LNP036 Unbegrenzt [1]

Diese Ausgabe wurde nicht im Studio aufgenommen und kämpfte mit ein paar technischen Schwierigkeiten, die ggf. ein wenig den gewohnten Schwung vermissen lassen. Dafür gab es genug Aufreger in dieser Woche, denen wir uns ausführlich widmen konnten.

Dauer: 00:54:32

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Telekom und Spotify beerdigen endgültig die Netzneutralität

Bei T-mobile gibt es jetzt einen Tarif mit eingebauter Spotify-Flatrate.

Digitale Demenz und wir werden alle sterben

Manfred Spitzer redet bei Günther Jauch irgendwas von digitaler Demenz und hat wohl auch ein Buch darüber geschrieben.

  • Keine Links, weil war im Fernsehen drinne gewesen.

Anonymous veröffentlicht iOS device UDIDs und DDosSt Telecomix

Unter dem Label Antisec erschien ein Datensatz, von dem behauptet wurde, er wäre dem FBI gestohlen worden. Außerdem wurden die Server der Gruppe Telecomix angegriffen.

GEMA PR-Offensive gegen Tarifreform-Demos

Die GEMA informierte in einer Email an über 33.000 Mitglieder über ihre Strategie im Umgang mit den in vielen Städten stattfindenden Demos gegen die Tarifreform.

Epilog

Unsere Freunde und Kollegen bei netzpolitik.org führen eine Leserbefragung durch und am nächsten Wochenende sind ein paar Netzpolitik-Veranstaltungen in Berlin.

34 Gedanken zu “LNP036 Unbegrenzt [1]

  1. Offensichtlich ist es vielen in diesem Land nicht wirklich klar, wie gravierend das vom M.Spitzer beschriebenes Problem wirklich ist. Erst wenn man die Betroffene kennenlernt, sieht man was gemeint ist. Es scheint mir, als wären viele Menschen nicht nur des Lesens und Schreibens schwach, sondern haben auch das zuhören verlernt.

    • Es gibt ohne Zweifel viele fürchterliche Zustände, in die Menschen sich bringen oder geraten können. Die Frage ist, ob sie eine Häufigkeit und ein Ausmaß erreichen, das die Sache zum gesellschaftlich relevanten Problem erhebt.

    • Die Aufhebung der Netzneutralität findet im Prinzip in mehreren Stufen statt.

      1a. Sperren bestimmter Dienste oder Protokolle: Wird seit Jaaahren schon gemacht. T-Mobile-Beispiel: Skype, VOIP.

      1b. Bevorzugung eigener Dienste, wenn der Provider auch Content-Anbieter ist. Schwieriger nachzuweisen, aber sicherlich lässen sich 1&1 oder Telekom für ihre hauseigenen TV-Streamer nicht die Bandbreite von anderen wegnehmen.

      2. Bevorzugung (Priorisierung) bestimmter Dienste anderer Anbieter gegen Gebühr und Benachteilugung derer Konkurrenten: mein Vimeo ruckelt, weil die Nachbarschaft bevorzugtes Youtube schaut.

      3. Dienste fremder Anbieter als aus dem Internetangebot herausgelöster Zusatzdienst.

      Bei der dritten Stufe haben wir noch nicht einmal mehr ein 2-Klassen-Internet, sondern 2 verschiedenene paketvermittelte Angebote.

      Den Dammbruch stellt also das Partnering da, einen solchen Fall gab es in Deutschland meines Wissen bisher (öffentlich bekannt und beworben) noch nicht.

    • Ich finde die Kritik am Telekom-Spotify-Bundle übersensibel.

      Es ist ein Zusatzangebot (welches mir zusätzliches Volumen schenkt und mein sonstiges Package unangetastet lässt).

      Solange das Basis Paket mit der Aufschrift “Internet” auch weiterhin Internet enthält (und nicht jetzt ohne Spotify Zugang daherkommt), ist das für mich ein (attraktives) Zusatzangebot. Die Ausgrenzung von VoIP-Diensten aus Basispaketen ist dagegen wirklich Neutraltätsthema.

      Generell bin aber auch mehr ein Verfechter von Transparenz, d.h. der Verbraucher muss genau sehen, was ein “Internet”-Package genau leistet. Dass sich verschiedene Angebote herausbilden wird man nicht verhindern können.

      Und vielleicht auch nicht wollen: Denn Wettbewerb ist für mich eine wichtige Voraussetzung, dass der Kunde eine Chance hat, dass Angebote für ihn und nicht gegen ihn entstehen.

      Übrigens ist T-Entertain vermutlich genauso einzustufen, denn TV über IP wird meinen Datenvertrag volumentechnisch auch nicht berühren (irgendeine Deckelung gibt es da ja auch, oder irre ich da?).

      Thomas

      • Und vielleicht auch nicht wollen: Denn Wettbewerb ist für mich eine wichtige Voraussetzung, dass der Kunde eine Chance hat, dass Angebote für ihn und nicht gegen ihn entstehen.

        Wettbewerb findet doch immer nur zu Beginn der Herausbildung eines Marktes statt, bis sich die Sieger des Wettbewerbs herauskristallisieren und ihre Position zementieren. Der Telekom/Spotify-Deal ist das perfekte Beispiel dafür.

        Wer also an den Wettbewerb als Korrektiv des Marktes glauben möchte, der sollte insbesondere gegen jede Verletzung der Netzneutralität sein, und sich nicht davon blenden lassen, dass etwas als Zusatzdienst bezeichnet wird.

        • Dann stimmt doch ale mit Geldbeutel ab: Bucht Spotify, aber bitte ohne den freien Traffic! Dann werden die das schon spüren, die Gauner.

          Aber mal im Ernst: Die Provider sind schon eine “schwierige” Mespoche, keine Frage. Und dass sie möglichst viel Geld scheffeln wollen ist auch allen bekannt. Aber nicht jeder Schritt hat nur zum Ziel, irgendetwas künstlich schlechter zu machen, um den Kunden dann den Normalzustand für Extra-Geld zu verkaufen. Manchmal schaffen die es vielleicht auch, Angebote zu schaffen, die für alle Beteiligten ein Gewinn sind.

          Und parallel dazu würde ich mir wünschen, dass unser Verbraucherschutz mal für eine vernünftige “Auszeichnungspflicht” bei Providerangeboten sorgt. Das heisst, Kategorien schaffen, die klar beschrieben, was der Dienst enthält und was nicht. Und dafür eine Mindestzeichengröße und einen Mindestkontrast festlegen (“4 Punkt hellgrau auf weiss” geht halt nicht).

          VG Thomas

  2. Hallo,
    gute Sendung wie immer blablabla. Nur zum Thema GEMA muss ich jetzt mal etwas rumtrollen, bzw. mal eine abweichende Meinung äußern, weil ich allmählich nicht mehr verstehe, warum das eigentlich alle so aufregt. Linus sagt in dieser Ausgabe selbst, dass das Prinzip “eine Vereinigung kümmert sich um das Eintreiben der Tantiemen” für Künstler eigentlich eine nachvollziehbare Idee ist, nur die Verteilung dieser Gelder INNERHALB der GEMA sei doch sehr ungerecht und änderungswürdig. Das kann ich nicht beurteilen, ich bin nicht bei der GEMA. Aber wenn diese Ungerechtigkeit das eigentliche Problem ist, oder auch die angeblich zu hohen Forderungen für kleine Klubs (kann ich auch nicht beurteilen, ich betreibe keinen kleinen Klub), warum ist das Thema für Menschen, die sich für Netzpolitik interessieren, dann so relevant? Müssen so viele von diesen Menschen unter den schlechten Verteilungsstrukturen leiden? Ich will niemanden belehren, jeder kann sich aufregen, worüber er will, mich hat einfach nur so ein Interview mit einem dieser armen Kleinkünstlerwürstchen nachdenklich gemacht, die bei euch so gern in Schutz genommen werden vor den gierigen GEMA-Bossen. Der hat erzählt, dass er wirklich froh ist, bei der GEMA zu sein, weil er sonst seinen Traum (Filmmusik komponieren) nicht leben könnte. Und jetzt bitte twittern, dass ich ein Troll bin oder von der GEMA bezahlt.
    Hier dieses Interview, der Interviewer ist übigens auch ziemlich Anti-GEMA, müsste also den meisten gefallen…

    medien.wdr.de/radio/redezeit/wdr5_redezeit_20120803.mp3

  3. So, alle LNP immer brav gehört, war immer alles super xD, deshalb war ich auch Feedbackfaul.
    Jetzt muss ich mal…

    Zum Thema Günther Jauch – “wie son Verkehrsunfall” da stimm ich mal lachend (und weinend) zu…

    Manfred Spitzer … Ich begrüße dass ihr euch darin versucht differenziert auf das Thema einzugehen.
    Aufgrund eurer Ausführungen macht es aber Stark den Eindruck als hättet Ihr das Buch nicht gelesen, und euch nicht mit anderen Veröffentlichungen von Ihm beschäftigt.

    Ich denke dass man Herrn Spitzer durchaus vorwerfen kann, dass er händeringend mit dem ganzen Zaun winkt. Das Ergebnis dieser „missionarischen Holzhammerkommunikation“ (wie ich Sie gerade selbst auch betreibe xD) kann man leider in allen Medien sehen.
    Es gibt schön viele Aufreger und Wellen, auf denen die Quote schön surfen kann. Nur wird leider das Thema verfehlt.

    Herr Spitzer verteufelt die Medien nicht in derart wie es derzeit fast überall dargestellt wird.
    Er schreibt in seinem aktuellen Buch selbst, dass er viel mit Computern arbeitet und durchaus auch mehrere Stunden am Tag Medien nutzt.

    Er schreibt aber eben auch, dass es kritische Arten von Mediennutzung gibt, welche gerade im Alter bis 17 Jahre zu fatalen Folgen führen kann.

    Meine persönliche, vereinfachte Ultra-Kurzfassung zu diesem Thema die bestimmt hinten und vorne nicht stimmt:
    Es gibt einen Bereich des Hirns, welcher für die Vernetzung des Rest zuständig ist. Dort wachsen lebenslang Hirnzellen und sorgen dafür, dass der Rest des Hirns für die aktuellen Aufgaben bestmöglich genutzt werden.
    Der Rest des Hirns ist nach der Geburt gespickt mit Nervenzellen, welche wenn Sie nicht stimuliert werden absterben, und auch nicht neu gebildet werden.
    Diese Stimulation ist bei den derzeitigen Bildschirmmedien (Computer/Fernseher) sehr einseitig. (Es gibt halt keine Gerüche, keinen Geschmack, keine Motorischen Herausforderungen (mit seltenen Ausnahmen) keinen Wechsel zwischen warum und kalt, kein fühlen von Texturen, soziale Interaktion ist ebenfalls in vielen Ebenen beschnitten…
    Sprich bei exzessiver, falscher Mediennutzung im Alter bis 17 sterben viele Hirnzellen unwiederbringlich ab. Hier hinkt dann auch der Vergleich mit den „freiwerdenden Kapazitäten“…

    Ein ausgiebigeres auseinandersetzen mit dem Thema lohnt sich hier wirklich, gerade für alle die die Kinder haben :)
    Wer nicht lesen möchte kann sich auch die Vorträge von Manfred Spitzer und/oder Gerald Hüther anschauen.

    Besonders cool wäre es natürlich wenn Tim sich in den Zug setzt und eine CRE mit Manfred Spitzer und eine mit Gerald Hüther macht :D

    Ein dickes Lob noch am Ende, LNP ist seit ich drüber gestolpert bin mein wöchentliches Podcast-Highlight…
    Vielen Dank für diese und andere großartige Podcast-Reihen

    David

    • Ich würde dir an keiner Stelle widersprechen – und genau deshalb muss ich deiner Aussage

      Sprich bei exzessiver, falscher Mediennutzung im Alter bis 17 sterben viele Hirnzellen unwiederbringlich ab. Hier hinkt dann auch der Vergleich mit den „freiwerdenden Kapazitäten“…

      widersprechen ;-)
      Der Vergleich hinkt nicht, sofern das Gehirn gefordert wird und Fähigkeiten aufbaut. Die Kapazitäten des Hirns sind beschränkt und selbst die tollste Fähigkeit geht zu Lasten anderer, für dieses Individuum weniger wichtiger Fähigkeiten.
      Insofern würden viele Argumentieren: Wenn die Gesellschaft sich in diese Richtung wandelt, wofür brauche ich dann

      Wechsel zwischen warum und kalt, Fühlen von Texturen, soziale Interaktion, die nicht in vielen Ebenen beschnitten

      ist? Die Anforderungen meiner Umwelt sind eben andere.
      Jegliche Wertung halte ich in dem Zusammenhang für – aus wissenschaftlicher Perspektive – nicht angemessen, sondern für allenfalls ästhetischen Erwägungen geschuldet.

      All dies sei gesagt unter der Prämisse, dass das Hirn weiterhin ein ausreichendes Stimulationsniveau hat und kreativ arbeitet.

      • Und der Vergleich hinkt doch xD …
        Ich denke du begehst bei deinen zunächst schlüssig erscheinenden Argumenten einen Kategorienfehler. Dies werde ich nicht für dich und andere die sich mit dem Thema nicht auseinander gesetzt haben kurz und immer noch zutreffend wiederzugeben können.
        Deshalb rate ich jedem sich mal mit der Literatur und/oder den Vorträgen (Manfred Spitzer und eine mit Gerald Hüther) auseinanderzusetzen…

        Warum dass was du sagt Linus so nicht stimmt versuche ich dann nochmal aus meiner Erinnerung zu begründen… (leider habe ich nat. die Quellen nicht im Kopf, diese sind aber in besagter Literatur genannt …)

        *Wer viele Multitasking betreibt kann dies schlechter wie jemand der dies nicht häufig tut. Außerdem trainiert man sich dabei noch eine Aufmerksamkeitsstörung an.
        Die häufige Nutzung vieler Medien gleichzeitig ist also nicht gerade günstig… (und eben auch eine der von mir genannten falschen Nutzung)

        * Ich erinnere mich an eine Studie die einen Zusammenhang zwischen mathematischen Fähigkeiten und Fingerübungen im Kleinkindalter aufgezeigt hat. (Wenig mit den Fingern gemacht => Tendenziell weniger Mathematische Fähigkeiten)
        Es gibt also offensichtlich Denkfähigkeiten die das Gehirn nur dann bereit stellen kann, wenn andere Fähigkeiten trainiert wurden. (und diese könne auch anderer Natur sein wie z.B. Motorik)
        Hierbei spielt gerade in genannten Altersbereich das Zusammentreffen möglichst vieler sensorischer Inputs eine Rolle und derzeit ist halt außer hören und sehen nicht viel bei den derzeitigen Medien drin. (Deshalb hatte ich mich auf andere Sinne bezogen, und hier scheitert auch deine „Prämisse“ mit dem „ausreichenden Stimulationsnevau“)
        Kommen diese nicht, wird besagtes absterben von Hirnzellen eben nicht verhindert…
        Anderes Beispiel hierzu:
        Kinder die seit Geburt eine Krankheit am Auge hatten welche erst zu spät erkannt und behandelt wurde (im Alter von 4 Jahren oder so) können danach nie wieder richtig sehen lernen.

        * Das was du im Bezug auf beschränkte Kapazitäten des Gehirns schreibst ist so nach meinem Verständnis nicht richtig. Das kann man sich nicht wie bei einem Computer vorstellen Beschränkungen unterliegen hier ganz anderen Gesetzmäßigkeiten…
        Hier erinnere ich mich gerade schmunzelnd an CRE195 wo Tim fragt wie viele funktionelle Bereiche man unterscheiden kann und später wird klar, dass ein Bereich im Gehirn an vielen verschiedenen Funktionen teilnehmen kann und dass es nicht eine kleinste Einheit gibt, die für irgendwas zuständig ist…
        Hier merkt man beim zuhören wie „Tims vorgeprägter Verstand“ versucht ein (in meinen Augen technisches) Denkmodell auf das Gehirn zu übertragen und John-Dylan Haynes mehrfach verbal abwinkt und signalisiert, dass man das so wie gefragt gar nicht beantworten kann. (genau hier passiert zunächst eben auch ein Kategorienfehler)

        Kapazitäten für manche Aufgaben müssen im Gehirn also erst durch andere Aufgaben geschaffen worden sein, sonst wird man das nie gut erlernen können.

        Schlusswort :)
        Wir driften schon wieder ein bisschen weg vom Kernthema.
        In meinen Augen sieht Manfred Spitzer der sich seit vielen Jahren auch therapeutisch mit dem Thema beschäftigt eine große Gefahr bei falscher (und derzeit leider auch häufig schon so auftretender) Mediennutzung.
        Dies hat er vielleicht auch auf Grund des durchaus steigenden Gefahrenpotentials mit der „missionarischen Holzhammerkommunikation“ zu vermitteln versucht.
        Dies hat so viele Leute vor den Kopf gestoßen, dass in meinen Augen das wirkliche Thema verfehlt wird. Die benötigte Aufklärung wird deshalb möglicherweise nicht stattfinden.
        Ich glaube hätte ich mich nicht schon vorher mit Veröffentlichungen von Herrn Spitzer beschäftigt wäre auch Ich jetzt möglicherweise so verprellt, dass weder das Buch „Digitale Demenz“ oder andere Bücher/Vorträge von Ihm bei mir noch Gehör finden würden
        Moderne Medien werden von Ihm eben nicht verteufelt, sondern es gibt wie bei jeder Technik auch bei diesen Gefahren.
        Ich glaube das Potential für viel und bevölkerungsweit gestreutes Leid ist definitiv vorhanden.
        Aufklärung ist hier dringend nötig. Deshalb sollte sich jeder auch mal mit den aktuellen Erkenntnissen beschäftigen.

        Viele Grüsse,
        David

        • Hallo David,

          sorry, das wird mir jetzt ein bisschen zu müßig, da für mich nicht erkennbar ist, was du überhaupt von mir willst.

          Neuronale Plastizität ist ein notwendiger Anpassungsmechanismus an die Herausforderungen, die unsere Umgebung an uns stellt, bzw. die wir uns aussuchen.

          Folgende Aussage sind daher nicht haltbar:

          Die häufige Nutzung vieler Medien gleichzeitig ist also nicht gerade günstig… (und eben auch eine der von mir genannten falschen Nutzung)

          Dem Rest deiner Aussagen habe ich nie widersprochen.

          • Hallo Linus,
            ich kann verstehen, dass es dir wie du sagst „müßig“ wird. Es tut mir leid, dass die Kommentare so lang waren, aber ich hatte leider keine Zeit dies kurz zu fassen.

            Was ich von dir will… habe ich zuvor im Schlusswort zuvor zusammengefasst.

            Auch nach eurem Beitrag hätte ich wohl keine Lust gehabt das Buch zu lesen…
            Dabei lohnt es sich, darauf wollte ich dich und andere hinweisen.

            Ich freue mich schon auf die nächste Folge!
            Nochmals Vielen Dank für LNP, David

    • Es bieten sich mehre Möglichkeiten an, für am naheliegendsten halte ich, dass jene router, die für die einzelnen Nutzer ohnehin die Trafficnutzung überwachen, um sie nach Ablauf des Volumens zu drosseln, die Spotify-IPs bei bestimmten Verträgen nicht mit einfließen lassen.

      Also wenn du es schaffst, deinen Traffic durch die Spotify-Server zu tunneln, kannst du evtl. tatsächlich unlimited Internet haben.

      Den Fall, dass du immer über VPN surfst, wird Telekom vermutlich im kleingedruckten abhandeln.

      Das als Vermutung.

  4. Zum Thema GEMA vs Clubs:

    Auch wenn ich mich hier sicher nicht den Apologeten spielen will und Dir auch keine böse Absicht unterstellen (dass du auch kein Freund der GEMA bist war ja zu hören), finde ich Deine Warnung vor der Mobilisierungsmacht der Clubs und ihrer „auch kapitalistischen Interessen“ geht aus zweierlei Gründen ein wenig ins Leere, Linus:

    1. Wenn man sich die Teilnehmerzahl und vor allem -zusammensetzung bei den beiden Berliner Demos, an denen ich teilgenommen habe, so anschaut, dann scheint die „Mobilisierungsmacht“ der Clubs wohl doch eher bei den eigenen Mitarbeitern und unmittelbar (v.a. finanziell) Beteiligten, also hauptsächlich Promotern und zu einem geringeren Grad Künstlern und DJs zu ziehen. Dazu kommen die Parteien und einschlägigen Initiativen (die ja größtenteils an der Organisation beteiligt waren), sowie allgemeine Gentrifizierungsgegner, die ein im weitesten Sinne anderweitiges Interesse an der Sache haben. Teilnehmer, die in keine der genannten Gruppen fallen, die also im engeren Sinne mobilisiert wurden – ich schätze mal Du hattest dabei auch hauptsächlich die der Clubgänger im Kopf – hielten sich meiner Einschätzung nach sehr in Grenzen (wie die Teilnehmerzahl ohnehin gefühlt auch gemessen an der Zahl der Leute, die sich in den Berliner Clubs so rumtreiben).
    Kurz: ich weiß nicht vor welcher Mobilisierungsmacht Du hier eigentlich warnst, die die Massen scheinbar blind vereinnahmt.

    2. Die „auch kapitalistischen Interessen“ der Clubs (bzw. Clubbetreiber): Ich stütze mich hier zwar in erster Linie auf die Aussage von Beteiligten, aber der Großteil der (zumindest der Berliner) Clubs wird wohl nicht des Geldes wegen betrieben, sondern tatsächlich aus einem ernsthaften Interesse an der jeweiligen Subkultur um nicht zu sagen Leidenschaft; schon allein deswegen weil es sich aus „kapitalistischem Interesse“ schlicht nicht lohnt – wie das nunmal bei Kultur außerhalb des Mainstreams so ist. Ich würde mal unterstellen, dass die Überschüsse, sofern sie denn erwirtschaftet werden, eher in die Bookings und in den Club selbst als in das neue Auto vom Chef gesteckt werden.
    Case in point Berghain: Wohl einer der (vermutlich auch finanziell) erfolgreichsten (und am stärksten von der Reform betroffenen) Clubs in Berlin musste wegen der GEMA-Reform, wie Du sicherlich weißt, auf eine Erweiterung des Angebotes in vermutlich noch unprofitablere Bereiche der „ernsten“ Kultur verzichten. Das sieht nicht gerade nach cash out aus. (s. http://www.fr-online.de/kultur/berghain-dies-waere-ihr-klub-gewesen,1472786,16885032.html)
    Kurz: die kapitalistischen Interessen – die man nicht gut finden muss – sind bei den Clubs den kulturellen Interessen – die man vermutlich eher gut findet – relativ klar untergeordnet (und das quasi notwendigerweise). Und auch wenn die Schließung bei den meisten Clubs wohl nicht bevorsteht, wird sich die Tariferhöhung wohl nicht in erster Linie auf dem Konto der Inhaber, sondern eher in den Line-ups und der breiten Zugänglichkeit niederschlagen.

    Ach ja, ironischerweise gibt es die Bar25 nach allem was man weiß wegen Mediaspree nicht mehr.

    • Verzeih, dass ich da jetzt nicht in aller Breite drauf antworte, denn ich habe meine Position ja im Podcast und hier schon einmal erläutert.

      keine böse Absicht unterstellen (dass du auch kein Freund der GEMA bist war ja zu hören)

      Die Tarifreform haben wir hier bereits ausführlich besprochen.

      Kurz: ich weiß nicht vor welcher Mobilisierungsmacht Du hier eigentlich warnst, die die Massen scheinbar blind vereinnahmt.

      Ich warne vor überhaupt nichts. Ich weise kritisch darauf hin, dass es “den Clubs” gelingt, Menschen in einer Angelegenheit auf die Straße zu bringen, die zunächst einmal allein das Geschäftsmodell der Clubs betrifft. Ich demonstriere grundsätzlich nicht für den Erhalt anderer Leute Geschäftsmodelle: Weder, wenn es um die GEMA geht, noch um die Clubs. Ich demonstriere aber mit Leidenschaft für den Erhalt der sog. Berliner “Subkultur” (die inzwischen weit davon entfernt ist, so bezeichnet werden zu können).

      musste wegen der GEMA-Reform, wie Du sicherlich weißt, auf eine Erweiterung des Angebotes in vermutlich noch unprofitablere Bereiche der „ernsten“ Kultur verzichten. Das sieht nicht gerade nach cash out aus.

      Schon mal die Schauermärchen von Zahnärzten gehört, wenn bei Ihnen wieder irgendwas gestrichen werden soll?

      Die Klage ist das Lied des Kaufmanns.

      PS: Bitte LNP030 hören, falls du nun mein Gewissen in Frage stellst.

  5. Pingback: Links 9/02 | aehm

  6. Ich kann doch schon seit 2 oder 3 Jahren bei E-Plus und O2 (bei den anderen bin ich mir nicht sicher) kostenlos auf m.facebook.com surfen wenn ich eigentlich keinen Datentarif habe. Das wurde im Internet immer als Mehrwert für den Nutzer gesehen. Wie ist jetzt der Spotify-Tarif bei der Telekom anders?

    • Es ist in der Tat genau so übel, ich hatte es nur schon gar nicht mehr auf dem Schirm.

      Einziger Unterschied ist, dass

      1. Facebook keinen besonders nennenswerten Traffic erzeugt, und hier eher als Anfix-Angebot dient.

      2. Facebook dann, wenn man einen “richtigen” Tarif hat, nicht mehr von der Berechnung ausgenommen wird.

      Vermutlich wird es aber auch kaum genutzt, weil doch alle auf die App setzen, oder?

  7. irgendwas ist kaputt. es kann aber sein das es ein problem meines computers ist. Das Problem ist, dass wenn ich pausiere und dann wieder auf play drücke spielt es nicht weiter sondern spielt eine gefühlte halbe sekunde als loop ungefähr so wie es früher bei schallplatten mit kratzer war.
    lg. niklas

  8. Pingback: LNP037 Rohrkrepierer des Jahres | Logbuch:Netzpolitik

  9. Pingback: MM001 – Oben ist die Bombe gefährlicher | Married Men Podcast

  10. Noch ein kleiner Nachtrag zu Telekom und Spotify:
    Im Spreeblick Podcast 328 ( http://www.spreeblick.com/2013/03/14/podcast-328-interview-mit-stefan-zilch-von-spotify/ ) vom 14.03.2013 spricht Johnny Haeusler mit Stefan Zilch von Spotify Deutschland. Kurz geht es auch um den Pakt mit der Telekom, ab Minute 36:00.
    Die Position von Spotify ist, dass das Sache der Telekom sei, außerdem würden ja auch andere Streamingdienstleister bereits mit anderen Telcos reden.
    mp3 unter http://spreeblick.com/podcast/spreeblick328.mp3

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