LNP041 Datenspuren Spezial: Netzneutralität

Eine Zusammenfassung des Themas als Vortragsersatz

Diese Ausgabe ist ein Novum in unserem Programm: wir sendeten live von der Bühne der "Datenspuren" des CCC Dresden und widmen uns in dieser Sondersendung dem Thema Netzneutralität. Das ganze war ursprünglich als Vortrag von Linus angedacht, aber aus allgemeinen Erwägungen und in Anbetracht unfertiger Slides haben wir einfach einen Podcast draus gemacht. Ein Experiment.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim. Ja.
Tim Pritlove
Na? Ja. Irgendwie irgendwas ist anders heute.
Linus Neumann
Der Ex-Parner ist anders.
Tim Pritlove
Also ne ehrlich gesagt ist ja nicht sehr viel anders als sonst. Man muss da natürlich immer so ein bisschen dran drehen, aber das sollte uns jetzt nicht weiter verwirren. Aber, was natürlich ein bisschen verstörend ist, wir sind nicht allein.
Linus Neumann
Ja. Wir haben äh Publikum.
Tim Pritlove
Ja, Publikum. Man merkt's, aber keine Gäste, keine Gäste.
Linus Neumann
Kommen ja noch sponta.
Tim Pritlove
Ja, vielleicht ergibt sich ja noch irgendwie was.
Linus Neumann
Flitzer könnten wir eigentlich mal gebrochen.
Tim Pritlove
Na, wir sind ja hier auch äh auf den Datenspuren in äh Dresden. Ist ja auch so eine Nordveranstaltung, die ja eigentlich alle so ein bisschen verkappte Dating äh treffen sind eigentlich, ne, ist da eigentlich, das gesamte Nerdgeflecht in Deutschland eigentlich so ein verkappter Dating-Club. Ja. Findest du nicht auch?
Linus Neumann
Ja, da ist Unmengen an Sex in der Szene. Da ist boah.
Tim Pritlove
Eine Menge Sex ist ja hier auch in diesem Podcast. Soll gleich mal äh eine Brücke zu schlagen, Lokbuchnetzpolitik, Ausgabe Nummer einundvierzig und wie schon hier verschwurbelt, angedroht sind wir ausnahmsweise mal live von der Bühne äh hier in den Raum, wie ich mir das so anschaue, handelt es sich weitgehend um einen rechtsfreien Raum und.
Linus Neumann
Nazifreiheit.
Tim Pritlove
Auch das auch. Auf jeden Fall. Nazi und rechtsfreier Raum und äh wir haben ein Thema. Das ist neu, oder? Ich meine, das hatten wir nicht, dass wir noch nie Themen hätten, aber wir hatten noch nie in nur ein Thema.
Linus Neumann
Wir haben nur ein Thema, ja.
Tim Pritlove
Genau, wir haben nur ein Thema.
Linus Neumann
Das Thema.
Tim Pritlove
Das ist äh ah, ich dachte jetzt.
Linus Neumann
Schneller schneller.
Tim Pritlove
Ich dachte, jetzt geht's um Sex. Also, dann geht's um Netzneutralität. Nee, nee, nee, lass mal bei Netzneutralität bleiben. Ich finde, das ist auch äh durchaus äh äh sexy genug. Wolltest du nicht eigentlich einen Vortrag halten?
Linus Neumann
Sollen wir das, also ich wollte einen Vortrag halten, ja. Ich habe äh ich kann auch ganz kurz aber nur hier äh den Eingeweihten im Raum zeigen, warum ich den nicht halte, weil ähm vor, also gestern Abend, so sahen irgendwie meine Folien aus, Und dann habe ich gedacht, da wird nichts mehr. Und dann habe ich, habe ich den habe ich gesagt, also theoretisch kann ich das ja erzählen alles, aber ich habe mit den Folien wirklichs und dann habe ich dem Tim eine DM geschrieben, hat gesagt, Tim, äh kannst du vielleicht bitte ähm ne und dann, hat Tim gesagt, ja ich bringe da einfach.
Tim Pritlove
Doch mal die ambulanten Geräte an.
Linus Neumann
Ich dachte, er kommt da mit so mit dem kleinen Task-Kamm, dann kam er hier mit so einem neunzehn Zoll Gerät. Das war auch gar kein Problem mit dem das der Transport war sicherlich gar kein Problem, so ein.
Tim Pritlove
Es geht schon ganz gut. So, aber wir sind ja hier auch nicht zum Kleckern hier.
Linus Neumann
Nee, nee.
Tim Pritlove
Ne? Ne. Ja, äh Netzneutralität, sperriges Thema. Ähm womit fangen wir denn an?
Linus Neumann
Ja, ich habe mir überlegt, wir fangen äh damit an, dass wir erklären, wie das wie was wir für ein Netz haben und wie das, wie das so zustande kommt. Und ähm ich denke ja, dass äh also Kinder fragen ja irgendwann im Laufe ihres Lebens immer die Eltern, ähm, Mama, wo kommt irgendwie das Wasser her? Wo kommt der Strom her? Und irgendwann muss ein Kind, also jetzt, sage ich mal, deine Kinder werden irgendwann auch fragen, Papa, wo kommt das Internet her.
Tim Pritlove
Schweißausbruch und alles.
Linus Neumann
Ja und dann so, genau.
Tim Pritlove
Gott, wie sag ich's dem Kinde?
Linus Neumann
Ja und dann man denkt irgendwie, das kommt aus der Wand, ne? Und das äh man hat da gibt's ein Kabel, das geht äh zur Telekom und da ist es irgendwo an den Rest des Internets drangestöpselt. Und ähm so ungefähr ist das auch nur. Es gibt irgendwie das Internet ist ja nicht zentral, das heißt, es gibt nicht irgendwie so einen, einen, wo man dann sagt, das ist der Internet und da stecken wir uns jetzt dran und dann können wir das äh den anderen geben. Sondern es gibt ganz, ganz viele verschiedene Firmen, die ähm irgendwie was irgendwie meinen, sie könnten was zum Internet beitragen oder auch nicht. Und äh die sich dann so zusammenschließen und dann äh Verträge oder äh Agreements darüber treffen, wie sie gegenseitig mit ihrem Traffic umgehen. Und dass man zum Beispiel sagt, ja, guck mal hier, ich habe zum Beispiel schon mal komplett Internet und ähm, Du hast ja äh du hast ja da irgendwie ein paar hundert Kunden oder du willst tausende von Kunden haben, die da die an dieses Internet dran wollen, Da machen wir irgendwie einen Vertrag darüber, ähm zu welchen Koalitionen wir beide uns mit einem Kabel verbinden. Und äh es gibt also, sage ich mal, die äh, Stufe drei von von Providern, die also im Prinzip dem Internet wenig geben, sondern nur äh das Internet irgendwo haben wollen, um es dann weiter zu verteilen. Es gibt dann äh Provider der Stufe zwei, die schon so ein bisschen überregionale Netzwerke haben. Und dann gibt's so die ganz Großen, äh die, richtige Bag bei uns betreiben, die eigentlich nur noch große äh unterirdische Kabel irgendwo äh liegen haben und wirklich äh die Hochgeschwindigkeits.
Tim Pritlove
Aber es gibt da jetzt keine äh äh offizielle Plakette, die man sich dafür äh abreichen lassen kann.
Linus Neumann
Nee, ich glaube, also man spricht immer so von Taya eins bis drei, aber ich habe eher den Eindruck, dass der Übergang so ein bisschen fließend ist. Ich meine, wenn du wirklich ja.
Tim Pritlove
Drittes Rad am Wagen, Tier, meinst du? Tier, das ist eine sehr tierische Angelegenheit.
Linus Neumann
Ist das ist das wirklich, spricht man das Deutsch aus?
Tim Pritlove
Nein, spricht man Englisch aus, aber es heißt dann halt immer noch Tier.
Linus Neumann
Echt? Guck mal, siehst du? Deswegen wollte ich den Tim habe ich ein Schwein, ja. Ähm.
Tim Pritlove
Heißt ja ja hast du ein Schwein. Ja.
Linus Neumann
Die sagen also dann, OK, unter welchen Verbindungen legen wir ein Kabel? Also ähnlich wie ich das mit meinen Nachbarn mache, äh du willst mein Internet mitbenutzen, ja, kein Problem, ne? Dann haben gewissen Rechnungen, die ich bekomme und einen gewissen Anteil von dieser Rechnung, den ich dir weitergebe.
Tim Pritlove
Hier eins, hier zwei, Tier drei.
Linus Neumann
Ich bin in dem Fall dann so T vier.
Tim Pritlove
Sozusagen so eine Art Datenfauna.
Linus Neumann
Und ich bin das vierte Tier, weil ich noch unter dem Provider bin, kann ich dann kann man also sagen, okay, man möchte, wenn man jetzt gleich viel zu bieten hat, gegenseitig, dann sagt man, okay, man möchte pearen. Das heißt, ungefähr auf diesem Kabel, was man hat, was einen verbindet, äh wird ungefähr gleich viel in die eine äh als auch in die andere Richtung fliegen an Daten, die fliegen ja durch das Kabel durch, und ähm dann äh wird das wird sich jetzt ungefähr ausgleichen. Wir brauchen da jetzt nicht abzurechnen. Und dann gibt's aber welche, die sagen, okay, wir machen Transit. Das heißt, äh je nach Bandbreite und Volumen kriegt derjenige, der da am anderen Ende sitzt, dann eine Rechnung geschickt. Und in der Regel derjenige, der am anderen Ende sitzt, äh der bietet uns dann Flatrates an. Und ähm, Hat also eine Rechnung schätzt, okay so und so viele Nutzer nutzen so und so viel Internet. Das heißt, äh Pi mal Daumen kann ich äh denen das Internet für so und so viel Euro anbieten. Und ähm dann sind alle glücklich und ich gebe denen, gibt denen eine Flatrate, Und in der Regel sind diese Transit- und Peeringverbindungen, das ist quasi das das der Kern, der hintere Kern des Internets, von dem wir alle gar nicht so viel mitbekommen so geschaltet, dass sie sagen das geht nach dem Best-Efford-Prinzip, das heißt, alles was da reingeballert wird, wird nach bestem Bemühen, weitergeleitet, gleichbehandelt, da gibt's keine Priorisierung und keinerlei Beeinflussung. Die stehen alle, alle Internetpakete, die in das Kabel gelegt werden, äh stehen dann in einer Reihe und gehen da nach und nach durch. Das ist so die die grobe äh geniale Idee des Internets und da gab es ein es gibt auch ein es gibt ein Bild vom Internet, Es gibt ein Bild vom Internet und das werde ich jetzt mal twittern. Ja, im Moment, wenn ich das jetzt hier finde, Bild vom Internet, das ist.
Tim Pritlove
Vom ganzen Internet. Ist das nicht so eine kleine schwarze Box?
Linus Neumann
Ja und Google in Zukunft. Ähm. Es sieht ähm ja, ich twittere es. Das ist jetzt eine große Datei. Wollen wir mal gucken, ähm ob eure ProWall ob.
Tim Pritlove
Das aushält. Volle Dossattacke jetzt hier auf.
Linus Neumann
Und zwar twittere ich das, muss ich nur noch hier Twitter finden.
Tim Pritlove
Ja. Für unsere Podcast-Förer. Wir äh haben das natürlich in unseren eleganten Shownotes dann äh auch drin. Oder ist das jetzt irgendwie nicht jugendfrei? Ach so, okay, das ist da sozusagen schon drin.
Linus Neumann
Ja, das ist das kopiere ich grade aus den Shownotes heraus. Und das hat getwittert der Account at ME Unterstrich Netzpolitik.
Tim Pritlove
Welches ist unser offizieller Twitter-Account, falls ihr dem noch nicht folgt, dann könnt ihr das Health auch mal machen.
Linus Neumann
ME Unterstrich Netzpolitik. War das, ne? Da sieht man also äh für alle, die keinen Computer und kein da sieht man so, wie sich diese Struktur ergibt, Also man hat hier so ein äh so ein hin und her und dann gibt's hier irgendwie so, das scheint so ein Provider zu sein, da geht dann irgendwie ein Kabel raus und das da da haben die also irgendwie mal die Ruten zwischen ein paar IP-Adressen ähm visualisiert.
Tim Pritlove
So ein bisschen aus wie so ein Keller nach dreißig Jahren Kabel rein und rausschmeißen. Genau. Es ist ein so so aber schön.
Linus Neumann
So so sieht das, so sieht das Internet äh logisch aufgebaut von von innen aus. Wenn man, wenn man versucht, es zu visualisieren. Muss ich meine Notizen wiederfinden.
Tim Pritlove
So, also mit anderen Worten, was du jetzt mir äh äh mitteilen möchtest, ist, dass äh sozusagen die Internetstruktur ist schon mal nicht einheitlich, sondern da gibt's irgendwie die großen und die kleinen Fische.
Linus Neumann
Es gibt die Großen und die kleinen und es gibt eine sehr, sehr uneinheitliche Verbindung dazwischen. Und ähm.
Tim Pritlove
Mhm. Und ähm im Wesentlichen hierarchisch, auch wenn's an manchen Stellen sich sozusagen äh es gibt es, es gibt sozusagen Teile, wo Kommunikation untergleichen möglich ist, aber es gibt nicht so viele die gleiche.
Linus Neumann
Genau. Wie das wie das äh im Rest der Welt auch so ist. Ja. Ähm.
Tim Pritlove
Wie im richtigen Leben. Ähm da sagt noch mal einer, das Internet hätte mit der Realität nichts zu tun.
Linus Neumann
Da sage ich jetzt gar nichts. Wir gehen zum nächsten Thema. Ähm also der Provider kommt hin und sagt uns, er kriegt aber am Ende eine Rechnung für seine Bandbreite. Und wir wollen natürlich immer mehr Bandbreite. Wollen YouTube-Videos sehen, wir wollen HD Videos sehen und so weiter und ähm es gibt vor allem dann auch Anbieter, die da irgendwo im Internet sind, also zum Beispiel so jemand wie Google oder YouTube, die müssen sich natürlich auch Gedanken machen, wo sie Internet herkriegen. Die gehen ja nicht ähm zur äh zur Telekom und sagen hallo liebe Telekom, wir hätten da gerne irgendwie zehn Mal VDSL und ähm dann stecken wir da unsere Serverfarmen dran, sondern die haben natürlich ganz andere, die betreiben dann ihre eigenen Backboards und legen irgendwo ihre Kabel hin und und haben aber irgendwie alle möglichen Verträge, ist also nicht nur nicht nur von den Routen und der Techniker ein wirres Geflecht, sondern auch von den Vereinbarungen, die Firmen untereinander haben. Und jetzt ist es also so, dass unser Internetanbieter, Tendenziell immer mehr Bandbreite kaufen und an uns durchgeben muss und wir aber immer das Gleiche bezahlen. Natürlich sinken die Preise dann auch mal wieder und so. Aber so ungefähr die die Situation, der der sich gegenüber sieht, und ähm, Wir wollen aber irgendwie keine Kilo weit äh oder Megabit äh Megabite Preise mehr, wir wollen keine Volumentarife mehr in unseren Festnetz äh Internetanschlüssen haben, sondern wir wollen Flatrates haben. Niemand macht mehr Internet nach Minuten oder nach nach Datenmenge, daraus den Fehler ähm haben die im mobilen Bereich nicht mehr gemacht. Immobilienbereich gibt's sofort ähm Volumentarife, Niemand hat ein freies Volumen auf einer 3G-Karte.
Tim Pritlove
Warum bezeichnest du das als Fehler?
Linus Neumann
Das ist jeder ähm Unternehmensberater würde es dir als Fehler.
Tim Pritlove
Ja weil ich mein de facto sind doch diese Flatrate jetzt eigentlich gar keine Flatrates. Ich meine, es gibt ja ein ein. Es gibt irgendwie ein ein Maximum. Das heißt, man hat, schon im Prinzip einen Volumentarif, der aber nicht sozusagen jedes einzelne Bit zählt, sondern eben bis zu einem bestimmten Kontingent und dann greifen halt.
Linus Neumann
Das auf deinem Festnetz?
Tim Pritlove
Na ja, theoretisch hast du das bei manchen Festnetzen sehr wohl, wenn du da einfach zu viel Daten nutzt, wobei dieses zu viel, teilweise schwammig teilweise etwas konkreter ist. Dann ist da halt einfach limit, nur dass dieses Limit in der Regel so hoch ist, dass der normale User das eben nie sieht. Und es eben wirklich nur die exzessiven äh äh Nutzer sind, die äh an der Stelle diese äh Latte reißen. Ich finde das auch in gewisser Hinsicht verträglich, ja? Äh weil man sich eben bis zum bestimmten Zeitpunkt keine Gedanken mehr machen muss. Die Frage ist halt bloß immer nur, was passiert, wenn man eben die Latte reißt, fängt's an, dann teuer zu werden, was sozusagen wieder extrem äh äh schmerzhaft ist und ja auch so ein Missbrauchs äh Potenzial birgt, also durch Dritte quasi und ähm oder dass man eben dann gar kein Internet hat oder eben langsames.
Linus Neumann
Langsames Internet.
Tim Pritlove
Naja, na gut, irgendwas muss ja passieren.
Linus Neumann
Also es ist klar zu beobachten, die Mobilfunk als die irgendwann ankamen und sagten, hier Internet, die haben niemals gesagt, es gibt eine Flatrate. Die haben immer gesagt, es also ne die haben immer gesagt, es gibt eine Flatrate, sie haben nur immer dazu geschrieben, äh dass die Flatrate hält nach dreihundert MB aufhört. Oder dann ist sie ja immer noch Flat, nur äh irgendwie halb so schnell, ja?
Tim Pritlove
Ja, also die Geschichte der Flatrate ist eine Geschichte der Missverständnisse, voller Administration.
Linus Neumann
Also sagen sie, äh man kriegt im Prinzip einen Volumentarif, wo sie sagen, du hast gehört, so viele Internetnutzen wie du willst, nur ähm ab äh irgendwie ab so und so viel MB wird das Internet dann irgendwie nicht mehr nutzbar. Ähm, Thorsten Kleins, unser Lieblings einer unserer Lieblingsjournalisten hat das für heute DE mal ausgerechnet, dass also das neue LTE Highspeed-Internet im Telekom-Netz beworben wird mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu einhundert Mbit, die das Ding natürlich nie erreicht, aber äh einhundert MBit und wenn man im Tarifmobil L ist, und sechzig Euro im Monat an die Telekom überweist inklusive einem Gigabyte LTI Highspeed Datenvolumen, kann man, das kann hier jeder im Publikum ausrechnen, dieses Gigabyte, was man da hat, innerhalb von achtzig Sekunden runterladen, wenn man hundert M mit bekommt. Wenn man den Complete M hat, dann hat man dreihundert MB inklusive Volumen und braucht vierundzwanzig Sekunden. Es gibt vierundzwanzig Sekunden Highspeed-Internet, und danach vierundsechzig äh Kilobitt die Sekunde, das heißt, das Internet wird irgendwie um Faktor anderthalbtausend langsamer. Aber Flat, ne.
Tim Pritlove
Naja, ist äh da da trifft ja das Begriff Speed auch so, ist ein bisschen wie bei den Drogen da. Das geht dann auch sehr schnell, geht's dann schnell bergab.
Linus Neumann
Schmale Planke. Na ja und ähm jetzt ist die Frage, okay, du sagtest gerade schon, das kann man eigentlich nachvollziehen, weil ähm ich kann das nur Volumen ja nutzen, solange wie ich will, und wofür ich will und ähm solange mein Anbieter mir eine kompatible äh Möglichkeit bietet, meinen Bedarf an an Volumen gerecht zu werden, kann ich ja eigentlich zufrieden sein. Das heißt, ich gut, äh wenn du Du stößt jedes Mal in deine fünf Gigabyte, ne?
Tim Pritlove
Meinst mobil? Ja, die äh ich würde sagen, so in drei bis vier Monaten von den zwölf pro Jahr reichen fünf Gigabyte nicht. Das sind halt immer die, wo man viel unterwegs ist. Ja. Dann ist vorbei.
Linus Neumann
Und ähm ich zum Beispiel äh bewege mich in Bereichen, in denen es WLAN gibt und komme glaube ich regelmäßig nicht über zweihundert MB. Ich habe aber auch ein iPhone drei G, also ich glaube, das kann auch gar nicht viel mehr als zwei.
Tim Pritlove
Mensch Junge, guckst ja nicht raus, Mensch, du siehst ja die Sonne nicht. Okay.
Linus Neumann
Ähm aber das also man kann sich dann darüber Schrott lachen und sagen, haha, äh eure Werbeversprechen sind äh lächerlich und wir haben sie enttarnt. Aber sie sind wenigstens ähm sofern nichts nichts wirklich, das das Netz ist ja immer noch neutral, weil sowohl zu zu hundert Mbitgeschwindigkeit als auch zu, zu einer äh sehr viel geringeren vierundsechzig Kilo Bittgeschwindigkeit kommen die Pakete da in einer Reihe an und keins wird bevorteiligt oder benachteiligt. Ähm insofern ist das ein ein fairer Deal, ähm den sie uns da anbieten. Der sich eben auch naja durch die ökonomischen Zwänge, den ja so ein Konzern unterworfen ist, äh der ja auch seine Subsistenz sichern muss, auch rechtfertigen lässt. Die Frage ist, wann ist jetzt so ein Netz nicht mehr neutral? Und ähm wenn man sich jetzt das mal historisch anschaut, diese dieser Internetzugang wird uns ja gegeben von von Firmen, die bevor sie irgendwann auf, kam den Leuten Internet äh zu geben über die Kupferkabel, die sie in ihre Wohnung gelegt hatten. Haben die äh Telefonie angeboten. Und die waren an so Preismodelle ähm gewöhnt, wie dass man für eine weitere Strecke den Leuten mehr Geld abnimmt. Ja? Äh Ferngesprächzone eins, zwei, drei oder was und äh Ausland, hier, Ausland, da und nach achtzehn Uhr kostet mehr oder weniger und äh wenn du, ne und solche Modelle, ja, die waren also immer daran gewöhnt, dass man irgendwie vielleicht noch einen Sonderdienst, eine Nullhundertneunziger-Nummer anbietet und nullhundertneunziger Dienst ergibt, kriegt er anrufende Zeit drei Euro sechzig und der Angerufene bekommt zwei Euro vierzig und die Telekom bekommt einen Euro zwanzig und solche solche schönen Modelle oder auch null achthunderter Nummern, Service, ja kannst du umsonst anrufen. Ähm und derjenige, der umsonst angerufen wird, muss halt ein paar tausend Euro im Monat an die Telekom zahlen. Solche Modelle waren die, waren die gewöhnt und das haben die jahrzehntelang so gemacht und das fanden die auch ganz toll. Und jetzt haben sie auf einmal, da dieses Internet, was die Leute haben, die machen da nicht nur können sie damit in in die ganze Welt internetten, sondern sie fangen dann auf einmal auch noch an äh darüber Skype zu machen, und ähm in dem Fall dann das konkrete Geschäftsmodell des äh Anbieters anzugreifen, der und da kommen wir jetzt wieder zu dem Mobiltelefon, da haben sie ja die ganzen Fehler nicht gemacht. Da gab's ja von vorne rein die Voice-Over-IP-Sperre, Vielleicht gab's irgendwie ganz, ganz früher mal keine, aber.
Tim Pritlove
Schon sehr verbreitet, ja.
Linus Neumann
So, das heißt äh im im dem äh dem Vertrag steht drin, hallo, du hast Internet von uns, Internetflatrate außer Voice of IP Skype und äh sonstige Sachen, ähm das darfst du erstmal nicht nutzen. Ähm, Die nächste, die naheliegende Konsequenz ist natürlich, das irgendwie zu sperren oder irgendwie zu unterbinden. Ähm, ein bisschen zu wie einfach oder wie schwierig das tatsächlich ist. Aber auf Mobiltelefone habe ich also nicht nur haben sie nicht nur gelernt, okay, wir müssen ihnen irgendwann das Volumen beschränken, sondern sie haben auch gelernt, äh wir müssen aufpassen, dass die auch weiterhin schön ihre hundert Inklusivminuten bezahlen wollen. Ansonsten möchten die Leute nämlich nur noch Daten, SIM-Karten haben in ihren äh in ihren iPhones und nicht mehr äh nicht mehr die schönen Telefonpakete oder, bewahre, die fangen auf einmal an, SMS übers Internet zu schicken und zahlen uns nicht mehr zwanzig Cent für die äh für die paar Biots.
Tim Pritlove
Ja, ja. Die teuersten Bits der Welt.
Linus Neumann
Und natürlich, was in der Tat wirklich negativ problematisch wäre für äh für, UMTS und GSM-Netze, wenn die Leute jetzt anfangen würden mit suppierte Diensten, die oder so. Das wäre also tatsächlich eine Herausforderung für für diese Netze, weil, sie einen etwas anderen Aufbau haben oder ein etwas andere Problem ausgesetzt sind als äh Kabelnetze, Kabel, da kann ich einfach immer nochmal ein Kabel nebenlegen und dann habe ich die doppelte Bandbreite oder ich habe ein besseres Kabel, dann wird die Bandbreite sogar mehr als verdoppelt, dadurch, dass ein Kabel daneben lege, Ähm ich habe ja schon mal in der Sendung gesagt, die Luft ist irgendwann voll, Raum von Frequenzen, auf den ich mit Mobiltelefonen funken darf. Und ähm irgendwann, auf dem Band, was ich bezahlt habe, wofür ich Lizenzen gekauft habe, einfach keinen Platz mehr. Kann jeder bei sich zu Hause beobachten, ähm der in der Großstadt wohnt, gegen zwanzig Uhr ist das Internet sehr langsam, es liegt wahrscheinlich nicht daran, dass das Internet tatsächlich langsam wird, sondern dass eure WLANs durch die zwanzigtausend anderen WLANs, die auch auf den, Dreizehn Kanälen, wovon vier ohne Interferenzen betrieben werden können. Funken sich gegenseitig stören. Ähm das heißt, da haben sie noch ein bisschen bisschen andere Probleme und sind eigentlich daran interessiert, dass da wirklich nicht so viel genutzt wird.
Tim Pritlove
Ein Drama.
Linus Neumann
Ein Drama. Ähm aber äh zurück zu unserem, zu unserem Provider, ähm wenn der die Sachen dann, was irgendwann mal bei an ihm durchgekrochen ist und ins oder den Transit gegeben wird, das fließt dann da auch durch. Und ähm. Das heißt, ich möchte als Provider, muss ich hingehen und irgendwie vor meine Internetdose, wo ich dann äh wo die wo die Leute alle rein wollen, muss ich dann irgendwie ein bisschen gucken und sagen, das darfst du, das darfst du nicht. Ich fange dann an zu äh zum Beispiel, was sehr, sehr elegant ist. Vielleicht sperre ich's auch nicht ganz. Also ähm ATNT hatte, glaube ich, diese Verabredung mit Apple, oder mit Skype, dass denen gesagt wurde, dass Äpfel gesagt wurde, passt auf, ihr lasst die Skype App nur in euren App Store, wenn die Skype App nur dann Telefonie macht, wenn sie das übern WLAN macht und nicht über über das äh über das Zellnetzwerk, Dann wurde die äh würde die App erstmal so verkauft. Dann kamen die J-Breaker und haben gesagt, okay, wir schreiben die iPhone Software so um, dass die Skype-Software denkt, sie wäre im WLAN, dann funktioniert's auch über über das ATNT-Netz und dann hat ATNT gesagt, okay äh äh dann machen wir jetzt mal irgendwie hier so eine äh eine Sperre für Skype und dann haben sie gemerkt, oh Skype sperren ist schwierig, Skype, da kann man nicht braucht man kann man nicht einfach eine IP oder so sperren, weil es sind Direktverbindungen, also mussten sie irgendwie anfangen, den Traffic zu analysieren und zu gucken, was was sieht da nach Skype aus und wie können wir das irgendwie verhindern. Und dann sind sie auch auf die Idee gekommen, pass auf, wir verhindern das gar nicht, sondern wir bremsen das einfach so aus, dass die Leute sich nicht mehr vernünftig hören und das ruckelt. Und dann bieten wir den Leuten an, hat die Telekom jetzt auch so.
Tim Pritlove
Wer hat das gemacht?
Linus Neumann
Das ist jetzt eine bösartige Unterstellung.
Tim Pritlove
Ach so, das.
Linus Neumann
Also ich meine, du kannst dir angucken, wie viel Daten Skype braucht, das äh ist nicht annähernd irgendwie äh gefährdet äh irgendeine Latte zu reißen, bei bei einer UMTS-Verbindung, Konferenz drüber führen, wenn du möchtest. Wenn du das durch den VPN Tunnels, dann funktioniert das sogar. Wenn das nicht durch einen VPN Tunnel ist, dann funktioniert's leider nicht. Aber da kommt die Telekom ja und sagt, ja, guck mal, lieber Tim, wenn du, also du bist ja kein Tierkongress, aber hier jemand anders. Ach, hör mal, ach so, du wolltest Skype benutzen, ja, gar kein Problem, zahlst du einfach einen Zehner mehr.
Tim Pritlove
Okay. Ja.
Linus Neumann
Okay. Kannst du Skype benutzen, sonst eben nicht. Ähm ist ein Zusatzdienst übrigens, den wir dir jetzt äh exklusiv anbieten können und ähm.
Tim Pritlove
Ist das derzeit eigentlich immer noch so? Ja, ne?
Linus Neumann
Also steht in, steht in jedem Vertrag so noch drin.
Tim Pritlove
Ja. Ich habe mir jetzt die Tarife.
Linus Neumann
Ich versuche jetzt, muss ich ehrlich sagen, ich äh bin es auch leid, das auszuprobieren. Vielleicht äh machen sie's inzwischen gar nicht mehr, weil weil sie wissen, dass es keiner mehr versucht.
Tim Pritlove
Ich gucke mal. Ich meine, das Schwierigste an diesen Tarifen ist ja, sie überhaupt erstmal zu begreifen, weil wenn man sich das so durchliest, also keine Ahnung, Das ist so ein bisschen wie äh ein Abend am Kaminfeuer mit einem Juristen.
Linus Neumann
Offiziell begründet Skype das äh begründet die Telekom oder jeder andere Provider das dann damit, dass äh dass er das Internet verstopft für die anderen. Und ähm deswegen ähm müssen wir irgendwie dahin zurück, dass die Leute dafür bezahlen, wenn sie besonders Bandbreiten intensiv arbeiten, aber Skype ist wirklich nicht besonders Bandbreiten intensiv.
Tim Pritlove
Aber es stimmt, ne? Es ist immer noch in den Tarifen drin, also zumindest jetzt, wenn ich mal hier den fettesten äh anklicke, der dann gleich so mit hundert Euro äh zu Buchen schlägt, dann ist dann sozusagen auch Internettelefonie mit drin.
Linus Neumann
Aha, in dem ist es dann drin. Die kostet hundert Euro.
Tim Pritlove
Ja ja und auch SMS-Flatrate in alle Netze sozusagen. Wenn du hundert Euro zahlst, dann wollen sie ja auch jetzt äh nicht mehr das goldene Bit verkaufen.
Linus Neumann
Übrigens, wo du gerade sagst, SMS, es gibt ja diesen äh Dienst, WhatsApp, der sich sehr äh hoher Beliebtheit erfreut. Ähm das war ja ganz spannend. Da hatten die irgendwie nicht mit gerechnet, dass äh ihnen das irgendwie so eine iPhone App dahergeht. Ähm die ihn auf einmal die die SMS kaputt macht oder die SMS nicht so wirklich aber die MMS, Ne und ähm sie waren auch glaube ich ein bisschen überrascht, als Apple dann irgendwann sagte, ach übrigens, wir machen jetzt ein Message und das schieben wir auch durch das Internet durch. Ähm, Das heißt, sie haben sich dann an anderen Stellen auch wirklich wurden sie auf dem kalten Fuß erwischt, weil sie offensichtlich die Juristen vergessen hatten, irgendwie in den ähm in den äh kleinen Text da unten reinzuschreiben, äh E-Mails dürfen sie aber nicht äh Kurznachrichten, die nicht über E-Mail ausgetauscht werden, ja? Ähm, Das heißt, über über sowas wie WhatsApp ärgern die sich sicherlich auch sehr, Nicht mehr schnell genug geschafft, dass diese Entwicklung zu erkennen und dass das wirklich zu unterbinden. Aber natürlich untergräbt das unglaublich ihr Geschäftsmodell, sicherlich freuen, dass jetzt äh WhatsApp sich entpuppt hat, also ungefähr der sicherheitsrelevante, sicherheitstechnisch gesehene größte Haufen misst, den jemals irgendjemand in eine App geschrieben hat, sodass jetzt keiner mehr WhatsApp benutzen möchte. Aber ähm.
Tim Pritlove
Naja, also die Nerds nicht, aber äh ich glaube, die meisten Leute benutzen das einfach genauso. Bisher ist jetzt nicht gerade so die breaking News, die äh es auf die Seite eins der Bild-Zeitung schafft, oder doch?
Linus Neumann
Als Spiegel Online drüber berichtet, dass bei Computersicherheitsthemen echt.
Tim Pritlove
Wie Bild jetzt für dich.
Linus Neumann
Das ist noch das das Gleiche für Bild, ja.
Tim Pritlove
Na ja, na gut. Okay, gut.
Linus Neumann
So, aber das Spannende an diesem Paket mit dem mit Skype ist, dass sie sagen, ähm ihr dürft Skype nicht benutzen, weil es Bandbreiten intensiv ist und das stimmt schon mal nicht, ja? Und dann sagen sie, das Problem lässt sich aber mit Geld lösen.
Tim Pritlove
Ja. Naja, weil wenn du mehr Geld zahlst, dann äh erweitert sich ja auch der Frequenzraum auf einmal. Genau. Also ist dein Telefon, so eine Art Raumverzerrung durch, ja, das ist äh haben wir alles, Albert Einstein äh zu verdanken, dass du dann so durch so ein spezielles äh Protokoll den Raum krümmst und dann passt da einfach auch noch Wolken mit durch.
Linus Neumann
Also quasi die Gravitation des Zehn-Euro-Scheines, der mit Lichtgeschwindigkeit zur Telekom.
Tim Pritlove
Genau. So in die, so ähnlich hat mir das mal jemand auf, ja so also so ähnlich klang das, als mir das mal jemand auf einer Messe erklärt hat.
Linus Neumann
Ah ja, ja, ja, ja, nee, dann okay. So, wir sehen also, sie äh sie haben hier.
Tim Pritlove
Wobei äh solche Messerhallen, die es einem sowieso den Raum krümmen, weil danach, man eh nicht mehr wo oben und unten ist.
Linus Neumann
So, also sie sagen ja sich irgendwie an der an der Preisgestaltung und sagen, wir müssen jetzt irgendwie mal anfangen zu priorisieren. Und das ist natürlich, das ist jetzt der der Punkt, also hier, hier holpert jetzt auch ein bisschen der Übergang, sehe ich grade in meinen Notizen, Ja, mal gucken. Ich, also wir kommen jetzt langsam dazu, dass sie, dass sie sagen, wir wollen euch dann außerdem noch anbieten, dass bestimmte Dinge schneller gehen. Was so ein, so ein besonders schönes äh Beispiel ist, ist immer ähm, die Fern-OP. Ihr kennt das, man kommt ins Krankenhaus, und der Herzspezialist aus Neu Delhi macht Paket vermittelt, eine Fern-OP mit so einem Roboter, passiert jeden Tag. So und.
Tim Pritlove
Drei G.
Linus Neumann
Über drei K, mit seinem iPad macht er die.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
Das ist natürlich dann wichtige Daten, das heißt, da ist ein, da ist ein IP-Paket, was da ins Internet reinkommt, durch das äh Kabel und sagt, hallo, ich muss nach äh Berlin, da liegt der Linus, der verblutet grade. Und ähm, und dann, so jetzt die Geschichte, ich, jetzt gebe das nur so weiter, das erzählt hier jeder Messer, Heini. Ähm und dann kommt aber jetzt eine E-Mail vom Tim, Er ist auch gerade in Neu-Delhi. Ähm kommt jetzt und die drängelt sich aber vor. Und der ist jetzt total blöd, wenn, Ich verblute, weil du eine E-Mail geschickt hast. Ne? Und deswegen.
Tim Pritlove
Schwein. Ich sau.
Linus Neumann
Ne. So und deswegen muss ähm muss priorisiert werden.
Tim Pritlove
Verstehe. Deswegen.
Linus Neumann
So, das heißt, dieses Daten, dieses Datenpaket muss irgendwie einen Stempel dran kriegen, wichtiges Datenpaket, einige Blutkonserve oder so. Und wandert dann schneller durchs Internet. Und überall durch die ganzen Switches, durch die das so fliegt, oh ey komm mal vorbei, komm mal vorbei, komm vorbei, bist wichtiger als die anderen. Ähm das Problem ist erstens, Arzt ernsthaft seine OP über dieses Netzwerk Internet schieben möchte und sich nicht irgendwie eine eigene Leitung organisiert mit einer garantierten Bandbreite, Aber das Problem ist auch, dass diese Priorisiererei im Moment nicht so gut funktioniert, dass jeder es mitmachen würde, Weg zwischen Neu Deli und mir, das ja durch ganz viele Knoten geht und das sind immer wieder Kabel, wo irgendwelche Leute mal irgendwie einen Vertrag hatten, wie sie mit diesem äh Traffic umgehen wollen. Das heißt, diese spannende Geschichte, dass ein Paket ernsthaft den den Stempel kriegt ich bin wichtiger und dann vom ganzen Internet auch so behandelt wird. Die funktioniert nicht. Und selbst wenn es so wäre. Müsste man sich in diesem wunderbaren äh Kuddelmuddel überlegen, was bekommt denn der Switch X in der Mitte zwischen Neu Deli und Berlin dafür, dass er jetzt meine Daten priorisiert? Der will ja irgendwas dafür haben, sonst würde er es ja nicht tun. Das heißt, wir hätten wirklich auf jedem Kabel im Internet irgendwie so eine Art Wegzoll, dass man sagt, bei uns kostet übrigens priorisiertes Paket, äh kostet Aufschlag so und so. Das heißt, es ist, Nicht nur funktioniert nur, nicht nur technisch gerade nicht, sondern es würde auch ein ungelöstes Problem darstellen, wenn es funktionieren würde. Zweite Problem.
Tim Pritlove
Noch nicht mal nachweisen kann, dass irgendwas wirklich priorisiert weitergeleitet wurde.
Linus Neumann
Richtig. Man man kann ja immer sagen, wurde, also ich würde dann so.
Tim Pritlove
Ja ja, ich habe das total schnell, total. Ja.
Linus Neumann
Hier ist gerade die Hölle los, da hier äh ganzen Nierentransplantation und so.
Tim Pritlove
Ja, sie sind alle nur am Operieren eigentlich die ganze Zeit, ja. Das ganze Internet. Das ist jetzt irgendwie nach WhatsApp, ja, sind sie alle enttäuscht, zur Fernoperation äh übergegangen, Die Doktorspielchen der Kinder spielt sich halt heute äh mit dem iPad ab. So, das.
Linus Neumann
Und dann kommt natürlich das nächste Problem, was hindert mich daran, das mit all meinen Daten zu tun? Einfach zu sagen, jedes Paket von mir hier, immer schön Priorität ziehen, ja? Das heißt, was da erzählt wird, ist einfach unrealistisch, was denen, was sie wirkliche Funktion des Internets angeht. Zumindest, wenn ich behaupten möchte, ähm dass ich so etwas, dass ich eine Priorisierung zusichern kann. Also als Dienst, den ich anbieten kann. Und da muss man genau unterscheiden, weil was sie sehr wohl machen ist, erkennen, ob eine Anwendung grade zeitkritisch ist oder nicht, und das wird an an vielen verschiedenen Punkten gemacht, dass man also schaut, okay, ein äh bestimmter Traffic sollte hier bevorzugt werden. Das macht zum Beispiel, jede Fritzbox. Schon in der Fritzfox gibt's einen QS Quality of Service und die äh ist standardmäßig so eingestellt, dass eine ähm ein Videotelefon oder ein eine äh Internettelefonie auf jeden Fall zeitkritisch bevorzugt behandelt wird. Äh im Vergleich zu jedem anderen Dienst. Weil ich, Egal, was ich mache, ich möchte nicht. Wenn ich dann grade, wenn mir gerade übers Internettelefon jemand gesagt hat, was ich runterladen soll, dass dieser Download die Verbindung abbrechen lässt, Das ist allerdings Bandbreitenmanagement, das heißt, da wird dann geschaut, okay, wie kann ich dem Dienst angemessen agieren, oder also man sieht, okay, das ist jetzt wirklich, das scheint eins, das ist wirklich ein zeitkritisches Paket und deswegen behandle ich es auch so. Und das mache ich deshalb, damit meine Nutzer zufrieden sind.
Tim Pritlove
Ja oder auch um äh das Problem dieser asymmetrischen DSL-Leitung ein bisschen äh zu verbessern. Äh wird ja auch schon längere Zeit des äh denke ich doch ist das noch so, ne, äh dass diese, Pakete vom dann sozusagen auch bevorzugt äh rüber geschickt werden, damit's halt nicht sich alles staut.
Linus Neumann
Die genauen Regeln kenne ich nicht, aber das ist sehr gut möglich, ja. Wer würde auf jeden Fall Sinn machen? Ähm ärgerlich wird das natürlich dann, wenn ich sage, ach, weißt du was, das mache ich aber jetzt nur noch bei bestimmten Diensten, Das heißt, ich mache eine Regel in meinen Switch rein, der sagt, Wenn das ein YouTube-Video ist, dann schieben wir das mal schnell vorne dran vorbei, Wenn das ein Vimeo Video ist, dann kann sich das ja zu den E-Mails stellen in die Schlange. Und da bietet sich natürlich, da bieten sich wunderbare äh Möglichkeiten, Geld zu verdienen, weil der Provider kann an der Stelle sagen, ähm, Ich komme jetzt ins ich komme so zum Internet und sage hallo liebes Internet. Ähm ich habe hier einen Dienst. Und dann könnte natürlich mein Provider kommen und sagen oder könnte ein Provider kommen, die Telekom sagt dann, schönen Dienst haben sie da. Wäre doch schade, wenn der ruckelt.
Tim Pritlove
So ein bisschen Schutzgebühr, ne, irgendwie so. Mein so.
Linus Neumann
Das wäre natürlich total toll für.
Tim Pritlove
Schöner, ja, schöner Laden hier, hübsches Porzellan und so, ist wäre ja total schade, wenn das irgendwie kaputt gehen würde oder so. Ja, ist.
Linus Neumann
Das wäre echt schade, ne. Und der Blöde ist, das kann nicht nur die Telekom machen, sondern das kann jeder Scheißprovider auf dem Planeten der Erde machen, weil ihr alle nur dieses letzte Stück eigentlich unter ihrer wirklichen Kontrolle haben. Und zwar das das Stück zum Nutzer.
Tim Pritlove
Also es würde, ja, gut, äh ich glaube nicht, dass alle Provider das jetzt ohne Weiteres tun können, weil es gibt ja auch reine äh äh reine Verbinder, sozusagen reine äh äh Netzverbinder und ich glaube, da würden dann die jeweiligen Netze schon so ein bisschen sich dann auch mal andere äh, Suchen.
Linus Neumann
Das hat Google ein Teilen der Welt gemacht. Die haben teilweise wirklich ihre eigene Kabel liegen.
Tim Pritlove
Ja, ich meine, Google ist ein weltweiter äh Netzanbieter und die haben ihre eigenen Netze genau deswegen, damit sie eben auch nicht da groß gefickt werden von den anderen Providern, sondern dass sie einfach das garantieren können. Also hat natürlich noch viele andere Gründe auch, dass sie ihren Content quasi, soweit schon mal in Richtung des Kunden bringen, dass er gar nicht erst so weite Wege gehen muss, um diese Bandbreitenproblematik generell schon mal in den Griff zu bekommen, aber es hilft ihnen natürlich auch, an der Stelle äh äh nicht zu erpressbar zu werden. Und insofern ist es sowieso ein bisschen albern, weil die Anbieter, die jetzt wirklich die ganze Zeit an die Wand gestellt werden, dass sie jetzt hier besonders viel Daten, ins Netz einspeisen. Die, in dieses Netz ein, die haben große Netze und äh tun schon ihren Teil. Also es ist ja jetzt nicht so, dass YouTube da äh die ganzen Daten auf so einem, vier sechsundachtziger äh äh irgendwo in ein Mountainview fährt, so ja, wo dann so fünf Glasfaserkabel angeschlossen werden und dann müssen die anderen da mal äh bluten, sondern Das ist schon auch teuer.
Linus Neumann
Selbstverständlich ist das teuer. Also ohne Frage kostet das hier Geld. Ich möchte nur oder ich will so ein bisschen zeigen, was da vielleicht der Anreiz für die Provider ist. Ähm da mal über das, was es tatsächlich kostet, bis hinaus zu gehen.
Tim Pritlove
Ja klar, ne, deswegen fiel mir das gleich so dieses Bild mit diesem Schutzgelderpressung äh ein, ne, weil das so ein bisschen eigentlich ohne Not ist, Man fängt halt sozusagen mit einem erstmal an, so den hat man dann schon mal so bevorteilt und so, ach ihr wollt auch äh also ihr wollt jetzt sozusagen nicht benachteiligt werden, wo wir jetzt schon mal den einen schon mal rausgepickt haben zu bevorteilen, äh dann tja, könnt ihr ja auch zahlen. Wird sozusagen jedes Bit nochmal extra vernickelt und vergoldet. Ja. Hm.
Linus Neumann
Und das genau der dieser schöne Punkt, das ist ähm wenn man irgendwo von Priorisierung spricht dann spricht man gleichzeitig von Diskriminierung. Das heißt, wenn ich irgendwas priorisiere, wird das andere äh zurückgestellt. Und ähm das Entscheidende sind natürlich die Kriterien, die ich an der Stelle ansetze, wenn das äh Kriterien sind, die sich nur auf den Port beziehen ähm oder auf den Header des IP-Paketes, wie es so bei äh Stateful Inspection ist, also nur anhand des Headers im IP-Paket, da stehen dann so Sachen drin, ich gehe von da nach da und ich bin äh ich möchte da bitte auf Fort achtzig und ich bin.
Tim Pritlove
Was meinst du mit? Kannst du das mal.
Linus Neumann
Dass es im Gegensatz zu Depacket Inspection, also da werden die äh Behandlungsregeln nur darauf gerichtet, was im IP Header steht. Das heißt, der Switch guckt in den oder der der Router guckt in den Header rein, behandelt dementsprechend ähm besser oder schlechter oder äh priorisiert. Das zum Beispiel bei ähm.
Tim Pritlove
Warum heißt das nicht äh Inspection? Ich meine, was ist da der State, der da irgendwie.
Linus Neumann
Ich weiß es, sie ist heiß so. Ähm es heißt so. Äh das also das so diese ganzen Q US-Sachen, die funktionieren darauf basierend. Ähm, und dem von dem abzugrenzen ist also die wo dann nicht nur der angeguckt wird, sondern auch der Datenteil. Das brauche ich zum Beispiel, wenn ich ähm, Skype erkennen möchte, weil Skype sich sehr viel Mühe gibt, äh nicht als solches aufzufallen. Das heißt, ein einzelnes Paket kann ich mir nicht anschauen und mit hoher mit mit sicherer Wahrscheinlichkeit sagen, dass es jetzt Skype, Da haben äh die Provider immer wieder Probleme mit äh wirklich Skype zu unterbinden. Ähm ein Paket ist, was noch durch einen VPN äh läuft oder so, dann habe ich natürlich noch größere Schwierigkeiten.
Tim Pritlove
Ja oder bitterer, nicht wahr? Also.
Linus Neumann
Ähm.
Tim Pritlove
Verschlüsselung, die da gemacht wird, wird ja im Prinzip auch nur zur Verschleierung gefahren.
Linus Neumann
Genau und äh da habe ich also dann größere Schwierigkeiten. Also ich kann nicht eine einfache Regel schreiben, so wie äh IP Tablets Blog Betont. Das äh geht so so leicht nicht. Da brauche ich also äh muss ich den Traffic mir genauer anschauen, und sagen, okay ähm dieser äh, Dieses Paket scheint zu diesem und jenem Dienst oder Anbieter oder so zu gehören und das äh ist bei uns unerwünscht und deswegen äh bremsen wir jetzt mal diesen Portbereich oder diesen diese Rute oder so ein bisschen aus, ähm das heißt ähm ich müsste oder ich muss dazu eine vollautomatisierte äh Vollüberwachung machen. Ich muss hier also gesamten Traffic anschauen dazu geeigneten Geräten, das wird nicht mehr mit Hilfe von CPUs gemacht, sondern wirklich in also sehr viel schnelleren Teilen, also irgendwelchen FPGAs oder so, dass man live den Traffic sich anschaut und versucht da irgendwie möglichst zu sortieren und zu erkennen, was ist da etwas, was ich nicht haben möchte und dank habe ich die Möglichkeit Skype zu unterbinden mit diesen Geräten. Dass die Inspektion wird auch noch für andere Sachen benutzt, die jetzt aber nicht unbedingt zum Thema gehören, aber sowas wie ähm. Loveul Interception, also die Polizei fragt beim Provider an, gib uns doch mal den Traffic von Tim, der äh kommt uns irgendwie nicht ganz geheuer vor. Wir müssen mal gucken, was der im Internet so macht. Der ist da irgendwie immer und ähm dann kann man das also auch mit DPI äh mit solchen schnellen Geräten also machen. Ähm ist also ist schlecht. Ähm, Man sollte aber diesen diesen Überwachungsbegriff jetzt nicht allzu dramatisch nehmen, weil die Datenmengen, die da durchlaufen, wirklich äh enormstens sind. Enormstend, sind. Äh das heißt, diese Dinger speichern jetzt nicht so wirklich, aber es äh es wird wirklich, dass jedes einzelne Datenpaket heuristisch angeschaut und entsprechend dann der der Traffic anders behandelt. Und damit kann ich eben so schöne Sachen machen wie Einmal den Internet irgendwelchen random Anbietern im Internet, als auch meinen Nutzern äh gegenüber die Hand aufzuhalten. Und im Moment ist es so, dass die Deutschen Provider, insbesondere die äh Deutsche Telekom, aber auch alle anderen, in dieser Richtung ähm sehr stark sich bemühen ähm nicht äh eine gesetzliche Regelung zu bekommen, die ihnen das verbietet. Sondern sie wollen sich diese Modelle offen halten. Ähm. Und wir reden.
Tim Pritlove
You Bastards.
Linus Neumann
Ja, so wenn man sich das also jetzt, man muss da ehrlich zu sagen, das ist ähm dann also wenn man das macht. Dann macht man damit wirklich den den Kern dessen kaputt, was das Internet ist, nämlich ein äh Netz nach dem Best-Effer-Prinzip, wo jede wo jeder irgendwie ähm seine Daten reinwerfen kann, sie kommen am anderen Ende raus. Ähm, es ist äh wie würde man das sagen? Also es ist es wird, es ist technisch in der Form nicht notwendig und in keiner Form notwendig, und ähm ist also deswegen ganz ganz bäh. Aber, ähm der Provider hat also jeden finanziellen Anreiz, ähm das genauso zu tun. Und deswegen tun sie das auch. Also wir haben ja diese Skype Scar Skypesperre schon behandelt. Ähm Kabel Deutschland äh hatten wir gerade erwähnt, die Drosseln, also bei Fightsharing wenn der Nutzer zu viel Fall betreibt, also zu viele zu viel über das Bithorn-Protokoll mit anderen spricht, dann ähm werden diese Nutzer ausgebremst. Und ähm wir haben bis jetzt ja irgendwie die Geschichte der Netzneutralität war immer eine Geschichte dessen, dass uns etwas weggenommen wurde, Es wurde wir man hat uns Skype weggenommen oder man hat uns weggenommen oder man hat uns da irgendwie beschränkt. Ähm sodass es immer ein bisschen, also relativ okay war, dagegen zu mobilisieren, Also es waren Leute, die sagten, okay, da haben wir keinen Bock drauf. Wir wollen auch Skype, wir haben Internet bezahlt, wir wollen echtes Internet bekommen. Und es war irgendwie in Deutschland, wurde dann nach und nach klar, dass man Netzneutralitätsverletzungen auf Dauer nicht wirklich etabliert bekommt, als Einschränkungen. Ähm und deswegen wird jetzt so ein neuer Weg gefahren, den finde ich echt ähm sehr äh elegant, Dass man sagt, hey, ihr könnt doch mal ähm wir wir verkaufen den Leuten das einfach mal als ähm als Zusatzdienstleistung und vorne herein, und ähm der Hintergrund dessen ist, warum das jetzt so gemacht wird, ist, dass von Seiten der FDP und von Seiten der CDU, Die Argumentation zur Frage der Netzneutralität immer war, ja Netzneutralität klar ist total wichtig das Internet muss unbedingt Netz neutral bleiben aber wie es schon sagt eine Einschränkung der Netzneutralität liebe, Internetkämpfer wäre ja sowas von krass und unverschämt, da können wir uns ja total auf den Markt verlassen, weil wenn ein nicht neutralen Internetanschluss den bucht doch keiner Insofern ist das doch eine Sache, da müssen wir doch nicht regulieren. Da laufen wir nur Gefahr über zu regulieren. Da können wir uns doch echt auf den Markt verlassen, sowas sowas kauft dir einfach keiner, das heißt da wird der Kapitalismus wie so häufig zum Wohle aller wirken.
Tim Pritlove
Wenn das schon bei den Banken so gut funktioniert.
Linus Neumann
Und ähm jetzt kam also vor ein paar Wochen an die Telekom und sagte, ey Leute, super Angebot hier für euch. Ähm bei Telekom übrigens, wenn ihr über die Telekom Spotify bucht, dann kriegt ihr ähm zusätzlich zu eurem Inklusiv Volumen, was ihr habt in eurem Tarif, unlimited Spotify. Das heißt, der Spotify wird nicht auf euer Datenvolumen angerechnet. Hm, Könnte man jetzt sagen, das ist echt spitze, weil ein normaler Spotify-Account kostet auch nur einen Zehner. Und ähm das heißt, im wenn ich den jetzt bei wenn ich einen Spotify-Account habe und ich bin bei E plus, dann wird das auf mein Datenvolumen angerechnet, äh bei Vodafone wird's auf mein Datenvolumen angerechnet und bei der bei der Telekom eben nicht. Problem ist aber, wenn ich einen Account habe, dann wird es bei der Telekom auf meinen äh Datenvolumen angerechnet. Das heißt, ich habe jetzt einen sehr starken Anreiz, Eher zu Spotify zu gehen als zur Telekom, Und das nur, weil die Telekom ähm sich entschieden hat aufgrund verschiedener äh äh ökonomischer Erwägungen, ähm dass zehn Euro im Monat für diesen Dienst äh für sie in Ordnung in Ordnung gehen. Wenn Sie das jetzt demnächst noch mit anderen Diensten machen und wir wurden in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass zum Beispiel E Plus so ein so eine Lösung hat mit äh Facebook. Kann man bei E plus äh wenn ich da also kein Datentarif, dann würden sie mich eigentlich pro Kilo weit äh abrechnen Das ist ein Tarif, der ist absolut unattraktiv. Es sei denn, ich gehe auf null Punkt Facebook dot com, da kann ich kostenlos hingehen. Ist also ein Eingriff, der äh durch nichts gerechtfertigt ist, was was irgendwo eine äh Entsprechung in der, in der Struktur des Internets hat, und deswegen glaube ich, dass äh wir in Zukunft ähm uns nur dagegen wehren können, indem wir das äh wie Chile die USA und die Niederlande gemacht haben, Nämlich indem wir ähm Gesetze schaffen, die das einfach verbieten.
Tim Pritlove
Was hat denn äh was hat denn Chile gemacht?
Linus Neumann
Hättest du jetzt echt nicht nach USA oder Niederlande fragen können?
Tim Pritlove
Na ja, ich finde das immer gerade besonders interessant, wenn es irgendwie äh so Non-Man-Stream äh äh Staaten sind, die irgendwie, da äh unterwegs sind. Ich meine Chile, ne? Redet man ja jetzt nicht jeden Tag drüber.
Linus Neumann
Ich kann halt das äh ich kann das halt nicht so gut lesen. Chilenisch.
Tim Pritlove
Chilenisch heißt Spanisch.
Linus Neumann
Weiß, kann ich trotzdem nicht.
Tim Pritlove
Na lesen kann ich das. Wisst ihr nicht erklären muss. Naja, egal. Also du meinst, in Chile gibt's zumindest ein Netzneutralitätsgesetz. Ähm vielleicht nochmal bevor wir äh äh da weiter reingehen, was mich immer so ein bisschen verwirrt ist oder ich glaube, was auch alle ein wenig verwirrt ist, dass Netzneutralität ist ja auch mal echt mal wieder so ein Wort, Wo ich mir nicht so sicher bin, ob in der politischen Diskussion es eigentlich gelingt, da eine allgemeine Definition für zu finden.
Linus Neumann
Ja, das das gelingt seit Jahren nicht so wirklich, weil nämlich ähm tatsächlich sich Provider melden. Die sagen, Moment mal, euch ist schon klar, dass wir eine radikale Definition von Netzneutralität, die gerade die gesamte Zeit äh verletzen, indem wir äh Quality of Service und Traffic Management machen. Das machen wir die ganze Zeit, sonst würde dieses Internet auch nicht mehr in nicht in dem Rahmen so gut funktionieren, ihr das gewohnt seid. Das heißt, wenn, Wenn man jetzt einfach wirklich sagt so, ey, das Paket muss gleich behandelt werden und jeder kommt in den Knast, der ein Paket Unrecht tut, dann ähm dann kommen selbst die Admins aus dem Keller und sagen, Moment.
Tim Pritlove
Moment. So war das nicht gemacht.
Linus Neumann
Aber ähm wenn man also jetzt wirklich sich mal also auf der wirklich nur auf dieser, Endmeile zwischen dem Endprovider und dem dem Nutzer darüber nachdenkt, dann ist es eigentlich eine relativ klare ähm, ökonomische oder ähnliche soziale Erwägung und nicht eine äh eine technische mehr, weil ähm, Also der Einstieg ist äh es werden einfach auch Markteinstiegsführen äh platziert. Es gibt einfach ein Kräfteverhältnis zwischen also ich meine, wenn wenn die Telekom hingeht zu YouTube und sagt, hör mal, ihr wollt doch sicherlich nicht, dass das ruckelt, dann sagt YouTube, mach doch! Können wir ja mal gucken, was dann passiert, ja?
Tim Pritlove
Na ja. Das ist ja, ich meine, die Situation gibt es ja in Deutschland. Telekom hat äh eine, Bearbeitungswürdige Anbindung an Google und äh das performt halt nicht unbedingt immer optimal, Es liegt einfach daran, dass sie da die entsprechenden Kapazitäten nicht haben. Wer da jetzt gerade nicht bereit ist, da äh extra Leitungen zu legen oder inwiefern das ein tatsächliches technisches Problem ist, was noch äh eine Lösung hat, das kann ich nicht äh sagen. Aber im Prinzip äh existiert halt genau diese Situation teilweise schon, dass man eben, damit es nicht ruckelt, da auch äh, nachlegen müsste, weil alle Kunden wollen das, ja? Jeder Kunde der Telekom kann man davon ausgehen, wird schon mal irgendein YouTube Video angeschaut haben tut es regelmäßig, dementsprechend ist es ja auch dann die Aufgabe äh dieses Providers für die entsprechenden Zuleitungen zu sorgen. Und wenn die dann halt nicht da sind, dann ruckelt's eben auch. Jetzt die Frage, wer wer zahlt, ne?
Linus Neumann
YouTube hat jetzt sicherlich keinen besonderen Anreiz dazu investieren, dass dass ihre Videos nicht bei der Telekom äh ruckeln, Nehmen wir aber zum Beispiel 'n schwächeren Anbieter, 'n schwachen Konkurrenten von YouTube, also Vimeo ist in keiner Form so groß wie die. Da könnte die Telekom natürlich hingehen und sagen, hör mal Jungs, wir müssen euch da mal ein bisschen bremsen, es sei denn, ne. Habe hier mal eine kleine Rechnung für euch. Dann geht das natürlich. Dann können wir uns da anstrengen. Also ähm, Es ist klar, dass das dass das Markteinstiegshürden für schwächere Anbieter äh bildet und damit äh, ja so also diese Kartellstrukturen, die sich ja sowieso unschöner Weise gerade im Internet so ein bisschen bilden, um Google herum, um Facebook herum, dass es denen einfach nur noch mehr äh noch mehr den Rücken stärkt, als sie einer äh Konkurrenzsituation im Markt auszusetzen. Heißt eigentlich selbst so ein selbst FDP-Wähler müssten einsehen, dass das äh verboten werden müsste, aber die denken halt, dass der Markt das regelt aber die denken die immer, insofern muss man sich da äh braucht man da jetzt nicht lange mit denen zu diskutieren. Aber ähm. Das ist also diese dieses Spannungsfeld der der Netzneutralität. Und in den in den USA äh gab's, glaube ich, vor zwei Jahren beschlossen, dann dieses dieses Gesetz gegen äh unbegründete Diskriminierung, was den, unschönen Makel hatte, dass äh unbegründet nicht weiter definiert war. Das heißt, solange ich einen Grund hatte, äh war, wäre es jetzt theoretisch noch in Ordnung, und ähm.
Tim Pritlove
Du diskriminierst mich eher ja, aber ich habe auch einen Grund.
Linus Neumann
Ja, du bist ja doch Kacke.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
So und ähm, Und außerdem das mobile Netz vollständig. Also es steht immer am Ende außer Immobiliennetz, außer Immobiliennetz, außer Mobilnetz. Ähm das hat da rein geschrieben. Die haben nämlich dieses Gesetz größtenteils zusammen mit Google ähm, zusammen so mal vorgelegt. Ähm, In den Niederlanden haben sie es auch gemacht und haben gesagt, äh da also da haben sie relativ stark äh starkes Netzzentralitätsgesetz. Das ging zurück auf äh Lobbybemühungen von Bits of Freedom super äh Bürgerrechtsorganisation in in Holland. Ähm und die haben aber dann auch ihre Ausnahmen, nämlich, um die Auswirkungen von Staus zu minimieren, wobei gleiche Arten von Datenverkehr gleich behandelt werden sollten, ist also in Ordnung, also ne, wenn, wenn man wirklich, Stau im Internet hat, sehr selten vor, aber wenn man den wirklich hat, dann sollte man eben sagen, okay wir wir äh bremsen komplett Port achtzig oder äh oder sonst was, ja? Und nicht wir wir blocken Port achtzig von Linus, weil der ist irgendwie nicht so cool wie Facebook, für Maßnahmen, die die Integrität und Sicherheit des Netzes sicherstellen, ist es in Ordnung. Und, Also wenn wenn es irgendwie den Endkunden schützt, relativ schwammige Definition, da werden sicherlich auch noch ein paar Ideen kommen, äh was unter diese Definition fällt. Ähm.
Tim Pritlove
Na ja zum Beispiel, ne?
Linus Neumann
Ja genau, wunderbar, super, ja, Dedos, äh, also genau, das auch, zum Beispiel, ist ja wirklich tatsächlich im Interesse des Nutzers. Ähm, und ähm um die Übertragung unverlangter Kommunikation, in also Spam zum Endkunden zu beschränken, sofern der Endkunde vorher seine Einwilligung gegeben hat, Also man macht äh man bekämpft den Spam, Slam ist ja nicht nur ein Problem für die Postfächer und die Festplatten, auf denen die Postfächer sind, sondern auch tatsächlich für die für die Kabel, durch dieser Spam die ganze Zeit bei äh geschoben wird. Ähm, Um heute noch eine, also um heute dafür zu sorgen, dass eine Spam-E-Mail noch wirklich im Posteingang landet, muss man eine ganze Menge Traffic machen, eine ganze Menge E-Mails verschicken, bis irgendwo sie mal durch einen Spamfilter durchpurzeln. Ähm und zuletzt, äh, zur Durchsetzung einer Rechtsvorschrift oder eines Gerichtsbeschlusses, darf die Netzneutralität auch eingeschränkt werden und das ist auch der Grund, dass die ganzen Infos habe ich von Andre, der uns übrigens darauf hinweist, wie trotz Netzneutralitätsgesetz, in den Niederlanden per Gerichtsbeschluss Pirate gesperrt werden darf, also netzsperren hatte ich jetzt so komplett ausgeklammert, weil wir mit mit der Netzneutralität ja eigentlich schon so beyond, netzsperren sind. Und ähm so schade das ist, dass man das in äh in den Niederlanden The Pirate Bake gesperrt ist, Und zwar sowohl über IP als auch über äh DNS, das heißt, es ist wirklich schwieriger, äh da noch was zu erreichen. Ähm braucht man also VPN oder Tor? Das hat nicht jeder, ähm muss man eigentlich sagen, dass dieses niederländische Gesetz schon, Erstmal ein ziemlich guter Wurf ist, ja. Am liebsten wäre es natürlich, wenn man da so eine radikalere Definition hätte, aber aber mit so einem Gesetz kann man schon mal leben. Was in Deutschland gerade passiert, ist ähm, es sieht nicht danach aus, dass wir so ein Gesetz irgendwie bekommen. Deswegen will sich der Verein digitale Gesellschaft ähm weiterhin dafür einsetzen, dass so etwas passiert. Und ähm, Ich fürchte so ein bisschen, dass dadurch, dass die Provider jetzt wirklich diese diese Zusatzdienst mit Rückenwind und schaut doch mal her die Nutzer wollen das. Ähm, denke ungefähr, dass im halben Jahr die erste Zahl von der Telekom kommt und ähm, sage ich mal, Kämpfer für die Netzneutralität gesagt wird. Freunde, äh was seid denn ihr für anachronistische Spinner? Schaut mal hier, äh die Nutzer wollen das. Hier wird mitm Geldbeutel abgestimmt und ähm die wir können uns von Nachfragen äh an Netzneutralitätsverletzende Angebote äh kaum retten. Ihr seid einfach irgendwelche Internetkommunisten. Das ist glaube ich das, was jetzt äh was ist die Gefahr, die ich gerade.
Tim Pritlove
Netz Sozialismus gefährdet den freien Lauf der Wirtschaft. Das ist äh dann wahrscheinlich so der Tenor, hä? Schon wieder die McCashy-Ära des Internet-Zeitalters beginnt, Und jetzt?
Linus Neumann
Ja, jetzt darf, jetzt müsst ihr euren Freunden ausreden, dass ihr dieses Spotify-Ding kaufen bei der Telekom.
Tim Pritlove
Da macht man sich bestimmt total beliebt auf dem Schulhof irgendwie. Ja, wer null Punkt Facebook Punkt com eingibt, der tötet und quält auch kleine Runde. Ich weiß nicht, das kommt irgendwie nicht so an, ne? Könnt ihr ja mal null Punkt T-Mobil DE irgendwie einführen. Das wäre vielleicht auch eine schöne Ma.
Linus Neumann
Also es ist auf ist auf jeden Fall es ist wirklich schwierig, aber ich hoffe, dass ähm bisschen dass dass jedem klar ist, was in was für eine Welt das dann irgendwann führen wird. Also ich habe das, glaube ich, schon mal in der Sendung erwähnt, dass wir dann also es das führt dann irgendwann dazu, dass man, weiß ich nicht, vielleicht die fünfzig größten Dienste sowieso mal irgendwie bekommt oder so und ach so, sie wollen auch noch den Rest des Internets, ja, ach wie und sie wollen auch noch mehr als Port, zweiundzwanzig, achtzig und vier, vier, drei.
Tim Pritlove
Das wird teuer.
Linus Neumann
Das äh ja, nee, klar, äh haben wir auch.
Tim Pritlove
Das ist auch teurer, ne? Also ich meine, da muss man ja dann dann diese Nummern auch eintragen alle und äh das kostet natürlich dann auch extrem Geld. Das ist durchaus eine äh äh Gefahr und im Prinzip diese ganzen Portsperren, Man schon, ne? Also in dem Moment, wo welche sind, also gerade so an Universitäten, kriege ich immer wieder das Frösteln, wenn man da mal so sieht, wie da so die hausinternen Netze äh zugenagelt sind, also auch nach draußen. Was man da alles nicht benutzen kann, Angst haben, ja? Also irgendwie habe ich das Gefühl so Systemadministratoren von Universitätsnetzwerken, müsste man mal mit so einem so, so Traumamedikamenten irgendwie behandeln, weil die irgendwie in so einem so einer permanenten Schockstarre zu sein scheinen, dass sie einfach irgendwie alles zumachen, was in irgendeiner Form äh gefährlich aussieht, Ja, also Gott, wir fangen dann tatsächlich an, hier noch das Netz zu benutzen und so. Und äh machen es dann auch so zu, dass man noch nicht mal die Chance hat, mit einem VPN irgendwie dem zu entgehen, absurd finde, ja? Ja, ich bin ja bereit, euer Netz komplett zu ignorieren und ihr müsst mir hier irgendwie nur so ein kleines Wurmloch äh äh bieten, wo ich an einer anderen Stelle das Universum wieder rauskomme und das darf ich dann auch nicht. Also ich meine da frage ich mich, warum sie überhaupt Internet anbieten, wenn sie das eigentlich gar nicht anbieten wollen.
Linus Neumann
Fragen die sich glaube ich selbst.
Tim Pritlove
Das ist schlimm.
Linus Neumann
Aber Universitäten, also habe ich in Universitäten habe ich die Erfahrung nicht so gemacht. Ich habe da immer ganz gutes Netz in der in der Universität, die ich besucht habe. Ja, nee, das war super. Ja, war spitze.
Tim Pritlove
Ernsthaft? Mhm. Hundert Mbit.
Linus Neumann
Ja, so lange ist das auch nicht her, dass ich studiert habe.
Tim Pritlove
Haut mich jetzt nicht grade besonders um. Ach so, du meinst so richtig Internet, äh hundert MB zwo. Ah ja, okay.
Linus Neumann
Das war und und und eine eine richtige IP, echtes IP for f.
Tim Pritlove
Ui ui ui.
Linus Neumann
Ja und wollte ich noch ganz kurz natürlich mich drüber aufregen, äh hat damit jetzt gar nichts zu tun, aber äh du hattest die Asynchronität des des VDSL und des DSL angesprochen. Und ähm, ich sehe da so eine, also wir kriegen ja die ganze Zeit so äh also mein VDSL Anschluss zum Beispiel fünfzig MB Down, zehn Mbit Up, Da fühle ich mich einfach nicht als gleichberechtigter Teilnehmer des Internets. Wenn ich nicht so viel da rein die Reihen nicht so schnell da rein kann, wie die anderen äh bei mir rein. Und das finde ich nicht gut. Bei Kabel Deutschland ist das noch schlimmer, ähm hundert Mbit sechs MB, lässt sich natürlich besser bewerben, weil keine Saufrad nach dem Upload außer die Leute hier im Raume so wenn man sagt, hier du kriegst hundert MB Internet, ja hundert Mbit Internet, super, will man haben.
Tim Pritlove
Es war mal erstaunlich, wie selten die das auch wissen, also wenn man mal fragt, geht's mal in irgendeinen beliebigen Mobilfunkladen rein oder überhaupt der dir äh Internet verkauft? Dann so, ja hier total schnell und so, ja, was ist so der Abstream? Ja der, ist denn nochmal gleich? Da muss ich mal kurz im Glossar nachschlagen.
Linus Neumann
Also lässt sich besser bewerben, manifestiert irgendwie auch so eine Ungleichheit im Netze und ähm entspricht aber leider dem Nutzungsverhalten, denn ein äh enger Vertrauter von mir stellte einmal fest, ich lade sehr selten Poren ins Internet hoch.
Tim Pritlove
Wirklich? Hm. Das sollte einem zu denken geben, ja. Stimmt eigentlich. Brauchen wir das ja eigentlich auch gar nicht.
Linus Neumann
Es ist die Frage, wenn wir also, wenn wir irgendwie so ein so ein Facebook Internetkonsum, Tenniscreen haben wollen, dann ist das völlig okay so, dann wird das keiner merken. Und ähm dann voran voran. Wenn wir das irgendwie anders haben wollen, dann müssen wir uns da was einfallen lassen.
Tim Pritlove
Okay. Ist das schon dein Schlusswort?
Linus Neumann
Am liebsten mit diesem, ich lade selten Porno ins Internet hochgeendet, aber.
Tim Pritlove
Entschuldigung, dann habe ich da wieder drauf geantwortet, ne. Schlimm, schlimm, schlimm. Aber.
Linus Neumann
Muss ich ja immer erwähnen. Respekt, mein Net, da kann man äh da äh Respekt manet kann man petzen über nicht ähm nicht neutrale Internetanschlüsse und da gibt's eine Reihe an Tools zur Selbstdiagnose Tools, bei denen man seinen ähm, seine eigenen Internetanschluss auf Neutralität prüfen kann. Ähm wird gemacht äh von so ein paar Leuten aus dem Umfeld von äh Lackfarateuret, französische Gruppe zum zur Freiheit des Netzes.
Tim Pritlove
Mhm. Schönes Ding. Ja, Linus. Machen wir's, oder? Schon bisschen, äh, bisschen strange, aber wir könnten uns ja jetzt auch künftig immer ähm so ein Hundertschaft ins Studio einladen, irgendwie.
Linus Neumann
Sonntags irgendwie in den Mauerpark setzen, machen wir Open, Mic oder so.
Tim Pritlove
Ja. Fand ich jetzt aber gar nicht mal so schlimm.
Linus Neumann
Ja, ich habe die ganze Zeit da hinten so in die Ecke geguckt, da sitzt keiner.
Tim Pritlove
Ja. Ja, dann würde ich sagen, tüten wir mal die Sendung hier ein bisschen ein. Das war's. Und wir sind ja dann sozusagen auch gleich oder das Publikum muckt auf, was möchtest du? Fragen?
Linus Neumann
Hat eine Frage. Wenn, wo Kami eine Frage hat, kann ich die nicht beantworten.
Tim Pritlove
Ach, der will sich jetzt hier doch als Gast äh ja, aber das Problem ist, dass wir jetzt äh kriegen wir das hinein mikrofoniert hier.
Linus Neumann
Wir haben halt eigentlich gesagt bekommen, wir sollen uns hier um viertel nach äh.
Tim Pritlove
Ich würde sagen, wir tüten jetzt hier erst mal die Sendung ein und äh die Fragesession gibt's dann als.
Linus Neumann
Frage machen wir einfach direkt im Anschluss.
Tim Pritlove
Die gibt's dann sozusagen als als Bonustrack äh auf dem Internet äh jetzt machen wir hier erstmal äh die Sendung vorbei, oder?
Linus Neumann
Okay, wir machen erstmal. Ja, wir machen Schluss und machen eine Fragerunde.
Tim Pritlove
Genau, das war's. Dann tschüss.

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Shownotes

Und hier der Videomitschnitt:

Datenspuren

Wo kommt das Internet her?

Das Internet kommt weder aus der Wand, noch ist es ein Monolith: Es ist ein choatisches Gepflecht unterschiedlicher Abkommen über Verbindungen von Providern. Ein Machtungleichgeweicht entsteht durch die Verbindungen, die man bieten kann: Wer keine attraktiven Verbindungen zu bieten hat, muss Geld bezahlen.

Wie funktionieren Flatrates (nicht)?

Das Geschäftsmodell von Flatrates hat das Problem, dass die Provider dennoch für ihren Traffic zur Kasse gebeten werden. Einmal eingeführt, können Sie den Kunden die Flatrates aber kaum wieder wegnehmen – auch wenn sich die Kalkulationen als nicht ausreichend gewinnbringend herausstellen, weil sie Inverstitionen in den NEtzausbau verlangen. Als das Internet in den Mobilfunk kam, hat man daher Volumentarife eingeführt: Flatrates, die nach einer bestimmten Datenmenge unsäglich langsam werden.

Wann ist ein Netz nicht mehr neutral?

Viele Internetanbieter haben ihre Wurzeln in der Telefonie und sind es gewohnt, für Distanzen und Sonderdienste besondere Gebührenmodelle anzubieten. Das Internet sieht solche Geschäftsmodelle nicht vor. Aber wer den Datenfluss kontrolliert, kann sie natürlich trotzdem erzwingen, indem Dienste oder Dienstanbieter blockiert, und nur gegen Gebühr wieder freigeschaltet werden, wie zum Beispiel Internet-Telefonie in Mobilfunknetzen.

Zusatzdienste sind Einschränkungen, Priorisierung ist Diskriminierung

Während die Verletzungen der Netzneutralität den Kunden ursprünglich als Möglichkeit des Freikaufens aus Blockaden verkauft wurden, werden sie nun zunehmend als Zusatzdienste schmackhaft gemacht: Zum Beispiel rechnet T-Mobile die Nutzung des Streaming-Dienstes Spotify nicht gegen das kostbare Datenvolumen an. Dadurch macht sie andere Streaming-Anbieter für ihre Kunden unattraktiv und stärkt Spotify gegenüber innovativer Konkurrenz.

Politische Situation

In einigen Ländern gibt es bereits Gesetze gegen willkürliche Verletzungen der Netzneutralität. Dies scheint der vielversprechendste Weg zu sein, dem Problem zu begegnen. Regierungsnahe Parteien sehen in Deutschland keinen Handlungsbedarf und vertrauen auf die Selbstregulation des Marktes – obwohl Verletzungen der Netzneutralität alltäglich sind.

LNP026 Der Kampagnenzipfel

Unser heutiger Gast ist der Medienrechtsanwalt Markus Kompa und er berichtet uns von seinen aktuellen Auseinandersetzungen mit dem Landgericht Hamburg, das für seine besondere Herangehensweise an Medien- und Presserecht bekannt ist. Dazu gibt es noch ein paar weitere Meldungen aus Gerichten und Jurisdiktionen aus Deutschland und Europa.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Markus Kompa

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Linus. Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Nicht wirklich morgen heute, ne?
Linus Neumann
Du sollst das immer nicht verraten. Die ich bin doch hier dreiundzwanzig Hacker. Ich habe doch Angst, dass jemand weiß, wann ich wo bin.
Tim Pritlove
Ach so, du meinst äh die Illusion muss aufrecht erhalten werden.
Linus Neumann
Muss aufrecht halten, dass es früh am Morgen ist.
Tim Pritlove
Ja, okay. Ja, ja. Ah, nächstes Mal nicht wieder so früh. Lokbuchnetzpolitik äh wir schreiben das sechsundzwanzigste äh Episotion, in unserer kleinen Infokolumne auf dem Internet und äh ja, heute haben wir auch mal wieder einen Gast dabei, nämlich Markus Kompa und den haben wir hier auch am Apparat. Hallo Markus.
Markus Kompa
Hallo. Hi.
Linus Neumann
Markus ist ähm Medienrechtsanwalt? Kann man, kann man Medienrechtsanwalt sagen oder muss man sagen, Rechtsanwalt für Medienrecht, weil der ist ja zweimal recht drin.
Markus Kompa
Ist es glaube ich nicht besonders geschützt. Kannst du sagen.
Linus Neumann
Okay, äh Mitglied der Piratenpartei, Zauberer und äh Blogger und Twitterer.
Markus Kompa
Auch das.
Tim Pritlove
Multiple Identitäten und jetzt bist du auch noch Opfer geworden.
Linus Neumann
Und ohne Opfer.
Markus Kompa
Schon länger.
Linus Neumann
Genau, du bloggst seit einiger Zeit und äh wie lange bloggst du eigentlich schon?
Markus Kompa
Also mein Blog zum Medienrecht gibt's jetzt glaube ich drei, vier Jahre müsste ich mal gucken ich hab davor ein Watch Blog gemacht, ich hab also mich über die, Finanzdienstleister mal sehr geärgert vor etwa sechs Jahren und, gegen eine gewisse Firma bisschen geblockt, also die und die hat sich auch juristisch gewehrt. Das gab dann einen, ersten Auftritt am Landgericht Hamburg in der berühmten Pressekammer. Ich habe mir fast drei Jahre einen kleinen Krieg gegen die deutsche Finanzindustrie geleistet, Stunde der Parlamentäre und dann haben wir das begraben, Ja und so bin ich halt zum Bloggen gekommen.
Linus Neumann
Und jetzt hast du mit deinem Blog aber auch Ärger bekommen. Das heißt, äh vielleicht lernen bald alle mit deinem Blog, weil du da einen Fall herbeigeführt hast. Ähm, der dazu geeignet ist, ähm einige Wellen zu schlagen. Was was hast du denn gemacht.
Markus Kompa
Ja, also ich vertrete halt öfters Leute, die ähm eben Blogger, die ihre Meinungsfreiheit in einer Weise ausleben, die. Manche sehr reich beläutete stört und manchmal vertrete ich Leute, die nur in Verdacht geraten, dass sie äh hinter irgendwelchen anonymen Blocks stecken und hier handelt es sich um das Blog ESO Watch, äh war ein gewisser Herr Doktor Nikolaus Kler nicht drüber erfreut, der eben bei Iso Watch sehr behandelt wird und insbesondere über Google wird der Mann sehr schnell gefunden. Doktor Klair ist ein Zeitgenosse, der seit über zwei Jahrzehnten wirklich Medien verklagt, äh die nicht schnell genug auf dem Baum sind von der Lokalzeitung bis hin zum Fernsehsender mit uns zusammen verklagte gerade ein kleines Familienunternehmen namens Google. Google verantwortlich sei dafür, dass diese anonyme Seite von, bei den ausgegeben würde und dass man dadrauf, äh ja, dass man eben, diese Inhalte über Google findet. Der Doktor Claire hat äh bei YouTube sehr erfolgreich äh dafür gesorgt, dass man eben gewisse Mitschnitte von, Magazine nicht findet, die über ihn berichtet haben, Panorama zum Beispiel hat die Band berichtet oder eben in dem Fall um den es bei uns geht ZDF wieso, der WISO-Detektiv hat sich dabei, Doktor Claire eingeschlichen.
Linus Neumann
Der Doktor Claire denn.
Markus Kompa
Ja, was er macht. Also, er bietet seit zwei Jahrzehnten einige Therapien an, mit denen ihr also Krebs heilen möchtet oder behandeln möchte. Das Problem ist nur, dass oder ich sage mal so, seine Klientel sind Leute, die im Endstadium sich befinden und sich an jeden Strohhalm klammern, und diese Angebote, die der Herr Doktor Klär macht, äh werden von der Fachwelt als, also deren Wirksamkeit ist von der Fachwelt neutral noch nicht festgestellt worden, auch wenn Herr Doktor eine andere Ansicht dazu hat, er schickt mir dicke Schriftsätze, äh warum seine Methode so schön sei und behauptet jetzt auch, äh hat es auch drei Zeugen grade aufgefahren, die von ihm geheilt worden wären, aber diese Zeugen sind irgendwie, naja gut, warten wir mal die, warten wir es mal ab, also es gab mal jemand, der im Umfeld von Doktor eine Wunderheilung erfuhr, das war der Schauspieler Ivan Disney.
Linus Neumann
Okay, also ähm.
Markus Kompa
Hodenkrebs gehabt und ist dann geheilt worden, bis sich dann herausstellt, er hatte nie Hodenkrebs.
Linus Neumann
Ist er noch besser?
Markus Kompa
Wurde die Story peinlich. Ja ähm also Doktor wurde auch mal mit dem Galawied Skandal in Verbindung gebracht. Ist ein, ein äh Medikament, das man in Russland bekommen kann für wenig Geld, das für was anderes verwendet wird und hier in Deutschland wurde es als Krebsbehandlungsmittel eingesetzt allerdings ähm das allerdings mit der exorbitanten Gewinnspanne, das Ganze wurde in einer Klinik gemacht äh der Herr kontrolliert hat, aber davon nichts mitbekommen haben, dafür musste dann ein Doktor Rauchfuß in den Knast, also es sind wirklich komische Geschichten. Im Moment wird Herrn Doktor gerade in Österreich der Prozess gemacht, äh ein Strafprozess und, ähm ich berichte halt dadrüber.
Tim Pritlove
Aber konkret getan hast, ist, du hast.
Markus Kompa
Ich hab auf einen YouTube Beitrag verlinkt der vom ZDF war der besagte Viso Detektiv. Und äh das habe ich in der Weise gemacht, dass ich das in meinem Blog eingebunden habe, Das spielt übrigens für das Landgericht Hamburg keine Rolle, ob man einen normalen Link setzt oder ob man eine Sache einbindet. Das war also auch äh eine neue Erkenntnis aus diesem Fall. Ja und äh.
Tim Pritlove
Du hast sozusagen über diesen normalen von YouTube angebotenen im Wedding Weg.
Markus Kompa
Genauer, genauer.
Linus Neumann
Rahmen deiner Berichterstattung. Da war dann ein ZDF-Bericht, in dem gesagt wurde, Doktor Claire, so und so nicht in Ordnung, was der macht. Und der hatte sich dann, wenn ich das jetzt so richtig verstanden habe, hat der sich ja gegen das Z gegen das ZDF dann zur Wehr gesetzt und hatte.
Markus Kompa
Es ist mir zu Ohren gekommen, Das war mir zu Ohren gekommen, deshalb habe ich überhaupt äh darüber berichtet, habe gesagt, guck mal hier. Das ist jetzt ein Ding, gegen das sich der Herr Doktor Klär gerade zur Wehr setzt, äh über den Herr Doktor Klär werde ich ihn, noch mehr zu berichten haben. Und äh zu dem Zeitpunkt war mir nicht bekannt, äh ob es überhaupt schon Verbot gegeben hat, äh sondern nur, dass sie Doktor Klär, irgendwas störte und der Witz ist, dass der Doktor Claire eben gegen viele Dinge vorgeht, die einfach nicht falsch sind, ja? Zum Beispiel die Behauptung, äh Herr Professor Hege, hätte Herrn Doktor ein erwerbsgetriebenes Ungeheuer genannt, das hat er getan, das können sie in den Panoramabeitrag sehen, das ist auch nicht ernsthaft streitig. Trotzdem behauptet er, er hätte das nicht getan, dann muss erstmal derjenige, der in Anspruch genommen wird, beweisen, dass es, dass er das doch getan hat, Wir haben nämlich im Äußerungsrecht die Beweislastumkehr, das heißt äh der Kläger kann sich einfach hinsetzen und sagen, nö, hat er nicht, macht mal. Und wenn man dann nicht innerhalb äh kürzester Zeit oder, je nachdem welche Verfahrensart jetzt gewählt wird. Wenn man es also nicht schafft, das zu beweisen, dann verliert man. Und im einstweiligen Verfügungsverfahren ist es sogar noch witziger, da wird man gar nicht erst angehört, Falls im Regelfall, wenn's am Landgericht Hamburg stattfindet. Aber ich verfrans mich jetzt in Details.
Tim Pritlove
Gut, also der dieser Herr hat also eine einstweilige Verfügung über das Landgericht Hamburg erwirkt? Gegen dich.
Markus Kompa
Ja. Gegen mich äh.
Linus Neumann
Weil du dieses YouTube-Video eingebunden hattest in deinem Blog.
Markus Kompa
Weil in diesem Video drei Punkte medienrechtlich beanstandet wurden, die auch dem ZDF dann eine einstweilige Verfügung, äh eingebracht haben, die auch erstinstanzlich bestätigt wurde Eine Sache ist, es wurde mit einer versteckten Kamera in einer Arztpraxis gedreht und zwar im äh im Thekenbereich. Die Leute waren verpixelt, es gab da überhaupt nichts zu sehen. Das war lediglich zu Illustrationen, weder Doktor Klär war da noch, wenn ich mich recht erinnere, irgendein Patient, jedenfalls es wurde niemand identifiziert, ernsthaft. Äh trotzdem, ist eben das Landgericht Hamburg plötzlich der Meinung, dass das eine dass das eben, Eingriff entweder ins Persönlichkeitsrecht ist oder eben in den Paragraph zweihunderteins A StGB, nämlich einen Raum, der gegen ein sich besonders geschützt ist, damit wollte man das verhindern, dass man in einer Sauna macht, äh da gehören halt keine Kameras hin, und eine Arztpraxis kann ein solcher Raum sein, allerdings noch herrschener Main nur dann, wenn das auch so, benutzt wurde, wenn es also ein Behandlungszimmer ist, da gehört auch keine Fernsehkamera rein, wobei es auch durchaus Urteile gibt, die versteckte Kamera in solchen Fällen zugelassen haben, Wallraff Urteil, wenn nämlich einer besondere, ein besonderes Berichtsinteresse besteht.
Linus Neumann
Okay und das war ja, mit dem da jetzt nicht unbedingt der Fall, wenn man da ohnehin nix gesehen hat, dann.
Markus Kompa
Richtig. Äh diese Argumentation, die hat natürlich nicht funktioniert, deshalb haben wir das da auch nicht vertieft. Aber äh der Eingangsbereich eines ähm, eine Arztpraxis ist nun wirklich nichts, was irgendwie, das ist keine besondere Intimität und nichts, also wir hätten die Tür filmen können, ja, das wäre zulässig gewesen, wer da reingeht.
Linus Neumann
Mhm. Okay, aber du hast jetzt ähm letztendlich, um mal auf deinen Fall den aktuellen zurückzukommen, da geht es ja, glaube ich, nicht mehr genau darum, sondern es geht darum, dass du das Ding eingebunden hast.
Markus Kompa
Nein, nein, äh das ist das ist zwar die äh ich meine, wenn man mir das verbietet, muss ich natürlich das Ding komplett rausnehmen, es geht darum, hafte ich für das, äh was, was in diesem Film zu sehen ist. Das Landgericht Hamburg stellt sich auf den Standpunkt, dass ich genauso haften muss wie der Intendant des zweiten Deutschen Fernsehens, also der haftet jetzt nicht persönlich, sondern das ZDF haftet. ZDF hat eine riesige Rechtsabteilung. Das ZDF hat auch Geld, die können sich auch ein sehr Anwalt leisten. Ähm und das wird jetzt mir als Blogger zugemutet. Die Blogger, die was schreiben, die haften genauso wie Zeitung. Ja und ich hafte die jetzt als Fernsehanstalt, ja, das ist absurd.
Linus Neumann
Das heißt, dadurch, dass du das eingebunden hast. Gehen Sie davon aus, dass du dir das irgendwie quasi zu eigen machst oder also als was interpretiert denn dieses Landgericht jetzt deinen Akt des Einbindens eines ZDF-Beitrags? Was ist das denn jetzt? Machst du dir den zu eigen? Ähm das ist deiner, also warum haftest du da?
Markus Kompa
Ich mache es zugänglich. Ich müsste jetzt, ich habe das Urteil jetzt erstmal äh beiseite gelegt, weil ich mich also, euch auch emotional ein bisschen sauer drüber war und weil ich ganz einfach gesagt habe, das mit der Haftung äh Thomas Stadler, das machst du. Thomas Starkler ist sicherlich den meisten Hörern bekannt, ein exzellenter Fachanwalt für eben diese für IT-Recht, der vor allen Dingen auch schon von Anfang an dabei ist, der hat den der war noch zu Zeiten dabei als dieser Verein gegründet wurde, Und dann äh rede ich da auch gar nicht rein, das muss er machen. Und das macht er auch gut.
Linus Neumann
Okay und Thomas Stadler ist derjenige, den du jetzt beauftragt hast.
Markus Kompa
Der hatte also mich also erst in zwanzig vertreten, ist also extra aus München nach Hamburg gereist und hat dort seine erste Erfahrung mit der Hamburger Pressekammer gemacht und ähm äh das Wort, das er benutzte, hinterher war ernüchternd.
Tim Pritlove
Was ist denn mit dieser mit diesem Landgericht und dieser Pressekamera? Weil das das hört man jetzt äh bei der Schilderung dieses Falles die ganze Zeit. Ähm du lässt es anklingen, dass da irgendwas anders sei als äh sonst.
Markus Kompa
Ja, also zunächst wir haben den sogenannten fliegenden Gerichtsstand im Presserecht, das heißt, überall, wo eine Zeitung erscheint oder, Fernsehsender gesehen werden kann oder wo man Internet abruft, äh, Überall dort ist Gerichtsort, Tatort und äh im Presserecht kann man also überall dort eine Klage anhängig machen. Und dass irgendeinem geheimnisvollen Grund werden 'ne Menge solcher Klagen in Hamburg anhänglich gemacht, die Hamburger sind dafür bekannt, dass sie eben in im gewerblichen Rechtsschutz in in urheberrechtlichen Angelegenheiten und eben vor allem im Medien- und Presserecht die schärfsten Urteile sprechen. Sie haben also ganz seltsame Auffassung, äh einmal bei der Beurteilung von von Sachverhalten und dann bei der juristischen Bewertung, also Hamburg verbietet grundsätzlich immer, wenn man das nur irgendwie hinkriegen kann. Ich habe letztes Mal ein letztes Jahr habe ich mal ein Experiment gemacht, ich habe also selber mal ein Verbot durchsetzen wollen gegen jemand der es wirklich verdient hat und der selber auch viel in Hamburg ausgeteilt hat und das hab ich in, München anhängig gemacht und Köln und dann in Berlin und dann in Hamburg. München und äh Köln haben also gesagt, äh hier die Person, um die es geht, ist gar nicht erkennbar und wenn sie's wäre, dann wäre das wohl von der Meinungsfreiheit geschützt, Verbot kriegst du nicht Berlin hat noch ein bisschen rumgeeiert und sah die Probleme auch und aus Hamburg ist einfach nur ein Briefumschlag gekommen, da war die einstweilige Verfügung drin mit anderen Worten, sie kriegen nirgendwo so billig eine einstweilige Verfügung wie in Hamburg. Warum die so sind, weiß ich nicht.
Linus Neumann
Wie heißt das im Moment heißt das, ich kann mir den ganzen Tag überlegen äh und ein Gericht nach dem anderen durchprobieren, wenn du sagst, du konntest erst Berlin, München und dann irgendwann Hamburg?
Markus Kompa
Bei einer konventionellen Klage kann man das nicht im einstweiligen Verfügungsverfahren kann man sogar gleichzeitig äh äh an mehreren Gerichten die Verfügung anhängig machen und gucken, wo es klappt. Also im Medienrecht gibt's so einige Prozesstricks und.
Linus Neumann
Mhm. Okay und irgendwann hat sich rumgesprochen, irgendwie in Hamburg habe ich äh gute Karten, die bei denen sitzt der Koll locker.
Markus Kompa
Ja, also Hamburg hat äh eben eine lange Tradition, hat der Wallraff hat ja auch äh dort seine Erfahrung gemacht und kann ihn da auch erstaunliche Sachen berichten. Interessant in Hamburg ist der damalige, da gab's einen bekannten Richter, der auch am OLG mal gewesen ist und der hat dann direkt oder sehr kurz nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Richterdienst hat er mit dem damals bekanntesten Presserechtler eine Kanzlei zusammen gegründet, Ist auch heute noch der bekannteste Presserichter und das heißt also der der ehemalige Richter hat also die Fronten gewechselt, ist gegenüber seinen Kollegen aufgetreten, die er selber eingenordet hatte. Und ähm einer davon ist halt der, Richter Herr Buske, mit dem ich so eine äh Passliebe habe, der eben lange die Pressekammer geleitet hat und jetzt am Oberlandesgericht sitzt, und da die entsprechenden Senat macht, der wird also künftig die Urteile überprüfen. Äh.
Tim Pritlove
Siehst du da jetzt ein also siehst du da jetzt einfach nur handwerkliche Mängel oder gibt es da irgendwie eine generelle Tendenz in die diese Gericht immer abschweift, ist es das.
Markus Kompa
Letzteres. Die die Leute sind gut, sie haben auch sowas wie eine innere Logik. Das Problem ist, dass diese Logik von den Richtern in Karlsruhe am Bundesgerichtshof und in am Bundesverfassungsgericht nicht geteilt wird. Also, praktisch alle bekannteren Urteil, die ihren Weg aus der Pressekammer Richtung Karlsruhe gefunden haben, wurden aufgehoben. Also ich habe da mal einen Beitrag gemacht auf Telepolist, da heißt Hamburg hört in Karlsruhe auf und äh sind so einige Fälle eben ähm aufgeführt. Es gibt in Hamburg wirklich die absurdesten Urteile. Äh da können sie sich nachlesen, ich kann jetzt schlicht alle aufzeichnen, sonst sitzen wir heute Abend noch da, ähm aber äh ja zum Beispiel ist, dass der Kanzler sich die die Haare äh nee, ich dachte, Ich sprech's besser nicht aus, sonst kriegt ihr auch noch eine einstweilige Verfügung. Lasst mir jetzt.
Linus Neumann
Jetzt ähm.
Tim Pritlove
Vielleicht sind wir hier schon viel zu weit gegangen.
Linus Neumann
Kommt noch ein ein Punkt, jetzt kommen wir nämlich mal ganz langsam zu deiner äh Aktion der Kläranlage. Du hast jetzt gesagt, okay, Erstinstanzlich hast du da unterlegen in dieser Angelegenheit, Das Thema ist aber relativ wichtig, weil es äh also wenn wir demnächst alle für YouTube Videoeinbindungen haften, dann haben wir ähm nicht nur ein Problem, dass es an die ganze Zeit irgendwelche ähm, einstweiligen Verfügung regnet, sondern vor allem auch, dass wir irgendwie in Form der Selbstzensur springen, ja? Und was ja auch relativ wichtig von dir herausgestellt wurde, war, dass du ja gar nicht wissen konntest, wie der Stand jetzt irgendwie beim ZDF ist, also ähm ob was denen da jetzt irgendwie verboten wird oder nicht und vor allem kommt ja dann noch hinzu, dass Links, die man einmal in seinem Blog erstellt, ja, also die Tendenz haben da zu bleiben. Irgendwie fünf Jahre später, wenn irgendwelche Verfahren dann ergeben haben, dass das jetzt nicht in Ordnung war, sagen kann, okay, jetzt muss ich dieses Video irgendwie entfernen oder was auch immer. Ähm, Aus diesem Grund hast du gesagt, okay, dieses Thema ist zu wichtig. Das muss jetzt irgendwie mal äh äh ausgefochten werden.
Markus Kompa
Wir hatten gehofft, dass wir in in der ersten Instanz durchaus äh mit der Sache durchdringen, ganz einfach, weil diese diese Haftungsargumentation vom Landgericht Hamburg nicht überzeugt, es gibt da dieses Urteil, dass man eben auf Links verlinken darf, Kommunikationsfreiheit und so weiter.
Linus Neumann
Da ging's, glaube ich, um eine Computerzeitschrift. War das Chip oder PC-Welt? CT.
Markus Kompa
Also.
Linus Neumann
Doch heiser, okay, ich muss ich dachte, es wäre nicht heiß gewesen. Die irgendwie auf auf dieses Programm verlinkt haben, was die ermöglicht hat, was ermöglicht hat, Kopierschütze zum gehen von DVDs, was damals noch oder heute auch noch, glaube ich.
Tim Pritlove
Genau. Es war lange umstritten, aber letzten Endes wurde da auch pro heise äh geurteilt.
Linus Neumann
Auch erst vor einem halben Jahr oder so oder vor einem Jahr oder wann?
Markus Kompa
Länger, aber äh so ungefähr, ja. Und äh auf dieses Urteil haben wir uns berufen, dass äh Landgericht Hamburg meinte, wir hätten das falsch verstanden, ähm ich glaube nicht, dass der Staatler das falsch verstanden hat. Ähm und das Problem ist jetzt, wenn ich dieses Urteil jetzt, rechtskräftig hätte werden lassen, dann würde dieses Urteil von etlichen Anwälten genommen werden, um wie man im Jargon sagt, Honig daraus zu saugen. Mir ist schon mal sowas passiert vor drei, vier Jahren. Da ging es darum, dass ein Mandant von mir äh, angeblich für angeblich werden ihm E-Mails zugesandt worden und da hat diese E-Mails veröffentlicht und dann ging's darum dass er wie er davon überhaupt zugesandte E-Mails veröffentlichen, insbesondere dann, wenn man das vorher androht, dass man's tut oder ist das ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht. Das Landgericht Köln hatte damals ein Fehlurteil gemacht, das ich leider nicht abwenden konnte und äh diese Entscheidung ist halt von vielen, Gerichten äh und auch von vielen Anwälten und leider auch von vielen Gerichten aufgegriffen worden, obwohl die nie rechtskräftig wurde. Die Parteien haben sich in diesem Falle verglichen und das äh habe ich versucht, bekannt zu machen, aber es ist nicht bekannt genug geworden. Das heißt, diese Entscheidung wird immer wieder aufs Brot geschmiert und wir brauchen halt eine Möglichkeit, um zu verhindern, dass diese Entscheidung missbraucht werden kann. Wir brauchen jetzt eine obergerechtliche Entscheidung und die wird wahrscheinlich nur aus Karlsruhe zu erwarten sein.
Tim Pritlove
Was ist denn jetzt der nächste juristische Schritt? Bleibt es jetzt erstmal bei dem selben Gericht und geht da in Revision oder gibt es dann automatisch zu einem anderen?
Markus Kompa
In Berufung zum Oberlandesgericht. Der Senat wird von meinem Lieblingsrichter geleitet, der allerdings an diesem Urteil nicht mehr mitwirken wird, weil, in der Utainistanz in Verfügungsverfahren befasst war, aber natürlich äh sind die Leute eingemordet. Das heißt, wir erwarten also vom Oberlandesgericht Hamburg nicht so viel. Interessant ist, dass die im letzten Jahr eigentlich sehr viel von der Pressekammer aufgehoben haben, aber wenn jetzt der Vorsitzende der Pressekammer da den Vorsitz macht und äh da sind wir nicht sehr optimistisch. Das heißt, äh wir haben also im, am Oberlandesgericht gerade mal noch die Möglichkeit, Fehler zu machen, aber wir können da keinen Blumentopf gewinnen. Danach geht es also weiter äh zum, zum sechsten Senat in des Bundesgerichtshofs, der eben durchaus weiß, dass die Bahnhofsfreiheit einen Wert hat und äh, erhoffen wir uns einen Sieg, wobei vor Gericht und auch hoher See ist meine Gotteshand.
Tim Pritlove
Ja. Also letzten Endes würdest du das bis wohin treiben wollen.
Markus Kompa
Äh zum für Menschenrechte von mir aus. Keine Ahnung. Also es das Problem ist halt äh an dem Fall kann ich nur die Freiheit gewinnen künftig dieses Video, zu verlinken oder wie auch immer. Ja, also Geld kann ich damit nicht verdienen. Ich kann damit nur Geld verlieren. Und das sind in dem Fall zwanzigtausend Euro und der Größenordnung, möglicherweise noch Zeugen geladen und das das kann also beliebig teuer werden. Und ich habe in die Sache schon einige tausend gesteckt und äh zwanzigtausend habe ich halt einfach nicht rumliegen. Ich war halt also das Uta kam kam vor einer Woche und wir haben uns überlegt, was machen wir? Ähm Paar Leute, die davon gehört haben, haben sogar Angebote gemacht, aber äh ich ich kann nicht andere Leute Geld verzocken, also, das hat mir überhaupt nicht behakt und äh dann haben mich mehrere Leute drauf angesprochen, haben gesagt, Crowdfunding, wie auch immer, Und dann habe ich gesagt, ähm na gut, also wenn, die ganzen Leute, die meinen Blog umsonst lesen, die mir auf Twitter folgen, die gut finden, was ich mache, wenn von denen einfach jeder sagt, zwanzig Euro tun mir nicht weh, Euro investiere ich da, äh dann müsste es zumindest möglich sein, ein Teil dieses Verfahrens damit zu finanzieren, und habe das heute gestern einfach mal geblockt und äh, das hat dann über Twitter und äh andere Medien ähm die Runde gemacht. Also viel, viel muss ich natürlich erwähnen, der da den ich jetzt ja seit einigen Jahren auch kenne, der auch an auch dieses Verfahren so ein bisschen beobachtet hat und äh das ist gestern plötzlich, rumgegangen in einer Weise, die ich jetzt so nicht erwartet hätte. Und ähm als ich dann vierundzwanzig Stunden später heute Morgen äh mein Konto mir angesehen habe, da, Tränen in den Augen gehabt. Da ist tatsächlich äh also schon die Hälfte zusammengekommen. Tendenz steigen und viele Leute ähm haben ja erst gestern angewiesen und es ist noch nicht gebucht, also da ich ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich habe vor Jahren immer schon äh so einen Verein für sinnvoll gehalten, also einen Verein, der ähm, der einen Fonds auf verwaltet oder eine Stiftung oder irgendwas, die eben für Anliegen, die seriös sind, 'ne Prozessfinanzierung anbietet, also ich habe etliche Blogger vertreten, die meistens eben Hartz vierer waren, oder der Begriff ist eigentlich, eigentlich sollte man den Begriff gar nicht verwenden. Also jedenfalls, Blogger, die nicht, die keinen Pfennig auf der Naht hatten oder keinen Cent, die von meist sehr ekelhaften Leuten äh in der Regel auch nach Hamburg gebieten wurden und äh, ja, es, es hat mir halt weh getan, dass es dass ich denen nicht wirklich was anbieten konnte, die meisten Sachen musste man halt einfach dann ab irgendeinem Stadium sagen, Leute, ihr könnt die äh den Rechtsweg nicht bezahlen. Also ich, ja ich ich rede jetzt nicht von meinem Honorar, ja ähm sondern der Rechtsweg.
Tim Pritlove
Kosten, ne? Das heißt, die Situation ist jetzt ähm erstmal so, dass du da voll auf Angriff äh schalten kannst und wirst.
Markus Kompa
Ja, es ist der, es ist einer der, also der erste Prozess in eigener Sache, wo ich äh eben jetzt plötzlich sagen kann, ich kann heute Abend etwas ruhiger schlafen. Äh damals, als ich mich mit der Finanzindustrie eingelegt habe, da ist es schon an die Reserven gegangen und es waren alle, also das waren sehr riskante Sache, aber ich bin halt irgendwo auch manchmal ein Dickkopf oder Rebell oder wie soll man's sagen. Damals hat sich's gelohnt am Schluss. Jetzt gucken wir mal also äh.
Tim Pritlove
Was bei rauskommt.
Markus Kompa
Ja, ich bin, ich bin sehr, sehr gerührt, sehr ähm also die Solidarität hätte ich jetzt so nicht erwartet, dass das in dem Maße funktioniert. Äh gut, es ist natürlich auch Herr Doktor Klär jemand, der äh.
Linus Neumann
Oh, jetzt musst du vorsicht, jetzt musst du vorsichtig sein, nicht dass äh.
Markus Kompa
Stimuliert, dass man ihn nicht sympathisch findet.
Linus Neumann
Ähm du hast nur noch mal, um das abzuschließen, wenn du das nämlich jetzt wirklich durch alle Instanzen treiben musst und dann letzte Instanz nicht gewinnst, dann muss die Gegenseite dieses Geld bezahlen.
Markus Kompa
Macht er aus der Portokasse.
Linus Neumann
Und okay, das ist in Ordnung und für den Fall würdest du nämlich dieses Geld zurückbekommen und hast gesagt, dann möchtest du genau diesen, diese Idee des Vereins eines irgendwie für so eine so eines Meinungsfreiheits-Fonds dann mit diesem Geld realisieren. Da hast du aber noch nicht äh detailliert jetzt äh gesprochen, denn sowas zieht sich ja eh wahrscheinlich über Jahre hin.
Markus Kompa
Das muss man erstmal gucken, auch dass das steuerrechtlich irgendwie für die also da gibt's so ein paar Details zu zu prüfen, in welcher Rechtsform man das macht. Ich habe damit keine Erfahrung Und ähm also ich esse mal die Leute, die mir äh das jetzt praktisch für diese Sache zweckgebunden gegeben haben, die haben natürlich den Anspruch, das zurückzukriegen. Viele Leute haben im im der Überweisungsbetreffzeile angegeben, dass sie das gar nicht zurückhaben wollen, dass das für einen Verein äh benutzt werden soll. Und ähm ja, also, Den Fall, wir kriegen es zurück und das ist ein Überschuss, dann wird halt hinterher Kassensturz gemacht und äh geguckt, wer von diesen zwanzig Zwanzigern äh was zurückhaben will, machen wir so ein Verein, das ist absolut überfällig gewesen. Wobei, ich sage jetzt immer die zwanziger, es waren also einige Geldbeträge, die, erheblich höher waren und.
Tim Pritlove
Ja, ich denke, hier zeichnet sich halt natürlich auch ab, dass das hier wirklich ein Thema ist, was potenziell alle, die im Netz halbwegs äh publizieren unterwegs sind, äh ganz äh unmittelbar betreffen kann. Und das schon morgen schon, ne? Gut Markus, Ähm dann sage ich mal erstmal viel äh Glück hier auf der äh weiteren äh Reise mit dieser ganzen Angelegenheit, sowas an der Backe zu haben, ist äh auch so keine Freude, selbst wenn's jetzt keine finanziellen Sorgen gibt, ne? Insofern.
Markus Kompa
Erstmals ja.
Tim Pritlove
Wünschen wir dir erst mal eine glückliche Hand.
Markus Kompa
Ich möchte mich bei allen bedanken, die sehr gerührt.
Linus Neumann
Markus, viel Erfolg weiterhin und bis dahin.
Markus Kompa
Danke, tschüss.
Tim Pritlove
So, was äh haben wir denn sonst noch auf der Uhr?
Linus Neumann
Wir haben noch den Julian Assange auf der Uhr, Hat heute auch ein Gerichtsverfahren und zwar vor dem Supreme Court in England, Großbritannien.
Tim Pritlove
Lokbuchnetzpolitik berichtete.
Linus Neumann
Netzkritik berichtete, in aller Vielfalt. Und ähm es ging also um seine Weigerung gegen die.
Tim Pritlove
Auslieferung.
Linus Neumann
Gegen die Auslieferung an Schweden und die Frage war quasi, sind Staatsanwälte juristische Instanzen? Das müssen in Großbritannien muss es quasi ein Richter sein, der in äh äh so einen Auslieferungsantrag stellt. Oder diesen Haftbefehl ausgestellt hat, ähm damit das als juristische Instanz respektiert ist. Und, in Schweden, die jetzt da das Assance habhaft werden wollen, ähm war das ja die Staatsanwältin. Mit dieser, mit dieser Frage sind die tatsächlich vor diesen äh obersten Gerichtshof gezogen. Und es gab im Prinzip zwei Möglichkeiten. Ähm das obere Gericht sagt, nee, das sind keine juristischen Instanzen. Dieser, und Auslieferungsantrag ist äh nicht gültig, dann wäre die Reaktion von Schweden gewesen. Alles klar, dann stellt jetzt ein Richter ein, Ja, also da gab's eigentlich nicht viel zu gewinnen. Oder Assange verliert. Und ähm da wurde halt gesagt, dann ruft er halt irgendwie den äh Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg an. Ja, äh um sich dann gegen diese gegen diese Sache zu wehren. Das waren so die die Prognosen für diesen Fall. Also eigentlich ein ein äh, Also, dass ihm das nicht peinlich ist mit so einem Quatsch da irgendwie, äh die, die, die Leute zu belästigen. Na ja, okay. Ähm das Problem war, ähm, Worauf dann in der schwedischen Presse äh aufmerksam gemacht wurde, das wurde dann auf dem Twitter-Account natürlich als als Schmierschmierkampagne oder was interpretiert. Das Problem war, das hätte auch Implikationen für einen Mordfall. Da gab's jetzt irgendwie einen, geständiges Brüderpaar, was in irgendeinem Mord verwickelt war und einer sitzt da jetzt grade im anderen Land. Und da soll auch eine Auslieferung angestrengt werden. Und wie Markus das ja gerade auch schon sagte, wenn jetzt so ein hohes Gericht irgendwie ein Urteil spricht und sagt, äh was weiß ich, ne, in in England werden keine äh, Auslieferung, es wird kein Auslieferungsbescheiden, Auslieferungsanträgen Folge geleistet die von irgendwelchen Staatsanwälten kommen, Dann ähm hätten sich auch alle anderen Gerichte daran halten müssen oder wären nach diesem Urteil gegangen und dann hätte das eben eine Implikation gehabt, dass nämlich auch ein Auslieferungsantrag für einen bestimmten Mörder.
Tim Pritlove
Fallen gelassen werden hätte.
Linus Neumann
Gelassen hätte.
Tim Pritlove
Ja, getan, getäten.
Linus Neumann
Aber um mal auch zu zeigen, dass ned also wie gesagt, die Wiki Leaks Interpretation war, dass das quasi eine ein Versuch ist, Assange in schlechtes Licht zu rücken, Ähm aber wie Markus ja gerade auch schon so sagte, solche Urteile haben auch Folgen, ja, es geht nicht nur um den einen Fall, ja? Und wenn er schon mit so einem mit so einer Frage, Staatsanwalt oder Richter, da vor den, vor den obersten Gerichtshof zieht, kann man sich eben auch ausmalen, dass das für andere Leute noch Folgen hat. So, mehr weiß ich da jetzt gar nicht zu zu beurteilen. Ähm ob das jetzt äh also auf jeden Fall diese Schmiere, Hinweis, äh der ist da an der Stelle wahrscheinlich nicht so unbedingt angemessen. Na ja, wie entscheidet dieser Supreme Court, dass äh der oberste Richtshof Großbritanniens ähm, entscheidet genau wie die anderen äh Gerichte, die mit dem Fall vorher angestrengt worden waren, zwei Stück waren's ja schon und sagt, ja, ist schon in Ordnung so. Und ähm berufst sich aber in der Urteilsbegründung auf die Wiener Konvention für die Menschenrechte. Und ähm, Also sie wusste nicht, ich wir war jetzt nicht unbedingt bekannt, was das ist und wenn man das so googelt, findet man auch nur irgendwelche kryptischen Wikipedia Artikel. Ungefähr so haben wohl dann auch die Anwälte von Assange reagiert. Und ähm haben dann gesagt, so hä, davon haben wir ja noch nie gehört oder oder davon war eben im, in diesem gesamten Verfahren nie die Rede. Ähm und deswegen haben sie sogar jetzt eine vierzehntägige Berufungsfrist eingeräumt bekommen von diesem Gericht selbst, Das heißt, die können sich jetzt überlegen, ob sie nochmal Berufung vor dem gleichen Gericht haben wollen, äh dann könnte das Gericht diese Berufung zulassen oder ablehnen. Und ähm ja sagen wir mal, sie lassen's zu, dann verhandeln sie es nochmal, entscheiden sie sich wahrscheinlich nicht anders. Ähm, oder sie lehnen sie halt ab und dann könnte Asance halt hier für den vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gehen, aber ich denke mal, irgendwann muss ihm das auch äh selber wahrscheinlich ein bisschen zu blöd werden, was, Was da irgendwie los ist, ja? Ähm. Also das.
Tim Pritlove
Er will da wirklich nicht hin, habe ich so den Eindruck.
Linus Neumann
Er will da wirklich nicht hin und langsam fragt man sich wieso. Ja, also muss da jetzt wirklich mal folge ja immer noch Wiki Leaks auf Twitter, da kriege ich mindestens, ach was weiß ich, täglich, aber ich lese es nur jeden zweiten Tag irgendwie die Meldung, wie viele Tage, Assange, irgendwie fünfhundertvierzig Tage oder oder was, da ist ein Zeh. Da kriege ich jeden Tag ins Auge gedrückt. Ähm Ja, wenn einer sich durch drei ins durch alle Instanzen kämpft, mit irgendwelchen Formfehlern, weil er auf Teufel komm raus, nicht nach Schweden möchte. Ja, so läuft das nun mal, ne. Ich meine, wenn wenn ein Auslieferungsbescheid eben wenn der eine Auslieferung beschlossen ist und du kämpfst dagegen an, ist ja klar, dass du in der Zeit nicht irgendwie rumrennen kannst. Ist ja ganz klar. Man muss ja davon ausgehen, dass der Fluchtgefahr besteht. Na ja, also ähm ins zunehmende Maße wirklich einfach nur noch ärgerlich, was was da stattfindet. Ja, also kein faires Verfall. Ihnen erwartet kein faires Verfahren in Schweden. Er wird jetzt gesagt, dann früher hieß es ja die Schweden äh schießen ihn raus nach an die USA und dann wird er da umgebracht oder so. Ähm. Ja, also weiß ich nicht mehr. Inzwischen geht mir das nur noch auf den Geist. Vielleicht hat er ja Informationen, die ich nicht habe, aber ähm. In dieser Angelegenheit wäre es ganz schön, wenn man da jetzt mal langsam vorwärts kommen würde. Und diesen diesen Vorwurf da auf sich sitzen zu lassen ähm über zwei Jahre, da tut er sich auch keinen Gefallen mit. Also ich weiß nicht, wer ihn da, ihn da berät, PR-technisch, ja. Ähm, du hattest ja auch schon in einer anderen Folge schon gesagt, so das würden die Schweden sich aber auch nicht gefallen lassen, dass ihre Regierung oder ihre Justiz den Assange sich erst mit, Wegen ähm sexuellen Übergriffen fischt und dann wegen der Wiki Leakstätigkeit an die USA ausliefert. Ähm da hätten wir noch einen kleinen Gewaltausbruch in Schweden wahrscheinlich. Also man weiß nicht, was was ihnen da jetzt reitet und ich finde, das wird auch immer sektiererischer um Wiki Leaks. Ja, also was, was, was, was da jetzt irgendwie mit diesem und faul, dieses dieses Social Network, da sind die auch den ganzen Tag mit am twittern, ne und der Assange der Held und jeder, der irgendwas zu Assange sagt, wird, wird dann dem tausendfach auf Twitter zitiert und und wie viele Tage der schon da im Knast ist, also Wiki Leaks Theater, ja. So, das war der, der, der, der Wikirand hier.
Tim Pritlove
Weil's so schön ist, bleiben wir gleich in den Gerichtssälen. Das scheint ja hier das äh alles bestimmte Thema zu sein. Ähm ja.
Linus Neumann
Dresden, wir hatten es besprochen, ich denke auch in mehreren Folgen. Die Funkzellenabfrage in Dresden anlässlich des Naziaufmarsches, der dort stattgefunden hat, wurden, eigentlich die gesamte Dresdner Innenstadt wurden die Funkzellen abgefragt. Ähm Andre war ja bei uns auch schon zu Besuch und hat das nochmal genauer erklärt, was eine Funktion Abfrage ist und dass das ja auch in Berlin stattgefunden hat im Rahmen der Autobrände Ähm und jetzt durfte offensichtlich dieses Amtsgericht Dresden äh sich der Frage nähern, in der Frage urteilen, ob diese Funkzellenabfrage, die da stattgefunden hat und von diesem selbigen Gericht eigentlich, Äh damals angeordnet wurde. Ob das denn so rechtens war? Also sie konnte das Amtgericht Dresden sollte jetzt entscheiden, ob seine eigene Entscheidung legal war und es gab völlig überraschend raus, ja. Egal, was wir da gemacht haben.
Tim Pritlove
Ein glücklicher Zufall auch. Ja. Ja.
Linus Neumann
Schwein gehabt, so. Und dann gab's äh, Dann gab's also eine kurze PDF ein kurze PDF-Zeit. Eine kurze PDF, eine kurze PM, Pressemitteilung äh vom, Vom Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, der sagte, ja Amtsgericht Dresden erklärt Funktionabfrage zum neunzehnten Februar zweitausendelf rechtsmäßig, rechtmäßig mein Landgericht Landesgericht Landesgericht Amt, Gericht.
Tim Pritlove
Ja äh heute äh passen die Worte nicht mehr so richtig zusammen. Ich bin kurz davor, erst die Handel zu zitieren.
Linus Neumann
Oje, da lass mal. Äh vielleicht kommt's noch. Also für linksmäßig. Ringsmäßig. Das Amtsgericht Dresden hat dann eben gesagt, OK das war alles in Ordnung und zwar weil das irgendwie um groß großzügige, groß, große Straftaten ging, Bildung einer kriminellen Vereinigung jetzt ist natürlich die Frage, wer dann da jetzt im Rahmen dieser dieser Gegendemonstration zum Naziaufmarsch da irgendwie gerade eine kriminelle Vereinigung gebildet hat äh und na ja, also, dieses Thema, ich denke, haben wir schon relativ ausführlich behandelt. Ähm.
Tim Pritlove
Posse geht weiter.
Linus Neumann
Ja, ich weiß nicht, ob das jetzt weitergeht. Ich bin mal gespannt, wer sich da jetzt, wie man sich jetzt dagegen wehren kann oder nicht. Also äh, Ist leider mir nicht so ganz klar, äh wie man sich jetzt irgendwie dagegen, wehren kann, aber also mir ist sowieso unklar, dass ein Amtsgericht irgendwie am einen Tag vor so einer Demo so ein Ding äh so ein so ein Beschluss erlässt und dann irgendwie äh, Ein Jahr später, nee, beziehungsweise nicht vor der Demo ein paar ein paar Tage nach der Demo so einen Beschluss erlässt und irgendwie anderthalb Jahre später dann beurteilt, übrigens, weil legal, was wir da gemacht haben. Also, irgendwie ein bisschen unklar, weil in Dresden ist das sowieso alles ein bisschen unklar dem der interessierte Hörer sei da auf ein paar Artikel verwiesen, die ich da noch verlinkt habe.
Tim Pritlove
Ja, ansonsten zur Verteidigung des Internets gibt's ja auch noch andere Maßnahmen.
Linus Neumann
Genau die Internetdefense League hat sich gegründet ähm. Die haben so also in ihrer in ihrem Gründungsgründungsmythos äh sagen sie, ja ähm wir hatten ja, dass diese mit unserem Blackout haben wir ja Sopa und Piper den, stop online und den Protect International ich hab's geschafft. Bekämpft, erfolgreich und jetzt wollen wir sicherstellen, dass das Internet nie verliert, niemals. Und ähm dann haben sie relativ namhafte Gruppen und Einzelpersonen irgendwie mit zu ihrem. Gründungsmitgliedern gemacht, also die IFF Wordpress, Redit, äh dieses Cheeseburger, Network und so weiter. Genau und dies, dies, es scheint erstmal so zu sein, dass sie ähm. Versuchen wollen, irgendwie so eine Art ähm so eine Art, irgendwie Leute dazu bringen, quasi ihre Seiten so 'ne, so eine Art in Anführungszeichen Bot Netz anzuschließen, was die Internet-Defense liegt, dann ausschalten kann. Also du kriegst quasi so einen Code, Snippet, was du bei dir in die Seite einbaust, was irgendwie auf deren Zutun dann bestimmte Dinge darstellen kann oder nicht. Sodass du äh dass man irgendwie denen die Möglichkeit geben würde. Wenn das Internet in Gefahr ist, kann dann die Internetdefense League remote deine Seite irgendwie ähm abschalten oder ähm.
Tim Pritlove
Schwarz machen.
Linus Neumann
Oder schwarz machen oder so.
Tim Pritlove
Trauen Sie uns, wir machen es nur, wenn es wirklich nötig ist.
Linus Neumann
Ja, sie sagen, sie sagen dir vorher Bescheid, also eigentlich finde ich das gar keine so blöde Idee. Es gab das ja auch zum Beispiel der ähm AK Vorrat hat ja auch diese diese Ecke, die irgendwie an den an den Webseiten oben rechts runterhing und konnten das auch neu bespielen, wir haben im Rahmen von digitaler Gesellschaft so 'ne Idee auch schon länger besprochen. Irgendwie zu sagen, so gib uns, wenn wir das wirklich brauchen, deine deine Website irgendwie als.
Tim Pritlove
Kampagnenzipfel daran machen.
Linus Neumann
Kampagnenzipfel, kann man ja alles schön machen. Die äh, Sache ist, man muss wahrscheinlich wirklich solche Leute wie die IFF und äh solche Gruppen da an Bord haben, damit wirklich die Leute äh hinrennen und sage ich mal, ernsthaft jemandem die Möglichkeit in die Hand drücken, diese Seite abzuschalten, ja. Ähm.
Tim Pritlove
Na gut, also Internetdefen klingt so ein bisschen nach Superhelden, ja?
Linus Neumann
Denke auch, also das ist ja, sie werden, glaube ich, noch ein bisschen mehr machen, ja? Also äh.
Tim Pritlove
Gibt's ja auch bald so einen Film. Ja, wo dann so ein Marktzuckerberg mit mit aber der ist nicht dabei, ne, Facebook?
Linus Neumann
Nee, der auf Facebook. Gibt's die noch?
Tim Pritlove
Ich glaube schon.
Linus Neumann
Man munkelt, die die Aktie hat ja äh.
Tim Pritlove
Gut Geld verdient haben, die trotzdem.
Linus Neumann
Die haben Geld verdient, ja klar. Wie das so ist, ne. Die Anleger jetzt erstmal nicht.
Tim Pritlove
Verschwindet man ja nicht gleich äh aus dem Netz, ne? Na ja, also Facebook steckt hier nicht äh äh dahinter, aber so eine neue Garde von äh Superhelden macht sich hier auf. Internet zu beschützen. Ich will das jetzt auch gar nicht schlecht reden. Ist natürlich immer gut, wenn ähm Leute sich da zusammentun. Und äh ja, ist interessant, ne, dass hier so die Blogger freitauschgemeinde sie da mit der äh schon immer auf Freiheit orientierten Aktivisten Szene äh verbindet. Das liest sich jetzt noch nicht wie ein ähm überrollende Teilnahme so, also es ist jetzt sind zwar schon ein paar Namen, aber halt auch nur ein paar.
Linus Neumann
Ja, die werden schon ihre große Reihe an Leuten haben, die da jetzt irgendwie äh noch mitmachen, ne? Und das ist ja also das, Ich finde das auf jeden Fall gut, dass sie, ich meine, die haben siebentausenddrei, nee, siebentausenddreihundert Facebook Likes. Ja, ähm und, Also ist auf jeden Fall eine ganz gute Idee und ist auch gar nicht verkehrt, dass so Bot Netz mäßig äh in Anführungszeichen einfach mal auszurollen. Äh weil man da natürlich noch viel mehr Seiten mit dunkel kriegt. Ähm, Also für, wie gesagt, finde ich eine finde ich eine gute Idee. Wurde bei uns auch schon diskutiert. Vielleicht äh wird da noch ein deutsches Pendant zu kommen oder man schließt sich irgendwie mit den, von Deutschland aus mit denen zusammen und macht, okay, sagt, okay, wir machen dann deutsche Version von oder wie auch immer. Und was ihr auf jeden Fall jetzt als nächstes ins Auge gefasst haben, ist der, CISPA, wenn ich mich jetzt richtig erinnere, so hieß er, den hatten wir auch bereits behandelt. Und natürlich ActA und damit werden wir dann, denke ich, auch beim nächsten Thema. Kannst du mal auf den Beamer wieder die Themenliste.
Tim Pritlove
Ja, ja, ich bin schon dabei, der Herr.
Linus Neumann
Genau. Ah ja, die Abstimmung äh im EU-Parlament, es ist nämlich jetzt bald soweit, es wird jetzt über Akte entschieden und ich glaube, es wird auch in diesem Falle äh entschieden oder morgen. Ähm. Und zwar äh geht das jetzt gerade in diese ganzen Ausschüsse hinein. Ich suche jetzt mal ganz kurz welche das sind. Ähm also es es rollt jetzt quasi dieser dieser Moment an, dass das EU-Parlament über Acta äh entscheidet und wir erinnern uns ja, dass äh. Neli Krus uns ja schon gesagt hatte.
Tim Pritlove
Sollten uns keine Sorgen.
Linus Neumann
Keine Sorgen machen.
Tim Pritlove
Auch immer das bedeutet.
Linus Neumann
Der Industrieausschuss, der Itre, dann der äh äh Bürgerrechtsausschuss, der Liebe und der Rechtsausschuss der Juri, die ähm, setzen sich wenn ich das jetzt hier richtig sehe, am Morgen mit diesen Fragen auseinander am Donnerstag, den einunddreißigsten, werden die sich da schon mal ein bisschen äh, auseinandersetzen. Und da gibt's dann eben natürlich auch wieder die Kampagnenseite von digitaler Gesellschaft verlinkt, wo dann die Ausschussmitglieder gelistet sind, dass man ihnen noch eine E-Mail schreiben kann. Das sollte man dann möglichst wahrscheinlich heute tun. Ansonsten ist ja dann für den, neunten Juni der weltweite, na ja, weiß nicht, ob er weltweit ist, aber der der große Akte-Aktionstag angekündigt, da habe ich auch nochmal die die äh Einzelstädte, wo da die ganzen Demos stattfinden verlinkt. Ja, also muss man jetzt so ein bisschen schauen, ne. Wie gesagt, das. Thema ist dann beerdigt, wenn es, wenn es wirklich beerdigt ist und ich man ich habe mein persönlicher Eindruck ist so ein bisschen auch an mir selber, dass mich natürlich diese aktuellen Zwischen nervt, man möchte ja immer wieder was anderes haben, aber ähm. Es es ist offensichtlich und oder relativ.
Tim Pritlove
Genau. Wir müssen das jetzt final bekämpfen, damit wir uns auch was Neues einschießen.
Linus Neumann
Genau, es gibt erst was Neues, wenn ihr so das demonstriert ihr jetzt noch zu Ende und da könnt ihr euch was Neues suchen, ja. So machen wir das.
Tim Pritlove
So machen wir das. Okay, na dann sind wir hier durch mit unserer äh sechsundzwanzigsten Folge, oder?
Linus Neumann
Ich denke ja. Ich denke, ich denke ja, ich bin ich bin sehr gerührt.
Tim Pritlove
Ja. Auch wenn wir schon, ja, die Fähigkeit, ganze Sätze zusammenzubauen, äh verloren haben. Ich schließe damit dann, wie angekündigt, mit Ernst Jandel. Manche meinen lechts und rings kann man nicht verwechseln. Verch ein Irrtum.

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