LNP010 We’re doin’ it live

Echtes Netz — Schultrojaner — SOPA — File Sharing — Netzsperren — Nazis — Genderdebatte

Nach unserem "28C3 Spezial" wollten wir auch den vorliegenden Nachrichtenstrom nicht ignorieren und haben uns noch am selben Tag zu einer weiteren "normalen" Sendung zusammengesetzt. Wir waren dann selbst überrascht, dass wir auch hier wieder die Stunde vollgemacht haben. Das entwickelt sich langsam zum Running Gag. Congress-bedingt weiten wir das Themenfeld auch noch ein wenig und beschäftigen uns abschließend auch noch mit ein wenig mit den Randproblemen der Veranstaltung. Um Euch aber nicht zu überlasten wird die nächste Sendung voraussichtlich erst in KW4 erscheinen.

Dauer: 1:01:49

On Air
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Echtes Netz

Die Kampagne für Netzneutralität des Vereins Digitale Gesellschaft kommt langsam aber sicher ins Rollen und präsentiert auf einer neuen Website Argumentationshilfen für Netzneutralität.

Schultrojaner

Der “Schultrojaner” soll 2012 zunächst nicht zum Einsatz kommen, stattdessen sollen Alternativen diskutiert werden. Offensichtlich zeigt die öffentliche Debatte Wirkung.

SOPA

Viele ursprüngliche Unterstützer des “Stop Online Piracy Act” ziehen sich zurück. Der Protest wird stärker. Jetzt denken sogar Google, Amazon und andere Anbieter darüber nach, ihre Seitn für einen Tag abzuschalten.

Filesharing als Religion

Schweden erkennt offiziell eine Religion an, die sich ums Filesharing dreht. Man reibt sich die Augen.

Netzsperren in Finnland

Finnland setzt Netzsperren gegen Urheberrechtsverletzungen bei ISPs durch.

Netzsperren in Weißrußland

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko verschärft Netzsperren und -überwachung mit der Begründung, Nutzer vor Pornographie schützen zu wollen. Das entsprechende Gesetz ist am 6. Januar 2012  in Kraft getreten.

Nazileaks

Die unter nazi-leaks.net zu erreichende “Operation Blitzkrieg” sammelt Daten, die primär aus Hacks von Nazi-Seiten stammen, um Nazis zu entblößen.
Die Aktion wird nicht von allen bejubelt, viele sehen sie auch als Internet-Pranger.

Nazis und der 28C3

Auf dem 28C3 trollte sich ein Nazi herum und auch sonst wurde die Veranstaltung im Nazispektrum mit Interesse verfolgt.

28C3 Genderdebatte

Die Genderdebatte fand auch auf dem 28C3 neue Nahrung und es gab allerlei Aufruhr um frauenfeindliche Äußerungen von Vortragenden.


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

11 Gedanken zu „LNP010 We’re doin’ it live

  1. Zur Länge: Ich denke, so ungefähr eine Stunde (wie jetzt) ist ein guter Kompromiss zwischen dem vielen Inhalt, den ihr rüberbringen wollt bzw. der halt so in einer Woche anfällt, und dem Zeitaufwand, den man sich zum Anhören nehmen muss. Zumindest ich kann die eine Stunde gut konzentriert durchhören, und die Zeit kann man zwischendurch auch gut mal woanders abzwacken. Obwohl ich mir zur Genderdebatte doch noch einige weiterführende Informationen erhofft hätte, worum es denn auf dem Congress nun überhaupt ging ;-)

  2. Der Blackout-Day gegen SOPA hat noch eine andere Dimension, die ihr nur in einem Nebensatz angedeutet habt.
    Mal angenommen, die großen Player (Google, Facebook, Amazon) machen mit (was ich nicht glaube) und haben Erfolg: Was bedeutet das dann für die Machtverteilung im digitalen Raum? Im Gegensatz zu Reddit und Wikipedia, wo die Community (TM) entscheidet, fallen Entscheidungen bei Firmen natürlich beim Management, und die haben inhärent monetäre Interessen. Wer sagt uns, dass die das dann nicht wiederholen, wenn ihnen ein Datenschutz-Gesetz zu weitgehend ist?
    Ralf, Steffie und Andreas hatten das auf der re:publica ’10 schonmal angesprochen, unter dem Titel “Staatlichkeit und Internet”: http://re-publica.de/10/event-list/staatlichkeit-und-internet/

  3. In der Diskussion um Nazi-Leaks habt ihr versucht ausgewogen zu sein, wart aber dann beide nur dagegen. Der Vollständigkeit halber also auch die andere Seite:

    1. Seiten werden aufgemacht, Datenbanken landen im Netz. Das ist die Realität im Netz. Klar ist das illegal, aber niemand von uns würde wohl gleich die Kavallerie holen.
    2. Auch Nazi-Seiten werden seit Jahren aufgemacht und deren Datenbanken und Mail-Spools landen bei Journalisten und in Recherche-Kreisen. Das ist gut.
    3. Nazi-Leaks versucht, das mit Anon-Label noch bekannter zu machen. Leider dilletantisch, aber das ist ein anderer Punkt.
    4. Niemand wird hingehen und Thor Steinar Kunden verprügeln. Aber für einen Abgleich mit anderen Daten ist das durchaus interessant. So kam nur beispielsweise die Melde-Adresse eines flüchtigen NPD-Bezirksrats raus.
    5. Antifas führen “Listen” nicht, um Gewalt anzuwenden, sondern sind meist sehr verantwortungsvoll. Im Gegensatz zu Nazis. Neben den über 150 Todesopfern rechter Gewalt ist das auch sehr gut an den Brandanschlägen in Berlin zu sehen: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/neo-nazis-unter-verdacht-brandanschlag-auf-jugendclub-in-neukoelln,10809148,11124114.html

    Also: Logischerweise ist das ilegal. Und klar gibt es Diskussionen, ob solche Daten unter “öffentlich” oder “privat” fallen. Aber nicht erst seit der NSU wird deutlich: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Und die Behörden kommen ihren Aufgaben nur mangelhaft nach. Dann doch lieber von engagierten Freiwilligen machen lassen, siehe: http://medienradio.org/mr/mr054-nazis-und-die-medien/

    • Eine Meinung wird nicht ein Verbrechen, nur weil sie dir absolut nicht passt. Mir passt die Meinung von Nazis auch nicht, aber das ist Meinungsfreiheit.

  4. Moin,

    vielen Dank für die ganzen interessanten und unterhaltsamen Podcasts.

    Tim, wie wäre es bei den Newsformaten zu Beginn das aktuelle Datum zu nennen, in 100 Jahren würde es eine historische Einordnung deutlich erleichtern. (und es hilft einen beim Nachhören euren Wissensstand zeitlich besser einzuordnen)

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