LNP391 Die zwei ?? und die Märtyrerlegende

Feedback — Dan Kaminsky — Haftbefehl durch VHS — Luca App — Justiz verliert Bitcoins — Augustus Intelligence — Privacy Battles — Beschlusslagen

Heute wieder viel Feedback und wir nehmen Abschied von Dan Kaminsky, einem der fittesten, lehrreichsten und unterhaltsamsten Menschen der internationalen Hackerszene der letzten 20 Jahre. Und ein weiteres Mal gelingt es uns nicht wirklich, nicht mehr über die Luca App zu reden, da bei dem Thema quasi täglich ein neues Fass aufgemacht wird. Dann sprechen wir noch über die aufkommenden Privacy Battles und nehmen zur Kenntnis, dass alle alle doofen Gesetze, vor denen wir in letzter Zeit nie müde geworden sind zu warnen, beschlossen wurden und beschließen damit die Sendung.

Dauer: 1:23:50

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Welcher Partei traust du zu, die digitale Transformation am erfolgreichsten zu gestalten.
Linus Neumann
CDU CSU.
Tim Pritlove
Logbuch Netzpolitik Nummer dreihunderteinundneunzig vom neunundzwanzigsten April zwanzig einundzwanzig. Oder sagt man mittlerweile im Jahre zwei nach der Pandemie oder so? Oder ist es denn das Jahr eins nach der Pandemie. Haben wir schon eine neue Zeitrechnung? Das ist die eigentliche Frage.
Linus Neumann
Nee, das Jahr eins nach der Pandemie haben wir noch nicht. So viel ist glaube ich.
Tim Pritlove
Seit der Pandemie, was weiß ich.
Linus Neumann
Zur Seite.
Tim Pritlove
Seit dem Tag, an dem uns das Virus gebracht wurde.
Linus Neumann
Virus nicht mehr hören.
Tim Pritlove
Du machst, könnte mal langsam mal ein anderes Thema gebrauchen.
Linus Neumann
Ja, die können sich echt langsam mal was Neues einfallen lassen.
Tim Pritlove
Das stimmt allerdings, ein bisschen Themenfremd ist das.
Linus Neumann
Den Wand ganzen Tag Corona, ey.
Tim Pritlove
Ciao. So ist es. Müssen wir mit leben? Haben sozusagen keine andere Wahl.
Linus Neumann
Jetzt fängst du auch schon an wie der.
Tim Pritlove
Och, wir müssen thematisch mit dem Virus leben. Aber was ist denn jetzt mit der digitalen Transformation Linus?
Linus Neumann
CDU CSU.
Tim Pritlove
Ah! Das ist so eine dusselige Umfrage gewesen. Wer wer traut sich denn sowas überhaupt zu fragen, aber wenn man mal genau guckt, also da die meinen, ja die CDU CSU hätte den größten Zuspruch bekommen. Fünfundzwanzig Komma fünf Prozent. Grüne mit nachts. Ist euer Ernst, aber keiner der genannten hat äh fünfundzwanzig Prozent bekommen. Und der ganze Osten ist irgendwie der Meinung, das kriegt keiner hin. Und Bayer meint, via dreißig Komma vier Prozent CDU CSU. Könnt ihr euch da sehen.
Linus Neumann
Also na ja, ich meine, eine also eine grob realistische Einschätzung gibt's ja schon, ne? Nur elf Komma acht Prozent der Befragten halten Deutschland als Wirtschaftsstandort im Bereich der Digitalisierung für wettbewerbsfähig. So, fragst du dich wo kommen diese elf Komma acht Leute her?
Tim Pritlove
Diese Frage war aber auch echt komisch gestellt hier irgendwie. Welcher Partei mit Regierungsverantwortung auf Landes oder Bundesebene? Bayern Leute nur für CSU stimmen, weil die Keller gar keine andere Partei mit Regierungsverantwortung. Also ist schon wirklich ein guter Scherz, ne?
Linus Neumann
Sie haben fünftausendundneunzig Personen. Zwischen dem vierundzwanzigsten Februar und achtundzwanzigsten April befragt. Repräsentativ für Einwohner Deutschland ab achtzehn.
Tim Pritlove
Ja, haben sie wahrscheinlich übers Internet befragt. Nur nur die Leute erwischt, die auch Internet haben. Also.
Linus Neumann
Auch sogar hier du bist wirklich, du sitzt da und knallst hier echt, Schnaps nach dem anderen rein. Die Leiterin von, Janina Mütze erklärte die hohen Kompetenzwerte für die Union damit, dass diese in Umfragen, immer noch vor den Grünen liege, wenn es um die besten Antworten für die Zukunft gehe. Das sei eines der wenigen Felder, in denen die Union noch stark sei, Antworten für die Zukunft.
Tim Pritlove
Was.
Linus Neumann
Denen wurde gerade ihr ihr ähm ihr Klimagesetz weggeklagt von Leuten, die sich um die Zukunft kümmern, ja. Also wie kannst du, wie. Wie kannst du sagen, so wird die beste Antwort für die Zukunft. Wer konnte in der Zukunft immer am besten begegnen? Ja, CDU, CSU. Also das ist doch keine Erklärung. Das ist doch einfach nur das ist ja keine Erklärung. Das ist, das ist ähm das ist äh eine Vergrößerung des Problems, ja? Es ist. Bärenstark.
Tim Pritlove
Sind die Farbeimer aber auch ganz weit aufgeklappt, ey.
Linus Neumann
Wir uns nicht erklären aber jede Folge empfehlt uns vielleicht weiter ich würde sagen es gibt da noch Potential, elf Komma acht Prozent der Deutschen haben uns auf jeden Fall noch nicht gehört, weil die in Deutschland für konkurrenzfähig im Bereich des digitalen halten und ähm, Ja, die fünfundzwanzig Prozent, die glauben, dass die CDU. Digitalisierung in Deutschland voranbringt. Hm. Weißt du, wenn wir jetzt fünfundzwanzig Prozent Deutschlands mit Glasfaser erschlossen hätten, ne, dann könnte ich mir das Ergebnis irgendwie erklären, ne. Aber ist nicht so. Ist nicht so.
Tim Pritlove
Das macht alles keinen Sinn.
Linus Neumann
Okay, komm, wir haben heute etwas ausführlicher Feedback. Und dann schaffe knapp äh äh fassen wir uns bei den Themen etwas kürzer. Äh wir haben ein paar Sachen, sage ich jetzt schon ein bisschen in die nächste Woche eher geschoben. Also Nils K hat Feedback gegeben, weil ich mich gewundert habe, wer denn Jens ist, Und ich muss sagen, das haben mir mehrere Leute gesagt, ich habe da Mails bekommen, ich habe Twitter, DMs bekommen. Nils war der Erste, der es kommentiert hat, der spricht Peter Schau bei den drei Fragezeichen und das bricht mir ja wirklich das Herz, ne, Weil Tim, weißt du, was du weißt ja, also für dich beginnt ja mein Leben damit, dass ich Podcasts höre, ne. Aber ich hatte ein Leben, bevor ich Podcast gehört habe. Und ähm Podcasts waren tatsächlich mein Weg aus der Beschaffungskriminalität.
Tim Pritlove
Und das war äh Raubkopien von drei Fragezeichen Hörspielen oder was?
Linus Neumann
Genau, ich habe alle, ich habe alle Folgen von drei Fragezeichen gehabt, gehabt. So und ähm Ich habe gehört, gehört, ich habe die nie gehabt. Ähm ich habe ähm ich also ich habe das auf jeden Fall. Ich habe alle Folgen davon gehört. Und ich bin äh großer Freund davon. Jetzt hätte ich auch echt nicht in dem Video, wenn mir jetzt jemand gesagt hätte, dieser Mensch spricht Peter Schor, hätte ich's jetzt echt nicht erkannt. Nicht erkannt. Aber ja, finde ich sehr traurig, dass ähm dass es schwieriger Abschied, ja. Aber genau.
Tim Pritlove
Das ist einer von diesen unbekannten äh Schauspielern da oder was?
Linus Neumann
Genau, ja, ja, ja. Das ist, das ist nicht einer, sondern das ist der, der spezifisch dieses Thema, Applaus von rechts behandelt. Wo ich ja auch sagte, so, die können einfach nicht behaupten, sie hätten das Ding nicht auf dem Schirm gehabt. Ja, okay, also der ist von drei Fragezeichen. Insofern, ja.
Tim Pritlove
Sind Schauspieler, die Fische. Der Beruf ist, sich zu verstellen. Das kann dann auch manchmal ganz gut funktionieren.
Linus Neumann
Ja. Also insofern wäre es schön, wenn Justus Jonas den einfach rauswirft. Den, dessen Namen kenne ich, äh oh, jetzt fällt mir natürlich nicht ein. Oliver Rorbeck, glaube ich, es spricht äh Justus Jonas.
Tim Pritlove
Es gibt da einen Oliver Robbeck und ein Andreas Fröhlich. Ich habe äh ich bin noch so alt, ich habe noch die Bücher gelesen, da gab's äh gab's hier irgendwie nicht.
Linus Neumann
Ja, ja, doch, der ist das. Oliver Robbeck spricht. Jonas. Aber warte mal, die sind hier abgebildet, doch stimmt. Meine Fresse tatsächlich, da ist auch dieser wahre Check, ja. Müssen sie jetzt rauswerfen. Kannste machen nix. So, kommen wir weiter zum, Nein, ich möchte natürlich nicht, dass sie den rauswerfen, aber auch, ich möchte nur deshalb nicht, dass sie den rauswerfen, weil weil sonst irgendwie so eine ähm ähm Märtyrer-Legende da hätten. Die zwei Fragezeichen und die Märtyrer-Legend. Kommen wir zur nächsten Thema. Äh zur nächsten Feedback. Das ist Feedback von Michael.
Tim Pritlove
Oh Mann.
Linus Neumann
Hallo liebes, hallo Tim. Ich finde es in eurer Besprechung der Luca-App etwas ungeschickt für die Diskussion, dass ihr die App gemeinsam mit dem und dem Check-In Feature der CWA, in einen Topf werft. Soweit ich das verstehe, soll sie ein anderes Problem lösen. Während beziehungsweise die Corona waren in Warn-App-Check. In Funktion. Die Grundfunktion der CWA, das heißt, die anonyme Benachrichtigung von eventuell infizierten, um die Erfassung von Zusammenkünften erweitern, soll Luca eine einfache und datensparsame technische Lösung für die Erfassung von Gästelisten in Locations bieten, wie sie von den Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer gefördert sind hier nur ein kurzer kurzer Anmerkung äh einfach und datensparsam ist das nicht, ne? Ist ein zentrales System und es sammelt alle Daten in Echtzeit, Der entscheidende Punkt ist, ähm verschlüsselt. Also es soll nicht einfach und datensparsam sein, sondern es soll verschlüsselt sein, um so zu verhindern, dass alle Personen bezogene Daten auf einem Haufen liegen, ne? Oder auf einem Haufen zugreifbar sind. So, aber der, das, das wichtige Argument, was äh Michael hier bringt, ist Erfassung von Gästelisten ähm In Locations. Nee, also nicht an Locations, ich korrigiere das kurz, Michael, aber du, ich weiß, dass du das Richtige meinst. Erfassung von Gästelisten an, Locations bieten, wie sie von den Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer gefordert sind. Das ist der, das ist der wichtige Punkt, den Michael auch vollkommen recht. Ich hatte eigentlich gehofft, wir hätten das ausreichend oft hier auch. Dargestellt, aber ich lese erstmal noch das Feedback zu Ende vor. Nun kann man natürlich zu Recht darüber diskutieren, ob diese Forderungen in den Verordnungen sinnvoll ist. Dabei kann ich euren Standpunkt mit Blick auf Datenschutz vollkommen nicht vollkommen nachvollziehen. Sehe umgekehrt aber auch Argumente für die namentliche Rückverfolgbarkeit durch die die durch die Gesundheits äh äh für die Gesundheitsämter sprechen. Ich würde kurz einen Aspekt sagen, äh ergänzen. Es geht nicht nur um Datenschutz, sondern es geht vor allem ähm auch um die Schnelligkeit der Alarmierung. Ja, das ist das andere wichtige Argument, aber okay Ähm Michaels äh Michael macht weiter, gerade dass die Gesundheitsämter eine bindende Quarantäne anordnen können, sehe ich eher als Vorteil, denn wir wissen ja, wie gut das mit der Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung in der Pandemie bisher funktioniert. Äh in jedem Fall denke ich, dass man die Diskussion über die namentliche Rückverfolgbarkeit von der technischen Umsetzung durch die Luca-App trennen sollte. Äh für die gegebene Problemstellung scheint mir die App konzeptionell gar nicht so schlecht zu sein. Haben die direkten Korrekturen eigentlich ein ähnliches Konkurrenten eigentlich ein ähnliches Verschlüsselungskonzept. Über die katastrophalen handwerklichen Fehler, die Öffentlichkeitsarbeit des Geschäftsmodell und die vielen Millionen Euro versenkte Steuergeld brauchen wir allerdings nicht zu diskutieren. Derzeit, danke fürs Logbuch. Ich habe sehr viel Spaß bei eurem äh Ausführungen, aufregen beim aufregen über die technischen Fehltritte dieser Welt zuzuhören. Äh danke Michael. Kurze, kurzer äh Punkt. Glaube tatsächlich, ähm dass du dass dass wichtigste Argument für die Luca-App hier sogar äh äh ausgelassen hast. Die sagen immer, dass sie quasi dadurch ähm. Hotspots entdecken wollen, ja? Und zwar ähm indem sie sagen, wenn jetzt in einer Location ganz viele, auf einmal auch positiv sind, dann wissen wir, da war's schlecht. Ja, äh dummerweise können sie daraus natürlich jetzt auch nicht direkt irgendetwas ableiten, weil alle die da waren, wurden ja eh schon informiert, aber man könnte jetzt irgendwie zum Beispiel vielleicht irgendwann sagen, na ja okay, in schlecht belüfteten Kellern ist es nicht gut. Also dieses dieses Hotspot-Argument geht, eigentlich so ein bisschen im Kreis, weil aber man weiß es dann, das ist das, was sie immer argumentieren und ich würde ganz klar sagen. Die namentliche Erfassung durch die äh Gesundheitsämter ist im Sinne der Alarmierung nicht sinnvoll leer und sie wird auch nicht sinnvoller dadurch, dass die Quarantäne anordnen können, weil sie eben zu langsam sind, dann bringt auch die Quarantäne nichts mehr. Und eine Quarantäne wird vor allem für Leute angeordnet, die einen positiven Test haben und ähm dann ist es ja auch gut und wichtig, dass das passiert und dann passiert es ohnehin. Also das Argument, was du hier bringst, ist, du kriegst 'ne Corona-Warn-App-Warnung, die ist rot und niemand kontrolliert, ob du adäquat darauf reagierst.
Tim Pritlove
Korrektur äh. Also für Leute, die positiv sind, wird wird keine Quarantäne äh angeordnet, sondern Isolation. Quarantäne ist für die Leute, die vielleicht sich dabei angesteckt haben und wo man, will, dass sie sozusagen da reinkommen. Ja, das wird äh oft äh verwechselt. Es hat vielleicht an der Stelle aber auch mal ganz wichtig, zu halten. Und ähm ja, meine im Prinzip spricht er, also, alles richtig, was du sagst, ja, verweist aber auch genau auf das Problem. Also klar, diese Luca-App versucht irgendwie, das haben wir ja hier auch schon mal so besprochen, versucht quasi, das, was das Gesetz vorschreibt, zu implementieren und da mache ich ihn auch erstmal so jetzt keinen Vorwurf, dass sie da versuchen, eine Lösung anzubieten, das haben ja viele andere auch getan, ja? Die konkrete Umsetzung, Hat halt nochmal zusätzlich ihre Probleme. Dafür kann man sie kritisieren, hast du ja auch gesagt. So. Das aber, alles letztlich auch gar nichts bringt. Das ist natürlich auch die allgemeine politische Diskussion, die daraus folgen muss. Und wir kritisieren ja vor allem, dass so viel Geld dadrauf äh auf eine für eine Lösung ausgegeben wird, die also einerseits nicht den Standards entspricht, die wir gerne sehen möchten. Ja, was Privatsphäre, Datenschutzsicherheit und so weiter äh betrifft. Andererseits muss ohnehin das Gesetz dafür angepasst werden, um das überhaupt zu ermöglichen und dann kann man in dem Moment auch gleich das Gesetz so ändern. Dass eben die Lösung, die die Corona-Warn-App jetzt in einer sehr viel besseren Implementierung bietet, auch ausreichen würde, weil einfach das Einzige, was uns jetzt wirklich hilft, ist die schnelle Benachrichtigung. Gesundheitsämter haben bewiesen, dass es nicht funktioniert, Bei solche hohen Inzidenzen.
Linus Neumann
Und ähm dazu noch ergänzend. Ähm also ne, ich würde sagen, die die Schnelligkeit der Alarmierung sticht die Möglichkeit, eine Quarantäne zu überwachen oder anzuordnen, denn wenn man jetzt deinen Gedanken weiterführt, Michael kommt man als nächstes an dem Punkt, dass die Leute sich an die Quarantäneanordnung nicht halten. Einfach. Das äh und, dann hast du wiederum nichts gewonnen, beziehungsweise hast dann die Diskussion, dass du als nächstes sagst, jetzt brauchen wir aber die digitale Fußfessel-App, damit die Leute sich daran halten, wir kommen. Ähm glaube ich, mit diesen Lösungen nur weiter, wenn wir ähm zumindest mal davon ausgehen, dass die Menschen Compliance sind. Und wenn ich wenn jetzt tatsächlich sich rumspräche, übrigens, hör mal, ich habe diese Luca-App gehabt. Äh jetzt habe ich irgendwie eine Quarantäneanordnung bekommen dann nehme ich nächste Mal lieber. Ein Laden, wo nicht so ein Luca-Logo dran ist, dann ist auch wieder keinem geholfen. Also, wenn wenn die Dinger wirklich harte Sanktionen haben. Ähm dann dann tust du dir auch wieder keinen Gefallen. Also mit dieser App kann harte Sanktionen machen kommst du nicht weiter, weil das, automatisch auch wieder ein Argument gegen die App ist. Ähm hätten wir jetzt alles einfacher sagen können. Punkt äh Ende vom Lied ist, schnellere Alarmierung ist, glaube ich, wichtiger als Quarantäne-Anordnung. Ähm. Und Quarantäneanordnung ist auch kein selbst, kein Wert an sich, weil sie nicht stärker ist als eine gute Information bei einer roten Warnung, weil beides können die Leute vollständig äh umgehen. Und ich muss da auch zugeben, dass ich auch von Fällen weiß, wo das passiert ist, wo Leute ihre kann Quarantäne gebrochen haben. Also das ist ein Problem, ich würde aber auch sagen, ist kein nicht ein so großes, wie man immer meint. Weil wir grade in dieser Pandemie auch immer wieder, weißt du, immer die anderen sind nicht. Ich bin die vernünftige Person, die den ganzen Tag nur alles richtig macht und die anderen da draußen, die Koronisten, die machen den ganzen Tag nur Party. Äh das machen die aber zu Hause, weil weil draußen sehe ich die ja nicht. Also ich glaube, dass wir insgesamt alle mehr ähm äh also besseren Schutz und bessere Eigenverantwortung wahrnehmen, als vielleicht im Durchschnitt man vermutet. Okay der Diktator fühlte sich bemüßigt, sich primär zu unserem, zu unseren Einlassungen, zu äh alles dichtmachen, zu äußern. Ich lese das jetzt mal so ein bisschen zum diktatorischen Tonfall vor.
Tim Pritlove
Nicht übertreiben.
Linus Neumann
Nee, nee, nur so. Wann waren die Zustände auf den Intensivstationen schön? Intensivstation bedeutet Kampf ums Überleben. Jeden Tag sterben im Schnitt zweitausendsechshundert Menschen schon immer, behaupte einfach, dass keiner dieser Toten schön oder gesund oder glücklich stirbt. Das Problem ist einfach, dass plötzlich eine Betroffenheit in der Welt ist. Keiner. Der jetzt so aufgeschreckten Gutmenschen hat sich vor Corona um die Patienten auf den Intensivstationen Gedanken gemacht. Keiner um die täglich zweitausendsechshundert Menschen, die schon immer gestorben sind keiner kümmert sich um die circa fünfzig Toten, die täglich wegen resistenter Keime im Krankenhaus sterben. Eure ersten Minuten waren Mainstream, rückgradlos, pseudobetroffen und unreif. Bleibt beim Thema Netzpolitik da kennt ihr euch aus und für dieses Wissen schätzen wir euch. Euer Pseudo Gutmenschentum legt bitte vor Aufnahme beiseite oder macht vorher einen Podcast, wo ihr diese Themen behandelt. Verseucht aber bitte den LNP-Podcast nicht. Themenfremder Meinung, Also jetzt muss ich kurz dazu sagen, ne? Der Tim macht ja schon extra ein pseudo Gutmenschentum Podcast, zur Pandemie mit Pavel.
Tim Pritlove
Aber sowas von Pseudo.
Linus Neumann
Ja. Also ich äh ich bin äh bin ein bisschen ähm überrascht. Tim, du wolltest da noch was zu sagen?
Tim Pritlove
Also Themen fremd, nehmen wir doch erstmal dieses Wort raus. Themenfremd, was ist denn Themenfremd? Also wer der Meinung ist oder überhaupt den Eindruck gewonnen hat hier in den letzten Jahren, dass äh das Inhaltsspektrum, dieses Podcast durch zwei Worte Logbuch und Netzpolitik im Titel ausreichend und umfänglich und abschließend beschrieben ist, hat vermutlich nie richtig zugehört. Wir setzen hier Themen. Nach Gussow, nach Gefühl, nach Bauch nach Sachlage vor Ort und nachdem, was unserer Auffassung nach thematisiert gehört Warum sollten wir sonst einen Podcast machen, wenn wir nicht äh versuchen, diesem Drängen nachzugeben. Netzpolitik ist sicherlich eine wichtige Klammer, aber das ist an sich schon mal auch ein sehr weites Feld. Und natürlich, kümmern wir uns auch in dem Zusammenhang um die Gesellschaft, weil das ist das, was Politik umfasst, Politik ist die Gesellschaft. Und das, was in der Gesellschaft passiert, sind politische Debatten sind politische Vorgänge, sind politische Diskurse und sind äh von daher auch wichtig für alles. Es ist wichtig für die Entscheidung darüber, mit welchen Gesetzen wir auch mit netzpolitischen Gesetzen wir diesen äh gesellschaftlichen Diskurs begleiten müssen oder auch nicht sollten. Und so weiter und sofort. Von irgendetwas anzunehmen, es wäre hier Themen fremd, wenn wir es doch eigentlich hier auch äh aus gutem Grund in den Mittelpunkt ziehen. Sieht einfach nicht, was dieser Podcast ist. Ansonsten weiß ich nicht so recht, worüber ich mich äh sonst zuerst noch ähm aufregen soll in diesem Zusammenhang.
Linus Neumann
Würde inhaltlich dem Kommentar noch entgegnen, äh wenn jeden Tag zweitausendsechshundert Menschen schon immer äh sterben? Ja, ich übernehme die Zahlen jetzt einfach mal so Ja, ist das eine konstante und die Menschen sterben halt irgendwann, also auch ich werde irgendwann sterben, sehr äh unkomfortabler Gedanke, ja? An Alter. So, jetzt nimmst du aber hier das Beispiel, wer kümmert sich um die circa fünfzig Toten, die täglich wegen resistenter Keime im Krankenhaus sterben? Auch das ein Problem, haben wir auch kürzlich sogar drüber gesprochen. Ähm wenn diese Anzahl der fünfzig Toten plötzlich exponentiell ansteigen würde, dann wüsstest du, wie viele Leute sich darum kümmern würden ja? Das ist das, warum man sich hier gerade äh Gedanken macht und lieber Dictator, das kannst du dir in Indien anschauen. Ähm zur Zeit äh das kannst du dir aber auch in ähm anderen Ländern anschauen, die an die Grenzen der medizinischen Versorgungsmöglichkeiten kommen. Tatsächlich ist es so, würde die Anzahl der Coronatoten bei dreihundert konstant bleiben, Ähm hast du, könntest du dein Argument bringen? Wir erleben aber gerade in einer Gesellschaft, in der wir, unglaublich aufpassen müssen in einer Situation, in der wir unglaublich aufpassen müssen, dass sich an dieser Zahl nichts, massiv exponentiell ändert. Und das ist der Kern der ganzen Gesellschaftlichen Debatte, den hättest du hier noch irgendwo mit würdigen müssen.
Tim Pritlove
Ich will auch nochmal dadrauf hinweisen, dass wir keine Pseudo Gutmenschen sind.
Linus Neumann
Nein, wir sind richtige Gutmenschen.
Tim Pritlove
Sind richtige, richtige, voll ausgewachsene äh geprüfte Gutmenschen.
Linus Neumann
Ja. Ja. Ja. Und wir machen den ganzen Tag nichts anderes als gegen Schlechtmenschen kämpfen.
Tim Pritlove
So sieht's aus. Und das machen wir sogar ganz gut.
Linus Neumann
Wahrscheinlich. Ewo. Sagte dann, ich könnte, na, ich gehe da jetzt nicht mehr drauf ein. Evo, ähm hallo. Bei Heise heute noch ein interessanter Artikel zur CWA Umfrage digitaler Impfnachweis macht Corona-Warn-App attraktiver, So, ich ähm möchte den jetzt also, weil der Link so tatsächlich ähm auf diesem Weg kam und ist ja wirklich spannend, ne? Das das finde ich jetzt wirklich auch, ich kann mir nicht, also ich, Finde es wirklich überraschend ähm äh ich zitiere aus dem verlinkten Artikel, ein digitaler Impfnachweis dürfte laut dem Verband Eco, der die Umfrage gemacht hat. Zusätzlich zum gelben WHO Impfpass aus Papier. Insgesamt vielen Menschen entgegenkommen wie eine zweite repräsentative Befragung unter eintausenddrei Menschen in Deutschland ab sechzehn Jahren im Februar ergeben habe. Einundfünfzig Prozent der Teilnehmer wussten demnach spontan nicht, wo sich ihr entsprechendes Dokument befindet. Achtundvierzig Prozent vielergegen sofort ein Wurst liegt. Ähm, Einige hatten den Impfpass verloren und daraus. Sehen sie äh oder daraus leiten sie ab, dass Menschen. Offenbar sagen, sie hätten gerne einen digitalen Impfausweis. Ich, wie gesagt, bleibe dabei. Ich bin mir nicht sicher, ob denen klar ist, was es bedeutet, wenn sie den halt noch nicht haben. Aber ähm gleichzeitig sehe ich auch, vor ein paar Wochen auch mit Thomas da mal drüber gesprochen ähm. Dass ich dass ich nun tatsächlich auch in Deutschland, heute haben wir, glaube ich, zum ersten Mal eine Millionen geimpft, Menschen am Tag, wenn ich das richtig gesehen habe Das heißt, ähm wenn man jetzt überlegt, wie schnell Deutschland so etwas gebastelt und ausgerollt kriegt, kann es tatsächlich sein, dass wir an den Punkt kommen, dass die Impfzahlen stagnieren oder sinken, weil wir nicht mehr genug Impfige finden, und da hatte Thomas ja schon auch das Argument gebracht, dass dann quasi ähm dass in Aussichtsstellen von Lockerungen beziehungsweise Privilegien, wie ich es nenne, für Geimpfte ähm weitere, ungeimpfte motivieren könnte, ähm sich vielleicht doch mal kurz in den Arm stechen zu lassen und sich so ungefähr die größte Errungenschaft der Menschheit äh injizieren zu lassen.
Tim Pritlove
Nämlich den Chip von Bill Gates.
Linus Neumann
Genau. Nein, ich ich nehme den von. Ähm wie heißt der? Tim Apple.
Tim Pritlove
Echt.
Linus Neumann
So dann außerdem hat Evo noch äh darauf hingewiesen, dass. Unsere Freunde von PreTex. Äh die ersten waren offenbar die den CWA-Check in mit eingebaut haben. Also die ist in in die App haben sie die äh Event-Check-Infunktion für die CWA, äh mit eingebaut, kann für jede Veranstaltung automatisch ein Corona-Warn-App kompatiblen QR-Code generieren. Je nach typischem Besuchsverhalten kann sich dieser entweder täglich ändern oder zu jedem Input hinterlegten Zeitslot.
Tim Pritlove
Du
Linus Neumann
Kann ausgedruckt werden oder zum Beispiel auf einem Monitor im Eingangsbereich angezeigt werden.
Tim Pritlove
Genau, du solltest noch kurz erwähnen, was äh ist, also Pritic ist so eine Open-Source äh Software, die, auch ähm kommerziell betrieben wird, aber komplett äh oder fast komplett äh auch Open Source verfügbar ist, kann man sich also auch selber äh einfach äh nehmen, selber installieren und kostenlos betreiben, um so äh Event äh Systeme, Zugangssysteme und so weiter damit äh zu machen, funktioniert super, haben wir auch schon mal äh benutzt für unsere Veranstaltung hier.
Linus Neumann
Immer benutzt bei allen Veranstaltungen haben wir das benutzt.
Tim Pritlove
Genau und ähm Ja und das äh zeigt auch schön, was so ein guter Standard ein ordentlich gemachte äh Methode da bewirken kann. Es ist halt einfach dokumentiert. Man kann einfach so einen Code äh generieren, der dann automatisch mit dieser CBA kompatibel ist und das ist irgendwie eine ganz gute ganz gute Geschichte.
Linus Neumann
Ist auch schön, dass sie das gemacht haben. Ähm Tim, an der Stelle könnte man noch empfehlen. Es ist doch nicht allzu lange her, dass du den Rami in der Freakshow hattest, wie ihr den Rami in der hattet. Äh sollten wir in den in den verlinken.
Tim Pritlove
Genau, da haben wir sehr ausführlich und lange darüber äh gesprochen, nicht nur, aber sehr viele auch und ja, das war eine ganz gute Sendung. Zweihundertvierundfünfzig Chatroulette Business Edition heißt die.
Linus Neumann
Okay, dann schrieb äh noch Peter Pool. Ähm wie Linus Neumann von dem Grundrechtsgelaber, von Heribert Brantel spricht gefällt mir nicht. Über Grundrechte labert man nicht, auch ein Heribert brannte nicht, die Aussage empfinde ich als ungehörig. Dem würde ich entgegnen. Gelaber wird ja nicht aufgrund des Themas zum Gelaber, sondern aufgrund seiner Qualität. Und das ist auch das, was ich gesagt habe, dass äh Heribert Brantel da seiner eigenen Qualität, hinter seiner eigenen Qualität und Möglichkeit zurückbleibt. Nur weil das Thema Grundrechte sind, ist ja nicht automatisch die Qualität der Argumentation gesichert, Also wir sprechen ja zum Beispiel, glaube ich, in jeder Folge über Grundrechte und ich hoffe, es ist in der Regel kein Gelaber ist. Also, ob etwas Gelaber ist oder nicht, ist vom Inhalt unabhängig. Heribert Brannte, das war mein Vorwurf. Labert tatsächlich größtenteils einfach nur so vor sich hin, ohne eben die seinem Niveau und seinem Intellekt angemessenen Gegenvorschläge ähm zu seinen eigenen Kritikpunkten zu etablieren. Also er sagt, das ist eine Grundrechtseinschränkung. Ja, das wissen wir. Ne, aber die Frage ist ja, Was ist die Alternative? Wie kommen wir mit weniger Einschränkungen zum Ziel? Und das sind zum Beispiel, wenn ich das ganz kurz arbeiten darf so Debatten, die wir hier insbesondere im Bereich Daten sammeln und so weiterführen, dass wir sagen, okay, was ist das Ziel? Wie können wir's erreichen? Wie können wir so wenig wie möglich auf den Weg dorthin kaputt schlagen? Und genau das ist die gleiche Frage, muss sich Heribert Brannte auch stellen, wenn er und es wenn er die ähm ähm gesellschaftlichen Sachverhalte kritisiert, die er kritisiert und ich sitze da und höre ihn und denke mir, so und jetzt komm, jetzt sag eben, wie man's hätte besser machen können und das bleibt ihm immer weg. Er sagt nur, das ist eine Grundrechtsanstalt. Das ist eine Grundrechtseinschränkung. Wie so ein Querdenker, der verhaftet wird. Ja, ist eine Schreckung. Ja, ist es, ist es tatsächlich? Aber es ist halt eine, wo dran steht, dass man das jetzt gerade darf. Und äh das das laste ich Heribert Brantel an, dass er nicht mit all seinen Ressourcen hier seinem Argument einfach die Stärke gibt, zu sagen, so und so hätte man's besser machen können und deswegen ist das Mist. Und, der muss sich zum Beispiel mal loben oder mal als Beispiel nennen, äh die Gesellschaft für Freiheitsrechte, die wehrt sich gerade gegen die Ausgangssperren. So, ähm äh kann man lange drüber diskutieren, aber eine Ausgangssperre ganz klar äh Grundrechtseinschränkungen und die sagen nämlich hier so. Die sind unverhältnismäßig, weil sie nicht auf einem schlüssigen Gesamtkonzept beruhen und weil man im Zweifelsfall andere mildere Mittel hätte. So und die benennen sie dann auch und dann haben sie Verfassungsbeschwerde und ja, ich halt, ich rechne der als als juristischer Laie irgendwie relativ gute Chancen aus. Immerhin, tragen sie eine Argumentation vor, äh die, die, die, der ich folgen kann und die vertretbar ist und die eben auch über Alternativen argumentiert. Und das äh macht Heribert Brannte leider zu wenig. Das wäre so ein bisschen Feedback äh zu dieser Folge gab es sehr viel Feedback, sehr viel Kommentare und Diskussionen auch zu den äh Schauspielern. Wer sich daran beteiligen möchte, kann das gerne noch tun, Wer das nicht mehr machen möchte, äh kann dieser Folge was anderes kommentieren. So Tim.
Tim Pritlove
Ja, dann haben wir noch eine eine traurige Nachricht, wie ich finde und das wollte ich an dieser Stelle aber auch noch mal kurz äh erwähnen oder nicht unerwähnt lassen. Und zwar ist gestorben und zwar, und mag vielleicht vielen von euch erstmal nichts sagen. Allerdings ist er so in der Hackerszene, Hackerkultur und zwar weltweit. Extrem bekannt, weil er einfach ähm einer dieser, schillernden Beispiele, ist für so diese besondere Großartigkeit, die einfach äh meiner Auffassung nach in dieser Szene oft zu finden ist. Also jemand, der einfach technisch extrem kompetent ist insbesondere äh im Bereich DNS, zu denen Koryphäen gehörte und glaube, sogar irgendwie äh maßgeblich bei. Der Entwicklung des Ganzen.
Linus Neumann
Maßgebliche Schwachstellen. Ja.
Tim Pritlove
Und Krypto DNS und so weiter. Also diese ganze äh Technologie extrem vorangebracht hat, also da bahnbrechende äh Sachen gemacht hat, aber einfach auch ein unfassbarer, Entertainer äh war. Er war.
Linus Neumann
Großartiger Vortragen da ja.
Tim Pritlove
Großartiger Vortrag, er war mehrere Male auf dem Chaos Communication Kongress, hat den Kongress auch sehr gemocht. Auch wenn er natürlich so Blackhead und in USA halt vor allem der äh einer der Stars war, aber eben auch oft zu uns gekommen ist und dort immer wieder ganz hervorragende Vorträge gemacht hat. Hast du wahrscheinlich auch gesehen Linus, ne?
Linus Neumann
Dass er gestorben ist, habe ich gesehen und ich habe auch Vorträge von ihm gesehen. Ich glaube, der Letzte, den ich gesehen habe, war auf dem achtundzwanzig C drei. Ich bin mir nicht sicher, ob er danach überhaupt noch mal bei uns war.
Tim Pritlove
Ähm zweitausendfünfundzwanzig C drei achtundzwanzig C drei. Äh ja, das kann der letzte gewesen sein, wo er bei uns war, genau. Mhm. Black Ops of TCP.
Linus Neumann
Ich glaube nicht, dass er in Hamburg war oder leiht sich.
Tim Pritlove
Glaube ich auch nicht.
Linus Neumann
Ja. Gucke gerade noch nur.
Tim Pritlove
Was der Grund ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall äh in, in, in.
Linus Neumann
Wenn man aus Media CZUS.
Tim Pritlove
Findet man nur achtundzwanzig C drei als als spätestes Ding. Aber diese alten Vorträge sind äh nach wie vor sehr unterhaltsam anzuschauen. Man merkt einfach, was er für eine goldene Gabe hatte, über seine Themen zu reden, also vor allem sehr sehr unterhaltsam, also lustig, schwungvoll, gut erklärt, jedes Mal eine Show und totales Highlight. Ich habe ihn ähm dann auch mal gebeten, ähm und habe einen Podcast mit ihm gemacht, damals noch in meiner experimentellen, reine Chaos, Radio International, das ist so eine Serie von englischsprachigen Interviews, die ich gemacht habe, findet ihr nicht auf der Meterebene, ist noch auf Chaosradio CCC DE äh archiviert und eine Stunde ein Gespräch, äh ihm, wo man, glaube ich, ganz guten Einblick bekommt, wie er so denkt über, und überhaupt äh auch über den Kongress und so weiter und ja, also wenn ihr die Gelegenheit habt, euch äh auf diesem Weg nochmal mit ihm zu beschäftigen, macht das jetzt leider extrem früh gestorben, war jetzt zweiundvierzig, Komplikationen seiner Zuckerkrankheit und das hat ihn leider dahin gerafft. Sehr schade und äh ja. So ist es leider.
Linus Neumann
Ja. Sehr traurig und ähm sollten wir in guter Erinnerung und als Vorbild behalten.
Tim Pritlove
Um euch gleich wieder auf Laune zu bringen, ist noch eine andere Story irgendwie ausgegraben, die die Story fand ich wirklich super. Und zwar gab's eine Frau in äh Texas, die hat irgendwie geheiratet, woraufhin sich ihr Name geändert hat und dann ist sie irgendwie zum Amt gegangen, hat gesagt, so, Jörg, bitte mach mal den neuen Namen bitte am Führerschein äh eintragen, immer so bürokratische Prozesse nach sich zieht, da stellt sie sich raus, dass gegen sie eine vorliegt und zwar schon seit einundzwanzig Jahren. Wovon sie keine Ahnung hatte, aber in dem Moment kam's irgendwie raus. Und äh auf die Frage, warum denn bitte äh äh das? Und worum's denn davon nichts äh wüsste. Ja, sie hätte eine Videokassette ausgedient bei einer Videothek, so eine VHS-Kassette und nicht wieder zurückgebracht. Und daraufhin ist wohl gegen sie Anzeige äh erstattet worden. Weil irgendwie eine Folge von äh Sabrina The Teenatwitch äh sozusagen nicht wieder zurückkam. Diese Videothek gibt's natürlich nicht mehr, weil, Gibt keine Videotheken äh mehr, also zumindest nicht in USA. Hier gibt's komischerweise noch welche. Ich habe ich habe hier um die Ecke tatsächlich doch so eine Videothek und frag mich immer wieder, was. Warum, wie? Egal, ne? Und dann, na ja, dann kam also diese ganze Story raus und meinte, ja, das hätte sich auch irgendwie schon gewundert, warum sie so in den letzten Jahren immer äh häufiger von ihren Jobs einfach so gekündigt wurde und nie so genau wusste, warum eigentlich.
Linus Neumann
Oh Mann.
Tim Pritlove
Und das ist halt so eine Story, ähm. Also sie meinte so die wüsste gar nichts von dieser Videokassette und das was weiß ich, haben vielleicht ihre Kinder ausgeliehen oder keine Ahnung. Äh das wird wahrscheinlich nie geklärt werden, weil wie gesagt, diese Video äh Theke Kette überhaupt nicht mehr gibt, war wahrscheinlich weiß nicht ganz genau, Und ähm trotz alledem sind halt diese Records da, worum's nie wirklich jetzt zu einer Verhaftung kam. Weiß ich nicht, aber die Unternehmen, die sie beschäftigt haben, die konnten dann halt solche Backgroundchecks machen und kriegten dann halt irgendwie so eine Meldung mit so, ja, hier und so weiter, diese halbautomatisierten Human Resource Departments wahrscheinlich einfach gesagt haben, die Frau sowieso. Nicht, dass ihr irgendjemand sagt, warum. Hm? Fand ich mal wieder eine sehr bemerkenswerte Story, die äh schön zeigt, was so The Power of Data im Hintergrund ist und Auskunftssysteme, die nicht äh öffentlich und transparent agieren oder der notwendigen Kontrolle unterliegen oder zumindest regelmäßig immer mal wieder geordnet werden oder, auch die die Inhalte überprüft werden, ob sie überhaupt stimmen. Und wie die Polizei jemanden einundzwanzig Jahre lang suchen könnte, wahrscheinlich problemlos aufzufinden ist, ist mir dann nochmal ein ganz anderes Rätsel, Also mal schön aufpassen, immer schön Videokassetten zurückbringen, ihr wisst Bescheid.
Linus Neumann
Ja. Also, ich meine, wie die wird auch jetzt schwer zu bekommen sein, ne, wenn sie die jetzt noch schuldet, also.
Tim Pritlove
Das Ding wurde mittlerweile dann aufgehoben. Das haben sie dann irgendwie eingetütet.
Linus Neumann
Okay.
Tim Pritlove
Linus, wir haben schon so lange, so lange nicht mehr über die Luca-App gesprochen. Bestimmt schon eine Woche oder so.
Linus Neumann
Ja, wir wir haben es ja beim letzten Mal schon gesagt, wir wollen zum letzten Mal drüber gesprochen haben.
Tim Pritlove
Ja, das wird, glaube ich, nix.
Linus Neumann
Also es wird äh ich ich möchte wir machen heute nur eine Luca News zwei. Und ähm Ansonsten, aber die halten wir auch kurz Weil das Thema hängt mir, glaube ich, echt inzwischen einfach zum Halse raus und ich muss mir noch ein bisschen Motivation äh erhalten darüber zu sprechen, weil ich das am nächsten Mittwoch im Ausschuss Digitale Agenda des Bundestags nochmal machen muss. Ähm und heute ist aber erschienen. Das finde ich sehr bemerkenswert, eine gemeinsame Stellungnahme zur digitalen Kontaktverfolgung von siebenundsiebzig Professorinnen, Professorinnen und Mitgliedern der akademischen Forschung ähm. Die äh Luka kritisiert. Ja, ähm und das ich, ne, sie haben einfach mal gesagt, sie haben nämlich vor letztes Jahr, als es um die äh CWA-Debatte ging, einen offenen Brief an Regierungen geschrieben und äh appelliert Technologien zur digitalen Kontaktverfolgung, Verantwortung und zielgerichtet zu entwickeln, wurden Prinzipien gefordert, nämlich die Zweckbindung, Offenheit und Transparenz, die Freiwilligkeit und eine sinnvolle Risikoabwägung. Ja? Und sie sagen, attestieren auch der CWA, dass die größtenteils vorbildlich umgesetzt wurden. Bei der Zweckbindung geht's eben darum, ne, sollen nur diesem einen Zweck dienen und sollte dann eben auch äh sich im Prinzip erledigt haben. Das hatte ich ja auch gesagt, die Corona-Warn-App ist im Prinzip gebaut zum Aussterben, ja? Ähm einigen von euch wird sicherlich auffallen, dass die euch auch regelmäßig dran erinnert oder euer, iPhone oder Android-Telefon erinnert euch daran, dass das noch aktiv ist und ob ihr es noch braucht und Apple und Google haben auch angekündigt, dass sie diese Notification Framework Funktionalität regional ausschalten werden, wenn man sie nicht mehr braucht, ne? Also keinerlei Möglichkeit für ein Geschäftsmodell nach der Pandemie äh Offenheit und äh Transparenz, ne, dass also äh. Eben zum Beispiel der die Akademie sich konstruktiv am Entwicklungsprozess beteiligen kann und den unabhängig begutachten kann, freiwillige Nutzung und Risikoabwägung. Das ist ja der der wichtige Punkt, den wir eben auch nennen, die Beurteilung des Nutzens und der Risiken einer Lösung müssen im Vorfeld unabhängig und öffentlich geprüft werden können. Und jetzt kommen Sie also zu dem Schluss, dass das bei der Luca-App, nicht der Fall ist. Keines dieser vier Prinzipien ist erfüllt. Ähm das bereits in vielen Bundesländern eingesetzte Lukas-System erfüllt keine dieser Prinzipien. Ähm und sie kommen zu dem Fazit, wir empfehlen eindringlich die Besinnung auf die umbenannten Prinzipien und deren Anwendung bei der Entwicklung digitaler Werkzeuge zur Kontaktnachverfolgung. Insbesondere sollte aus unserer Sicht keinen de facto Zwang zur Nutzung einer Lösung geben, die diese Prinzipien eklatant verletzt. Um das Thema Zwang, da werden sie wahrscheinlich um die Diskussion aus den Diskussionen gelernt haben, dass sie eben sagen, es ist ein de facto Zwang, wenn halt ne Länder so und so viel Geld investieren und in ihren Verordnungen drinstehen haben, macht das mal damit, dann ist es halt letztendlich etwas, was den Menschen keine andere informierte Wahl mehr übrig lässt. Ich fühle mich natürlich auch äh geehrt, dass sie die Stellungnahme des CCC unter ihren Referenzen haben, viele andere, äh die sie da auch drin haben und dann jetzt kommen wir mal dazu, die Erstunterzeichnenden, ne? Unter, das sind alles Leute mit Professoren bis auf einige wenige, wo ich sagen würde die sind wirklich auf dem besten Weg, diesen Professorin bei zu haben ja? Äh das ist sind einfach noch äh einfach dem Alter geschuldet, weil die paar Leute, die kriegen ja auch fast alle und da sind jetzt so ich ich lese jetzt mal nur so ein paar vor und ich weiß, da werden sich jetzt einige auch übergangen fühlen Wir reden hier von siebenundsiebzig Namen, die kann ich nicht alle nennen, ne? Aber vielleicht mal so die Affirdiation. Dort Professor Doktor Florian Alt, Universität der Bundeswehr München. Ähm Michael Backes, Sispa Helmholtz Center for Information Security ist der Leiter dort. Äh Markus Bläser Universität des Saarlandes, Erik Bonn Heinz Nicksdorf-Institut der Universität Potsdam. Universitätspotsdam, da gibt's ja auch das HPI, Institut sogar vom HPI gibt es Unterzeichnende, ja? Also das sind ja da kommen ja diese äh Leute her, ja? Ähm, Du liest hier äh Namen, ne, also sehr viel CISPA, das äh Gabi, Dreh Rodosek, äh äh Bundeswehruniversität, äh also dieses Forschungsinstitut Code Hannes Federer ja? Ähm das ist der, also hier in seiner Rolle als Professor an der Universität Hamburg, ist aber auch der ähm Präsident der Gesellschaft für Informatik ja? Also hier ist hast du wirklich alle. Äh seeadöses äh von der TÜD ähm also ich bitte, Tibor Yaga, bitte sehen Sie es mir nach, dass ich jetzt nicht alle benenne, aber ich kann auf jeden Fall sagen, wir fallen jetzt wirklich kaum Leute ein, ähm die das nicht unterzeichnet haben unter den ersten Unterzeichnenden und dann gibt's ja auch noch die weiteren Unterzeichnenden und da sind jetzt auch schon wieder dreihundert dazugekommen. Und so läuft das eben, ne? Also da da ist dann jetzt, bin ich auch relativ ist ja für mich auch eine persönliche Erleichterung so, weil es ja zwischendurch auch sehr ähm ja, bösartige Angriffe oder Vorwürfe von Seiten Culture for Life gegen den Chaos-Computerclub gab, ne, wir würden da irgendwie eine Partikularmeinung vertreten. Das sollte sich dann jetzt auch wirklich erledigt haben. Ne, also das ist, Ja, das äh kann man sich mal durchlesen, finde ich sehr spannend und ähm ich denke, da sollte man sich auch äh viel mehr drauf beziehen, als das bisher ähm ähm mediale Aufmerksamkeit bekommen hat.
Tim Pritlove
Ja, das ist schon ziemlich vernichtend.
Linus Neumann
Ja, also das sind wirklich mal äh also da das das sind die das ist die akademische Forschung, der im Bereich der des Datenschutzes und der IT-Sicherheit und ähm, ich kann auch gewissermaßen verstehen, dass sie sich da so zu melden. Das ist ja, muss man ja auch sagen, ein seltener Schritt, dass sich die Akademier in so einer Zusammen, in so einer fortgeschrittenen Auseinandersetzung zu Wort meldet, insbesondere, wenn es jetzt um ein spezifisches Produkt geht, ne? Ähm die haben sich davor. Bei der Spezifikation gemeldet, als um die Corona-Warn-App ging, ne? Und es ist auch ein ähm. Einmaliger Vorgang, dass die halt so ignoriert wurden.
Tim Pritlove
Ich kann mich da an gar nichts erinnern, wo das schon mal stattgefunden hat.
Linus Neumann
Ja ja doch, doch, doch, die haben, das hatte ich ja gerade. Also, ja, weil ich ja gerade schon gesagt, die haben ein äh damals gab es diese Debatte noch um zentral dezentral und da haben die sich genauso wie der CCC äh auch auch zu Wort gemeldet. Ganz klar, Ja, natürlich. Ist so. Und ähm. Ne, dass die natürlich ihre Prinzipien benennen und wofür unterhalten wir uns denn alle diese muss ich auch sagen, dass die andere Sache, die ich daran so spannend finde, dass dir da mal so einfällt so, ja man denkt immer so, hier in der Ruhruniversität Bochum, ne, da weiß man, das ist irgendwie da auch mehrere Professoren von der Ruhr Universität Bochum dabei. Das ist so eine der bekannten IT-Security, ne, da hast du Darmstadt, ähm, Torsten Holz natürlich eine Universität Bochum und so weiter. München, aber das ist dann auch mal siehst du, okay krass, wir haben vielleicht doch eigentlich in Deutschland so was wie eine, ähm wirklich respektable IT-Security-Community, die müssen da halt auch einfach mal alle so ein, so ein Brief unterschreiben, damit man die Namen mal alle hat. Ja, finde ich schon sehr ähm. Sehr beeindruckend und sehr schön. Kann auch verstehen, dass sich diese Millionen von Euro jedes Jahr, ne, aus öffentlichen Geldern ähm und äh Drittmitteln finanzierten öffentlichen Forschungseinrichtungen, dass sie dann eben auch sagen so, na ja, wäre schon schön, wenn wenn das, was das Wissen, was wir hier aufschreiben und die Forschung, die wir betreiben, vielleicht auch irgendwo, dass die Gesellschafter auch von partizipieren und profitieren können. Ja, insofern finde ich das eine naturgemäß sehr äh sehr bemerkenswert und äh sehr äh erfreulich. Dann gab es noch einen Fall, ich weiß nicht, hatten wir eigentlich Ralf Rottmann hier schon mal erwähnt, ja, ne?
Tim Pritlove
Ich glaube nicht ähm Auch neulich übrigens äh zu Gast. Da ging's aber um was ganz anderes. Ähm nein, aber Ralf äh hat auf jeden Fall auch eine Menge Spaß mit der Luca-App in den letzten Wochen, das kann man nicht anders sagen, hat sich da aus verschiedenen Gründen das Thema ganz gut reingebissen und äh ja, bleibt dran. Und findet auch immer wieder lustige Sachen raus, unter anderem, dass äh ja das das ist sozusagen diese App auch Verwendung, findet an Orten, wo es eigentlich gar nicht sein könnte.
Linus Neumann
Der hat ein Brillengeschäft äh in Dortmund entdeckt, äh wo man wo die Kunden und Kunden und Kunden mit der Luca App einchecken müssen. Aber in Dortmund sind die Gesundheitsämter noch gar nicht an die App angeschlossen. Und ist natürlich dann hat er die angetwittert, hat gesagt, hier wie kommt ihr denn damit euer gesetzlichen Pflicht nach, diese äh Daten zu sammeln. Und das haben die dann irgendwie längere Zeit ignoriert und ähm dann passierte Folgendes, ähm. Er twitterte dann, Ja, also sie hätten's jetzt irgendwie endlich abgeschaltet, das könnte aber damit zu tun haben, dass er da äh jeden Tag fünfhundert Leute eingecheckt hat. Die, die dann nämlich manuell wieder auschecken müssen. Was ja bei der Luca App geht. Wir haben das ja äh äh genug, ich wiederhole das nur nochmal bevor es wieder heißt ja das geht beim Zettel auch, ja beim Zettel kannst du auch falsche Daten draufschreiben, weil du kannst nicht auf einen zentralen Zettel in der Mitte des Internets in jeder Location ein, alle möglichen Daten reinschreiben und ja, Ralf hat sich jetzt irgendwie auf Twitter halt dazu bekannt, dass es damit zu tun haben könnte. Dass er da halt äh viele hundert Leute jeweils eingecheckt hat. Darauf wurde er dann, von von dem ähm von Patrick Hennig ähm kommentiert Du bist halt so ein richtig starker Typ, Glückwunsch für deine tolle gesellschaftliche Verantwortung. Und da stellt man sich ja schon die Frage, ich meine, wo fängt denn die gesellschaftliche Verantwortung an, wenn ich einen Laden diese App benutzen lasse, dessen Gesundheitsamt noch gar nicht angeschlossen ist. Oder wenn Ralph Rottmann dann da hingeht und sagt, ich ich gehe mal hin und nochmal und nochmal und nochmal. Also, ich finde es ehrlich gesagt, das finde ich tatsächlich ein Problem, wenn die Luca-App-Locations mit dem falschen Glauben anwirbt, sie würden Daten sammeln, die ihr Gesundheitsamt entschlüsseln könnte Ähm ich möchte aber auch gleich dazu sagen, warum äh die Luca-App das macht oder machen kann, Oder meint, machen zu können, das ist nämlich, weil die natürlich theoretisch, Gesundheitsämter nachher anschließen können und ähm denen quasi äh den Key noch irgendwie zukommen lassen können der da vorher schon irgendwie wirkt, ja? Und ähm das ist natürlich auch das ist so typisches Start-up-Denken, ne. Voll geil, wenn wir doch schon Nachfrage bei den Kunden haben, lass uns doch den Druck auf die Locations nutzen, wenn die Locations mitmachen, lasst lass uns doch den Druck auf die Gesundheitsämter nutzen und so ähm man kann das System schneller wachsen, aber natürlich müsste man sicherstellen, dass das Versprechen, was dieser Check-In macht, natürlich dann auch eingehalten werden kann. Und sicherlich würden sie darauf entgegnen, dass sie den äh auch posthock einhalten können, wenn das Gesundheitsamt Dortmund endlich angeschlossen ist. Und ich würde entgegnen, ja, man sollte aber eigentlich, ehrlich gesagt, erst mit den Daten für das Gesundheitsamt sammeln. Anfangen, wenn das Gesundheitsamt die auch empfangen, vielleicht möchten die das ja auch nicht.
Tim Pritlove
Vielleicht ist das ja auch am Ende alles gar nicht so wichtig.
Linus Neumann
Ja, vielleicht tatsächlich, ich das ist ja der andere Gag, äh ich würde ja immer sagen, das ist nicht so wichtig, weil das Gesundheitsamt für die Daten eh nicht haben, insofern könnte man auch sagen, der ist schon ganz okay so. Aber komm, lassen wir lassen wir diesen Luka. Wir haben was ganz anderes. In Rheinland-Pfalz Tim, wir haben ein riesen Problem in Rheinland-Pfalz, unsere Bitcoins sind weg.
Tim Pritlove
Unsere.
Linus Neumann
Ja, äh also äh also die waren, die gehörten ja zumindest Rheinland-Pfalz.
Tim Pritlove
Du meinst die Kohle, die sie sozusagen beschlagnahmt haben?
Linus Neumann
Ein ein ja genau, die ja, das ist das ist auch ähm das ist wirklich sehr schön, also ähm. Das Einmaleins in Sachen Bitcoins, ja? Also es gibt eine alte Weisheit, die hier zitiert wird. Äh also wenn dir nicht die Schlüsse gehören, sind es auch nicht deine, Coins, ja? Denn das Ganze, diese ganzen Bitcoins, das ist ja auch das das Faszinierende daran, dass es ergibt ja sehr viel mehr Leute, die mit Bitcoin Traden und Handeln und meinen damit reich werden zu können oder vielleicht auch damit reich geworden sind als Menschen, die wirklich verstehen, wie Bitcoin funktioniert und nur ein Bruchteil der Leute, die mit Bitcoins rumfuchteln, sind die, die wirklich wissen, wie es funktioniert. Und äh um es kurz zu machen, ne, also Krypto heißt das deshalb, weil man bestimmte Schlüsselmaterial braucht, um über seinen äh Wallet zu verfügen. Und, ähm wenn man diese Schlüsselmaterial hat, dann kann man über sein Geld verfügen und wenn man das Schlüsselmaterial nicht mehr hat, ähm dann kann man darüber nicht verfügen. Das ist ja der Grund, warum's dann so Leute gibt, die einen Kredit wollen, um eine Müllkippe zu kaufen, um ihre alte Bitcoin-Festplatte da drin zu finden, um die Daten wieder herzustellen und dann der reichste Mann der Welt zu sein. Ähm. Sonne, und äh jetzt hätte halt die Rheinland-Fälsche Rheinland-Pfälzische Justiz ein Bitcoin Wallet beschlagnahmt ähm von einem, Darknet äh Drogenmarktplatz namens Chemical Love und, da waren siebenhundertsiebenundfünfzig Bitcoins drauf, hier steht jetzt Tageskurs drei Komma sechs Millionen Euro. Dreiunddreißig Komma sechs Millionen Euro. Hätte ich jetzt mehr gedacht.
Tim Pritlove
Siebenhundertsiebenundfünfzig.
Linus Neumann
Noch viel mehr sein, oder?
Tim Pritlove
Dreiunddreißig Komma zwei Millionen Euro sind das gerade so.
Linus Neumann
Ah ja okay, dann haben die Angreifer jetzt schon wieder vierhundert vierhunderttausend Euro verloren durch Kursschwankungen. Okay, dreiunddreißig Millionen Euro, ist auf jeden Fall schon mal ganz amtlich. Ähm und da haben sie halt. Das Wallet ähm äh beschlagnahmt und das Wallet befand sich auf Hardware. Ja, und da ist aber jetzt nicht genau, also hier in dem Artikel ist nicht so genau beschrieben, wahrscheinlich also mit Hardware, meinen sie wahrscheinlich Computer. Und ähm. Die Justiz konnte aber nicht auf ihrem Bitcoinschatz zugreifen, denn das Volleyball Passwort geschützt verschlüsselt. Die haben dann versucht, das zu entschlüsseln und das aber fehlgeschlagen. So, jetzt. Ist halt die Frage, was ist so ein Wallet? Also ich würde jetzt davon ausgehen, ist ein letztendlich eine Datei Ne, man kann, es gibt auch sicherere Aufbewahrungsmöglichkeiten für Wallets, aber hier würde ich jetzt mal davon ausgehen, dass es eine Datei ist und solange das Wallet als Datei vorliegt und auch der Secret Kieder drin, als Datei vorliegt, dann besteht natürlich auch eine Möglichkeit das zu kopieren. Und äh diese verschlüsselte äh Wallet, nur weil du eine verschlüsselte Wallet heißt, hast, heißt das ja nicht, dass es nicht eine Kopie davon gibt oder irgendjemand anders in der Lage ist, das gleiche Schlüsselmaterial auch äh wieder herzustellen. Und das scheint hier passiert zu sein, denn von dieser Wallet, die sie da sich im Schrank liegen hatten, ähm wurden. Ähm jetzt Bitcoins transferiert ins in mehreren und jetzt sind sie halt weg. Also am ersten März, wurden zweihundertvierundsechzig Bitcoin wegtransferiert zwanzig siebzehn sogar schon. Erster März zwanzig siebzehn und Ende zwanzig neunzehn nochmal vierhundertneunundachtzig Bitcoin, Damit ist der größere Teil dieses Geldes eben weg. Es wird jetzt spekuliert, dass der verurteilte vielleicht eine terministische Wallet-Anwendung genutzt hat. Äh das ist das, dass du quasi einen kryptographischen aus dem du das wieder errechnen kannst. Da hast du eine Reihe, also eine emonische Passe, wo du einfach eine Reihe an Wörtern hast, die typischerweise durch so einen Bindestrich getrennt werden und Damit kannst du, den kannst du dir merken. Bist dauert ein bisschen, weil's viele Worte sind, aber es könnte jetzt zum Beispiel sein, dass dieser Verurteilte sich das gemerkt hat und ähm vielleicht diese Wörter einem irgendwie aus dem Gefängnis rausgeschmuggelt hat. Ähm. Kann auch, was weiß ich, ausgedruckt haben oder was auch immer. Auf jeden Fall, die Kohle ist jetzt abgewandert und der gute Mann hat natürlich auch eigentlich Prosable, die Nineability, allerdings, wenn ich das richtig verstehe, wurde der zu fünfzehn Jahren äh verurteilt, stellt sich also vielleicht auch für ihn die Frage wie der Bitcoin-Kurs dann ist.
Tim Pritlove
Na ja gut, ich meine kannst natürlich äh im Garten vergraben. So oder vergraben lassen von irgendjemand, aber ob er nach fünfzehn Jahren da noch äh die dieselben Leute antrifft, ist natürlich eine andere Frage. Aber es muss ja nicht diese Person sein. Es kann ja auch irgendjemand in der Justiz gewesen sein, der da mal so eine kleine äh Kopie angelegt hat.
Linus Neumann
Äh ja, aber wie gesagt, also ich müsste jetzt mal ausrechnen, ob ähm dreiunddreißig Millionen, ja, kommt so ein bisschen drauf an, wie lange die Passphase ist, ne?
Tim Pritlove
Also für dreiunddreißig Millionen Euro würde ich mich richtig anstrengen.
Linus Neumann
Ja, ja.
Tim Pritlove
Da kann ich mir einiges merken. Da da fragen sich die Kinder immer, wozu muss ich in der Schule lange Gedichte auswendig lernen?
Linus Neumann
Dafür lohnt sich das.
Tim Pritlove
Dafür lohnt sich das.
Linus Neumann
So, dann dann wurde wieder das ist aber nicht das einzige Geld, was wir verbraten haben. Was was vernichtet wurde. Das Geld ist ja, ist ja nicht vernichtet. Es ist ja nur woanders. Und äh die hundert Millionen US-Dollar an Investorenkapital, die in Augustus Intelligence versenkt wurden, sind auch weg, die haben sich verwandelt in zwei Millionen Dollar Schulden. Warum ist das interessant. Weil äh dass der Laden ist für den Philipp Abendtor der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor Lobbyarbeit gemacht hat. Äh und davon persönlich profitiert hat. Er hat ja dann seine Anteile, Ähm zurückgegeben, aber die sind jetzt auch äh nur in der Konkurrenzmasse, ne. Also am Tor als Lobbyist, was ja auch so witzig ist, ey, du bist Bundestagsabgeordneter und arbeitest nebenbei als Lobbyist. Das wird dann Lobbyismus genannt und nicht Korruption, ne. Das finde ich total witzig. Ähm auf jeden Fall dir der Laden ist pleite.
Tim Pritlove
Ist gut gelaufen, ne. Könnte man natürlich sagen, na ja, er durfte ja auch nicht mehr weiter lobbyieren, dann äh kann er es halt auch nicht funktionieren. Siehst du mal, was so ein Bundestagsabgeordneter wert sein kann?
Linus Neumann
Oh je. Fand ich, finde ich auf jeden Fall, na ja, was hast du schon erwartet? Ich meine, natürlich, das war doch einfach nur, ich meine, die Bude hat jetzt, die wurde jetzt geplündert und fertig ist vor allem das war ja auch allen klar, das das war ja schon absehbar, ne, als dieses Thema groß war, wurde ja auch gesagt, so dieses Unternehmen hat kein Produkt, dieses Unternehmen hat einen Angestellten und äh und und im Briefkasten oder sowas, ne. Und keine Kunden.
Tim Pritlove
Nicht überall, wo Intelligenz draufsteht, ist auch Intelligenz drin. Das sollte man sich merken.
Linus Neumann
Das ist richtig. So, dann können wir jetzt mal noch kurz ein Thema einleiten, was uns sicherlich die nächste Zeit ähm begleiten wird. Und zwar sind das so diese Ich würde sagen, allgemein Privacy-Kämpfe, die jetzt so in die nächste Runde gehen. Apple hat ja jetzt kürzlich ein relativ starke Kampfansage gegen, Tracking in Apps gemacht. Was war da denn genau los, Tim?
Tim Pritlove
Ja, es gibt jetzt ein Update für iOS, das Eiweiß vierzehn Punkt fünf Update, wo Apple, ein Feature freigeschaltet hat, was sie schon längere Zeit angekündigt haben. Ich glaube, das ist sogar von der letzten Developer Konferenz, also fast schon ein Jahr her. Ähm. App-Tracking, äh wie ist das noch gleich? AT, was gerade nicht genau sich.
Linus Neumann
App-Tracking Transparency wahrscheinlich.
Tim Pritlove
Ja, genau, das war's. Und im Kern ist das das Ausschalten eines Features, äh was es Apps bisher erlaubt hat, so app-Übergreifend quasi Aktivität zusammenzutragen unter so einer Werbe-ID warum es das überhaupt jemals gegeben hat, ähm dass ich mal außen vor, aber umso besser, dass man's jetzt abschalten kann, äh wenn man das grundsätzlich ähm noch erlaubt, dann wird zumindest bei jeder App erstmal gefragt. Darf, aber man kann's auch so global ausschalten und das verhagelt so diversen Firmen im Smartphonebereich äh besonders auf diesem iPhone Markt, wo er sich einfach mehr Leute tummeln, die viel Geld ausgeben im Netz, so ein bisschen die die bisherige Strategie. Und grundsätzlich sieht man ja auch an anderen Stellen, das einfach äh in zunehmenden Maße einfach ein Verkaufsargument wird. Das ist einfach rüstet sich so langsam zu so einem gefragten, Leute achten dadrauf, die Awareness für die eigene Privatsphäre, die steigt, und so langsam sehen die Firmen, die halt ihr ganzes Business darauf basieren und das ist vor allem natürlich Facebook und und eben auch Google so ein bisschen die Fälle davon schwimmen und versuchen auch schon mal neue Technologien oder neue Ansätze äh in Stellung zu bringen, um halt so einer etwas äh restriktiveren Datenpolicy im Betriebssystem äh ein ja etwas entgegensetzen zu können.
Linus Neumann
Hm, ich also es ist halt es, also ich wenn man mal jetzt irgendwie Privacy als als Markt äh Wert vorwegnimmt, kann man's natürlich auch einfach mal so ein Plattformkampf sehen, ne. Also Apple weiß einfach so, wir verkaufen Geräte zu so guten Preisen und wir äh brauchen dieses User-Tracking nicht, ne? Das macht tatsächlich so, dass sie das nicht ähm betreiben, dass sie halt auch vor allem wissen, so vor allem können wir das, die anderen Plattformen, die das so gut machen sehr sehr schön von unserer Plattform oder in diesen Bereich einhängen. Ähm das war ja sogar so, dass ich glaube, da hat Facebook doch sogar eine einseitige Anzeige geschaltet, dass das Apple jetzt das offene Web, äh killen würde mit.
Tim Pritlove
Ja ja.
Linus Neumann
Und so, ne? Also das waren war ein riesiger Kampf und es kommt auch ein anderer an einer anderen Stelle gibt es so ein ähnliches, Problem und das ist so diese Party-Cookies. Da hat Apple nämlich also auch, das ist aber jetzt nicht irgendwie ein Kampf, den nur Apple voranbringt, ähm sondern auch sehr viele Browser Plug-Ins und die Browser werden da auch immer besser. Ähm, Aber Apple hat ja irgendwann angefangen zu sagen, hör mal, diese ganzen, alles, was wir fürn Tracking-Cookie halten, ähm, das werfen wir eh einfach nach einer Zeit wieder weg und randomisieren die einfach nach unserer Laune durcheinander. Und ähm das. Wenn ich mich nicht täusche, zur Folge, dass ich mit einem Apple Browser andauernd wieder dieses, ich möchte was weiß ich, Spiegel der Zeit online ohne Werbung sehen, Feld klicken muss. Was mit anderen Browsern glaube ich nicht so ist, aber das ist jetzt eine reine Spekulation.
Tim Pritlove
Schon sein, ich sehe das oft und ich benutze halt äh in der Regel Safari.
Linus Neumann
Und will sagen, der Sir Party-Cookie, der stirbt. Und der führt war im Prinzip, du gehst auf eine Seite und die lädt außerdem noch Inhalte von einer anderen Seite und diese andere Seite gibt dir einen Cookie und wenn du die Seite, Wiedereingebunden hast in einer dritten Seite, ja dann erkennt die dich wieder, weil du dich nämlich automatisch mit dem Cookie wieder dort meldest. Cookies sind nichts anderes, als dass dir der Webserver sagt übrigens, ich gebe dir mal hier dieses Stück Information und wenn du das nächste Mal hier wieder antanzt mit deinem nächsten Rickfest, sendest du das bitte wieder mit Ist eine fundamental Basisfunktion ähm zum Beispiel damit so eine Seite auch unterscheiden kann, dass du eingeloggt bist, ne, wenn jetzt irgendwie der Tim sich im Backend von Logbuch Netzpolitik anmeldet, dann hat sein Browser einen Cookie. Und bei jedem Mal, wenn er sich dorthin verbindet. Sendet der Browser diesen Cookie mit und deswegen weiß die der der Server, ach guck mal hier, der Cookie, das ist der Tim der ist eingeloggt. Der darf jetzt hier zum Beispiel, ne, eine neue Episode veröffentlichen und ähm ich habe einen anderen Cookie und jemand, der nicht eingeloggt ist, hat keinen Und daran, also es ist eine Fundamentalfunktion, weil du aber diese Information immer wieder mitsendest, eignet sie sich eben auch enorm gut für Tracking. Und jetzt stirbt langsam, ne? Es wird in dem Browser irgendwie äh immer mehr zur Standardfunktion vielleicht äh einfach direkt wegzuwerfen. Es gibt eine Reihe an Plug-ins dagegen. Apple hat in ihre Browser schon Basisfunktionalitäten um die abzuschütteln und das ist. Ganz gut. Ja, dass das Cookie jetzt so langsam stirbt. Und gleichzeitig muss ich aber natürlich ähm, so ein Unternehmen wie Google überlegen, hm was ist denn eigentlich, wenn wir das nicht mehr haben? Und Google hatte früher äh gut reden, weil da konnten die eigentlich einfach alle Nutzer dadurch tracken und Nutzerinnen dadurch tracken, dass ja ähm Google der Anfang vom Internet ist. Und dann haben sie irgendwie solche äh Google Plus One und was nicht alles nur der Facebook Like Button und was nicht alles, ne? Und äh. Wenn die aber also Google vor allem wenn du halt da weg bist und eine Seite verlässt, dann ähm dann haben die halt irgendwie, sind die halt nicht so glücklich. Und jetzt haben sie sich überlegt, Ey, wir haben doch auch den den marktstärksten äh Browser. Lass uns doch mal überlegen, ob wir in denen ein Feature einbauen können. Dass ja nicht ganz so schlimm ist wie Cookies, nicht ganz so schlimm, wo wir argumentieren können, dass es ein bisschen besser und ähm, und dann können wir sagen, dann können wir im Prinzip sagen, dass wir den Cookie getötet haben für etwas, was was äh mehr Privacy Aware ist. Das scheint so ein bisschen das zu sein, ne? Was Google mit diesem Flock äh vorhat. Und, um das jetzt mal naiv zu oder so ein bisschen vereinfacht zu erklären, die Idee ist, dass sie das. Die Anonymisierung des Tracking oder nicht die Anonymisierung, aber sagen wir mal die die Unschärfe des Tracking. Auf dem auf der Browser in dem Browser schon machen, um dann nach draußen kein. Identity basiertes Tracking mehr notwendig zu haben. Also früher, ne, jeder, jede Nutzerin kriegt ihr eigenen Cookie und die Tracker äh wissen, was die Nutzerinnen macht und errechnen dadurch, was die wohl. Für Schuhe kaufen will. Ja und jetzt, also es ist, sie wollen ja keine Tracking-ID, sondern sie wollen schon, das muss man immerhin sagen. Also sie wollen ein etwas ähm ein etwas besseres Modell machen. Also am Anfang errechnest du ein Modell von. Also Kohorten sind einfach eine Reihe von Webbrowsern. Ähnliche ähm kürzliche Browsing Browser Histories haben. Also ein ähnliches Verhalten. Ne, also du. Du nimmst dir die du nimmst dir das Nutzerinnenverhalten von all deinen Browsern, analysierst das, clusterst das und sagst, aha, wer wer sind denn hier ähnliche, ne? Und dann kannst du dir unendlich viele Kohorten daraus bauen, das kannst du in so einem Modell frei bestimmen, sagst du, mach mir da bitte zwei draus, oder mach mir da so viele draus wie wir Nutzerinnen haben oder machen wir daraus halt hunderte, ne? Da machst du natürlich so ein so ein Sweetspot ähm vielleicht so lange, wie du die wie die Quorten für dich noch Sinn machen. Jetzt. Berechnet dein Browser auf deinem Gerät dieses Modell, also diese dieses Clustermodell und er rechnet für sich selber welcher Kohorte entspreche ich denn hier? Und ähm, dann sagt er dem einfach nur noch, ich bin übrigens aus der und der Cohorte. Statt zu sagen, ich bin die und die Person. Na, sie sagt, ich ähm, Und die kohorte ist natürlich etwas diffuser, ja, das da ist nicht jede einzelne Seite drauf, die du besucht hast. Oder draus erkennbar, aber du bist einer typisch einer, einer sehr, gleichen Gruppe zugeordnet. Und ähm entsprechend ähm wird dir, die Werbung für diese Zielgruppe angezeigt. Jetzt muss man dazu sagen, ne, die, die das Werbetracking machen, die haben ja auch diese Zielgruppen, und die Idee, also vom Ansatz ist es jetzt einfach so, die Zielgruppenberechnung erfolgt schon mal in deinem Browser, damit du nicht ganz so viele Informationen an die Tracker geben musst, damit die die Zielgruppenberechnung machen können. Das ist so vereinfacht erklärt was die vorhaben. So und jetzt könnte man natürlich sagen, ach, das ist ja schön, ne, gegenüber dem. Gegenüber dem dem Cookie-Tracking-Modell gibst du jetzt weniger Informationen an die Tracker ähm und und wirst so ein bisschen diffuser, ne? Du, du, du, du nimmst dir die Berechnung, zu welcher Gruppe du gehörst, schon mal ab. Und da richtet sich jetzt sehr viel ähm Gegenwind gegen. Von der IFF ähm von anderen Browserherstellern und äh Google ähm ja kriegt er. Mit dieser Entwicklung in Chrome äh durchaus einiges an Kontra. Richtet sich, glaube ich, auch dagegen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Tim Pritlove
Hast du jetzt schon gesagt, wie es heißt?
Linus Neumann
Nee, genau, Flock und äh Flock steht für Federated Learning of äh.
Tim Pritlove
Heißt es, wobei es ein bisschen schwierig zu übersetzen ist, finde ich, so vom Gefühl her ist es mehr so ein verteiltes. Ja äh verteilte Erkenntnisssammlung über Gruppen. Würde ich es mal nennen, ja, um so mal so ein bisschen besser verständlich zu machen. Korten ist halt so ein so ein Begriff auch aus der aus der Statistik, ne, oder.
Linus Neumann
Ja, also mir ist der Begriff äh sehr bekannt. Ähm.
Tim Pritlove
Ja, kann ich mir vorstellen, aber es lese kein kein Begriff, den einiges täglich äh benutzt, ne.
Linus Neumann
Geburtskohorte.
Tim Pritlove
Nutzt doch keiner.
Linus Neumann
Ja, weil hast du nicht häufiger mit Geburtsgeburtsjahreskosten? Schulklasse. Schulklasse.
Tim Pritlove
Ich weiß nicht, ich glaube das letzte Mal, dass ich das Wort äh aktiv gehört habe, ist irgendwas mit Asterix oder so. Also. Wie auch immer, auf jeden Fall ist es so ihr. Ansatzinformationen zu gewinnen, wo Leute eigentlich keine Informationen rausgeben wollen, aber dann gibt's doch etwas. Und du identifizierst dich zwar jetzt nicht unbedingt individuell. Autoidentifizierst dich natürlich indirekt schon über deine Gruppe. Ja, also du Und das ist ja eigentlich auch ein Problem bei Privacy, wo wir immer sagen, na ja, okay, hier, ne, nur so dieses, na, ich habe nichts zu verbergen, selbst wenn du nichts zu verbergen hast dir können dann anhand weniger Merkmale kannst du schnell einer Gruppe zugeordnet werden und du weißt ja nicht, ob diese Gruppe unter Umständen auf irgendeine Art und Weise grade diskriminiert wird und dann fällst du da halt rein, ja? SCHUFA irgendwie, wohnst du in der falschen Straße, ne? Also den gibt's einfach genug Beispiele, und die technischen Ansätze, wie man quasi Informationen von Leuten gewinnt, über die man eigentlich keine Informationen gewinnen möchte oder darf, ja, da gibt's ja auch noch andere, also es gibt ja auch dieses Konzept der differential Privacy zum Beispiel. Was eher darauf passiert mit alle erzählen zwar irgendwas, aber alle Lügen auch regelmäßig auf eine bestimmte Art und Weise, die sich dann aber letzten Endes beim Einsammeln dieser Information wieder so, ausgleicht, dass du schon über die gesamte Gruppe eine relativ klare Aussage machen kannst, aber nicht sicher über irgendeine Gruppe oder ein einzelnes Individuum, irgendetwas Konkretes sagen könntest, weil die Information auch genauso gut falsch gewesen sein konnte. Sie sind halt nur in ihrer äh, Betrachtung über alles, kann man relativ klar wieder einschränken, was die richtige Gesamtinformation ist. Und das ist natürlich auch ein interessanter Ansatz, aber das ist nicht das, was ist.
Linus Neumann
Also ich würde schon sagen, also stellt euch flock vor, wie die. Die Advertiser suchen nach Zielgruppen, ne, nicht und zwar natürlich sehr feinen Zielgruppen, Feingranulanzielgruppen, dafür gibt's auch genug Browser da draußen. Und du, die Idee ist, du berechnest deine Zielgruppe halt einfach schon mal vorher und sagst denen das. Ne? Und damit ist es ein sinnvoller. Eine eine sinnvolle Verteidigung oder eine sinnvolle Abschaffung von individualisiertem Profiling, Und wenn du in einer Welt lebst, in der du sagst, individuell individualisiertes Profiling finde ich eine Katastrophe, aber zielgruppengerichtete Werbung finde ich super und ich empfinde es als eine großartige Idee, das in meinem Browser. Ein zielgruppenberechnungstool schon mal drin ist, um den Trackern die Arbeit abzunehmen, dann könnte das eine Idee sein, die dich überzeugt. Aber. Wenn du dich darum sorgst aufgrund der Zielgruppe, die wird dir aus dem Grund berechnet, zum Beispiel diskriminiert zu werden ähm dann hast du im Zweifelsfall äh siehst du hier überhaupt keine Verbesserung der Welt, weil diese Tracker haben ja ohnehin nie, auf dem individuellen Level gearbeitet, sondern immer mit den Gruppen. Es ist nur, dass du diese Gruppe halt denen jetzt schon mal kostenlos lieferst. Und. Ähm alles, was wir von Cambridge Analyticer Skandalen und so weiter kennen, war da ging es immer um genau diese Kohortengruppen, die jetzt hier ähm demnächst eben von eurem Browser äh berechnet werden sollen. Und das nennen sie halt Privacy Sandbox. Ähm dass sie halt sagen, ne, das ist der Teil, wir wir abstrahieren, das machen wir bei dir. Ähm, Interessant wäre da natürlich auch, das sollte eigentlich auch eine ganze Reihe an ähm Experimenten ermöglichen. Dass man halt mal einfach sich in eine andere äh Kohorte setzen kann. Aber ähm oder, dass man hier einfach sagt, okay, nimm einfach jedes Mal eine andere. Ich möchte diese Tracker einfach nur durcheinander setzen. Aber das ist nicht der Kampf, der hier geführt wird, sondern der Kampf, der hier geführt wird, ist ja einfach mal der über äh einerseits die Zukunft des Webs, und andererseits die Zukunft einer äh Milliarden äh Industrie für Zielgruppenorientierte Werbung. Und deswegen denke ich, werden wir das ähm. Weiterhin äh hier oder in den nächsten Jahre äh ähm. Wahrscheinlich begleiten diese Auseinandersetzung. Deswegen wollte ich dich schon mal so ein bisschen einleiten. Ohne vielleicht zum abschließenden Ergebnis zu kommen.
Tim Pritlove
Derzeit gibt's das in Chrome, aber halt auch nur dort und die anderen Browserhersteller sagen eher so äh nee, brauchen wir nicht.
Linus Neumann
Ist das schon drin? Ich weiß nicht, ich nutze nicht.
Tim Pritlove
Ich auch nicht. Ich weiß nicht, ob's drinnen schon drin ist, aber ist auf jeden Fall soll's da rein. Der Rest will nicht.
Linus Neumann
Ja, da werden wir uns auf jeden Fall noch ein bisschen mit auseinandersetzen. Ähm ich meine, da kann's nur Gewinner geben, Flock ist natürlich auch echt ein schöner Name, ne? Weil die Die Kampagnen-Webseite der IFF dagegen ist natürlich auch direkt, ne? Und äh Wortspiele mit ähm Forg äh bieten sich hier natürlich total an.
Tim Pritlove
Okay, kann ich ja mal überprüfen, ob ich hier mit meinem Browser schon geflockt wäre oder nicht. Also sie testen es gerade, also es ist sozusagen, bei manchen ist es drin und bei manchen äh ist es nicht drin und ich checke jetzt mal.
Linus Neumann
Ah, dann kann ich das so. Das machen wir jetzt noch. Das wird die Hörerin interessieren.
Tim Pritlove
Ich bin gerade nicht geflockt hier.
Linus Neumann
Meiner auch nicht.
Tim Pritlove
Hier ist die Rede von null Komma fünf Prozent aller Chrom User, also die Funktionalität ist drin, aber nicht für alle freigeschaltet.
Linus Neumann
Das ist auch schon, Ich meine, ja, ich kenne das ja aus einer Perspektive von Google auch verstehen, ne, aber es ist natürlich schon krass, dass die sagen, ja, wir haben hier so ein neues Tracking-Feature, wir rollen das einfach mal beim halben Prozent der Nutzerinnen aus, machen wir so ein bisschen ab B-Test und so. Und kommen dann eben zu so Erkenntnissen wie ey das ist fünfundneunzig Prozent so effektiv wie. Ähm wie wie detailliertes Tracking. Voll geil, was wir hier tolles gebaut haben, ne? Also mit anderen Worten, das bringt dir überhaupt nichts, weil es also gegen das Tracking, weil es offenbar immer noch alle Informationen liefert, die die haben wollen.
Tim Pritlove
Und das macht auch die Cookie-Sache dadurch, die ich einfacher, weil die müssen trotzdem noch irgendwie so überprüft werden. Es ist alles noch ein bisschen Elend. Und ich hoffe, dass das Web als solches da äh in den nächsten Zeit auch mal wieder Standards macht, die einfach auch die Benutzung des selben wieder auf so ein Level stellen, wie man's ertragen kann, weil so geht's irgendwie gerade auch überhaupt nicht. Permanent nervenden Webseiten, das macht mich wahnsinnig. Ein.
Linus Neumann
So, dann lass uns mal zum Ende kommen. Das IT-Sicherheitsgesetz zwei wurde beschlossen, dass TK Mock wurde beschlossen, das war klar. Gesetze werden immer beschlossen. Ähm damit sind wir am Ende der Sendung.
Tim Pritlove
Alles beschlossen, womit wir diese Sendung beschließen.
Linus Neumann
Ja, schönen Gruß ans Internet und äh ja, die diese Anhörung im Ausschuss Digitale Agenda wird, glaube ich, sehr unterhaltsam. Ähm allerdings wird hier, glaube ich, nicht live gestreamt, aber immerhin wenigstens im Nachhinein als Aufzeichnung verfügbar sein. Ähm ich äh, bin sehr gespannt, weil sich äh Luca ja tatsächlich relativ ähm hemdsärmlig, aber auch erstaunlich ähm. Unelegant äh gegen ja so die Kritik verteidigt. Also sie haben jetzt zum Beispiel den siebensiebzig Privacy Forscherin entgegengehalten, dass äh Melanie Brinkmann gesagt hätte, die Luca-App wäre gut. Was in Ordnung.
Tim Pritlove
Oh Mann.
Linus Neumann
Also das kann die ja sagen aus ihrer Perspektive, ne, aus ihrer das ist ja genau der Grund, warum man eine gesellschaftliche, wissenschaftliche Debatte haben will, wo, ne, dann irgendwie eine Epidemologin sagen kann, pass mal auf, diese Daten wären ganz gut und dann eben Forscher sagen können, hm, kann man ja vielleicht auch ein bisschen anders machen, ne? Äh und dann kriegt man eine CWA und dann sitzen da die Forscherin wieder, sagen, ja, aber wir sehen nicht, ob die funktioniert. Funktioniert übrigens ähm. Enorm gut Boah, Mist, das hätte ich gerne heute noch in der Sendung gehabt. Das nehme ich in die nächste Sendung mit ein. Gibt äh gibt endlich mal so richtig schöne Werte über die äh wie die Corona-Warn-App wirkt. Schalten sie auch nächstes Mal wieder ein, dann werde ich die nämlich nochmal zitieren.
Tim Pritlove
Genau. Wenn wir hier wieder unsere, unser Gutmenschentum über euch ausbreiten.
Linus Neumann
Unser Gutmenschen, äh unser Themenfremdes Gutmenschentum.
Tim Pritlove
Ja. Pseudo. Pseudomäßig. Wir sind so pseudomäßig, ey. Ist geil.
Linus Neumann
Alles klar, hau rein, Tim.
Tim Pritlove
Pseudos, können wir eine neue Jugendkultur mitgründen, die Pseudos. Bis bald.
Linus Neumann
Tim gründet eine Jugendkultur.
Tim Pritlove
Zeit, oder?

Shownotes

Prolog

Feedback

Drei ???

Contact Tracing

Der Diktator

Digitaler Impfnachweis

pretix & CWA

Grundrechtsgelaber

Goodbye Dan

Frau erfährt nach 21 Jahren von Haftbefehl

Brief von 77 Security-Forscherinnen: #LucaApp

Luca, wo es Luca nicht gibt

Justiz “verliert” Bitcoins

Augustus Intelligence stellt Insolvenzantrag

Privacy-Battles

iOS App Tracking Transparency

FloC

Bonus Track

LNP390 Qualitätsschwankungen in der Suchtmittelversorgung

Feedback — Schauspieler auf Abwegen — Corona-Warn-App — Luca App — Signal hackt Cellebrite — Frag den Staat vs. Frontex — Jobs

Dass die Gesellschaft langsam aber sicher den Verstand verliert wird diese Woche noch mal eindringlich von einer Reihe von Schauspielern demonstriert, von denen Tim noch nie was gehört hat. Während der rechte Rand jubelt machen sich Politiker und Talk Shows auf, um "den Dialog zu suchen". Na danke.

Still und leise wird aber dafür das lang erwartete Checkin-Feature der Corona-Warn-App released während sich die Schlammschlacht rund um die weitgehend nutzlose Luca App weiter ausdehnt. Siehe oben.

Dafür haben wir aber auch noch ein paar gute Nachrichten von der Front und für Interessierte auch noch ein paar Jobgesuche für Euch.

Dauer: 1:29:36

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Mein Name ist Tim Pritlove, ich bin Podcaster und ich möchte heute Danke sagen.
Linus Neumann
Danke an alle Restintelligenten dieses Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass der Diskurs genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich im Rahmen.
Tim Pritlove
Lokbuchnetzpolitik Nummer dreihundertundneunzig vom was haben wir denn heute? Den vierundzwanzigsten äh April, zwanzig einundzwanzig Ja und äh ich habe das Gefühl, es sind äh nicht alle ganz dicht.
Linus Neumann
Alter.
Tim Pritlove
Was ist los? Was äh erlaube Schauspieler.
Linus Neumann
Wie erbärmlich, wie peinlich.
Tim Pritlove
Genau. Hallo, ich bin's, äh ein überbezahlter Schauspieler, der sich keine Sorgen um die Zukunft machen muss in meinem exklusiven äh Einfamilienhaus, mit Garten uns ja alles so schlimm.
Linus Neumann
Konnte gar nicht weggucken.
Tim Pritlove
Ich konnte erst gar nicht hingucken. Ich hab's.
Linus Neumann
Ben Becker. Ben Becker am Set. Ja beschwert sich, dass er vom Plastiktellern essen muss und nicht drehen könnte. Vom Set aus seinem Clownsvagon. Oh liefer's! Was erlaube, aber und Ritchie Müller, ich meine, der hat wenigstens dann am Ende irgendwie vierundzwanzig Stunden oder so später eingesehen, dass das vielleicht eine absolute Unverfrorenheit war, was er da mit diesem Atmen aus Tüten gemacht hat, ne. Also hätte es ja dann noch, sie hätte gesagt, ja also okay, das ist mir irgendwie nicht aufgefallen, dass das komplett asozial war. Ulrike hat was was ist in die Gefahr?
Tim Pritlove
Kanntest du die alle?
Linus Neumann
Die drei kenne ich, weil das Tatort äh ähm.
Tim Pritlove
Ich gucke ja kein Tatort. Ich habe überhaupt mit dem mit der deutschen äh ich kenne ihn ein, ernsthaft.
Linus Neumann
Ist auch Tatortkommissar gewesen oder immer noch.
Tim Pritlove
Habe ich mal gehört.
Linus Neumann
Und dieser, der, der, der den ganzen Quatsch initiiert hat, der hat der war auch Regisseur bereit bei drei Tatorten. Da gibt's auch.
Tim Pritlove
Ich kenne die alle nicht. Das ist kein Witz.
Linus Neumann
Das ist ein Privileg, das ist ein Privileg. Wir gehen mit unserem Privilegien nicht an. So. Tu jetzt mal so, als würdest du die kennen. So und der der, Der Typ, der das editiert hat, dieser Brüggemann. Also es gibt ja jetzt so eine schöne Aufklärung, wo nur so beim NDR die, also die die Frage, die man sich ja eigentlich gestellt hat, ist. Wie haben sie es geschafft, dreiundfünfzig Leute für diesen, für die Aktion zu begeistern, ohne dass irgendeine von denen zwischendurch mal gesagt hat, so ey Leute, vielleicht, vielleicht ist das komplett geschmackslos, geschmacklos und scheiße, was wir hier machen, ne. Und, da äh eine Agentin, die beim NDR nicht namentlich benannt wird, hat halt irgendwie so gesagt so, ja, es wäre ja schon auffällig, wie viel Tatort da drin ist ob die nicht vielleicht eine eine WhatsApp-Gruppe hätten oder so. Und ich glaube, genau das ist das, so ein Telegramkanal, der der Tatort äh Kommissarin oder sowas.
Tim Pritlove
Also es ist äh ganz, also ich. Das ist jetzt auch natürlich ein sehr sehr persönliche Sichtweise, aber ich komme komme mit deutscher Schauspielkunst ohnehin nicht klar. Also bei mir erzeugt das einfach, Schmerzen und es hat in dem Moment auch, gemerkt wieder, warum. Weil das einfach mit der Realitätswahrnehmung wenig zu tun hat. Die sind also wirklich da äh in so einem Spiel gefangen und äh da ist schon noch so eine dünne Wand zwischen ihnen und der Außenwelt. Und das, hat sich da einfach sehr schön gezeigt, wie schnell man dann eben sich aus so einer Beklopptheit dann auch äh instrumentalisieren lassen kann. Das wurde ja dann auch, wunderbar demonstriert, ne, indem einfach Querlinker, AfD und Hans-Georg Maaßen drauf angesprungen sind und äh gejubelt haben, wie sie doch jetzt hier irgendwie die Maßnahmen der Regierung kritis, haben. Also wirklich eine Frechheit und ähm das ist halt einfach die die Gruppe der Leute, die überhaupt noch Schickungen hat, äh. Überschaubar geworden.
Linus Neumann
Also ich ich muss dazu noch zwei, zwei, drei Sachen sagen. Also erstens, unter diesen Videos befindet sich eines von irgend so einem deutschen Schauspieler, den ich auch nicht kenne, der spezifisch. Nur darüber spricht, ähm äh sich darüber lustig macht, was es bedeutet, Applaus von der falschen Seite zu bekommen. Phase, da ist es ja alles, also alles ja wirklich hochgradig verstörend, was die da reden. Und in dieser Art redet er darüber so, wenn ich im Theater auftrete, dann darf rechts keiner sitzen, weil dann dann kommt der Applaus nicht von der falschen Seite. Aber wenn, von der Bühne aus gesehen ist ja andersrum, also darf gar keiner mehr ins Scheiß, ne? Aber spezifisch. Sich mit Applaus von der falschen Seite auseinandersetzen. Und das, bevor sie es überhaupt veröffentlicht haben, ja? Das ist das Erste. Das Zweite ist. Jan, Josef Liefers, völlig durch. Im WDR-Interview, Ja, die haben dir dann irgendwie zur aktuellen Stunde, haben sie den da äh und der setzt damit mit ungepflegten Haaren, im Bademantel, am Küchentisch oder so, ne, also weiß ich, wahrscheinlich ist das irgendein Designer äh Jackette, sieht aber aus wie ein Bademantel und ähm. Sagt dann, also beschuldigt dann den Redakteur, der ihm Fragen stellt, dass, so wäre ihm ja zuletzt begegnet worden, was weiß ich, irgendwie in der DDR. Und das ist der Jan Joseph Liefers, der unmittelbar nachdem er einen Scheiß redet, den kein Mensch, hätte hören müssen, in die Nachrichtensendung des WDR geladen wird und und noch eine Stunde später bei drei nach neun sitzt, ja? Und dann irgendwie erzählt, er dürfte bestimmte Dinge nicht mehr sagen. Der heute in der Bild-Zeitung. Das Titelblatt hat, ja? Und der der zieht hier irgendwelche DDR-Vergleiche. Sorry, der Typ hat alles, also der hat ja komplett die Bodenhaftung verloren Und ich habe mich heute, ich habe lange auch wirklich so ein bisschen gerätselt, woran das liegt, ja und dann habe ich heute mal gefragt, so, ob eventuell, eventuell, nur eventuell der Verdacht, ja? Das irgendeine kritische Koks-Infrastruktur hochgegangen ist, und die deshalb jetzt irgendwie den Scheiß ziehen müssen, den du auf der Straße kaufen kannst, ne? Hier Jean Peters vom Pain-Kollektiv hat mich dann darauf hingewiesen, dass hier vor ein paar Tagen irgendwo hundert Kilo äh Drogen ähm. Du kein Scheiß. Und in Hamburg haben die auch vierzehn Kilo Koks hochgenommen. Die müssen jetzt einfach schlechten Shit ziehen. Also ich versuche, ich ne, jetzt, ganz ehrlich, ich versuche hier die Entschuldigungen zu suchen, die Jan Josef Liefers nicht einfallen.
Tim Pritlove
Der Typ spielt beim Tatort einen Rechtsmediziner.
Linus Neumann
Na ja, ich habe also der spielt nicht einen Sonder, der der ist einfach nur er selber, ne, also der ist, wenn du dir den anguckst, das kannst du jetzt von dem Burner, den er da im Tatort spielt, nicht unterscheiden. Das, also. Der spielt ähm im Münsteraner Tatort. Das ist, glaube ich, auch so wahrscheinlich sind das die beliebtesten Tatorte oder sagen wir die mit den höchsten Einschaltquoten zusammen mit dem Axel Prahl, ist ein sehr, sehr klamaukiger Tatort. Ähm der aber auch auf eine gewisse Weise Kultstatus hat. Axel Prahl ist so ein äh ja, so ein, Sankt Pauli Fan äh Kommissar so mit ja, der sein Leben sehr einfach äh gestaltet und ähm der, Jan Joseph Liefers ist da halt äh dieser äh Gerichtsmediziner ein ein absolut arrogantes Arschloch, was er zu zu einer Selbstüberschätzung äh neigt und äh eine sehr smarte Assistenz hat, äh, kleinwüchsig ist und die er immer als Alberich bezeichnet und so, ne, also so ein richtig also, bis vor kurzem habe ich gedacht, dass er das spielen würde, aber er er ist das einfach, ja? Das erinnert mich so ein bisschen an diesen Beatlessong äh aber ähm ja, das ist äh, Also der Münsteraner Tatort hat tatsächlich äh sehr großes humoristisches Potential äh gehabt in letzter Zeit äh ist das hat das ein bisschen gelitten, weil die das auch übertrieben haben, ne? Also diese. Diese Thiel und Burne-Nummer, die wurde in immer größere Extreme gezogen und das ist einfach nur noch, einfach nur noch lächerlich. Vor ein paar Jahren hatte ich den Eindruck, dass das noch so ähm ja, eine unterhaltsames Salz in der Suppe war beim Tatort. Inzwischen ist das halt eine versalzene Suppe, der Monster war in der Tatort, kannst dir auch nicht mehr angucken. Aber äh.
Tim Pritlove
Ich bin beeindruckt von deiner äh Kulturkenntnis äh des des Deutschen ist. Ich gehe gerade nochmal diese Liste durch von diesen Videos, auf alles dicht machen.
Linus Neumann
Müller ist übrigens auch Tatortkommissar gewesen, glaube ich.
Tim Pritlove
Ich lüge dich jetzt nicht an. Ich kenne keine einzige Person, von denen Heike Madschatz.
Linus Neumann
Heike Makatsch, du kennst Heike Makatsch. Stimmt, Makatsch.
Tim Pritlove
Ja die die kenne ich, aber die ist da auch nicht mehr drauf.
Linus Neumann
Genau, die hat Anstand, die hatte.
Tim Pritlove
Na ja, ich meine, man muss sich natürlich schon fragen, wie wie kommst du da überhaupt erstmal hin? Ich meine, wenn sie jetzt zumindest schnell reagieren und so ein bisschen Einsicht äh generieren, ja, ne, aber jeder, der jetzt hier noch drauf ist, äh muss sich, einfach was schämen. Aber ich kenne keine einzige dieser Personen und ehrlich gesagt habe auch nicht das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben jetzt und ähm ich hoffe, äh, dass sie irgendwie noch zu retten sind. Dann schreiben sie ganz am Ende noch so, übrigens, fuck Nazis.
Linus Neumann
Ach ach ey komm, der Tim, der also was, was ich was das Fass, das also. In einer normalen Welt, ja, würde man sagen, okay, alles klar, Dreiundfünfzig Leute, kollektives Karriereende. Ähm was hat die da hingetrieben, ne? Könnte man noch ein Buch drüber schreiben, irgend so ein Psychoanalytiker oder so, ne. Oder ne, könnte man sagen, okay, krass. Das Schlimme ist doch, dass das Tragische ist doch, dass die Bild-Zeitung, denen jetzt Recht gibt, ja, die Bild schreibt irgendwie, hier die Leute, die die Meinungsfreiheit von Jani Josef Liefers beschneiden wollen. Ähm die.
Tim Pritlove
Herr Spahn will sich den.
Linus Neumann
Will sich mit denen treffen.
Tim Pritlove
Ja, das ist doch alles, die haben doch alle, sorry, aber wir die ja.
Linus Neumann
Hast du dieses, hast du diese, mein Gott, hast du dieses Interview mit Ben Becker gesehen? Vor dem man das.
Tim Pritlove
Also wirklich, ich rufe nein. Gehört ja auch dazu, aber der hat hier kein.
Linus Neumann
Nee, beim Bäcker wurde, ähm, ich glaube, am nächsten Tag, also dann von von Bild TV interviewt und ähm. Also müssen jetzt mal neutral zu beschreiben. Also er führt dieses Interview geschminkt als Clown. Vermutlich angetrunken aus einem Wohnwagen. In Baden-Württemberg. Ja, also er beschreibt, dass er da am Set ist und seine schwerste Anklage, die er erhebt, ist, dass er sein Essen nicht auf Porzellan bekommt. Ist die härteste Anklage, die er erhebt. Und ähm.
Tim Pritlove
Schnee.
Linus Neumann
Also du kannst es es ist absolut absolut absolut es ist.
Tim Pritlove
Das Schöne ist, in der Krise merkst du wirklich, wer deine Freunde sind.
Linus Neumann
Na und vor allem ach so und die andere Anklage, die noch schwerwiegendere, die erklebt, die äh äh die erhebt aber die eben durch sein durch seine Präsenz am Set sage ich mal so ein bisschen an Schlagkraft verliert, ist das eher nicht drehen dürfte, das wäre also wie wenn man einem Maler die Pinsel wegnimmt, ja? Und das ist aber natürlich schwierig, weil der halt da geschminkt am Set steht. Äh sodass da sage ich mal seinem eigenen Argument keinen Gefallen tut, so, ne?
Tim Pritlove
Oh Gott.
Linus Neumann
Absolute Katastrophe und wie gesagt, steht jedem frei. Und ich finde das auch äh total gut, ja. Ich möchte auch eigentlich, dass das so viele wie möglich sehen, um sich da ihre Meinung zuzumachen. Und ähm. Es ja zur Kunstfreiheit gehört eben leider auch und zur Meinungsfreiheit, dass äh das, was ihr tut, andere Leute scheiße finden. Und ganz schlimm, also das Tragische ist, dass das jetzt halt wirklich dann gewürdigt wird ähm, Und ja und dass die halt von irgendwelchen Nazis wie ähm. Von irgendwelchen Nazis da Applaus kriegen und in den Telegram-Gruppen jetzt rauf und runter gefeiert werden und sich quasi explizit vor der Veröffentlichung damit auseinandergesetzt haben, dass das passieren würde. Und also och, so geschma.
Tim Pritlove
Regel eins, wenn du so eine Aktion machst und irgendwelche Videos veröffentlichst und du musst dem Ganzen ein dreitausend Zeichen langen Text voranstellen, wo du dich irgendwie erstmal erklärst, ja wir lassen uns nicht in eine Ecke stellen mit rechten Verschwörungstheoretikern und Reichsbürgern dann dann läuft schon mal was falsch. Ich weiß ja jetzt nicht wann dieser, dazugekommen ist, ob der da irgendwie von Anfang an stand oder äh ob sie das dann später reingeschoben haben, dann müsste man jetzt mal hier ins Archiv äh gucken aber das ist doch einfach mal, ey Leute wirklich, haltet euch einfach raus. Also das ist einfach die die Prominenten sind auch ehrlich gesagt, auch ein ein weiterer Fail in dieser Gesellschaft, in dieser Krise. Da ist echt nicht viel gekommen. Natürlich es gibt Ausnahmen, gibt erfreuliche Ausnahmen, ähm, Ja, wie Bimmermann, der auch, glaube ich, die einzig richtige äh Reaktion darauf gezeigt hat und einfach gesagt hat, so das einzige Video, was man sich angucken muss, ist hier irgendwie die Dokumentation, die äh Coronastation in der äh Charité und irgendwie, glaube ich, gleich die Domain mit Punkt com. Ich weiß nicht, wer sich das hat einfallen lassen, die dann darauf äh verweist, dass Okay, da sind dann so Spitzen, ne, zeigen aber zumindest, dass es noch so ein bisschen ähm ja, dass es so eine Gruppe gibt. Also ich äh appelliere wirklich an die Gruppe der Restintelligenz, ne. Bleibt einfach mal klar. Irgendwie auch noch umkippt so, dann äh ist überhaupt nichts mehr zu retten. Wir müssen jetzt auch wirklich die Fassung bewahren, ist wichtig und ähm ja, die Schauspielerzunft in Deutschland, die hilft auf jeden Fall nicht.
Linus Neumann
Der ich bin hier gerade auf dieser Seite, der mit der äh mit dem Applaus von rechts äh Ding ist. Jens kannte ich vorher auch nicht, aber äh ja, herzlichen Glückwunsch für so eine lustige, lustigen Beitrag. Ähm, Ja, man kann also. Das Schlimme ist ja also diejenigen, die sich davon verabschieden äh und davon lossagen, denen das muss man natürlich anerkennen, das ist äh Heike Makatsch, Merit Becker, Richie Müller, nach meiner Kenntnis bis zum jetzigen Zeitpunkt, ähm die sich davon, distanziert haben und sich dort haben entfernen lassen. Ich finde auch das Video von Ulrike dort nicht mehr interessant ist. Natürlich dann auch mit welcher mit welcher Begründung und so man das tut. Und ähm das sind natürlich dann auch streckenweise sehr selbst sehr selbstmitleidige und sehr selbst dienliche Begründung, mit denen die Leute das da gemacht haben, mitunter. Ja und ähm, Ja, was eigentlich notwendig wäre, wäre halt mal auch also zu benennen, was hält's ja auch an dieser NDR, die Sache, der die mal auf den Grund gegangen sind, so, wie kriegst du. Dreiundfünfzig so Leute dazu, so ein zu machen, ohne dass irgendjemand mal sagt so, ey, vielleicht ist das eine schlechte Idee. Und was was man bis jetzt halt hört, ist, äh dass äh dass Ritchie Müller hat, das äh glaube ich gesagt, dass da halt auch Drehbücher verteilt wurden. Also die konnten sich ihre Rollen sogar aussuchen Ja? Was das jetzt irgendwie besser oder schlechter macht, das äh dass das.
Tim Pritlove
Wird dann gar nicht selber gedacht. Sondern da hat eine Agentur äh was entworfen, ja und die Schauspieler tun halt das, was sie halt tun. Sie spielen eine Rolle.
Linus Neumann
Agentur wohl nicht, also dass das scheint wohl primär tatsächlich auf diesen Dietrich Brüggemann und den Jan-Josef Liefers zurückzugehen. Was ist was ist bisher äh was da bisher äh äh öffentlich gemacht wird? Die Agentur spezifisch nicht.
Tim Pritlove
Aber da ist doch für so eine Agentur die Rede.
Linus Neumann
Nein nein eine eine Agentur, also was hier in dem NDR-Bericht ähm zitiert wird, ist eine Agentin, die sagt, ähm also hier. Ich zitiere mal kurz aus dem NDR Text. Die Künstleragentur, die normalerweise die Kreativen und sozialen Engagements der Schauspielerinnen und Schauspieler koordinieren, waren offenbar nicht eingebunden Entsprechend groß ist bei vielen der Ärger. Ich habe allen gesagt, dass das eine saublöde Idee ist, erzählt eine Agentin in den Hintergrund gegenüber Zapp Von den Plänen, wissen sie sie schon seit Anfang März. Die Aktion habe sich ausgehend von einer Handvoll Leuten in konzentrischen Kreisen über persönliche Netzwerke verbreitet. Erstaunlich sei die Dichte der Tatortkommissare, gerade so als hätten die eine eigene WhatsApp-Gruppe, spottet die Agentin.
Tim Pritlove
Okay, aber da ist so eine so eine so eine Agentur Wunder am Werk. Da heißt die, die irgendwie.
Linus Neumann
Ja, okay, dann habe ich.
Tim Pritlove
Das ist wohl dieser Typ, ja Wunder, was weiß ich, keine Ahnung. Auf jeden Fall Scheißidee und äh Leute, geht wieder zurück in eure kleinen Fernseh äh Kammern und glaubt nicht, dass ihr irgendwie groß was beizutragen habt. Ich meine, man merkt dann auch, wie auch gleich, es gibt da noch ein paar Leute, die irgendwie klar kommen hier so. Nora Tschirner habe ich einen Kommentar. Die hat sich da korrekt geäußert.
Linus Neumann
Ulmen auch.
Tim Pritlove
Worauf man auch drauf äh verweisen sollte, ist dieses Interview von einem menschlich auch nicht kannte vorher, aber gerne ideal kennenlernen möchte jetzt. Ullrich Matthes. Ähm der äh bei 3Sat Kulturzeit da ein längeres Interview zu zu gegeben hat und meiner Meinung nach alles dazu sagt, was man dazu sagen äh, vernichtendes äh Urteil und klares Statement. Also nicht, dass es jetzt hier heißt, so wir scheren alle Schauspieler über einen Kamm, gibt genug Schauspieler, die irgendwie auch Grips in der Birne haben und ähm Schauspieler allein ist halt jetzt erstmal noch keine Qualität äh, für euch gilt, wie, glaube ich, für alle, die so halbwegs in der Öffentlichkeit stehen, ja? Dadurch, dass ihr dieses prominenten, gesetzt habt bei euch. Ja, das mag bei manchen größer sein, bei anderen kleiner sein, aber Bekanntheit, Prominenz, das sind alles Dinge, die dazu führen, dass Leute einem vielleicht mehr Aufmerksamkeit geben als es manchmal angemessen ist und dementsprechend steigt mit der eigenen Prominenz auch die eigene Verantwortung. Und der hat man verdammt nochmal gerecht zu werden. Wenn man so das Maul aufmacht, dann sollte man auch entsprechend vorher darüber nachgedacht haben. Und das hat hier definitiv nicht stattgefunden.
Linus Neumann
Und da muss man noch dazu sagen, bevor das jetzt auch wieder losgeht, ne, also äh. Wenn die jetzt irgendwie das dürfte man nicht mehr sagen oder so, ne. Es wird halt bewertet nicht der Kern eurer Aussage, sondern auch die Qualität. Und äh die ist halt hier nicht vorhanden. Es wäre ja durchaus, ne, also es wäre ein Leichtes gewesen, für die. Zum Beispiel eine wohlformulierte. Und gut erklärte und bist durch Wissenschaftlerinnen, Gebäckte Aussage, zum Beispiel zu dieser Frage der äh Ausgangssperre nach zweiundzwanzig Uhr zu formulieren. Und daran eine Kritik zu formulieren. Es wäre übrigens, muss ich auch ganz ehrlich sagen. Ähm sehr in meinem Sinne auch gewesen, hier die Situation der Kultur. Mal qualifiziert aufzuzeigen, denn es ist ja richtig, dass ähm im Prinzip die die Kultur, Die Hauptleitragende der Coronamaßnahmen ist, und das ist ja ein ein Zustand, den man einfach auch mal beschreiben kann, in dem und auch eine Frage ist, die man sich mal stellen kann. Ist das eigentlich, in Ordnung, wenn wir in unserer Gesellschaft diese Einschränkungen, die zum Schutz vor der Krankheit erlassen werden, so ungleich verteilt haben. Und das ist etwas, was man supergut mit mit dieser Gruppe hätte formulieren können und die hätten sich auch mal super gut ohne sich einen Zacken aus der Krone zu brechen. Solidarisieren können mit der äh Pflege und Medizinbranche, die zu Hungerlöhnen hier die ähm die äh die die Corona, erkranken, die Covid Erkranken pflegt bis zur Erschöpfung, ja? Und dass wir alles möglich gewesen, das das ist eine Position, die es gibt und die man sehr gut vertreten kann und die eine sehr starke ähm, und ähm fundierte Kritik an den, gesellschaftlichen Missständen ausdrücken kann. Und die Chance, mit dreiundfünfzig Deutschen Prominenten zu verkacken, mit Anlauf und absichtlich und wissentlich äh und dann noch irgendwie so ein DDR-Gefahr da loszuwerden, das ist. Da da wirklich, da habe ich also habe ich kein Mitleid, also eigentlich noch, Wirklich und dann noch vom Gesundheitsminister dafür eingeladen zu werden. Und jetzt durch die Talkshows zu tingeln. Das ist das ist wirklich eine Katastrophe. Ähnlich übrigens, ich habe da gestern auch zugetwittert. Nächste Woche sitzt der Liefers dann bei Anne Will und Lanz. Diskutiert Karl Lauterbach oder Christian Drosten und Heribert Brannte sitzt daneben und schreit dazwischen und alle happy. Und genauso wird das kommen. Und Heribert Brannte ist übrigens auch eine schwere Enttäuschung, weil der auch mit seiner äh mit seiner Reichweite und seiner über mit und seinem seinem Status und seiner äh seiner Argumentationsfähigkeiten sehr viel klügeres Argument vortragen könnte, als das, was er tut. Und dann da irgendwie nur so ein dieses Grundrechtsgelaber, statt ne, muss man wirklich sagen, ne? Statt das mal vernünftig zu untermauern, zu sagen, das und das muss besser sein, das und das ist ein Problem und so geht es, aber nein, es ist immer die setzen sich da hin und sagen, man dürfte irgendwas nicht mehr sagen und sie sie tragen in keiner Form konstruktiv dazu bei, dass wir aus unserem hochinzidenz durch Seuchungsland das alles verkackt irgendwie in eine bessere Position kommen. So viele kluge, wichtige Positionen vertreten können und sie haben sich für so einen Scheiß entschieden.
Tim Pritlove
Wie schreibt ihr die ganze Tür so schön? Bewegende Geste, Bürgerklatschen für reiche, privilegierte Schauspieler, die während der Corona-Pandemie am meisten leiden mussten.
Linus Neumann
Oh je.
Tim Pritlove
Slow Clap, meine Freunde. Slow Clab, kann ich dazu nur sagen.
Linus Neumann
Also ich glaube tatsächlich, dass hier die die These mit der mit der äh mit den Qualitätsschwankungen in den in den in der Suchtmittelversorgung noch die beste Erklärung dafür ist.
Tim Pritlove
Ja, danke, dass wir jetzt die ersten zwanzig Minuten unserer kostbaren Zeit hier jetzt auch so einen Scheiß wiederverwenden müssen, aber sonst hätten wir uns jetzt irgendwie auch echt nicht so richtig in Rage und Stimmung reden können, insofern danke vielleicht auch. Danke. Wir müssen wirklich jetzt mal danke sagen.
Linus Neumann
Okay, da haben wir zwei kurze Sachen zu empfehlen. Und zwar äh zwei Podcasts. Ähm einmal ich äh zu Gast bei Malik FM. Ähm ich habe ja äh wie vielen auffällt rede ich selten irgendwie privat, öffentlich und konzentriere mich hier eher auf, Das politische Geschehen, das hat der Malik Aziz kritisiert und wollte sich mal privat ein bisschen mit mir unterhalten, haben wir gemacht. Äh, ich habe ja Sendung, Episoden Nummer dreiundzwanzig, ja, das. Ja, also und. Genau, wer sich das anhören möchte, dreieinhalb Stunden kann das da machen, wenn ich dann nicht.
Tim Pritlove
Ist es nicht schön, dass du deine dass du mal deine Meinung wirklich auch frei verbreiten darfst?
Linus Neumann
Ja. Das, da habe ich alles gesagt, was ich bei Tim nicht sagen darf. Und.
Tim Pritlove
Es muss auch Grenzen haben, ja, auch Freiheit hat Grenzen.
Linus Neumann
Genau und dann haben wir, genau, also Link ist in den Ansatz unter Malek Punkt FM. Und dann gibt's noch ein Podcast Serie, die veröffentlicht wurde und zwar der Mann in Merkels Rechner von Hakan Tanry Verde ich habe immer Tanri, Verdi hier immer gesagt. Ich habe in der in dem Podcast spricht der seinen Namen selber aus, ne, hört man natürlich, wie man ihn ausspricht ähm und Florian Vlade ähm der Mann in Merkels Rechner und zwar setzen die sich damit ähm, Also das haben wir hier im Logbuch auch immer diskutiert, nämlich diesen Angriff im Frühjahr zwanzig fünfzehn auf den deutschen Bundestag. Und die ähm ja russische Hackergruppe dahinter und die dann auch hier dieses, Waffenexportkontrollgremium in Den Haag angreifen wollten und so weiter und dass sie am Ende waren ja die Ermittlerinnen sogar in der Lage, da eine Einzelperson heraus zu identifizieren. Und äh wir haben das hier über die Jahre eben auch immer berichtet und diese Podcast-Serie setzt sich damit, auseinander. Wie das also über die Jahre auch zusammengetragen wurde, wie die also, woher die die Beweise haben, welche ähm. Maßnahmen da von den Niederländern angestrengt wurden und so weiter. Ähm ist auf jeden Fall äh sehr interessant aufgearbeitet und äh kann man sich gut mal anhören.
Tim Pritlove
Gut, das äh bringt uns dann zum Feedback.
Linus Neumann
Dann äh muss ich einmal ganz kurz, genau, ich hatte letzte Woche oder letzten Sendung diesen random Check-In für die Luka-App der falschen Person zugeordnet und wenn ich das richtig sehe, war das. Mann, wie spricht man das denn aus?
Tim Pritlove
Was? Mähnen Wolf.
Linus Neumann
Na ja, ganz genau. Genau nicht, ich hätte jetzt den Twitter äh Account. Genau, fertig, danke.
Tim Pritlove
Ganz einfach.
Linus Neumann
Okay, so. Also sorry, darf ich falsch falsch auf Twitter geschaut, wer was genau gebaut hat?
Tim Pritlove
Dann haben wir relativ viel äh Feedback bekommen zu unserer Frage mit warum läuft eigentlich das mit der Digitalisierung so schief in Deutschland? Also was ist so der eigentliche Grund? Glaube, das wird sich auch nicht äh final klären lassen in dieser Sendung, aber wir haben Feedback bekommen, per Mail und auch in den Kommentaren und auch über andere Kanäle. Äh auch viele Gesprächsangebote, vielen Dank äh dafür, weil das jetzt nicht zu sehr Tiefen, aber vielleicht trotzdem mal so ein, zwei Anregungen aus dem Feedback hier wiedergeben, weil da ein paar ganz interessante, Gedanken drin sind, die äh sicherlich wert sind, dass man darüber noch ein bisschen weiter nachdenkt. Wir beginnen mit äh Susanne, die uns per Mail äh geschrieben hat. Hallo ihr zwei, musste ich schon wieder schmunzeln, okay, schmunzelle häufiger, aber nicht jeder Schmunzel ist ein Kommentar wert. Diese ganze Gemengelage mit den Bundesländern, der Luca-App und den Ausschreibungen klingt ehrlich gesagt für jemanden, der schon in den Behörden gearbeitet hat, gar nicht besonders neu. Prinzipiell ist doch klar, was da gerade passiert. Es wird Geld auf ein Problem geworfen in der Hoffnung, es verschwindet. Und die Leute, die werfen, sind weder besonders klug, noch findig, weitsichtig. Klar wäre es besser gewesen, wenn man das Ganze über eine Ausschreibung gemacht hätte, Aber das hätte am Outcam nix geändert. Es hätte nur erstmal besser ausgesehen. Die verantwortlichen Damen und Herren haben sich diesbezüglich nicht sehr klug verhalten, denn eigentlich macht man es so, aus welchem Grund auch immer schon einen Favoriten hat, den man gerne als Gewinner einer Ausschreibung sehen würde, zuerst die Marktanalyse, damit man sehen kann, was es alles noch so gibt und inwiefern man diskriminierungsfaktoren beziehungsweise Alleinstellungsmerkmale finden kann, die den Favoriten begünstigen. Dann eine entsprechende Ausschreibung verfassen, die diese Faktoren und Merkmale einfordert. Und falls dann tatsächlich noch mehrere Nebenbuhler übrigbleiben, den Favoriten, lebst zwei Toreren angeboten, einreichen und zurücklehnen. Ehrlich, der Grund für die Existenz. Ausschreibungsverfahrens ist ja äh ehren und richtig, aber das Verfahren macht eigentlich nur zwei Dinge. Erstens, Bürokratie erhöhen und zweitens die Favorisierung von minimalistischem billigen Schrott siehe, Bär, denn wenn man eine Ausschreibung tatsächlich normal durchführt, muss man letztendlich das günstige Angebot nehmen und das ist oft eben auch nicht zielführend, eigentlich nur sagen, das Problem ist nicht die fehlende Ausschreibung oder die Verschwendung von Geld. Tatsächlich glaube ich, bekommen wir gerade die Quittung für ein ganzes Sammelsurium von Missständen, die sich vor allem in den Behörden Bundesinstitution und auch im akademischen Sektor angehäuft haben, Zusammengefasst lässt sich das am besten mit diversifizierter Inkompetenz in Schlüsselpositionen beschreiben. Denn genau das ist doch letztendlich die Ursache vieler Fehlentscheidungen, die wir gerade sehen, egal wie sich diese Inkompetenz manifestiert, Korruption Unverständnis, Verblindung, Public Geilheit, Überforderung, Überarbeitung und so weiter. Abgesehen von den offensichtlichen Ursachen möchte ich hier noch kurz zwei nennen. Zum einen die Personalpolitik in den Behörden und Instituten. Diese begünstigt auch verschiedene Arten und Weisen, dass Menschen mit einer bestimmten Konstellation von Eigenschaft, dort oftmals unbefristet arbeiten. Es fehlt an Diversität, denn die würde resilient gegen Krisen machen und mehr Kreativität fördern. Außerdem fehlt es am Willen beziehungsweise der Möglichkeit, unpassende Mitarbeiter auch wieder zu entfernen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Lichtblicke in dieser Krise vermutlich genau von den Mitarbeitern stammen, die eine Ausnahme bilden oder die gerade befristet auf der Durchreise in den Institutionen arbeiten. Der zweite Punkt hat etwas mit den Verschwörungsmythen und vermeintlichen Experten zu tun. Es ist ja schon schlimm genug, dass sich Nichtwissenschaftler oder gebietsfremde Wissenschaftler als gleichwertige Experten, in die akademischen Diskussionen einmischen und Gehör finden. Aber diese Art von unqualifizierten Beiträgen kommt mitunter auch von Leuten vom Fach. Beispielsweise einem Virologen, was ungleich viel beängstigender ist, möchte ich kurz auf etwas hinweisen, was ich in meiner akademischen Laufbahn schon oft als bizarre angesehen habe. Vorausgesetzt, man hat finanzielle Mittel und Zeit, jeder Depp einen Doktortitel bekommen. Es ist wirklich einfacher, einen Doktortitel zu bekommen, als zum Beispiel eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Durch eine Ausbildung kann man zumindest durchrasseln, durch eine Promotion eher nicht. Da müsste man schon selbst aufgeben. Der Grund ist, dass Doktoranden einerseits die Billiglohnsklaven der Wissenschaft sind und andererseits auch als quantitativer Bewertungsmaßstab für Arbeitsgruppen fungieren. Man stellt sie also auch ein, damit man eine billige Arbeitskraft hat und man boxt sie letztendlich durch bis zum Anschluss, damit die eigene Quote stimmt. Und dieses durchboxen geht auch so weit, andere, die komplette Arbeit übernehmen und auch Publikationen verzichten, weil ein Fail inakzeptabel ist. Tja und dann schließt sich der Kreis, weil so jemand vielleicht in einer Behörde landet und nach einer Talkshow ihre seine oder ihre persönliche Meinung zum Besten gibt, genug ausgekotzt. Macht weiter so, Susanne Das war lang, aber interessant, ein etwas äh kürzerer Kommentar noch von äh AD. Zu äh demselben Thema. In der Überlegung, warum Deutschland in Bezug auf Computing in der öffentlichen Verwaltung dysfunktional ist, wäre natürlich ein guter Überblick über die Vergleichsländer nötig, der mir fehlt. Wird vermutlich immer ein Beispiel finden, wo etwas bereits umgesetzt wurde, aber die Frage ist eher, wie sieht das Feld aus, insbesondere Länder oder Landesteile mit ähnlichen Bedingungen? Dann ist die Frage, wie sehr passt, eine woanders bereits erfolgte Umsetzung zu den eigenen Ansprüchen Eine Lösung, die schon vor Jahren umgesetzt wurde, aber alles verbaut hat, was man auch an gegenwärtigen deutschen Umsetzungsplänen kritisieren würde, ist dann nur noch ein Ausweis davon, dass man dort schneller war Also ich möchte nicht ganz ausschließen, dass ein Teil der Antwort hier auf einen Blick in den Spiegel hinausläuft, dort, wo Computing in den Verwaltungen schon lange Einzug gehalten hat, die Leute weniger Sorgen, weniger Ansprüche haben an den Schutz bestimmter Rechte, an nicht Kommerzialität, an Offenheit und Transparenz, Wir sind eben selbst eine Art Bedenkenträger. Die Realität im Internet scheint mir dagegen zu sein, dass etwa die allermeisten Plattformen, die groß geworden sind, all diese Ansprüche nicht erfüllen. Auch ein guter Punkt. Gut, ähm dann hatten wir noch einen Kommentar, zu der Meldung äh rund um die Energe S Covid äh, also die App, die quasi wie die Corona-Warn-App, ja, auf diesem basiert, aber von Apple das letzte Update zurückgewiesen wurde.
Linus Neumann
Genau und da war ja unsere Frage, wie das was die genau gemacht haben, dass Apple das zurückweist, weil es ja nur kurz zur Erinnerung, weil's ja darum ging, dass Apple das zurückgewiesen hat, weil sie gesagt haben, ey jetzt habt ihr hier Location Tracking drin ne? Und das, das war, wir haben's nicht ganz verstanden, was die jetzt gemacht haben, dass das, dass das als Location-Tracking interpretiert wurde.
Tim Pritlove
Genau, dazu gab's dann Ordern äh Kommentar, Das Check-In Feature war dort schon seit letztem Sommer implementiert die QR-Codes hierfür werden zentral auf einer Webseite des NHS erzeugt und mit konkreten Orten verknüpft. Bislang wurden die Check-Ins eines Nutzers jedoch nur lokal gegen eine Liste infizierter Locations, die vom Backendkommen abgeglichen, Nutzer gegebenenfalls aufgefordert, sich zu isolieren oder testen zu lassen. Neu sollte jetzt hinzukommen, nach einem positiven Testergebnis optional die Check-Ins der vergangenen Tage hochgeladen werden können, um eine Clustererkennung zu erleichtern. Bisher wird dieser Prozess von Contact Tracern manuell gemacht. Bei der deutschen App sollte der Upload mit Einschränkungen kein Problem sein, da es keine zentrale Datenbank aller kurzen zugehöriger Locations gibt. Also hier wurde quasi im Prozess die ähm Methodik äh so. Geändert, dass eben genau dieses zentrale Einsammeln von Bewegungsdaten möglich gewesen wäre. Und das haben Apple und Google dann äh entsprechend sanktioniert. Ableite, die schauen sich das schon sehr genau an, was bei den Apps einzeln passiert. Das ist schon ein anderer Prozess, als das jetzt so normale äh Apps äh sehen.
Linus Neumann
Ja. Also auch vielen Dank für die, Erklärung und dann ist jetzt über das Wochenende das geschehen, worauf wir seit, ja, Monaten gewartet haben, die, Corona-Warn-App hat eine Check-In-Funktionalität bekommen. Kleine Erinnerungen, ich habe das nochmal rausgesucht. Ich habe's ja glaube im Oktober. Ähm zum ersten Mal gefordert und ähm gleichzeitig oder kurz davor oder kurz danach, kriege ich gerade nicht mehr hin, wurde das eben als ähm schon, auch wirklich mal sauber ausformuliert von so Leuten wie und einigen anderen. Möchte einfach mal sagen, großen Namen der IT und Privacy. Forschung, ja, also mit ähm Universitärem, akademischen Hintergrund wurde eben dieses Crowd-Notifyer formuliert. Ähm jetzt ist natürlich äh oder jetzt ist in die Corona-Warn-App ein System eingezogen, was sehr, sehr nah an ist. Ich will die Details jetzt gar nicht äh diskutieren. Ähm was da die Unterschiede sind, sondern einfach mal sagen, okay, was macht die Corona-Warn-App? Du kannst in der App jetzt ein, QR-Code generieren Sagst du, ich möchte ein Event machen, was weiß ich, privates Event oder äh die geben dir da auch eine Auswahl. Was sehr schön ist, weil sie in der Auswahl auch schon direkt darauf abzielen, dass du im Prinzip kleine Events anlegst, ja? Nicht so etwas wie, einen Zoo, was halt epidemiologisch komplett unsinnig ist, ne? Also sie leiten da so äh lenken da so ein bisschen in eine in in eine sinnvolle Anwendung. Ähm. Und was hier passiert ist, ähm ich vereinfache es, ne, dieses Event hat einen hat einen Code und wenn dieser Code, veröffentlicht wird, dann werden diejenigen alarmiert, die diesen Code bei sich gespeichert haben. Das heißt, hier werden, Orte, an denen ihr eincheckt, wieder nur auf eurem Telefon gespeichert und nicht, wie beim Lukas-System live, online bei Luca im System. Ja, was übrigens auch den, in großen Teilen Deutschlands wahrscheinlich entscheidenden Vorteil hat, dass ein Check-In offline funktioniert. Ja, also mit Luca werdet ihr in Regionen, wo es kein Internet gibt, ähm. Schwer einchecken können, umso erstaunlicher, dass Mecklenburg-Vorpommern als erstes auf dieses System gesetzt hat, aber es ist ein anderes Thema. Ähm.
Tim Pritlove
Oder überhaupt Deutschland.
Linus Neumann
Im System, was Internet.
Tim Pritlove
Online soll das funktionieren? Ja, hm, da haben wir noch gar nicht nachgedacht.
Linus Neumann
Ja, also du, also, ne, das ist das, was dezentral ist. Also, nur auf eurem Gerät ist gespeichert, an welchen Locations oder bei an welchen Events ihr eingecheckt habt Ähm dieser Check-In ist vollkommen anonym und auch die Alarmierung ist anonym. Dadurch, dass nur auf eurem Gerät gespeichert ist, wo ihr eingecheckt habt äh und die Alarmierung durch die Veröffentlichung dieser Check-In Codes funktioniert. Ähm weiß auch nur euer Gerät, ob es grade alarmiert wurde oder nicht Ne, bei Luca ist das Ziel ja, zu sagen, diese Person war dort. Liebes Gesundheitsamt, geh dahin, ja und mach denen jetzt irgendwie Ärger. Und außerdem ist natürlich hier. Weil das Gesundheitsamt nicht dazwischen ist, erfolgt die Alarmierung sehr viel schneller. Ja, also automatisch, wie wir es von der Corona-Warn-App kennen, ne, du hast dein Testergebnis, du schaltest die Alarmierung frei, du äh alarmierst die Events und du bist fertig. Während ja, Luca sich rühmt hier eine Anbindung an das Gesundheitsamt zu haben, damit es dort der langsam manuellen Verarbeitung zugeführt werden kann, was eben auch wieder dem epidemeologischen Sinn der ganzen Idee entgegensteht. Es gibt natürlich ein Problem bei diesem Check-In Kram generell. Das ist die geringere Genauigkeit. Ich hatte das hier, glaube ich, auch schon öfter erklärt, aber ich möchte sagen, das, was ich jetzt sage, gilt für Luca und für Corona-Warn-App gleichermaßen. Nämlich, dass, nur weil zwei Personen in ein gleiches Event oder bei Luca eben eine Location eingecheckt haben, es nicht heißt, dass die sich auch angesteckt haben, Und das äh, werde nicht müde, das zu betonen, dass ähm Infektionsgeschehen eben stochastisch ist. Also es nicht so ist, dass es überhaupt die Definition einer Situation gibt, in der eine Ansteckung zu einhundert Prozent stattfindet. Und weil es das nicht gibt, lässt sich auch keine Operationalisierung dafür finden Und wenn man sich jetzt überlegt, dass man mit der Luca-App ein Check-In in einem Zoo macht zwanzig Hektar oder was, dann ist relativ klar, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass wenn man dort eine Person alarmiert. Dass diese trotzdem nicht infiziert ist. Ja, also dieses Cluster und sonst was Alarmierungssystem. Hat eine sehr viel geringere Alarmierungsgüte als die. Grundfunktion der Corona-Warnapp, diese Abstands- und Zeitmessung über Bluetooth, wo es ja wirklich um die Nähe zwischen zwei Personen geht. Und auch da ist die Alarmierungsgüte eben ähm von, notwendigerweise einer Reihe an, gezeichnet, weil es eben nicht eine einhundertprozentige Infektionswahrscheinlichkeit geben kann. Wenn man aber schon ein System mit so geringerer Genauigkeit baut, dann ist es natürlich sinnvoll, das einfach umso schneller äh äh stattfinden zu lassen. Und ähm dezentral und anonym zu bauen, weil der Gewinn, den man durch den ganzen Kram hat, eben relativ schmal ist. Ja, und das ist ja auch der Hauptgrund, warum man, kein zentrales System wie Luca, bauen sollte. Ähm insofern diese CWA-Funktionalität macht einen soliden Eindruck von der technischen Seite. Es gab dann auch irgend so ein. Menschen auf Twitter, der dann das Spiel nachspielen wollte. Ähm wir hatten da ja in der letzten Sendung drüber gesprochen. Enno Lenza hat ja mit der Luca-App mal so einen Code veröffentlicht und dann haben sich da, wurden sechshunderttausend Leute eingecheckt, Und die Luca-App ist dann abgestürzt. Und dieser ähm Herr wollte das dann jetzt ausprobieren mit der Corona-Warn-App. Genau das geht eben nicht ja? Also diesen Unterschied muss man glaube ich nochmal konkret erklären. Bei der Luca App haben jetzt sechshunderttausend. Gab es sechshunderttausend Check-Ins. An einer Location, weil es ein zentrales System ist. Und das Ding ist implodiert, weil es ein zentrales System ist. Wenn man das gleiche Experiment mit der Corona-Warnapp macht. Dann speichern ja die eingecheckten immer nur auf ihren eigenen Geräten, dass sie dort waren, Das heißt, eine Überlastung des Luka-Systems findet äh oder eines Corona-Warn-App-Systems kann gar nicht stattfinden, weil es keinen zentralen Server gibt, der sich das alles merken muss. Das ist das eine, Das Zweite ist, dass du bei Lukay ja Fake-Check-Ins machen kannst, wie du willst. Mit Sicherheit haben nicht sechshunderttausend Einzelpersonen den QR-Code von Enno Lenze gescannt, sondern da hat halt jemand seinen Fake-Check in Skript einfach mal eine Zeit lang laufen lassen, ne? Also einem Experiment haben sicherlich Hunderte oder Tausende teilgenommen, aber nicht sechshunderttausend. Ähm und, würde man nun in der Corona-Warnapp machen, das geht nicht. Man kann also man kann es nicht machen, weil ein Check-In darin besteht, dass man auf seinem eigenen Gerät das speichert. Also man kann gar keine fake Check-ins in der Corona-Warnapp machen, weil es keine zentralisierte Infrastruktur gibt, die man täuschen könnte. Und diese das ist natürlich eine Resilienz dieses Systems, dass halt einfach dafür sorgt, dass die Datenhaltung eben dezentral ist und deswegen diese Angriffsfläche und diese ganzen Probleme, nicht hat. Und deswegen ist das eben ein riesiges Problem bei der Luca-App, dass man das Ding mit mit Müllzug knallen kann, dass man Leute einchecken kann, die nie da waren. Ähm und in der Corona-Warn-App einfach kein Angriffsszenario. Und das ist natürlich schwer zu erklären, weil Leute, die sich nicht mit der Infrastruktur darunter auseinandersetzen, sehen QR-Code und sagen.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Und dann ist aber auch schon der Gedankengang zu Ende. So.
Tim Pritlove
Ja, genau.
Linus Neumann
Ähm also das nochmal zur Erläuterung des Unterschieds dieser beiden. Systeme mit anderen Worten. Was das am Ende auch heißt und das, denke ich, muss man nochmal festhalten. Bei der Corona-Warn-App bekommst du nur, Notifications für Events und Locations, wo du selber mit deinem Gerät den QR-Code gescannt hast. Bei der Luka-App kriegst du zusätzlich noch die ganzen Events, wo irgendjemand anders dich eingecheckt hast und du kriegst keine Notification, sondern Anruf vom Gesundheitsamt, der potentiell sogar sanktionsbehaftet ist. Und, ja, da ist natürlich schon klar, für welches System man sich im Zweifel.
Tim Pritlove
Ich möchte gar nicht ich möchte gar nicht wissen, wie viele äh Anrufe vom Gesundheitsamt Karl Lauterbach bekommt, weil er einfach sich in allen Zoos Deutschlands äh äh sozusagen schon gemeldet hat.
Linus Neumann
Sehr umtriebig, Herr.
Tim Pritlove
Ja, so. Das äh der kriegt nicht genug.
Linus Neumann
Dieses Fake-Check in Problemen das kriegt Luca auch nicht weg. Das können die nicht wegkriegen. Das liegt daran, dass sie äh diese Verschlüsselung haben. Und würden sie nun Maßnahmen ergreifen und sie werden es im Zweifelsfall auch tun, deswegen sage ich das jetzt auch hier, ne. Wenn sie jetzt Maßnahmen ergreifen, unterbinden, dann können sie das nur tun, indem sie die Anonymität aufweichen. Und das ist ihr zentrales Versprechen. Ja, das heißt, äh sie können diesen fundamentalen Fehler ihres Systems nur verhindern, indem sie ein, äh also ein ein weiteres ihrer Versprechen sprechen. Okay, kommen wir aber jetzt mal ganz kurz zu äh der letzten Woche in Sachen Luca. Das war ja dann. Will mal sagen, erstaunlich. Wir haben ja als CCC ein äh Statement veröffentlicht, in dem wir ähm auf die verschiedenen Schwächen des Lukasystems hinweisen. Und äh uns vor allem die Frage stellen, wie es passieren konnte, dass nun ich glaube dreizehn Bundesländer insgesamt mehr als zwanzig Millionen Euro in dieses Ding versenkt haben, Ähm ich habe hierzu mal die Chris Köver von Netz Politik org gefragt, die sich ja äh mit der digitalen Pandemiebekämpfung, eben auch als Journalistin recherchier recherchierend auseinandersetzt und habe sie mal gefragt, ob sie schon erfahren hat, was, was die Kosten für Sormas sind. Sormas ist dieses ähm. Glaube Open-Force Tool, was in den Gesundheitsämtern verwendet wird und das ist das, woran Luca andocken soll.
Tim Pritlove
Also in zunehmenden Maße verwendet werden soll, ne? Da ist diese Umstellung noch nicht vollständig. Ähm sollte eigentlich erst im Laufe dieses Jahres äh abgeschlossen sein, wie weit das jetzt im Einzelnen ist. Weiß ich nicht, aber es ist bestimmt noch nicht überall am Start.
Linus Neumann
Genau das andere war.
Tim Pritlove
Das weiß ich nicht genau.
Linus Neumann
Ja, also hm Sommer ist auf jeden Fall das contact tracing Datensammeltool, was in den Gesundheitsämtern zur zum Einsatz kommen soll. Also was zentral für diese Arbeit ist die Gesundheitsämter grade versuchen zu erledigen. Und. An das eben auch Luca Daten liefern soll. So ja, dass das der Unique Selling Point von Luca. So und also was Chris bisher in Erfahrung bringen konnte ist, die Kosten für Sormas waren insgesamt fünf Millionen. Und Luca haben wir jetzt schon zwanzig zugeschoben. Während der Sommers Rollout, wie du sagst. Noch gar nicht ähm abgeschlossen.
Tim Pritlove
Und der auch vor allem unterfinanziert ist und deswegen dauert es so lange Ja, es gibt einfach da nicht genug Leute, die mit diesem Rollout bei vierhundert Gesundheitsämtern beschäftigt werden können, weil das bedeutet ja immer Analyse der Ist-Situation, Migration der Systeme, Training, Schulung für die Leute, äh Support, ne, also das Das ist sozusagen nichts, was man mal eben runterlädt und installiert und dann läuft das, sondern natürlich muss sowas in so einen Prozess reingebracht werden, Leute müssen damit vertraut gemacht werden. Die haben vorher so gemacht, jetzt müssen sie's so machen dauert einfach seine Zeit. Und wenn du jetzt sagst, ich kannte die Zahl noch nicht. Fünf Millionen hat man da reingesteckt, um irgendwie erstmal das Betriebssystem der Gesundheitsämter zu installieren und das. Dauert schon zu lange und es wäre ja eigentlich toll, wenn's schneller gehen würde. Aber dann für eine Software, die irgendwie unterm Strich eigentlich gar nichts bringt, gibt man zwanzig Millionen aus. Ja, um sich an ein System anzudocken, was noch gar nicht installiert ist, äh da fällt einem ja gar nichts mehr zu ein.
Linus Neumann
Naja da fällt einem wirklich nichts mit zu ein. Und äh deswegen haben wir auch dieses Statement vom CCC veröffentlicht und haben gesagt, so stoppt das, ne? Das ist eine Millionengrab und vor allem, was hier ja passiert, was möchte ich auch nochmal wiederholen, ist ja die Förderung eines dauerhaften Geschäftsmodell für Check-Ins und Ticketing, was diese Startups da versucht zu etablieren, wo es jetzt eigentlich zwanzig Millionen staatliche Förderung für bekommt. Nun, wir haben dieses Statement veröffentlicht. Und ähm ich sage mal so, wir waren ja vorgewarnt, von Eva Wolfang. Dass diese Leute mit allen Mitteln gegen Kritiker vorgehen, Zu diesen Mitteln gehört, dass äh sehr viele Leute, die jetzt, sage ich mal, das CCC-Statement getwittert haben. So per DM von denen angeschrieben wurden. Zu diesen, zu dieser Reaktion gehört, dass ihr in so 'n achtseitige, wirklich, völlig, völlig wirres äh Ding geschrieben haben, in der sie ähm behaupten, auf die CCC Kritik zu, was aber tatsächlich eigentlich nur so eine so eine Parade an Strohmännern ist, wo sie quasi die Argumente, die wir anbringen, wegzerren und etwas anderes anbringen. Zum Beispiel sagen wir, Das Geschäftsmodell ist zweifelhaft, das ist natürlich klar, ich meine, ist ein privates Unternehmen, was Ticketing und Check-In machen möchte und sie sagen dem entgegen, ne, es wäre transparent, aber transparent ist ja kein Gegensatz von zweifelhaft, ja, also etwas kann ja transparent und zweifelhaft sein und das ist bei denen ja auch der Fall. Es ist halt zweifelhaftes, ziemlich durchschaubares Geschäftsmodell. Ähm also da brauche ich eigentlich gar nicht drauf einzugehen. Spannend sind dann so Sachen wie ähm Smudo, der dann, sage ich mal, seine Äußerungen so so Sachen sagt wie, Luca nicht mehr von Lockdown zu Lockdown und das ist net, also ne, das heißt also er sagt spezifisch, Mit diesem Tool brauchen, haben wir keine Lockdowns mehr. Und das ist eine Aussage, die in keiner Form haltbar ist, ne? Das ist genau diese falschen Heilsversprechen, die wir kritisieren. Was er auch sagt, ist der CCC sagt stopp Luca, ich sage Stopp covid. Ja, es ist auch wieder, ne, genau diese diese, Ja, also es ist so.
Tim Pritlove
Genau, weil weil wir sind ja, wir sind ja pro covid, ne? Ist ja klar, ne? Ja, ja.
Linus Neumann
Covid. Wir sind pro covid und du nicht. Also wirklich. Ne, du musst also du musst dich da echt zusammenreißen. Weißt du, wenn ich das nicht der Höhepunkt ähm. Es gab dann hier von den äh von, sagen wir mal, Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Verlagen oder von einem äh also von so einem Zeitungskonglomerat, die Überschrift, jetzt halte ich fest hin. Falsch völliger Schwachsinn. Chef der Luca-App knöpft sich Kritiker vor. In der er äh ja also äh und das das ist wirklich, also das ist die Krönung, ja? Also wer jetzt noch irgendwie einen Eindruck haben möchte, mit was für Leuten wir hier zu tun haben, die stellen sich ernsthaft hin. Und sagen, dass diese Luca-Track-Schwachstelle keine Schwachstelle sei, und das haben die mehrfach getan und zwar explizit. Ich wurde dann von einem Journalisten mit Namen Thomas Koreanovic ähm, Mit folgender Aussage konfrontiert bevor sie veröffentlicht wurde, ja? Also ich zitiere jetzt hier, Patrick Hennig, das ist einer der Covid-Glücksritter, der sagt Folgendes, Es handelt sich dabei um keine Sicherheitslücke, auch wenn der Chaos Computerclub das behauptet. Jeder Schlüsselanhänger ist, wie die eigene Telefonnummer statisch. Er ist dafür gedacht, dass auch jemand ohne Smartphone ein System teilnehmen kann. Der Schlüssel selbst ist auf dem Schlüsselanhänger im QR-Code und der Seriennummer hinterlegt. Kleine Anmerkung von mir. Das ist die Schwachstelle. Daher so weiter, Patrick Hennig, daher empfehlen wir, den Schlüsselanhänger vertraulich aufzubewahren, Anmerkungen von mir. Man soll damit einchecken und verrät damit den Schlüssel. Das ist die Schwachstelle. Patrick Hennig. Im vorgeworfenen Beispiel hat ein dritter Sichtbesitz über den Schlüsselanhänger verschafft und dann seine eigenen Daten abgerufen. Äh Anmerkungen von mir. Es ist ein QR-Code, den fotografiert man. Den muss man nicht besitzen, Und das in dem Beispiel die eigenen Daten abgerufen wurden, ist ja, klar, weil es eine Demonstration einer Schwachstelle ist, dass man da jetzt nicht eine real existierende Person nimmt. Sollte auch einleuchtend sein. Und, er hier sagt, dritter hätte sich Besitz über einen Schlüsselanhänger verschafft, das ist halt so, ne? Dieses spezifischen ähm, Formulierungen, die ja sehr schwer haltbar sind, aber natürlich etwas sehr böses ähm dem Tobias Ravenstein und der Bianca unterstellen, die diese Schwachstelle gefunden und veröffentlicht haben. So und dann sagt er, wir haben weitere Maßnahmen getroffen, um den Effekt des Verlustes zu minimieren. Es geht nicht um Verlust. Man checkt mit diesem Ding ein. Sagt er generell, generell gilt, normalerweise informiert man erst den Hersteller, räumt eine angemessene Frist zu Beseitigung ein und geht danach an die Öffentlichkeit. Da sitzen wir nur verwundert da und fragen uns, warum werden wir medial geschlachtet, wieso wird die Diskussion nicht sachlich geführt? Klassiker ne? Also wir können immer wieder darauf lenken.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Die Versachlichung der Debatte fordert. Und jetzt äh weiter Patrick Hennig, die Sicherheitsprobleme, auf die der Chaos Computerclub anspielt, lassen sich technisch leicht erklären und damit ausräumen. Äh ist schon echt krass, ja. Wir haben keine Sicherheitsbedenken, Trotzdem wird getan, als ob das alles ganz schlimm sei. Dadurch werden die Öffentlichkeit und die Politik stark verunsichert, dabei liegt die Vermutung nahe, dass hier eine eigene Agenda verfolgt wird. So, mit diesem Statement hat mich der Journalist ähm konfrontiert. Und ähm ich habe dem dann widersprochen und habe gesagt, so, also passen Sie auf, ne? Das ist hier eine Schwachstelle, ist ein Verstoß gegen das Versprechen. Dass Luca ja seinen eigenen Nutzerinnen macht. Und habe außerdem gesagt, äh er möge bitte Herrn Hennig bitten, zu konkretisieren, den Vorwurf einer eigenen Agenda, die der Chaos Computerclub verfolgen würde, damit wir uns dazu auch äußern können. Ne, das also halte ich jetzt für eine angemessene Reaktion, wenn ein Journalist mich mit einer solchen. Aussage konfrontiert. Also erstens muss man ja sagen, da komme ich gleich nochmal zu, ist einfach eine, nicht gedeckte Tatsachenbehauptung von Herrn Hennig, dass es sich dabei um eine Sicherheit nicht um eine Sicherheitslücke handeln würde, ne? Der kann ich ja dann als unabhängiger Experte ähm entgegentreten. Ähm, Also ich habe dem widersprochen und habe dann festgestellt, dass meine Richtigstellung der Behauptung von Patrick Hennig ignoriert wurde. Das wurde so gedruckt, in der, Berliner Zeitung. Am Sonntag, ich habe dann auch den Journalisten gefragt, wie es denn dazu käme, dass, ob ich zu spät geantwortet hätte oder so. Nö, aber er meinte, das wäre also deckungsgleich. Ich hätte dem Herrn Hennig ja nicht widersprochen und deswegen hätte er sich äh dazu entschieden, ähm dass. Zu ignorieren, was ich dazu gesagt habe. Das habe ich natürlich schon ein bisschen überrascht und da fragt man sich ja, also auch wirklich so, es ist beeindruckend, wie sowas zustande kommt. Und deswegen muss ich jetzt eigentlich mal sagen so. Also der Satz, es handelt sich dabei um keine Sicherheitslücke, dem habe ich entgegen zu halten, so ist ein zentrales Sicherheitsversprechen von Luca, das kein Tracking stattfindet. Die Behauptung, dass das nur funktionieren würde, wenn jemand seinen Schlüsselanhänger verliert, ist falsch. Und. Und dadurch, dass sie die Schwachstelle ja selber dann auch beseitigt haben erkennen sie ja an, dass es eine ist, Insofern trifft Herr Hennig hier halt wirklich eine. Tatsachenbehauptung, die entweder darauf schließen lässt, dass er grundsätzlich kein Verständnis vom eigenen System hat oder dass er hier wieder besseren Wissen eine Schwachstelle leugnet, die er selber anerkannt und beseitigt hat. Und das finde ich schon wirklich ähm ziemlich hart. Ja und das könnte man jetzt ja so raus sein, als würde ich den Herrn Hennig der Lüge bezichtigen, Und wenn ich das tue dann kann ich mir sicher sein, dass er sich dagegen auch nicht zur Wehr setzen kann, weil es unstrittig ist, dass es eine Schwachstelle und ein Verstoß gegen die eigenen Sicherheitsversprechen von und der Luca-App ist. Insofern, das ist äh, Also da habe ich gestaunt. Mit sowas hätte ich nicht gerechnet, ne? Und aber man hat ja oder wir haben ja von. Eva Wolf Angel äh auch dann schon die Geschichten gehört, dass sie, sich dann bei der Chefredaktion über sie beschwert haben und was nicht alles, also die kämpfen da wirklich mit ganz anderen Maßnahmen. Als man die äh ja erwarten würde, ne, man hätte, Also die hätten ja eine Sache, die die Option steht ja immer frei. Als äh Betroffener einer Sicherheitslücke. Anständig das anzuerkennen, der Community, die es dir gemeldet hat zu danken. Und äh Besserung zu loben. Das ist auch, also ich meine, ist die einzige Möglichkeit, die belastbar ist und nur sehr unerfahrene oder sehr. Also sehr aggressive Personen würden von diesem, von dieser Idee abweichen. Ja. Und das ist das, was äh die hier tun, das äh zeigt natürlich davon, dass die ähm. Ja, sagen wir mal, ein bisschen skrupelloser sind, als das in der Community eigentlich äh üblich wäre. Das ist schon ziemlich krass. Also ich wäre gespannt, äh ob die auch nur eine unabhängige Expertin finden, die der Ansicht ist, dass das keine Schwachstelle gewesen sei und das ist schon, also. Also mir ist völlig unklar, was da los war. Es gab übrigens auch dann noch ähm ich kann es nicht anders nennen, aber so eine Art Gefälligkeitspodcast des Landesdatenschutzbeauftragten von Baden-Württemberg, der ja eigentlich. Aufgabe hat. Diese App im Interesse und im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger zu prüfen und ähm in diesem Podcast wird Luca Track noch nicht mal erwähnt, Auch da fragst du dich so, was ist denn los? Also wirklich, was ist denn hier los, ja? Äh vielleicht wird das vorher aufgenommen, aber dann würde man ja seine Veröffentlichung anpassen, wenn dann halt eine schwerwiegende Schwachstelle ähm öffentlich bekannt geworden ist. Also das ist äh schon. Äh faszinierend gewesen. Ja und äh ich glaube, ich muss hier an dieser Stelle nicht betonen, dass der Computerclub seit vierzig Jahren äh Schwachstellen aufdeckt und meldet und sicherlich, keine andere eigene Agenda verfolgt, als die Öffentlichkeit vor vor windigen Geschäftemachern und äh unsicheren Systemen zu warnen. Ja, das ist äh. Also die die Unverfrorenheit ist schon wirklich ähm ja, faszinierend.
Tim Pritlove
Vielleicht an der Stelle auch nochmal so eine andere Kritik, die ich auch so nebenbei noch mitbekommen habe, äh zu kontern, ja. Es gibt ja auch so Leute, die sagen so, ja, äh der CCC, jetzt wo man's vielleicht sinnbildlich für auch eine ganze Szene, ja, äh verhindert ja auch Innovation. Weil wir ja immer an allem rummäkeln und irgendwie, was weiß ich, Zoemaßstäbe ansetzen und wer würde denn dann da überhaupt noch sich trauen, ein Start-up zu gründen, äh in so einem, in so einer Atmosphäre, wo er wo man Angst haben muss, dass der böse große, mächtige CCC da irgendwie sein, sein sein Wort erhebt. Leute, der CCC, ja, das ist irgendwie ein Haufen von, Experten, die sich irgendwie an der an der Frontlinie irgendwie in der Öffentlichkeitsarbeit äh bemühen, die teilweise selber im Security-Business sind, äh teilweise aber auch nicht gestützt von einem. Netzwerk von, freiwilligen Nerds, Helfern, anderen Aktivisten, Verwandten, Gruppen, ähnlicher äh und auch manchmal ganz anderer Natur, ja, die, überhaupt nicht in der Lage sind, irgendwie eine großes Agenda Setting zu betreiben, sondern im Wesentlichen eigentlich auch immer nur reagieren auf diesen ganzen Unsinn, der irgendwie auf einen zukommt. Und wenn man in der Lage ist irgendwie eine Startup Kultur zu starten, ja? Die vielleicht auch einfach mal so ein paar von diesen Grundsätzen einfach mal von vornherein mal im Gedankengang berücksichtigt Wenn man das tut, dann ist man da sowieso schon relativ frei, dann kümmert sich irgendwie der Club äh äh eigentlich um sowas auch überhaupt. Sondern haben einfach genug damit zu tun, auf die Sachen einzuschlagen, die ich jetzt wirklich einfach mal völlig neben der Spur sind oder die zumindest versuchen, in der Öffentlichkeit deutlich besser dazustehen, äh als es eigentlich angemessen wäre.
Linus Neumann
Ich möchte da noch einen wichtigen Aspekt äh anmerken, Tim. Äh insbesondere die Frage der Innovation, Also, eine zentrale Datenbank der Bewegung von Bürgerinnen zu machen, ist jetzt nicht ein besonders innovatives Konzept. Die Innovation ist tatsächlich in so etwas wie Crowd Notifyer oder dem, was äh jetzt an Crowd-Notifyer angelegt in die Corona-Warn-App eingebaut wurde. Schnell. Anonym, dezentral und zwar eine Lösung, die auf ein spezifisches Problem fokussiert. Sich das dessen annimmt und die bestmögliche und schnellste Option dafür baut, ja? Das ist Innovation. Eine zentrale Datenbank zu bauen, es keine Innovation. Das äh ist wirklich einfach keine Innovation. Was ich sehr im, übrigens amüsant finde, um jetzt nur mal so. Also um nochmal hier auf der dieses Statement, ja? Äh CCC-Vorwurf Doppelpunkt, eklatante Menge in der Spezifikation. Also was bedeutet Spezifikation? Eine Software wird spezifiziert. Ja, man schreibt also, unser System funktioniert folgendermaßen und nicht so. Ja, wir machen ein zentrales System und da wird verschlüsselt und und alle müssen online sein, um sich da einzuchecken. Das ist die Spezifikation, Dem entgegnen sie uns die die kennen den Begriff der Spezifikation nicht. Weil sie sagen dann, also sie entgegnen dem, wir sagen die, die Spezifikation hat Mängel und dem sagen sie, wir haben uns für den Reflexierungsfehler entschuldigt, meinen damit, dass sie hier eben Software von anderen gestohlen hatten, ohne das äh richtig anzuerkennen. Wir haben darüber ja gesprochen, ja. Also da geht es aber nicht um die Spezifikation, sondern geht es um die Lizenzierung. Und das heißt, die kennen. Entweder wissen die nicht, wann eine Spezifikation ist, das würde einiges erklären. Muss ich wirklich sagen, also wenn dann ist eine Menge entschuldigt. So, wenn die nicht wissen, was eine Softwarespezifikation ist, dann sind viele Fehler in dieser Spezifikation ihnen ähm. Ihnen zu verzeihen, ja, aber dann ist nichts zu verzeihen, dass irgendjemand das kauft. Ja, okay. Ist wirklich ähm haarsträubend, haarstr.
Tim Pritlove
Verbringen schon wieder zu viel Zeit damit.
Linus Neumann
Du hast recht. Fassen wir es noch kurz zusammen. Es gibt einen wichtigen äh einen wichtigen Artikel noch von Ralf Rottmann. Der ist heute auf Netzpolitik Orgin erschienen, ähm der das Lizenzmodell kritisiert. Und zwar ist es ja so, dass wir jetzt schon über zwanzig Millionen Euro in den Wind geschossen haben für dieses System. Und äh er er führt dort aus, warum Software heutzutage in der Regel äh Software also Service ähm. Nutzungsbasiert abgerechnet wird. Also, dass du zum Beispiel sagst, okay, wenn das Ding hier irgendwie durch die Decke geht und so, ne, dann kostet dann zahlen wir euch eben, was weiß ich, fünf Cent pro Check in, ne? Und, Wenn das nicht durch die Decke geht, dann haben wir als als Kundinnen nichts verloren, keine großen Kosten gehabt und ihr keinen großen Gewinn gehabt, Und er schreibt eben da auch so, dass das Skurrile ist, dass eigentlich dieses Lukading umso profitabler wird für die Erfinder, je weniger es genutzt wird. Dem habe ich nur noch hinzuzufügen. Deren Ziel, deren Longterm-Ziel ist, ja nach Covid weiterhin die Check-In und Ticketing-App zu sein. Insofern haben die natürlich auch ein Interesse daran, Erfolg zu haben, aber die haben halt jetzt erstmal, ne, zwanzig Millionen eingestreicht, um diese, diesen Erfolg zu realisieren. Als Dankeschön kriegt man da jetzt obendrauf noch eine noch weitere Prüfung von anderen Landesdatenschützerinnen und eine Prüfung durch das BSI Da finde ich, das finde ich sehr lustig, weil als wir damals die Wahl gehackt haben, ne, äh Martin Schiersig, Thorsten Schröder und ich, dieses äh äh PC Wahlding auseinandergenommen haben, nachdem Martin Schier sich da die sich das Anfangs angeschaut hatte in einem Bundesland. Da haben wir ähm noch irgendwie so sanft täglich mit dem Innenministerium telefoniert, ne? Und da habe ich gesagt, Leute, warum reitet nicht das BSI ein und fix diesen Krempel? Ja? Und da wurde mir das geht nicht, weil das wäre ja eine Marktverzerrung, weil es gibt ja mehrere Anbieter auf diesem Markt, der äh Wahl Auswertungstools. Und es wäre jetzt ein ein Marktverzerrung und ein ein Übervorteilung eines Anbieters, wenn der jetzt ähm Unterstützung durch das BSI bekäme bei der Beseitigung von Schwachstellen. So, aber wenn erstmal zwanzig Millionen in so eine Luka-App vergeudet wurden, ne, dann kriegst du natürlich noch ein BSI Audit äh kostenlos, obendrauf. Also das ist wirklich unterhaltsam.
Tim Pritlove
Ist auch ein geiles Argument, mal dafür äh wirklich mal eine eine Bundes ähm äh eine Infrastruktur im Bundesbesitz aufzuziehen, dann kann dann wenigstens auch mal das BSI was fixen.
Linus Neumann
Ja Na ja und und wir hätten ja eine, wir haben ja eine eine Corona-Warn-App, die gehen all diese Probleme, ja? Fake, Check-Ins, äh funktioniert nur, wenn's online ist und so nicht hätte.
Tim Pritlove
Skalierung.
Linus Neumann
Das große Problem der Fake-Check-Ins ist ja. Das wird überhaupt nicht ausreichend berichtet. Ähm erstens, du müllst die Gesundheitsämter zu, die melden sich übrigens jetzt auch und sagen, das ist alles nur Müll, was da rauskommt. Die Daten wollen wir gar nicht haben. Das kommt sowieso noch, ne? Aber stell dir mal vor, jemand würde hingehen und würde jetzt in jedem Ort jeden Check in den es so gibt, zwei, drei Fakes drunter streuen. Wo die Leute immer sagen könnten, ey Entschuldigung, ich war nicht da, ich wohne nicht in der Stadt oder was auch immer, ne? Du hättest oder du hast als jemand, der vom Gesundheitsamt aufgrund eines Luka-Check-Ins angerufen wird, immer, Die Niability. Immer. Kannst einfach sagen, nö. Geh, weiß doch jeder. Gucken sie mal. Hier, ich kann ihnen zeigen, wie man Fake-Check-In macht, Wie wollen Sie mir hier irgendwie unterstellen, dass ich da war? Und ähm dem entgegnen. Diese Luca, Leute? Ja, ja, aufm Blatt Papier können die Leute ja auch immer falsche Daten schreiben, aber aufm Blatt Papier, dann muss ich da wenigstens hingehen. Was Luca ist, ist ein großes Blatt Papier in der Mitte des Internets, wo jeder reinschreiben kann, was er will. Und das gilt für alle lokale gleichermaßen. Und, Also so ist diesen konzeptionellen Fehler nicht verstanden zu haben und nicht zu verstehen, warum die Corona-Warn-App äh, absolut überlegen. Es gab gar keine Frage. Ja, äh ist halt schon eine Katastrophe. Entsprechend wird auch auf Zeit online von ähm. Glaube, Jakob von Lindern war der Name, äh auch gefordert zu sagen, so, ey, jetzt haben wir eine staatliche, saubere Infrastruktur, schnell, anonym dezentral. Dieser diese gesamte Idee des Zwanges, Quarantänezwang und der Staat und wir halten dich jetzt hier fest, sowieso Unsinn. Schaffe doch jetzt in den Verordnungen diese Kontakt äh Datenerfassung ab. Wenn es doch ein schnelleres System gibt, ja? Und äh geht diesen Weg, ja? Also man könnte ja zum Beispiel sagen, wäre ja echt super, dass man sagt, pass auf, Corona-Warn-App oder. Wenn du die nicht benutzen möchtest, dann muss halt deine Adresse eingeben. Das wäre mal eine faire, äh ein fairer Vergleich, um zu sagen, so hier, da siehst du eben, wir bieten dir ja das Schnellste, und anonyme Tool an was wir finanziert haben, was ohne Risiko ist. Und wenn du dem nicht traust, dann schreib eben deine Adresse auf einen Zettel, dann wird deine Adresse ans Gesundheitsamt weitergegeben. Das wäre, sage ich mal so, Als äh kannst du eben auch deine Adresse dalassen. Das wäre, sage ich mal, eine eine informierte äh informierter Umgang mit den mit den Risiken und vor allem nochmal, ne, es geht hier dabei nur darum, schnell genug zu alarmieren damit die Leute dann ihre Kontakte reduzieren. Und deswegen ist die Geschwindigkeit der Alarmierung so wichtig. Aber ja, solange wir irgendwie Jan Josef Liefers und Ben Becker am quengeln haben, brauchen wir uns, glaube ich, über die äh ja die Qualität der und Informiertheit der äh Corona App-Debatten nicht zu wundern.
Tim Pritlove
Politik muss ich hier echt an die Nase fassen, also falsche Voraussetzungen, falsche Rahmenbedingungen, falsche Entscheidungen, am Ende auch noch eine verpasste Chance, weil zu wissen, dass so ein Feature in der Corona-Warn-App ohnehin in der Entwicklung ist Das denkt sich das Team doch nicht selber aus. Das ist doch Auftrag, das ist doch vom Bund gewollt gewünscht und wird dann entsprechend umgesetzt, weil dann wird es ja auch bezahlt. Die drehen doch nicht frei und Däumchen und machen da irgendwie ihr eigenes Ding. Das war doch sowieso schon unterwegs, das Feature. Wenn das sowieso schon unterwegs ist, warum wissen das die Länder nicht? Warum kriegen die das nicht gesagt, dass das sozusagen sowieso kommt? Dass es dann auch noch die beste Lösung ist, weil es eben nicht zusätzliche Last auf die Gesundheitsämter legt, die jetzt irgendwie immer gucken muss, wenn irgendwie ein Vorfall ist, ah okay, jetzt haben wir also hier irgendwie sechshunderttausend Leute im Zoo Was machen wir denn da jetzt damit? Das ist ja noch mal mehr Arbeit, Die sollen entlastet werden. Die werden damit nicht entlastet. Entlastet werden sie durch die Corona-Warnapp und würde man darauf hinweisen, dann, Würden auch mehr Leute diese App runterladen und dann würden sie sie auch benutzen und dann würde auch die ursprüngliche Funktion nochmal besser. Und dieses ganze Argument, man könnte das ja irgendwie nicht befördern. Mein Gott, einmal irgendwohin schreiben, jeder Laden in Deutschland, der aufhaben muss, äh aufhaben möchte. Dieses DIN A4 Papier auszudrücken. Und da ist irgendwie ein QR-Code mit einem Link auf die App drauf. Und äh also so naheliegend alles, so einfach, so kostenlos und trotzdem wird's nicht gemacht und stattdessen. Müssen wir jetzt irgendwie mit so einer, so einer Debatte rumschlagen, die eigentlich letztes Jahr schon äh komplett durch war.
Linus Neumann
Das ist wirklich ähm na ja. Jetzt hoffe, wir wollen's nie wieder was davon hören. Nie wieder, Nehmt das Scheißgeld geht aber geht mit Gott aber geht bitte OK.
Tim Pritlove
Genau. Nimmt nimmt einfach die Kohle, setzt euch auf eure Insel, macht eine Party mit euren Pieps irgendwie und haltet's Maul und lasst uns einfach in Frieden. Wir haben hier irgendwie eine Krise zu bewältigen.
Linus Neumann
Wir müssen uns ernsthaft dann irgendwann mal darüber Gedanken machen, wie es zu so einem, wie es zu seinem absoluten Desaster kommen kann. Das nochmal zu in Ruhe zu analysieren, das ist ein schmerzhaftes schmerzhafte, dunkle Hülle, in die wir kriechen müssen. Das tut mir leid. Okay. Halbwegs gute Nachrichten. Ja, eigentlich nur ein bisschen äh Hacker äh Heldenstories. Ähm vor einiger Zeit Also es gibt dieses Unternehmen mit dem Namen. Denn die haben sich im Prinzip auf die Forensik an Geräten spezialisiert. Also bietet an, ne? Die Polizei oder ein Geheimnisse, wer auch immer hat ein Gerät, ein Smartphone in ihren Händen. Möchten gerne die Daten auslesen, dann bietet Celebrite quasi so ein Toolset an, diese äh Geräte äh auszulesen, und das natürlich auch äh unter Ausnutzung von Schwachstellen auf den Geräten, ja, wenn also, wie es bei älteren äh iPhones, ich glaube bis zur sechs oder sechs S, dieser Boot und so diese diese Dinge finden da alle Anwendungen, äh um in um in die Geräte reinzukommen und sie auszulesen. Ja? Und hat jetzt vor ein paar Wochen ähm relativ medienwirksam angekündigt. Ja, also wir können jetzt übrigens auch Signal auslesen. Und das. Also was das bedeutet, muss man jetzt auch mal sagen, so das heißt nicht, sie haben Signal gehackt, sondern sie es heißt einfach nur, dass ihr Parsa für Daten jetzt auch das interne Datenformat von Signal, ja, auslesen kann, ne? Also wenn du jetzt so eine App hast und eine Signal App, die speichert natürlich die Nachrichten auf dem Telefon. Und wenn äh du jetzt diese Datenbank ausliest oder dieses Dateiformat ausliest, äh und verstehst und zwar auf die Weise verstehst, wie es die App versteht, dann kannst du eben auch diese Chats. Darstellen in einer Weise, äh wie du das eben äh für richtig hältst. Und äh. Dieser Teil das nennt sich äh also dieser Parsa, der diese ganzen Daten auseinandernimmt, äh nennt sich der und der andere Teil des ähm Celebrited System ist der UVD, das ist quasi das System, was ähm ein Backup macht Ja, die die imitieren im Prinzip äh Android oder iTunes oder macOS, ne, um Backup von dem System, von dem von dem von dem Gerät zu machen und dann haben sie eben den, der die Daten, die da, die dieses, dann eben ausliest. So funktionieren diese Dinge und dann sagen sie am Ende hier pass auf das und das war der Fall. Jetzt äh wie es der Zufall will, äh ist irgendwo so ein Ding vom äh vom LKW gefallen und ähm. Landete bei äh bei Signal, ja? Und ähm die haben dann sich damit auseinandergesetzt, wie dieses äh funktioniert und äh haben. In dem. Haben also was weiß ich, sich das Spyder angeschaut und so, ne und haben festgestellt, dass da so typische ähm drin fehlen, also eine Verteidigung dieser Software, und ist eine Reihe an Schwachstellen gibt, die man ausnutzen kann. Ein Beispiel, was sie benennen ist, dass irgendwie ein zehn Jahre altes FFM-Pack drin ähm, Und sie sagen aber auch, dass das nicht die mit denen sie sich ansonsten noch weiter auseinandergesetzt haben. Was sie dann veröffentlichen ist ein Video, bei dem also mit diesem Tool. Ein Smartphone ausgelesen und analysiert wird und dann auf einmal äh einen Pop-Up aufblinkt auf diesem Rechner. Und da steht irgendwie sowas wie äh. Oder sowas ne? Also leg dich mit dem Besten an und so und du bist erledigt wie der Rest auch, Ja, was heißt das? Die haben also einen Weg gefunden in diesem in dem dass man dem eine Datei gibt, die wenn er die, versucht zu verarbeiten, ähm dass er offensichtlich ein, ich würde jetzt schätzen, aber ne? Mehr schreiben sie dazu nicht. Ich würde jetzt schätzen, dass sie da einen Buffer Overflow ausnutzen oder irgendeine eine Command Injection oder so. Und dann Abitur auf dem Zielsystem ausführen können, und sagen eine typische Handlungsmöglichkeit, die ihn dadurch offen stünde, wäre zum Beispiel die also die Ergebnisberichte, und zukünftige Nachlust und äh Laune zu verändern. Und äh das ist natürlich also so Kudos. Eins A, feinstes Hacking, feinstes Hacking, Prädikat, feinstes Hacking und dann sagen sie ähm, Wir sind natürlich bereit, äh im Rahmen einer responsible, die Schwachstellen, die wir hier gefunden haben, Celebritan mitzuteilen, wenn? Sie das auch machen mit allen Schwachstellen, die die bei ihrer Physikal Extraction. Bei ihren anderen Dienstleistungen zum Einsatz bringen, Hier muss man kurz sagen nutzt laut eigene Angabe für neuere iPhones haben sie angeblich, also sagen sie, gibt es die sie nutzen? Um da quasi auch diese Backups einzuleiten. Aber bei diesen Explods handelt es sich vermutlich oder in großer Sicherheit eben um, und um das Risiko zu minimieren, dass diese Explod-Zeit in die Öffentlichkeit geraten vom LKW fallen und in den Händen von maximalen Spike landen, bieten sie, Das nur als Service an. Das heißt, sie sagen, okay, die Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste können uns ein Gerät einschicken, wir hacken dieses Gerät für die und schicken ihnen dann die Daten zurück. Was natürlich total problematisch ist, weil eine Forensikerin, Geheimnisse, bei der Polizei, natürlich für die Ergebnisse gerade stehen muss. Und wenn du hier dich einer externen Dienstleisterin bedienst. Wir haben das gehackt, hier sind die Ergebnisse, aber wir sagen denen nicht, wie wir das gemacht haben, dann äh ist das natürlich ein ein großes Problem. Und darauf Signe, dass sie sagen, so, passt auf, wenn ihr hier die Oldies äh droppt so, Dann droppen wir auch unsere, aber wenn solange ihr kein macht, müsst ihr, könnt ihr diesen Anspruch auch nicht an uns stellen.
Tim Pritlove
Oh meinst, das ist soviel.
Linus Neumann
Ey du, es ist wirklich so ähm. Ah, ganz toll, ja. Ähm. Ganz, ganz toll, ja? Und ähm außerdem schreiben sie. Völlig unrelated so unabhängig von dem, was wir jetzt da geschrieben haben. Zukünftige Versionen von Signal werden sich regelmäßig ein paar Dateien aus dem Internet herunterladen und in App-Storage legen. Diese Dateien werden nie benutzt werden. Werden niemals mit Signal interagieren, aber ähm wir speichern dir einfach mal auf eurem Gerät. Und es ist natürlich sehr naheliegend oder man könnte sich jetzt vorstellen, dass diese Dateien halt Explodes für Celebrite beinhalten. Das wäre natürlich totaler Wahnsinn. Äh aber es kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie so etwas machen würden.
Tim Pritlove
Also richtig schöner, geiler Hackback sozusagen. Diesmal richtig.
Linus Neumann
Ich denke, ähm ich weiß nicht, ist das ein äh.
Tim Pritlove
Na ja, die haben zurückgehackt.
Linus Neumann
Nö, die haben die haben halt einen Exploit gefunden und haben sich mit der Disclosure Policy des Unternehmens auseinandergesetzt, haben festgestellt, oho, die nehmen an der Responsible Disclosure, Kultur nicht teil. Entsprechend sehen wir uns jetzt auch nicht denen gegenüber verpflichtet an der Kultur teilzunehmen. Und äh wir befinden uns also hier gemeinsam auf hoher See. Und handeln nach den Regeln, die die uns vorgegeben haben. Ah, traumhaft, ja. Ich meine, deswegen äh ich liebe die. Ich liebe die. Signal, Deswegen nutze ich Signal. Okay. Machen wir ähm noch kurz weiter. Wir hatten darüber gesprochen, dass äh Frontex ja die Agentur äh ist, die. Vierundneunzigtausend Euro Abendessen ausrichtet.
Tim Pritlove
Lecker.
Linus Neumann
Und die hatten ja jetzt eine Informationsfreiheitsanfrage von frag den Staat irgendwie zurückgewiesen und ihnen eine äh Rechnung über ich weiß nicht, ob über fünfundzwanzigtausend Euro oder sowas waren das, Das Gericht hat dann bestätigt, dass dass sie über einhundert Prozent zu viel verlangt hatten, ja? Ah genau, dreiundzwanzigtausendsiebenhundert Euro wollten sie haben. Äh und ne, dass quasi diese Forderung viel zu hoch war und ähm ja, frag den Staat, hat Recht bekommen, dass das, oder dass das dass die Agentur mit ihrem Milliardenbudget, die für vierundneunzigtausend Euro Abendessen gehen, ähm mit dreiundzwanzigtausendsiebenhundert Euro von frag den Staat viel zu viel Geld verlangt hat und dass das eine Maßnahme war, um, dem Informationsfreiheitsgesetz entgegenzutreten und ihr den Informationsfreiheitsansprüchen, die äh über frag den Staat gegenüber Frontex. Ähm erhoben wurden. Insofern, ja, herzlichen Glückwunsch zum oder zum zum Sieg in dieser juristischen Auseinandersetzung und ja, ne, also wenn man sich das Budget von Frontex anschaut, das, was da getan wurde, war eben ein spezifischer Versuch. Fragt den Staat hier zu schaden und fragt den Staat, ist ein demokratisches, Tool für Transparenz und diesen System schaden zu wollen ist natürlich absolut unangemessen. Natürlich kann man, ne, das ist ja völlig in Ordnung, sich gegen Informationsfreiheitsanfragen. Ähm denen widersprechen, wenn man dafür einen äh rechtlichen, eine rechtliche Grundlage hat oder ein, ne, das. Sind nun mal Gesetze, ja, aber quasi dann einen Versuch machen, denen durch ähm übertriebene Forderungen äh einerseits das Funding zu entziehen und ihnen gewissermaßen äh. Aktiv schaden zu wollen, natürlich mit dem Ziel, dass die weniger Fragen in Zukunft, dass es eben wirklich eine absolut unwürdige Aktion und das wurde hier eben auch höchstrichterlich, festgestellt.
Tim Pritlove
Ich hoffe, dass sie nicht verhungern jetzt irgendwie, wenn sie nur noch zehntausend Euro für ihr Abendessen bezahlen dürfen.
Linus Neumann
Nee, die dürfen also theoretisch der Schaden für äh für Frontex ist ja jetzt nur zwei zwölftausend Euro ungefähr. Das heißt, das nächste Abendessen nur für vierundachtzigtausend. Ja, so ein bisschen, also, schwächer, ne. Na gut, dann kommen wir in der nächsten Woche nochmal ein bisschen darauf zu sprechen, dass das IT-Sicherheitsgesetz zwei beschlossen wurde und das beschlossen wurde, ähm. Da würden wir uns nochmal tiefe mit auseinandersetzen und haben jetzt nur nochmal ein bisschen Jobs zu bewerben.
Tim Pritlove
Was gibt's denn Schönes.
Linus Neumann
Netzflüssig Orks sucht eine Unterstützung in Finanzen und IT, Wir suchen für anfangs zwanzig Stunden die Woche Unterstützung in Finanzen und IT. Ähm der aktueller Admin soll unterstützt werden, um die Lasten bis hin zu verteilen, damit er auch mal äh Urlaub machen kann, ohne dass er eine Notbetreuung der IT leisten muss und äh in der Finanzabteilung soll eine Stelle geschaffen werden, die die Kommunikation, zum und Lohnabrechnungsdienstleister und die Aufarbeitung dafür übernimmt. Und auf lange sich dann eben auch in die Spenderinnenverwaltung einsteigt.
Tim Pritlove
Buchhaltung. Geil.
Linus Neumann
Siehst du mal, Tim, ich habe auch gedacht, wenn du nochmal Lust hast auf ein.
Tim Pritlove
Wenn das mal nichts wird mit mit Podcasting irgendwie, wenn es dann habe ich immer noch äh noch eine Exit-Strategie.
Linus Neumann
Um das kurz noch zu sagen, ne? Es handelt sich dabei um zwei Stellen, ne, also nicht beides zusammen, sondern es gibt zwei Stellen, also einmal diese äh äh Finanzengeschichte und einmal die IT-Geschichte und ähm ja, Link findet ihr in den Bewerbungsfristende ist äh Bewerbungsfrist endet Ende Mai. Und äh ja, vielleicht ist das ja was für euch ähm. Wie ihr euch dort bewerbt, findet ihr eben auf Netzbild org, Link dazu in den Shownotes, könnt ihr einen freundlichen Gruß da lassen.
Tim Pritlove
Gut, die Redefrist für diesen Podcast endet jetzt. Damit haben wir irgendwie die Woche erstmal eingetütet, denke ich, oder?
Linus Neumann
Ja, also äh genau, denke schon. Ähm IT-Sicherheitsgesetz und Tickermock machen wir dann in der nächsten Sendung.
Tim Pritlove
Machen wir in der nächsten Sendung, genau. Jetzt müssen wir uns noch ein paar andere Sachen kümmern. Na schön, dann bleibt uns nicht äh viel anderes übrig, als euch noch eine angenehme äh Restwoche in der Restintelligenz zu wünschen. Lasst euch nicht äh lasst euch nicht äh verrückt machen. Außer von uns natürlich.
Linus Neumann
Jo, alles klar. Ciao, ciao.

Shownotes

Intro

Alles dicht machen

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Der Mann in Merkels Rechner

Feedback

CWA mit Checkin-Funktion

Unsinnige Infektionsschutzverordnungen

Luca

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Breite Kritik

Datenflut für Gesundheitsämter

Philipp Berger leugnet nachgewiesene Schwachstelle

Kritik am Lizenzmodell

BSI prüft

Landesdatenschützer prüfen

Unterschied CWA / Luca

Signal hackt Cellebrite

Frag den Staat vs. Frontex

Jobs

netzpolitik.org

Bonus Track

LNP389 Spaßbremse in Zeiten der Not

Feedback — Luca App — Artikel 13 — beA — Facebook Leaks — Öffentliche Hand — Ville de Bitche

Eigentlich wollten wir nicht, aber die Ereignisse zwingen uns ein drittes Mal in Folge über die Luca App zu reden. Aber immerhin reden wir auch noch über andere Sachen, z.B. über das x-te Facebook Leak, das Tim jetzt eine Menge Paketlieferungsankündigungen beschert. Na danke auch. Dafür diskutieren wir auch noch ein paar kreative Umbenennungen des Podcasts. Wer weiß wofür es noch mal gut ist.

Dauer: 1:28:49

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Du, völlig überraschend gehen die Zahlen total durch die Decke. Wir müssen irgendwas unternehmen sofort.
Linus Neumann
Wir können in vierzehn Tagen ja die Notbremse ziehen.
Tim Pritlove
Lokbuch, Netzpolitik Nummer dreihundertneunundachtzig, dreihundertneunundachtzig, genau vom was haben wir? Vierzehnten April zwanzig einundzwanzig. Eure Spaßbremse in Zeiten der Not.
Linus Neumann
Äh ist gesetzt.
Tim Pritlove
Nur hier die echten geilen, schlechten Nachrichten, so wie es gewohnt seid. Wenn wir jetzt mal anfangen würden, zehn gute Nachrichten hintereinander zu erzählen, dann würdet ihr euch irgendwie, dann würdet ihr euch doch wundern, ob ihr ob sich jemand in euer Internet reingehackt hat, Und was jetzt irgendwie wieder passiert ist.
Linus Neumann
Oh Tim. Ich komm mit diesen mit diesen diese die Not ist ja gar nicht so schlimm. Schlimm ist was wir daraus machen.
Tim Pritlove
Beziehungsweise nicht machen.
Linus Neumann
Ja. Oh weh, oh weh, lasst es uns verschlimmern.
Tim Pritlove
Brücken, Brückenaligurien. Es ist einfach man hat wirklich das Gefühl, es sind einfach alle völlig am Ende ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit äh angekommen. Als wir es als ob einfach sich nicht mehr produzieren lässt, so wie setzt da auf die Pumpen und pumpen und es kommt einfach nichts mehr raus.
Linus Neumann
Man könnte sagen, so der Loktown wirkt langsam. Die Leute sitzt halt wahrscheinlich zu Hause, denken sich so da steht was an der Wand. Brücken. Doch doch, steht da. Hat der, hat der Teufel an die Wand geschrieben, sage ich jetzt. Also es ist, es ist in einem Ford. Na ja, wir bleiben, wir bleiben auch immer.
Tim Pritlove
Ja, wir versuchen uns äh weiter zu entspannen und ähm das Lustige im Schlimmen zu sehen.
Linus Neumann
Ja. Und es ist ja eigentlich auch sehr lustig. Es.
Tim Pritlove
Und wir müssen sogar wenn ich das richtig sehe, wieder viel über das Red, wo wir uns seit Wochen drüber reden, obwohl wir eigentlich überhaupt gar keine Lust haben, dadrüber zu reden.
Linus Neumann
Ja. Das ist ja, das komme ich irgendwie. Lass uns erstmal noch kurz das Feedback besprechen. Also zur LMP drei acht sieben haben wir eine Mail bekommen von Cybercow, Cybercow sagt in LMP drei acht sieben habt ihr die Geschehnisse um die Corona Warnap so hingestellt als hätte die Regierung davon Anfang an eine gute Strategie verfolgt und keiner wisse warum. Ich habe das jedoch anders in Erinnerung, und kann das nicht einfach so stehen lassen. Meines Wissens war zu Beginn ein zentraler Ansatz geplant. Und auch von Veröffentlichung des Source Codes war so wie ich es im Kopf habe zu Beginn keine Rede. Erst als Zahlen. Einflussreich genug Menschen dafür trommelten, eine ordentliche Implementierung zu verlangen. Anderenfalls von der Nutzung abzuraten kam kurz darauf die Ankündigung, man wolle den Sourcode veröffentlichen und von einer zentralen Speicherrose mal ab, aber vermutlich wisst ihr das genauer. Ich fände es nur schade, die Lorbeeren irgendein wie auch immer gearteten Zufall zuzuschreiben. Wenn sich doch in Wirklichkeit eine aufmerksame Zivilgesellschaft darum verdient gemacht hat, liebe Grüße Cyberchao, danke Cybercow hast du recht. Ähm ich finde nur Eigenlob stinkt, deswegen äh haben wir hier mal die Lorbeeren, der Bundesregierung gegeben, es ist richtig, es gab damals eine Debatte die auch heiß geführt wurde, auch um Ostern übrigens und ähm. Es war dann äh der der damals oder der anfängt, die anfänglich, ähm wie nennt man das akademische Debatte zwischen, PT hieß das, glaube ich, ne. Und, P drei T, wo ich immer mit den Akonym, mit dem werde ich mich, werde ich nicht mehr klarkommen die dann eben darin mündete, damals übrigens auch der CCC mit den zehn Prüfsteinen für Contact Racing Apps, glaube ich, einen wichtigen Beitrag geleistet und ähm. Mündete dann in der Entscheidung der Bundesregierung äh dieses Mal sich unter unter dem unter dem massiven Druck sich dann doch der Ratio zu beugen. Und äh da hast du, hast du Recht, man, aber, Man muss jetzt natürlich auch sagen, äh Druck der Zivilgesellschaft hin und her, letztendlich ist es etwas, was Google und Apple entschieden haben. Ja ähm was und zwar damit einfach durch die, normative Kraft des des Fraveworks gesagt haben, was bei uns in den Shop kommt und was bei uns in den App Store kommt und was nicht.
Tim Pritlove
Das kann man schon mal so stehen lassen. Also ich war ein bisschen überrascht über seine Formulierung, dass wir das so dargestellt hätten, weil wir uns ja eigentlich. Die ganze Zeit mit dem Thema hier beschäftigt haben und äh vielleicht kam es aus einer Sendung anders heraus, aber ich denke so insgesamt ist auch klar geworden Dass wir am Anfang da viel Kritik geäußert haben, es dann halt heftig wurde und am Ende ja eigentlich einen ganz guten Weg genommen hat. Das sieht man jetzt insbesondere, wenn man sich so anschaut, wohin andere so abbiegen.
Linus Neumann
Richtig und also das ist ja auch der das der Grund oder der der, Dafür führt man ja eben auch politische Debatten und bringt sich ein und das ist auch so ein bisschen der der Grund, warum ich finde, Ist jetzt so ein persönliches Ding, dass man dann auch nicht großartig nachtragend sein muss, ne? Also eine richtige Entscheidung ist immer noch richtig, auch wenn sie ähm, wenn man ursprünglich was anderes gemacht hat und da äh das ist jetzt wirklich einfach so eine Frage von von, Diskussionsstil, dass ich da jetzt ähm eben auch anerkenne, dass sie eine richtige Entscheidung getroffen haben, nicht unbedingt betonen möchte, dass sie die dass sie ursprünglich eine andere treffen sollten. Da sollte man jetzt vielleicht auch gar nicht so so hemisch oder nachtragend sein, weil ähm das kann man ja also eine richtige Entscheidung gehört gelobt, äh egal, welcher Form.
Tim Pritlove
Andersrum wäre es schlimm.
Linus Neumann
Auch wenn man sie quasi erzwungen hat. Ähm, Dann haben wir von Micha noch Feedback, das habe ich auch erwartet, dass das Feedback wieder kommt, wenn wir unseren Fachbereich äh verlassen, dann äh gehen wir in den Bereich der Ungenauigkeiten. Micha hat kommentiert. Erst einmal, ich mag eure Sendung sehr. Dann aber noch eine Richtigstellung MSA sind mitnichten harmlos. Es gibt jährlich, zehntausend bis zwanzigtausend Todesfälle in Deutschland, MRSA, also diese Antibiotikaresistenten, Keime.
Tim Pritlove
Multiresistenten.
Linus Neumann
Genau, wo ich gesagt habe, ähm dass die äh Verhältnismäßig ähm. Also dass die nicht der größte anzunehmende Unglücksfall sind und trotzdem ist es korrekt, dass äh vier zu vielen Todesfällen. Ähm weil es eben ja die die Heilung äh letztendlich ähm hindert und äh führt häufig zum Tod nicht nur in, äh in irgendwelchen Sonderfällen, die durch die Krankheit und Tod verloren gegangene Lebensjahre liegen in Deutschland bei knapp zweihundertfünfzigtausend, pro Jahr.
Tim Pritlove
Nicht wenig.
Linus Neumann
Drei, das sind dreihundertundneun verlorene Lebensjahre pro hunderttausend Einwohner Der Anteil der Patienten, die während eines Krankenhausaufenthalt, eine äh Infektion bekommen ist in Deutschland mit rund drei Komma sechs Prozent niedriger als im U Durchschnitt, aber ich meine drei Komma sechs Prozent ist eine schlechte Wette, ne? Das also ist ein ist ein großes Problem und ich wollte auch nicht den Eindruck erwecken, dass es nicht so sei. Trotzdem ist es nur ein Vorgeschmack darauf, was los ist, wenn mal richtig aggressive Keime äh diesen diesen Status erlangen, da da können wir noch mit ganz anderen, ähm raten, rechnen. Ja, aber danke, danke Micha zu diesem Punkt. Jo und damit wären wir beim ersten Thema. Und das zum Thema Tim, da wollten wir eigentlich nie drüber sprechen, ne?
Tim Pritlove
Ja nee, zumindest nicht drei Sendungen hintereinander. Das hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen.
Linus Neumann
Wir haben eigentlich gesagt, wir machen die Luca-Sendung zu äh to and all Luca Discussions mit Eva Wolfangel, haben wir gemacht, hat auch hat auch eigentlich gereicht, wurde jetzt auch hier vom. Von den Mainstream-Medien äh anerkannt.
Tim Pritlove
Oh Gott.
Linus Neumann
MSM Tim heißt das, ne? Man sagt MSM. Ja.
Tim Pritlove
MSM, A, Mainstream Medien.
Linus Neumann
Ja, typisches MSM. Kennen wir alles schon.
Tim Pritlove
Aha. Wo Bümmerman.
Linus Neumann
Genau, bin beim eher klar, typischer äh GEZ MSM gibt's alles eine so.