LNP043 Leichenschutzrecht

Unter fortgesetzt erschwerten Bedingungen - Tim weilt derzeit in Kolumbien und auch Linus ist gerade viel unterwegs - liefern wir nach einer kürzeren Auszeit zumindest eine grobe Zusammenfassung der letztnn Aufregerthemen. Alles nicht ganz so spritzig wie gewohnt, da latenzbedingt über Skype die Pfiffigkeit schnell leidet. Wir hoffen Euch aber trotzdem halbwegs in Bild setzen zu können.

Dauer: 01:02:10

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Internetzensur in Russland

Russland rüstet sich mit neuen Gesetzen und neuer Technologie gegen Suizidanleitungen und politische Opposition im Internet.

IP-Adressauskünfte

DIe Bundesregierung schlägt eine API zur Abfrage von IP-Adressen-Inhabern für ihre Geheimdienste vor.

O2 will Bewegungsprofile seiner Kunden verkaufen

Der Mobilfunkbetreiber O2 geriet in die Schlagzeilen, weil er plant, die Ergebnisse seiner Kundendatenanalysen zu verkaufen.

Neues von Wikileaks

Während vor der equadorianischen Botschaft gähnende Leere herrscht, veröffetnlicht Wikileaks die “Datainee Policies”.

Das Urheberrecht gilt noch nicht lang genug

Der in LNP033 behandelte Gesetzesentwurf des Justizministeriums wurde vom Bundeskabinett übernommen: Die Schutzfristen fürs Urheberrecht sollen verlängert werden.

Störerhaftung war kurz Thema im Bundestag

Die Linksfraktion hat den Gesetzesentwurf des Vereins Digitale Gesellschaft zur Aufhebung der Störerhaftung in den Bundestag gereicht.

Paywalls auf deutschen Medienseiten

Bei den Münchner Medientagen äußerten sich einige Geschäftsführer von Verlagshäusern mit Interessanten Ideen über ihre Zukunftsvorstellungen.

Ein Jahr Logbuch:Netzpolitik

Am 28.10.12 wurde das Logbuch ein Jahr alt. Wir danken unseren Hörerinnen und Hörern und uns gegenseitig.

22 Gedanken zu “LNP043 Leichenschutzrecht

  1. Wieder einmal eine schöne Folge. Wenn Ihr nicht geschrieben hättet, dass Ihr über Skype zusammengeschaltet wart, wäre es mir nicht aufgefallen. LNP ist meiner Empfindung nach nicht die Sendung der schnellen Wortgefechte, sondern eher der kurzen Denkpausen, bevor etwas gesagt wird. Vielleicht habt Ihr bei der Aufnahme den Redefluss als zögerlich empfunden, mich störte es jedenfalls nicht.

    Wie mein Vorredner bereits schrieb: Schöner Abschluss :)

  2. Gute Folge. Ergänzung zu SSL: Es verhindert ja nicht, dass der Provider die URL sieht, die man aufruft, nur der Inhalt der HTTP-Antwort ist dann verschlüsselt. Insofern ist es auch nicht schwer, bestimmte URLs zu “sperren”.

    • Hier muss ich widersprechen, so viel wurde bei SSL schon mitgedacht:
      Erst kommt der SSL-Handshake, dann der Get/Post-Request des HTTP-Protokolls.
      Der Angreifer kann also IP und wg. der vorangehenden DNS-Abfrage auch die Domain (wichtig bei mehreren vhosts), nicht aber die volle URL mitbekommen/blocken.
      Es sei denn, der Angreifer Man-in-the-Middlet.

  3. DANKE
    Ihr seit wirklich eines meiner top5 podcasts!
    Ein Premiumprodukt der Metaebene, und dies nicht zuletzt durch Linus!
    An diesem Podcast merke ich wie viel mir doch durch die lappen geht in der netzpolitik!

    DANKE
    m

    ps.: warum habt ihr nicht über mumble miteinander telefoniert? dacht tim hätte eine instanz am laufen… mit diesem hochgelobte low latency codec…

    • Es gibt noch ein paar Probleme mit der aktuellen Beta und Mumble ist leider etwas eklig wenn man mit Aggregate Devices arbeitet. Von daher leider noch nicht Production Ready für solche Anwendungen. Ich hoffe, das ändert sich noch, denn Skype nervt leider sehr.

  4. Um die Logik hinter dem über den Tod hinausreichenden Urheberrechtsschutz zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass immaterielle Güter als dem Eigentum analog gelten. Dazu gehört also auch das Erbrecht, das natürlich nur ausgeübt werden kann, wenn der Schutz über den Tod des Urhebers hinausreicht. Aus dieser Perspektive ist die Frage eher, warum der Urheberrechtsschutz überhaupt enden sollte.

    PS: Ihr habt versehentlich die sowjetische anstatt der russischen Nationalhymne abgespielt.

  5. @Tim, Linus: Es geht bei der Schutzfristverlängerung für Tonaufnahmen nicht um Todesdatum plus 70 Jahre wie im Urheberrecht. Die Verlängerung betrifft die Leistungsschutzrechte der ausübenden Musiker und Tonträgerhersteller, die nun 70 Jahre ab Veröffentlichung gelten sollen.

    Wie die Musikindustrie das begründet und warum es dennoch eine schlechte Idee ist, steht u.a. hier.

  6. Hi,

    wieder eine schöne Folge. Zum Umgang mit SSL habe ich in Russland schon 2003 eine interessante Erfahrung gemacht: Da einzige Internetcafe, das wir damals In Ulan-Ude finden konnten, befand sich in der Filiale der staatlichen Post. Und wenn ich mich von dort aus mit SSL in meinen Mail-Account einloggen wollte, bekam ich eine Meldung, die in etwa besagt, dass Verschlüssleung aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht erlaubt sei. Ich konnte mich also nur ohne SSL einloggen. Vermutlich hat der FSB mit Hilfe des abgefangenen Passworts dann erst mal alle meine Mails gelesen…

  7. Was ist an dem Konzept von Urheberrecht nach dem Tod des Urhebers so schwer zu verstehen?
    Die Intention ist es dem Urheber bei Verhandlungen mit Rechteverwertern eine größere Verhandlungsmasse zu geben.

    Es ist ein monetärer Unterschied für den Urheber, ob dieser die Rechte an seinen Werken für ein, zehn oder Lifetime + 70 Jahre zu seinen Lebzeiten verkaufen kann, und einem Rechteverwerter in diesem Zeitraum exklusive Verwertungsrechte und damit Gewinnerzielungsmöglichkeiten geben kann, bevor das Werk gemeinfrei wird.

  8. Auch mit Firefox 16 habe ich immer noch Probleme mit Eurem Inline-Player. Sobald ich einen laufenden Podcast pausiere und anschließend wieder Play drücke, hängt der Abspielvorgang in einem Endlosloop an der pausierten Stelle. Lässt sich da was fixen?

  9. Tolle Folge!

    Meine persönliche Vermutung wie es zu den 70 Jahren kommt, ist die, dass jemand der den Urheber ermordet um seine Werke zu nutzen, dann nichts mehr von der entstehenden Gemeinfreiheit hat. Eigenartigerweise scheint sich die 70 Jahre an der durchschnittlichen Lebenserwartung zu orientieren.

    Ich weiß, das ist etwas krank gedacht von mir, aber den Juristen traue ich alles zu.

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