LNP114 Cyber Cyber

Freiheit statt Angst — Lagebild Cybercrime — VG Media scheitert am Kartellamt — Uber und die Share Economy — SS7 Location Tracking — eBook Weiterverkaufsverbot

Nachdem wir uns das letzte mal schon umfangreich ercybert haben, steigert sich unser Cyberoptimismus in ungeahnte Höhen. Durch die Unendlichen Weiten™ des Cyberspace™ gleitet dieser Podcast euch total cybermäßig in die Hörgeräte und informiert Euch über Demonstrationen des Digitalen Widerstands™, Cybercrime, das Scheitern der Holzmedien am Cyberamt, die Verheißungen und Unwägbarkeiten der Cyberökonomie, Cybertracking und Cyberlicensing. Also für jeden was dabei! Cyber, Cyber! Wir grüßen die Netzgemeinde und all the Internetministers in the world!!!

Dauer: 1:42:44

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Support
avatar Arne Bense
Musik: Cyber Cyber

Prolog

Freiheit statt Angst 2014

Lagebild Cybercrime

VG Media scheitert mit Kartellbeschwerde

Uber und die Share Economy

SS7 Location Tracking

Verbot des Weiterverkaufs von eBooks

Epilog

33 Gedanken zu “LNP114 Cyber Cyber

  1. Spontane Verschwörungstheorie zur VG Media: Vielleicht war offenbar selbst in der CDU angekommen, dass so ein Leistungsschutzrecht irrsinnig ist, aber natürlich konnte man sich als Partei nicht dagegen stellen, denn die implizite Drohung der Medienhäuser mit ihrer Meinungsmacht ist ja nun nicht sehr absurd anzunehmen – im Rahmen solcher Gesetze ist doch mittlerweile schon rausgekommen, dass z.B. SPD Politiker freundlich darauf hingewiesen wurden, ob sie es wirklich gut finden im Bundestag gegen Verlagsinteressen zu stimmen, wenn der CDU Kollege im Wahlkreis brav sein Händchen hebt. Es könnte ja zufällig passieren, dass dann überwiegend über den netten Konkurrenten berichtet wird.
    In diesem Falle wäre das jetzt ein schöner Mittelfinger der Politik, denn die Entscheidung einer Bundesbehörde kann man ja nun wirklich keiner Partei anlasten, die handeln schließlich nur nach Recht und Gesetz, unabhängig und seriöslich!

    • Du meinst das LSR wrde voran getrieben in dem Wissen, dass es eine nicht von der Gunst der Verlagshäser abhängenden Instanz eingesackt werden würde?

      Das wäre natürlich ein absolutes Spiel mit dem Feuer gewesen. Dann hätte man aber auch versuchen müssen, das Gesetz so zu formulieren, dass es keinen weiteren Schaden mehr anrichtet. Spuren davon wären vielleicht ein Hinweis auf absichtliches Taktieren – aber die sehe ich nicht.

      Ich glaube eher, dass der Gesetzesvorschlag – wie viele andere auch – genau so übernommen wurde, wie man ihn von Christoph Keese auf den Tisch gelegt bekommen hat. Ganz bequem ohne weiteres Nachdenken.

  2. Sich nicht an der essenstiellsten politischen Willensbildung beteiligen, und es gibt nunmal keine direktere und demokratischere Form seine Meinung zum Ausdruck zu bringen als den Protest auf der Strasse, und diese Haltung dann auch noch so emotional zu verteidigen mein Lieber Tim ist unter aller Würden. Dann sich auch noch ganz politisch korrekt von den Montagsdemo abgrenzen, aber für Auftragsarbeit für grünen Lobbyverein ist man sich dann doch nicht zu schade. Kannste in der kognitiven Dissonanz auch bisschen konsequenter werden und gleich diesen Podcast einstampfen, was schade ist denn Linus ist großartig in seinen Argumentationen.

    • Ansichtssache. Ich verstehe Straßendemos nun mal nicht als die “essentiellste politische Willensbildung” sondern bestenfalls als eine mögliche Form der Willensbekundung. Für meine Willensbildung sind Demos noch nie relevant gewesen. Das mag bei Dir anders sein, aber bei mir ist es nun mal so. Demos sind für mich Orte, wo eine Willensbildung meist schon abgeschlossen zur Schau getragen wird. Da muss ich nicht immer mitspielen.

    • aber für Auftragsarbeit für grünen Lobbyverein ist man sich dann doch nicht zu schade.

      Du meinst vermutlich die Heinrich-Boell-Stiftung.
      Seit 2010 habe ich auch immer mal wieder Aufträge von denen übernommen, mal technische Dienstleistungen, mal Photografie, mal Texte – zuletzt den über politische Lösungen für eine sichere Zukunft der Kommunikation.

    • Im Übrigen sind Demonstrationen auch nicht nur Willensbekundung, sondern können durchaus zur politischen Willensbildung beitragen. Wenn sie groß genug sind. Und wenn sie in den Medien stattfinden – siehe z.B. ACTA oder Netzsperren.

    • Wie man’s nimmt. Ich kenne die Downloadzahlen dieses Podcasts nicht, aber ich schätze, die beiden erreichen mit ihrer mehr oder weniger wöchentlichen Sendung ein Vielfaches der Teilnehmerzahl der “Freiheit statt Angst”, und im Gegensatz zur in Berlin im Kreis laufenden Flugblattschleuder vermitteln sie deutlich mehr Inhalte als “Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsre Daten klaut”. Ich finde es toll, wenn Leute auf die FsA gehen, aber ich kann auch jede verstehen, die sich die Sache nicht geben will.

      Wenn die Netzaktivistinnen es nach einem Jahr Snowden-Leaks nicht einmal hinbekommen, auch nur in die Nähe der Demonstrationsgröße vergangener Zeiten zu kommen, kann man natürlich nach alter, selbstverliebter Aktivistenmanier über die “träge Masse” lamentieren, man könnte aber auch zu überlegen anfangen, was falsch läuft. Jemand brachte hier im Kommentarbereich das Beispiel Greenpeace. Mit denen assoziiert man keine 20.000 Leute an der Siegessäule in Berlin, sondern 5 Leute in einem Schlauchboot, das ständig unter den Kränen eines Frachters herumkurvt, der Atommüllfässer versenken will. Vielleicht passt das besser zum netzpolitischen Aktivismus als Fahnenschwenken und Parolenbrüllen.

  3. Ich kenne ?”Uber”? nicht, weder als Kunde, noch als Dienstleister.
    Aber so wie es für mich bei euch klingt, trägt es genau so zur
    Dienstleistung und deren Existenz bei genauso wie flatter es vereinfacht zu Spenden.

    Übersehe ich hier etwas?

    • Na ja, bei Flattr findest du das “Produkt” auf anderem Wege und bezahlst nicht konkret für eine Dienstleistung, sondern vergibst einen freiwilligen Anteil an deinem Kuchen.

      -> Auch ohne Flattr kannst du in Genuss des exakt gleichen Produkts kommen.
      -> Du bezahlst keinen konkreten Betrag.

    • Nachdem ich zuletzt viel zu meckern hatte: Eine sehr sachliche, kurzweilige Sendung. Danke! Flattr wieder an ;) Ich schaue, dass ich am WE nachollziehe, warum ich die Audioqualität der LNP113 also so schlecht empfand (nochmal reingehört auch jetzt im Vergleich – irgendwas hatte es da… bei beiden Sprechern).

      Kurze Frage noch: Wie erfolgt die Aufteilung der Flattr-Einnahmen? So wie ich das Verstanden habe, dann landet ein LNP-Falttr bzw. LNP-Folgen-Flattr zu 100% bei der Metaebene und ausser der Mate nichts bei Linus? Keine Kritik, will es nur wissen: Dann teile ich die Flattrs einfach 50%-50% auf die Personen auf – was in Bezug auf Nachvollziehbarkeit schade ist. Wáre schön, wenn Tim das in allen Sendungen etwas transparenter machen könnte.

  4. Lieber Linus, Lieber Tim,
    Ich studiere Kybernetik und ich fordere euch auf, das C-Wort ab sofort mit Bedacht zu verwenden und im Allgemeinen nur noch im Zusammenhang mit schönen, bunten oder nach Marzipan riechenden Dingen. Ihr gefährdet meine Seriosität!
    Cybergrüße, H

  5. Ganz interessante Diskussion zur Share Economy. Allerdings würde ich gerade im Bezug auf die effizientere Nutzung von Überkapazitäten in Frage stellen, ob die von euch diskutierten Modelle nicht sogar eher kontraproduktiv sind. Sie basieren ja schließlich darauf, dass Einzelpersonen das zu teilende Gut weiter besitzen und lediglich effektiver nutzen. Im Zweifelsfall ist das noch ein Anreiz sich auch Überkapazitäten zu zulegen, um selbst Kleinkapitalist zu spielen. Dazu kommt, dass Vermittler à la Uber doch recht klar Professionalisierung treiben, weil sie sich als Dienstleistungsersatz verstehen und ein (verdeckt) professionelles Angebot ist dafür nunmal attraktiver als einfach nur opportunistische Kapazitätenumlagerung. Der Unterschied zur normalen Wirtschaft ist dann lediglich, dass es billiger ist, weil staatliche Regulation unterlaufen wird und man einfacher an der Steuer vorbeikommt. Effizientere Nutzung von Überkapazitäten sehe ich doch eher bei Vergesellschaftung von Gütern im Einzelbesitz, was auch Optionen für demokratische Entscheidungsfindung ermöglicht und unerwünschte soziale Folgen wahrscheinlich besser abfedern kann. Leider, sieht man ja auch am Carsharing, ist den meisten Menschen der Aufwand sich einzubringen zu groß und sie wollen eben auch eher eine Dienstleistung als ein soziales Beteilungsprojekt.

    • Im Zweifelsfall ist das noch ein Anreiz sich auch Überkapazitäten zu zulegen, um selbst Kleinkapitalist zu spielen.

      Das funktioniert nur genau dann, wenn eine gleich große Menge Menschen sich Ihrer Fahrzeuge entledigt, um vollständig Konsument zu sein.

      Am Ende fahren weniger Autos mit mehr Personen drin.

      • Ich dachte eher daran, dass eventuell mehr Menschen als bei anderen Modellen der Kapazitätsumverteilung darauf spekulieren, dass sich die Investion dank der potentiellen Zweitverwertung eben doch lohnt und Einzelbesitzer bleiben. Als Hobbyunternehmer / Adhoc-Tagelöhner werden die das vermutlich auch nicht durchkalkulieren, sondern mehr so als gefühltes Kauf- bzw. Behaltenargument in die Wegschale werfen. Die fahren dann solange mit ihrer “Goldmine” durch die Gegend bis sie der Ölpreis von der Straße holt. ;) Mit anderen Worten solange die Leute sich den Privatbesitz prinzipiell ohne Gegenfinanzierung leisten können, sind möglicherweise Modelle, die versprechen private Einzelkapazitäten besser zu verteilen, weniger geeignet Überkapazität abzubauen, als Modelle, die von einer geteilten Kapazität für eine Gruppe von Menschen ausgehen und diese auf das notwendige begrenzen wollen.

  6. Bzgl Instacast und automatisch flattrn: Ich habe diese Cloud auf dem iPhone aktiviert und gerade erst sehe ich dass man scheinbar einen Mac mit der Software für OSX haben muss… -.- na supi.

  7. Auch von mir mal wieder Danke für die neue Ausgabe :-)

    Ich muss gestehen, da ich selber (zum ersten Mal) auf der Freiheit statt Angst war, hat mir Tims Haltung natürlich mal wieder gar nicht geschmeckt, auch wenn ich seine zentrale Kritik durchaus verstehe und sicherlich in Ansätzen auch teile. Ich finds um ehrlich zu sein aber einfach schade, dass wenn sich Leute schon die Mühe machen, selbst Leute aus Berlin nicht vorbeigekommen sind, wo andere sich deutlich mehr Aufwand machen (organisierte Busse aus Köln etc.). Und vielleicht habt ihr ja doch was verpasst, ich fands nicht nur notwendig, sondern auch sehr lustig und interessant :-)

    Nur aus Neugierde, kritisiert du/ihr Demos prinzipiell als Protestform im Jahr 1 nach Snowden und was wären denn Aktionsformen, die den Ansprüchen nach Guerillia und Skalierbarkeit und öffentlicher Wahrnehmung (besser) wahrnehmen? *grübel*

  8. Tim vs. Linus in den ersten 20 Minuten hat mich ein bisschen erinnert an Holgi vs. Tim in NSFW 89. Lieber Tim, es wäre super wenn du ein bisschen diplomatischer sein könntest, wenn in einem Podcast, der “das netzpolitische Geschehen im deutschsprachigen Raum weitgehend neutral und unaufgeregt in einem regelmässigen Podcast einzufangen” versucht, die größte deutsche Demo aus diesem Bereich besprochen wird. Deine Forderung nach kreativem Protest finde ich legitim, aber die FSA ist aus allen von Linus genannten Gründen eben auch wichtig. Ich respektiere, dass du betonst, dass das nur deine persönliche Meinung ist, aber wenn jemand mit deiner Reichweite in dieser Szene (TM) verkündet, die FSA sei zu tradiert / langweilig / findet Applaus von der falschen Seite, muss es manchem, der doch noch jedes Jahr hingeht, wie Hohn vorkommen.
    That being said, danke für euren tollen Podcast, der eben auch eine wichtige deutsche netzpolitische Institution ist.

  9. Lieber Tim,
    Lieber Linus,

    also Eure Kritik bez. der FsA in allen Ehren, aber vergesst
    Ihr nicht die armen Menschen ausserhalb des “Breitbandnetzes” ,
    die vielleicht noch durch solch antiquierte Protestformen mobilisiert
    werden?

    Abgesehen davon war zumindest die Route und der passende
    Termin zum Tag der offenen Tür im Bundeskanzleramt und zahlreichen Ministerien, erwähnenswert gut gewählt.

    Schade dass sich vieles was in der Netzgemeinde TM einen guten
    Anfang fand und auch von Tim in der Anfangsphase noch gelobt wurde, genau so vergänglich ist wie der Begriff web2.0

    Da würde ich mir etwas mehr Beständigkeit wünschen, damit nicht vieles
    bereits im Ansatz im berühmten Keim erstickt und zerredet wird, bevor
    sich überhaupt so etwas wie eine Bewegung, Partei etc. entwickeln kann.

    Das scheint weit verbreitet zu sein in der Gemeinde TM,
    anders erklärt sich diese mangelnde Teilnahme an der FsA zB. nicht .

  10. Mit Uber hatte ich mich bisher wenig beschäftigt, da ich selbst eher selten Taxi fahre, sondern entweder den ÖPNV nutze oder zu Fuß gehe was in einer Großstadt ja auch kein Problem ist. Allerdings hatte ich diesen Sommer eine Art disruptives Erlebnis bezüglich Taxis. Ich war zu einer Hochzeit in Hohen Neuendorf (bei Berlin) eingeladen. Anreise mit dem Zug, Unterkunft nah am Bahnhof. Die Feier selbst fand am anderen Ende des Ortes statt, also ca. 3,5 km von meiner Unterkunft entfernt. Normalerweise laufe ich so eine Entfernung, aber an diesem Tag waren über 35°C und ich wollte nicht schon verschwitzt auf der Party ankommen. Also bat ich die Dame an der Rezeption mir ein Taxi zu bestellen, mit ca 1h Vorlauf. Antwort: “Taxis gibts hier nicht, die kommen aus Frohnau und für so eine kurze Fahrt kommt keiner hier raus”. Ich war leicht baff. Es stellte sich dann heraus, dass an Samstagen zwischen 12 und 16 Uhr auch kein Bus fährt. Das Transportproblem hat sich dann noch lösen lassen, aber wenn das die Zukunft in kleinen Orten ist, dann werden Geschäftsmodelle wie Uber vielleicht doch eine sinnvolle Lösung. Spannend wird es in jedem Fall.

    • Ich mag dich ja ungern desillusionieren, aber in Brandenburg oder Meck Pomm (und sicherlich auch anderswo) werden massig Bahnlinien eingestampft, weil die sich “nicht mehr lohnen”. Dass ÖPNV eine Infrastruktur darstellt, die sich nicht lohnen, sondern einfach nur Ihre Funktion erfüllen muss, sehen wohl leider viel zu wenige so -.-

  11. Großes Lob für eure Taxi-Reportage, das war sehr aufschlussreich.
    Zu der Demosache: ihr solltet euch nicht darüber zerfleischen ob jemand, aus welchen Gründen auch immer, nicht hingeht oder nicht, dafür sind wir doch zu wenige. Wenn diese Protestform doch so populär in der Masse der Bevölkerung ist (?), aber eine relativ geringe Beteiligung erfährt, dann zeigt das nur wie wenig Anklang diese Ideen finden (und macht, wie Linus meinte, entsprechenden Eindruck). Bereits zu vorherigen FSA habt ihr über die Meinungsverschiedenheiten der teilnehmenden Organisationen diskutiert und hat sich was verbessert? Wie man merkt, sind wir doch weniger als wir dachten. Unser Unverständnis über die Haltung der breiten Bevölkerung (auch in Hinblick auf die Reaktionen auf die Snowden-Sache und Wahlergebnisse) ändert nichts an den Tatsachen. Wenn nun noch Uneinigkeit dazu kommt, dann Gute Nacht.
    Gleichzeitig ist es gut, dass wir da sind. Über die Erschütterung während Post-Snowden kam die Erkenntnis, wie viel schlimmer es wäre, wenn dem nicht so wäre. Irgendjemand wird kehren und diesem Fall sind wir das.
    Gruß

  12. Wenn ich natürlich generell Eure Kritik an der Digitalen Agenda der Bundesregierung teile, finde ich doch, dass Ihr es Euch im Kapitel zur Bildung, Wissenschaft, Forschung etc zu einfach gemacht habt. Nur zu sagen, es gäbe an den Unis schon schnelles Internet und im Zweifel hätte Google alles schon vorgestern gescannt greift da etwas kurz. Es geht da weniger um die Hardware bzw grundlegende Infrastruktur, als vielmehr die Organisation von Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Das Killerthema ist da sicher Open Access und ich verstehe den Text aus der Agenda auch als ein vorsichtiges Bekenntnis in diese Richtung, wenn auch nicht so deutlich ausgesprochen, dass sich irgendwer (zB die wissenschaftlichen Verlage) zu sehr auf den Fuss getreten fühlen. Wer in dem Bereich unterwegs ist, dürfte diese Hinweise auch verstanden haben. Aber hier hat der Staat sicher einiges an Steuerungsmöglichkeiten (zB Bindung von Drittmitteln an Veröffentlichung per Open Access) und wird sich dessen langsam auch bewusst. Aber das ist nur ein Aspekt, auch in Sachen Umformung der wissenschaftlichen Ausbildung (Buzzword: Moodle, online Vorlesung mit Rückkanal) ist im Augenblick einiges im Schwange, wo die öffentliche Hand als Geldgeber einiges richtig oder auch falsch machen kann. Wenn da die Bundesregierung sagt “wir haben das auf dem Plan” ist das immerhin schon mal etwas, auch wenn es noch keinen konkreten Gesetzentwurf mit detaillieren Fördermöglichkeiten gibt.

  13. Tim, ich fürchte, Du machst Dir da in Bezug auf die Wirkmächtigkeit alternativer Protestformen etwas vor – zumindest in Bezug auf das Anliegen Freiheit statt Angst.

    Das erfolgreichste Beispiel für solche Protestformen dürfte Greenpeace sein. Kleine, schlagkräftige Einheiten, die immer wieder durch spektakuläre Aktionen auf Missstände aufmerksam machen, sie aus dem Halbdunkel der Verdrängung ins grelle Scheinwerferlicht zerren. Natürlich wusste jeder, dass dies in diesem Moment erst ein Mal nur das Statement einiger weniger Personen ist. Das machte aber nichts, weil a) bereits die erreichte Aufmerksamkeit für die transportierten Tatsachen (-nbehauptungen) einen Erfolg an sich darstellte und b) Greenpeace grundsätzlich aus einer Position der moralischen Überlegenheit agieren kann. “Das sind Menschen, die den Planeten retten wollen”, dagegen lässt sich moralisch nicht argumentieren.

    Für die Anliegen der FsA gilt genau dies nicht. Diese Punkte liegen nämlich keineswegs in der Verdrängung. Im Gegenteil, es wird pausenlos herumkrakeelt, wir bräuchten mehr Sicherheit, sonst werden wir alle störben. Und auch die moralische Gegenargumentation (Stichworte: Supergrundrecht Sicherheit/ Kann denn mal einer an die Kinder denken?) liegt bereits parat und ist bevölkerungsweit in die Köpfe getrieben worden.

    Die Anliegen der FsA befinden sich also bereits voll auf dem Marktplatz der Meinungen. Und da hilft eine gut besuchte Latschdemonstration wie nichts anderes. Und zwar in zwei Richtungen: Der Politik wird klar gemacht, dass sich hinter dieser Meinung ein größeres Wahlerpotential als gedacht verbirgt, dem diese Anliegen wichtig sind (ich denke mal aus der Hüfte, da kann man die Teilnehmerzahlen an Demonstrationen locker mit dem Faktor 100 multiplizieren). Und der neutralen Öffentlichkeit wird erst bewusst gemacht, dass es eine breit vertretene Gegenansicht gibt. Für Trudchen Tatortgucker aus Tirschenreuth ist das vorher doch gar nicht klar, dass eine Meinung, die dem, was alle in der Glotze auftretenden Politiker und Experten sagen, widerspricht, eine sein könnte, mit denen man sich beschäftigen sollte.

    tl;dr: Wer in der BRD in die Gesellschaftspolitik im engeren Sinne eingreifen will und weder Zugriff auf ein Umfrageinstitut hat, noch Ministerien die Gesetzestexte vorschreiben darf, für den gibt es keine Methode mit größerem Impact, als eine sehr gut besuchte Latschdemo. Darauf zu verzichten ist unklug.

  14. Zum Thema uber: In vielen Städten sind die Taxizentralen Genossenschaften der Taxi Besitzer. Die Fahrpreise sind genemigungsplichtig durch die Kommunen oder Länder. Was mir aber besonders wichtig erscheint ist die Beförderungs Pflicht für Taxis. Grade alte und behinderte Menschen sind oftmals drauf angewiesen das ein Taxi sie eine vielleicht auch nur sehr kurze aber schwer zu gehende Strecke fährt.

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