LNP171 Schatz, reichst du mir mal den Terror-Teil?

Safe Harbor — Netzsperren — BND-Überwachung — Bargeld — Fine Brothers — Nachrichtendienstgesetz Schweiz

Nachdem wir uns wieder über die Wirren sozialer Netzwerke mokieren reden wir ein wenig über die schlechten Nachrichten der Woche. Die EU-Kommission pofallat ein wenig über das Safe Harbor Abkommen und der BGH findet Netzsperren irgendwie nicht so doof. Die BND-Überwachungszahlen von 2014 wurden bekannt und sind, welche Wunder, im Anstieg begriffen. Dann berichten wir vom Für und Wider der Begrenzung von Bargeld und schweifen dann mal wieder in Bereiche, in denen wir eigentlich keinen wirklichen Einblick haben: die aktuellen Aufreger auf YouTube und wir orakeln ein wenig über den Medienwandel in digitalen Zeiten.

Dauer: 1:44:36

On Air
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Prolog

Brave New Harbor

BGH zu Netzsperren

BND-Überwachung nimmt zu

Krieg gegen Bargeld

Fine brothers react

Referendum Schweizer Nachrichtendienstgesetz


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

38 Gedanken zu “LNP171 Schatz, reichst du mir mal den Terror-Teil?

    • Achtung: LG Electronics mahnt in Deutschland die Benutzung der Wortmarke “LG” ab. Man darf also künftig nicht mehr “LG” als Abkürzung für Liebe Grüße benutzen.
      (Quelle: Postillon, bis dato unveröffentlicht)

  1. Das traurige an Linus’ (richtig so?) Ausführungen bezüglich des Facebook-Guthabens (“100 Likes bei Rewe an der Kasse kaufen”) ist, dass es bereits sogenannte “Game Cards” von Facebook gibt. Diese haben jedoch nicht den Sinn, Seitenreichweite aufzubauen, sondern soll der jüngeren Bevölkerung eine Möglichkeit geben, schnell an Guthaben für ihre Schlumpfbären-Spiele zu kommen. Als weiterführenden Link “empfehle” ich https://www.facebook.com/gamecards .

  2. Zu: Bargeld und Korruption.
    Bargeldlose Korruption: Der lokale “Immobilien”-Entwickler gründet eine Stiftung zur Unterstützung der Kunst. Diese Stiftung kauft “Werke” (Malen nach Zahlen, ein Tonklumpen der an die Wand geworfen wurde) der Frau (der Tochter/des Hundes) des Bürgermeisters, der über Bebauungspläne entscheidet. Es fliesst nicht 1 Euro Bargeld und ist auch noch steuerbegünstigt.
    Zweites Beispiel? Man wird Direktor der Deutschen Bahn. Da ist auch kein Euro Bargeld geflossen…

  3. Wieder eine gute Folge…

    also hinter dem Bargeldlosem zahlen stecken durchaus andere Interessen. Also das man auf der Straße nicht mehr überfallen wird ist ja eher eine Ausrede, um das Vorgehen zu rechtfertigen.

    Die Banken könnten die Gelder gar nicht auszahlen, da das meiste aus Giraldgeldern erschaffen wurde. Giralgeld ist laut Bundesbank kein offizielles Zahlungsmittel. Wenn nun alle Leute morgen zur Bank laufen und Ihr Geld abheben wollen sind die Banken pleite, da es nicht genug “richtiges” Geld gibt.

    Das ist bereits in England passiert, wo echt fiese Dinge getrieben wurde, damit die Banken nicht zusammen brechen. Also es wurde an einer Seite der Bank gegeben, die Leute haben es zur anderen Bank gebracht und die Landesbank hat es wieder eingesammelt und geschreddert.

    Wenn es am Ende kein Bargeld mehr gibt werden die Angriffe auf anderem Wege passieren und damit wären sicher noch mehr Menschen betroffen. Also echt ein schwieriges Thema.

    • “Die Banken könnten die Gelder gar nicht auszahlen,”
      Dagegen spricht die Einlagensicherung. “Diese sind in Deutschland durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz umgesetzt. Seit Dezember 2010 sind 100 % der Einlagen bis maximal 100.000 € pro Person geschützt.” Gilt nicht für “Banken mit Hauptsitz im Ausland, die in Deutschland nicht eine eigene deutsche Gesellschaft, sondern nur Niederlassungen betreiben.”
      https://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherung

  4. Sehr geehrter Herr Kornblum & Kollegen,

    Ich möchte hiermit eine Facebookbeitragsinteraktionsanfrage stellen. Vielleicht kann Ihre Presseabteilung dazu Stellung nehmen. Sollten mich Teile Ihrer Aussage verunsichern, bitte ich Sie von einer Stellungnahme abzusehen. Bitte bestätigen Sie, dass meine Kommunikation mit Ihnen auf diesem Wege sicher ist. Mir reicht eine Zusicherung eines unparteiisch von Ihnen ausgewählten Ombudsmannes (so ist doch derzeit üblich?). Falls Sie nicht mit mir in Verbindung treten können, weil dieser Kanal abgehört und überwacht wird, bitte ich Sie in der nächsten Ausgabe einer Tageszeitung im Terrorteil eine Kleinanzeige zu schalten, mit dem Titel “Kalle sucht Kornblume”.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihr Peter Pustekuchen

    P.S. Meine Autokorrektur will Terrorteil in Trottel korrigieren. Was soll mir das sagen? Ich bin überzeugt, dass die National Socialist Agency, der Geheimdienst der USA, die Autokorrektur-Vorschläge unserer Geräte gehackt hat, um unsere Kommunikation zu infiltrieren. Sie sind doch zuständig für solche Aufklärung? Bitte tun Sie etwas dagegen, es stört mich, dass meine Nachrichten verfälscht werden, wenn ich nicht aufpasse.

    P.S.2 Ich bin ganz stolz auf meine Anrede, weil diese Verknüpfung bestimmt noch nicht als Selektor geführt wird.

    P.S.3 Einer multimedialen Vorlesung Teile dieser Nachricht in einem etwaigen netzpolitischen Podcast zum Zwecke der Verifizierung mit der Kleinanzeige käme mir entgegen. Ich habe meinen Namen verschleiert, wie Sie schlauerweise sicher bemerkt haben.

    P. S.4 Weiter so! (?)

  5. Youtube ist doch nichts anderes als eine Ansammlung von Homevideos mit einer Schöpfungshöhe nahe Null.
    Die ganze Thematik gleicht doch sehr der von Software-Patenten; Triviale Anwendung von Möglichkeiten, die Jedermann offen stehen. Und dann gewinnt derjenige, der sich traut zu behaupen, daß alle anderen nur bei ihm abgekupfert hätten oder niemals selbst in der Lage gewesen wären, diese “Leistung” zu vollbringen.

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  6. Tja Bargeld über 5000€ ist dann verboten, aber den Goldbarren kann man immer noch auf den Tisch legen…
    Immerhin steigt dann der manipulierte Goldpreis!

  7. Um das mit Facebook mal zu klären …
    … Soweit ich das richtig verstanden habe:

    – Beitragsreichweite:
    Sobald jemandem in seinem Facebook-Scrolltunnel (“Neuigkeiten”) der Beitrag angezeigt wird, dann wird der Wert um einen erhöht.
    Dies gilt also auch, wenn jemand mit geschlossenen Augen in die Unendlichkeit scrollt.

    – Beitragsinteraktion:
    Sobald jemand willentlich oder versehens auf den Beitrag klickt, den GefälltMir-Button aktiviert o.ä. – also so tut, als ob er sich mit dem Inhalt auseinandergesetzt hat.

    – Organische Reichweite:
    Die Verbreitung, die der Beitrag erfährt, OHNE Geld zu zahlen.

    – Bezahlte Reichweite:
    Die Verbreitung, die der Beitrag erfährt, MIT Geldeinsatz.
    Dazu die daraus resultierenden weitere Verbreitung –> Bezahlter Post wird von X gesehen, X klickt auf “gefällt mir” und Freund von X sieht den Beitrag, weil dieser X gefällt )

    • Hier auch interessant zu erwähnen/verlinken:
      “How Facebook is Stealing Billions of Views:
      Facebook just announced 8 billion video views per day. This number is made out of lies, cheating and worst of all: theft. All of this is wildly known but the media giant Facebook is pretending everything is fine, while damaging independent creators in the process. How does this work?”
      https://www.youtube.com/watch?v=t7tA3NNKF0Q

  8. Irgendwelche Leute produzieren auf einer der aktuellen Plattformen Content. Dann bieten sie anderen an, ähnlichen Content zu machen, aber nur zu ihren Bedingungen. Die anderen finden das doof. Irgendwas mit verklagen und ein Sack Reis.

    Was war jetzt die Nachricht? Ich höre diesen Podcast wirklich gern und regelmäßig, aber bei diesem React-Thema fragte ich mich die ganze Zeit, warum Ihr darüber redet. Eine halbe Stunde! Ich wartete immer auf die Erklärung, was daran netzpolitisch interessant ist, aber sie kam nicht. Oder ich hab sie verpasst.

  9. Angesichts der Zugeständnisse, die die EU den USA beim “Privacy Shield” hart abgerungen hat, frage ich mich wirklich, warum diese ganzen Neinsager da draußen auch nur eine Sekunde glauben können, dass ihre Interessen mit dem TTIP-Abkommen ausverkauft werden.

    Zum vorletzten Thema: Werden React-Videos nicht auch noch in 200 Jahren gesehen?

  10. Sehr schöne Sendung, insbesondere der Anfang :)

    Dass der allgegenwärtige Sumpf aus selbst-, fremd- oder sonstwie verschuldeter Unmündigkeit bei den wenigen mit Verstand Gepriesenen (Geplagten) ein gewisses Maß an Überheblichkeit auslöst, bleibt unvermeidlich. Zwischenzeitlich dürfte die Selbstironie aber gerne etwas weniger subtil ausfallen ;) Nicht, dass nachher noch einer auf die Idee kommt, hier werde unter Kokaineinfluss podgecastet.

    Grüße,
    Euer Nachbar

  11. Das Bargeld muss abgeschafft werden, denn erst dann sind die Profile die wir über jeden von euch pflegen vollständig.

    Schöne Grüße Big Brother

  12. Interessanter Beitrag über die möglichen (vielleicht wahrscheinlicheren ) Hintergründe der Bargeldbeschränkungen: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/hans-werner-sinn-wie-sich-der-einzug-des-500-euro-scheins-rechnet-14054372.html
    Wenn das Geld nur noch als Zahlen auf Konten liegt, kann die EZB leichter Strafzinsen durchsetzen.
    Ausserdem kann man so dafür sorgen, dass Schulden von den Gläubigern getilgt werden…

    Mir scheint ausserdem wichtig zu erkennen, dass das zwar noch nicht die Abschaffung des Bargelds ist, aber eben ein erster Schritt in diese Richtung. Und im Sinne: Wehret den Anfängen, sollte man das vielleicht besser lassen…

  13. Anderes Thema:
    Im Zuge der Flüchtlings-Registrierung ist auch jedes Maß verloren gegangen. Es wird zentral gespeichert, welche Qualifikation, welches Krankheitsbild und welche Fingerabdrücke usw. ein Flüchtling hat. Das geht weit über die sonst übliche Zusammenführung von personenbezogenen Daten hinaus.
    Und ich habe Sorge, dass das Beispiel dann in ein paar Jahren Schule macht. Denn wenn man dann schon da so eine Prima Datenbank hat, dann stopfen wir doch die anderen Bürger dieses Landes auch rein…

  14. Ich finde es ja lustig, dass ausgerechnet das Ministerium von Herrn “welches Schwarzgeld meinen Sie? Ach, den Koffer da? Den hab ich gar nicht bemerkt!” Bar-Transaktionen einschränken will. Ob die Parteien wohl schon Zahlungswege haben, wie man sie ohne Bargeld kaufen kann?

    PS: Das “Logbuch Netzpolitik reacts”-Segment war mir zu lang für den Inhalt

  15. Möööök …
    … die Definition von “Geldwäsche” war nicht sooo ganz richtig:

    Geldwäsche ist ein Zahlungsstrom, welcher “illegal( erwirtschaftet)es Geld” zu “legalem Geld” umwandeln soll.
    Diese Handlung steht nicht zwingend mit der Höhe der Transaktionssumme – hier als “viel und klein” bezeichnet – in Korrelation.
    Geldwäsche kann wie genannt in vielen kleinen Transaktionen durchgeführt werden. ABER sie kann genauso durch eine einzelne Transaktion (dann mit großer Summe) stattfinden. Bsp: Wenn der “unbekannte Onkel aus Takatukaland” die Jacht für dich kaufen möchte. ;-)

    Ansonsten:
    … Super Sendung, bin immer wieder begeistert – WEITER SO :)

    • Stimmt, bei Geldwäsche ist die Höhe des Betrages erstmal unerheblich. Ich wollte aber nicht unbedingt definieren, sondern erklären, wie man es macht. :-)

  16. Naja das mit den Kupfermünzen bzw. Silbermünzen hatte auch nix mit Inflation zu tun. Da gingen einfach die Rohstoffpreise nach der Wirtschaftskrise 2008 ein wenig durch die Decke.

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