Zur 50. Ausgabe von Logbuch:Netzpolitik machen wir zwar kein besonderes Fass auf, aber wir haben zumindest Thomas Lohninger erneut zu Gast, der uns kundig wie immer Auskunft über die aktuellen netzpolitischen Debatten in Österreich gibt. Darüberhinaus halten sich die guten Nachrichten in Grenzen: das BKA will nun (wie hier schon mehrfach spekuliert) ebenfalls die Software FinFisher einsetzen und in den USA gibt es neue Spiränzchen in Richtung in Leistungsbeschneidung für Urheberrechts-Verletzungen. Wir würzen das ganze noch mit ein wenig Leistungsschutzrecht und versuchen ansonsten unsere gute Laune zu behalten.
Mitwirkende: Linus Neumann,
Thomas Lohninger,
Tim Pritlove
Dauer: 01:00:08
Prolog
FinFisher auch in Deutschland
Ein von netzpolitik.org geleaktes Dokument enthüllt, dass das deutsch BKA jenen Trojaner angeschafft hat, der in Ägypten und Bahrain eingesetzt wurde.
- Andre Meister, netzpolitik.org: Geheimes Dokument: Bundeskriminalamt kauft international bekannten Staatstrojaner FinFisher/FinSpy von Gamma (Updates)
- Andre Meister, netzpolitik.org: Bundeskriminalamt bestätigt Anschaffung von Staatstrojaner Gamma FinFisher: “Wir haben die Software” (Update)
- LNP025 Von führenden Diktatoren empfohlen
- LNP033 Hallo Steffi
USA 6 strikes
Ein internes Dokument des US-Providers Horizon beschreibt das bald zur Anwendung kommende Warnhinweismodell zur Erziehung von Urheberrechtsverletzern.
- torrentfreak: Verizon’s “Six Strikes” Anti-Piracy Measures Unveiled
- Center for Copyright Information
- Kai Biermann, heise.de: USA verwarnen Filesharer bald mit “Six Strikes”
- White House: Working Together to Stop Internet Piracy
Österreich: Vorratsdatenspeicherung
Das Günstigkeitsprinzip bietet den Österreichern eventuell Möglichkeit, der seit April 2012 aktiven sechsmonatigen Vorratsdatenspeicherung zu entgehen
- AKVorrat zur Entscheidung des Verfassungsgerichtshof
- Vergleich der Entscheidungen des Irischen Verfassungsgerichtshofes
- Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshof
Österreich: Urheberrecht
Mit Vorschlägen wie einer pauschalen Festplattenabgabe, der Nutzung von Vorratsdaten zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen und des Verbots von Downloads aus “offensichtlich illegalen Quellen” eskaliert auch in Österreich die Debatte um das Urheberrecht.
- Warum „Kunst hat Recht“ zentrale Forderungen der Kunstschaffenden nicht erhebt
- Leonhard Dobusch, netzpolitik.org: Urheberrechtsdebatte in Österreich: Für wen lobbyiert eigentlich “Kunst hat Recht”?
Leistungsschutzrecht im Bundestag
Eine Anfrage der Linken bringt ein bisschen Licht in die Lobby-Aktivitäten für das Leistungsschutzrecht: Hier gibt es nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter.
zu etwa bei 47 min
ja es gibt Dinge zwar fallen in Deutschland viele Dinge nicht unter Privatkopie fallen, die das in meinen Augen eigentlich müssten, so gibt es auch immer noch die ganz legale Privatkopie. Also wenn ich Beispielsweise ein Musikstück aus einer Legalen Quelle habe (z.B. weil ich mir einen Datenträger ohne Kopierschutz gekauft hab) kann ich das an ( nach ständiiger Rechtsprechung) bis zu 7 meiner Freunde (echte Bekannte Facebookfreundschaft reicht da nicht) weitergeben. Die dürfen dass dann auf ihrer Festplatte speichern.
Nebenbei ist die Privatkopie natürlich auch eine Legale quelle. Wenn ich also die Kopie von einem Freund habe darf ich davon auch bis zu 7 Kopien von machen.
Ich finde es Durchaus schade, dass es kein Tool gibt, dass einem Hilft, dieses teuer erkaufte Recht bequem auch auszuschöpfen.
Zum Thema “Privatisierung der Rechtsdurchsetzung” möchte ich den Roman “Logoland” empfehlen: http://www.amazon.de/Jennifer-Government-Max-Barry/dp/0349117624 Da ist sogar die Polizei privatisiert.
Hallo Tim und Linus. Danke für euren tollen und informativen Podcast.
Ihr hattet gefragt nach Vorschlägen für einen Schweiz-Korrespondenten.
Da viel mir spontan der Jean-Claude Frick aus dem Geekweek Podcast ein (Das Blog ist unter http://www.geek-week.de/ zu finden).
Hier, Bullet Time
http://soundcloud.com/ianarror/lnp-bullet-time