LNP066 Schattenberichterstattung

Netzneutralität und ePetition — EU-Datenschutzverordnung — Urheberrechtswahnsinn — Aus ACTA macht TAFTA

Linus steckt im Schlamm und daher musste ein anderes Dreamteam zusammengestellt werden, um den netzpolitischen Realitätsabgleich herzustellen. André Meister und Benjamin Bergemann von netzpolitik.org füllen die Lücke erfolgreich und – zugeschaltet per Telefon – sprechen wir mit Johannes Scheller über seine erst jüngst gestartete aber jetzt schon sehr erfolgreiche Petition zur Netzneutralität.

Dauer: 1:12:30

On Air
avatar Andre Meister Bitcoin Icon
avatar Benjamin Bergemann
avatar Tim Pritlove Amazon Wishlist Icon Paypal Icon Bitcoin Icon
avatar Johannes Scheller

Netzneutralität und ePetition

EU-Datenschutzverordnung

ACTA-Nachfolge-Abkürzungen: TAFTA, TTIP, TPP

Urheberrechts-Wahnsinn in den USA

Urheberrechts-Wahnsinn in der Schweiz


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

12 Gedanken zu “LNP066 Schattenberichterstattung

    • Das ist mir diesmal auch negativ aufgefallen. Wenn zu den einprägsamsten Schlagworten dieser Folge “Scheiße” und “Kacke” gehören, wird damit vielleicht nicht unbedingt das gewünschte Zeil erreicht. Da wurde das Bullshitbingo wohl zu wörtlich genommen.

      Wenn der Johannes Scheller zu der Demokratiesimulation erscheinen darf, kann man wirklich nur hoffen, dass er umfassend drauf vorbereitet ist/wird. Insbesondere sollten alle denkbaren Scheinargumente ala “der Markt wird’s schon richten.” präventiv entkräftet werden, so dass den notorischen Verhinderern erst gar keine Erwiderung einfällt. Schön wäre es auch, wenn man sie zu einer völlig lächerlichen, hilflosen Äußerung provozieren könnte, aber dafür sind die wohl zu abgebrüht. Auch die ein oder andere einprägsame, medienwirksame Aussage, die das Thema vielleicht über den Kreis der üblichen Verdächtigen hinaustragen könnte, würde natürlich nicht schaden.

  1. Jaa! Jetzt mit Kapitelmarken in der Apple Podcast iPhone App. Zwar nur mit “Kapitel 1, Kapitel 2, Kapitel 3 usw… aber immerhin. Ich gebe die Apple Podcast App nicht auf. Eines Tages kann damit sogar Podcasts hören.

    Vielen Dank für euer Engagement.

    Chris.

  2. Gamer sitzen bei weitem nicht nur vorm Bildschirm und wollen Unreal Tournament spielen :) Die DRM- oder Always-On Geschichten o.ä. sind nen verdammt heißes Eisen bei uns. Grade in der näheren Vergangenheit gab es da ne Menge Aufregerthemen. Stichwörter sind Ubisoft (die sind schon seit Jahren gut dabei), Simcity und Xbox One (das sind lange nicht alle).
    Ihr solltet defintiv nicht unterschätzen, wie sehr sich die Gamergemeinde für Datenschutz, Privatsphäre und gegen übergriffige DRM-Maßnahmen einsetzt. Da gibt es regelmäßig riesige Shitstorms, Petitionen etc. von denen man wahrscheinlich nicht viel mitbekommt, wenn man selbst nicht zockt. Wir kämpfen da nochmal nen ganz anderen Kampf, gegen Unternehmen, die auch milliardenschwer sind und inzwischen größer sind, als die Film-, Buch- und Musikindustrie.
    Genau jetzt, mit dem bevorstehenden Start der neuen Konsolengeneration, befinden wir uns an einem Punkt, der darüber entscheiden wird, ob wir uns 24/7 von Publishern und Konsolenherstellern überwachen lassen wollen. Viele Gamer wollen das nicht und sind auch ziemlich laut im Internet unterwegs.
    Man merkt auf jeden Fall immer wieder, dass Videospiele im “Mainstream” krass unterschätzt werden. Wenn man die Contentmafia zum Thema macht und über Filme und Musik diskutiert, sollte man eigentlich Spiele nicht außen vor lassen. Immerhin stellt die Videospielindustrie inzwischen den größten Teild er Unterhaltungsindustrie dar. Ich weiß, dass Tim in Sachen Gaming in den 80ern hängengeblieben ist ;), aber ich würde mich freuen, wenn Linus oder ein fachkundiger Gast was zu diesem Thema beizutragen hat.

    • Ich komme aus einer ähnlichen Ecke, aber habe da keine Bedenken, aus folgendem Grund:
      Wie “allgemein” bekannt, ist Steam von Valve der bessere “iTunes Store” (etc.) für Spiele;
      2011 gabs Schlagzeilen wegen geschätzen 970 Millionen Dollar Umsatz, 2012 wegen ca. 50% Umsatzsteigerung. Gibts neuerdings auch für Mac und Linux, wird recht anständig geführt (gelegentliche Bugs und Engpässe, aber AFAIK keine grösseren Probleme mit Datenlecks oder Datenschutzbestimmungen, enthält auch keine Rootkit-Funktionalitäten wie EA’s “Origin”).

      Wieso passiert das? Weil die Leute den ständigen verbuggten DRM-Schrott von EA, Sony, Microsoft usw. satt haben, der eigentlich immer die Käufer bestraft, weil es (vermutlich) tatsächlich angenehmer ist, das Spiel einfach kurz entsprechend zu… patchen.
      Und weil im Spiele-Markt nicht nur viel Nachfrage, sondern auch viel Angebot herscht, findet da auch gerade eine echte Marktregelung statt, und bei manchen Spiele-Publishern hat auch bereits ein echtes Umdenken stattgefunden, wie man bei Filmindustrie nur davon träumen kann:
      http://www.pcgamer.com/2011/11/29/interview-cd-projekts-ceo-on-witcher-2-piracy-why-drms-still-not-worth-it/
      ( TL;DR: “DRM still not worth it” obwohl 5 Raubkopien pro verkauftes Exemplar, aber defür viele (1 Mio) Verkäufe )

      Gilt natürlich nur für PC-Spiele jetzt erst mal, aber bei Konsolen werden sich auf lange Sicht auch nicht diejenigern durchsetzen, die das totale lock-in (alles was vielleicht noch von Apple kommt) und die ständige Internetverbindung verlangen, sondern was sich durchsetzen wird sind Produkte im Geist des N64, die man irgendwie anmacht, ein paar Controler einstöpselt und Spass hat.

      • EA hat für Origin und den Spionage-Vorwüfen gewaltig kritik bekommen. Das ging soweit, dass sie ihre EULA wieder geändert haben und sogar in einem Blogbeitrag auf einen Artikel in der c’t verwiesen haben, dass Origin nicht den PC nach “Raupkopien” oder sonstiges durchsucht.

        Im Grunde habe ich nichts gegen solche Plattformen wie Steam, Uplay oder Origin, solange sie dem Spieler auch einen Mehrwert bieten. Das Synchronisieren von Speicherständen bieten inzwischen alle Plattformen für fast alle Spiele an, was sehr nützlich ist, da jedes Spiel die Speicherstände woanders auf die Festplatte packt und es eine ganz schön Aufwendig ist, alle Speicherstände manuell zusammenzusuchen, wenn man mal wieder den PC neu aufsetzt oder ihn ganz austauscht. Auch das man die Spiele ohne CD spielen und jederzeit neu runterladen kann, ist ne feine Sache. Der Preis dafür ist natürlich, dass man zum Starten des Spieles eine Internetverbindung braucht.

        Wovon ich wenig halte, ist, wenn ein Spiel eine dauerhafte Internetverbindung zum Spielen benötigt, selbst wenn man den Einzelspielermodus spielt. Die ersten, die das versucht haben, waren glaube ich Ubisoft mit Uplay in Assassin’s Creed 2. Ich erinnere mich, dass es da in den ersten Wochen nach dem Erscheinen des Spieles immer mal wieder Probleme gab, sodass man nicht spielen konnte. Dies hat dann dazu geführt, dass die Betroffenen digitalen extra Content, der eigentlich Vorbestellern vorbehalten war, bekommen haben, und dass sie nach ein paar Monaten die Erforderlichkeit der durchgängigen Internetverbindung herausgepatcht haben. Seitdem haben sie das mit der durchgehenden Internetverbindung während des Spielens auch sein gelassen.

        Das wohl aktuellste Beispiel ist das Fiasko um Sim City von EA. Auch hier ist eine durchgehende Internetverbindung zum Spielen erforderlich. Da sie Serverkapazitäten aber nicht ausgereicht haben, war es aber für Wochen unspielbar.

        • Ich verstehe auch einfach nicht wieso dass die das technisch nicht hinkriegen. Es muss nicht so schnell sein wie etwas im Web und nichts tun ausser irgend einen kleinen crypto foo irgendwie beantworten, wieso geht es dann wochenlang kaputt? Lesen die keine Supportanfragen? Ich meine man könnte auch AWS oder sonst etwas nehmen das irgendwie skaliert?
          Die ganzen Spielstände auszuliefern braucht natürlich Bandbreite (bei manchen Spielen), aber die sollen sie gefällgst _unabhängig vom eigentlichen DRM lokal cachen_ und dann zwischen allen Accounts synchronisieren, wenn die Server zufällig mal antworten.

          • Ich verstehe auch nicht, warum sie damit immer so Probleme haben.
            Anderer Seits muss man auch die wirtschaftliche Seite betrachten. Oftmals ist der Ansturm auf die Server zum Release des Spiels am größten. Dann wollen die meisten Gleichzeitig spielen. 4 Wochen später hat sich das dann geglättet, einige spielen schon wieder was anderes, und die anderen, die das Spiel noch spielen, verteilen sich anders auf die Zeit. Das heißt am Anfang brauche ich recht große Serverkapazitäten, die dann später nichts mehr zu tun haben. Ich schätze also, dass solche Probleme bereits einkalkuliert werden, wobei sich EA mit SimCity da wohl trotzdem verschätzt haben muss.

            Auch sollte man eigentlich meinen können, dass eine so große Firma wie EA die Möglichkeiten haben sollte, zu Beginn genug Serverkapazität zur Verfügung stellen zu können, und in der Lage sein sollte, die später nicht mehr gebrauchten Server anderweitig zu verwenden.

            Ein anderes Problem ist allerdings auch noch, dass SimCity einige gravierende Bugs hat.

  3. Tolle Sendung, motiviert einen, sich mehr mit Netzpolitik zu beschäftigen.

    Bisschen peinlich dass ich als Schweizer erst ein halbes Jahr später in einem deutschen Podcast von AGUR12 höre, aber bin auf jeden Fall gespannt was da noch kommt.
    Die Piraten haben bei uns bei den letzten Wahlen ja nicht nenneswert Stimmen bekommen, aber dafür könnte man bei dermassen krassen Urheberrechtsreformen möglicherweise Unterstützung von den Rechtspopulisten der SVP und der CVP (Mitte) bekommen.

  4. Kleiner Witz:

    Bei einer Besichtigung einer Kondomfabrik fällt einem Besucher auf, dass ein Automat jeden 20. Kondom automatisch ein Loch sticht. Auf die Frage, wieso das gemacht wird, meint der Besitzer, “Naja, wir haben ja noch eine Schnullerfabrik”

    Kondomfabrik : Schnuller = Telecom : “Zusatzdienste”

    Und als Marktführer sollte man dann doch reguliert werden, wenn man so vorgeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *