernsthaft am Ende so durchinterpretieren kann. Aber dann gibt's noch äh noch ein paar neue äh spannende Sachen, wenn man so von Pirate Bay redet. Es hat sich eine Firma äh dem Markt vorgestellt, mit dem Namen Pirat Pay, und die haben irgendwie ein bisschen Traffic Management für Klienten gemacht und haben offensichtlich, eine Möglichkeit gefunden Schwärme, zu zerstören, indem sie irgendwie die Kleins, die da drin sind, mit äh falschen Informationen fluten und das, was letztlich dazu führt, dass sie sich aus diesem, aus diesem tollen Schwarm äh disconnecten und nicht ähm. Nicht äh zu Ende herunterladen. Und die bieten jetzt ihr wollen jetzt ihre Dienstleistungen auf dem Markt anbieten, dass man also äh für so einen Preis zwischen zwölftausend und fünfzigtausend Euro äh quasi eine Datei. Ähm oder oder ein, ja, ein eine Datei, denke ich mal.
Tim Pritlove
Also ein Hashtag, ein oder mehrere Datei.
Linus Neumann
Ja oder sagen wir mal den Film und alles, was auf dazu zu finden ist, also dass sie diese Torens äh gezielt angreifen. Und äh quasi da den Download vermindern. Und jetzt bin ich ja oder verhindern. Äh sie haben von irgendeinem russischen Film behauptet, dass sie vierundvierzig tausendachthundertfünfundvierzig Transfers erfolgreich äh gestoppt hätten. Ähm jetzt stellt sich natürlich die Frage, ähm.
Tim Pritlove
Transfers im Sinne von so viele Dateien oder Übertragungsversuche dieser Dateien.
Linus Neumann
Das ist nämlich der Punkt. Also wie, ob da jetzt nicht wahrscheinlich einfach von den vierundvierzigtausend äh jeder fünfmal versucht hat, äh nachdem es abgebrochen ist, einfach neu herunterzuladen oder ähm wie viele auch vielleicht erfolgreich waren. Äh dazu machen sie also keine Angaben. Auf jeden Fall, die wollen dieses Produkt jetzt auf den Markt bringen. Ich denke.
Tim Pritlove
Vierundvierzigtausend klingt irgendwie in Internetdimension. Ja. Wie nichts.
Linus Neumann
Na ja, äh wenn wenn du Urheber der alten Schule bist und gehst davon aus, dass diese vierundvierzigtausend stattdessen ins Kino gehen, äh dann sind die.
Tim Pritlove
Klar, dass da irgendjemand jetzt glaubt, dass das eine relevante Zahl wäre, das kann ich mir durchaus äh vorstellen, nur.
Linus Neumann
Würdest du davon ausgehen, dass jeder Film mehr als vierundvierzigtausend Mal geschert wird im Internet?
Tim Pritlove
Du meinst jetzt mehr als vierundvierzigtausend Instanzen separat angeboten werden, deren Download dann komplett verhindert wird oder dass äh fünfundvierzigtausend Zugriffe auf die eine dann.
Linus Neumann
Fünfundvierzigtausend Clients wollen irgendwie diesen Film haben.
Tim Pritlove
Ja. Kommt jetzt echt mal auf einen Film an. Also es gibt Filme, die ist das keine nennenswerte Zahl. Und es gibt andere, ich meine, es ist ja auch so, das ist ja irgendwie das Absurde, die Filme, die auf und überhaupt in Torwart Netzwerken, das zeigen ja diese Toren Freak Statistiken regelmäßig.
Linus Neumann
Das sind die absoluten Erfolgs.
Tim Pritlove
Das sind genau die Dinger, die einfach Kohle machen. Und wenn das Filme sind, die keinen Schwanz interessieren, dann sind die auch nicht auf. Ich meine, das ist ja eh ein Mythos, dass man alles kriegt, Probiere mal irgendeinen Film, der dreißig Jahre alt ist, der dir jetzt jemand äh empfohlen hat, irgendein Arthaus, trallala, wertvoller Film, was weiß ich hier, Louis Bünuel oder so. Ruf mal auf, es nüscht, nichts ist da, sondern es sind nur die Sachen, die grade alle jetzt sofort haben wollen. Die oder die äh nicht totzukriegen sind, Star Wars und so weiter, ja? Und auch Star Wars, ich habe auch nicht so den Eindruck, dass äh George Luca ist jetzt schon irgendwie auf Hartz vier äh angekommen wäre. Ja, also es ist einfach.
Linus Neumann
Ziel noch nicht erreicht oder was.
Tim Pritlove
Vollkommen absurde Argumentation an der Stelle, weil dieses ganze nur. Widerspiegelt, was ohnehin Nachfrage da ist, nicht? Und in dem Moment, wo äh diese Nachfrage durch legale Angebote auch mal kompensiert wird, äh ändert sich das Verhalten auch gleich.
Linus Neumann
Also es gibt natürlich, das ist ja eine interessante eine interessante Korrelation. Wir haben einmal eine Korrelation irgendwie die Filme, die im Kino Erfolg haben, haben auch auf Erfolg, Und es gibt noch eine zweite Korrelation und das ist die Leute, die mehr runterladen, geben auch mehr Geld aus für Musik, Bücher oder was äh was ihr Herz begehrt.
Tim Pritlove
Na, was Freaks sind, weil die sich die Inspiration holen daheim.
Linus Neumann
Genau, sind beides, sind beides Korrelationen. Ähm, Man kann jetzt also einerseits sagen, siehste, so dass äh wir wir teilen mehr, wir geben euch aber auch mehr Geld, liebe Kulturindustrie, Ähm die andere Interpretation ist, die also diese mit diesen Daten müssen sich ja auch, müssen sich ja auch die äh Urheberrechtslobbyisten auseinandersetzen. Die interpretieren die Information, sodass sie sagen, ähm klar, jemand, der mehr Interesse an Kultur hat, der kauft mehr und der lädt auch mehr herunter. Ähm, Aber sie sagen, der lebt nicht, Kauft nicht deshalb mehr, weil er mehr herunterlädt. Ähm und bei der anderen Sache kann man also auch ein ganz klar sagen, dass es da eventuell also man könnte es so interpretieren, dass Pirate Bay als ähm, Werbeplattformen, auch die Zuschauerzahlen im Kino pusht. Man könnte aber natürlich auch einfach sagen, okay, es gibt Leute, die gucken im Kinofilme und es gibt Leute, die gucken auf Pirate Bay Filme und es gibt gute und schlechte Filme und diese beiden Phänomene stehen erstmal nicht ins, in einem Kausalzusammenhang, das irgendwie, also man könnte genauso gut sagen, ja klar, im Kino hat der Film Erfolg und deswegen wird er auf Pirate Bave vier runtergeladen, also da da sind die Kausalitätsrichtungen bei diesen Korrelationen nicht geklärt und deswegen versucht sie jeder auf seine Weise, Zu
Tim Pritlove
Verschiedene Interpretationsweisen. Ich sehe eigentlich relativ wenig anders. Man das ist einfach das äh, die bittere Distropubion erlaubt halt einfach den Zugriff auf Kulturgut, der einfach global nachgefragt ist sofort. So, ich meine, wenn die dann erstmal alles in die Kinos bringen und dann sechs Monate warten, bis sie in eine DVD rausbringen, ja, diese denn äh äh auf ewige Zeiten einen digitalen Download verunmöglichen, dann kann man sich einfach nicht wundern, ja. Ich glaube, dass gäbe es jetzt, Was weiß ich, hier werden James Cameron irgendwie seinen nächsten dicken Film rausbringt, hier Titanic, et cetera, Avatar, wenn der jetzt irgendwie nochmal irgendwie so ein Evergreen startet und schon wieder ein Thema gefunden hat, was irgendwie alle angucken wollen, So und dieser Film würde weltweit von Tag null an, digitaler Download ohne Kopierschutz irgendwie für fünf Dollar zum Verkauf stehen. Das wär. Meiner Meinung nach, ja, Liebe dann natürlich noch zu beweisen so, aber das wäre, Ja, mit irgendwie voller Qualität und nicht irgendwie tausendmal umkurdiert und äh äh die Tonspur fehlt und so weiter.
Linus Neumann
Der Schuhkarton.
Tim Pritlove
Mit mit allen Übersetzungen, mit allen Untertiteln, mit irgendwie ist das Ding in null Komma nix of Natürlich ist das Ding dann irgendwie da auch wahrscheinlich mit äh dreißigtausend Seedern am Start und wird irgendwie äh fünf Millionen mal runtergeladen. Aber es wird auch einfach eine unfassbare Zahl an Käufen geben, wahrscheinlich alles übersteigt, was sie im Kinoumsatz jemals gesehen haben.
Linus Neumann
Apropos Kinoumsatz, das wären natürlich die Freunde, die sich dann äh sehr beschweren würden, wenn der James Cameron diese Entscheidung treffe und das sind natürlich die äh Kinobetreiber, ne. Die haben ja.
Tim Pritlove
Sogar, das würde ich noch nicht mal als gesichert ansehen.
Linus Neumann
Sagen wir mal, gesichert ist nicht, dass sie zu Schaden kommen. Gesichert ist, dass sie sich auf jeden Fall beschweren würden.
Tim Pritlove
Ihre beschweren, würden sie sich? Die Frage ist nur, ob sie Grund dazu haben, also auch das, weil das, das Ding ist, es gibt halt Leute, die gehen ja, die gehen ja nicht deshalb ins Kino, weil das der einzige Ort ist, wo man sich den angucken kann, sondern sie gehen ja auch ins Kino, weil sie das cool finden, sowas in einem Kino zu erleben mit anderen Leuten, mit Popcorn und alles, was dazu gehört und Aufregung und ein hübsches Mädchen noch dabei und das ist ja auch eine, ja.
Linus Neumann
Echt, die gibt's da auch noch, oder was? Alles. Kino ist geil, Kino ist ein cooles Angebot und ähm ist auch ernsthaft nicht besonders.
Tim Pritlove
Ja, ich meine, du hast halt auch keine dreißig Meter Leinwand mit irgendwie deutlichste Rundprologic-Schnickschnack, äh ja, Dolce Ron-Prologic-Kasse, aber nicht hier mit dem ganzen TRX-Klimpeln et cetera, also ein Kino kann immer mehr bieten.
Linus Neumann
Ich habe auch keine Popcorn.
Tim Pritlove
Und das äh wenn man auch nochmal ein bisschen zurückschaut in die in die Kinovergangenheit, Ähm es gab ja mal dieses große Kinosterben, als das Fernsehen anfing, Fernsehen, äh also im Fernsehen, Hollywood und andere äh äh Filmproduktionen zu zeigen. Natürlich war da sofort der Finger dann auch so, ja, hier das Fernsehen, Ähm ist jetzt daran Schuld, dass die Kinokultur untergeht, weil die Leute können sich das ja auch zu Hause anschauen. Das war in gewisser Hinsicht auch so, solange das Fernsehen nämlich noch diesen Hauch des Neuen hatte. Das war ja ein Videorecorder kam auf und so und es war einfach diese unglaubliche Expansionsphase äh äh weltweit und besonders in Europa alle gesagt haben, oh ja, ein Fernseher zu Hause, jetzt habe ich hier Farbfernsehen und so weiter, natürlich im Kino immer noch eine ganz andere Nummer ist, das war zwar Film, uns alles nicht so digital und hübsch wie heute, aber im Vergleich zu dem, was du da in deinem Pahl Krissel, Oval, Bildschirm da irgendwie zu sehen bekamst, was da irgendwie von so einer schlecht magnetisierten äh äh Kassette raufgespielt wurde oder dann eben im Fernsehen halt mit mit Störungen und Hausantenne übertragen wurde. Das hatte nur den Reiz des Neuen. Die Kinobetreiber. Hatten dann diese Einbrüche und wie haben sie dann gekontert? Ja? Sie haben irgendwie ihre Kinos äh äh mit mit Trennwänden halbiert und noch mal halbiert und nochmal halbiert so kleine Kinokapseln da gebaut, mit irgendwie dreißig, haben die eigentliche Experience des Kinos komplett zerstört und das hat ihnen dann erstmal auch den Rest gegeben, während dann der, Gründer der CinemaxX Geschichte, Damals angefangen hat, all diese ganzen Kinos, die nicht mehr klar kamen, die vor allem die Programmkinos alle aufzukaufen, oder als Programmkinos für Liebhaber aufzumachen mit ordentlichem Ambiente und irgendwie gemütlichen Kinositzen und einfach alles in Ordnung, schönes Programmheft. Damit hat er so einen Erfolg gehabt, dass er dann angefangen hat, auch alle anderen Kinos zu kaufen und dann mit CinemaxX quasi die Multiplex-Kino Idee in diesen USA zu dem Zeitpunkt schon gab, auch nach äh äh Deutschland zu tragen und damit einfach unglaublich erfolgreich zu werden. Und warum? Weil die Leute nach wie vor ein Bedürfnis hatten an Erlebniskino in guter Qualität, weil's einfach eine Frage der Qualität ist Angebots ist.
Linus Neumann
Würdest du denn aber sagen, also es ist ja so, dass es äh was du gerade ja auch ansparst, dass es eine klare äh Regeln gibt, dass ein Kinofilm, Erst im Kino läuft, eine gewisse Zeit, dann kommt irgendwann die DVD, und dann irgendwann könnte der mal in der ARD oder im äh im äh RTL im Privatfernsehen mal im Fernsehen kommen. Das ist, glaube ich, eine Zeitraum von ich da gibt's klar definierte Fristen, aber ich glaube, das sind so anderthalb, zwei Jahre dauert das. Wenn ich jetzt irgendwie wenn irgend so ein fetter Bondfilm kommt, äh dann dauert das anderthalb Jahre, bis der wieder plakatiert ist, kommt, am Ostermontag auf SAT eins oder so, Ähm würdest du sagen, dass auch eventuell das eine Rolle gespielt hat, nämlich genau diese Exklusivierung, Exklusivisierung, die dann da auch stattgefunden hat.
Tim Pritlove
Eine Rolle bei was gespielt hat.
Linus Neumann
Bei der Rettung der Kinos. Gegenüber der, also der.
Tim Pritlove
Nö, also ich glaube, das ist alles vollkommen irrelevant, wann, wo was wie gezeigt wird, weil die Leute schon unterscheiden können, ob äh ob sie ins Kino gehen wollen und da dieses gemeinsame Erlebnis äh Ding auszuleben, ja? Oder ob sie lieber für ihrer Glotze in ihrem Heimkino sitzen. Ich meine, Klar haben viele Leute dann vielleicht auch sowas und finden das dann toll. Aber das sind auch die Leute, die nicht gerne ins Kino gehen. Also wer sich in seinem Wohnzimmer mit seinem dreißig Zoll, Fernseher eingemauert hat oder fünfzig Zoll oder keine Ahnung, Videoprojekte et cetera und das geil findet, so der ist nicht der Kinotyp, Ja, aber es gibt auch einfach genug Leute, die da ihre Ersparnisse unbedingt in so frickeliger Heimtechnik zu versenken und die ganze Zeit darüber irgendwie ihren Konsum da zu bedienen, deren Leben darauf nicht ausgestellt, sie aber eben gerne dieses Erlebnis Kino machen. Ich kann ja jetzt nicht im Einzelnen sagen.
Linus Neumann
Man könnte, man könnte sagen, die werden diskriminiert.
Tim Pritlove
Einfach ein anderes, es ist einfach etwas anderes, ja? Es ist einfach die Dienstleistung ist die Form der Darreichung und nicht die exklusive Zugänglichmachung des Contents als solchem. Und äh das ist, glaube ich, das, was, das gebiert. Und wenn Leute das halt einfach kaufen wollen und da fünf Dollar ausgeben für, Zehn, also der der Preis ist jetzt austauschbar. Ja, das würde wahrscheinlich auch mit höheren Beträgen wunderbar funktionieren, schon äh vor allem bei solchen Blockbustern, Und ich glaube, dass sich das eben auch dann gegenseitig einfach äh äh beschleunigt, weil natürlich dann nach zwei Stunden klar ist, dass das jetzt der Film ist, den alle sehen wollen dann würde es mich auch überhaupt nicht wundern, wenn noch mehr Leute dann das auch im Kino haben wollen.
Linus Neumann
Ja ja, also ja.
Tim Pritlove
Also das, was ganz im Gegenteil nicht in Konkurrenz steht so, aber das ist eine Debatte, die wird jetzt auch schon seit äh Jahrzehnten geführt, aber ich kann dem einfach relativ wenig äh gewinnen, ne? Ich meine iTunes hat es für Musik gezeigt und ich denke, das kann eigentlich auch äh in dem Bereich genauso funktionieren. Im Übrigen gilt das auch für Bücher.
Linus Neumann
Um kurz noch zu diesem Pirate zurückzukommen. Ich würde da einfach nur die Frage stellen ähm also ich denke, dass was auch immer für einen Angriff, die auf die Betonschwärme fahren, dass das relativ bald äh mitigiert wird oder von jemand anderem kopiert wird, sodass man dieser Firma nicht das Geld gibt und die andere Frage ist, hat er im Moment eigentlich jemand Interesse daran, wirklich zu verhindern, das wäre mal interessant, macht das jemand? Oder sagen die, nee, nee, ähm mit Abmahnung, das läuft schon ganz gut gerade das Business. Ähm.
Tim Pritlove
Beziehungsweise eigentlich finden wir das auch ganz geil, dass es irgendwie da äh geteilt wird.
Linus Neumann
Wird so ein bisschen die Stunde der Wahrheit werden, äh wenn wenn diese Firma sich ernsthaft äh mit einem vernünftigen Produkt am Markt äh positioniert, wovon ich erstmal nicht ausgehe. Ja.
Tim Pritlove
Was für ein scheiß Name. Ich meine, wer wird denn da bezahlt? Die Pi.
Linus Neumann
Microsoft hat hunderttausend Dollar in die Bude investiert. Was von Microsoft jetzt eigentlich nicht unbedingt der große Schulterschlag ist, wenn du hunderttausend kriegst von Microsoft. Aber immerhin harten sie über. Ähm, noch kurz traurige Nachricht oder ja äh Peter Sunde hat ein Gnadengesuch gestellt, was den was sein.
Tim Pritlove
Hast du jetzt eigentlich auch schon in den nächsten Teil rein oder? Nee, ach so, ja, okay.
Linus Neumann
Fließender Übergang. Peter Peter Sunde hat ein Gnadengesuch gestellt gegen seine äh gegen seinen Haftantritt, der ist ja verurteilt zu acht Monaten äh und hat jetzt mit.
Tim Pritlove
Peter Sunde, einer der Mitgründer von.
Linus Neumann
Und Gründer von Fledder. Wie erwähnten es? Äh, Ist also jetzt rechtskräftig verurteilt zu acht Monaten Haft und hat jetzt äh gesagt, dass er aus gesundheitlichen Gründen und äh zum Wohle Flatters ganz gerne äh darum bitten möchte, dass, er entweder äh eine Begnadigung bekommt oder äh zumindest dieser Haftantritt äh sich verschieben lässt. Eher äh gesundheitlich in der Lage ist und Flatter ausreichend international positioniert ist, dass man nicht mehr seine Prominenz äh zum Erfolg dieses äh Geschäftes braucht und der Frederik Nay ebenfalls ähm, Mitgründer von The Pipe Bay und auch zu einer ähnlichen Haftstrafe verurteilt, der hat jetzt äh wegen ähm Meinungsfreiheit an den, EuGH appelliert. Und quasi wehrt sich gegen seine Verurteilung am EuGH. Werden wir sehen, ob der EuGH sich dieser Sache annimmt. Wäre aber ganz spannend ähm weil, Im Hinblick im Hinblick darauf, dass Google sich auch auf Meinungsfreiheit bei ihren Ergebnissen ähm, beruft, wer wär's halt mal eine ganz spannende Frage, ob äh ob Pirat Bay jetzt von der Meinungsfreiheit äh ist. Und dann gibt's ja noch den vier äh den Dritten, das war der, ah jetzt habe ich den Namen grade vergessen, äh der ist untergetaucht, der äh hat hätte, glaube ich, im Januar schon seine zwölf Monate antreten müssen und äh den da weiß man aber nicht, wo der ist. Das heißt, der entzieht sich gerade auf äh physische Art und Weise. Äh, diesem Urteil. Also Pirate Bay, Leute, ähm wehren sich immer noch gegen gegen ihre Verurteilung.
Tim Pritlove
Beziehungsweise gegen die Vollstreckung. Hat der hat der Peter Sunne gesagt, was was sein gesundheitliches äh äh Problem an der Stelle ist.
Linus Neumann
Nicht weiter drauf eingegangen.
Tim Pritlove
Also in den Berichten wurde nicht darauf eingegangen oder eher.
Linus Neumann
Nee, nee, er hat's also auch äh spezifisch nicht weiter darauf äh.
Tim Pritlove
Irgendjemand muss das ja gesagt haben, was der Grund ist.
Linus Neumann
Das ist richtig, aber jetzt zumindest nicht öffentlich gemacht.
Tim Pritlove
Okay, verstehe, okay, alles klar. Hm, Na ja, also ich glaube nicht unbedingt, dass man damit rechnen kann, dass er darum herum kommt. Ähm zumindest wüsste ich nichts, äh ja, ist allerdings wohl durchaus äh optimistisch, dass er das noch. Verschoben bekommt, weil er auch irgendwie für die nächsten Wochen Reisen angekündigt hat et cetera, also ist mir so ein bisschen unklar, was da jetzt eigentlich ähm, also wie stark jetzt da grade der Staat eigentlich nach ihm greift, ja und, also ob sie überhaupt noch ausreisen lassen oder sonst irgendwas. Äh ich weiß auch nicht unbedingt, ob er so als jemand eingeschätzt wird, der jetzt unter großer ähm, Gefahr steht, weil er ja eigentlich.
Linus Neumann
Sehr bekannt ist.
Tim Pritlove
Naja, einerseits war er sehr bekannt ist und weil er eigentlich von seiner Freiheit jetzt nicht viel hätte, wenn er eben nicht genau das tun kann, was er sowieso macht. Und das sind halt viele öffentliche Auftritte, also, aber ich habe keine Ahnung, wie das eingeschätzt wird und es wird, interessant sein, äh wie das äh läuft. Am Ende acht Monate Knast ist keine. Ähm das ist nichts, was man sich äh besonders wünschen könnte oder was man auch ihm besonders wünschen äh würde, ich kann nur hoffen, dass er da die mentale Stärke äh äh besitzt, da einfach durchzumarschieren und äh am Ende da wie für eine wieder aus der Asche, hervorzutreten, denn er ist einfach, ich weiß nicht, du hast den wahrscheinlich auch schon paar Mal persönlich, gelernt, ist einfach ein ausgesprochen beeindruckender Mensch, der ähm auch wenn man nicht vielleicht immer seine Argumentation jetzt so ohne Weiteres teilt, zumindest irgendwie klare Meinung auch äh hat zu diesem ganzen Geschehen, sehr visionär auf dieses Netz und die kulturelle Entwicklung dieses Planetens, äh äh blickt und da einfach eine Menge ähm auch sagen wir mal auf so einer, wie soll man denn das nennen? Also er ist er ist extrem viel auf so Meetings, ja, wo man äh so als Normalsterblicher nicht so ohne Weiteres hinkommt. Er ist extrem gut vernetzt und äh sehr hoch angesehen, was eben so diese ganze äh intellektuelle Debatte auf so einer Metaebene äh äh die so weltweit stattfindet, betrifft und ähm, spielt da eben seine Rolle und ist da äh auch respektiert. Und ähm ich glaube, dass, Das jetzt, dass dieser Haft, wenn sie den Eintritt äh äh bestenfalls eine Zäsur ist an an der Stelle.
Linus Neumann
Ja, aber es, also ich, ich, Erstens, dass er das relativ gut wegstecken würde, wie du schon sagst, trotzdem äh würde ich das als ein sehr traurigen Tag interpretieren für mich selber zu wissen, dass er äh in Haft gehen muss. Also das wär wäre für mich schon irgendwie so ein ähm, sagen wir mal mit sehr, sehr trauriger ähm Moment, der das zu sehen, dass das ihm das.
Tim Pritlove
Naja, na klar. Kein, keine Frage.
Linus Neumann
Womit wir beim letzten Thema für heute wären, hat noch mit Peter Sohne zu tun, nämlich Fletter. Ja, also wie gesagt, ich habe das ja schon mal gesagt, Peter Sohne hat uns nicht nur den Pirate gebracht, sondern auch den und ähm, Jetzt gibt's bei Instacast dem ähm ersten. Podcast der Flatter Integration hatte.
Tim Pritlove
Die erste Software überhaupt, die Flatter-Integration hatte.
Linus Neumann
Was ein bisschen, glaube ich, äh auch auf deine dein freundliches äh auf deinen freundlichen Hinweis ein bisschen zurückging.
Tim Pritlove
War da aktiv, ja.
Linus Neumann
Und ähm er hat dafür ja auch einen Preis bekommen, ne. Also irgendwie eine es war doch irgendwas ausgelobt von.
Tim Pritlove
Hat er nicht den ersten Preis gemacht, aber weil er, ja gut, es gab da halt so diese Developer-Challenge et cetera äh, Nicht nicht nicht weiter relevant. Auf jeden Fall hat das schon eine Menge bewegt. Also das das äh da Flatter integriert war. Das hat äh erstens gut funktioniert und funktioniert ja in gewisser Hinsicht auch immer noch. Ähm und ähm, hat wohl auch gezeigt, dass das ähm ein Weg ist für Popularität doch enorm zuzunehmen.
Linus Neumann
Und leider sagte jetzt, als er ein Major-Update seiner äh Software rausgeben wollte in den Apple Store, sagte Apple dann, äh ja, ähm. David heißt der, ne? Martin, lieber Martin, ähm guck doch mal bitte unsere Guidelines an, steht doch drin, dass irgendwie keine Kohle verteilt wird äh außer über unsere Verdaffe vorgegebene Infrastruktur.
Tim Pritlove
Also noch ein bisschen komplexer, also erstmal ähm für die Leute, die noch immer noch nicht verstanden haben, wie funktioniert als kleiner also die Kernidee ist, man äh hat Geld auf dem Flatterkonto, das bewegt man da äh einmalig irgendwie hin und dann von diesem Kuchen kummiert man ein monatlich ein festen, aber wird die Zeit auch mal wieder anpassbaren Betrag äh ins Netz und wer dann davon einen Anteil bekommt, das bestimmt man durch diese Flatterklicks. Das heißt, die eigentliche Zahlungstransaktion findet halt innerhalb von, wird er monatlich irgendwie ausgeklingelt und durch diese Flatterklicks bestimmt man einfach nur, wer noch an diesem Kuchen, den man da austeilt, wie groß auch immer sein mag, dran teilnimmt. In dem Moment, wo eine Software Flatter integriert, übernimmt quasi die Applikation, die Funktion dieses Flatterknopfes, wie man ihn auf Webseiten findet und, Dot com weiß eben auch, dass das jetzt durch diese Applikation durchgegangen ist, et cetera und es hat den Vorteil, dass man sich nicht immer wieder anmelden muss und Web Cookies in dieser ganzen Climbin, sondern das geht eben so modern über O aus äh authentifizierung, wie man sie eben loggen sie sich über Facebook ein et cetera und wittern natürlich vor allem schon ganz gut kennen durfte. Jetzt. Ist diese äh Integration schon eine Weile drin und war wahrscheinlich bei Apple noch nie so richtig auf dem Radar, also in der Version eins fünf von, ist ja ist ja nicht nur eine Software, sondern ist ja genau genommen zwei. Es ist Insta-Cast und eine äh dieser sogenannte HD-Version für das iPad die sich ein bisschen anders bedient und er hat dann jetzt eine Version zwei null, von beiden herausgebracht, interessanterweise kam die iPhone-Version dann auch erstmal problemlos durch und bei der HD Version gab's dann eben diese Einwände. Die Frage ist natürlich jetzt, wie bewertet Apple äh Dusp Apples Guidelines sagen erstens, du darfst halt jetzt hier nix an uns vorbei verkaufen, in deiner App, also wenn's so eine Kauftransaktion gibt, dann hat das eben gefälligst über unser Storesystem zu funktionieren und wir kriegen dann unseren Share von dreißig Prozent. Andererseits sagen sie auch, wenn du Spenden für Charity Organisations ähm hast, dann muss das äh, los sein, also dann darf.
Linus Neumann
Hast du daran nicht verdienen.
Tim Pritlove
Genau, dann darfst du daran nicht äh äh verdienen. Jetzt ist es so, dass eben bei Fletter es explizit auch noch eine Unterstützung gibt für Organisations, wo dann Flater auch auf ihren eigenen Anteil verzichtet, Und ich bin mir nicht ganz so sicher, ob das nicht auch bedeutet, dass die Apps, die ja an jedem Flatter-Klick auch nochmal fünf Prozent, also nicht auch nochmal, sondern vielleichter Teil die zehn Prozent, die sie normalerweise nehmen, dann mit dieser Applikation. Ob in dem Fall, da ja die Transaktion kein, Bonus für Flatter hat, ob der Bonus dann eben auch für die Ups wegfällt. Ich weiß es nicht genau, ich vermute es aber. Sodass an der Stelle wahrscheinlich auch so argumentiert werden könnte, dass das dann tatsächlich so ist. Ähm inwieweit sie sich jetzt an dem Rest und dem eigentlichen Kernfunktion äh stören äh kann ich kann man schwer beurteilen, Es ist ja nicht so, dass es keine anderen Anwendungen im iOS Store gäbe, die auch so Ausschüttungsmodelle im Hintergrund haben, wie zum Beispiel, die ja auch so Geld einnehmen für Autoren et cetera und auch diese Software befinden sich ja im App Store. Ich muss zugeben, dass trotz des ganzen was da in den letzten Wochen rund um Rede bildet, die sich abgefeiert hat Ähm ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, aber da gibt's dann eben weil die halt Geld nehmen, äh das quasi schon mal vorrätig halten und es dann weiterleiten, wenn ein Autor sagt, ja jetzt benutze ich, jetzt will ich auch bei euch mitspielen und jetzt gibt mir mal das Geld, was ihr schon für mich eingenommen habt. Es gibt sowas ähnliches bei Flatter. Das funktionierte aber grundsätzlich anders, nämlich Wenn du jetzt jemanden flettern willst, der noch gar nicht an Flatter teilnimmt und du äh referenzierst ihn über etwas, wo später das bewiesen werden kann, was weiß ich, dein Twitter-Account, ja, ich könnte sagen, hier der den äh will ich jetzt mal flettern und äh Flatter weiß aber gar nichts von dir dann wird dieser Klick erstmal vorgemerkt. Das ist so ein sogenannter Pending-Click und äh der hat keinerlei finanzieller Auswirkungen, das heißt, der wird auch nicht am Ende des Monats eingezogen. Bis du dann eben wirklich mal kommst und sagst, hier ich bin derjenige, der jetzt hier durch so einen Twitter-O-Aus-Login beweisen kann, dass ich das jetzt auch wirklich bin mit diesem Account erst dann bekommst du in dem Monat, wo du das durchführst, dass diesen Klick und sollte es halt eine Subscribchen sein oder so, dann entsprechend auch weitere. Ab dem Moment ist dann diese Assoziation auch klar. Ähnliche Integration gibt es auch in andere äh Netze, also, Facebook weiß ich jetzt nicht ganz genau, das scheint da aus irgendwelchen Gründen so noch nicht drin zu sein, aber wir haben ja jetzt auch äh in ihrer Api zum Beispiel vorgesehen, dass du, wenn du jetzt dein dein eigenes social Network hast, Ja, sagen wir mal, du hast so was wie. Ähm keine Ahnung, mir fällt immer nur als gutes Beispiel ein hier von Mekabod, diese Community Plattform, wo die Leute ihre drei D Designs sharen, wo sie ja optional, wenn die Leute einen Flatterklick haben, auch, schon dann den Button anzeigen und wenn die dann künftig auch mit dieser neuen AP ähm losmarschieren, was die wohl auch vorhaben, soweit ich da informiert bin, dann ähm könnten sie eben quasi auch schon ähm für User einen Flatterbutton anbieten, die noch gar keinen Flat-Account haben, eben dann so mit Flatter verworben sind hintenrum, dass dann eben später der User sieht, ah, jetzt wollen mich dreißig Leute haben hier schon so einen Klick gegeben, ich bin da aber noch gar nicht auf der Plattform, mal habe nichts davon, dann gehe ich da halt hin und sage ja, hier ist mein, jetzt habe ich mich hier hintenrum authentifiziert. Äh ab jetzt äh äh will ich mir das eben auch holen. Was auch eigentlich eine extrem, coole Sache ist. Na ja, zurück zu Instacast, jetzt hängen halt diese Updates, das heißt, dieses HRD zwo null ist noch gar nicht rausgekommen. Bei dem, bei der iPhone-Version, wo die zwei null ja schon durch war, hängt jetzt das Update auf die zwei null eins. Das muss man jetzt mal abwarten. Also ich bin da noch nicht bereit, da groß zu verteufeln. Das wäre natürlich eine große Enttäuschung, wenn Apple ähm entscheidet, dass das mit ihren Store Guide Lines nicht zu vereinbaren ist.
Linus Neumann
So und dann muss ich jetzt wirklich mal sagen, da ähm natürlich, also auch da, wie eigentlich in der ganzen Sendung, äh sage ich ja schon immer so, dass ich irgendwie wir müssen halt verstehen, worauf wir uns da einlassen und selbstverständlich, ne, wir haben diese iPhones halt gekauft und äh es ist klar, wenn wir sie nicht jäh breaken, dann äh bestimmt Apple, was da drauf zu funktionieren hat und was nicht. Ähm und man kann auch deren Rationale dahinter das Payment-Modelle nur über sie laufen dürfen, verstehen, weil ähm sonst würde ja jeder äh vielleicht seine App gratis über den App Store anbieten und privat äh das Upgrade zum Pro oder so verkaufen, ja? Ähm aber eine also. Die Tatsache, dass es im Raum schwebt, dass Apple eventuell dieses Flatter. Von einer kompletten, von einer kompletten Gerätefamilie. Von zwei Geräte von mir, ein Tablet und iPhones ähm rauszerrt. Ähm das ist schon eine ein sehr krasser Einschnitt, ähm und das ist schon eine, denke ich, eine eine Richtlinie, die sie dann da für ihre Apps.
Tim Pritlove
Was heißt rauszerrt? Also ihre Argumentation ist natürlich ob sie die überhaupt zulassen. So, ja nur weil da jetzt.
Linus Neumann
Ja genau, aber sie sagen, dass das verbieten wir. Es stünde im Raum.
Tim Pritlove
Noch sagen sie das nicht.
Linus Neumann
Noch sagen sie's nicht, aber aber wenn sie also diese Macht, die sie da zeigen würden, wenn sie das täten, ähm wäre.
Tim Pritlove
Hatten wir jetzt schon hunderttausend Mal diesen Fall. Das ist halt einfach äh we make the rolls, ne? Also das ist halt äh das ist halt einfach sie haben nie was anderes behauptet so. Ja, also man kann dir da zumindest keine Doppelzüngigkeit äh vorwerfen, ne.
Linus Neumann
Absolut nicht, aber meint, nee, absolut nicht, jedes Mal nicht. Sie haben das immer so behauptet, dann muss man sich auch irgendwie klar, das weiß, sollte man wissen, wenn man so ein Gerät kauft, dann sollte man wissen, wenn man dafür Software entwickelt. Schön ist das trotzdem nicht. Schön ist das nicht.
Tim Pritlove
Nö, das ist nicht toll. Ich meine, man müsste sich jetzt auch mal überlegen, was denn das eigentlich bedeuten würde. Ja, also angenommen äh Flatter wäre jetzt tatsächlich ein ähm Dienst, der ihrer Meinung nach da einfach nichts zu suchen hat, beziehungsweise der, wenn er da äh sein will eben auch ein Beteiligungsmodell für Apple äh vorsieht. Das würde wiederum bedeuten, dass halt dreißig Prozent der Umsätze bei Apple hängen bleiben müssten, sprich dass von jedem der also das, technisch sehr, sehr, sehr schwierig, ja, weil ja zu dem Zeitpunkt des Klicks und das ist, glaube ich, jetzt auch Teil der Argumentation von äh also, kannst mal davon ausgehen, dass da jetzt grade im Hintergrund, eine Menge diskutiert wird, ja? Teil der Argumentation wird sicherlich sein, dass er mit diesem Klick überhaupt gar keine finanzielle Transaktion stattfindet, Ja, also das ist ja kein, ich kaufe mal was, sondern es ist eben, eine eine extrem innovative Ansatz an Geldverteilung, ne? Äh der eben tatsächlich zum Zeitpunkt der Interaktion mit der App.
Linus Neumann
Nicht definiert, wie viel Geld da grade transferiert wird.
Tim Pritlove
Also man kann diesen Anteil sozusagen zu diesem Zeitpunkt gar nicht bilden. Theoretisch könnte man natürlich dann hintenrum sagen, ja, wenn Flatter aber jetzt hier mitzählt, wie viel ähm Klicks durch diese App auf eine iOS-Plattform stattgefunden haben, dann gehen dann eben nicht nur die üblichen zehn Prozent, runter, sondern nochmal dreißig Prozent für Apple, was hanebüchen wäre, ja und was sicherlich auch dann nicht getragen werden würde von äh Flatter, Geschweige denn von den Usern, ähm ja, wäre doch mal ein anderes Ding, aber das ist schwierig zu beurteilen, weil ich meine, was ist denn dann mit wo die ab eben gewisser Hinsicht auch an diesem Ökosystem teilnimmt auch wenn's da wiederum andere Schritte sind, ne? Naja, also es ist sehr schwer zu beurteilen zu diesem Zeitpunkt, wie das ausgeht, äh. Ich wäre.
Linus Neumann
Wir wir.
Tim Pritlove
Überrascht, wenn Apple da hart bleibt, aber ich weiß es halt nicht, ne.
Linus Neumann
Zeigt wirklich mal so was, was eben, in was für eine Welt wir uns begeben, wenn wir wirklich Rechner haben, die auf denen wir als Nutzer eingeschlossen sind. Ich weiß, dass du das da jetzt gerne wieder relativierst und wir haben's, man muss ja auch einfach sagen, wir haben uns ja alle darauf eingelassen, als wir diese Geräte gekauft haben. Aber ähm. Die grundsätzliche Idee irgendwie so Geräte zu kaufen deren Herrmann nicht ist ohne weiteres wo man nicht ein Administrator Zugang hat wo man noch nicht mal selber für Programmieren kann ohne irgendwie so ein Developer Account zu haben, Ist erstmal eine relativ schlechte Idee.
Tim Pritlove
Ja, also es hat viele Facetten, ne? Also das ist äh immer, immer, immer einfach da zu sagen, das ist jetzt irgendwie eine schlechte äh Idee und im nächsten Moment reden wir dann wieder über Security und es ist auf einmal wieder eine verdammt. So, ne? Also das das ist halt einfach nicht so einfach zu bewerten und ähm was für mich eigentlich noch. Die größere Frage dahinter ist es eben ganz konkret, wie sieht das eigentlich mit der Zukunft von Payment-Systemen an sich aus? Weil, ich meine, wenn irgendetwas Innovation braucht im Internet, dann ist es Payment. Hängen wir einfach an Systemen dran, ja? Kreditkarten, Realitäten, Banken Man sieht, wie Innovationsfreude von Banken, da braucht man sich nur seine Online-Banking äh äh Welt mal genauer anzuschauen, wenn's denn überhaupt eine gibt das ist einfach mal der World Garden schlechthin, ja? Also Apple irgendwie ein Klacks dagegen, auch wenn man, davon ausgehen kann, dass Apple irgendwann seine Geräte macht und seine äh Userzahlen und äh ich meine, man muss sich mal nur anschauen, wie viele Leute ein iTunes Account haben, wo, buchbare Kreditkarteninformationen und ähnliches hinterlegt sind, wenn sie und davon gehe ich eigentlich aus, dass sie das irgendwann tun werden, wenn ich jetzt dieses Jahr in irgendeiner Zukunft, sich auch selbst zu einem Payment Prozessor hin entwickeln, dass sie sagen, ja, zahl das doch mit iTunes.
Linus Neumann
Ja. Ja.
Tim Pritlove
Oder wie auch immer Sie das dann nennen, ja, also zahl das mit deiner Apple ID. Ja, ja, I-Pay, Und dann müssen wir alle zahlen, So, ne? Und natürlich ist es wieder einfach und funktioniert und trallala und wird sich durchsetzen, gar keine Frage. Ne, nur was ist eben mit äh mit anderen Systemen, die andere Transaktionsmodelle verfolgen und äh eine Liberalisierung auch dieser ganzen Zahlungswege theoretisch ermöglichen bis hin natürlich im Falle von Flater, was es eben auch mit Alternativen, Finanzierungsmodellen, die einfach über das normale ich bezahle für einen Kauf hinausgehen, ist wirklich eine Frage, für die ich keine Antwort habe.
Linus Neumann
Zum Glück haben wir weise Personen, die über solche Sachen Gedanken machen.
Tim Pritlove
Die wir aber nicht sind.
Linus Neumann
Nee, genau, auf die wir zurückgreifen. Ähm ich denke, damit haben wir heute mal eine etwas längere Episode wieder gemacht.
Tim Pritlove
Es war ein bisschen heftig. Jetzt hast du nur so Themen rausgesucht, die alle so zu so einem epischen äh äh Miandern äh eingeladen haben. Nein, nein, Vorwurf wäre ja.
Linus Neumann
Vorwürfe, okay? Am Ende macht er mich hier fertig. Wenn wenn wir gleich fertig sind, dann kriege ich Anschiss vom Chef, ja?
Tim Pritlove
Ich bin noch hier.
Linus Neumann
Nee, los, wir können hier nicht so. Ich habe dir gesagt, dreiviertel Stunde. Ähm ich wollte noch kurz einen Podcast planken, haben wir sehr selten ähm aber Netzkinder, Netzkinder AT, von Thomas Lohninger, der ja auch schon bei uns zu Besuch war, das war die Folge, in der wir uns viel mit Österreich auseinandergesetzt haben und der macht den Podcast Netzkinder zusammen mit, Moment, den Namen muss ich jetzt kurz noch heraussuchen und die haben auf jeden Fall in der aktuellen Folge einen äh eine Person, die von. Von dem Vorwurf oder, Ziel des Vorwurfs war, äh sich enormes angeschlossen zu haben und dort irgendwie eine Führungsposition oder sowas äh zu haben. Und äh da gibt's ein längeres Gespräch, auch gute zwei Stunden von Thomas mit, Michael Renner, ja und wer wohl auch bei diesem Podcast noch dabei ist, ist, also der macht auch Netzkinder, aber dieser dieser dieses Gespräch ist erstmal nur Thomas und Michael Renner, kann man auf jeden Fall ähm empfehlen, die Polizei und das Internet heißt die Folge und gibt ähm Tipps für den souveränen Umgang mit unseren Freunden und Helfern, Folge eins sei einfach mal hier empfohlen und der Podcast generell auch insbesondere für die österreichischen Hörer, die uns ja auch damals so freundlich gedankt haben, dass wir uns der, Thematik in Österreich angenommen haben und das macht Thomas da sehr gut.
Tim Pritlove
Genau, jetzt schleimen wir uns noch weiter ein, indem wir jetzt auch noch die Podcasts zu empfehlen.
Linus Neumann
Und er hält sich, glaube ich, sehr äh gut an die äh Definition, wenn ich mir das so anschaue.
Tim Pritlove
Ja, das ähm habe ich mir auch gerade hier.
Linus Neumann
Er war ja auch beim Meeting, also hat er da auch sein Teil von mitgenommen. Also, Empfehlung eines Podcasts.
Tim Pritlove
Gut. Und damit war's das hier.
Linus Neumann
Damit empfehlen wir uns.
Tim Pritlove
Damit empfehlen wir uns ähm und äh ja, eine weitere überlange Folge, aber das muss auch manchmal sein.
Linus Neumann
Ich quatsche da ganz gerne mit dir. Bitte sei jetzt nicht so böse.
Tim Pritlove
Nee, ich find's auch grad immer immer total knorke.
Linus Neumann
Bitte schlag mich gleich nicht.
Tim Pritlove
Gut, nächste Woche geht's weiter. Bis bald. Bis dahin. Ciao, ciao.
Linus Neumann
Bis dahin, ciao, ciao.

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Mit der dem Kommentar „If you won’t stop this shit we will dox and dox and dox! nom nom, expect us!“ erschien eine Adressliste der Unterzeichner des Urheber-Appells (LNP023 berichtete). Verlage und Politik skandalisieren diese Vorlage dankbar.

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Epilog

Insbesondere unseren österreichischen Hörern empfehlen wir das Podcast-Projekt unseres Gasts aus LNP017, Thomas Lohninger.

LNP017 Córdoba 2.0

ACTA — Two-Strikes — Fluggastdaten-Abkommen EU/USA — Netzpolitik in Österreich — Anonymous Austria

Unsere siebzehnte Folge hat ihren Schwerpunkt im Bereich des Urheberrechts und der Datensammlung zur Bekämpfung von Fehlverhalten unterschiedlicher Natur. Zu Gast ist Thomas Lohninger.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Thomas Lohninger

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Linus. Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Wir haben es wieder einmal äh geschafft, die siebzehnte Ausgabe von Lokbuchen Netzpolitik steht an, für euch zum, Faulenzen äh vor dem Netz gerät Ihr könnt euch jetzt wieder alles anhören, was alles so passiert ist und äh ja, es ist mal wieder so einiges passiert und wir haben auch heute noch ein kleines Spezial äh geplant für diese Sendung und zwar wollen wir uns mal ganz besonders die Situation in Österreich anschauen, die wir bisher mangels Wissens immer schriftlich vernachlässigt haben begrüßen dazu auch einen Gast, nämlich den Thomas, Thomas Luninger, hallo.
Thomas Lohninger
Hallo, grüß dich Tim.
Tim Pritlove
Thomas, äh, kurz zu dir, du bist, ähm, ja, weiß nicht, so ein bisschen über die, die kulturelle Schiene, äh, glaube ich, so in das Ganze, netzpolitische Geschehen eingedrungen, du bist in Wien, was was kreist so primär um dich herum derzeit.
Thomas Lohninger
Was kreist du mich äh so Netzpolitik, Netzkultur? Habe ich dich Podcasts kennengelernt? Und, wir haben ja ein cooles in Wien, das politisch gesehen gab's da nie was. Ich hab mir immer gedacht das sind wichtige Themen aber damit war ich lange allein, und im letzten Jahr ist aber was passiert, da hat sich irgendwie die Situation verdichtet und es sind immer mehr Aktionen passiert und auf einmal gibt's da Leute, die wirklich was bewegen.
Tim Pritlove
Hm. Ähm was man zu dir noch sagen kann, ist, du machst auch selber noch Podcast, zwei an der Zahl.
Thomas Lohninger
Ja, ich mache äh das habe ich so mit meinem Studium angefangen und äh dann bin ich noch bei Signal Hackers Basis. Das ist so ein Podcast Kollektiv in der Hackers Basis Punkt ORG Bewegung dran und sonst äh so wirklich institutionell verhaftet, bin ich nur beim Ackervorrat und zwischen den anderen Organisationen bin ich so, dass frei radikal, was hin und her schwimmt und ja, der Klima ist zwischen den anderen Gruppen.
Tim Pritlove
Gut, dann werden wir uns nachher nochmal ein bisschen genauer zu Gemüte führen, was da im Einzelnen so läuft. Jetzt sollten wir uns vielleicht nochmal kurz um die äh Fehler der vergangenen Woche kümmern.
Linus Neumann
Also vergangene Woche war alles falsch, was ich erzählt habe zu dem äh Facebook-Urteil. Und zwar war es nicht das Berliner Landesgericht, Sondern ein Berliner Landesgericht, nämlich das Berliner Landgericht.
Tim Pritlove
Man muss ja genau sein, ne?
Linus Neumann
Ja, um das vielleicht kurz aufzuklären. Landesgericht ist alles bis Oberlandesgericht, wenn ich das jetzt richtig verstehe. Und Landgericht.
Tim Pritlove
Ich glaube Landesgerichte schließt auch.
Linus Neumann
Genau. Genau.
Tim Pritlove
Amtsgerichte ein. Genau. Sind halt alle die, die nicht Bundesgerichte sind, sind halt Landesgerichte und da gibt's dann halt unter anderem auch ein Landgericht.
Linus Neumann
Genau. Und dieses Landgericht ist in der Hierarchie der Gerichte zwischen Amts und Oberland des Gerichts.
Tim Pritlove
Ja ja, ist nicht so, dass es jetzt einfach zu verstehen wäre, aber irgendwie so ist es.
Linus Neumann
Einfach so nur insofern, wir haben das ja jetzt erklärt äh in Zukunft sind da also Irrtümer ausgeschlossen.
Tim Pritlove
Genau, wir wollen halt die körperlichen Schmerzen für diejenigen reduzieren, die es gerne ganz genau nehmen. Wir nehmen's ja eigentlich auch immer sehr gerne genauer und von daher haben wir das jetzt auch mal klargestellt.
Linus Neumann
Stell dir mal vor, du bist auf einmal vorm falschen Gericht.
Tim Pritlove
Ansonsten war aber alles richtig, was wir gesagt haben.
Linus Neumann
Glaube ich. Das ist gut. Also sonst hat sich keiner beklagt.
Tim Pritlove
Das gut, dann können wir ja, sonst hat sich keiner beklagt. Also zumindest konnte er uns bisher noch nichts anderes nachgewiesen werden. Ja, das bringt uns dann zum ersten Thema. Mehr Transparenz ist gefragt.
Linus Neumann
Ja ähm es geht mal wieder um und zwar hat ja die Bundesregierung äh verlautbaren lassen, dass sie an all diesen Verhandlungsrunden, die stattgefunden haben zum Thema äh teilgenommen hat, Und dann hat Matthias Schindler der grade äh sich zum zum großen Freund des Portals fragt den Staat äh mausert, fragt den Staat, wir erinnern uns, hatten wir sogar ähm einmal im genauer vorgestellt im Rahmen des äh achtundzwanzig C drei. Die Plattform, bei der man Informationsfreiheitsgesetzanfragen stellen kann. Und Matthias Schindler hat dann ähm eine Anfrage gestellt und wollte ganz gerne wissen, wer denn so als Vertreter der Bundesregierung an den Verhandlungen teilgenommen hat, hat da irgendwie elf Teilfragen gestellt, zu jeder einzelnen Verhandlungsrunde in Japan, in und wo die überall stattgefunden haben. Und in Frage elf verlangte er dann auch noch. Ähm alle, jeweiligen Dokumente dazu und dann kamen so die Standardantwort, äh es wird ein Arbeitsaufwand entstehen, der den Rahmen einer einfachen Auskunft übersteigt, äh wofür dann fünfhundert Euro erhoben werden. Und diese, das aber so diese normale Abschreckungsmaßnahme, die man so bekommt, wenn man eine Informationsfreiheitsgesetzanfrage stellt. Also hat er dann einfach gesagt, alles klar, dann sparen wir uns Frage elf, dass ich alle Dokumente dazu haben möchte.
Tim Pritlove
Wobei fünfhundert Euro wählen und auch nicht das Problem gewesen, oder?
Linus Neumann
Ja ähm also das war dann erstmal noch so seine kurze Antwort, das mit den fünfhundert Euro ist inzwischen sowieso kein Problem mehr. Das kommt dann am Ende der, Ähm dann hat er gesagt, ja okay, dann streichen wir mal Frage elf und dann äh kam er eine erneute Antwort. Und dann wurde gesagt, ja äh wir wir haben ihre, ihrem Antrag äh stattgegeben, aber wir nennen ihnen nur die Ressorts und keine Personennamen. Und dabei berufen wir uns auf Paragraph Paragraph drei Nummer zwei Informationsfreiheitsgesetz, Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Ähm und man zitiert das Bekanntwerden der Informationen zu den Personen, die für die Bundesregierung bei den Verhandlungsrunden zu Akte Anwesend waren, kann die öffentliche Sicherheit, zu der auch die Rechtsgüter der betroffenen Mitarbeiter gehören, gefährden. Insbesondere könnten die Namen der Mitarbeiter, die gemäß einem dem Antrag des Antragstellers angefügten Hinweis auf einer Webseite veröffentlicht werden, von Dritten dazu verwendet worden in werden in unangemessener Form gegen sie vorzugehen. Einzelnen Internetforen, Blogs und im Netz eingestellten Videos sowie dazugehörigen Kommentaren wird zum Teil eine vom sachlichen Regelungsgehalt der Bestimmung des Abkommens losgelöste, emotionale Diskussion geführt der auch eher verletzende Äußerungen und Drogen mit Gewalt gegen an acta beteiligte Personen ausgesprochen werden, erscheint da im Falle der Herausgabe der Daten, der bei den Verhandlungsrunden, anwesenden Personen hinreichend möglich, dass Personen, dass diese Person persönlich bedrängt oder sonst gegen sie unangemessen vorgegangen wird. Ja.
Tim Pritlove
Die öffentliche Sicherheit ist also jetzt die Sicherheit dieser Behördenmitarbeiter sozusagen.
Linus Neumann
Ist also besser, wenn keiner weiß, wer irgendwo wann, unter welchen Bedingungen Akte ausgehandelt hat.
Tim Pritlove
Weil er könnte ja unter Umständen vielleicht irgendwo Eis auf die Mütze kriegen, weil irgendwo im Internet eine Seite steht.
Linus Neumann
Er könnte im Internet kritisiert werden. Es könnte theoretisch jemand ihn kritisieren, ja. Also ich meine jetzt, dass dass da jemand verletzt wird oder so, das, wirklich einfach nur an den Haaren herbeigezogen, ja, aber es wird äh also man möchte, man möchte das nicht machen. Jetzt ähm natürlich kann dagegen Widerspruch eingelegt werden, Matthias hat dann sich an den Bundesbeauftragten für Daten.
Tim Pritlove
Also öffentliche das muss man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen, wenn ich das richtig also so öffentlich gewählte Staatsvertreter beziehungsweise die von ihnen bestimmten Personen.
Linus Neumann
Eher die von ihnen bestimmten Personen, ja.
Tim Pritlove
Ja, genau, so rum.
Linus Neumann
Führen ein ähm machen ein internationales Handelsabkommen oder führen Verhandlungen zu einem internationalen Handelsabkommen.
Tim Pritlove
Und auf die Frage hin, wer denn das denn nun genau gewesen wäre, sagt man, dass das kann man ja nicht sagen, weil.
Linus Neumann
Weil ihr alle dagegen sind.
Tim Pritlove
Weil das ja so Scheiße ist, dass das und so und da so so ein Schmu ausgehandelt werden würde, dass er ähm dafür ja eins auf die Mütze kriegen könnte, in welcher Form auch immer. So. Ist das geil. Da muss man erstmal drauf kommen. Das ist schon wirklich elegant.
Linus Neumann
Ja. Ich find's auch, also ich meine, mal ganz.
Tim Pritlove
Auch künftig verschweigen, wer Bundeskanzler ist, so so.
Linus Neumann
Kann man nicht sagen. Überleg mal, was der für fein hat.
Tim Pritlove
Ja also was für Dinge da ausgekugelt werden auf dem Level, ja, also da kann man ja jetzt nicht so öffentlich drüber sprechen.
Linus Neumann
Ist wohl schon zurückgetreten, das können wir nicht sagen.
Tim Pritlove
Ach ja. Was für ein schöner Montag übrigens.
Linus Neumann
Jetzt ist natürlich das das Interessante ist, ähm wenn ich jetzt mal ehrlich sein soll, also mein persönlich, ich finde jetzt persönlich nicht so enorm daran interessiert, wie die Personen tatsächlich heißen, totaler PR-Fail, irgendwie dann noch so eine IFG-Anfrage zu. Ich meine, das warum sitzt da keiner und sagt, hey Freunde, hier so, ne, wir haben wegen Akteur, die hauptsächlich deshalb Ärger, weil wir das intransparent aushandeln und äh niemanden gefragt haben, ähm, So, wenn jetzt deine Informationsfreiheitsgesetzanfrage kommt, so, was machen wir als Erstes? Ablehnen. Ja, so, statt zu sagen, okay, komm hier, alles kein Problem und wir nehmen euch mal ein bisschen den Wind ausm Segeln, ja. Okay, also Matthias, dann äh hat dann den, Hat sich dann in den Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit äh gewendet und um Vermittlung gebeten und sagte, ja wenn die mir die beteiligten Ressourcen nennen, die Namen der Ressortleiter sind ohnehin öffentlich, das kann man sich ohnehin denken. Ähm Naja und dann sagte äh digitale Gesellschaft, der Verein. Ja, wir wollen das äh unterstützen und haben äh dann einen Spendenaufruf getätigt und haben gesagt, hier wenn fünfhundert Euro zusammenkommen, dann äh, geben wir das Geld dafür aus, auch an diese Dokumente zu kommen und wenn äh tausend Euro zusammenkommen, dann äh unterstützen wir die Klage gegen den also die Klage gegen die Ablehnung und kämpfen das Ding einfach mal jetzt, ähm juristisch durch. Ähm wenn da bei dieser Spendenaktion dann Geld überschüssig wird und zu viel gespendet wird dann äh wird das in weitere Informationsfreiheitsgesetzanfragen an die Ministerien Auswärtiges Amt äh Justiz, Wirtschaft, Kanzleramt gesteckt, um irgendwie an alle Akte Unterlagen zu kommen. Also ähm, ähm, Finde ich eine eine ganz, ganz interessante Sache, auch wenn ich, wie gesagt, den den tatsächlichen Punkt eigentlich nur so, es ist halt so ein wirkliches, so ein wirklicher PR-Fale, ja.
Thomas Lohninger
Dass da ähm diese berühmten Verhandlungsdokumente Schuld dran sind, die man ja nicht einsehen darf, weil äh mich würd's nicht wundern, wenn da unter anderem auch drinsteht, dass die Verhandler im Persona nicht genannt werden dürfen von den Regierungen.
Linus Neumann
Das wäre natürlich jetzt nochmal spannend ähm.
Thomas Lohninger
Ich weiß nicht, ob irgendwo aus irgendeinem Land die Personen, die da wirklich am Tisch saßen, bekannt sind.
Linus Neumann
Ja ich das mag gut sein, dass das nicht so ist. Ich würde halt auch sagen, vielleicht ist es gar nicht so unbedingt. Vielleicht ist es nicht so wichtig, welche Personen das waren, sondern eher die Inhalte. Es könnte natürlich, ist natürlich auch die Frage, wenn man sagt, man will alle Dokumente dazu haben, dann müsst ihr eigentlich über diese IFG-Anfrage eben genau auch diese, letztendlich müsste man die soweit durchkämpfen, dass man genau diese Verhandlungsdokumente bekommt, die ja eben nicht öffentlich sein sollen. Ich denke, da sitzt äh natürlich auch der der wirkliche Kern dieser Anfrage auf die, den da damit abgezielt wird. Ähm. Diese Argumentation über die Person und dass das Internet jetzt irgendwie böse ist, ist natürlich ähm ist natürlich, ist einfach nur lächerlich, ne? Also, ich meine, das das ist wirklich der ähm hier Thomas Stadler, Rechtsanwalt Internet als Gefahr für die öffentliche Sicherheit dargestellt wird haben wir es mit einer Begründungstechnik zu tun, die totalitäre Züge trägt und die der Regierung eines demokratischen Staates unwürdig ist, wird er sehr gerne sehr pathetisch mal, aber.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Der hat ja im Prinzip recht, ja? Also wenn du wenn du sagst, hier wir machen hier einen auf äh Demokratie und äh notwendig irgendwie Informationen. Das Volk muss irgendwie informiert sein, um, die Abläufe irgendwie zu zu kennen und bewerten zu können äh und dann zu sagen, nee, ähm wir wir können diese Person nicht der öffentlichen Meinung preisgeben, sehr komische Begründungstaktik. Auf jeden Fall, wie gesagt, spenden sind möglich, digitale Gesellschaft e. V. Nimmt hier da entgegen, kommen äh Formular habe ich verlinkt und ähm wie gesagt. Selbst wenn man, selbst wenn so viel Geld gespendet wird, dass alle äh alle juristischen Auseinandersetzungen irgendwie ausgefochten werden, Dann noch etwas überbliebe, dann würde es weiter in die Informationsarbeit gehen. Acta äh investiert werden. Das heißt, da hat man also eine sehr klare ähm, Kampagne dort teambezogene Spender in digitale Gesellschaft. Was ja was eigentlich nicht nicht üblicherweise der Fall ist bei Betty gegessen, äh wirklich konkret Kampagnen bezogen gespendet wird. In dem Fall, wollte ich da mal drauf aufmerksam machen. Ansonsten noch kurz zu Acta äh die Petition zum Aussetzen der Ratifizierung, Die hat nämlich jetzt die Anhörung gewonnen. Das ist ja, man gewinnt ja quasi die Anhörung, wenn man in einem, gewissen Zeitraum ab Beginn der des der Einstellung des Staates der Petition quasi äh über fünfzigtausend kommt, Frist waren, glaube ich, im letzten Jahr noch drei Wochen, jetzt sind's irgendwie vier. Und äh diese Hürde hat diese Petition gerissen. Sie kann noch bis zum zweiundzwanzigsten mitgezeichnet werden, steht jetzt glaube ich grade knapp vor den vor der Sechzigtausend, Da haben wir also eine schöne äh Petition. Üblicherweise bis, Also dann gibt's ja quasi dann kommt der Petent ja vor den Petitionsausschuss und hat da seine Anhörung üblicherweise dauert das noch sehr lange bis da irgendwann mal irgendwie ein Termin gefunden wird. Aber äh immerhin. Ähm erfolgreiche Sache, die da, glaube ich, der Vater eines fünfzehnjährigen Jungen aus Gefälligkeit für ihn gestartet hat, wenn ich das richtig. Verlinkt, kann man auch noch mitzeichnen.
Thomas Lohninger
Kann man auch mitzeichnen, wenn man äh nicht Deutscher ist, auch äh EU-Staatsangehörige können Petitionen auf Bundestags DE mitzeichnen. So als kleine.