LNP271 Angela muss verhungern

Feedback — Brexit — BSI-Lagebericht — Supermicro "Hack" — AI Fails — AfD — DE-CIX — FBI vs. Biometrie — Agent verkauft Daten

Linus ist wieder da und wir müssen uns leider kurz fassen, da die Zeit heute knapp war. Aber dafür blicken wir auf ein paar der Themen der Woche und es gibt auch ein neues Update zum Brexit.

Dauer: 1:08:01

On Air
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Prolog

Feedback: Turing-Award

Feedback: Tory Privacy Leaks

Brexit Update

BSI Lagebericht: Deutschlands Cyber-Sheriff schlägt Alarm!

Bloomberg: China Supermicro Hardware Hack

Amazon schaltet Recruiting-AI ab

AfD hat viel Geld und Zeit, Anträge zu schreiben

DE-CIX zieht vor das Bundesverfassungsgericht

FBI erzwingt Face-ID Unlock

Geheimdienstagent verkauft Daten

24 Gedanken zu „LNP271 Angela muss verhungern

  1. Mmmh, schade, dass es kein Explain-lnp.de gibt. Mag mir jemand den Bezug des 0000-Couchgags erklären? (Ja, booring, Witze erklären. I know.)

  2. Auf die neue Klabautercastfolge, die sich speziell dem Hard Brexit widmet, hättet ihr in den Notes ruhig verlinken können. Da wird nochmal der ganze Horror episch deutlich.

  3. Um eure Unsicherheit zu beheben und um dem zu Frönen, was der Webnutzer so macht, wenn was falsches gesagt (betont) wurde, hab ich mich mal schlau gemacht, und kann euch freudig dahingehend korrigieren, dass laut Wikipedia der DE-CIX wohl völlig unspektakulär als {deːˌkiks} ausgesprochen wird. Also so, wie wenn man es als stinknormales Wort auf deutsch aussprechen würde. Muss aber gestehen, dass ich von diesem, dem Hackerduktus entgegenstehenden Ergebnis auch etwas enttäuscht bin. Aber was kann man auch schon von denen erwarten, wenn sie ihren Namen nicht mal in Leetspeak schreiben. ;)

  4. Kann mir jemand einen Tipp geben, wieso die Entsperrung von Geräten mit Face-ID durch Behörden nicht erlaubt oder ein Problem sein sollte?

  5. Die AfD hat einen Linus Neumann Clone gemacht, der LNP trollen soll. Die erste Maßnahme war, die Hörer mit endlosen Aufzählungen zu bewerfen, die höchstens homöopathische Dosen von Information enthalten. Komplettiert werden soll das Ganze durch eine Ansage, dass er eigentlich überhaut keine Zeit mehr hat und jetzt den Podcast beenden muss.
    Das hat in LNP 271 schon mal ganz toll geklappt. Mission accomplished!

    • Lieber Harald,
      Es ist immer schön zu sehen, dass meine Bemühungen, trotz zeitlichen Engpässe in meiner Freizeit für einen regelmäßigen Podcast zu sorgen, auf so großartige Wertschätzung und freundlichen Feedback treffen.
      Ich hoffe, dass du mir als Hörer lang erhalten bleibst und wünsche dir für dein Leben alles erdenklich Gute.
      Dein Linus

      • Oh, das kam wohl etwas krass rüber. LNP ist mit Abstand mein Lieblingspodcast und ich hoffe inständig, dass Du in Deiner Arbeit noch lange weiter machst. Ich will, dass noch viel mehr Menschen sehen und verstehen, was Du tust. Und vor Trumpismus und rechtem Exkrementismus geschützt werden. Wir müssen ja schließlich die Welt retten, oder?

  6. Da ich den Brexit auch etwas auch etwas intensiver verfolge, finde ich es natürlich gut, wenn die Entwicklungen hier in einer gewissen Regelmäßigkeit thematisiert werden, auch wenn es nicht so ganz zum Markenkern dieses Podcasts passt. Dann muss ich mal meine Gedanken und Anmerkungen zu Tims Ausführungen loswerden:

    – Zum Austrittabkommen: Das momentanen Verhandlungen haben zwar das primäre Ziel, ein Austrittsabkommen abzuschließen, es soll aber von einer politischen Absichtserklärung bezüglich der zukünftigen Beziehungen zwischen EU und UK begleitet werden, deren konkreten Details dann in der bis Ende 2021 vereinbarten Übergangsphase auszuhandeln wären. Die Übergangsphase wird es allerdings nur geben, wenn man sich auch auf ein Austrittsabkommen einigen kann.

    – Zur irische Grenze: Auch nach WTO-Regeln muss man nicht zwingend eine Grenze errichten. Die WTO-Regeln schreiben nur vor, dass WTO-Mitglieder beim Handel auf WTO-Basis alle anderen Mitglieder gleich behandeln müssen (Most-favoured-nation Regel). Wenn das UK also die irische Grenze offen ließ, müsste es seine Grenzen nicht nur für Irland bzw. die EU, sondern auch für alle anderen WTO-Mitglieder öffnen und das ist natürlich völlig unrealistisch.

    – Zum Tory-DUP Arrangement: Die Tories haben keine Koalition mit der DUP geschlossen, es ist eine Minderheitsregierung, die von der DUP in bestimmten parlamentarischen Abstimmungen unterstützt wird. Die DUP ist also nicht an der Regierung beteiligt, wie das unter Cameron mit den LibDems der Fall war. Es ist auch erwähnenswert, dass die Tories bei der Parlamentswahl 2017 tatsächlich bei Anzahl der Stimmen
    und beim Stimmanteil dazugewonnen haben (2015: 11,3M/36.9%, 2017: 13,6M/42.4%). Da Labour aber noch stärker zugelegt hat und in Folge des dämlichen britschen FPTP-Wahlsystems haben sie aber Sitze verloren.

    – Zur DUP selbst: das ist nicht einfach nur eine x-beliebige Unionisten-Partei, den es gibt durchaus auch etwas moderatere Unionisten, wie die UUP, die lange Zeit die größte Unionisten-Partei in Nordirland war. Gegründet und jahrzehntelang geführt von Ian Paisley hat die DUP den Friedensprozess im Nordirland-Konflikt traditionell torpediert und auch das Karfreitagsabkommen abgelehnt. Dass die DUP einer Einigung zur irischen Grenze im Weg steht, die Nordirland in der EU-Zollunion oder dem Binnenmarkt halten würde, während das Rest-UK diese verlässt, wovon Nordirland eigentlich wirtschaftlich enorm profitieren würde, ist also nicht unbedingt überraschend. Das sind quasi Extremisten, denen Ideologie vor Gemeinwohl geht.

    – Zur den Brexit-Optionen: Es ist gegenwärtig unklar, ob der Brexit einfach abgeblasen werden kann, wenn das UK spontan seine Meinung ändern würde. Im Artikel 50 des EU-Vertrages, der den Austrittsprozess regelt, gibt es dafür jedenfalls keine juristische Grundlage. Dort steht, dass der betroffenen Mitgliedsstaat zwei Jahre nach Aktivierung von Art. 50 die EU verlässt. Bei Zustimmung aller Mitgliedstaaten ist eine Verlängerung dieser Frist möglich, aber zu einer Absage des Austritts ist nichts festgelegt. Momentan ist übrigens ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof anhängig, in dem geklärt werden soll, ob das UK den Austritt einseitig zurücknehmen könnte (https://www.theguardian.com/politics/2018/sep/21/article-50-european-court-of-justice).

    – Zu den Brexit-Umfragen: Soweit ich das sehe, gibt es zwar aktuell eine knappe Mehrheit für den Verbleib in der EU, aber die Unterscheide sind relativ gering. Es gibt also immer noch keinen keinen tiefgreifenden Meinungsumschwung. Man darf nicht vergessen, dass die “Remain”-Option auch vor dem Referendum 2016 in den Meinungsumfragen lange führte, dies sich aber dann in kurzer Zeit umkehrte.

    – Zum Agrarsektor: Einer der besonders absurden Aspekte des Brexit-Referendums ist ja, dass insbesonders Gesellschaftsgruppen, die durch den Austritt am meisten zu verlieren haben, dafür gestimmt haben. Da haben die Medienkampagnen wirklich ganze Arbeit geleistet, denn Menschen dazu zu bringen, gegen ihre eigenen Interesse zu stimmen und sich somit selbst zu schaden, ohne dass ihnen das klar ist, ist schon bemerkenswert.

  7. Zu der Bloomberg-Geschichte:

    Das ist ein Finanzdienstleister und der Boss ist ein Milliardär. Mein erster Tatverdacht wäre Finanzmarktmanipulation und Insidertrading.Die ganze Branche arbeitet so.

  8. Linus sagt: “Der DE-CIX hat vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die BND-Anordnung klagen wollen. Das wurde im Mai ohne weitere Verhandlung abgewiesen.”

    Das stimmt nicht ganz, es wurde sehr wohl verhandelt, netzpolitik.org war vor Ort: https://netzpolitik.org/2018/bnd-vor-dem-bundesverwaltungsgericht-massenueberwachung-am-de-cix-rechtswidrig/

    (Ich glaube, was nicht “verhandelt” – besser: “geprüft” – wurde, war das Artikel-10-Argument des DE-CIX. Nicht die Klage an sich.)

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