LNP104 Sekundäre Darlegungslast

Urheberrechts-Urteile — Störerhaftung — Vorratsdatenspeicherung — Lawful Interception — Bundeswehr und Social Media — TrueCrypt

Nach einer Weile finden wir mal wieder direkt in der Metaebene zusammen und sammeln vor allem viel Juristisches der letzten Woche ein, wo es einige interessante Urteile auf Amts-, Bundes- und Europagerichtsebene bezüglich der Anwendbarkeit des Urheberrechts, der Störerhaftung gab. Dazu scheinen sowohl die EU als auch manche EU-Staaten zunehmend auf Distanz zur Vorratsdatenspeicherung zu gehen. Zuletzt rätseln wir über mögliche Pläne der Bundeswehr, soziale Netzwerke auszuwerten und über das merkwürdige Ende der Open-Source-Festplattenverschlüsselungs-Projekt TrueCrypt.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Gesichtsbuch Netzpolitik.
Linus Neumann
Facebook Like Strike, werdet Fan der Seite und die kriegt immer neu.
Tim Pritlove
Lokbuchnetzpolitik, es nimmt kein Ende. Äh Heute haben wir was, hundertvier, hundert äh vierte Ausgabe von äh diesem außergewöhnlichen Format, was äh mal der Anspruch hatte wöchentlich zu erscheinen. Wir sind äh.
Linus Neumann
Diesen Anspruch versucht zu erfüllen, Da du hast ja gesagt, wir sollen nicht über Facebook reden, aber ich will ganz kurz noch was sagen. Ähm es wurde ja in der letzten Folge dann kommentiert, dass ähm meine Äußerungen zu Facebook von einer gewissen äh Überheblichkeit gekennzeichnet wären.
Tim Pritlove
Womit? Mit Recht.
Linus Neumann
Nein, diesem äh dieser dem möchte ich entschieden widersprechen, denn, Wenn jemand mit so viel äh Computerhype wissen wie ich an einem Ding scheitert, dann äh, dann äh denke ich, ist das äh ist das erwähnenswert. Und ich habe mir, ich habe da heute nochmal drüber nachgedacht und mir ist völlig unklar, weil ich heute auch nochmal versucht habe, da was zu Facebooken. Ähm wie Menschen dieses Ding bedienen können, Und damit ist mir klar geworden, warum die Digitalisierung unserer Gesellschaft so schleppend vorangeht, warum die Menschen irgendwie die ganze Zeit mit Computer und Internet und so, alles diese verstehe ich nicht, verstehe ich nicht, verstehe ich nicht. Die benutzen Windows und Facebook. Und, und dann und wenn sie dann mich fragen so ja ähm also das sehe ich natürlich ganz andere Dinge mit Computern realisieren kann, wenn man sich, sage ich mal, schon einfache Dinge so kompliziert macht, dann verstehe ich auch so diesen gesamten Nimbus, der dann so diesen Hacker, die Sage umwogene Hacker, der macht mit einem Computer etwas oder vielleicht sogar mit einem Computer nicht ihm selber gehört oder passiert was unter und zwar etwas, was er beabsichtigt hat, ja? Und nicht irgendwie so ein random äh Ding, also mir ist völlig unklar. Aber das ein das ein äh ein ein Verständnisdefizit auf meiner Seite, denn Windows hat sich durchgesetzt, Facebook hat sich durchgesetzt, Und ich bisher nur teilweise.
Tim Pritlove
Den würde ich auch widersprechen wollen.
Linus Neumann
Und der aber das das Ding.
Tim Pritlove
Linus, du bist auch schon längst. Ja
Linus Neumann
Bei bei ADN oder was?
Tim Pritlove
Ähm na sonst halt so in der anderen Welt eben. Also äh.
Linus Neumann
Ja. Bei, bei, bei, bei, bei, ähm, beim Deutschland Radio war ich letztens. Anlässlich anlässlich, äh, ein Jahr, äh, snowen, habe ich äh habe ich äh wurde mir äh angeboten, doch den zur Prime Time, ja? Sagen sie, das ist unsere beste Sendezeit. Oh, super, beste Sendezeit, wann ist das denn? Ja, um zehn vor sieben. Darf's dann erstmal Wecker stellen?
Tim Pritlove
Ein Grund warum Hacker so wenig Präsenz in bestimmten Medien.
Linus Neumann
Aber ist übrigens ein ein Geheimnis, warum der, warum der Wolfgang Bosbach immer seinen Scheiß im Deutschlandradio zählen darf? Der steht früh auf.
Tim Pritlove
Steht früh auf. Na ja. Ne, ist auch generell, wenn man so äh Aktionismus äh machen will so und da muss man halt auch mal so ein Morgenmagazin irgendwie durch äh ziehen und das heißt halt früh aufstehen.
Linus Neumann
Habe ich gemacht. Die haben ja aber trotzdem nur acht Minuten gegeben und ich war dann grade mal so irgendwie wach und warmted. Äh und dann meinten sie jetzt zu Nachrichten oder so. Na ja, da.
Tim Pritlove
Minuten. Das ist viel. Na ja.
Linus Neumann
Acht Minuten. Das ist viel, ne? Zur zur besten Sendezeit, keine Sau, daher sieben Uhr. Ich bitte dich.
Tim Pritlove
Na gut, aber ist so acht Prozent einer Stunde, das ist schon da äh relativ.
Linus Neumann
Acht Prozent, acht Minuten sind nicht acht Prozent einer Stunde. Stunde hat sechzig Minuten. Oh, das sind aber jetzt ganz, ganz großes Roll-Eis. Gibt's das bei Facebook so ein Roll-Eyes.
Tim Pritlove
Gibt's bestimmt ein Emoji dazu. Mit Emoji-Tastatur.
Linus Neumann
Acht durch sechzig. Das waren.
Tim Pritlove
Ja. Sollte jetzt jemand den Eindruck haben, dass wir uns auf Erde überhebliche Art und Weise über Facebook irgendwie erheben und lächerlich machen, ja? Und das Ganze einfach abgehoben und äh eingebildet, kommentieren.
Linus Neumann
Ja. Okay. Bevor wir anfangen hier mit äh ernsthaft? Team, meinst du? Themen.
Tim Pritlove
Meinst du? Tolle äh äh tolle Idee? Ja, lass mal anfangen mit äh Themen.
Linus Neumann
Wir haben drei drei Gerichts äh Urteile aus dem Bereich des Urheberrechts, die äh irgendwie so ihren Weg durch das Internet an Facebook vorbei zu uns gefunden haben, Das Erste ist ein, ich kann jeweils zu den Urteilen gar nicht so viel sagen, weil Allein schon das erste, äh der Rechtsstreit bei diesem EuGH, dass also das erste Urteil, das wir besprechen, ist ein Urteil des äh EuGH, der äh eine quasi eine Urheberrechtsausnahme postuliert für Webserver, Websurfer. Tschuldigung. Das wäre schön. Sie sagen, wer geschützte Werke im Web nur betrachtet, also nicht ausdruckt oder herunterlädt, verstößt dadurch nicht gegen das Urheberrecht Daher war irgendwie eine sehr skurrile ähm ein sehr skurriler Rechtsstreit äh der Hintergrund zwischen der Public Relations Consultants Association und der News Paper Lifestyle Agency den ich nicht verstanden habe. Aber der entscheidende Punkt ist natürlich hier, Dieses Übliche und das äh das ist der der, der entscheidende Streithund, der da berührt wird, wenn also eine, Webseite, sagen wir, in dem Fall ging es auch tatsächlich um Webseiten, den Weg auf unseren Bildschirm findet, dann ist sie natürlich auch im Rahmen unseres Computers vertreten und das kann man technisch als eine. Kopie bezeichnen. Ähm aber. Diese Kopie zum Cashing, ja oder das gibt's ja dann auch nochmal, wird wahrscheinlich auch nochmal als Cashdatei offen auf der Festplatte abgelegt. Man weiß es nicht, das ist ja alles sowieso Magie. Ähm und aber sie sagen, diese Kopie, technisch tatsächlich stattgefunden habende Kopie. Ähm ist vorübergehend flüchtig, oder begleitend und ein integraler und wesentlicher Teil eines technischen Verfahrens. Ja? Denn du kannst nicht eine Webseite anschauen ohne das streng genommen eine Kopie stattfindet. Nämlich die Kopie von dem Webserver, wo sie ist, zu deinem Computer und dort ist sie dann im Rahmen oder im Cash auf der Festplatte auf jeden Fall Zeit für eine kurze Zeit vertreten. Aber diese Kopie ist eben Teil eines technischen Verfahrens und deswegen nicht eine Kopie, Und deswegen, das war auch lange Zeit der Streit. Wir erinnern uns da an andere Verfahren äh und äh Rechtsstreitereien, auf die ich dann gleich auch nochmal zu sprechen komme. Das hat also der EUGH, Das ist schon mal ganz schön, wenn der EuGH das sagt, weil das ja dann auch ähm für ganz eu geht, ne, für für ganz Europa oder was oder für alle, die sich an diesen EuGH berufen wollen würden. Im Prinzip das gleiche Urteil bekommt zum zweiten, hat gefällt, das Amtsgericht Hannover, Ähm und die haben gesagt, das Anschauen eines Streams ist nur bei offensichtlich rechtswidriger Vorlage, als als strafbar zu beanstanden, oder als illegal zu veranstalten. Und da geht es nämlich um diese Red Tube Abmahnungen. Wir erinnern uns, das war ein Thema, was wir relativ lange hier auch äh oder relativ häufig hier behandelt haben, wo es um die Abmahnungen ging, von Menschen, die Streams angeschaut haben. Das war sehr äh und bis heute bleibt es nebulös, wie der äh die abmahnende Firma, wie hieß sie noch gleich, irgendwie diese abmahnende Firma ist überhaupt herausgefunden hat, dass die Leute die Streams angeschaut haben mit den Schaukelvideos, aber.
Tim Pritlove
Auch nicht so richtig, wo es auch nicht so richtig eine Aufklärungsbereitschaft gab, hatte ich so.
Linus Neumann
Genau das haben sie auch vermieden. Ähm aber sie haben sich genau auf das Gleiche berufen, nämlich darauf, dass eine Kopie stattgefunden hätte. Ja? Und ähm, ähm dass äh Amtsgericht Hannover war's glaube ich, ja, das Amtsgericht Hannover hat gesagt, Streaming ist nach Ansicht des Amtsgerichtes jedenfalls dann nach Paragraph vierundvierzig A Nummer Absatz zwei äh Urheberrecht zulässig, Wenn kurzfristig eine nicht offensichtliche, eine nicht offensichtlich rechtswidrige Vorlage gestreamt wird. Und das Gericht sagt, offensichtlich rechtswidrig ist eine Vorlage dann oder ein Video dann, wenn es ein aktueller Kinofilm ist oder ein äh oder eine Fernsehserie, die noch vor ihrem offiziellen äh Start steht, ja, also man sagt, okay ähm, Quasi das Streaming von Breaking Bad äh würde darunter fallen, weil es offensichtlich noch nicht für Deutschland ähm äh erhältlich ist. Ein Kinofilm, der der sich aktuell im Kino befindet, würde darunter fallen, aber äh sowas wie ein ein drei Jahre altes äh Schaukelvideo eben nicht. Ja, weil da kann ja keiner wissen, ob das jetzt gerade ähm. Ob das nicht vielleicht einfach schon äh so alt ist, dass man's frei zugänglich macht oder ob sich vielleicht von vorneherein einen Creative Communes Schaukelvideo war. Und äh.
Tim Pritlove
Und gibt's die denn auch schon?
Linus Neumann
Weiß ich nicht. Ich äh es gab mal irgendwie so eine es gab mal irgendwie so ein drei D Ding da, müssen wir beim Netz für Tik Or gucken, ist schon ein paar Jahre her.
Tim Pritlove
Drei D gleich.
Linus Neumann
Ja, ja, ich glaube, die haben das aber irgendwie auf Creative, müsste man nochmal schauen. Müssen wir nochmal schauen.
Tim Pritlove
3D, CC Jokelvideos.
Linus Neumann
Ja. Das ist die Zukunft.
Tim Pritlove
Auf jeden Fall.
Linus Neumann
So und dann äh das war so das Urteil ist aber äh des Amtsgerichts Hannover äh zu den Abmahnungen. Auch hier natürlich zu begrüßen äh grundsätzlich. Und, Dann gab es noch ein Urteil und jetzt muss ich kurz schauen ähm. Welches äh welches Gericht das war. Äh da genau, das war ein sehr, sehr wichtiges Gericht, nämlich der Bundesgerichtshof, Über dieses Urteil hatten wir auch schon besprochen äh gesprochen. Das war das Urteil, welches sie am achten Januar gefällt haben. Da ging es um ein Familienvater, der nicht für die Rechtsverletzung seines, Stiefsohns haften wollte. Ja, da ging's also um die Frage der Störerhaftung, Lokbuchnetzpolitik berichtete. Ähm und da geht also jetzt diese Urteilsbegründung, noch über dieses Familienverhältnis hinaus und der Rechtsanwalt also da wird also gesagt wird über ein so der Bundesgerichtshof wird über einen Internetanschluss eine Rechtsverletzung begangen, Ist eine tatsächliche Vermutung für die Täterschaft des Anschlussanhabers nicht begründet, Wenn zum Zeitpunkt der Rechtsverletzung auch andere Personen diesen Anschluss benutzen konnten, Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Internetanschluss zum Zeitpunkt der Rechtsverletzung nicht hinreichend gesichert war oder bewusst anderen Personen zur Nutzung überlassen wurde. Das heißt, hier gehen wir sehr konkret, auf die Störerhaftung ein, Störerhaftung der Grund, warum wir verhindern wollen, dass unsere Nachbarn, unser unser WLAN mitbenutzen, nämlich weil sie dann äh Urheberrechts äh Verletzungen oder andere äh Probleme damit in die Welt setzen könnten, für die wir dann haftbar gemacht werden. Stich äh Stichwort an dieser Stelle, wie gesagt, die sogenannte Störerhaftung, die, Wir erinnern uns auch vor einigen Jahr, vor etwas über einem Jahr, hier in Berlin auch zu so einer Welle der äh WLAN-Schließungen in den Cafes geführt hatte. Ähm. Und die also eine große äh Rechtsunsicherheit für alle war, wenn man sagte, okay, wenn du ein oder die Urteile bis dahin in die Richtung ging, wenn du irgendwie ein WLAN, anderen Leuten frei zugänglich machst und die damit Mist bauen, dann bist du daran schuld. Beziehungsweise zumindest für den Mist, den sie bauen, haftbar. Und dem widerspricht an dieser Stelle äh, wiederholt und äh ausdrücklich der Bundesgerichtshof und auch das ist natürlich eine sehr schöne Sache, weil das äh in konsequent ausgelegt dieses Urteil ähm es uns vielleicht auch wieder mehr ermöglichen wird, ähm anderen Menschen Internetzugang zu geben ohne äh eine ein besonders ausführliches Vertrauensverhältnis äh zu ihnen äh haben zu müssen.
Tim Pritlove
Also, ich meine, ist das nicht im Prinzip vielleicht deute ich das jetzt äh falsch, aber diese diese kryptischen, äh juristischen Formulierungen klingen für mich so ein bisschen nach, solange man jetzt äh offiziell also nachweisen kann, dass man explizit dritten Zugang gegeben hat, ist genau diese Störerhaftung gar nicht mehr gültig, womit sie ja eigentlich komplett adopsur dumm ist, weil das war ja der Sinn der Störerhaftung, genau das sagen zu können. Du bist immer haftbar, selbst wenn du anderen Leuten Zugang gibst, also eigentlich ist ja diese Entscheidung. Vielleicht lese ich da jetzt was falsches rein, aber für mich riecht das halt einfach nach die Störerhaftung widerspricht sich selbst und ist eigentlich ungültig.
Linus Neumann
Der Rechtsanwalt Christian Solmecke, wir zitiert mit, das bedeutet, dass der Anschlussinhaber in einem Fallsharing-Verfahren lediglich vortragen muss, dass dritte Zugriff auf den Anschluss hatten oder der Anschluss nicht hinreichend gesichert war, um seiner sekundären Darlegungslast zu genügen. Diese Konstellation ist auch auf Wohngemeinschaften übertragbar.
Tim Pritlove
Sekundäre Darlegungslast.
Linus Neumann
Genau das. Naja, das weiß ich nicht genau, was das ist. Da hat er äh ausführlich zugeblockt. Wir werden das auch nochmal verlinken. Also es sieht im Moment danach aus, tatsächlich. Das ist der ähm also der Stand.
Tim Pritlove
Ist auch auf Wohngemeinschaften übertragbar. Ich meine, im Prinzip ist das nichts anderes als die Akzeptanz der Realität, aber damit äh tut sich ja dann so die Öffentlichkeit eh immer ein bisschen schwer.
Linus Neumann
Ja, ich würde, ich würde befürchten, dass dann sowas stattfindet wie im ähm im dass es endet, wie bei so etwas wie im Straßenverkehr, ne. Du kannst irgendwie dein Auto ähm anderen Personen äh zugänglich machen.
Tim Pritlove
Wir mussten Fahrtenbuch führen.
Linus Neumann
Genau, also musst du nicht, aber wenn, wenn das dann zum wiederholten Male, dann kriegst du ja so eine Fahrtenbuchauflage. Ich könnte mir vorstellen, dass das so in diese Richtung geht, ne.
Tim Pritlove
Internetfahrtenbuch.
Linus Neumann
Ey, keine Ahnung, aber du weißt, was ich meine, ja. Also die Sache ist, wenn du ernsthaft, wenn du glaubhaft versichern kannst, dass jemand mit deinem Fahrzeug gefahren ist zu diesem Zeitpunkt und du nicht genau weißt, wer das ist und diese Person sogar noch nicht einmal auf einem Foto erkennen kannst, beziehungsweise diese Person zwar auf einem Foto siehst, aber von deinem Zeugnis Verweigerungsrecht Gebrauch machst, Klammer auf, bringt nix. Ich habe trotzdem die Punkte bekommen, als ich mit dem Auto von meiner Mutter mal in so eine kleine äh Situation kam. Da kam dann die äh äh Polizisten auch äh zu Hause vorbei.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Ja? Na also äh bringt nix. Aber ähm, Ich denke, dass es in dass es so am Ende in diese Richtung geht, weil letztendlich wird, werden sich natürlich nicht alle Abmahnungen damit äh, abbügeln lassen, dass man sagt, wieso muss ich das denn gewesen sein? Ich habe ja nur eine Sohn äh habe ich noch einen Sohn und eine Frau. Ne, und eine Tochter.
Tim Pritlove
Ja oder ich habe meinen, äh wie heißt das so schön? Ich habe den Anschluss nicht hinreichend gesichert.
Linus Neumann
Ja und da gab's ja früher dann auch schon Urteile, die das eben anders gesehen haben, und das quasi als zu einer Art äh Bürger äh Pflicht machen wollten. Aber wie gesagt, hier jetzt ähm äh Bundesgerichtshof in einer sehr ähm. Schönen Einlassung. Also es sieht danach aus, dass diese Störerhaftung äh da eventuell. Ne, dann doch mal äh.
Tim Pritlove
Genau, also wir würden uns hier um juristische äh äh Kommentare auch freuen, wie ihr das so einschätzt. Wir denken jetzt mal, ausnahmsweise mal gute Nachrichten.
Linus Neumann
Also das auf jeden Fall, diese, was, was, äh, diese ganzen Urheberrechtssachen angeht, haben wir in den drei Urteilen denke ich auf jeden Fall erstmal positive Nachricht positive Nachrichten, dann werden wir mal sehen, äh, wie sich das dann. In der in der Realität niederschlägt.
Tim Pritlove
Realität, immer diese Realität.
Linus Neumann
Da müssen jetzt erstmal alle möglichen Abmahnanwälte erstmal wieder gucken wie sie da äh in Zukunft dran dann drum herum äh ruhten um dieses Problem.
Tim Pritlove
Gut, schauen wir doch mal auf unsere Lieblingsthemen äh.
Linus Neumann
Ortszeitenspeicherung.
Tim Pritlove
Ist ja mittlerweile nicht mehr ganz so verkrampftes ähm Thema. Jetzt wo auch international das so langsam kippt. Ich weiß nicht, hatten wir die Meldung, dass Dänemark äh was ist das letzte Mal dran?
Linus Neumann
Nee, haben wir nicht äh erwähnt.
Tim Pritlove
Ja. Weil das ist ja sozusagen jetzt dem Ganzen noch vorhergegangen, also nach dem ja in Deutschland jetzt schon im Wesentlichen so die Ausgangslage sich so entwickelt mit na ja, Jetzt gibt's irgendwie keine Richtlinie mehr, weil ist ja weg und so und äh wir machen das nicht, ob wir es immer noch eine Gruppe, machen würde, hat man sich, glaube ich, in Dänemark äh in der Regierung mittlerweile dazu durchgerungen, keine.
Linus Neumann
Also, das war mir nicht bekannt. Ähm ich kenne also auch in Deutschland ist es natürlich so, dass der.
Tim Pritlove
Mal den Link raus.
Linus Neumann
Das ist super, dann äh verlinken wir das. Ähm Thomas de Maizire sagt äh ja nach wie vor, er hätte gerne eine kluge Verfassungsgemäße und mehrheitsfähige Neuregelung. Wir erinnern uns an seinen kleinen Konflikt mit dem äh Justizminister Heiko Maas, äh den er dann da äh irgendwann zu gegebener Stunde einmal offensichtlich sehr zu sau gemacht haben muss nach hinter verschlossenen Türen. Ähm aber wir wir sind noch gar nicht beim beim Thema. Anfang April wurde die äh Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie gekippt. Zwei Monate später hat die Justizministerin von Dänemark bekannt gegeben, dass auch bei sich irgendwie fallen zu lassen, sehe ich gerade auf dem Bildschirm. So live wird das hier reingereicht und ähm die Cecilia Mainström, bekannt als eine vehemente Verfechterin dieser ganzen Angelegenheit und so die treibende Kraft für die Vorratsdatenspeicherung hat jetzt auch. Verlauten lassen, dass sie den Beschluss der luxemburger Richter sorgfältig analysiert hat und sich entschieden hat, keine neue Richtlinie vorzulegen. Das würde sie allenfalls tun, wenn denn dann auch die Datenschutzrichtlinie verabschiedet ist. Und mit der ist ja erst äh frühestens zweitausendfünfzehn zu rechnen. Und unsere Bundesregierung, währenddessen, erinnern wir uns, haben wir auch schon gesagt, prüft und überlegt und äh versucht, ja? Ähnlich wie Generalbundesanwalt, Harald Ranger. Der prüft auch.
Tim Pritlove
Wesentliche noch nur.
Linus Neumann
Genau, allerdings wird bei der Bundesregierung kann man eigentlich davon ausgehen, dass die nochmal irgendwann mit irgendeinem Mist um die Ecke kommen, nämlich mit einer klugen, verfassungsgemäßen und mehrheitsfähigen Neuregelung. Ich war bei der Meldung so ein bisschen, ich hatte, muss ich ganz ehrlich sagen, diese Dänemark-Nummer nicht aufm Schirm, Ähm. Und mein eigentlicher, mein eigentlicher Eindruck war, dass die meinem Ström sich ja jetzt eigentlich auch zurücklehnen kann, weil so gut wie jeder europäische äh Mitgliedsstaat EU-Mitgliedsstaat das ja auch getan hat. Die haben die ja eh umgesetzt, bis auf wenige Länder. Das heißt, sie hat ja quasi äh ihre Tat zu achtzig Prozent vollbracht, Ja, die äh die die Europäische Union äh mit diesem Unsinn äh zu segnen. Das heißt, sie braucht sich jetzt eigentlich auch nicht mehr großartig die Blöße zu geben, noch eine neue ähm, derartige Richtlinie zu verfassen, weil der Schaden ist ja jetzt da, und andere äh andere Länder, wie wir wissen, verhandeln gerade über Verlängerung. Ihr habt das ausführlich ähm okay, jetzt mit mit Erik besprochen. Die Schweiz ist da kein gutes Beispiel.
Tim Pritlove
Ja und äh, um diesen Artikel nochmal etwas näher zu führen. Hier ist ja auch davon die Rede, dass in der Slowakei auch äh das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung äh suspendiert wurde. Österreich steht jetzt äh die Tage, wo Woche an und äh da das ja nun alles auch von Österreich ausgegangen ist, nehme ich mal an, wird das eine ganze Menge Welle, machen, da können wir dann vielleicht auch Thomas nochmal äh zu befragen. Ja, also, Ich will hier nicht zu viel Optimismus verbreiten, aber nachdem es jetzt einfach jahrelang immer alles immer nur bedrohlicher geworden ist, ist jetzt zumindest mal so ein bisschen Ausatmen äh angesagt und ähm, die Augen, ja, dass auf einmal zumindest ausgewählte äh äh Regierungen der Meinung sind, ach. Jetzt gibt's keine Richtlinie, Übrigens, wir haben uns das jetzt mal wirklich angeschaut und festgestellt, es hat auch keinen Nutzen, sondern es kostet einfach nur eine Menge Geld, nichts anderes haben wir bisher alle Studien darüber, äh, gesagt, ja? Äh von Zeit zu Zeit scheint es dann doch so zu sein, dass man in der Exekutive das ein oder anderen Staates sich auch mal nach der Realität richtet. Ist ja auch was Schönes. Ob das jetzt ähm, Hobbycharakter hat, kann ich nicht sagen. Grundsätzlich ähm sind die Skandinavia ja ohnehin so, Dänemark kann ich jetzt ehrlich gesagt nicht so gut einschätzen. Schweden ist da nochmal so ein anderes Thema, ja also, so die äh das Selbstverständnis der Verdatung der Gesellschaft ist da einfach ein anderes, ja? So mit offenen Einnahme äh Verzeichnissen et cetera. Das äh ist ja einfach, etwas ist dort Normalität, was zum Beispiel bei uns einfach Hassobjekt Nummer eins wäre, ne. Nun denn.
Linus Neumann
Ja, also wir wir können da gespannt schauen, was sich noch anmerken möchte ist, ähm dass sie, ähm dass die äh dänische Justizministerin Karen das auch da mit also auf einer Evidenzbasierten Analyse begründet und sagt, es scheint, nicht das Ziel zu dem Ziel zu dienen, irgendwie bei der Strafverfolgung sinnvoll zu sein? Das heißt, sie macht da nicht den den bürgerrechtler und sagt äh äh so einen Mist haben wir nicht nötig, sondern sie ähm macht das evidenzbasiert, und das war übrigens auch etwas, was ich äh in meinem Bundestagsausschuss digitale Agenda ähm Stellungnahme sehr ausführlich dargestellt habe, dass äh man sich bei solchen Grundrechtsbeschränkenden einschränkenden äh Gesetzgebungen. Doch bitte, auf äh auf Empirie auch verlassen sollen müsste und vor allem äh, zum Beispiel solche Gesetze für einen, wenn überhaupt, nur auf eine bestimmte Zeit zu beschließen und zu sagen, nach so und so vielen Jahren kommt das Gesetz ob seiner äh Effektivität auf den Prüfstand, und wenn es nichts bringt oder nur wenig bringt, oder der Nutzen eben den Kosten äh zu den Kosten in keinerlei sinnvollen Verhältnis steht, dann ist es eben vorbei, dann wird's nicht verlängert. Also Gesetze mit äh Ablaufdatum. Auch schön.
Tim Pritlove
Genau, also vor allem mit einem definierten Ende und man muss explizit beschließen, dass man's weiterführt. Es gibt ja auch so ein bisschen das Gegenteil mit äh wir wir planen in zehn Jahren noch mal zu prüfen, ob wir es noch brauchen so, ja und wenn nichts getan wird, bleibt's.
Linus Neumann
Genau, ja. Naja, also äh spannend.
Tim Pritlove
Ja Auch spannend sind Veröffentlichungen von äh Vodafone. Man gewinnt auch hier so ein wenig den Eindruck, dass äh trotz aller allgemeinen Blindheit gegenüber der aufgedeckten im letzten Jahr aufgedeckten Überwachungsskandale schon hier und da, zumindest im Businessbereich, ähm das eine Wirkung erzielt, Nur so jetzt im, Internet-Cloud-Bereich, wo die Firmen ja so ein bisschen Panik haben, ihre Dienste überhaupt noch an äh den Mann und die Frau zu bringen. Sondern auch die Mobilfunker sehen sich wohl in zunehmenden Maße äh unter Druck. Und so hat äh Vodafone, ich weiß gar nicht, ob sie das angekündigt hatten, dass sie das tun würden.
Linus Neumann
Ich glaube nicht, dass sie's angekündigt haben.
Tim Pritlove
Nichts von gehört, zumindest.
Linus Neumann
Das Entscheidende ist, Vodafone Group. Nicht äh Vodafone Deutschland oder so, sondern direkt.
Tim Pritlove
Das Vodafone aller Vodafones.
Linus Neumann
Die Mutter aller Vodafone.
Tim Pritlove
Vodafone und äh haben einen Bericht herausgebracht über Love for Interception. Ähm, wo sie Einblicke geben, jetzt bin ich grade am Schwimmen, weil ich das nicht gelesen habe, sondern nur berichte dadrüber, nennen sie Länder oder sagen sie nur allgemein, es gibt Länder, das ist.
Linus Neumann
Also ein für jedes einzelne ihrer Länder. Das heißt, sie sie schreiben äh für jedes Land, in dem sie vertreten sind. Ähm, relativ ausführlich, wie es dort aussieht in Sachen Loveul Intersept. Und ähm. Sie schreiben dann auch relativ ausführlich darüber, in welchen Ländern sie wozu keine Aussage treffen konnten. Und da ist es zum Beispiel ganz äh ganz interessant zu sehen, Ich komme ja auch mit den Fenstern auch nicht zurecht. Ähm dass sie sagen, ähm in einigen Ländern, haben die Behörden direkten Zugang zu den Netzen. Also es geht dabei jetzt hauptsächlich um das ähm Abhören von mobiler Telefonie mit Hilfe, der, Infrastruktur des Anbieters, ja? Du könntest ja auch einen Imse-Katcher benutzen oder ähm ähm andere Möglichkeiten, vielleicht ein ein Virus auf dem Handy, aber du kannst natürlich auch immer sehr schön zu dem Anbieter selber gehen, und ähm das, sogenannte äh betrifft also die Abhörmöglichkeiten, Abheuerkapazitäten, technischen äh Möglichkeiten, die diese Anbieter, bereithalten für solche Fälle. Von denen sie natürlich sehr viele äh Anfragen bekommen. Und darüber hat ja ursprünglich vor ein paar Wochen dann die Deutsche Telekom in Deutschland zum ersten Mal so eine Art Transparenzbericht verfasst, wo wir dann gesehen haben, wie viele zehntausend äh verschiedene Anfragen, die jeweils bekommen haben Und Vodafone hat jetzt das Gleiche getan für im Prinzip alle Länder, äh in denen sie vertreten sind. Ähm, Deutschland, sagen sie, äh gehört nicht zu den Ländern, wo die Behörden direkten Zugang zu den Netzen hätten? Mhm. Ähm in anderen Ländern ist das der Fall. Ähm jedes Land aber.
Tim Pritlove
Direkt heißt, dass quasi der Staat selber per technischer Fernwirkung, Daten und Zugriff sofort erlangen kann, versus es gibt einen bürokratischen Prozess, wo man einen solchen Zugriff, ähm ja, entweder durchführen lassen kann oder äh nach Absprache herstellt, was auch immer.
Linus Neumann
Genau. Und da gibt's äh da gibt's in der Tat unterschiedliche unterschiedliche Regelungen, ne, also was ähm oder unterschiedliche Lösungen, die dann die Provider auch bereitstellen. Ähm, Schön ist halt, so was, wenn man einfach nur wirklich einen port dupliziert und das alles wegpeilt äh zu den zu den Behörden, die schon wissen, was sie tun, sieht man auch in in einigen europäischen Ländern. Schön sind auch, kenne ich einen Fall, äh der gehört nicht zur Vodafone-Gruppe, wo ähm sich der Anbieter zumindest die das Befolgen dieser Anfragen dann auch bezahlen lässt, Das heißt, sie haben äh haben im Prinzip eine Preisliste, die sie die der Polizei dann auch äh äh entsprechend bekannt ist. Weil sie sagen, na ja, dieses ganze Op, Abhör-Equipment, was wir hier aufstellen, das kostet ja auch ein Schweinegeld, das muss hier irgendwie refinanzieren. Gehst also ganz ganz unterschiedliche Regelungen und äh wo davon hat das jetzt mal sehr ausführlich äh äh dargestellt. Und da kann man eigentlich davon ausgehen, da wurde von irgendwie in über zwanzig Ländern vertreten ist, dass das, was Vodafone dafür ein einzelnes Land schildert in der Regel dann wahrscheinlich für alle anderen Provider in diesen in diesem Land ebenfalls so ähm, der Fall ist.
Tim Pritlove
Was mich ja mal interessieren würde, ich weiß jetzt nicht, ob das schon stattgefunden hat, sieht jetzt gerade auf den ersten Blick, Ah doch hier, genau, hier, genau, das ist so eine genauso eine Tabelle, wollte ich gerade sehen. Hat also schon jemand gemacht, die Tabelle war aber jetzt so nicht Teil dieses Berichts, oder?
Linus Neumann
Ähm dann habe ich die wahrscheinlich, habe ich nicht alle vollständigen Links, ja, also müssen wir mal gucken.
Tim Pritlove
Ja, aber das ist natürlich mal jetzt sehr interessant. Das ist äh halt ein Überblick, überhaupt von welchen Ländern, in welcher Größenordnung äh geholt wird. Also das geht hier von Vodafone Metadata, Vodafone Content, nicht ganz genau, was äh Vodafone-Content jetzt ist, National Meterdater heißt das, dass dann sozusagen auch hier so äh die eigentlichen Userkonten das damit gemeint?
Linus Neumann
Da müssten wir dann den diesen Guardian Artikel, den wir gerade vor uns haben, dann auch schon durchaus gelesen haben.
Tim Pritlove
Ja. Ja, man sollte vorher wissen, was man. Ja, aber sehr interessant sind natürlich auch so Linda wie Katar, äh Rumänien, Südafrika, Türkei, Einschränkungen auch äh Malta, Ungarn, Indien, Ägypten und Albanien, das sind nämlich jetzt die, wo hier dicker, schwarzer Balken ist, wo einfach steht Es ist verboten, irgendetwas darüber zu sagen, ne, also so ähnlich wie das auch in den USA ist und dann finde ich das auch schon mal ganz spannend, dass sie also auch schon mal ähm zwei Mitglieder der Europäischen Union, die drei sogar dabei sind, ne, also.
Linus Neumann
Ist sogar noch spannender.
Tim Pritlove
Von Ungarn ist man das jetzt schon mittlerweile gewohnt. Rumänien noch nicht ganz so. Malta hatte ich noch keine Vorstellung.
Linus Neumann
Es gibt einmal die Länder, in denen sie überhaupt nichts darüber sagen dürfen und es gibt, ist eigentlich ein sehr schöner äh Nebensatz zu diesem Bericht ist, es gibt, also in über einige Anfragen darf nicht berichtet werden und wird auch in diesen äh Bericht nicht berichtet. Ja, also es äh, interessant.
Tim Pritlove
Aber es gibt auch Länder, in denen sozusagen nichts stattfindet.
Linus Neumann
Na ja, ähm was ist das, Motz.
Tim Pritlove
Weiß ich nicht, aber äh es gibt hier Kenia, Ghana, wo irgendwie.
Linus Neumann
Nichts drin steht.
Tim Pritlove
Ja wo nichts steht. Also aber ich meine, wenn sie jetzt darüber berichten. Was ist das? Mosambik.
Linus Neumann
Kann sein. Okay, also spannend, schön sind, man sieht immer wieder schöne, große Zahlen. Ähm und was Was dann natürlich auch sehr ähm ne, dreiundzwanzigtausend Mal äh Content anfragen und was der, Teil war, der jetzt zu meiner allgemeinen Überraschung für äh allgemeine Überraschungen sorgte, war, dass sie solche Schnittstellen vorhalten. Das war also so die Meldung wie Vodafone äh erklärt, dass sie sowas vorhalten müssen, natürlich. Ist auch eingebaut in die meisten Geräte. Ja, das ist immer bei, hatte ich ja schon mal angesprochen, als äh Sigmar Gabriel, dann sagte, ja hier äh Abhör äh Equipment darf nicht mehr exportiert werden, Diese Funktionalität ist natürlich ähm in der Regel auch eingebaut Ja, das heißt, da da kriegst du die jetzt nicht ein äh Mobilfunknetzkern, den man nicht abhören könnte.
Tim Pritlove
Ja, wahrscheinlich wird's äh diese diese Versuch, das alles zu verbieten darin am Gipfeln, dass halt irgendwie die Software zwar ausgeliefert wird, wie sonst auch, aber diese Konfigurationsdatei schaltet das Feature aus.
Linus Neumann
Ja, mal schauen, also aber ich denke, wir brauchen da jetzt auch nicht so weiter drüber zu reden, so ist ganz klar äh Provider kooperieren. Es geht in jedem äh Land Gesetze, die sie dazu zwingen, ähm eigentlich alles nichts Neues. Das Schöne ist, dass da jetzt mal sehr ausführlich Zahlen genannt wurden.
Tim Pritlove
Naja, also wir Linken hier auf jeden Fall auch noch auf den Guardian Artikel, ja.
Linus Neumann
Ja, ist schon längst geschehen.
Tim Pritlove
Und äh vielleicht kann ja jemand auch nochmal mit ein bisschen mehr Verständnis dadrüber schauen und ein paar Schlussfolgerungen daraus ziehen. Äh was ich mal sehr interessant fände und was auch die Tabelle des Guardians so nicht hergibt, ist, inwiefern sich eben jetzt die hier aufgeführten Zugriffsarten und Mengen äh gegebenenfalls noch etwas zisilierter visualisieren lässt, also gar nicht mal nur so so das wie viel, sondern auch welche Art von Zugriff überhaupt äh gewährt wird und auch gerade diese Unterscheidung mit äh direkter Zugriff nicht direkter Zugriff. Das wäre doch mal sehr interessant, um sich einfach ein besseres Bild äh zu machen und das Ganze dann vielleicht auch auf so eine kleine Heatmap äh auf die einzelnen Länder umzusetzen.
Linus Neumann
Haben einige versucht ähm ja also wie gesagt, dieses ich bin diesem Thema gegenüber so ein bisschen ähm. Indifferent das jetzt noch irgendwie weiter zu, irgendwie darstellungsmäßig zu vertiefen. Tatsache ist, äh dass diese Schnittstellen da sind und dass es jetzt ein Fakt, der mir persönlich ähm, seit sehr langer Zeit so bekannt ist.
Tim Pritlove
Ja gut, aber etwas.
Linus Neumann
Ich auch ausführlich schon berichtet habe.
Tim Pritlove
Genau, aber das ist ja das das generelle Dilemma in diesen Debatten. Da ist einigen Experten einiges mögliches erkannt, ja? Äh bekannt. Nur ein offizielles PDF von Vodafone, wo drinsteht äh hier, wir tun das. Ja, das kann man einfach Leuten auch auf den Tisch knallen und sagen, hier Realität.
Linus Neumann
Schön ist vor allem, dass man jetzt hoffentlich davon ausgehen kann, dass Vodafone es äh Google gleich tun wird, die diesen Transparency Report ja nicht nur veröffentlichen, sondern jährlich veröffentlichen. Und mit Trends versehen. Und das denke ich, da werden dann äh so Dinge auch nochmal äh interessant. Sie nämlich in so einer im Lenkschnitt auch zu sehen. Wie hat sich das wie hat sich denn die Anzahl der Anfragen in den Ländern entwickelt? Sie ist natürlich gestiegen, wie stark ist sie gestiegen? Ist sie stärker in der Türkei gestiegen als im im Vereinigten Königreich? Und sowas, ne? Wer ähm, Wie ist der ähm wie ist der Anstieg der Neuüberwachung oder wie wir das mal genannt? Wie ist die, wurde die die Neuüberwachung gedeckelt und sowas, ne?
Tim Pritlove
Ja. Gut. Ähm was mal was mal einen anderen Programmpunkt stark macht.
Linus Neumann
Genau, Bundeswehr? Bundeswehr. Schön, Bundeswehr. Verteidigungsministerium hat am äh fünften äh Februar März eine, Kleine Anfrage der Abgeordneten André Hunkow, Wolfgang Gerke und Annette Groth und einigen anderen Mitgliedern der Linkspartei äh beantwortet, Und in dieser kleinen Anfrage wurde unter anderem die Frage gestellt, ob denn irgendwie Bestrebungen bestünden ähm, Twitter und Facebook auszuwerten, irgendwie soziale Medien zu untersuchen, auch über diese Antwort hatten wir über diese kleine Anfrage hatten wir äh hier berichtet Und da wurde also gesagt, wo dann von der Bundesregierung, die ja diese kleine Anfrage beantwortet hat, gesagt, nö, da haben wir also keine ähm haben wir keine Bestrebungen im Moment, da äh soziale Netze irgendwie auszuwerten. Und jetzt äh wurde diese Aussage zwei Monate später berichtigt, denn es gab huch ein Büroversehen. Es gab ein Büro versehen, huch.
Tim Pritlove
Es gab ein Büro versehen. Büroversehen.
Linus Neumann
Genau, denn das Verteidigungsministerium unterstützt mit eins Komma drei fünf Millionen Euro. Ein Fraunhofer-Forschungsprojekt, das sich mit der Wissenserschließung aus offenen Quellen, befasst. W wissen nee, nee, also wer wissenserschließung offenen Quellen.
Tim Pritlove
Ja, das ist eine dieser schönen Abkürzungen. Das ist so in Deutschland werden immer so blöde Abkürzungen gesucht und danach versucht man noch irgendwas zu deuteln, wie man das jetzt, noch nicht mal passiert. Hier würde einfach nur eine Abkürzung für irgend so eine komische Formulierung genommen. Da sollte man sich mal bei der NSA wirklich mal ein Beispiel nehmen, ja? Ich meine, die haben da wirklich Flammenschwerter und äh. Andere wirklich gewichtige äh Götter am Start so. Das macht einfach was her. Wo bleibt denn die PR? Ja, also was war denn jetzt genau das Büro versehen, dass man darauf geantwortet hat.
Linus Neumann
Behauptet hat, soziale Medien würden nicht betrachtet, Gleichzeitig aber das Verteidigungsministerium ein Forschungsprojekt finanziert unterhält, in dem die Erforschung sozialer Medien zu Zwecken der Verteidigung ähm stattfindet.
Tim Pritlove
Also was ist denn nun? Findet's jetzt statt oder nicht?
Linus Neumann
Sie investieren zumindest also ich kann's ja nochmal wiederholen. Es wurde gefragt, macht ihr das oder beabsichtigt ihr das zu tun? Es wurde geantwortet mit nein. Und zwei Monate und das war ein Büro versehen. Das war Büro versehen. Huch, Büro versehen.
Tim Pritlove
Da sagten sie, sie machen's eigentlich nicht, aber es gibt zumindest dieses Projekt.
Linus Neumann
So und jetzt haben sie diese kleine Anfrage quasi äh zwei Monate später äh dann irgendwie noch so gesagt, ah übrigens uns ist da ein Büroversehen aufgefallen. Unsere Antwort auf die äh kleine Anfrage war aufgrund eines Büroversehens nicht. Wahrheitsgemäß. Und das äh interessant, weil die Anfragen der Linksfraktion, das sind wirklich ähm ich zitiere die ja relativ häufig und wir haben dafür schon äh dadurch sehr viele Dinge ähm, über diesen Politikbetrieb äh und über Sachen, die verheimlicht äh wurden. Ähm oder die wir auf anderem Wege nicht ans Licht bekommen hätten, erfahren. Wir hatten auch schon mal darüber gesprochen, dass ja äh, gezielt gestreut wurde, die Linksfraktion äh mache, betreibe damit irgendwie eine Unterstützung von terroristischen oder militanten Umtrieben in Deutschland, in dem sie diese Anfragen stellt, deren Antworten dann öffentlich frei verfügbar sind. Und wenn da jetzt, wenn sie jetzt da irgendwie auch noch unwahre Antworten bekommen, dann ist das schon eine sehr starke ähm, sehr starkes Stück und seine eine sehr äh erstaunliche Behinderung der Arbeit, der Opposition. Denn diese kleinen Anfragen sind mit, einzige warum so eine Oppositionsarbeit auch nach wie vor sinnvoll ist, warum es sich überhaupt, warum es überhaupt sinnvoll ist, sich in der Opposition zu unterhalten in einem Parlament, wo äh ja ohnehin in dieser Debatte im Parlament nicht stattfindet. Das heißt, wenn die sowieso nicht da sind, in der Willensbildung im Prinzip die ganze Zeit nicht vertreten sind, Dann könnte man sicher auch sagen, komm, wir sparen uns die Kohle. Aber kleine Anfragen sind unter anderem eben ein sehr wirkungsvolles Mittel und ähm sind äh sind immer zu begrüßen. Und es ist natürlich sehr übel, wenn wenn da äh irgendwie mit Verarsche äh reagiert wird.
Tim Pritlove
Ja, wir begrüßen es auf jeden Fall.
Linus Neumann
Klar, die Antwort natürlich nicht. Denn, also finde ich auch interessant, Fraunhofer, ne, alle finden immer Fraunhofer toll. Eins Komma drei fünf Millionen, um irgendwie soziale Netzwerke auszuforschen. Äh wird äh wird finanziell nicht reichen, Ist aber natürlich trotzdem schade um das Geld. Ja, weil das jetzt weg. Da ist er jetzt bei denen.
Tim Pritlove
Tja, ja, so ist das. Kurz, kommen wir, wissen.
Linus Neumann
Zum letzten Thema, ja.
Tim Pritlove
Wir kommen zum letzten Thema und das finde ich das ist irgendwie das ist ein. Delikatesse der Open Source, nee, Open Source, ist ja gar nicht. Ist es? Ähm ja, diese Katisse der Softwareentwicklung, also, Ich hab's noch nicht so ganz verstanden, aber es gibt ein Produkt, das heißt True Cript, was ich sagen wir mal auch der Kryptogemeinde recht großer Beliebtheit erfreut hat kann man so sagen oder? Weil ich das wirklich noch nie verwendet habe. Äh zum Verschlüsseln von Festplatten. Es gibt schon ein bisschen mehr, und das kann man halt benutzen, um so eine Festplatte zu verschlüsseln. Was ja erstmal eine tolle Sache ist, weil. Könnt ihr mal versuchen, drauf zu schauen und offensichtlich haben das auch viele Leute verwendet. Und äh vor ein paar Wochen, wie lange ist das jetzt her? Eine Woche.
Linus Neumann
Einer Woche ungefähr.
Tim Pritlove
Einer Woche, genau, gab's dann auf einmal, ob's pure Meldungen, von dieser Entwicklergemeinde so nach dem Motto ja äh, Übrigens, Warnung, Warnung, Druckkript ist nicht sicher weil es irgendwie äh nicht behobene Sicherheitsfehler enthält und äh benutzt auch besser äh das entsprechende Produkt von äh Windows, wie heißt das noch gleich? Ich bin Bitlocker, Und ja und das war's so. Außerdem sind die alten Versionen vom Netz genommen worden. Es gab nur eine aktuelle Version, die nur noch äh Daten wiederherstellen kann, und keine Erklärung, nix irgendwie alles total im Unklaren.
Linus Neumann
Kleiner, kurzer äh Exkurs noch. Aufgrund der nicht unter einer der anerkannten, Open Source die Zinsen veröffentlicht ist, geht es, äh Anhängern der Reihen leere nicht als Open Source Software, weil ich gerade so leichtfertig sagte, doch das ist Open Source, ja. Aber ähm das nur am Rande. Genau, dieses da haben das haben sehr viele Menschen äh genutzt Container. Hatte unter anderem auch diese schöne, also es hatte eine Funktion, um die gesamte Festplatte zu verschlüsseln, also unter anderem für äh für Windows-Rechner. Es hatte eine, ähm, ein äh schönes äh die schöne Möglichkeit eines versteckten Volumes. Das heißt, man konnte einen erstellen und in diesem einen weiteren äh Versteck was so auf diese Julian Assange äh Nummer zurückging mit dem mit dem Gummiknüppel, ne, das heißt ähm.
Tim Pritlove
Loggen sie sich mal ein am Flughafen und so und dann.
Linus Neumann
Die wissen ja, die wissen ja immerhin, dass du einen hast, ja, also können sie dich auch mit der, Zange zwingen, den das Passwort dazu herauszurücken, aber wenn nicht nachweisbar ist, dass sich darin noch ein weiterer versteckter befindet, dann kannst du wenigstens diesen plausibel ähm, verneinen die Existenz dieses Zweiten. Das heißt, du machst irgendwie so ein bisschen Alibi Porn in einen äh Container und in den Rest äh in in den Freibleibenden Speicherplatz, dieses Containers, der natürlich Zufall ist, damit sein dadrin versteckst du eine zweite Verschlüsselung in der du dann Dokumente hast. Zum Beispiel, All solche schönen Features und alle haben irgendwie auf dieses auf dieses Tool geschwört und erst vor kurzem ähm gab es auch ein ein Audit. Da wurde ähm, wenn ich mich recht entsinne, dafür gesammelt, weil man nämlich sagte, Moment mal, wenn jetzt hier NSA und so, dann sollten wir doch mal ein Audit äh dieser Software durchführen, auf die wir uns so sehr verlassen. Nicht, dass sich dadrin nachher noch ein kleiner versteckt oder so. Wobei das Lied, Da gab's also einen Audit und da der Audit-Bericht war ähm. So wie man ihn erwartet, da wurden ein paar äh sage ich mal Best Practice Verletzungen drin gefunden, aber irgendwie kein äh kein offenes Scheunentor, was jetzt alle zu Panik veranlasst hätte. Und es stand auch schon der zweite Teil dieses Audits, äh bevor, ja? Und ähm war oder ist äh immer sowas gewesen, wo man wo man sagt, ja so, das haben wir noch, ne? Wir haben noch. Und ähm jetzt das.
Tim Pritlove
Ja, vor allem mit dieser merkwürdigen Mail. Also, es war einfach sehr, sehr unklar. Mittlerweile gibt's ein paar nach äh, gereichte Meldungen, die auch genauso unklar sind, unter anderem habe ein Entwickler gegenüber diesem auditierenden Menschen äh erklärt. Es gebe jetzt kein Interesse mehr, äh diese Software weiterzuentwickeln, Bei den äh Autoren so und äh sie werden jetzt auch nicht besonders begeistert bei dem Gedanken, dass eine Community diese Arbeit jetzt ähm übernehmen könnte, sollte, Was ja wohl dann eben auch noch eine wo wahrscheinlich gegebenenfalls noch eine Lizenzänderung erforderlich ist, Ähm mir ist nicht so ganz klar, wo die Einschränkungen dieser Lizenz ist, dass sie nicht äh einer der allgemein akzeptierten Open-Sours-Lizenzen entspricht.
Linus Neumann
Es ist mir jetzt im im Detail auch nicht bekannt.
Tim Pritlove
Ja, also auf jeden Fall äh gibt's da auf jeden Fall Fragen und ja, die die Entwickler ziehen sich zurück und meinen, so Nix hält ewig und ja, was wollt ihr denn überhaupt?
Linus Neumann
Ja, es äh also was.
Tim Pritlove
Sehr merkwürdig.
Linus Neumann
Sie sie auf dieser nun verbleibenden Seite steht zweimal in Rot. Ist insecure.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
So, das ist also, wenn man jetzt mal wir wir müssen natürlich jetzt ein bisschen spekulieren, ne? Aber wenn sie das zweimal rot da drauf schreiben als Entwickler, die jahrelang an diesem Projekt äh gearbeitet haben, was eine sehr große Verbreitung gefunden hat ähm dann denke ich, dass sie äh einen entscheidenden Grund dazu haben, diese Äußerung dort so einzubringen.
Tim Pritlove
Freies Warum haben sie keinen entscheidenden Grund, diese Äußerungen auch mal zu konkretisieren?
Linus Neumann
So und das wird doch im Zweifel damit zu tun haben.
Tim Pritlove
Dass sie es nicht sagen können.
Linus Neumann
Dass sie es nicht sagen dürfen.
Tim Pritlove
Sie dürfen nicht sagen, dass.
Linus Neumann
Sein, dass sich äh also ne, dass sie einer, Einem solchen Gag-Order unterliegen oder irgendwie Post bekommen haben oder Besuch von irgendeiner Regierungsstelle, die sagt, übrigens äh wir möchten bitte. Du eine Hintertür einbaust oder wir möchten bitte, dass du eine Hintertür ausnutzt oder sonstiges, Und das ist ja so das äh der Fachbegriff, der sich dafür äh ja so ein bisschen her äh herausstilisiert hat, ist der eines, eines Kanarienvogels. Äh in Anlehnung an die äh Kanarienvögel, die Minenarbeiter mitgenommen haben in äh früher, Weil diese Vögel irgendwie reagiert haben, wenn zu viel Grubengas da war. Das heißt, es herrscht Explosionsgefahr. Ähm, Das heißt, es war ein warnendes Ding. Solange der irgendwie der Kanarienvogel da irgendwie sich normal verhalten hat, war auch alles in Ordnung. Ähm, Und worüber sich Menschen Gedanken machen, ist, wie kann ich denn dafür sorgen, dass ein, wenn ich einmal auf einmal von den National Security Letter bekomme und auf einmal das FBI vor der Tür steht und sagt, hier alles rausrücken, du darfst aber nichts erzählen. Ähm wie kann ich dafür sorgen, dass diese Information trotzdem, anderen Menschen, meinen Nutzern mitgeteilt wird. Was einige machen, ist zum Beispiel, dass sie äh jetzt irgendwie wöchentlich oder im zweiwöchentlichen Abstand ähm eine PGP signierte Nachricht schreiben und sagen, in den letzten beiden Wochen haben.
Tim Pritlove
Keine Anfragen.
Linus Neumann
Gab es keine Anfragen. Ja und jetzt könnten jetzt, Die graue Theorie will es, dass sie jetzt sich einbilden, dass wenn sie einen National Security Letter bekommen.
Tim Pritlove
Dass sie das dann einfach sein lassen dürfen.
Linus Neumann
Sein lassen, ja? Und nicht jemand mit einem Gummiknüppel da steht und sagt, Freundchen, gib mal dem, mit dem du das alles unterzeichnet hast, so wir sind ja nicht blöd. So, Aber so und da werden also unterschiedliche Verfahren äh gewählt äh um um einen solchen Cannay ähm. So ein Kanarienvogel zu implementieren. Und hatte jetzt meines Wissens einen solchen nicht. Und jetzt könnte es natürlich sein, wenn man sie zu völlig irre Verschwörungstheorie äh entfalten möchte, dass sich tatsächlich in eine äh eine Sicherheitslücke befindet, Und die Entwickler ähm vielleicht auch gar nicht wissen, welche das ist. Oder eine sehr großen, ein sehr klaren Anlass haben, diese Sicherheitslücke nicht zu fixen. Und deswegen sagen, okay, dann machen wir das ganze Ding zu. Ähnlich wie dieser. Äh äh Gründer, der gesagt hat, okay, wenn das so ist.
Tim Pritlove
Dann kann ich hier überhaupt.
Linus Neumann
Dann mache ich hier, dann lösche ich all eure E-Mails, Kunden, liebe Kunden, macht den Dienst sofort zu und handle somit in eurem Interesse. Ähm. Andererseits würde man, und das ist natürlich der, der andere entscheidende Punkt, wenn ich als Trucryp Entwickler, sage ich mal, mit Daumenschrauben und allem, äh, gefangen bin und nicht ähm verraten darf, dass sich in wie die Sicherheitslücke gestaltet ist, die sich in meinem Produkt befindet, Aber wenn ich trotzdem Kenntnis über diese Sicherheitslücke hätte dann würden mir ja irgendwelche Wege einfallen, dass irgendeine unbekannter Security-Researcher plötzlich auf ähm mal kurz schreibt, ach guck mal, was ich hier äh herausgefunden habe. Und ist natürlich schon erstaunlich, dass sie diesen Weg, nicht gehen und das lässt natürlich so ein bisschen das öffnet jetzt irgendwie für alle Arten von Spekulationen, äh Tür und Tor.
Tim Pritlove
Die Spekulationen, die haben auch gerade erst so richtig äh angefangen, Es ist einfach äh noch unvollendet diese ganze Debatte. Wir werden das vielleicht begleiten, wenn sich da irgendwas Interessantes ergibt. Ja, für Leute, die Druckkript einsetzen ist auch sehr schwer zu sagen, was man da jetzt überhaupt empfehlen soll, Ja, ich meine, gibt's denn überhaupt noch eine andere äh Plattenverschlüsselung, die Open Source ist, die in irgendeiner Form Vertrauen hat.
Linus Neumann
Mir ist jetzt nicht unbedingt eine bekannt. Ähm wie gesagt, die Betriebssysteme haben inzwischen selbst eine eine mitgelieferte, aber das sind äh die großen Betriebssysteme, Hersteller sind äh. Auf der Prison Liste Microsoft und Apple. Ähm ich weiß, dass auch eine voll das anrät und die basiert nicht auf Turpt, sondern äh man, wie heißt er, ich glaube oder sowas. Ich ähm, aktiviere das immer nur kurz und weiß nicht genau, äh.
Tim Pritlove
Du schaltest da einfach irgendwas ein und weißt nicht so ganz genau, was das ist, aber stand sicher drauf, passt schon.
Linus Neumann
Ja, mal gucken, was mit ähm, oder Krypto Loop. Okay, es gibt verschiedene Fahnen, Verfahren für Linox, die also machen. Wobei ich aber äh also Hatte natürlich eine starke Verbreitung, weil sie eben für Windows gemacht haben. Das ist ja so ein kleines Problem, dass wir dann äh den Bootloder irgendwie nochmal selber schreiben musst, damit der das Ding irgendwie entschlüsselt und das System in einen butbaren Zustand ähm versetzt, ähm aber ich, mein Eindruck war eigentlich das hauptsächlich wegen dieser Containerfalls genutzt wurde. Also für es war immer ganz angenehm. Du konntest irgendwie und äh App äh auf einen USB-Stick haben, der neben dem Container und du hattest irgendwie einen schönen äh verschlüsselten USB-Stick, den du einer anderen Person geben konntest, Nico von dem USB-Stick starten, um das äh um die Inhalte zu entschlüsseln, ne. Ähm, Das waren schon immer ganz, ganz feine Sachen. Es kursiert natürlich auch noch die Überlegung, ob die vielleicht einfach nur gehackt wurden und jemand, den einen sehr, sehr üblen Streich spielt.
Tim Pritlove
Ja, es ist äh unklar.
Linus Neumann
Aber man ist halt sehr, man, man, so wie's jetzt aussieht, ähm werden natürlich äh sehr, sehr viele Spekulationen, äh können jetzt getätigt werden, die ähm. Allen möglichen Nährboden haben in dem, was was man dort vorfindet.
Tim Pritlove
Na, wir hatten ja auch schon lange keine neuen Verschwörungstheorien mehr.
Linus Neumann
Das wäre, das ist aber jetzt echt mal ja, also ich weiß ja gar nicht genau, was ich davon äh was ich davon denke, also so irgendwie dieses knallrote und so.
Tim Pritlove
Ja und jetzt.
Linus Neumann
Nächste Woche stellen wir den Distanzrekord auf. Kündige ich jetzt hier mal vollmundig an.
Tim Pritlove
Hm, denn wie weit sind wir auseinander ähm.
Linus Neumann
Casting, Podcasting, Distanzrekord.
Tim Pritlove
Na, das sind ja Versprechungen, die wir hier machen. Ob's leere Versprechungen sein werden, das werdet ihr dann äh irgendwann nächste Woche feststellen. Tschüss, was? Ciao, ciao. Bis bald.

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Prolog

EuGH: Websurfer durch Urheberrechtsausnahme geschützt

Amtsgericht Hannover: Stream-Gucken nur bei offensichtlich rechtswidriger Vorlage illegal

Begründung des Bundesgerichtshofsurteils zur Störerhaftung

EU-Kommission unternimmt keinen neuen Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung

Vodafone veröffentlicht internationalen LI-Bericht

Bundeswehr will Twitter und Facebook auswerten

TrueCrypt WTF

LNP045 Ohrfeigen in der Hermann-Büttner-Straße

BGH-Urteil zu Filesharing – Facebook-Fahndung – FoeBud heißt jetzt Digitalcourage – Die Spackeriade 1

Die etwas dünnere Nachrichtenlage versetzt uns in die Lage, die Sendung mal wieder unter eine Stunde zu drücken. Dass die wenigen Themen trotzdem so viel Erörterung erfahren liegt daran, dass hier so einiges grundsätzliches aufgeworfen wurde, das uns zum Kommentar anregte.

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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Früh ist's, die Vögel einzwitschern.
Linus Neumann
Ja
Tim Pritlove
Sonne ist gerade eben erst durch den Nebel gebrochen.
Linus Neumann
Ja.
Tim Pritlove
Ein unglaubliches Orange-Rot begrüßt uns.
Linus Neumann
Wahnsinn.
Tim Pritlove
Romantik und das ist mitten im Studio, wo man eigentlich gar nicht richtig rausgucken kann, Aber es ist einfach die Imagination. Es ist einfach das Bild, was man selbst im Kopf erzeugt, was entscheidend ist. Und deswegen hört man Podcast. Weil die so gehört werden, müssen wir welche machen. So auch die fünfundvierzigste Ausgabe von.
Linus Neumann
Lockbuch Netzwerk.
Tim Pritlove
Genau, so ist es. Dem Linus Neumann Podcast, der uns immer das spannendste, aufregendste, wichtigste und überhaupt Lustigste der Woche präsentiert. Und äh an Schenkelklopfern war jetzt die Woche auch nicht arm.
Linus Neumann
Nee. Ist sie sowieso ja die, also wenn man, man denkt, dass der im Winter immer so ist, alles ganz schlimm ist, aber in Wirklichkeit scheint ja überall nur die Sonne. Man sieht sie nur halt nicht wegen der Wolken, aber ähm wenn man dann so ein bisschen drüber nachdenkt, passieren auch lustige Sachen. Während die Sonne da oben scheint.
Tim Pritlove
Das stimmt, aber nicht jeder sieht die Sonne, deswegen müssen wir sie jetzt mal zeigen.
Linus Neumann
Ja Bundesgerichtshof hat äh ein schönes Urteil gesprochenes Urteil, was äh kurz äh äh gefeiert wurde, als das Ende aller Abmahnungen. Das war, glaube ich, äh etwas zu äh zu früher Freude. Aber was war geschehen? Ähm, Es fanden die eine Gruppierung von, Urheberrechtsinhabern stellte fest, dass von einer bestimmten IP-Adresse im Internet Audiodateien geteilt werden, und äh wie wir alle wissen, ist das ja nicht erlaubt. Äh auf Tauschbörsen, Audiodateien verfügbar zu machen.
Tim Pritlove
Nö, weil wo will wer denn da hinkommen?
Linus Neumann
Tausendeinhundertsiebenundvierzig zum kostenlosen Herunterladen angeboten und dann haben sie also den üblichen Weg genommen von der Staatsanwaltschaft, den Inhaber der IP-Adresse bestimmen lassen, und äh erstaunlicherweise dann sogar eine Hausdurchsuchung dort durchführen lassen, und im Rahmen dieser Hausdurchsuchung wurde ein äh ein wohnungslos wurde dann ein Computer beschlagnahmt, auf dem waren Programme installiert. Das Ganze hat jetzt zweitausendsieben stattgefunden, wenn ich das recht erinnere, diese Hausdurchsuchung und entsprechend hießen da die falschjährigen Programme noch anders. Während man heute so oder so was nutzt, ja? Musste man damals noch Morphieus und, Ich glaube, das ist so das so Kasar und so die Zeiten waren das, ja, das nutzt man.
Tim Pritlove
Hazard siebenundneunzig. Es ist zweitausendsieben, es bittet dich.
Linus Neumann
Nee, nee, aber so genau, das war so nach Kazarkan, glaube ich, morphys, also morphis habe ich auch noch eine Zeit lang genutzt. Ich weiß nicht, ob zweitausendsieben, also habe ich ihn benutzt jetzt, ne, also quasi zum.
Tim Pritlove
Ja gut, aber ist ja jetzt auch nicht ganz ausgeschlossen, dass es sich zweitausendsieben noch in aktiver Benutzung.
Linus Neumann
Der hatte das offensichtlich noch, der hatte den Vater. Das könnte ein interessante Theorie entfalten, weil der hatte den PC von seinem Vater bekommen. Also das war der gebrauchte PC von dem.
Tim Pritlove
Sozusagen noch die Software, die die Vater damals noch im Krieg eingesetzt hat. Das waren noch Zeiten.
Linus Neumann
Damals. Geh mir weg mit den turnen Star. Das ist doch alles neumodischer Quatsch. Ähm.
Tim Pritlove
Ähm bei ist auch die Download-Qualität besser. Klingt die Musik besser?
Linus Neumann
Das klickt auch nach Vinyl, So, da also genau, das war, jetzt kommt nämlich der Witz, habe ich noch gar nicht erzählt. Ähm der Computer, den sie ja beschlagnahmt hat, gehörte einem dreizehnjährigen Jungen, Sohn, glaube ich. Äh der den Computer zu seinem zwölften Geburtstag von seinem Vater bekommen hatte. So und jetzt ähm, Entscheidender Punkt, der Junge ist ja dreizehn und damit gar nicht strafmündig und der hat auch nicht irgendwie ein paar tausend Euro, um irgendwie eine Abmahnung zu bezahlen, das heißt, den kann man nicht anmahnen So, was machen was machen die Rechteinhaber? Gar nicht blöd, sagen, ah, na ja, auf dem Monitor konnte man ja sehen, wenn man den Computer angemacht hat, dass da das BER Share-Eikon auf dem Desktop liegt und deswegen haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt und deswegen mahnen wir jetzt die Eltern ab, und möchten irgendwie ähm Schadensersatz haben und die Abmahnkosten und so weiter. Und die Eltern sagten, ja, Pass auf, Unterlassungserklärung, diese strafbewehrte Unterlassungserklärung, die modifizieren wir und unterschreiben die, aber äh ihr kriegt von uns kein Geld, weil äh wir haben ja unserem Sohn gesagt, der soll das nicht machen. Wir haben dem ja erklärt, dass das, dass man das nicht darf. So und dann ähm. Weil sie jetzt, was was quasi dann vor Gericht verhandelt wurde, war, haften die Eltern jetzt für das äh für das Fehlverhalten ihres Kindes, weil, oder obwohl sie das Kind zwar aufgeklärt hatten, aber weil sie es nicht regelmäßig kontrolliert haben. Und damit soll deswegen sollten die Eltern haftbar sein, und ähm bei einem ersten Landgerichturteil wurden die Eltern auch tatsächlich dann wurde den Eltern diese Schuld zugesprochen, weil sie nicht ausreichend kontrolliert hätten und zwar ähm stellte das Landgericht den Anspruch an die Eltern, monatliche Kontrollen des Computers vornehmen sollen, Ähm sowie irgendwie eine Firewall installieren, die verhindert, dass das äh Kind äh an Falschharing da betreibt.
Tim Pritlove
Mhm, da hilft ja auch eine Firewall extrem.
Linus Neumann
Na ja, kommt halt drauf an, wie viel du bereit bist, zu bezahlen, ne. Also, ich meine, wenn du irgendwie ein schönes äh äh DPI irgendwie da noch installierst, kriegst du das vielleicht.
Tim Pritlove
Das gibt's bei Siemens schon für niedrige sechsstellige Beträge in dem Einstiegscup-Paket.
Linus Neumann
Nee, du kannst ähm, du kannst natürlich irgendwie da sperren, ne? Also äh Administratorpasswort und äh einfach eine Firewall, die so eine Personal Firewall, die einfach allen Programmen außer denen, die du erlaubst, äh Internetzugang gibt so und dann, Darf halt nur der Internetexplorer, Internetverbindungen herstellen. Ja, gut. Cocolores, also eine eine völlig.
Tim Pritlove
Einfach albern.
Linus Neumann
Utopische Anforderungen an an Eltern eines eines zwölfjährigen Sohnes. Vor allem der hat der macht das doch in innerhalb kürzester Zeit wieder weg. Das ist.
Tim Pritlove
Ja, hat die tralala.
Linus Neumann
Ja, also und sagte, hat dann erstaunlicherweise auch der BGH ähm äh festgestellt und sagte, na ja, also, wenn man ein dreizehnjähriges normal entwickeltes Kind darüber belehrt, warum es äh nicht illegal betreiben darf, dann ist das eine ausreichende äh Handlung für Eltern, und damit sind sie äh erstmal nicht verpflichtet, irgendwelche Internetanschluss äh Parameter zu sperren oder den Computer zu kontrollieren. Es sei denn, sie haben konkrete Anhaltspunkte, Dann sind die Eltern haftbar, also wenn das Kind irgendwie, sage ich mal, regen Handel mit gebrannten CDs betreibt oder so, dann müssten die Eltern irgendwann sagen, sage mal, downloadest du das, oder so, aber grundsätzlich erstmal, äh solange die Eltern keine Anhaltspunkte haben und das Kind äh adäquat belehrt haben, äh können sie nicht haftbar gemacht werden.
Tim Pritlove
Ist auch etwas schwierig.
Linus Neumann
Und damit wurde eine äh diese Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln, in dem die Eltern äh den Eltern da die Schuld zugesprochen wurde äh oder die Haftbarkeit zugesprochen wurde, äh aufgehoben.
Tim Pritlove
Woraufhin das Internet jubelte und Frau Lokte.
Linus Neumann
Jeder, der ein Kind unter dreizehn hat, kann betreiben.
Tim Pritlove
Nee, aber ich meine gut, meine, was das jetzt betrifft, das wäre ja jetzt auch noch schöner, ja? Also wenn man jetzt tatsächlich, Eltern haften für ihre Kinder mäßig, dass jetzt hier sozusagen auf jede äh digitale Aktivität im Internet erstrecken würde. Hallo, ja, ist einfach nicht realistisch. Ist auch ansonsten nicht äh nicht sehr realistisch. Ob man jetzt von jedem Kind erwarten könnte, dass es immer das tut, was ihre Eltern sagen, ja. Hallo, was für eine Gesellschaft wären wir denn dann, wenn das mal so wäre, ja?
Linus Neumann
Naja, aber Moment, dafür haben wir dann die, die Rechteinhaber haben ja genau dafür geklagt, dass du eben deshalb kontrollieren musst, weil sie ja sagten, äh du bist weil du weil du ihm nicht darauf vertrauen kannst, dass dein Kind macht, was was du ihm sagst.
Tim Pritlove
Ja, die wollen ja jetzt überhaupt nicht sonderlich äh zufrieden mit dem Ergebnis und äh meinten ja mit dem wir jetzt noch lange kein äh, also die die Tore werden jetzt nicht final geöffnet worden, ja? Freut euch nicht zu früh und dann meinte der eine Vogel doch tatsächlich noch und ich weiß nicht, sagte er das irgendwie gegenüber der Presse oder sagt.
Linus Neumann
AfD gegenüber der.
Tim Pritlove
Sagte er, man habe ja früher, früher habe ja auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet.
Linus Neumann
Also er sagte, äh äh sah natürlich wieder die gesamte gesellschaftliche äh Dimension. Ich suche das, ich suche das, Der Fall werfe ein grelles Licht darauf, dass für viele Eltern der Begriff Erziehungsaufgabe zu einem Fremdwort geworden sei, beklagte der Rechtsvertreter der Musikindustrie. Während früher auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet habe, würden Kinder heute, an freier Leine laufen gelassen. Ärgerlich natürlich jetzt für Rechteinhaber, ne, dass man jetzt nicht wieder die äh ich glaube, wann wurde das offiziell? Die also das, ich glaube, vor zwanzig Jahren ungefähr.
Tim Pritlove
Aus dem Verkehr gezogen worden, der irgendwie mit solchen Statements an die Öffentlichkeit tritt. Ich meine, geht.
Linus Neumann
Ahnung, aber ich ich denke, da wird demnächst mal das das äh das Jugendamt vorbei gebe.
Tim Pritlove
Das ist ja jetzt mal das das geile Argument, ne? So, irgendwie, ihr müsst eure Kinder einfach mehr schlagen, Das ist doch das, was das ist doch das, was uns die Musikindustrie jetzt hier quer ihres Rechtsvertreters äh mitteilen möchte, ja? Eltern müssen einfach ihre Kinder so lange schlagen, bis sie aufhören, Fallschirm zu betreiben. Das ist doch das, was er äh eigentlich sagen würde, weil es habe ja früher auch nicht äh geschadet, ja. Er habe wahrscheinlich seine Kinder auch grün und blau geschlagen, bis einfach kein Bit mehr über die Leitung ging, oder? So muss man das doch jetzt mal äh deuten, Ich würde ja fast so weit gehen und sagen, auch bei der Musikindustrie würde vielleicht mal eine Ohrfeige nicht schaden, Ja, weil solche Leute überhaupt äh, äh von der Leine zu lassen, um jetzt mal hier ein Wortbild zu bleiben, so das ist einfach, das geht einfach mal überhaupt nicht, ne, Penner, Ihr seid echt Penner, ja? Das müsst ihr euch mal wirklich geben. Sollte irgendeiner von euch vögeln, hier zu hören? Dann sage ich euch jetzt einfach mal, dass ihr einfach mal scheiße seid. Euer ganzes Auftreten, eure ganze äh Gehabe in der Öffentlichkeit, das ist einfach nur noch, peinlich. Und äh ihr schadet ihr schadet einfach. Das das muss man jetzt einfach mal sagen. Und eure Musik ist uns scheißegal, ja? Es ist einfach ihr klimpert da irgendwie rum, okay.
Linus Neumann
Die klimpern ja noch nicht.
Tim Pritlove
Tanzen dazu, aber ihr seid einfach unwichtig. Ihr seid einfach für die Zukunft dieses Planeten, seid ihr einfach unwichtig und ihr macht euch einfach mal echt zu dick, So, jetzt müssen wir erstmal gesagt haben, ey, Musik ist nicht das Wichtigste auf diesem Planeten. Kinder im Übrigen schon, So, jetzt habe ich mich abgeregt.
Linus Neumann
Leider finde ich nirgendwo den Namen dieses Mensch.
Tim Pritlove
Ja, den kriegen wir noch raus.
Linus Neumann
Büttner. Regelverstößen sei man früher noch ganz anders vorgegangen, da hat auch mal eine Ohrfeige nicht geschaltet, sagte Büttner. So, wie heißt er denn jetzt mit Vornamen? So, das wäre jetzt mal interessant, weil äh der ist ja offensichtlich Herrmann Büttner, So, Hermann Büttner, wollen wir mal schauen. Weil ich meine nämlich, dass also ich Doktor Hermann Büttner. Hm, verlinken wir mal.
Tim Pritlove
Mhm.
Linus Neumann
Wer das denn ist, wenn wir das jetzt in, wenn wir den Richtigen haben.
Tim Pritlove
Ja, hier gibt's auch einen Artikel da mit einem R, ne? Ein Anwalt.
Linus Neumann
Ein anderer. Doktor Hermann Büttner, ich kann mich erinnern, es es ist noch gar nicht so lange her, dass äh genau auch das mit der Ohrfeige, also die komplette körperliche Züchtigung dann auch äh verboten wurde, ne. Also es war ja grundsätzlich schon, es gab irgendwie Kindesmisshandlungen. Es gab aber irgendwie im Prinzip die rechtliche Grauzone, dass Eltern ihren Kindern, das muss so ungefähr zwanzig Jahre her sein, weil das war für mich damals äh ein Urteil, was mich schockierte, dass er jemals vorher erlaubt gewesen wäre, mich zu schlagen. Ähm der ähm muss ungefähr zwanzig Jahre her sein, dass das äh verboten wurde äh auch also sogar auch die äh die Ohrfeige, meine ich. Also ich glaube, man durfte irgendwie einen Klaps auf den Po, äh freundschaftlich oder so. Das das wäre dann noch unter Umständen durchgegangen bei dem nach dem nach dem.
Tim Pritlove
Büttner und Baukelmann, Büttner Bindestrich Baukelmann DE, Rechtsanwälte bei dem Bundesgerichtshof.
Linus Neumann
Ja. So, müssen wir mal gucken, ob wir.
Tim Pritlove
Barlachstraße Karlsruhe.
Linus Neumann
Mal gucken, ob der Kinder hat, weil dann würde ich da mal äh demnächst das Jugendamt vorbeischicken. Nur um mal zu gucken, ja? Nicht, dass da ähm, ja. Also Spinner. Äh also aber was für eine Frustration, ja ich meine, weit und dann irgendwie so, ja ähm wir wenn äh also wenn hier die die Rechte meines Mandanten nicht durch den Bundesgerichtshof äh gewahrt werden, dann müssen die Eltern eben ihre Kinder schlagen. Schlechter Verlierer.
Tim Pritlove
Ja. Geboren neunzehnhundertvierzig in Nürnberg. Bankausbildung.
Linus Neumann
Aber das sieht man mal, ne, dass äh dass Menschen, die äh die die Feinde des freien Internets sind, auch so schlechte Menschen, ne. Also die sind das nicht nur im die sind auch so richtig schlechte Menschen. Die schlagen kleine Kinder.
Tim Pritlove
Ja. Nicht nur aufm Papier, ja. Oder würden das zumindest gerne tun.
Linus Neumann
Also ganz großer Mann hier, toller bin ich froh, dass so jemand vom Bundesgerichtshof die Rechte von Mandanten vertritt. Da weiß man, was man hat. Ähm, Was die die allgemeine Freude angeht, das ähm, äh man jetzt jeder, der im im Besitzer eines eines Kindes unter vierzehn Jahren ist, jetzt äh Filesharing betreiben kann, da bremst äh Thomas Stadler ein bisschen die Erwartungen. Denn was sich hier, Also es gibt erstens die volle Urteilsbegründung noch nicht und was hier also es wird dann mal kommt halt darauf an, wie der BGH jetzt dieses Urteil begründet. Und vor allem, wie eng der das umreißt. Ähm es kann also sehr gut sein, dass es hier nur um die Haftungsfrage geht und da stehen also noch weitere Abmahnungs äh Urteile irgendwie in der äh sind noch offen, die da irgendwie abgearbeitet werden müssen. Und ähm jetzt werden wir, also es, ist wahrscheinlich zu früh, jetzt zu sagen, cool, ich habe einen dreizehn, ein, ein, ein Kind mit Computer, äh das kann für mich Fallshering betreiben, das muss nur dicht halten, ne. Ähm also da da müssen wir halt sehen, es geht hier anscheinend wirklich nur um Haftungsfragen. Es könnte zum Beispiel dann auch mal eine Rolle spielen bei anderen Dingen, die Es gibt ja vielleicht auch Sachen, die Kinder mit Computern anrichten können, die wirklich vielleicht Relevanz haben. Zum Beispiel äh was weiß ich äh äh eindringen in fremde Computersysteme oder so. Wie wie dann da, wie es da mit der Haftung der Eltern ist. So das scheint scheint eher in die Richtung zu gehen, als jetzt konkret äh und so.
Tim Pritlove
Ja, so habe ich das auch verstanden.
Linus Neumann
Aber nach der aktuellen, nach der aktuellen Lage ist es also sehr, sind Eltern gut beraten, ihre Kinder genau aufzuklären und ihnen zu sagen, dass sie es nicht machen dürfen, aber vor allem nicht, wenn sie vierzehn sind, weil dann äh glaube ich, dann haften sie sind sie selber oder so. Ich weiß, ich weiß noch nicht mal, ob da die wann da die Grenze ist, ich glaube so ab vierzehn bist du strafmündig, ne? Dann könnte man.
Tim Pritlove
Es gibt da so verschiedene äh Stufen.
Linus Neumann
Also vorsichtig, genau, also weil ich würde jetzt schätzen, mit vierzehn? Mit achtzehn.
Tim Pritlove
Also so richtig strafmündig bist du dann auch erst ja und dann auch erst mit einundzwanzig sozusagen und dann kommt ja noch Jugendstrafrecht et cetera. Es gibt ja verschiedenste äh Abstufungen. Aber ich weiß gar nicht, wann jetzt die eigentliche Mündigkeit wirklich, beginnt.
Linus Neumann
Weiß ich auch nicht genau.
Tim Pritlove
Uns mal wieder hier in schwieriges Terrain.
Linus Neumann
Also Eltern belehrt eure Kinder, dass sie das nicht machen sollen und äh.
Tim Pritlove
Dann geht raus.
Linus Neumann
Dann geht rauf und wenn da irgendwo an, sagt den Kindern, dass sie keine Anhaltspunkte liefern dürfen, das solltet ihr euren Kindern sowieso sagen. Also das war das war so das, was was.
Tim Pritlove
Genau. Das Bärshare sollte auf jeden Fall nicht direkt sichtbar sein.
Linus Neumann
Söhne, einfach das Eigenändern in Internet Explorer, da klickt nie jemand drauf und äh dann ist es.
Tim Pritlove
Einfach mal ein atmen, Manuel zum Geburtstag schenken, so Hintergrundprozesse und so, geht schon was.
Linus Neumann
Das, ne? Das äh das geht ganz gut, ja.
Tim Pritlove
Gut. Äh.
Linus Neumann
Ja, das ist jetzt nur so ein kleiner Lacher. Das nächste Thema.
Tim Pritlove
Ja, was wollen die die Justizminister wollen Fahnen auf Facebook? Tun sie das nicht eh schon?
Linus Neumann
Ja ähm also das ich finde das ja eigentlich ganz geil. Ich finde das ganz geil. Jedes Mal, wenn irgendwie was wenn irgendwann durchdringt so, Also irgendwann ist Facebook so oft in Nachrichten, Irgendwie jemand denkt so, was ist eigentlich dieses Facebook? Ja, ist im Internet, da sind die Leute in einem virtuellen Raum. Und dann denken die sich so, oh krass, muss man gucken, ob wir da ähm äh irgendwie was machen können. Ich erinnere mich immer wieder köstlich daran, wie Reiner Wendt, Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft, ähm prüfen wollte, ob man über Streetview Streife fahren kann.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
Ja? Das wollte der prüfen lassen. Kein Witz. Und weißt du, was der Obergag war? Es führte dann irgendwann.
Tim Pritlove
Das ist mir doch mal super.
Linus Neumann
Es hat denn so, wir müssen prüfen, ob man darüber Streife fahren kann.
Tim Pritlove
Ist doch super, dann wird die Polizei gefragt, sagen sie mal da in in der äh Hermannstraße, da ist irgendwie was passiert. Da ist ein.
Linus Neumann
Wir sind in fünf Minuten da.
Tim Pritlove
In der Hermann-Büttnerstraße ist ein Kind geordnet worden. Können sie das mal überprüfen? So und dann ja nee, wir haben nachgeschaut, da war nichts, ja? Also da steht auch seit Tagen immer die gleichen Autos, nix passiert.
Linus Neumann
Der tote Hund tote Hundezaun, da ist nichts mehr los, Also und vor allem, ich finde das halt eben auch geil, ob also man stellt sich's vor, klicken die dann jedes Mal von der Wache los, klicken sich dann so vorne links, nee, da ist immer mehr Verkehr oder oben die Adresse eingeben kann. Auf jeden Fall Reiner Wend.
Tim Pritlove
Jetzt schauen sie doch mal am Barbarossaplatz vorbei. Ja, kleinen Moment, das lädt nicht so schnell. Ich muss hier noch erst um die Ecke.
Linus Neumann
Oder was machen die mit einer roten Ampel? Da machen die Blaulicht an und fahre dann drüber. Keine Ahnung. Also, Polizei fährt Streife auf Facebook das Schöne war, Das Schöne war, dass dann irgendwie, ich hatte das auf Netzpolitik berichtet, ich wusste nur, dass dann irgendwann in England tatsächlich, da gab's dann Verhaftungen. Mehrere Fälle von Verhaftungen, weil ähm, quasi einmal irgendwelche Drogendealer, die immer an so einer Straße standen und da irgendwie gedealt haben, irgendwo in, Ich glaube, das war in in Amerika. Die waren quasi dann von den Streetfood-Outdoor fotografiert worden und hatten sie eindeutig Beweisposition, konnten dann endlich verknackt werden, Polizei, die monatelang da irgendwie und das andere war einer Familie, wurde ein äh Wohnwagen geklaut, von ihrer vor ihrem Haus stand also ihr Wohnwagen und auf Streetview hat's dann irgendwann Street bekam, die Bilder waren ja auch zwei Jahre alt oder so. Aber dann stand halt die Karre mit Kennzeichen und, und der Typ, der gerade ihren Wohnwagen klaut, haben die auch Streetview. Also das heißt, es gab Streetview-Fahndungen und es gab Streetview Based Verurteilungen, so. So und da ähm, Ne, aber jedes Mal, wenn irgendwie so was Neues kommt.
Tim Pritlove
Sagen wir mal, es gab es gab Verurteilung, weil Dinge durch ein Foto beobachtet worden sind so, ja.
Linus Neumann
So und ähm.
Tim Pritlove
Ja auch schon mal vorgekommen sein.
Linus Neumann
Jetzt wollen die Justizminister der Länder wollen prüfen, ob und wie die Polizeifahndung über Facebook möglich ist. So und jetzt wollen sie wohl, Was sie meinen ist wohl eher, dass sie sowas wie äh sie wollen Facebook-Freunde haben, denen sie dann sagen können, hier den suchen wir, Ja, also was ja sowieso.
Tim Pritlove
Facebook Freunde.
Linus Neumann
Keine Ahnung, sie.
Tim Pritlove
Heißt, wenn du so ein Like kriegst von der Polizei, dann like.
Linus Neumann
Nee, du musst die Polizei liken, das macht ja keiner.
Tim Pritlove
Was ich muss die Polizei leiten, damit sie mich einfangen oder was? Nee, ich dachte, die liken einfach alle, die.
Linus Neumann
Wann kriegt man denn von jemanden Statusmitteilungen? Wenn man den geliked.
Tim Pritlove
Wenn du so, wenn du so eine Person findest, auf Facebook, da drunter steht irgendwie äh one hundred äh people like dis person und dann so Polizei äh Abteilung Hamburg, wo die Zeit tralala, ja, also wenn er sozusagen mehrere Fahndungs.
Linus Neumann
Nee, also was sie, glaube ich, meinen, ist, ähm also.
Tim Pritlove
Die wollen dort die Fahndung organisieren, auf.
Linus Neumann
Die Polizei in Hannover bittet Internetnutzer seit längerem über einen eigenen Facebookauftritt, um Hinweise bei der Aufklärung von Verbrechen.
Tim Pritlove
Sie wollen Steckbriefe aushängen.
Linus Neumann
Wollen eher so Steckbriefe. So und dann meldete sich der Peter Schar und sagte, äh hält er nicht viel von. Peter Scharr, Datenschutzbeauftragter und sagte, naja, er ist da eher skeptisch und die Anforderungen für den Datenschutz werden in dem Fall sowieso schon mal, dass das ähm, äh die eigentliche Fahndung über den Server der Polizei betrieben werden muss und höchstens auf Facebook dann die Links verbreitet werden. Außerdem warnt er davor, dass dass da irgendwie so eine Löhnungsjustiz in dem in dem sozialen Netzwerk entsteht und mit falschen Verdächtigungen und so dass das schnell mal viral wird oder so.
Tim Pritlove
Da ist was dran.
Linus Neumann
Ja Also ich weiß nicht, ich bin eine, bin mir eigentlich sicher, dass die die Facebook-Gesichtserkennung sowieso schon nutzen. Also wären sie ziemlich dämlich, wenn sie es nicht machen würden, um ähm um sage ich mal, bei halbwegs vernünftigen Bildern mal Anhaltspunkte zu bekommen, Aber ähm man ist ja immer wieder überrascht, was äh was die Justiz und was die Polizei macht und was nicht. Hm, Also keine Angst, sie wollen irgendwie über Facebook und jetzt gibt's natürlich sofort irgendwie Datenschutzprobleme oder so. Also das zeigt mal wieder, das kriegen sie sowieso nicht hin.
Tim Pritlove
Wobei ich das jetzt generell nicht verwerflich äh äh finde, wenn wenn die Polizei auch in diesen Netzen präsent ist, also die Frage ist natürlich, wie wie sie das tun. Ganz klar, grundsätzlich äh warum sollten die sich da raushalten?
Linus Neumann
Die halten sich da ja auch nicht raus.
Tim Pritlove
Nö, also ich meine, sie fanden ja auch schon damit, in dem Moment, wo jemand halt äh irgendwas öffentlich macht, muss er natürlich damit äh rechnen, dass es gegen ihn verwendet werden kann, In dem Moment, wo der berechtigte äh Verstöße gegen das Recht, also unberechtigte Verstöße kriegen, dass Recht vorliegen, dann hat muss dem halt auch nachgegangen werden.
Linus Neumann
Ich habe ja ähm ich bin ja vor ziemlich genau etwas, also fast einem Jahr bin ich ja ähm zusammengeschlagen worden von einem mir Unbekannten. Vor einer äh Kneipe, und ähm das war in einer relativ kleinen Stadt und ich habe daraufhin ähm diese Kneipe hatte eine Facebook-Seite, und ich habe dann ein ähm mir einen Facebook-Account gemacht mit einer äh jungen Frau mit blonden Haaren Schöne hübsche Frau als Profilbild und habe irgendwie randomly irgendwie äh Leute befreundet, weil die meisten ja eh automatisch auf äh Freund ich bin dein Freund klicken und habe mir so eine face face Facebook-Identität gebastelt und bin dann auf der Facebook-Seite von dieser Kneipe habe ich halt umgeschaut, wo ich Gesichter erkannt habe, die an dem Abend in der Kneipe waren und da habe ich so deren Freundeskreise wieder angeschaut und habe so denjenigen identifiziert, der mich äh zusammengeschlagen hat. Habe ich, habe ich mit, habe ich mit dieser schönen Blondine bin ich seinen Facebook-Freund geworden, habe seinen kompletten Fotos alle runtergeladen und das der Polizei gegeben.
Tim Pritlove
Wow, nicht schlecht. Ja.
Linus Neumann
Sechshundert Kilometer entfernte Stadt, so Arschloch.
Tim Pritlove
Und ist das jetzt schon.
Linus Neumann
Ähm wie das läuft, so. Äh also man kann über Facebook fahren. Man braucht nur ein äh Foto von einer hübschen Blondine. Äh auch strategisch sehr klug äh war es erstmal sich mit seinen Freunden zu befreunden, und dann als allerletztes ihn, weil er dann gesehen hat, so, oh, guck mal, ah ja, schöne Blondine, die kennt ja schon meine ganzen Kumpels und.
Tim Pritlove
Wow, wo ist denn das Futter hergehabt?
Linus Neumann
Ich hab Blondine, Blondine bei Google Image eingegeben.
Tim Pritlove
Ja, also sollte.
Linus Neumann
Möglicherweise noch eine kleine Urheberrechtsverletz.
Tim Pritlove
Ihr euch über eine schöne virtuelle Bekanntschaft in der letzten Zeit äh gefreut haben, auf Facebook, es könnte Linus sein.
Linus Neumann
Also wenn ihr mir die Nase brecht und das Bein, dann äh dann könnte es sein, dass ich euch auf Facebook suche, ja.
Tim Pritlove
Dass ich euch auf Facebook angrabe. Okay, äh.
Linus Neumann
Also Privatdetektiv Linus äh.
Tim Pritlove
Unterwegs, genau. Ja, äh, kommen wir äh zur Vergangenheit, Und zur Zukunft, da gab es vor fünfundzwanzig Jahren mal ein äh Unternehmen namens Verein zur Förderung des öffentlichen, bewegten und unbewegten Datenverkehrs, der sich dann so in der Folgezeit ganz gut gehalten hat und ähm vor allem auch so in den letzten Jahren doch erheblich, an Aktivität äh zugenommen hat meiner Wahrnehmung nach und äh, ist er allen in Erinnerung geblieben. Ich denke, kann sagen, was zumindest hier so in unserem Umfeld der Name doch äh schon einer sehr etablierte Marke ist. Nichtsdestotrotz hat dieser Fürbot jetzt anlässlich seines fünfundzwanzigjährigen Geburtstags beschlossen, dass er seinen eigenen Namen nicht mag.
Linus Neumann
Schon vor einem halben Jahr oder so haben die das beschlossen, ne.
Tim Pritlove
Wann sie's beschlossen haben, weiß ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Die halten wohl schon eine Weile äh dicht.
Linus Neumann
Suchten. Sie sucht.
Tim Pritlove
Lange, lange Zeit ein und klagten schon häufiger, dass der Name ja irgendwie so schwierig sei. Ich weiß nicht so ganz genau, was jetzt eigentlich daran so schwierig war an dem Namen.
Linus Neumann
Also was ich habe mich mal mit äh. Bei der Republika, glaube ich, mit jemandem unterhalten, der es echt hätte wissen müssen und die Leute sprachen für teilweise sogar falsch aus. Die sagten dann, weil sie's irgendwie in der Zeitung gelesen hatten oder so, die sagten dann, weil sie dachten, ist mit Computern, kann ja jetzt nicht irgendwie äh kann ja nicht irgendwie einfach Füllbrot heißen.
Tim Pritlove
Forbert. Ah, ist natürlich die internationale Geschichte äh an der Stelle.
Linus Neumann
Ja, also.
Tim Pritlove
Es noch gar nicht gesehen.
Linus Neumann
Kam doch glaube ich also war ja auch eine Persiflage so auf diese Post äh diese Post äh.
Tim Pritlove
Vobat, so der.
Linus Neumann
Abkürzungen, die die bei der bei der Deutschen Post irgendwie alle waren, äh die und die der hat ja dann auch eine Mailbox betrieben schon. Also.
Tim Pritlove
Fürth ist so ein bisschen so wie Fetap. Feta. Feta.
Linus Neumann
Fern, sprich Tischapparat.
Tim Pritlove
Exakt. Na ja und andere, also so diese typische.
Linus Neumann
Ja, ja, ja, ja.
Tim Pritlove
Despostartige Bezeichnungen für Dinge ja? Dass man also so vollkommen absurde Wortmonster nimmt und daraus noch absurdere Abkürzungen zusammenklammbüßert. Und da das war sozusagen das, was damit äh reflektiert wurde. Naja, also ich kann ja das Streben nach einem etwas griffigeren Namen verstehen. Jetzt allerdings wurde am Samstag dann äh, Deckel dann gelüftet und tata! Jetzt heißt man und jetzt muss ich halt auch raten, ob ich das richtig ausspreche.
Linus Neumann
Ich weiß, wie man's richtig ausspricht. Ich äh ich habe noch mal noch eine PM bekommen und äh man spricht es deutsch aus.
Tim Pritlove
Ja, digital, also was heißt deutsch? Das ist nicht deutsch. Also es ist schon, es ist deutsch, aber es ist ja eigentlich Französisch. Also, ich sage, es heißt digital Courage. Oder Digitalcourage. Ja, was ist denn jetzt die offizielle Bezeichnung? Du hast es hier übrigens gerade mit einem großen D hingeschrieben. Ich hab's bisher immer nur mit einem kleinen D gesehen. Was mich jetzt nochmal besonders verwirrt hat, weil wenn man jetzt betonen möchte, dass es Deutsch ausgesprochen wird oder deutscher Begriff angenommen wird, dann, ähm warum schreibt man's dann klein? Ja, weil damit äh forciert man ja quasi äh meiner Meinung nach, dass man's dann Englisch ausspricht, auch wenn's dann wiederum bricht, dass es ein Wort ist.
Linus Neumann
Ja und das Problem ist, wenn man's englisch jetzt interpretiert, dann ist, dann passt es nicht wirklich. Also ist nicht unbedingt das, was was äh man jetzt mit dem assoziieren würde im Sinne von äh Also Mut zum Digitalen, also natürlich hat der für Mut zum digitalen, aber er ist ja hat ja durchaus einen Fokus beim äh beim Datenschutz Bei dem Bürgerrechten und so was wie so würde bei mir jetzt eher so Assoziationen für so eine äh libertäre mag lieber digital Sparkaria, Position sehen. Also wenn man so sagt zum Mut, mehr digital wagen, dann würde ich nicht unbedingt daran denken, dass der Füllbund eben auch sehr stark vor bestimmten äh also.
Tim Pritlove
Na gut, Courage heißt ja, dass man, dass man äh die Fähigkeit hat oder den Mut hat, etwas zu tun, was eigentlich Angst macht. Ich muss auch sagen, das Wort digital ist ja nun auch sehr inflationär in Verwendung schon seit längerer Zeit. Ich akzeptiere, dass wir vom digitalen Zeitalter äh sprechen und das ist ja ein gewisser Hinsicht auch nicht falsch, ja auch jetzt nicht das erste Mal, dass ein neuer Verein in dieser Netzpolitischen Landschaft auftaucht, der halt mit digital anfängt, Gibt es ja dann auch noch die digitale Gesellschaft, der man, auch sozusagen, wo man auch drüber nachdenken kann, ob jetzt digital das Richtige, der richtige Präfix ist, ja? Also es ist mir schon klar, worauf es sich bezieht bei digitaler Gesellschaft, ist es doppelt klar, weil ja auch das zweite Wort explizit eben diesen Bogen aufspannt und sagt, okay, digitales Zeitalter, digitale Gesellschaft, we are all in the together. Digital Courage wiederum bezieht sich dann etwas indirekter da drauf und man, könnte dem Ganzen ja jetzt auch rein sprachlich mal äh hinterhergehen und sagen, okay, ja, was äh was macht die Courage, wann wird die Courage digital? Ja, also gut. Auch das Wort Zivilcourage ist ja so ein bisschen äh merkwürdig in der Hinsicht.
Linus Neumann
Man schreibt uns mit diesem Namen wollen wir fortsetzen, was wir vor einem Vierteljahrhundert begonnen haben, uns für eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter einzusetzen. Bewusst verknüpft Digitalcourage, da mal dabei an Zivilcourage an, denn das ist es, was eine lebenswerte Gesellschaft auch im Netz und im digitalen Wandel braucht. Menschen, die wie Sie und wir couragiert teilnehmen am politischen Geschehen und die Dinge zum Besseren wenden wollen. Mit Digitalcourage stehen wir weiterhin für die selben wichtigen Inhalte, Bürgerrechte verteidigen, Datenschutz stärken und das digitale Zeitalter lebenswert gestalten.
Tim Pritlove
Tja, Also ich verstehe ihre Motivation. Ich verstehe auch, wie sie äh dadrüber denken. Allerdings habe ich so ein bisschen meine Zweifel, ob der Viabilität dieses Begriffs. Ja, also wenn du sagst, ich bin jetzt beim Fürbot, ja, vorbei.
Linus Neumann
Karriere vorbei oder.
Tim Pritlove
Nein, dann ist, nein, dann ist vorbei, weil es ist nicht ganz richtig. Also dann ist das klar. Ja? So, Ich bin jetzt bei der Digitalcourage, Wir kommen mit der Digitalcourage, die digital Courage veranstaltet. Also.
Linus Neumann
Ich glaube.
Tim Pritlove
Einen Seite versucht es ein ganz normales Wort zu sein, was irgendwie so einen menschlichen Zustand beschreibt oder so eine menschliche Motivation beschreibt. Auf der anderen Seite soll es als Name für eine Organisation funktionieren. Und ich weiß gar nicht, kenne ich überhaupt irgendwelche anderen Beispiele, wo das so ist? Also für mich ist das eher ein Wort für den Untertitel.
Linus Neumann
Ich du ich glaube auch, also ich glaube nicht, dass der seinen Namen loswerden wird.
Tim Pritlove
Na das glaube ich nämlich auch.
Linus Neumann
Ist der.
Tim Pritlove
Das macht jetzt dieser Name nicht einfacher.
Linus Neumann
Richtig. Ich glaube aber, dass sie ähm oder was. Ich denke ja, dass äh eines der eine der Herausforderungen auf jeden Fall ist, gerade in den in den, äh sage ich mal, Kämpfen der Internetaktivisten, die jetzt noch kommen werden, dass du äh vor allem, nicht in eine konservative Rolle gedrängt wirst, Ja, das ist äh PR mäßig das, was jetzt die ähm sage ich mal, die die Firmen mit ihrem Netzneutralitätskram und so weiter versuchen, die äh die ähm die Gruppierungen, die ähm, sage ich mal, sich gegen diese äh Netzneutralitätsverletzenden Angebote wenden, in so eine verstaubte äh ähm wertkonservative Position zu drücken, So und wenn du dann, wenn du auftrittst als jemand und sagst, du heißt und dann hast du noch dieses Gelb und diese gesamte Postverarschung äh da mit drin, die die im Prinzip seit auch jetzt fünfzehn Jahren nicht mehr zutreffend ist, weil die, weil die, weil die Deutsche Post das das Netz nicht mehr unterhält, sondern die Telekom, ja, dann ähm, Läufst du quasi Gefahr irgendwie, in die Falle zu laufen, dass der, der, der rhetorische Gegner dich als als äh überholt und konservativ und antiquiert dastehen lassen kann. Und ich denke, dass das die Gefahr ist, die der Füllboot äh auch vermeiden möchte Und wenn man sagt, äh wie dem äh widersprechen. Widerspricht so und so Sprecher des des Bündnis, des Vereins Digitalcourage äh spricht sich gegen diese Modelle aus, ist das besser als wenn da irgendwie steht so und so vom Füllboot, fünfundzwanzig Jahren in Bielefeld irgendwie gegen alles. Ähm so dann steht das einfach ähm weißt du, Verstehst du was ich meine? Also einfach ein positiveren äh nach vorne gerichterteren äh Beiklang dem Namen geben. Und das ist, denke ich, das, was sie versuchen und was sie eigentlich mit dem Namen auch hinkriegen, solange sie keiner Digitalcorsage nennt.
Tim Pritlove
Oder Courtage.
Linus Neumann
Digitalcourtage.
Tim Pritlove
Ja. Also ich will das jetzt auch gar nicht ähm verwitzeln hier. Ich habe nur so ein bisschen meine meine Zweifel. Jetzt wenn du sagst, Verein, Digitalcourage, so in dem Zusammenhang passt es besser oder vielleicht wäre auch Projekt digital, Courage oder so ganz gut, aber ist einfach, es geht einfach nicht locker von der Zunge. Das kann man nicht sagen. Aber vielleicht ändert sich das ja in den nächsten fünfundzwanzig Jahren. Kann ja sein.
Linus Neumann
Genau, wir wünschen natürlich Rena und äh viel Erfolg in den nächsten fünfundzwanzig Jahren.
Tim Pritlove
Ja, nicht nur den beiden, sondern äh Laden ist ja nun definitiv größer als die beiden.
Linus Neumann
Aber die beiden haben's gaben den gegründet und äh, Natürlich wäre, also es unterzeichnet in der in der in der PM unterzeichnet noch mit Lars Freitag, aber das Team ist natürlich insgesamt größer. Bei den Dreien insbesondere, wünschen wir äh danken wir für die fünfundzwanzig Jahre, wünschen ihnen äh großen Erfolg in den nächsten fünfundzwanzig Jahren.
Tim Pritlove
Genau und wer sich für die.
Linus Neumann
Unter dem gleichen Namen oder dem alten Namen.
Tim Pritlove
Genau und wer sich so für die ersten ähm nah, die ersten zweiundzwanzig Jahre des Verburts äh interessiert, dann kann ich an der Stelle auch nochmal an CAE hundertvierzig äh erinnern, wo ich mit Trainer und Paddeln gesprochen habe, eben genau über den, Und wo, glaube ich, viele so von diesen Hintergründen und warum das alles so ist, äh ich weiß gar nicht, ob wir euch den Namen selber auch, gekommen waren, ja.
Linus Neumann
Ich erinnere mich an die Folge.
Tim Pritlove
Mhm. Ja.
Linus Neumann
So
Tim Pritlove
So, dann gab's noch eine kleine Veranstaltung hier in Berlin. Die Spacker mit den Spackos. Immer so verächtlich von Konstanz zu kurz äh bezeichnet wurden und sich dann äh stolz, dass den Namen an die Brust hefteten.
Linus Neumann
Es war auf der Abschlussveranstaltung des siebenundzwanzig C3, Kurz sagte äh nicht irgendwie von den Post Privacy Spacken sprach, und kurz darauf ähm gründete sich dann die Datenschutz kritische Spageria, ähm eine Gruppierung von äh Leuten, die sich für Post Privacy, eine Welt ohne Privatsphäre oder eine das Experiment einer Welt mit immer weniger Privatsphäre im digitalen Zeitalter interessierten, oder auch dafür stark machen wollten, also Kritik an Datenschutz äh Gesetz geübt haben und aber hauptsächlich auch sag ich mal Befürchtungen die Menschen irgendwie hatten bezüglich ihre eigenen Daten ja in mal unter die Lupe genommen haben, und ähm es kam dann beim achtundzwanzig C drei zu dem. Konflikt, dass von keinem keiner dieser Personen einen Vortrag angenommen wurde oder kein, keiner der Vorträge zu diesem zum Thema Post Privacy äh angenommen wurde bei in das in das Kongressprogramm, was dann äh Anlass gab zu der äh zu der ähm, Überlegung, dass der dass das Content-Team oder gar der CC sich gegen, die Sparkaria vielleicht verschworen hätte oder so. Und, Ich weiß, dass damals die relativ klare Ansage des ähm Content-Teams war, ja, passt auf ihr was Neues zu erzählen habt, könnt ihr äh sehr gerne kommen, aber wir haben bei euren Einreichungen nicht festgestellt, dass sie eine ähm sachliche oder inhaltliche Ergänzung darstellen zu dem, was sie hier schon mal erzählt haben und deswegen geben wir da anderen Vorträgen den Vorzug, Daraufhin gründete hielt die Spaghea im letzten Jahr zeitgleich mit dem mit dem CCC-Kongress in Laufnähe ihren ihre Sparkariade ab. Die Spagheriard mit der Nummer null, Und da ich damals äh auf Krücken lief, weil ich gerade zusammengeschlagen worden war, ihr kennt das, ähm bin ich da, konnte ich da nicht rübergehen. Weil es war für mich zu weit. Alle anderen konnten konnten zwischen gehen. Ich hab's, äh, mir was, mir ging's nicht. Für mich ging's nicht.
Tim Pritlove
Waren schon ein paar Meter. Du bist ja eh schon zu viel gelaufen.
Linus Neumann
Ich bin da zu viel, gelaufen, ja. Ja. Ähm und dann ähm, Haben Sie die, haben Sie sich gehalten, so und jetzt wurde dieses Jahr wieder eine gehalten, nämlich am, am vergangenen Wochenende und äh es richtete, es lud also die Datenschutzkritische Sparkaria ein in die Seaways in Berlin und äh titelte die Veranstaltung, Punkt, Punkt, Punkt, öffentliche Daten nützen. Was ähm ja ein Bezug ist auf die HK-Ethik, Wer hat von wem stammt der Ausspruch? Ist das wahr Holland?
Tim Pritlove
Ja, ich denke.
Linus Neumann
Private Daten schützen, öffentliche Daten nützen.
Tim Pritlove
Ja, das ist so quasi weiß äh und Umfeld Ergänzung der klassischen Hackerethik, dieses Mülle nicht in anderer Leute Daten herum und öffentliche Daten nützen, private Daten schützen. Das ist so quasi diese CC-Note oben auf diesen Hacker-Ethik äh Zuckerguss ähm den halt mal äh der, Steven Levi in dem Buch Hackers, Heroes of Acomputer Revolution äh abgegeben hat, seine Beobachtung der ähm, entstehenden Hackerszene aus den Sechziger, Siebziger und Achtzigerjahren. Also diese drei Phasen, nämlich diese Uhrhacker am MIT, dann die ähm, Hardware-Hacking, äh Bewegung der Siebziger, so ist die Frostenjagd et cetera, Apple und diese ganzen anderen Entwicklungen, die es damals gab und, in den achtziger Jahren eben die auf den Homecomputern dann entstehende frühe Spieleszene, So und das war dann sozusagen seine Summe. Das wurde dann eigentlich von der Hackaszene weltweit begeistert äh angenommen, eben auch vom Club Plus eben diese Ergänzung. Und diese öffentliche Daten nützen, das ist hier quasi das, was eben betont werden sollte. Im Sinne von, ja, wir wollen jetzt diese Debatte, Äh nicht immer nur führen im Sinne von, was können wir alles verhindern, sondern wir wollen eben auch so eine Pro Sache machen. Und ehrlich gesagt, ich kann auch diesen. Diese Motivation kann ich gut verstehen, Ja, weil das ist schon so, dass obwohl der Club aber eben auch jetzt nicht nur der Club, auch die ganze Szene, ja, et cetera und so weiter. Also man redet eben viel über die Risiken, und man redet eigentlich selten über die Chancen, Und das, obwohl man sich eigentlich auf die Fahnen geschrieben hat, Chancen und Risiken einer äh elektronischen Welt. Ausloten. Das kann man natürlich argumentieren, ja klar, aber es gibt ja hier so viel äh Gegenwind von Idiotie, ja? Die im wesentlichen versucht da ihre Chancen dahingehend auszuluchten um einfach andere Leute Risiken nach oben zu treiben. Da ist natürlich auch was dran, Trotzdem finde ich. Begibt man sich einfach zu ungern und zu selten eben auch in so eine Chancendiskussion. Es wird dann immer gerne beklagt, wie unmodern äh dann doch wieder alles sei und nicht wahr und die Internetversorgung und pipapo et cetera, die ja wäre sie besser, mehr Chancen erzeugen könnte. Sowas wird eben schon gerne gemacht, aber sagen wir mal, auf so einer, wirklichen Ebene, wo man sagt, auch das moderne Leben der Öffentlichkeit kann unter Umständen eine Chance darstellen, ja. Das ist etwas, was eben ja verpönt ist. Und ich denke, an der Stelle gibt's auch diese, skurrile Bruchlinie, die da äh dieser netzaffin, Gesellschaft äh existiert. Und die macht sich halt da irgendwie ganz gut fest. Nun kann man eben sagen, so viel ist da jetzt auch nicht bei rausgekommen. Also ich fand jetzt, ich habe jetzt nicht so viel, ich weiß nicht, wie viel hast du alle Veranstaltungen, gesehen. Ich, konnte er auch erst am Nachmittag dazu stoßen, dann vielen dummerweise auch noch gleich zwei. Äh Vorträge am Ende aus, aus Krankheitsgründen.
Linus Neumann
Genau, also es war man kann, Man muss den den ersten Tag kann man äh resümieren. Äh Gregor Seelag, der ja auch äh bei uns schon zu Gast war. Ähm hat einen Vortrag gehalten, den den ich den ich schon kannte, der äh sehr interessant ist, wo er so in jedem Jahr so ein bisschen also politische Bewegung, politische Konfliktfelder, das so ausdrückt und quasi die Spagheriard direkt aus den achtundsechziger äh die Sparkaria direkt aus den Achtundsechzigern her äh äh herleitet. Äh sehr amüsant, aber auch eben mit Seelachsschirm Verständnis zu verstehen und dann gab's einen Vortrag von den hab ich dann nicht gesehen, von jemanden, der irgendwie seinen Computer so programmiert hat, dass er andauernd ein Foto von ihm macht in Unregelmäßigen Abständen das hochlädt.
Tim Pritlove
Also sein iPhone.
Linus Neumann
Nee, seinen seinen Laptop wohl, aber äh und es gab auch noch einen mitm iPhone, so. Also so, Das waren also Menschen, die die äh das irgendwie für notwendig achten, äh sich selber zu fotografieren, das irgendwie als postprivates Experiment äh dann so so anerkennen und ihm ihr eigenes Panoptikum bauen oder was so. Ja, schöne Sache.
Tim Pritlove
So ein Netz exhibitionismus.
Linus Neumann
Genau, also sie sind offensichtlich also ich kann mir da den den Witz nicht verkneifen, so wo, also ich sehe einfach wenig Nutzen für die Öffentlichkeit, auf den Titel der Veranstaltung angesprochen, ich sehe wenig Nutzen für die Öffentlichkeit, wenn irgendwelche Menschen äh meinen, dass sie, dass sie der Gesellschaft irgendwie einen Beitrag bieten, dadurch, dass sie äh das Bild, das Internet mit Bildern von sich zuhauen. Ähm, Das wäre jetzt so und so ging's dann, glaube ich, auch weiter. Dann dann kam die Birgit heißt die, glaube ich, ne. Richlewski ist richtig ausgesprochen.
Tim Pritlove
Ist richtig ausgesprochen. Kann ich dir gerade nicht sicher äh.
Linus Neumann
Auf Twitter äh unter Unterstrich Ria Unterstrich äh ja genau, er Y A, also Unterstrich äh Y, Unterstrich. Ähm dir mehrfach schon irgendwie ähm Probleme hatte mit den mit der Presse, weil sie über äh ihr Sexualleben twitterte, gleichzeitig aber ähm in einem Parlament sitzt, nicht wahr?
Tim Pritlove
Rütleski.
Linus Neumann
Rütleski, siehst du, Mist. So, in welchem Parlament sitzt die? Jetzt bin ich jetzt auch grade äh durcheinander. Äh, Ja, in Nordrhein-Westfalen. Ähm, So und die äh twitterte, glaube ich, vor einiger Zeit schon mal über irgendein Problem ähm mit einem gerissenen Kondom und an welchen Körperstellen man sie lecken könnte, wenn man drüber twittert und an welchen man sie denken kann, wenn man nicht drüber twittert und so, ähm da hatte dann der äh, Bild-Zeitung äh Interesse daran gefunden und und nahm die Frau dann im Prinzip auseinander mit äh Sex, Twitterer, äh erregt den den Landtag und äh ja, haben also ihr, glaube ich, da, haben ihr da relativ übel mitgespielt. Letztendlich dann noch, glaube ich, äh jetzt vor wenigen Tagen ihre Fraktion, die ihr dann.
Tim Pritlove
Haben sich für die Steilvorlage bedankt.
Linus Neumann
Haben sich dafür, haben sich dafür äh bedankt, ja, also man sie hat einen einen Vortrag darüber gehalten, was da ihre eigenen Erfahrungen damit sind. Jetzt ähm stellt sich also ist natürlich auch interessant, also ist eine, im Prinzip dieser Frau wird aufgrund ihrer, des öffentlichen Interesses, was auf ihr lastet, quasi äh hat sie eine Einschränkung ihrer ihrer Freiheit äh über Sex zu twittern unter einem Account mit mehreren tausend Followern und ähm, dass wir zu einem Politikum, wo sich dann am Ende sogar die Fraktion äh, gezwungen, sieht irgendwie eine Pressemitteilung zu machen, wo sie sich von ihr distanzieren. Ähm das ist ähm also, sicherlich ein Phänomen, was ich finde, wo es sehr interessant ist, sich darüber zu unterhalten. Und was nicht so einfach äh damit abzuhaken, ist zu sagen, okay, vielleicht ist es wirklich nicht besonders schlau von der Frau, äh das zu machen, vor allem wiederholt. Ja, man könnte aber natürlich das auch zum Anlass nehmen, sich äh da mal eine Kritik an der Gesellschaft zu entwickeln im Umgang mit solchen Themen, mit der Privatsphäre von Personen generell. Ähm und in diesem Zusammenhang finde ich nämlich solche Vorträge oder denke ich, wenn man das unter dem Gesichtspunkt sieht, war das äh ähm das Programm der Spaghearde oder die Vorträge, die da auch gehalten wurden, eigentlich ziemlich interessant. Nämlich als so eine so eine Art Soziologie, sozialpsychologen, experimentieren, äh Philosophiegipfel, über die Zukunft der Gesellschaft mit weniger Privatsphäre oder so, aber mit dem Anspruch eine mit einem politischen Anspruch, Kann ich diese Veranstaltung nach dem, was ich jetzt gesehen habe, kann ich eigentlich die Gruppe nicht ernst nehmen. Und da würde ich halt also mein persönlicher Rat wäre äh Titel der Veranstaltung nächstes Mal ein bisschen äh strategischer wählen, Und nicht irgendwie so eine, so einen politischen Seitenhieb dann auch noch auf den CCC bringen, der eigentlich völlig unnütz ist. Und vielleicht mal dieses Datenschutzkritik rausnehmen, Weil auch diese die Vorträge, die da gehalten wurden, hatten relativ wenig mit Datenschutz zu tun. Also da waren jetzt keine Menschen, die durch Datenschutz, durch das Datenschutzgesetz an dem Ausleben ihres ihrer ihrer Wünsche gehindert werden, ja? Und das, was ich jetzt mir, was ich ja erwartet hatte, ich hatte ja in der Ankündigung, hast du ein bisschen gesagt, ich hatte erwartet, dass jetzt ein, viel über die Macht aggregierter Daten und Datenanalysen gesprochen wird, dass man sagt, hier ähm Wir können äh also einer der Vorträge, die ausgefallen sind, der sollte sich zum Beispiel damit befassen, dass äh äh. Das im Prinzip der so 'n Amazon Kindle ja die Möglichkeit bietet Stellen im Buch zu markieren, und das ist quasi, wenn man das jetzt aggregiert von allen hat, dieses Buch auf dem Kindel lesen, dann kriegt man quasi Daten darüber, wie die Leute die Bücher lesen und welche Stellen sie wichtig finden und so. Und das ist ja kann ja, es bietet ein komplett neues Forschungsfeld im Prinzip in der in der Literaturwissenschaft, in der Psychologie, für ganz viele Wissenschaften bietet das ein äh bitte, dass Und das nur ein kleines Beispiel. Einer der Vorträge, die leider ausgefallen sind. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ähm, da da stellt sich dann das gesellschaftliche Problem und nur darum geht's ja im Datenschutz, dass diese Daten eben nicht, der Forschung zu zur Verfügung stünden, sondern eben Amazon und die nicht bereit sind, diese Daten zu teilen, Ja, da da kommt man dann in den in dieses politische Feld, in dem sich dann die Datenschützer bewegen. Die sagen, äh und es gibt Datenschutz und Open Data, das sind Dinge, die sich überhaupt nicht widersprechen, ja? Also quasi dieses öffentliche Datennützen, Äh und also da das ist ja eine das ist ja was, was wo die Spagheria den den tradierten CCC-Position überhaupt nicht gegenüber steht Und deswegen habe ich mich gewundert, warum sie ihre äh ihre gesamte Ankündigung so so konfrontativ machen. Vielleicht ist es auch gar nicht so bösartig gemeint, wie ich das als CCC-Mitglied dann äh auffasse, aber ähm.
Tim Pritlove
Glaube ich jetzt auch nicht, dass das irgendwie böse gemeint ist. Ich glaube, das ist einfach eher so ein bisschen so ein so ein Augen äh zwinkern, dass man da jetzt erstmal auch nicht mehr so sehr viel Gedanken darüber gemacht hat, ob der Name jetzt noch groß passt oder nicht, sondern man ist eigentlich da vielleicht auch selber noch ein bisschen auf dem Weg irgendwas zu finden, weil irgendwas versucht sich da ja schon Ausdruck zu verschaffen. Und ich würde mal sagen, es ist im Wesentlichen einfach dieser ähm, zwischen dem privaten und dem Öffentlichen, was bisher einfach immer sehr stark getrennt war Ja, also alles, was irgendwie nicht öffentlich ist, ist privat, alles was privat ist, ist nicht öffentlich. Und das reist irgendwie. Also es ist äh es lässt sich teilweise gar nicht mehr, herstellen, wenn man's wollte, ja? Es wird einem teilweise nicht zugestanden, wenn man's will, obwohl man's will, und äh, teilweise vermischt es sich für viele Leute auch in einem Maße, wo man selber auch schon gar nicht mehr so richtig die Möglichkeit hat, dazu trennen. So ein bisschen so ähnlich wie das bei mir zum Beispiel schon ist, mit meinem Verhältnis zwischen dem privaten, und dem, wie nennt man das, dem Business? Ja, also so äh Hobby und Beruf, ja, so, Habe ich noch nie so richtig auseinanderhalten können und. Was weiß ich, wenn ich so im Café sitze und irgendwie mir dann meinen Rechner habe und ich tippe irgendwas energisch, dann kommen so Leute auf mich zu und sagen, ach du arbeitest noch. Weiß ich überhaupt nicht, was ich dazu sagen soll, ja? Also wie, was arbeiten wo, ja, wo, wovon redet ihr, weil weil ich dann auf einmal sozusagen mit so einer gesellschaftlichen, Tradition, ja, das so stark zu trennen, konfrontiert bin, die überhaupt gar nicht mehr passt, wo wo ich jetzt auch nicht, was weiß ich, wo ich jetzt nicht in so einen Aktivismus verfalle und sage, so nein, ihr müsst das jetzt alle äh, so machen wie ich, das erreicht der Punkt, das war will das halt auch so machen, kann ich ja auch, nur bei diesem privat, politischen wird's halt schwierig, ich meine die Rühja zum Beispiel hat ja dann in ihrem Vortrag dieses Beispiel gebracht, die kennen jetzt ihre ganzen Tweets, ehrlich gesagt, nicht jetzt also die Party, die du erwähnt hast, kannte ich jetzt noch gar nicht, Aber so dieses mit dem gerissenen Kondom, leider da ging's ja letzten Endes um hier, ich habe einen HIV-Test gemacht, der ist irgendwie negativ, alles ist gut. Ja, und sie hat es einfach bewusst äh Das kann man jetzt verurteilen, das ist irgendwie unklug war und, und, und, und, und, und im Kontext, dass sie jetzt im Landtag sitzt, et cetera, also es mag auch alles sein, dass es unklug ist, ja, wenn man das jetzt aus so einer Partei, politischen äh strategischen Sicht heraus äh bewertet, ihr ihre Intentionsmiss, was sie sagte, war ja äh ich möchte, Habe überlegt, ob das jetzt irgendwie eine öffentliche Nachricht ist oder nicht. Aber in dem Moment, wo ich's eben auch dieses Private auch öffentlich mache. Könnte ich ja unter Umständen auch, Erzielen im Sinne von, dass äh Leute auf dieses Thema aufmerksam werden. Und das ist sozusagen nicht mehr so anrüchig ist, über so etwas zu reden, ja, was nämlich gemeinhin in die Privatheit verdrängt wird, aber ihrer Meinung nach, nichts zu suchen hat. Oder da schon was zu suchen hat, aber, was auch öffentlich gemacht werden sollte oder zumindest öffentlich gemacht werden äh öffentlich diskutiert werden sollte, Damit es einfach diesen Nimbus, das du darfst nicht darüber reden, verliert. Das, denke ich mal, war jetzt primäre Intention. Das ist einfach, das sind genau die interessanten Gedanken und ich bin auch ganz bei dir, wenn du sagst, für dich ist das eher so eine philosophische, Äh Debatte, die dort geführt werden wird oder werden sollte, ja, als jetzt so eine aktivistische. Ja, das sehe ich da an der Stelle eigentlich genauso.
Linus Neumann
Und als solche äh sicherlich äh eine ganz interessante, Sache im Prinzip sag ich mal ihre Datenbasis gibt es im Moment nicht her politische Forderungen abzuleiten, sagen wir mal so. Insgesamt muss man dann, glaube ich, schon sein, dass diese Spaghelliarde für für viele eben enttäuschend war. Ähm, weil also was nicht zuletzt auch dann, ich meine, am ersten Tag fallen zwei eindeutig interessante Vorträge aus. Ähm es gab da eine etwas traurige Situation, da, Tante noch das die Abschlussfazit dann sprechen sollte und das.
Tim Pritlove
Also des ersten Tages.
Linus Neumann
Ersten Tages und das äh da macht äh das macht er alles ein sehr weil er etwas unglücklich ja, weil weil er ihm da nicht so wirklich so ein Fazit äh gelang, ähm aber insgesamt denke ich, dass das äh wie gesagt für Soziologen und gerade so in diesem Bereich, echt spannende und Philosophen und so echt spannende äh Themen sind, die da besprochen werden. Also Jeff Jarves hatte ja dann, glaube ich, auch noch irgendwie so einen Skype-Vortrag gehalten, aber der erzählt ja auch seit Jahren nichts neues mehr. Also die Geschichte mit der Prostata kennen ja alle, der sagte selbst der Spagheria-Publikum, dass da jetzt nichts Neues dabei wär. Ähm ich hatte den nicht gesehen, Ähm aber so als also so philosophisch äh auf jeden Fall denke ich ein ganz interessantes äh Themenfeld.
Tim Pritlove
Kommen wir zum Ende, Linus. Sonst noch irgendwas spannendes äh passiert?
Linus Neumann
Also es war jetzt im Prinzip war das ja jetzt alles nicht spannend, ne? Bis auf das mit den äh Kinder schlagen. Also da das hat jetzt die Grundsatzentscheidung. Kinder schlagen oder Falschharing, ja. Das ist die, das ist die Frage der Zukunft. Ja, was ist das höhere Gut? Urheberrecht oder körperliche Unversehrtheit? Darauf läuft's am Ende hinaus das ist der Kampf, den wir bekämpfen.
Tim Pritlove
Hast du denn, ich habe das Video äh veröffentlicht hier äh von uns in Dresden. Hast du gesehen?
Linus Neumann
Habe ich gesehen, ja. Ich habe, ich habe nur den Anfang geguckt, der Anfang war gut.
Tim Pritlove
Ja, der Anfang war ja auch das Special. Die Pre-Show.
Linus Neumann
Ja. Ansonsten weiß ich da, wollte ich das nicht gucken, weil ich ja, wie gesagt, die ganze Zeit irgendwie ins in so eine Ecke geguckt habe bei der Aufnahme und also jetzt weiß ich gar nicht, wie dieses Video äh ob man merkt, dass ich da die ganze Zeit eigentlich irgendwie in die Ecke gucke. Jetzt merkt man's wahrscheinlich, weil ich gesagt habe, es ist ganz schlimm, ist ganz schlimm. Jetzt jetzt bitte nicht mehr gucken, weil sonst merken das alle, dass ich, dass ich.
Tim Pritlove
Weiß gar nicht, was du hast. Ich fand das durchaus äh.
Linus Neumann
Dass ich irgendwie.
Tim Pritlove
Außerdem guckst du doch hier auch immer die ganze Zeit in die Ecke. Oh Gott, das hätte ich jetzt nicht sagen dürfen.
Linus Neumann
Katatonisch.
Tim Pritlove
Na ja, jeder hat so seine Stärken. Beim einen ist die Facebook-Fahndung.
Linus Neumann
Ich gucke nicht in die Ecke, ich stehe hier an meinem Pult und blicke in die Ferne.
Tim Pritlove
Genau, Ja. Linus, dann.
Linus Neumann
Würde ich sagen, machen wir hiermit äh Feierabend, oder?
Tim Pritlove
Machen wir Schluss. Das war's. Tschüss. Danke fürs Zuhören.
Linus Neumann
Tschau, tschau.

Shownotes

BGH-Urteil zu Filesharing

Eltern, die ihre Kinder über das Urheberrecht aufgeklärt haben, haften nicht für die urheberrechtlichen Verfehlungen, die ihr Nachwuchs in Tauschbörsen begeht.

Facebook-Fahndung

Nach Streetview soll nun auch Facebook bei der Fahndung benutzt werden.

FoeBud heißt jetzt Digitalcourage

Seit 25 Jahren engagiert der FoeBuD sich für Bürgerrechte,
Datenschutz ein lebenswertes digitales Zeitalter. Nun heißt er anders.

Die Spackeriade 1

Die Spackeriade #1 wurde den an sich selbst gestellten Erwartungen nur mühevoll gerecht.

LNP034 Julio Assanchez

Julian Assange — Auskunftsanspruch — Google büßt für Safari-Privacy Hack

Diese Woche sah erst etwas nachrichtenarm aus, doch dann kam wieder mal Bewegung in die Unendliche Geschichte um Julian Assange, das BGH verkündete eine umstrittene Entscheidung und Google kriegte eins auf den Deckel.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Ninus.
Linus Neumann
Guten Morgen Ninos. Buenoff dias Tim.
Tim Pritlove
Ah. Hast du das in Spanien gelernt?
Linus Neumann
Eguardorianisches Akzent hier alles drauf, ja. Das könnte.
Tim Pritlove
Aha.
Linus Neumann
Ja. Themensendung heute.
Tim Pritlove
Ja. Ich äh äh habe mir auch eine passende Tracht dazu angezogen. Das kann man jetzt leider im Podcast nicht äh äh sehen, ja und ähm, Ja, weiß nicht, vielleicht hätten wir auch mit Pahnflöte einsteigen sollen oder so, das war Peru, ne? Die Beweis beweisen wir unsere Kultur äh.
Linus Neumann
Auch ein äh das äh Volk der Kichwar. Kiecher. Ja. Ich weiß aber nicht, wie die sich guten Morgen wünschen, deswegen musste ich mit der Behörden und Landessprache spanisch äh.
Tim Pritlove
Spanisch, aber ich glaube, in in Latino, Amerikaner wird äh äh nicht so gelispelt, dass äh finden die ja eh bisschen krummes. Okay. Das machen nämlich nur die Spanier.
Linus Neumann
Bald alles auf Wiki Leaks erfahren, wie.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Ja, jetzt haben wir, glaube ich, wahrscheinlich schon alles verraten.
Tim Pritlove
Na ja.
Linus Neumann
Seit dem neunzehnten Juni Logbuch Netzpolitik berichtete, saß Julio aus Sanchez in der äh, In der Equadorianischen Botschaft und harte Anerkennung als äh die Anerkennung seines Asyls. Und äh der Ecuadorianer hatten ja dann auch schon gesagt, ja wir versauen hier keinem die Stimmung so lange noch. Olympische Spiele sind und kaum waren die olympischen Spiele vorbei, haben sie angekündigt, ja am.
Tim Pritlove
Jetzt versauen wir euch die.
Linus Neumann
Jetzt pass auf. Die Stimmung. Und zwar am Freitag, am Donnerstag, den sechzehnten August, versäumen wir euch die Stimmung und irgendwie ein oder zwei Tage vorher hatte dann schon eine. Ein ein hochrangiger Mitarbeiter aus gut informierten Quellen gesagt, dass dieser, Asylentscheid wohl, positiv äh beschieden würde und ähm daraufhin gab es dann einen einen Brief, den, die Briten an, die Equarianer geschrieben haben, in der sie mit ähm, britischer Höflichkeit und äh ihre, Besorgnis darüber Ausdruck verliehen haben, dass die offensichtlich den Asyl gewähren möchten und haben gesagt, übrigens äh wir können ihm dann natürlich Wir sind gebunden an diesen europäischen Haftbefehl, diesen Menschen hier äh nach Schweden zu äh äh zu liefern, der ist bei uns durch, hat sich bei uns durch alle äh Assorchen, durch alle Instanzen geklagt und ähm, rechnet mal bitte nicht damit, dass ihr von uns freies Gelei, ja? Die sitzen ja nach wie vor in dieser Botschaft und kommen da nicht raus. Und haben dann gesagt, Ja und dann wollte man noch freundlich darauf hinweisen, dass es ja den, gibt, der es ihnen erlauben würde, ähm. Den Assange da auch einfach rauszuholen mit ähm äh mit einer Woche vorheriger Ankündigung, Und zwar äh dann so aus dieser, aus diesem Brief wurde dann die, ich denke, weltweit die Meldung auf ein allen äh auf allen Internetseiten und so. Die Briten wollen die Botschaft Equadors stürmen.
Tim Pritlove
Naja.
Linus Neumann
Ja? Ähm jetzt muss man sich erstmal, warum haben die überhaupt diesen äh dieses Gesetz ähm, Das geht zurück auf einen interessanten Vorfall im Jahr Reh, Und zwar wurde da äh die, Yvonne, eine britische Polizeibeamtin, schossen bei einem äh Protest vor der libyschen Botschaft, in London. Und ähm er stellte sich dann irgendwie rausen im Rahmen der Ermittlungen, dass sie eigentlich nur, aus der libyschen Botschaft selbst erschossen worden sein konnte. Und zwar mit einer automatischen äh mit einer automatischen Waffe und ähm daraufhin hat sich hat haben die Briten sich dann dieses Gesetz gegeben, dass sie sagen, okay, wenn also eine Botschaft, dermaßen missbraucht wird, dann können wir irgendwie innerhalb von sieben Tagen da alle Privilegien aufheben und da reingehen. Und auf dieses Gesetz haben sie dann mal freundlich hingewiesen, in diesem Brief an äh Ecuad.
Tim Pritlove
So so nach dem Motto, wenn äh äh wenn Julio jetzt hier weiter äh weiter Leute auf der Straße erschießt, dann holen wir uns den.
Linus Neumann
Ja
Tim Pritlove
Aha. Tja. Ob das was wird.
Linus Neumann
Na ja, sie haben da ja nun mal freundlich drauf hingewiesen. Man kann sich natürlich ungefähr vorstellen, welche, Ländern hat, mit den äh Großbritannien diplomatische Beziehung unterhält, sie irgendwie eine Botschaft stürmen, ja? Ähm ich habe keine Bilder gesehen, aber es gab, glaube ich, dann auch schon, ohnehin nach dieser, nach diesem Brief, nach dieser Drohung dann den Mob, der Äquatorianer, die sich vor den britischen Botschaften äh überall versammelt haben, um zu sagen, so, hör mal, um einfach mal zu zeigen, hör mal, wenn wir hier rein wollen, da brauchen wir noch nicht mal ein Gesetz für, aber ähm Ich denke, dass das ein bisschen heißer gekocht wurde, als äh es später serviert wird. Ich kann mir nicht vorstellen, äh dass die Briten da. Da rein marschieren.
Tim Pritlove
Ja, andererseits kann man sich auch nicht vorstellen, dass sie da abziehen. Ähm und das haben sie ja auch irgendwie gesagt. Also nach dem Motto, äh ihr könnt da irgendwie so viel Asyl gewähren, wie ihr wollt. Äh.
Linus Neumann
Sie haben also, zwar irgendwie drei B oder so was, Das heißt, der äh Julio sitzt da jetzt in, Apartment mitm Balkon und ähm, Wie ein äh Kommentator bei der Tagesschau anmerkte. Ähm auch nicht zu unrecht. Hat er da.
Tim Pritlove
Das ist nur eine Wohnung.
Linus Neumann
Das ist eine Wohnung da drin. Und in dem gleichen Gebäude befindet sich sogar noch eine Botschaft. Und zwar die von Kolumbien, wenn ich mich nicht täusche.
Tim Pritlove
Ja gut, das äh.
Linus Neumann
Also das ist jetzt.
Tim Pritlove
Das ist sozusagen so ein so ein Kombi-Häuschen, wo äh dann vielleicht so die ganze Region auch. Sowie hier in Berlin, dass die skandinavischen äh.
Linus Neumann
Schau mal, schau mal, ob das, ob das auch tatsächlich da ist, ob in dem gleichen ähm.
Tim Pritlove
Mal gerade live.
Linus Neumann
Liegen. Ja.
Tim Pritlove
Live hin, also die MBC ist ah nee, das ist das Konsulat. Ich wollte nicht das Konsulat, ich wollte Ambassy oder ist das das Gleiche? Kann ja wohl nicht sein.
Linus Neumann
Welche Straße ist es denn da?
Tim Pritlove
Hier.
Linus Neumann
Ja, das ist richtig. Da ist das. Genau, da haben wir's, ja. Und jetzt wäre natürlich die Frage, was da nicht hörte, dass in ah.
Tim Pritlove
Unweit des Hydeparks. Was wäre interessant?
Linus Neumann
Ich hörte das in dem gleichen Gebäude noch eine MBC ist, dann nehme ich die von Kolumbien. Können wir ja kurz gucken.
Tim Pritlove
Ach so, ne, das äh. Auf jeden Fall hat er äh äh da jetzt sozusagen, du das jetzt schon erwähnt, dass er jetzt diesen diesen Asylstatus auch offiziell äh bekommen hat, ne, waren wir noch gar nicht.
Linus Neumann
Also die die Protest, die die Protestanten versammelten sich, äh die Demonstranten und ähm.
Tim Pritlove
Ist dann.
Linus Neumann
Vor der Equadorianischen ähm Botschaft war dann äh spannend, konnte man so einen, so ein Typ, der da irgendwie mit seinem Handy rumfilmte, fünftausend schauten zu, wie er dann da immer die Straße auf und ab ging und auf der anderen Straßenseite stand quasi die Weltpresse mit ihren ganzen Kameras und so und haben gedacht, dass da jetzt vielleicht irgendwas passieren könnte oder so, ne? Passiert natürlich überhaupt nichts, außer, dass dann halt irgendwie ein paar Typen dann irgendwie, Wie das so ist, dann äh irgendwann von der Polizei dann irgendwie abgeführt werden und dann äh hat man seine Police Botality Fotos und so und äh was ich ganz nett fand, da wurden am laufenden paar Taxen hingestellt, für den Assange mit Schild vorne drin, Julian Assange fuhr dann so ein Taxi vor die vor die equatorianische Botschaft. Das fand ich schon mal ganz lustig so. Natürlich eine katastrophale Fehlereinschätzung der Situation, aber okay. Wie heißt er? Ich hab den Namen hier stehen, Panjano oder so, Pantinio ähm das ist der Außenminister, glaube ich. Equador irgendwo vor die Presse und sagte. Hat lange, lange erklärt, äh was der der Sinn des des der Idee des Asyls ist und was die Bedingungen sind und dass er den, dass er eben das für gegeben hält, dass die dass der äh Assange in in in, in den USA politisch verfolgt ist. Und äh das ist irgendwie natürlich auch irgendwelche Kodi CSG dass dass die das Asylfragen keine Provokation, sondern, dass es eben internationales Recht ist und so weiter und so fort. Und hat dann gesagt, ja, also insofern, hat er jetzt bei uns Asyl. Ähm, Problem ist natürlich, der sitzt jetzt also in diesem ähm in diesem. Apartment dar, das Apartment hat, das ist also so ein Altbau, Knights, Eine Tiefgarage dadrunter, Helikopter und so ist auch alles eher, das war auch eher mein Wunschdenken, das heißt wenn sie sich jetzt nicht auf 'ne wirklich spektakuläre Aktion einlassen, hat er wirklich Schwierigkeiten aus der Bude da rauszukommen, zumal die natürlich die ganze Zeit umstellt, ist von der Polizei zwischenzeitlich war es dann heute auch mal mehr Polizei, was sicherlich auch einfach daran gelegen haben kann, dass da mehr Menschen waren, aber äh das wurde natürlich dann auch, gewertet als eben die die Androhung, also eine Drohgebärde der Briten, vor der Equarianischen Botschaft, sich dort aufzustellen und nachdem sie darauf hingewiesen haben, dass sie da rein marschieren können, irgendwie hielt sich so eine Stimmung, dass die meinten, die stürmen da jetzt rein. Meine ähm, Persönliche Einschätzung ist das jetzt unter keinen Umständen machen werden. Ähm und zweitens, dass wenn sie es. Weil es ist irgendwie nochmal eine Sache, irgendwie in eine Botschaft reinzugehen und einen, Typen, der aus seinem, aus seiner Haft, oder aus seinem Hausarrest dorthin geflohen ist, daraus zu zuppeln. Ähm und es ist aber nochmal eine ganz andere, jemanden daraus zu zerren, der bereits, über dessen Asylantrag bereits positiv entschieden wurde. Insofern glaube ich nicht, dass die Briten, egal was auch immer tun werden.
Tim Pritlove
Es gibt hier Helikopterlandeplatz und zwar direkt auf dem Gebäude nebenan, das ist nämlich Harrots.
Linus Neumann
Ja, genau. Äh.
Tim Pritlove
Ist eigentlich nur äh rüberschaffen. Er könnte aufs Dach klettern.
Linus Neumann
Tunnel, den er graben muss, ist nicht so lang. Das sind das kriegt man hin. Äh.
Tim Pritlove
Das kriegt man hin. Naja, aber von unten ins Harrithm.
Linus Neumann
Laden leer gemacht also.
Tim Pritlove
Nö, ich meine, das könnte man jetzt mal man hat ja eh so einen James Bond im. Da könnte ja dann einfach aufs Dach klettern, ja, zwei Agenten erschießen, die da oben rumlungern, und dann äh mit so einem Batman-Seil sich auf die andere Seite rüberschwingen irgendwie. Mit so einem Raketenrucksack.
Linus Neumann
Mit so einem Maß äh äh Lufthaken, der Lufthaken, den die da am Mars hatten, um den.
Tim Pritlove
Raketenrucksack, die holen ihm einfach einen Raketenrucksack da rein, das können die ja irgendwie problemlos machen mit ihren äh äh Diplomaten teilen.
Linus Neumann
Vom Balkon dann.
Tim Pritlove
Und dann äh muss das halt äh schaffen. Unbemerkt, was nicht ganz einfach sein dürfte. Äh wenn da jetzt so jemand mit Raketenrucksack sich da wohl bewegt. Also ich schätze mal, da ist schon was los dann.
Linus Neumann
Es ist auf jeden Fall aber das realistische, realistischste Szenario, was du jetzt da schilderst, wie der aus der Bude rauskommt.
Tim Pritlove
Ja, weil eine andere Möglichkeit sehe ich da ehrlich gesagt auch nicht.
Linus Neumann
Wie waren die Reaktionen? Ähm äh Briten haben dann gesagt, ja wir sind äh sehr äh enttäuscht. Und unter und nach unseren Gesetzgebungen hat Assange alles gemacht, was wir machen können und wir haben unsere äh unsere Verpflichtung gegenüber Schweden, das stimmt. Diesen, Verpflichtungen werden wir nachkommen, und daran ändert die Entscheidung der Equarianischen Regierung nichts. Und sagen aber sie setzen weiter auf eine auf eine, auf die Verhandlung und. Die Equarianer aber haben gesagt, na ja, du, der äh Assange fährt morgen nach Stockholm, wenn ähm, Schweden garantiert, dass sie ihn nicht an die USA ausliefern. Ja, Und die Schweden haben gesagt, äh das äh das äh diese Zusicherung geben wir euch nicht. Und Schweden hat dann, nachdem der, äh, nachdem die Entscheidung, gefallen ist, wohl sich den equarianischen Botschafter her zitiert und ihm gesagt, dass diese Entscheidung inakzeptabel ist. Inakzeptabel heißt so in Diplomatensprache ähm irgendwie, herrscht es harsche Kritik so. Was was ich jetzt was ich jetzt so. Also ich meine, die USA haben irgendwie, die halten natürlich die Füße still die haben einen, den sie da, der hat sich durch alle ihre Instanzen geklagt, den haben sie unter Hausarrest gesetzt, der ist den flüchtig, rennt in diese Botschaft rein. Jetzt war ganz unabhängig davon, was wir jetzt die Hintergründe sind So, jetzt denke ich, was sie, also Äquador, kann, will sein Gesicht nicht verlieren. Großbritannien kann und will sein Gesicht in der Angelegenheit nicht verlieren. Und ich denke, der einzige, der, Da jetzt noch etwas machen kann, ohne das Gesicht zu verlieren. Das ist Schweden. Wenn Schweden sagt, okay, wir sehen, das wird hier zu einer, Ähm diplomatischen Krise, dass ja erst der Auftakt einer diplomatischen Krise. Das ist ja nicht der Höhepunkt, sondern ist der Beginn. Ähm, Wenn Schweden jetzt sagt, okay, pass mal auf und, irgendwie wir ringen Ecuador noch irgendwie irgendein kleines Zugeständnis ab, wir ähm geben die Zusicherung, dass wir ihnen nicht äh in ein anderes Land ausliefern. Denke ich, dass es auf jeden Fall das kleinste Zugeständnis, was eines der drei, in Klammern vier dort verwickelten Länder machen kann und damit allen eigentlich äh ermöglicht, sein Gesicht zu wahren.
Tim Pritlove
Hm Im Netz wurden ja auch noch die Thesen durchgespielt, ob's denn äh Equador, äh ob Equador ihn nicht einfach zum Diplomaten äh nennen äh könnte. Schöner Gedanke, ne? Ihm sozusagen eine Immunität äh zu verleihen, Problem ist, das geht nicht.
Linus Neumann
Genau und da gibt's nämlich noch eine sehr viel schönere Theorie und das ist, und dann darf man ein ein und ihn irgendwie zu irgend so einer UN-Geschichte schicken, die Leute darfst du nämlich auf den Weg dorthin und auf dem Weg zurück nicht äh ärgern. Und dann könnten die den quasi, von der equarianischen Botschaft zur UN schicken, Und auf dem Weg ist er quasi durch internationales Recht geschützt und den Rückweg könnte er dann nach Equador antreten und da ist er auch noch geschützt. Das wäre quasi so Ping-Pong, UN könnte man den also äh nach Hause tunneln.
Tim Pritlove
Aber braucht er dafür nicht Diplomatenstatus?
Linus Neumann
Den hätte er wahrscheinlich dann damit oder ich weiß nicht, ob man ob ein Sondergesandter, den ich ohnehin hat oder so, das Problem.
Tim Pritlove
Weil ich also Diplomat kann er ja sozusagen dieses aber nicht ohne Weiteres werden, weil.
Linus Neumann
Wir müssen ja trotzdem mal die Kirche im Dorf lassen, da wird einer äh, Auch wenn das jetzt irgendwie eine starke politische Komponente hat, aber der wird wegen einem ernsthaften. Wegen einer ernsthaften, kriminellen Angelegenheit da äh gesucht, den irgendwie da aus dem Land zu holen, Also ich meine, das wäre unerhört. Also sorry, das wäre zwar witzig, aber ähm da muss man auf keinerlei Verständnis hoffen von irgendjemandem. Das heißt, wenn wenn Ecuador da jetzt noch weiter seine äh diplomatischen Privilegien in anderen Ländern oder in in der Weltengemeinschaft ähm. Missbraucht und es ist halt ein Missbrauch, wenn du wenn du sowas machst, dann brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn die wenn dann irgendwann die Briten sagen, okay, jetzt ist ihr egal. Also jetzt jetzt macht ihr hier und wenn natürlich dann, wie gesagt, die anderen Länder, mit denen Equador äh diplomatischen Beziehungen unterhält, Sachen, sagen pass mal auf Jungs, von euch, Ihr bringt uns so gut wie nix und wenn wir Pech haben, macht ihr hier irgendwie Tunnel auf, um um uns die die, äh die einer Straftat verdächtigten Leute aus dem Land zu schmuggeln, äh da möchten wir mit euch lieber keine diplomatischen Beziehungen mehr haben.
Tim Pritlove
Wenn Britannien da schon immer so konsequent gewesen wäre, dann wär's ja schön. Ich meine, man äh sollte mal so zurückdenken, dass unter anderem ja auch mal Herr äh, äh London einen Zwischenhalt äh gemacht hat und von Spanien ein Auslieferungsbegehren war wegen ja, große, Verbrechen oder beziehungsweise Staatsverbrechen in großem Ausmaße und die Briten, die nicht ausgeliefert haben.
Linus Neumann
Dass die äh dass die sich da ähm immer richtig verhalten haben.
Tim Pritlove
Na ja, das ist halt am Ende eben alles politisch so, ne? Rechts und UN und Diplomatenstatus und hin und her äh am Ende ja, aber es ist Also die schon lange sich abzeichnende Situation, die äh sagt, hier ist alles äh vollkommen verfahrend, ist halt noch verfahrener geworden, diesen Vorstoß und bin gespannt, wie lange dieses da noch in ihrer WG aushalten.
Linus Neumann
Ja, also es ich will ja gar nicht, ich will ja gar nicht sagen, dass das das ähm, in Ordnung ist, was was da alles irgendwie läuft, ne? Aber was was du was sich, was man auch heute gestern und heute noch auf auf Twitter natürlich sehr schön beobachten konnte, waren dann, die Streitereien immer noch, die du da hast zwischen den, denjenigen, die sagen, das ist ja also alles eine skandalöse Verschwörungstheorie und äh äh oder eine eine skandalöse Verschwörung und die Briten drohen jetzt sogar an, eine Botschaft zu stürmen äh wegen diesem Assange, dass wir ähm ist äh, eigentlich natürlich undenkbar, wenn man sich, wenn man, also es steht in keinem Verhältnis zu den Vorwürfen, die ihm da gemacht werden, ja, also äh die allein das in Erwägung zu ziehen, würde natürlich keiner machen bei äh wenn's um wenn's um irgendjemand anderen ging, ne, oder um um jemand anderen, der diese, dem diese Vorwürfe gemacht werden, ernsthaft gegen vorgegangen wird und dass man eben wieder ein ein Vergewaltiger schützt und so. Und irgendwie so eine normale äh Diskussion über den Sachverhalt ist eigentlich kaum noch möglich, ne. Und wenn du dann noch die, also ich meine. Es hat halt echt kein Land in diesem diplomatischen Kram, da Bock seine ähm sein Gesicht zu verlieren, ne. Deswegen, wie gesagt, denke ich, die, eigentlich liegt der Ball im im Feld von Schweden, weil die mit den geringsten Zugeständnissen, kompletten Konflikt entschärfen können. Und jetzt müsste man sich halt überlegen, wie handelt jetzt Schweden ähm wenn sie, Also das wissen die auch. Wenn jetzt das Interesse haben, den Konflikt, und oder zuspitzt ähm dann muss man irgendwann mal auch deren Motivation in Frage stellen. Und äh natürlich auch die Überlegung, warum sie denn sagen, okay wir äh können nicht garantieren, dass wir nicht ausliefern. Auslieferungsabkommen mit den USA so sind, dass sie eine solche Zusicherung nicht machen können, wird mich auch nicht wundern.
Tim Pritlove
Meinst du, dass Schweden solche Auslieferungsabkommen hat.
Linus Neumann
Das weiß ich nicht. Also ich ich verstehe sonst nicht, wie ähm warum sie diese Zusicherung nicht machen, also oder auch diese.
Tim Pritlove
Die wollen sich einfach erstmal nicht festlegen lassen, glaube ich, ne. Wir wollen sie erfahren, wie das so ist.
Linus Neumann
Ja, aber sie schwächen dadurch natürlich ihre eigene Position und äh oder ihre eigene die Integrität, die man ihnen dann noch zutraut.
Tim Pritlove
Tja, Julia, ob er jetzt auch Äquadorianer äh äh wird.
Linus Neumann
Keine Ahnung. Also es, ist, ich weiß gar nicht genau, wie das.
Tim Pritlove
Spanisch.
Linus Neumann
Weiß ich nicht.
Tim Pritlove
Was ich ja, was ich ja besonders interessant finde, ist du hast ja vorhin gesagt, das ist eine eine Sache von vier Ländern. Genau genommen ist es eine Sache von fünf Ländern und von diesem fünften Land, hört man einfach mal nichts.
Linus Neumann
Auf Italien.
Tim Pritlove
Das ist ein australischer Staatsbürger. Und und und die ducken sich einfach seit, uns doch egal. Also das finde ich auch irgendwie hardcore. Ich meine, Zumindest würde man erwarten, dass sie sich da in irgendeiner Form. Positionieren, einbringen, keine Ahnung, äh vielleicht auch einfach mal vermitteln, ja? Aber äh es macht so den Eindruck, dass äh Australien da einfach so dermaßen unter der Knute der äh Amerikaner steht. Was heißt Knute, aber zumindest. Sich nicht auch nur im Ansatz trauen da in irgendeiner Form die Stimme zu erheben und zu sagen so, och hier ist ja unser Staat, vielleicht mal erstmal nicht so böse, sondern irgendwie gilt da, das haut drauf, Prinzip, ne? Die schämen sich da äh irgendwie für ihn. Das finde ich auch irgendwie ein bisschen absurd.
Linus Neumann
Ist vor allem, also. Ja, also man man müsste sich eigentlich schämen, also ich meine, gerade so westliche Länder müssten sich eigentlich schämen, wenn ihre Bürger irgendwo Asyl ähm. Beantragen, ja? Also ich wenn Deutscher losmarschiert und auf einmal irgendwo Asyl beantrag.
Tim Pritlove
Erwägt ja noch nicht mal nach Australien zu gehen. Ich meine, das wäre ja äh.
Linus Neumann
Ne, also da hat er ja auch echt relativ klar ähm durch die Blume zu verstehen bekommen, dass es da nicht äh.
Tim Pritlove
Bleiben würde. Ja. Naja, Das weiß er wohl auch.
Linus Neumann
Aber um nochmal einmal ganz kurz auf auf ähm Julian zurückzukommen. Es bleibt nach wie vor unklar, was der sich mit, also es war doch absolut vor, also, Bis jetzt der Verlauf dieser Angelegenheit war relativ vorhersehbar. Dadurch, dass er überhaupt sich auf den Weg gemacht hat, in die equatorianische Botschaft war eigentlich klar, dass er, Ich meine es äh der hat nach dieser nach dieser Sendung, die er der mit dem Korea da hatte, das ist ja genauso gelaufen, dass der gesagt hat, ey, Beantrage doch alles über den Equador, zack Bormona hat das irgendwann gemacht. So, das heißt Bis hierhin war alles völlig klar, wie's laufen würde. Er kriegt dieses Asyl, es war aber auch völlig klar, dass die Briten das nicht anerkennen, dass er kein freies Geleit bekommt, das einzige was jetzt noch überraschend war, dass die Briten einfach mal freundlich darauf hingewiesen haben, dass sie sich den da auch rausholen können, wobei ich das eben nicht so lese, als würden sie das ernsthaft androhen, dass sie es machen, sondern einfach nur mal gesagt so, ey, so, jetzt komm, ne? Die Briten sagen eigentlich immer nur so, Ähm so das war alles vorhersehbar. Und das ist keine Überraschung. So und der Coup bleibt aus, im Prinzip so, was hat der sich dabei gedacht? Also was ist sein Plan da?
Tim Pritlove
Ich denke, sein, ist einfach jeden Strohhalm zu ergreifen, der sich ihm bietet jede Möglichkeit, Druck und Konfusion und und und Verwirrung da zu, einfach zu nutzen. Ich meine, sonst wäre er jetzt schon unterwegs, er will das halt auf jeden Fall verhindern und ich frage mich auch, ob er vielleicht, Meerweiß, ja, also ich meine, wir können jetzt sagen so, du brauchst ja keine Angst vor haben und so weiter, ist ja nur Schweden so. Haben wir ja gerade gesehen hier. Et cetera, also so, ein paar Leute, die meinen, so es gar nicht verstehen, weil wenn man sich irgendwo äh äh nicht, schlecht behandelt fühlen müssen, dann wäre das ja so Schweden so, da braucht man sich nur den anzuschauen, da weiß man, dass das da eben auch so, nicht ist, ne, Also wenn die da politisch was wollen, dann äh wird da die Justiz genauso gebogen und beeinflusst, ähm wir an anderen Orten auch und von daher ist er sich äh unsicher und, haben. Und die Schweden an meiner Tasche.
Linus Neumann
Na ja. Also mag's sein. Ähm da kann man kann man ja sogar.
Tim Pritlove
Immerhin, immerhin tut sich jetzt mal was hier in der Geschichte, dass wir hier unseren Dauerbrenner auch mal wieder ins Programm haben heben können. Ist doch auch mal was, oder? Ja. Ja. Wollen wir weitermachen?
Linus Neumann
Ja, muss jetzt mal langsam weiter, weil ich über dich gerade äh habe ich irgendwas übersehen. Nee. Aber ich, also äh muss man auf jeden Fall mal schauen. Also werden wir noch lange Zeit mit zu tun haben. Und wie gesagt, meine ich mag my Words, ich sage, die Schweden müssen was machen, in meinen Augen diese diplomatische Krise, aufzulösen. Bin mal gespannt, ob sie's machen.
Tim Pritlove
Und ich sage Raketenrucksack.
Linus Neumann
Ja, das sind da, wie gesagt, das sind die beiden wahrscheinlichen Optionen, die wir hier sehen. Raketenrucksack. Die Schweden ähm reißen sich mal zu.
Tim Pritlove
Da ist noch ganz dramatisch. Wird auf der Flucht erschossen oder irgendwie sowas.
Linus Neumann
Oh Mann, ey, dann haben wir hundert Jahre Verschwörungstheorie, ähm sicher.
Tim Pritlove
Aber da herrscht ja eh kein.